Die Einverstandenen

Eigentlich, so sollte man meinen, eine klare Sache. Denn wer kann den eigenen Untergang schon aktiv betreiben,...

Lutz Meyer

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

wer sehen­den Auges das Unheil zur Tür her­ein­bit­ten, wer sich frei­wil­lig in den Abgrund stür­zen wol­len? Wahl­er­geb­nis­se, Pro­gno­sen und Gesprä­che im beruf­li­chen und pri­va­ten Umfeld zei­gen aller­dings: Es sind nicht weni­ge, die nichts dabei fin­den, all dies zu tun. Nen­nen wir sie „die Einverstandenen“.

Die Ein­ver­stan­de­nen aber sind kei­ne homo­ge­ne Mas­se, sie las­sen sich unter­tei­len in ver­schie­de­ne Grup­pen mit unter­schied­li­chen Moti­va­ti­ons­la­gen. Die gilt es zu ergrün­den, denn nur so gewin­nen wir Auf­schluß, ob unter den Ein­ver­stan­de­nen sich viel­leicht wel­che fin­den, die recht­zei­tig noch zu „nicht Ein­ver­stan­de­nen“ wer­den kön­nen. Hier also unse­re elf Moti­va­ti­ons­grup­pen der Einverstandenen:

Die Des­in­ter­es­sier­ten: Weil „die da oben“ ohne­hin machen, was sie wol­len, ist die Bereit­schaft, sich um Poli­tik zu küm­mern, Stel­lung zu bezie­hen und dafür even­tu­ell Nach­tei­le in Kauf zu neh­men, wenig aus­ge­prägt. Fata­lis­mus ange­sichts der gefühl­ten Macht­lo­sig­keit? Schick­sals­fra­gen las­sen sich immer auch anders beantworten.

Die Ver­geß­li­chen: Man könn­te sie auch die Ver­drän­ger nen­nen, denn Ereig­nis­se wie die Köl­ner Sil­ves­ter­nacht oder das Ber­li­ner Weih­nacht­sat­ten­tat wer­den von ihnen am liebs­ten ver­drängt, da sie das eige­ne Selbst­ver­ständ­nis bedro­hen. Redu­ziert sich die Ereig­nis­dich­te, fällt das Ver­ges­sen leich­ter. Die­se Men­schen wer­den erst dann wach und erreich­bar, wenn wie­der etwas pas­siert. In der Zwi­schen­zeit möch­ten sie lie­ber an nichts erin­nert wer­den. Man kann sie aber erin­nern – wie­der und wieder.

Die Wohl­mei­nen­den: Sie sehen in der Mas­sen­zu­wan­de­rung vor allem das Mensch­li­che und ver­ste­hen jeden, der sei­ne Lage ver­bes­sern möch­te. Das ist prin­zi­pi­ell auch ver­ständ­lich – die Flucht vor Krieg, Hun­ger und Not zählt zu den nach­voll­zieh­bars­ten Moti­ven über­haupt. Man soll­te aller­dings die Fol­gen für die Auf­nah­me­ge­sell­schaft nicht aus dem Blick ver­lie­ren. Auch hier gibt es schließ­lich Men­schen, die sehr viel zu ver­lie­ren zu haben, denen alles genom­men wer­den könn­te. Viel­leicht gehö­ren der Wohl­mei­nen­de und die Sei­nen am Ende dazu?

Die Beschwich­ti­ger: Man warnt davor, die Din­ge zu sehr zu dra­ma­ti­sie­ren – die­se Gesell­schaft, die­ser Staat, die­se Wer­te­ge­mein­schaft ist stark genug und kann das alles und noch viel mehr ver­dau­en. Im Grun­de ein eher kon­ser­va­ti­ver Men­schen­schlag, durch­aus erreich­bar für ratio­na­le Argu­men­ta­ti­on. Man mache ihm ein­fach mal die Gegen­rech­nung auf.

Die Pro­fi­teu­re: Wer wird schon an dem Ast sägen, auf dem er sitzt? Die gan­ze Band­brei­te der Flücht­lings­in­dus­trie von den Sozi­al­ver­bän­den bis zur Bau­in­dus­trie ganz sicher nicht – man lebt davon und wür­de nie­mals wider das eige­ne Geschäfts­mo­dell han­deln oder auch nur ein schlech­tes Gewis­sen zei­gen. Die­se grund­sätz­li­che Blind­heit gegen­über den Fol­gen ist in allen Zwei­gen der Wirt­schaft weit ver­brei­tet. Der Ver­such eines ratio­na­len Gesprächs schei­tert meist am Star­ren auf den kurz­fris­tig rea­li­sier­ba­ren Pro­fit. Doch was, wenn lang­fris­tig ein höhe­rer Pro­fit win­ken wür­de? Pro­fit schlägt Pro­fit – immer.

Die Über­zeug­ten: Die 150%igen hat es immer und in allen Sys­te­men gege­ben. Man muß schon sehr star­ke Ner­ven haben, will man sich auf Dis­kus­sio­nen ein­las­sen oder auf der Gegen­sei­te gar so etwas wie Ein­sicht errei­chen. Es sei denn, man fin­det doch irgend­ei­ne Gemein­sam­keit, von der aus sich dann eine ande­re Per­spek­ti­ve eröffnet.

Die Recht­fer­ti­ger: Es gibt Men­schen, die haben die Moral gern stets auf ihrer Sei­te – selbst dann, wenn die­se Moral sie in den Abgrund treibt. Man recht­fer­tigt die Mas­sen­zu­wan­de­rung mit dem Kolo­nia­lis­mus, mit der fort­ge­setz­ten Aus­beu­tung durch den Wes­ten, mit der bösen Ver­gan­gen­heit ins­be­son­de­re Deutsch­lands. War­um und wie kann die­se Per­son mit der Schan­de der eige­nen Exis­tenz über­haupt noch wei­ter­le­ben? Ent­we­der reicht man jetzt einen Strick – oder die Hand.

Die Ängst­li­chen: Man spürt, daß es nicht oppor­tun ist, gegen die Alter­na­tiv­lo­sig­keit der Mas­sen­zu­wan­de­rung zu sein. Also läßt man es lie­ber, denn es könn­ten Nach­tei­le dro­hen – man könn­te Freund­schaf­ten gefähr­den oder den Arbeits­platz ver­lie­ren. Doch gäbe es nichts Schlim­me­res? Man muß nicht ein­mal Ängs­te gegen noch grö­ße­re Ängs­te aus­spie­len. Es reicht, an die Moral der Bre­mer Stadt­mu­si­kan­ten zu erinnern.

Die Distan­zie­rer: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, und eine Posi­ti­on, die als „rechts“ gilt, nie­mals im Recht sein darf, ver­schließt man lie­ber die Augen vor dem all­zu Offen­sicht­li­chen und bringt sich selbst auf gehö­ri­gen Abstand. Die­ser zwang­haf­te Drang zum Distanz­auf­bau geht oft mit Denun­zi­an­ten­tum ein­her und ist einer­seits auf die öffent­li­che Wir­kung, ande­rer­seits auf die Ver­let­zung des Distanzierten/Denunzierten berech­net. Man hal­te sich fern.

Die Zyni­ker: Was ist denn so schlimm dar­an, wenn alles ein wenig bun­ter wird? Unse­re Frau­en soll­ten sich mal nicht so anstel­len. Und sind nicht alle Kul­tu­ren irgend­wann unter­ge­gan­gen? Die weit­aus unan­ge­nehms­te Sor­te unter den Ein­ver­stan­de­nen und auch für Fried­fer­ti­ge eine ste­te Her­aus­for­de­rung der Selbstbeherrschung.

Die Has­ser: Der Selbst­haß und der Haß auf das Eige­ne las­sen eine unge­heu­re Zer­stö­rungs­wut in ihnen anwach­sen. Die Ursa­che wird irgend­wo in der frü­hen Kind­heit (Lie­bes­ent­zug) lie­gen – viel­leicht hilft es, sie mit Ted­dy­bär­chen zu bewer­fen? Umar­men aller­dings möch­te man sie nicht so gern.

Gewiß gibt es Über­schnei­dun­gen, natür­lich blei­ben die­se Cha­rak­te­ri­sie­run­gen holz­schnitt­ar­tig und ent­beh­ren der Details. Und selbst­ver­ständ­lich lie­ße sich eine ähn­li­che Zeich­nung auch mit Blick auf ande­re Lagen anfer­ti­gen. Das will auch nichts End­gül­ti­ges, son­dern nur eine Anre­gung sein, die Ziel­grup­pe, um die wir uns zu bemü­hen haben – um nichts ande­res geht es hier – einer ein­ge­hen­den Betrach­tung zu wür­di­gen. Wo müß­te man anset­zen – und vor allem: wie?

Denn die Ein­ver­stan­de­nen sind (mit Aus­nah­me viel­leicht der drei zuletzt genann­ten Grup­pen) nicht not­wen­dig die auf immer und ewig Unzu­gäng­li­chen, die Ver­lo­re­nen. In kei­ner der skiz­zier­ten Grup­pen sind Berg­stür­ze zu erwar­ten, doch Ero­si­ons­pro­zes­se fin­den ganz sicher statt. Ero­si­ons­pro­zes­se aber las­sen sich beschleu­ni­gen. Die­sen Ero­si­ons­pro­zess nach Kräf­ten zu för­dern, kann sich jeder hier zur per­sön­li­chen Auf­ga­be machen – die Mög­lich­kei­ten sind da.

Lutz Meyer

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Kommentare (29)

Hesperiolus

30. März 2017 13:34

Mit Masseneinwanderung "Qualifizierter" so wenig wie "Unqualifizierter" (Kulturfremder!), "zügelloser" so wenig wie mit von Lobbymächten dirigierter einverstanden, davon abgesehen d`accord.

Hartwig aus LG8

30. März 2017 13:45

@ Lutz Meyer

Sie stellen die Frage "Wie?".

Wie kann man aus einem Einverstandenen einen Nicht-Einverstandenen machen?

Ich bin dabei. Schaue ich auf mein Tun zurück, dann dreht sich Vieles genau darum: Jemanden herüberzuholen.

Aufkleber und Flugblätter, das Positionieren und das Debattieren - es dient diesem Ziel. Und ich glaube, dass es vielleicht diese eine kleine Anstrengung mehr sein könnte, die den Ausschlag im Großen ermöglicht (wobei die Worte glaube und vielleicht schwer zu gewichten sind).

Und dann doch der Zweifel: Ein Blick nach USA genügt, um zu sehen, was für ein übergroßes Rad gerade gedreht wird. Zwei Machtblöcke, die sich im nahezu offenen Krieg befinden.  England und die Türkei mit klassischer Absetzbewegung, - jeder auf seine Art. Oder der Blick nach Frankreich mit dem Kandidatenkarussell samt der pünktlichen Desavouierung Fillons. Das ist Weltpolitik konkret.

Wen scheren also die Einverstandenen in Deutschland? Das ist das ganz kleine Karo. Aber, so denke ich (mit Ihnen), auch dieses Feld muss beackert werden.

Urwinkel

30. März 2017 13:46

Solch' ein Panoptikum, Lutz Meyer! Sind diese Tüpen es wert? Ich möchte hiermit kurz auf "Die Überzeugten" eingehen: Ja, es gibt sie. Und es lohnt sich nicht mit denen zu quatschen, auch wenn es manchmal ganz witzig und sogar erhellend sein kann. Aber diese Überzeugten sind das, was sie sind: Irre Überzeugungstäter die ihr Dasein nicht einmal geordnet bekommen. Mit solchen Leuten sind nach meiner Erfahrung nur Schreidisskussionen möglich. Klingt skurril? Ist es auch.

Gustav Grambauer

30. März 2017 14:43

Wer sich als Teil der westlichen Wertegemeinschaft versteht, hat, mag er in dieser oder jener Hinsicht noch so kritisch, meinetwegen kapitalismuskritisch usw., sein, nicht nur kein Recht, sich über die Flutung zu wundern sondern hat auch kein Recht, die Flutung und ihre Folgen für das eigene Leben zu bemäkeln - denn diese Wertegemeinschaft hat die Ursachen dafür geschaffen und schafft sie täglich neu. Peter Hacks hat sich einmal in einem völlig anderen Zusammenhang, aber auch und gerade hier gültig, über das Prinzip "Wasch mich, aber mach mich nicht naß" mokiert:

   "Dies ist dir lästig, jenes angenehm? /

   Bedenke, Tropf, der Staat ist ein System“.

Diese Wertegemeinschaft in Form einer weit über den Staat hinausgreifenden Pyramide ist so angelegt, daß sie immer beides finanziert: die Kanonen und das Rote Kreuz, die Drohnen und die Flüchtlingsströme. Auch wenn Einzelheiten hierzu hier zu weit führen würden, wäre es wichtig, diese Konstruktion in ihrer Grundstruktur zu verstehen und ggf. zu verlassen. Denn nur wer dieser Pyramide a priori nicht angehört, kommt überhaupt aus der "Flüchtlings"-Nummer, die bewußt und technisch perfekt als Teil eines moralischen circulus vitiosus angelegt wurde, sauber raus. Und wer noch nicht in Richtung der Pyramide von sich sagen kann: "Ihr seid mir nichts schuldig und ich bin euch nichts schuldig" ist mit allen Konsequenzen, die er nicht nur zu tragen sondern eigentlich sogar "staatsbürgerlich" nach außen zu vertreten hat, immer noch drin.

Ergo wäre es das Gebot der Stunde, möglichst viele und möglichst hohe Geister aus dieser Pyramide herauszuholen (wofür die Flutung wiederum ein guter Ansatzpunkt ist) - denn erst dann können und werden auch sie selbst konsistent und glaubhaft gegen die Flutung eintreten.

- G. G.

Maiordomus

30. März 2017 15:37

@Grambauer. Mit dem Zusammenwirken von "Kanonen" und "Rotem Kreuz", was Sie Ihrerseits zynisch "Wertegemeinschaft" nennen,  haben Sie das wohl wesentliche Paradox unserer Zeit leider treffend angesprochen, welche Koalition im Zusammenhang mit den Profiteuren, Überzeugten, Wohlmeinenden, Rechfertigern, Ängstlichen und schlicht Feiglingen aber schwerlich bis unmöglich auf unter 50% des Wahlkörpers zu drücken ist, in Deutschland schon gar nicht, wohl nicht mal in der direktdemokratischen Schweiz. Die mit knappsten über 50% angenommene Masseneinwanderungsinitiative vom Februar 2014, eine Art demokratische Schlacht bei Sempach, hatte bis zum heutigen Tag nicht die geringsten Konsequenzen, wurde sogar auf parlamentarischer Ebene mit einer "Fake"-Lösung jeglicher Wirkung beraubt. In Deutschland werden 7 bis 15 Prozent AfD-Wählerschaft  nach den Bundestageswahlen wohl auch kaum etwas bewirken, es sei denn, dass mittelfristig das Meinungsspektrum doch etwas erweitert wird, zum Beispiel um die Schnittmenge zwischen CSU und AfD. Bei den kulturbildenden Meinungsträgern werden diese Leute aber mit Sicherheit ausgegrenzt werden, über die Kirchen und die Hauptmedienträger hinaus nicht zu vergessen in den Systembereichen Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung.

PS. Das tägliche Trump-Bashing in den Medien, sogar auch in der einst rechtsliberalen Neuen Zürcher Zeitung, hat in den europäischen Ländern wohl ausschliesslich innenpolitische Bedeutung; dasselbe gilt für das notorische Schlechtreden des Brexit. Dort ist allerdings die Hoffnung noch nicht ganz verloren.

Sarotti-Mohr

30. März 2017 17:12

@ Gustav Grambauer, 30. März 2017 12:43 PM

@ Maiordomus, 30. März 2017 01:37 PM

Dem ist wenig hinzuzufügen.

Letztlich wird's wohl darauf hinauslaufen, daß ein Systemwechsel erst dann in den Bereich des Möglichen rückt, wenn dem bisherigen das Volk, die eigene, tradierte Kultur, die Heimat und das Land bewußt und gewollt zerstörende System die ökonomische Basis abhanden kommt.

Können "die Kanonen" und das "Rote Kreuz" nicht mehr finanziert werden, finden die derzeit laufenden Dekadenzfestspiele ihr jähes Ende.

Was dann beim Kollaps des gegenwärtigen Systems von den Deutschen und Deutschland noch übrig sein wird, steht freilich auf einem gänzlich anderen Blatt geschrieben.

RMH

30. März 2017 18:16

@Gustav Grambauer

Ihre Ausführungen scheinen mir gnostisch inspieriert. Aber ich möchte zu bedenken geben, dass auch ein Bodhisttva nichts am Schicksal der in der Mühle hängenbleibenden Massen ändert und für diese sollten schlicht politische Ergebnisse geschaffen werden - denn allzu viele Bodhisattvas unter ihnen wird es bestimmt nicht geben ...

@Maiordomus

"für das notorische Schlechtreden des Brexit."

Der Brexit wird massiv negative Folgen für Deutschland haben - allerdings nicht in der Art, wie es die Medien landläufig beschreiben, ich bin der Meinung, Herr Sinn zeichnet hier eine realistischere Lageanalyse, die in der Tat sehr Schlechtes für Deutschland erahnen lässt vgl.

https://www.hanswernersinn.de/de/FAZ_16032017

Zum Thema:

Ohne das als Appeasement zum Flüchtlingstsunami gewertet zu sehen, bin ich der Auffassung, dass den Leuten die amorph im wesentlichen vor sich hin dümpelnden Migranten aus der Welle von 2015 ff tatsächlich eher egal sein dürften, was sie aber tief getroffen hat, ist der Umstand, dass mit der Instrumentalisierung der türkischen Bevölkerung in Deutschland durch Erdogan den Leuten der Schleier vom Gesicht genommen wurde und sie nun feststellen müssen, dass Zuwanderer, wenn sie gewisse ethnische Stärken im Land bilden können, immer ihre eigenen Süppchen kochen und das auch noch nach Jahrzehnten und eben all das Intergrationsgerede gescheitert ist, wenn schon die Menschen, die seit Jahrzehnten da sind, offenbar einer anderen Fahne bereitwillig und freudig hinter her laufen. Dieser Punkt hat in meinem Bekanntenkreis die Leute mehr zum Überlegen gebracht, als alle Flüchtlingswellen und Massenübegriffe, wie in Köln, zuvor. Es war die substanzvolle Widerlegung des "wir schaffen das" live und in Echtzeit.

Selbst Özdemir (GRÜNE) hat sinngemäß in einer talk show dazu gesagt, dass in der Türkei sicher die Erkenntnis angekommen ist, dass alles, was an türkischen Wahlkampfveranstaltungen in Deutschland noch abgehalten wird, geradezu eine Aufforderung an die Deutschen sei, AfD zu wählen, und das deswegen die AKP von weiteren Veranstaltunegn Abstand nehmen wird.

 

Sven Jacobsen

30. März 2017 23:15

Lutz Meyer hat recht. Eigentlich war es noch nie in der Geschichte leichter, sich mit etwas gutem Willen sowie mithilfe der zahlreichen Informationsquellen der Gegenwart ein umfassendes Bild über die politischen Zustände zu machen. Gleichzeitig war es noch nie so schwer, diese Zustände zu übersehen, selbst wenn man sich anstrengt, es zu tun. Eine mit politischen Freiheiten und medialen Möglichkeiten derart reich beschenkte Gesellschaft wie die unsere hat beschlossen, zu den Einverstandenen zu gehören, und das mit beinahe 90% Zustimmung für die Altparteien (vgl. „wahlrecht.de“). Realistisch betrachtet wird es im September 2017 keine Sensation zugunsten der AfD geben. Es ist auch nicht länger ratsam, das Jahr 2017 zum Schicksalsjahr zu erklären, wie es Dieter Stein in der JF beispielsweise tut, weil er insgeheim hofft, eine gefällige AfD könnte womöglich 40% einholen. Sie wird es nicht.

Wer sich nun in das Lager der Nichtwähler flüchtet, gewinnt vielleicht ein wenig gestundetes privates Glück, mehr auch nicht. Über die Nichtwähler trampelt das Wahlergebnis hinweg. Das Problem ist auch nicht unbedingt ein Altparteienproblem. Wir haben ein Einstellungsproblem. Wenn die Einstellung stimmt - also nichts Geringeres als die Achtung der bestehenden Gesetze sowie der Wille, das Bestehende zu wahren –, ist es im Grunde unerheblich, wer die Arbeit macht. Auch hier hat Lutz Meyer recht, wenn er andeutet, man müsse im eigenen Umfeld Überzeugungsarbeit leisten. Viel ist das nicht, aber immerhin.

Neffe Mannheims

30. März 2017 23:56

Ich kenne einige Leute, die die Fakten bewusst ausblenden müssen, weil sie ihnen nicht standhalten können. Die Psyche ist einfach zu schwach. Das sind nicht nur Frauen. Was kann man da tun?

Curt Sachs

31. März 2017 01:04

Über den Anreißertext bin ich nicht hinweggekommen: "zügellose Masseneinwanderung Unqualifizierter".

Nein, genau das nicht. Wie qualifiziert diejenigen sind, die jetzt ins Land befördert wurden, ist erst in zweiter Linie wichtig und überhaupt nicht der Kern dessen, warum diese Einwanderungswelle so von Übel ist. Von Übel ist vielmehr, dass diese Menschen keine Deutschen sind und es zum allerallergrößten Teil auch nie sein werden, auch nach zwei oder drei Generationen nicht. Es sind noch nicht einmal Menschen aus unserem abendländischen Geschichts- und Kulturverbund, sondern es sind gänzlich Fremde, die aber ihrerseits fast alle aus einem bestimmten parallelen (manche würden sagen: aus einem  rivalisierenden) Geschichts- und Kulturverbund stammen und in die hier bereits bestehende Parallelgesellschaft Eingang finden und sie weiter festigen werden. Die, die kommen, sind ja keine tabulæ rasæ, die jetzt hier mit ihrem Menschsein anfingen, sondern sie bringen selbstverständlich ihr so anders geprägtes Denken und ihre so anders geprägten grundlegenden Vorstellungen mit. Es sind gänzlich Fremde, gänzlich Andere – und wären sie auch alle hoch qualifiziert, sie blieben das: gänzlich Fremde.

Angesichts dieses ganz grundlegenden Problems darauf abzustellen, wie angeblich schlecht qualifiziert das Gros dieser Zuwanderer sei, klingt in meinen Ohren so ein bisschen wie der (sicherlich unbewusste) Versuch, dem Elefanten im Raume den Rücken zuzukehren und weiter Smalltalk zu treiben.

Simplicius Teutsch

31. März 2017 01:06

 Die Ängstlichen (2 Gruppen, links versus rechts)

 Herr Meyer, erlauben Sie bitte, ich würde ergänzend vorschlagen, die Gruppe der „Ängstlichen“ aufzuteilen in zwei gegensätzliche Gruppen von „Ängstlichen“.

 Da sind einmal die von Ihnen, Herr Meyer, beschrieben, nämlich die „Ängstlichen“ im nationalen oder auch unpolitischen Lager, die zwar eine andere Meinung als das herrschende linke Regime haben, aber es nicht für opportun halten, diese Meinung allzu nachdrücklich zu vertreten.

 Daneben aber gibt es auch die „Ängstlichen“ im eher linken oder links-liberalen, hedonistischen, umerzogenen, stetig wachsenden multikulturellen Lager, die eine nicht unbeträchtliche Angst vor einer Machtergreifung der Rechten haben. – Müssen sie Angst haben?

Zur Lage: Im Moment läuft doch alles hervorragend in Deutschland!

Schaut her, Vollbeschäftigung, die Renten steigen, die Flüchtlinge werden uns im Alter pflegen und versorgen. Wir sind der starke Mann in Europa! Der Brexit wird England ruinieren, Trump wird Amerika und das Klima ruinieren, Le Pen Frankreich, Erdogan die Türkei, Orban Ungarn, Putin wird sein eigenes Land ruinieren, etc. etc. – Wozu brauchen wir da in Deutschland die geistig und moralisch minder bemittelten, reaktionären Friedensstörer von der rechtspopulistischen AfD mit ihren paranoiden Realtitätsvorstellungen; diese Europahasser, diese Menschenhasser.

 Ich sehe schwarz für die AfD (4,7%) in Hinsicht auf die kommende Bundestagswahl. – Es sei denn, es passiert irgendetwas ganz Einschneidendes.

 Die Nichtdeutschen („Germany must perish“)

 Eine weitere, wohl die maßgebliche Gruppe sind die Nichtdeutschen (manchmal auch mit deutschem Pass), die von außen und im befreiten Nachkriegsdeutschland streng darauf achten, dass Deutschland und seine politisch-mediale Führungsklasse mittelfristig und zuverlässig den Weg der Selbst-Vernichtung gehen. – Putin ist da eine unberechenbare, nicht vorgesehene Größe. Daher ja auch die von den Deutschlandabschaffern gegen Putin in den westlichen Mainstreammedien geschürte Propagandakampagne bis hin zur Anzettelung eines (kalten) Krieges.

 Richtig interessant werden würde es, wenn die AfD tatsächlich ein machtpolitischer Faktor (ab 25%) werden würde. Was da wohl alles „passieren“ würde?

 Die Resignierten (als Variante der „Desinteressierten“)

 Ich denke, viele Deutsche ahnen und spüren die Ausweglosigkeit, Ohnmacht und Hilflosigkeit, sind deshalb auf nationaler Ebene fatalistisch und sorgen sich daher bevorzugt um das eigene Wohlbefinden auf eher privater, beruflicher Ebene. Dafür könnte man noch die Gruppe der „Resignierten“ bilden.

Nautilus

31. März 2017 01:33

Für mich ist die eine Gruppe genau so schlimm wie die anderen

Die einen machen die Augen zu und denken, der Kelch wird an mir schon vorbei gehen und die anderen sind zu naiv um die Tragweite ihres egalseins zu erkennen.

Das die meisten nichts mehr mit  Identität am Hut haben, liegt auf der Hand. Jahrzehntelange Gehirnwäsche lässt einem alles egal werden. 

Was alle gemeinsam haben ist der Konsum,der alle Gruppen als ein ganzes erscheinen lässt. 

Da ist guter Rat teuer.

Urwinkel

31. März 2017 01:34

"Was kann man da tun?"

Was kann man da tun, Neffe? wenn Sie schon so offen fragen, möchte ich Ihnen keine Antwort schuldig bleiben: Man kann die Spinner mit starkem Alk abfüllen und sich über ihre Vergehnisse belustigen, auch andere Drogen sind denkbar, berührt hier aber die Verbotszone. Man kann Dummlaberern auch aufs Maul hauhen. Das trauen sich aber die Wenigsten. Die sind nämlich nicht ordentlich gerüstet dazu. Wer es ganz fies mag und dazu befugt ist, fülllt sie ab und lässt die Spinner ins Altenheim abholen. Danach hast du Ruhe vor denen.

Cacatum non est pictum

31. März 2017 01:34

Ach, Herr Meyer, meinen Sie wirklich, dass es das wert ist: seine Freizeit und seine Energie für die Überzeugung der Einverstandenen zu opfern? Vielleicht gelingt es bei dem einen oder anderen. Indes, was soll es schon bewirken? Ein paar Prozentpunkte mehr für die AfD bei der Bundestagswahl machen den Kohl nicht fett. Die regierenden Lobbykraten sitzen bombenfest im Sattel und wissen genau, dass sie ihre diabolische Agenda nach den Wahlen widerstandslos auf die Spitze treiben können.

Wer soll sich ihnen schon in den Weg stellen? Man wird die Internetzensur verschärfen. Die Identitäre Bewegung drangsalieren. Die AfD parlamentarisch ausgrenzen. Und dafür, dass keine oppositionellen Demonstrationen von nennenswertem Ausmaß zustandekommen, wird man die hirnlosen Feiglinge der Antifa sorgen lassen. Eine ziemlich unangefochtene Machtposition nenne ich so etwas.

Das Massenheer der Einverstandenen wird jede politische Entscheidung mittragen. Der westlich orientierte Mensch unserer Tage will ungestört sein materialistisches Nischendasein fristen. Solange ihm das gewährt bleibt, kann ihn kein Grenzsturm, kein Terroranschlag, keine Gruppenvergewaltigung aus der Reserve locken. Nähern sich ihm die Einschläge, so duckt er sich weg, schaut verstohlen zur Seite, pfeift im Wald. Eine politische Umorientierung kommt ihm nicht in den Sinn, denn er vermag nicht einmal die schädlichen Veränderungen seins Lebensumfeldes mit der Politik in Verbindung zu bringen. Keimen solche Gedanken doch auf, dann weiß er zumindest, wo die Mauer des Anstands verläuft, die er nicht passieren darf - nämlich "rechts". Das Wissen bezieht er aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen, aus den großen Tages- und Wochenzeitungen, von diesen unbestechlichen Bannerträgern der demokratischen Gesinnung.

Nein, mit den Einverstandenen diskutiere ich nicht mehr. Die Wirklichkeit hat ihnen reichlich Anlass zum Umdenken geboten. Meine Zeit investiere ich lieber in die Familie.

@RMH

Ohne das als Appeasement zum Flüchtlingstsunami gewertet zu sehen, bin ich der Auffassung, dass den Leuten die amorph im wesentlichen vor sich hin dümpelnden Migranten aus der Welle von 2015 ff tatsächlich eher egal sein dürften, was sie aber tief getroffen hat, ist der Umstand, dass mit der Instrumentalisierung der türkischen Bevölkerung in Deutschland durch Erdogan den Leuten der Schleier vom Gesicht genommen wurde und sie nun feststellen müssen, dass Zuwanderer, wenn sie gewisse ethnische Stärken im Land bilden können, immer ihre eigenen Süppchen kochen und das auch noch nach Jahrzehnten und eben all das Intergrationsgerede gescheitert ist, wenn schon die Menschen, die seit Jahrzehnten da sind, offenbar einer anderen Fahne bereitwillig und freudig hinter her laufen.

Wer es wissen und sehen wollte, wusste und sah das schon vor vielen Jahren. Die Autokorsos in deutschen Innenstädten nach Erfolgen der türkischen Fußballnationalmannschaft waren schon Ende der Neunzigerjahre von kolossaler Dimension. Wir haben mittlerweile Millionen von Menschen im Land, die sich gegen uns Deutsche bewusst ethnisch abgrenzen, die ein außerordentliches Maß an Solidarität untereinander üben, die hochemotional und im Konfliktfall großteils kampfbereit sind. Dieses Pulverfass ist immer dicker geworden, und inzwischen kann ich es den von mir so verachteten Spitzenpolitikern nicht einmal mehr übelnehmen, wenn sie vor Erdogan einknicken, um eine Explosion zu verhindern (falls all die Ereignisse der letzten Wochen nicht ohnehin nur sauber inszenierter Mummenschanz sind).

Ob das die Menschen umdenken lässt? Ich glaube nicht. Sie werden es als Episode abhaken, sobald das Thema aus der Presse verschwunden ist.

Monika L.

31. März 2017 10:19

Ich bin nicht einverstanden ! Ich bin überhaupt nicht einverstanden !

Aber: Manchmal bin ich desinteressiert ( man muß auch mal abschalten), manchmal will ich vergessen, manchmal beschwichtige ich ( es wird nicht so schlimm werden) , manchmal bin ich zynisch ( das gönne ich denen) , manchmal rechtfertige ich, manches überzeugt mich sogar..... Wie das ?

Geht in die Parallelwelten, taucht mal kurz dort ein. Setzt euch etwa  in Mulhouse  ( Elsass, 30 Prozent Moslems) an einen Spielplatz. Da sitzt kein authochthoner Franzose oder Elsässer mehr. Die Stadt ist jung. Und die bunten Kinder, die dort spielen, spielen wie Kinder in den 60-er Jahren in Deutschland. Irgenwie überzeugend. Und ich lächle mal den ' Negerpapa' mit seinem dicken Jungen an. Mal die Moslemoma mit der goldigen Enkelin. Es geht. 

Vieles geht nicht.https://nixgut.wordpress.com/tag/mulhouse/

Die Demographie wird entscheiden. Ob wir einverstanden sind oder nicht.

Für theoretische Spielerein ist eigentlich keine Zeit mehr. Was konkret tun ?

Valjean72

31. März 2017 13:33

@Gustav Grambauer

„… - denn diese Wertegemeinschaft hat die Ursachen dafür geschaffen und schafft sie täglich neu.  … ist so angelegt, daß sie immer beides finanziert: die Kanonen und das Rote Kreuz.“

---

Das ist unter anderem ein Grund, dass ich es tunlichst vermeide, mich und die meinen weder sprachlich noch gedanklich in diese Wertegemeinschaft einzureihen. Es ist meines Erachtens auch ein vergifteter Begriff (ein Tarnbegriff) der Globalisten, mithin unserer Gegner zumindest der meinen.

@Maiordomus

„In Deutschland werden 7 bis 15 Prozent AfD-Wählerschaft  nach den Bundestageswahlen wohl auch kaum etwas bewirken,…“

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Ich frage mich, ob dieses System der westlichen parlamentarischen Demokratie vielleicht gerade deswegen konzipiert wurde, um grundsätzliche Änderungen auszuschließen. Gut, Immerhin gibt es das Phänomen Trump.

@Simplicius Teutsch

„Germany must perish“

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Tja, dieser Slogan, noch dazu in der Sprache der Globalisten, der dominierenden Kultur der „westlichen Wertegemeinschaft“  lässt darauf schließen, dass es im Westen durchaus Deutschland feindlich gesinnte Kreise gab und gibt.

 @Cacatum non est pictum:

„… wenn sie vor Erdogan einknicken, um eine Explosion zu verhindern (falls all die Ereignisse der letzten Wochen nicht ohnehin nur sauber inszenierter Mummenschanz sind).“

---

Mittlerweile zweifle ich grundsätzlich, was an politischem Theater echt und was inszeniert ist. Dazu zähle ich auch den ein oder anderen Anschlag.

Cacatum non est pictum

31. März 2017 15:16

 @Monika L.

Geht in die Parallelwelten, taucht mal kurz dort ein. Setzt euch etwa  in Mulhouse  ( Elsass, 30 Prozent Moslems) an einen Spielplatz. Da sitzt kein authochthoner Franzose oder Elsässer mehr. Die Stadt ist jung. Und die bunten Kinder, die dort spielen, spielen wie Kinder in den 60-er Jahren in Deutschland. Irgenwie überzeugend. Und ich lächle mal den ' Negerpapa' mit seinem dicken Jungen an. Mal die Moslemoma mit der goldigen Enkelin. Es geht.

Dafür muss ich nicht nach Mülhausen fahren. Der Kindergarten meines Sohnes reicht vollkommen als Anschauungsobjekt. Und nach zahlreichen erhellenden Erlebnissen habe ich Schwierigkeiten, so milde auf die Dinge zu blicken wie Sie. Kleines Potpourri: Mein Sohn ist von einem türkischen Schuljungen , der sein Geschwisterkind in die KiTa brachte, im Vorbeigehen als "Kuffar" tituliert worden; die gleiche Bezeichnung hat ihm eine erwachsene Türkin zuteilwerden lassen, als er versehentlich in sie hineingelaufen ist; etwa die Hälfte der Kopftuch tragenden Mütter verweigert den Tagesgruß; der Ehemann einer türkischen Mutter raunzte - vernehmlich! - seine Frau an, sie möge sich nicht mehr mit einer deutschen Schlampe unterhalten, nachdem sie ein Gespräch mit meiner Gattin geführt hatte.

Das ist Deutschland im Jahre 2017. Es mag sein, dass man Szenarien wie das von Ihnen beschriebene idyllisch finden kann - spielende Kleinkinder sind ja immer drollig. Aber es bereitet mir dennoch Unbehagen zu sehen, dass dort, wo sich früher die "eingeborenen" Kinder getummelt haben, nun solche nahöstlicher oder afrikanischer Herkunft spielen. Sie werden später erwachsen sein und ihr Umfeld nach den erlernten kulturellen Verhaltensmustern prägen. Sie werden sich ethnisch organisieren und bei ihrem dann stark angewachsenen Bevölkerungsanteil politisch erheblichen Einfluss ausüben.

Mit dem Globalisierungsexperiment hat man unseren Nachfahren eine schwere Hypothek aufgebürdet. Unsere Kinder, denen wir doch Konfliktlösung mit Verstand und Worten beigebracht haben, treffen auf eine Armada von Einwanderern, die - ganz herkunftstypisch - das Faustrecht in Anspruch nehmen, um ihre Interessen durchzusetzen. Es ist leicht vorherzusehen, wer da auf lange Sicht den Kürzeren ziehen und sich verdrängen lassen wird.

Die Demographie wird entscheiden. Ob wir einverstanden sind oder nicht.

Für theoretische Spielerein ist eigentlich keine Zeit mehr. Was konkret tun ?

Demographie vollzieht sich nicht von allein. Sie kann politisch gesteuert werden, solange ein handlungsfähiger Staat existiert. Was tun? Die möglichen Lösungen, die ihrem Grunde nach tatsächlich simpel sind, haben wir doch schon zigfach erörtert. Grenzsicherung aufbauen, Einwanderung und Asyl beenden, befristete Aufenthaltstitel auslaufen lassen, unbefristete zumindest teilweise umwandeln, "doppelten Staatsbürgern" die deutsche Staatsangehörigkeit aberkennen, die rechtliche Schwelle für Ausweisungen herabsetzen u.v.m. All das wäre im Rahmen des Grundgesetzes durchführbar und müsste natürlich von weiteren Maßnahmen flankiert werden.

Wer jetzt einwendet, das könne zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen führen, dem kann ich seine Sorge nicht nehmen: Ja, so etwas könnte durchaus passieren. Und es würde wenigstens jedermann - auch den feigen "Einverstandenen" - unwiderruflich vor Augen führen, dass wir nicht mehr Herr im Hause sind. Wenn uns diese Befürchtung jedoch davon abhält, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, so wäre das eine endgültige Kapitulation. Alles, was dann auf uns und unsere Nachfahren zukäme, hätten wir nicht mehr in der Hand.

Ich habe es schon einmal geschrieben: Das Rad ist dermaßen weit überdreht worden, dass es keine bequemen Lösungen mehr gibt. Wer etwas anderes behauptet, lügt sich in die eigene Tasche. Allerdings gibt es für drastische Maßnahmen zur Zeit nicht ansatzweise eine politische Mehrheit. Und wer weiß, wo wir nach der nächsten Legislaturperiode stehen, wenn Merkel oder Schulz die Masseneinwanderung weiter forciert hat. Vielleicht werden wir dann schon über Sezessionen oder Segregation nachdenken müssen.

Utz

31. März 2017 17:20

@ Cacatum non est pictum

Vielen Dank für Ihren letzten Beitrag, er spricht mir aus der Seele.

@ Simplicius Teutsch

Sie schreiben:

Schaut her, Vollbeschäftigung, die Renten steigen, die Flüchtlinge werden uns im Alter pflegen und versorgen. Wir sind der starke Mann in Europa! Der Brexit wird England ruinieren, Trump wird Amerika und das Klima ruinieren, Le Pen Frankreich, Erdogan die Türkei, Orban Ungarn, Putin wird sein eigenes Land ruinieren, etc. etc. – Wozu brauchen wir da in Deutschland die geistig und moralisch minder bemittelten, reaktionären Friedensstörer von der rechtspopulistischen AfD mit ihren paranoiden Realtitätsvorstellungen; diese Europahasser, diese Menschenhasser.

Sehr gut zusammengefaßt! So sehen es viele Menschen, so unglaublich das klingt. Es ist ein festes Augenverschließen, komme was wolle. Das ist nicht so leicht zu durchbrechen. Um etwas zu ändern müßten, wie schon andere geschrieben haben, die Einschläge viel viel näher kommen.

Monika L.

31. März 2017 21:32

@Cacatum non est pictum

Auch ich denke, dass es bald keine bequemen Lösungen mehr gibt. Auch ich erlebe im familiären Umfeld die von Ihnen beschriebenen unschönen Begebenheiten. Die, die nicht einverstanden sind, werden mehr werden. Auch ich sehe die Notwendigkeit von Sezessionen. Sind Sie als Kindergarteneltern alleine oder haben Sie "Verbündete" ? Es sollte m. E. mehr Angebote für junge eigene  Familien geben, um diese nicht mit solchen Problemen alleine zu lassen. Hier sehe ich durchaus Handlungsbedarf.

Der Feinsinnige

31. März 2017 23:59

Eine eindrucksvolle Diskussion. Vieles hier Gesagte ist mir selbst auch bereits so oder ähnlich durch den Kopf gegangen.

@ Monika L.:

Geht in die Parallelwelten, taucht mal kurz dort ein. Setzt euch etwa in Mulhouse ( Elsass, 30 Prozent Moslems) an einen Spielplatz. Da sitzt kein authochthoner Franzose oder Elsässer mehr.

Ich war vor ca. vier Jahren in Straßburg, ähnliche Beobachtungen dort empfand ich allerdings ziemlich anders: Das an die wunderschöne Bausubstanz der Altstadt angrenzende Neubauwohnviertel in der Nähe vom Europaparlament offenbar zu erheblichen Teilen bevölkert von Nichteuropäern – ich fühlte mich wie in einem bedrückenden Film oder Traum - nur schwer auszuhalten. Meine Sehnsucht nach weiteren Erfahrungen dieser Art hält sich in Grenzen.

@ Cacatum non est pictum

Was tun? Die möglichen Lösungen, die ihrem Grunde nach tatsächlich simpel sind, haben wir doch schon zigfach erörtert. Grenzsicherung aufbauen, Einwanderung und Asyl beenden, befristete Aufenthaltstitel auslaufen lassen, unbefristete zumindest teilweise umwandeln, "doppelten Staatsbürgern" die deutsche Staatsangehörigkeit aberkennen, die rechtliche Schwelle für Ausweisungen herabsetzen u.v.m. All das wäre im Rahmen des Grundgesetzes durchführbar und müsste natürlich von weiteren Maßnahmen flankiert werden.

Diesem Absatz und Ihrem gesamten Betrag stimme ich voll und ganz zu. Ob ein möglicher Politikwechsel noch rechtzeitig käme, weiß ich nicht. Es wird aber versucht werden müssen.

@ Curt Sachs

Es sind gänzlich Fremde, gänzlich Andere – und wären sie auch alle hoch qualifiziert, sie blieben das: gänzlich Fremde.

Auch hier stimme ich zu. Es ist meines Erachtens ein ganz entscheidender Punkt, die Lebenslüge dieser Republik für die breite Masse erkennbar zu entlarven, nämlich daß die abnehmende Bevölkerungszahl durch Einwanderung ausgeglichen werden könne oder müsse. Nein, das ist genau das, was verhindert werden muß! Die Bundesregierung sagt ja inzwischen ziemlich offen, was sie plant:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article161709818/Bundesregierung-haelt-300-000-Migranten-jaehrlich-fuer-moeglich.html

Auch wenn diese Zahlen, die auf fast 13 Millionen bis 2060 allein für Deutschland hinauslaufen, noch viel zu niedrig gegriffen sein dürften, müßten sie doch – in geeigneter und eindringlicher Weise unters Volk gebracht – genauso wie Erdogans Tiraden und Aufforderungen an seine Landsleute zur Fünfkindfamilie geeignet sein, so manchem der in dem obigem Artikel beschriebenen Typen doch noch die Augen zu öffnen. Vermutlich wird es aber doch auch bei dem bleiben, was Götz Kubitschek am 5.10.2015 in Dresden gesagt hat: „Es ist gut, daß es jetzt kracht!“

https://sezession.de/wp-content/uploads/2015/10/pegida510.pdf

Es wird wohl erst noch mehr „krachen“ müssen, ehe die breite Masse aufwacht. Vielleicht würde eine Beendigung des „Flüchtlingsdeals“ durch Erdogan insoweit schon weiterhelfen.

Cacatum non est pictum

31. März 2017 23:59

@Monika L.

Sind Sie als Kindergarteneltern alleine oder haben Sie "Verbündete" ? Es sollte m. E. mehr Angebote für junge eigene  Familien geben, um diese nicht mit solchen Problemen alleine zu lassen. Hier sehe ich durchaus Handlungsbedarf.

Um die Mehrheitsverhältnisse zu skizzieren, verweise ich auf das aktuelle Gruppenfoto mit meinem Sohn: 19 Kinder, davon phänotypisch 15 "Nahostler" (überwiegend türkisch) und vier "Mitteleuropäer", unter welch letzteren sich zwei polnische Kinder befinden. Man könnte das Bild als Allegorie für die Zukunft Deutschlands betrachten.

Die Kontakte zu den übrigen, auch deutschen, Eltern sind nicht so intensiv. Natürlich wird es einige geben, denen das alles nicht schmeckt. Aber versuchen Sie mal in solch einem Umfeld Lobbyismus in eigener Sache zu betreiben: Das ist zum Scheitern verurteilt. Erstens stünde man einer deutlichen Mehrheit anderer Eltern gegenüber, und zweitens würde der Träger da nicht mitspielen. Der Kindergarten ist eben das, was heute schick ist: bunt, weltoffen, tolerant hinsichtlich anderer Religionen ("Alles Gute zum Zuckerfest!") und Essgewohnheiten (Schweinefleisch ist tabu). Ein Vorstoß in Sachen deutscher Kultur würde nur abgeblockt werden. Und genau das bewirkt die tickende Zeitbombe der Demographie: Wenn man erst einmal in die Minderheit geraten ist, hat man seine Gestaltungsmacht verloren.

Mir fällt da noch eine kleine, skurrile Episode ein. Vor einiger Zeit war ich mit Arbeitskollegen essen. Man hatte ein linksalternatives Lokal ausgewählt, das immer gut besucht ist. Die Bedienung trug Nasenring und hatte kurzgeschorenes Haar. Selbstredend duzte sie alle Gäste ungefragt, obwohl sie dabei immerhin sehr nett war. Das Essen war von allerbester Qualität, da gab es keinen Anlass zur Beschwerde.

Jedenfalls ließ ich zwischendurch meinen Blick durch den riesigen Speisesaal schweifen und sah: ausschließlich Biodeutsche. Mir drängte sich sofort die Frage auf, wann ich in meiner überfremdeten Stadt zuletzt so wenige Ausländer an einem öffentlichen Ort gesehen habe. Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Da wurde mir schlagartig klar, dass die Linksalternativen die eigentlichen Bewahrer ethnischer Homogenität sind ...

Nautilus

1. April 2017 00:15

@Cacatum non est pictum

besser kann man das nicht schreiben. Ich fürchte es wird so weitergehen, bis der letzte Deutsche verschwunden ist. Die aktuelle Geburtenrate spricht Bände und es wird auch nicht mehr besser werden. Den Bürger ist inzwischen alles egal, wichtig ist das man das neuest Handy und den besten Flachbildschirm hat.

Monika L.

1. April 2017 09:44

@Der Feinsinnige

Beim Eintauchen in Parallelwelten geht es mir nicht um ' Romantik'. Natürlich ist es auch eine Form von Ethnomasochismus ( Siehe Frau,Sommerfeld) , dem man sich aussetzt. Im Falle Mühlhausen handelt es sich allerdings nicht mehr um zu meidende Parallelwelten, sondern die ganze Stadt ist eine andere Welt. Hier erscheint der Islam jung, chic und ( scheinbar ?) modern. Das alte einheimische Leben wirkt dagegen museal und hoffnungslos veraltet. Das ist eine irritierende und schockierende Erfahrung. Hier hat die andere Welt bereits ' gewonnen'. Es geht nicht mehr um eine Reconquista. Vielleicht um eine ' Verchristlichung' des Islam:

https://www.livenet.de/themen/kirche_und_co/christliches_gemeindeleben/gebet/gebet_fuer_die_islamische_welt/219900-muslime_im_elsass.html

Utz

1. April 2017 16:00

@ Monika L.

Ich kenne Mühlhausen nicht. Aber wenn ich das so lese, auch mit der ganzen Resignation angesichts der Hoffnungslosigkeit, denke ich nur noch: na, immerhin konnte ich den größten Teil meines Lebens in einer anderen Welt leben.

Zu Ihrer Beschreibung: Jugend besticht immer. Wenn die Moslems jung sind, gelten sie zu einem großen Teil allein schon deshalb als "in", weil keiner der Zuseher als alt und verstaubt gelten will. Wenn man diesen Mechanismus kennt, muß man sich aber auch nicht mehr bestechen lassen. Daß die falschen Werte jugendlich und voller Elan daherkommen, macht sie nicht besser. Da können Frauen mit Kopftuch im Fernsehen noch so oft erklären, daß einmal vergewaltigt werden ja nicht so schlimm ist, ich werde das nie glauben.

Gustav Grambauer

1. April 2017 17:54

Utz, Monika. L.

Es gibt noch einen anderen Mechanismus, er ist weiblich. Meine Tante, Gott hab` sie selig, fand Putins Politik ja ganz schlimm. Eine unberechenbare, zynische Politik der Despotie und Aggression, die den Weltfrieden bedroht, die ganze Leier eben. Dann kam irgendwann die Rede auf Chodorkowski: "Oh, welch ein schöner Mann, so eine erotische Ausstrahlung, so attraktiv, ich müßte noch mal dreißig Jahre jünger sein!"

So läuft Politik. Durch die Östrogene. Leider.

- G. G.

AlbertZ

1. April 2017 19:10

@ Monika L.

Für moslemische Frauen hat das Christentum eine anziehende Kraft, da sie dort Gleichberechtigung erfahren. Die islamischen Männer kontrollieren sie weiter. Die gewährte Freiheit können sie jederzeit beenden.

Utz

1. April 2017 19:18

Bei Maas gegen Sellner gewinnt Sellner. Kantersieg, würde ich sagen.

Felix Treumund

2. April 2017 00:05

„Weil „die da oben“ ohnehin machen, was sie wollen, ...."

Die da oben müßte man hier nicht in Anführung setzen, denn die gibt es wirklich - und sie setzen durch was sie wünschen. Man muß nicht unbedingt zu den Desinteressierten gehören, es kann auch kalte Einsicht sein.

Nehmen wir als Beispiel einmal ein harmloseres Thema, bei dem man nicht Gefahr läuft, als rechtlastig eingestuft zu werden. Von Flensburg bis Garmisch sind die Bürgerhäuser bei Protest gegen Windräder prall gefüllt - und jeder kann es spüren: hier wird ein bisschen Demokratie gespielt, völlig zwecklos, höchstens ein Gerichtsentscheid, das dieses Monsterrad nicht hier sondern dort gebaut wird, in der Masse vollkommen uninteressant. Es werden weiterhin Millionen Tonnen Beton in die Wälder gefahren, das Landschaftsbild wird unwiderruflich zerstört und die Profiteure vom kleinen Bauer, der seinen Acker zu Gold machen kann, über „Anleger“ bis zu den vielen Firmen die möglichst auf jedem Hügel in unserem Lande so einen Vogelhäcksler installieren wollen - und sich noch als Gralshüter der Umwelt verstehen.

Die Parallelen zur Einwanderung sind frappierend.

Paracelsus

2. April 2017 21:02

Ich würde, wenn es gestattet ist, „die Einverstandenen“ als die große Gruppe der „Umerzogenen“ bezeichnen: Menschen, die den Kontakt zur Realität nicht finden können, weil sie in der Scheinwelt der jahrzehntelangen Umerziehung leben. Wir haben gelernt, ein halbdemokratischen Zustand als Demokratie zu bezeichnen, uns reicht die Freiheit zu reisen, zwischen vielen Automarken und Buttersorten auswählen zu können, zwischen Bio und konventionell, seit Jahren auch zwischen vielen Geschlechtern…  Daß es gar keine Bürgerschaft mehr gibt, dass die Medien eine gesellschaftliche Debatte nur simulieren…, das wird vielfach verdrängt…

Wiederum muss ich auf Egon Flaig verweisen, der in mir ein Verstehen anregt (in „Gegen den Strom“): das Besondere an der früheren europäischen Entwicklung war diese republikanische Polis, die aus dem Verstand der Menschen gebildete Gesellschaft, die Solon`sche Konzentration auf eine Methodik, mit der die Bürgerschaft ihre Angelegenheiten regelte, und später dann die Landsgemeinde in den Schweizer Kantonen… All das haben wir in Deutschland nicht, wir haben einen vormundschaftlichen Staat, keine mündigen Bürger. Wir haben den Populismus der Volksparteien CDU und SPD, einfache Antworten auf komplexe Probleme, aber keine gesellschaftliche Debatte, kein Ringen um den besten Weg. Denn kaum tritt eine Partei auf, die andere Antworten gibt, wird sie als feindlich, inhuman und populistisch gebrandmarkt.

Dies scheint aber von der übergroßen Mehrheit der Wahlberechtigten nicht als Mangel empfunden zu werden, denn sonst könnten sie ihr Kreuz nicht bei einer der etablierten Parteien machen.

Und nun trifft auf eine geistig entkernte Bürgerschaft – auf moderne Untertanen, die den dargebotenen Möglichkeiten der Arbeit und des Vergnügens frönen, aber nicht sich als Bürgerschaft, als Souverän betätigen – die Zuwanderung von Menschen, deren Religion ohnehin kein Ideal einer Bürgerschaft kennt, sondern den von Gott gültig vorgegebenen Rechtsstaat der Scharia.

Wenn ich optimistisch sein will, dann mit dem Gedanken: wenn schon bisher – wohl aufgrund des materiellen Wohlstandes, der Freizügigkeit, der reichlich vorhandenen „Brot und Spiele“ – es von den Menschen nicht gespürt wurde, dass ihnen etwas Entscheidendes fehlt, so kann vielleicht die Konfrontation mit den alternativen Gesellschaftsmodellen der Einwanderer eine Besinnung auf die Würde der Polis, einer sich selbst regierenden Bürgerschaft hervorrufen. – Flaigs Darstellungen zeigen jedenfalls, dass das Modell einer säkularen Republik schon längst vorliegt, aber auch, dass das Auftreten verschiedener religiöser Bekenntnisse dazu führen kann, dass die Bürgerschaft sich aufspaltet und bekriegt. (S. 212)

Es steht die Frage im Raum: wollen die Bewohner Europas ihr Leben als Bürgerschaft regional und überregional selbst in die Hand nehmen, oder bereitet die Lethargie, das Einverständnis , mit der die Entdemokratisierung und EU-Zentralisierung hingenommen wurde, den Weg hin zu einer immer weiteren Akzeptanz von (laut Selbstverständnis) göttlich gestiftetem, islamischem Recht.

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