Sezession
2. April 2017

Sonntagsheld (6) – Offener Brief an Heiko Maas

Till-Lucas Wessels / 19 Kommentare

 

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Unser Sonntagsheld mußte mehr als einen Monat auf seine Weihe warten. Daß er heute in diesem Artikel auftaucht, hat vor allem einen Grund: Die schmerzhafte Abwesenheit von jeckem Schneid auf den diesjährigen Karnevalsveranstaltungen. Klar, man darf Donald Trump wahlweise köpfen lassen oder ihn beim Sezession im Netz ganz gewaltfreien Koitus á la Nafri präsentieren. Sicher, man kann den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Marine Le Pen und Geert Wilders in eine Reihe mit Adolf Hitler stellen – aber dafür braucht es keinen Karneval, das sind Possen, die heuer alle Tage durch die Zeitungen geistern.

Vorbei scheint die Zeit närrischer Skandale, dreister Büttenreden und unverhüllter Verachtung der gesellschaftlichen Sprechverbote. Nur vereinzelt wagen sich dissidente Kräfte zwischen die Feiernden und werden prompt mit der ganzen Härte des Rechtsstaates konfrontiert. Einzug gehalten hat eine seichte Event-Rebellion, wie man sie von Lichterketten und "breiten Bündnissen" kennt; eine Mutmach-Kultur mit Entertainmentfakor, die so hervorragend gegen institutionalisiert ist, daß gar kein Mumm mehr vonnöten ist, um Zivilcourage zu beweisen – es reicht vollkommen, auf der richtigen Seite des Zauns zur richtigen Musik zu tanzen, um "ein Zeichen zu setzen".


Aus dieser Einbahnstraße der Langeweile wollte dieses Jahr einer ausbrechen – Jupp Menth, seines Zeichens "
Ne kölsche Schutzmann", Urgestein des Kölner Karnevals und heißgeliebter Büttenredner. Wir schreiben das Jahr 2017, Anfang Januar. Simone Peters Kritik an den Maßnahmen der Kölner Polizei zum Jahreswechsel (Stichwort #nafrigate) sind noch in aller Munde und im Maritim-Hotel in Köln tagt die Herrensitzung der Grielächer. Als Jupp Menth die Bühne betritt, ahnt wohl keiner der Anwesenden, was für ein Erdbeben seine Büttenrede auslösen wird: Kurzfristige Ausladung von der IG-Metall, ein SPD-Bürgermeister Hate-Speech ohne Rückgrat, der sich beim ersten geradeaus gesprochenen Satz in die steifgebügelten Anzughosen macht und schließlich: Das Ende einer kölschen Karriere.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (19)

Dieter Rose
2. April 2017 10:12

Genau so hätte ich das auch geschrieben. Vielen Dank, es ist schön zu sehen, dass es Gleichgesinnte gibt.

Der Feinsinnige
2. April 2017 12:27

Heiko Maas hat unter anderem gesagt:

1.

XXXXXXXXXXXXXXdie AFDXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

 

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX.

2.

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX.

3.

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX.

Dies bestätigt obigen Artikel. Auch mein Beitrag ist in vorauseilendem Gehorsam nach den Maas´schen Zensurvorstellungen bearbeitet, weil ich weder diesem Block noch Herrn Maas persönlich zu schaden beabsichtige, indem ich dessen Äußerungen offen ins Netz stelle und weiterverbreite.

Der Gehenkte
2. April 2017 12:37

Ich finde, solche Haß-Posts haben auf SiN nichts verloren!

Caroline Sommerfeld
2. April 2017 12:55

Meine hochsensible Lektüre verweist auf ein kleines "Gegennarrativ".  Und der nichtgeschwärzte Text ist doch absolut wahr: SiN ist "gegen Hate Speech" - als Narrativ!

Solution
2. April 2017 13:00

Originelle Idee. 

Es wird in der Tat immer schlimmer. In den USA erschien vor kurzem ein Buch, das eine der Zentralen des Irrsinns, die Universitäten, in den Blickpunkt rückt. Dort ist die Geistesfreiheit durch zahlreiche verschiedene Maßnahmen nahezu völlig abgeschafft. Da wir denen immer ein wenig hinterher hinken, lohnt sich die Lektüre.

Auch bei uns wird es so kommen mit "migroaggressions", "safe spaces", "affirmative action", "white guilt", "victimhood culture" und wie der ganze gefährliche Schwachsinn sonst noch bezeichnet wird. Diese Brutstätten an den "deutschen" Universitäten produzieren Semester für Semester immer mehr SJWs ("Social Justice Warriors"). So manch einer von denen schafft es dann auch nach ganz oben. 

Multikulturelle Gesellschaft und Meinungsfreiheit schließen sich aus. Früher oder später.

Ich empfehle: Scott Greer: "No Campus for White Men" (WND   Books, bei Amazon zu beziehen).

Desprecio
2. April 2017 16:25

In der Hoffnung auf eine Reaktion aus dem Forum habe ich mich bisher zurueckgehalten. Doch meine Neugier treibt mich an. Ist dies ein Bilderrätsel oder stehe ich in dieser, wie so oft, hochgeistigen SiN - Umgebung einfach nur auf dem Schlauch? Was hat dieser "Beitrag" zu bedeuten?

Thüringer
2. April 2017 18:08

Ach was, alles Fakenews. Auch der Büttenredner Lars Reichow („nicht von der ranzigen Faschisten-Braut Marine LePen und nicht vom verwesten Säugling Geert Wilders und auch nicht von der Kräuterhexe Frauke Petry“) wird von Leuten angefeindet! Sagt er bei seinen Auftritten im Staatsfernsehen. Bildschirmfotos oder Briefe als Beweis waren vermutlich zu teuer für die Produktion des Beitrags. Aber die Medien stehen im Gegensatz zu diesen bösartigen Anfeindern zu ihm.

Davon, daß sein Auto abgebrannt wurde, hat man noch nicht gehört.

Somit kann er bestätigen, daß es die Sprechverbote nicht gibt: Lars Reichow konnte weit über jede Grenze gehen, die es außerhalb der närrischen Zeit nicht gibt. Und ist ihm was geschehen? Nein!

Pigscantfly
2. April 2017 18:43

Da hat er Heiko, dem Kleininquisitor, aber mal so richtig die Meinung gegeigt.

Simplicius Teutsch
2. April 2017 20:22

Lieber Till-Lucas,

Big Brother is watching you. Es gibt in unserer freiheitlichen Demokratie nur ein todeswürdiges Verbrechen. – Und Sie haben es begangen. Sie sind einer von der schlimmsten Sorte von Menschenfeinden, Sie sind ein Gedankenverbrecher. Vor der Gedankenpolizei, können Sie Ihre Gedanken nicht verbergen, auch wenn Sie sie mit schwarzen Balken übermalen, um damit vorsätzlich und böswillig jeder Ketzerei und der Verunglimpfung unserer Staatsschützer die Zeilenvorlage zu liefern.

Sie halten sich selber wohl für einen mutigen und rechts intelligenten Gedankenverbrecher. Doch Sie sind geistesgestört. Sie werden uns nicht entrinnen. Sie hassen uns. - Streiten Sie es nicht ab. Sie haben dem bundesdeutschen Ministerium für Wahrheit und Liebe den Kampf angesagt. Wir haben Sie vorgemerkt. Und wir werden Sie bei Gelegenheit heilen oder liquidieren.

Er kniete vor ihr nieder und nahm ihre Hände in seine. „Hast du das schon früher getan? – Mit Leuten von der Gedankenpolizei?“

„Nein, nicht mit diesen Schweinen“, sagte Julia.

Kurzrobert
2. April 2017 21:57

Dieser feinziselierte Aufsatz wird sicherlich noch von berufenerer Seite von dieser und jener solchiger betrachtet werden. Unvergleichlich, wie der Autor feinsinnig den Bogen schlägt von Spengler über Mohler zu Benoist und selbst Carl Schmitt und Luhmann werden eingebunden. Bemerkenswert, wie wohltuend er die Modemetapher „metapolitisch“ fast spärlich nur bei zwei Gedankengängen noch anmerkt. Bei aller Fülle der Gedanken blieb mir doch noch die Präposition „gegen“ haften, über die ich heute abend noch nachdenken werde.

Paracelsus
2. April 2017 21:58

Super, endlich gibts auch bei Sezession eine Rubrik "in leichter Sprache".

Solution
2. April 2017 23:22

Wer sind die "Grielächer"?

herbstlicht
3. April 2017 00:33

Kommt in deb besten Familien vor:

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Seneca
3. April 2017 05:46

Nur durch Überdrehen kann der falschtourige Motor des Landes wieder normalisiert werden. Weiter so ! 

Sven Jacobsen
3. April 2017 09:42

@ Desprecio

Es ist eine Anlehnung an Heinrich Heines berühmtes und zeitlos gültiges 12. Kapitel aus "Das Buch Le Grand". Hier zwei Verweise, sehr sehenswert und lehrreich, auch nach 190 Jahren: https://www.xlibris.de/Autoren/Heine/Biographie/Extras/Seite2 oder https://gutenberg.spiegel.de/buch/das-buch-le-grand-386/13.

Desprecio
3. April 2017 11:11

 @ Sven Jakobsen / 03.04.17, 07:42

Danke !

Sebastian
3. April 2017 13:56

@ Solution

Deswegen ist es wichtig parallele Strukturen aufzubauen.  Böse böse rechte Biobauern :) Eigene Medien und Netzwerke, Schulen, soziale Einrichtungen, eigene Gewerkschaften, eigene Kitas usw. Eine Art offener Untergrundstaat. Wichtig ist auch ein freies Internet. Ich kann hier jedem ans Herz legen sich über Freifunknetzwerke zu informieren und mitzumachen ein eigenes Bürgernetzwerk aufzubauen. Eine gute Sache um solchen Leuten wie Maas und Kahane das Handwerk zu legen.

Monika L.
3. April 2017 18:38

Lieber eine geschlossene Grenze als ein offener Brief.

Neander vom Thal
4. April 2017 19:03

Kurze Anmerkungen zum Sonntagshelden 6.

Abs.1

1. Glückwunsch zur erfolten Weihe des Sonntagshelden

2. Trump-Enthauptungen sind auch auf dem Karneval nicht besonders lustig. Sie entlocken nur ein gelangweiltes "Gähn".

Abs. 2

1. Das nur vereinzelt dissidnete Kräfte ausbrechen liegt wohl an der jahrzehntelangen Umerziehung, die wohl selbst den Alliierten in ihrer Konsequenz gespenstisch vorkommen mag.

2. Die Härte des Gesetzes hat im politischen Bereich wohl schon immer die Falschen getroffen.

3. Zitat: "...der sich beim ersten geradeaus gesprochenen Satz in die steifgebügelten Anzughosen..." Ich mag solche Sätze.

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