Schöner schimpfen: Pirinçci, Kirchenväter, Integration

Ganz gegenläufig zur moralisierenden Perspektive des Hauses Maas wird das Schimpfen als (häufig stark ritualisierte) kulturelle Praxis unter diesem Etikett neutral auf seine gesellschaftlichen Funktionen und ästhetischen Erscheinungsformen hin untersucht. Für alle, die zu PC-konformer Hyperventilation neigen, also für den gesamten deutschen Mainstream, sollte dieser Aspekt der Kulturgeschichte mit einer geeigneten Variante der Warnung „Smoking can damage your health!“ versehen werden.

 Gastbeitrag

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Ganz gegen­läu­fig zur mora­li­sie­ren­den Per­spek­ti­ve des Hau­ses Maas wird das Schimp­fen als (häu­fig stark ritua­li­sier­te) kul­tu­rel­le Pra­xis unter die­sem Eti­kett neu­tral auf sei­ne gesell­schaft­li­chen Funk­tio­nen und ästhe­ti­schen Erschei­nungs­for­men hin unter­sucht. Für alle, die zu PC-kon­for­mer Hyper­ven­ti­la­ti­on nei­gen, also für den gesam­ten deut­schen Main­stream, soll­te die­ser Aspekt der Kul­tur­ge­schich­te mit einer geeig­ne­ten Vari­an­te der War­nung „Smo­king can dama­ge your health!“ ver­se­hen werden.

Denn der For­schung bie­tet sich hier das sprich­wört­li­che wei­te Feld. Pas­sio­nier­te und ziel­be­wuß­te Belei­di­ger waren schon die Kir­chen­vä­ter. So ver­brei­te­te der in theo­lo­gi­sche Dau­er­kon­tro­ver­sen ver­strick­te Atha­na­si­us, der „Vater der Ortho­do­xie“,  über sei­nen Geg­ner Ari­us mit spür­ba­rer Befrie­di­gung, die­ser sei auf dem Abort zer­platzt. Sei­ne noto­ri­sche Rauf­sucht – er brach­te es fer­tig, min­des­tens(!) fünf­mal ver­bannt zu wer­den − stand einer spä­te­ren Hei­lig­spre­chung kei­nes­falls im Wege.

Poly­karp, der Leh­rer des Ire­nä­us, titu­lier­te den ihm als Häre­ti­ker gel­ten­den Mit­chris­ten Mar­ci­on als „Erst­ge­bo­re­nen des Satans“, was uns Ire­nä­us offen­bar als Bei­spiel für vor­bild­li­chen Glau­bens­ei­fer über­lie­fert hat.

Dem patris­ti­schen Furor stan­den die Huma­nis­ten der Renais­sance­zeit in nichts nach. Für den moder­nen, auf „bür­ger­li­che“ Manie­ren getrimm­ten Leser sind die Aus­fäl­le die­ser Mus­ter an Gelehr­sam­keit und (oft ver­meint­li­cher) Huma­ni­tät schier unfaß­bar. Pog­gio Brac­cio­li­ni etwa war nicht nur apos­to­li­scher Sekre­tär und ein Gelehr­ter, der bedeu­ten­de anti­ke Text wie­der­ent­deck­te, son­dern auch der gefürch­te­te Ver­fas­ser berühm­ter Invek­ti­ven, in denen er sei­ne Kon­tra­hen­ten grund­sätz­lich auf das übels­te kriminalisierte.

Sei­nen jun­gen Kon­kur­ren­ten Nic­coló Perot­ti über­zog er in gleich fünf die­ser Streif­schrif­ten mit einer Kano­na­de an Beschimp­fun­gen, die kei­nen Fäkal­be­reich und auch sonst gar nichts aus­läßt. Als Lieb­lings­schimpf­wort dient das im Sin­ne von „schwu­ler Lust­kna­be“ benutz­te „cala­mi­ta“ (ver­ball­hornt aus „Gany­med“), ein für den Gemein­ten nicht nur ehr­ab­schnei­den­der, son­dern poten­ti­ell lebens­ge­fähr­li­cher Vorwurf.

Nie­mand, der in der Schu­le harm­los Latein gelernt hat, hät­te den ein­schlä­gi­gen Wort­reich­tum des Gelehr­ten­la­teins der Renais­sance auch nur erahnt. Eine Inte­gra­ti­on in den Gym­na­si­al­un­ter­richt wäre zwei­fel­los geeig­net, die Beliebt­heit des Faches schlag­ar­tig zu steigern.

Wei­ter geht es mit der Refor­ma­ti­on, der die Erfin­dung des Buch­drucks, vor allem aber die belieb­te Gat­tung des Flug­blat­tes, end­lich ver­bes­ser­te Mög­lich­kei­ten für umfas­sen­de Pole­mi­ken und aus­ufern­de Belei­di­gungs­du­el­le zur Ver­fü­gung stell­te. Pro­tes­tan­ten wie Katho­li­ken ver­ga­ben sich hier im Rah­men der soge­nann­ten „Kon­tro­vers­theo­lo­gie“ nichts. Luthers Grob­heit ist legen­där, bil­det aber bloß die äußers­te Spit­ze eines dis­kur­si­ven Eisbergs.

Lei­der ver­bie­tet mir der gerin­ge hier zur Ver­fü­gung ste­hen­de Raum, die­sen schö­nen his­to­ri­schen Strang über das eben­falls pöbel­freu­di­ge Barock (Ver­fas­se­rin bleibt bei der öster­rei­chi­schen Arti­kel­ver­wen­dung „das“!) bis in die Gegen­wart wei­ter­zu­ver­fol­gen, in der mit Hand­ke, Bern­hard und Jeli­nek min­des­tens drei Büch­ner­preis­trä­ger als Vir­tuo­sen des Pol­terns in die Lite­ra­tur­ge­schich­te ein­ge­gan­gen sind. Ange­fügt sei nur, daß  die ritua­li­sier­te Beschimp­fung und Dis­kri­mi­nie­rung des Publi­kums als (min­des­tens) „Spie­ßer“ einen unwan­del­ba­ren Bestand­teil des Kunst­dis­kur­ses seit der Roman­tik bil­det und im Expres­sio­nis­mus und den Avant­gar­den sei­ne Fort­set­zung findet.

Belei­digt wird dabei mit nicht nach­las­sen­dem Elan in „Kunst“ wie „Leben“. Die Publi­kums­be­schimp­fung ist die effek­ti­ve Selbst­er­hö­hungs­tak­tik aller, die von der Aura des Kunst­sys­tems pro­fi­tie­ren möch­ten. Auch gröbs­te Belei­di­gun­gen gegen den poli­ti­schen Geg­ner (wie etwa gegen Bea­trix von Storch) sind vom Man­tel der Kunst­frei­heit gedeckt, solan­ge sie, ver­steht sich, von der rich­ti­gen Sei­te kom­men. Noch die kunst­ferns­te Beschimp­fung von links wird zum Hap­pe­ning geadelt oder, wo das gar nicht mehr geht, beharr­lich beschwiegen.

Ganz anders frei­lich das Vor­ge­hen im Fal­le Pirin­çci. Der wort­mäch­ti­ge Akif (der in den genann­ten ehr­wür­di­gen Kon­tex­ten kei­nes­falls als son­der­lich aggres­siv auf­ge­fal­len wäre) steht mit sei­nen Tira­den in einer alt­eu­ro­päi­schen Tra­di­ti­ons­ket­te von unbe­streit­ba­rer Wür­de, was eine ganz ande­re Reak­ti­on nahe­legt als die des Land­ge­richts Bonn und einer betu­li­chen Presse.

Da ihn sein „Migra­ti­ons­hin­ter­grund“ nicht dar­an gehin­dert hat, zum elo­quen­ten Fort­set­zer einer durch die Zeit gehei­lig­ten euro­päi­schen Pra­xis zu wer­den, die von den Kir­chen­vä­tern bis zu den Avant­gar­den reicht, bil­det der Autor P. ein leuch­ten­des Bei­spiel geleb­ter Inter­kul­tu­ra­li­tät und erfolg­rei­cher Inte­gra­ti­on. In Wür­di­gung die­ser Tat­sa­che ist er bei der Ver­lei­hung eines der zwei­fel­los reich­lich vor­han­de­nen Inte­gra­ti­ons­prei­se ehe­bal­digst zu berück­sich­ti­gen. Über eine Ein­la­dung zu den Bach­mann-Lite­ra­tur­ta­gen darf nach­ge­dacht werden.

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Kommentare (7)

Caroline Sommerfeld

8. April 2017 16:51

"Ja scheiß doch die Wand an!", zitiere ich jetzt mal meinen Vater, Gott hab ihn selig. Sie haben ja so recht! Der wichtige Punkt: man braucht noch nicht einmal alles als "Freiheit der Kunst" zu titulieren, sondern es reicht, sich vor Augen zu führen, daß die jeweiligen "strukturellen Kopplungen" der sozialen Systeme (Kunst, Religion, Politik, Moral, Liebe, psychische Systeme - munter darf hier jedes mit jedem interagieren) genau das ermöglichen: daß der Code des jeweils anderen am Negativpol gepackt wird und ein paarmal kräftig ausgebeidelt wird! Aus der Politik heraus beschimpft man die Opposition mit den intimsten Ausdrücken, aus der Kunst heraus den Andersgläubigen mit moralischen Invektiven usw.. Daß dann jeweils im System Ein- und Ausschlüsse, oft unter Zuhilfenahme des Rechtssystems, stattfinden, ist der Sinn der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft. Und frei nach Rudolf Stichweh, seines Zeichens systemtheoretischer Literaturwissenschaftler: wenn sich eines dieser Systeme aufschwingt, die anderen regieren zu wollen, indem es seinen spezifischen Code als den "der Gesellschaft" inszeniert, dann haben wir es mit Fundamentalismus zu tun.

Monika L.

8. April 2017 20:04

Den Kirchenvätern ging es nicht um ' Schöner Schimpfen' , sondern um die Verteidigung der Orthodoxie, die Verteidigung des wahren , richtigen Glaubens der Kirche. Niedergelegt im christlichen Glaubensbekenntnis. Das Ringen um den wahren Glauben durchzieht die Kirchengeschichte von Anfang an. Dabei kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen, Abspaltungen usw. Es wurde um die Wahrheit gerungen, gestritten, gekämpft. 

Der Abfall vom wahren Glauben, genannt Häresie, ist eine Sünde des VERSTANDES . Und wurde dem Anathema ( Verfluchung, Aussonderung aus der Gemeinschaft) übergeben. Dieser Ritus wird in der orthodoxen Kirche am Orthodoxie-Sonntag vollzogen: 

https://orthodoxe-bibliothek.de/index.php/zeitschriften/der-boote/2000/1/572

Übertragen auf heute. Man lese in Rolf Peter Sieferles ' Finis Germania' das Kapitel DER EWIGE NAZI oder EINE NEUE STAATSRELIGION ( als Religionsersatz der Deutschen) und die Parallelen zur christlichen Orthodoxie werden sichtbar. Ebenfalls die 'Häresien' der Neuen Rechten. Die Rechten  sind die vom wahren Glauben Abgefallenen.  Nun erfolgt die Verfluchung, die Aussonderung aus der Gemeinschaft. Obwohl in der Postmoderne kein seriöser Denker mehr von  metaphysischen oder ontologischen Wahrheiten ausgeht, wird in der linken Praxis so getan, als gäbe es den alten metapysischen Wahrheitsbegriff noch. Das ist eine Form der Häresie.

Pirinçcis Rede in Dresden bei Pegida ( kann man die noch ansehen ?) ist m. E. eine Art Prophetischer Rede gewesen. Authentisch, von persönlicher Betroffenheit usw. geprägt. Die für Aufruhr in den eigenen Reihen und Ablehnung beim Gegner sorgte. Aber eine Häresie war es nicht !

quarz

9. April 2017 00:32

" Obwohl in der Postmoderne kein seriöser Denker mehr von  metaphysischen oder ontologischen Wahrheiten ausgeht ... "

Wenn Sie mit "in der Postmoderne" die einschlägige Diskursblase meinen, dann mag das schon deshalb stimmen, weil dort - die Polemik sei mir gestattet - schwerlich ein seriöser Denker anzutreffen ist. Wenn Sie damit aber unsere Zeit meinen, dann irren Sie sich gewaltig. Die Ontologie bzw. Metaphysik und damit einhergehend entsprechende Wahrheitsbegriffe boomen im weltweiten Vergleich philosohischer Publikationen seit gut 30 Jahren.

Der Feinsinnige

9. April 2017 03:45

Den Artikel finde ich sehr interessant und anregend. Ich hätte mir jedoch das eine oder andere vertiefende Zitat gewünscht, um besser beurteilen zu können, ob Pirincci mit seinen teilweise durchaus schwer erträglichen Obszönitäten sich wirklich in die historischen Beispiele einreihen läßt. Leider habe ich keine Texte der zitierten historischen Autoren in meiner Privatbibliothek, um selbst nachschlagen zu können. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, daß Deftigkeiten Schüler sicher immer anziehen, so uns Lateinschüler der 1980er Jahre das Gastmahl des Trimalchio, welches in unserem Lateinbuch in langen Auszügen abgedruckt war, um deren Lektüre sich unser Lateinlehrer nur leider teilweise herumdrückte.

@ Monika L.:

Ja, die Rede von Pirincci kann man auf Youtube noch in verschiedenen Aufnahmen finden und abrufen, z.B. hier:

https://www.youtube.com/watch?v=hXV1VYgEnac

Pirincci las teilweise, so bei der die Aufregung insbesondere auslösenden Passage (im Video etwa ab Minute 4:10), aus seinem Manuskript für „Umvolkung“ (die Passage, die ihm vor allem anderen zum Verhängnis geworden ist, findet sich bei „Umvolkung“, erschienen im Verlag Antaios, auf S. 90). Pirincci hat die Aufregung damals sicher selbst mit verursacht, weil er einen Text vorlas (und das auch noch relativ unbeholfen), der so kompliziert war, daß er vielleicht gerade noch für eine Buchlesung in kleinem Kreis geeignet gewesen wäre, nicht jedoch für eine Rede vor 20.000 Menschen. Und für eine böswillige Presse, die von vornherein den Skandal suchte und Zitate erfahrungsgemäß gerne aus dem Zusammenhang herausreißt, schon gar nicht. Allein der gedruckte Text (ohne öffentlichen Vortrag) hätte vermutlich niemals zu dem geführt, was der Rede Pirinccis folgte.

Vorsorglich füge ich noch folgenden Link hinzu, in dem die Redepassage des Kasseler Regierungspräsidenten (CDU) dokumentiert ist (insbesondere ab Minute 0:35), auf die sich Pirincci bezog:

https://www.youtube.com/watch?v=Bi1qjVM-1gw

Diese Äußerung empfinde ich nach wie vor als eine der krassesten, ihre Gleichgültigkeit, ja tiefe Verachtung gegenüber den Deutschen (um deren Land es schließlich geht) ausdrückenden Formulierungen, die mir von einem Funktionsträger der Bundesrepublik jemals bekannt geworden sind. Die Worte des Regierungspräsidenten erschüttern mich bis heute. Sie stehen offenbar stellvertretend für die Denkweise derjenigen Politiker, die für die Politik der „offenen Grenzen“ verantwortlich sind. Hierauf ist Pirinccis Antwort bezogen, die von kaum einem Medium vollständig und korrekt zitiert worden ist. Die gerichtlichen Erfolge Pirinccis gegen falsche Medienberichte nützen ihm nach der einmal erfolgten öffentlichen "Hinrichtung" letztlich wenig, wie zuletzt auch Tuvia Tenenbom in "Allein unter Flüchtlingen"  wieder eindrucksvoll dargestellt hat.

Monika L.

9. April 2017 12:10

@quarz: ich provoziere gerne ( um der Wahrheit näher zu kommen). Das ist ein altes 'Kriegsleiden' von mir. Natürlich gibt es seriöse Denker der Metaphysik. Und ich bin froh , wenn sich da Widerstand gegen die postmodernen Flachdenker und Zyniker regt. Vielleicht geben Sie noch ein paar Empfehlungen ab. 

@Der Feinsinnige: Danke für den Hinweis. Ich habe die Rede Pirincçis seinerzeit atemlos am Bildschirm verfolgt. Und damals Tränen gelacht. Der Furor, gepaart mit dem unbeholfenen Auftritt, die obszöne Sprache, die zunehmende Unruhe der Zuhörer (Aufhören-Rufe) und der erwartbare Zerriss durch die Medien ( das bewußte Missverstehen des KZ-Zitates) . Das alles hatte etwas zutiefst komisches. Wie immer, wenn es um große Dinge geht. Pirinçci - ein kleiner Prophet - ein Narr um Christi willen....

Ja, man kann schöner schimpfen ! Man kann das schöne Schimpfen ( um der Wahrheit willen) gar ritualisieren. Im Kirchlichen Rahmen kommt es uns heute eher komisch vor: https://m.youtube.com/watch?v=XF00JJ13l7Y

Trotzdem erfüllt das 'Schöne Schimpfen' eine wichtige Funktion. Es stiftet Gemeinschaft. Identität. Und Erhaben-heit. (Zum Video:kann man beliebig abwandeln: Gender mainstream  - Anathema; Globalismus - Anathema; Islamismus - Anathema....etc.)

Abdiel

9. April 2017 19:25

@Monika: Nirgendwo in dem Artikel wird gesagt, daß P. ein Häretiker wäre. Es geht offenbar darum, daß Praktiken des schimpfens auch in kulturell sehr hochgeschätzten Kontexten vorkommen.

quarz

9. April 2017 22:47

@Monika L.

Die Vielfalt ist so groß, dass es schwer fällt, einzelne Empfehlungen herauszugreifen. Allein der Verlag Routledge hat binnen Jahresfrist über 40 neue Bücher in der Sparte "Metaphysik" herausgebracht. Schließlich hat der "linguistic turn" längst im "ontological turn" seinen revidierenden Nachfolger gefunden. Mir ging es auch nur darum, darauf hinzuweisen, dass die Metaphysik seit bereits über einem Vierteljahrhundert ein fulminantes Comback feiert, zumindest in der analytischen Philosophie, die weltweit dominiert. In dieser Strömung stehen ja nicht so sehr einsame "Meisterdenker"-Gurus im Mittelpunkt, sondern Problemstellungen, zu deren Analyse jeder eingeladen ist, der interessante Argumente beizutragen hat. Das Argument ist der eigentliche Star in der analytischen Philosophie. Die meisten Bücher sind folglich nicht der Werkexegese einzelner Denkergestalten gewidmet, sondern der Analyse von Argumenten. Wenn Sie einen fast schon unverschämt forschen Zugang zur zeitgenössischen Metaphysik erleben wollen, der sich wenig um die Autorität der Tradition, aber umso mehr um die Autorität des guten Arguments schert, dann müssen Sie sich an die Australier halten. Um nun doch noch einen exemplarisch herauszugreifen: Michael Devitt ("Realism and Truth", 1984) - nicht der Zustimmung halber, sondern als Illustration.

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