10. April 2017

Pegida, Dresden 10. IV. 2017 – Rede von Götz Kubitschek

von Götz Kubitschek / 25 Kommentare

Wir dokumentieren hier die Rede, die Götz Kubitschek am 10. April in Dresden vor Tausenden Pegida-Anhängern hielt.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Dieser Beitrag hat mehrere Seiten:

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  • Einige Aspekte dürften den Lesern der Sezession bekannt sein, sie sind im aktuellen Heft 77 der Sezession abgedruckt (»Selbstverständlichkeiten als Minimalprogramm«). Darüber hinaus ließ es sich nicht vermeiden, einige Worte zum System »Petry-Pretzell« zu verlieren. Vollständiger Text der Rede:

    Es ist wie in der Geschichte von der Katze und der Taube: Der Vogel ist zu groß für den Jäger, aber weil er sich den Flügel gebrochen hat, kann er nicht entkommen. Nun wird er die Treppe hinuntergezerrt. Er flattert nicht mehr, er wehrt sich nicht mehr, sein Kopf knallt gegen jede Stufe, und wir sind noch lange nicht im Keller.

    Dieses Bild können wir übertragen: Die politische Klasse hat unseren Staat und unser Volk am Wickel, und wir selbst werden als Beute Stufe für Stufe die Treppe hinabgeschleift. Während unser Kopf auf jede Stufe knallt, gehen uns drei Dinge nicht aus dem Sinn: Erstens sind wir noch längst nicht ganz unten, zweitens müssen wir – sollten wir uns berappeln – Stufe für Stufe wieder hinaufsteigen und drittens: eigentlich sind wir viel zu groß für diese Katze, die uns da hinter sich herzerrt, aber aus irgendeinem Grund kommen wir nicht auf die Füße.

    Jedoch: Wir müssen wieder auf die Füße kommen, das ist das Ziel aller Bemühung, aller Spaziergänge, Aktionen, Demonstrationen, aller alternativer Politik: Wir müssen wieder auf die Füße kommen und Stufe für Stufe wieder hinaufsteigen.

    Die Treppe wieder hinaufzusteigen – das wäre nun nichts anderes als die Wiederherstellung von Selbstverständlichkeiten. Das müssen wir uns klarmachen: Es geht in unserer Lage und an der politischen Oberfläche nicht mehr um große Entwürfe, nicht mehr um ein politisches Ausgreifen, sondern nur noch um Selbstverständlichkeiten, um Grundsätze, um banale Forderungen. Mehr ist nicht drin, derzeit.

    Es geht nicht um ein Schräubchen hier und ein Nägelchen dort, es geht nicht um die letzten feinen Pinselstriche einer ausdifferenzierten Politik für unser Land: Wenn der Kopf auf die Treppenstufen knallt, geht es nicht um Details, sondern zuallererst und ausschließlich darum, sich loszustrampeln, sich aufzuraffen und sich auf den Weg zurück nach oben zu machen, und das heißt – noch einmal: Selbstverständlichkeiten zu fordern und durchzusetzen.

    Ich will von diesen Selbstverständlichkeiten nur drei herausgreifen: die Durchsetzung von Recht und Ordnung, den Elitenwechsel und die Bändigung der Parteien.

    Beginnen wir mit der Durchsetzung von Recht und Ordnung – Recht und Ordnung wurden am 12. September 2015 auf eine Art und Weise außer Kraft gesetzt, die uns den Atem verschlug. Was damals geschah, muß man immer wieder nacherzählen, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

    Am 12. September 2015 meldete der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, nach Berlin ins Lagezentrum, er und seine Leute seien einsatzbereit. Ohne eine politische Entscheidung abzuwarten, hatte Romann Personal und Material in Südbayern zusammengezogen, um die deutsch-österreichische Grenze lückenlos schließen, Paßkontrollen durchführen und alle nicht einreiseberechtigten Personen abweisen zu können.

    Logistisch und organisatorisch würde eine solche Maßnahme ohne weiteres möglich sein, hatte man doch einige Wochen zuvor für die Sicherheit der sieben Staatsoberhäupter der G7-Gruppe Grenzkontrollen durchgeführt und wie nebenbei hunderte Zollvergehen, illegale Einwanderungsversuche und kriminellen Grenzverkehr abgefischt.

    Thomas de Maizière konnte sich im Lagezentrum in Berlin an diesem 12. September in den Abendstunden nicht dazu entschließen, den bereits ausgefertigten Einsatzbefehl samt der darin enthaltenen fünf entscheidenden Wörter zu unterschreiben:

    Wer nicht einreiseberechtigt sei, solle »auch im Falle eines Asylgesuchs« zurückgewiesen werden, denn: Er komme über den Landweg, mithin über sichere Drittstaaten und Staaten der EU, in denen der Erstantrag auf Asyl zunächst zu stellen sei.

    Allein: Es kam nicht zur Grenzschließung gegen den Ansturm Hunderttausender, es fehlte der politische Wille, oder vielleicht sollte man besser sagen: Es fehlten die politische Demut und die Verantwortung für das Ganze. Thomas de Maizière unterschrieb den Einsatzbefehl nicht, weil er, seine Kanzlerin und andere führende Politiker die schlimmen Bilder, die schlechte Publicity fürchteten.

    Es ging an diesem Abend nicht um Humanität oder Fachkräftemangel, auch nicht um den geradezu krankhaften Wunsch, das deutsche Volk endgültig aus der Geschichte zu drängen: Es ging schlicht um die parteipolitische Angst vor schlechten Bildern und um die Frage, ob der politische Gegner einen Vorteil aus einer häßlichen Entscheidung würde ziehen können.

    Dieser typisch parteipolitischen Kleinmütigkeit wurden am 12. September 2015 Recht und Ordnung geopfert, und mit den Konsequenzen dieser völlig verantwortungslosen Mißachtung des Ganzen haben wir seither zu leben und zurechtzukommen. Es wäre nichts weiter als eine Selbstverständlichkeit, diese Entscheidung zu revidieren, ihre Folgen zu korrigieren und die dafür Verantwortlichen ihrerseits zur Verantwortung zu ziehen.

    Damit zur zweiten Selbstverständlichkeit: dem Elitenwechsel. Die Verantwortlichen, die Recht und Ordnung ausgehebelt haben – das ist unsere sogenannte Elite, aber ich habe längst den Eindruck, daß der Ausdruck Elite für diese Leute viel zu schade sei: Was diese Leute vor allem auszeichnet, ist, daß sie sich in ihrer Verantwortungslosigkeit und Arroganz, in ihrer Berliner Polit-Blase bewegen wie Fische im Wasser.

    Sie sind Heuchler, und wer das nicht glaubt, muß sich nur anhören, wie sie jetzt, fünf Monate vor der Wahl, ihren Ton aufs Volk abzustimmen beginnen. Plötzlich signalisieren diejenigen, die sich sonst für die Lebenswirklichkeit des »kleinen Mannes« einen Dreck interessieren, daß sie ihn verstünden und seine Sorgen kennten.

    Der Ton wird plötzlich »populistisch« im Wortsinn, man kann geheucheltes Interesse ebenso beobachten wie den Versuch, Volksnähe herzustellen. Kaum jemandem sollten die peinlichen Auftritte von Martin Schulz entgangen sein, der als Heilsbringer für eine halbtote Partei eingeflogen wurde und seine Claqueure durchaus auffordert, doch einmal »Martin, Martin« zu rufen, wenn sie nicht von selbst darauf kommen.

    Im Internet gibt es herrliche Filme zu diesen Aufritten, man schämt sich mit, obwohl man selbst nicht betroffen ist, unvorstellbar, daß bei Pegida von hier oben einer die Leute dazu aufforderte, in Rufe auszubrechen. Überhaupt, Schulz und Merkel: Wir erleben die Inszenierung eines Machtkampfs zweier Kontrahenten, zwischen die im Grunde kein Blatt Papier paßt und die sich nur deshalb diesen Pseudostreit liefern, weil sie von der eigentlichen Auseinandersetzung ablenken wollen: Die eigentliche Auseinandersetzung verläuft zwischen dem Establishment, das die Karre in den Dreck geritten hat, und einer echten, das heißt grundsätzlich angelegten Alternative, die ihn wieder herauswuchten will.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Der große Austausch muß bei den Parlamentariern der Altparteien anfangen, und dieser Elitenwechsel sollte gerade in einer Demokratie eine Selbstverständlichkeit sein.

    Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

    Kommentare (25)

    Sven Jacobsen
    10. April 2017 21:45

    Einige werden dies doch hoffentlich lesen und darüber nachdenken; besonders erfreulich wäre es, wenn es Vertreter der Eliten täten. Der Begriff "Elite" ist übrigens kein verliehener Orden, sondern eine Verpflichtung. Der Orden wurde bislang nicht verdient und die Verpflichtung ohnehin noch längst nicht erfüllt. 

    Corvusacervus
    10. April 2017 22:37

    Danke für diese Worte. Und - in der Karwoche - danke ganz besonders für Ihre Selbstverpflichtung, das Erinnern in Deutschland, das entkrampft und gewendet werden muß, um würdig und wahrhaftig werden zu können, als Beitrag zu einer Versöhnung im Land und im Volk zu gestalten. Denn wir brauchen Wahrhaftigkeit (dieses Lügen überall und jederzeit, mein Gott, es ist schwer zu ertragen), wir brauchen Würde und klare Kante - aber es muß auf eine Versöhnung hin orientiert sein.

    Leser
    10. April 2017 23:22

    Eine gute Rede, richtiger Ort, richtige Zeit. Bedanke mich!

    Leo
    11. April 2017 01:24

    Sehr geehrter Herr Kubitschek,

    gerade hatte ich mir die Rede angehört/angesehen...Wie auch bei früheren PEGIDA-/LEGIDA-Reden: Gute Bilder, gute Analyse - herzlichen Dank dafür! Nee, zum demagogischen Populisten à la Schulz fehlt Ihnen viel - und das wird auch so bleiben, des bin ich mir wirklich sicher.

    Das sowieso gefrierende Wasser: Danke auch für die klaren Worte zur AfD! Ich hoffe ja immer noch, daß man spätestens zum Parteitag im Angesicht von 10.000 politischen Gegnern in Köln erkennen wird, daß es um Deutschland geht, um Grundsätzliches - und nicht um dieses schauderhafte interne Parteien-Hickhack. ("Aber was für'n Ticker / ist ein Politiker / ist er wirklich so vonnöten wie er glaubt?" - vielleicht gilt Georg Kreisler eben doch ganz generell !)

    Hartwig B.
    11. April 2017 06:44

    Gut beobachtet und beschrieben. Das Bild mit der Taube und der Katze ist recht zutreffend, kannte ich noch nicht. Zur AfD: Idealisten wie Björn Höcke und Götz Kubitschek haben das grundsätzliche Problem, daß sie die Gesetzmäßigkeiten parteipolitischen Innenlebens und seiner Ränkespiele nicht aushebeln können, denn so ist nun mal Parteipolitik. Beide müssen, leicht gesagt, schwer getan, klüger als diese Parteiphysik sein und, um eine tierbezogene Bildanalogie zu verwenden, friedfertig wie die Taube und schlau wie die Schlange sein, um das teuflische und zugleich primitive Pretzell/Petry-Sytem zu besiegen. Hinzu muß das Quentchen Glück kommen und der Wink des Schicksals, der nun mal nicht zu beeinflussen ist. Irgendwie sieht es derzeit aber doch ganz gut aus, wie durch ein Wunder, denn die Einschläge bei PP kommen nun wirklich immer näher. Irgendwann stinken deren Leichen im Keller dermaßen, daß es auch die Dümmsten nicht mehr überriechen können. Jedenfalls werden die Tage bis Köln spannend bleiben und vielleicht wird ja auf dem Bundesparteitag in Köln,um das Taube/Katze-Bild zu nehmen, durch einen kräftigen Flügelschlag die Katze in die Flucht geschlagen. Dann könnte der Weg endlich frei sein für den Aufbau einer authentischen Alternative für Deutschland - bis daß die zersetzenden Kräfte des Politlebens wieder so stark geworden sind, daß es einer neuen Alternative braucht. Aber das ist dann erst für das Ende der Geschichte, hier stehen wir noch am Anfang, hoffentlich.

    Desprecio
    11. April 2017 07:03

    Herr Kubitschek,

    vielen Dank für Ihre klaren und offenen Worte, mit denen Sie Vieles in der nötigen Kürze ansprechen, was den noch klar denkenden Teil unseres Volkes aus den verlogenen Umarmungen der etablierten Parteien getrieben hat! Ihren Worten ist, sofern man den Rahmen des Anlasses berücksichtigt und würdigt, nichts hinzuzufügen. 

    Sie scheinen einer der Wenigen in diesem Lande zu sein, die sich zu Björn Hoecke, einem der wichtigsten AfD-Politiker, offen bekennen. Dafür nochmals meinen aufrichtigen Dank! Die Tatsache, dass sich nicht nur die politischen Gegner,  sondern sogar seine "Parteifreunde" regelmäßig in der widerwaertigsten Art und Weise an ihm abarbeiten, zeigt eigentlich nur, wie wichtig er für seine Partei ist bzw. sein könnte. Hoecke macht auf seine ihm eigene Art und Weise im mehr wieder deutlich, dass der Stein der Weisen für eine rechtskonservative Politik in der Aufarbeitung und Revision unserer Geschichte und unseres Geschichtsverstaendnisses der letzten hundert Jahre zu finden sein wird.

    Er tut dies immer in der Hoffnung, unser Volk aufzuruetteln aber auch in dem Bewusstsein, sich selbst, seiner Person und seiner möglichen Karriere zu schaden. Alleine dieser Wesenszug zeichnet ihn vor fast allen BRD-Politikern aus.

    nordlicht
    11. April 2017 08:21

    Mein herzlicher Dank an Götz Kubitschek. Wo sind  die anderen Intellektuellen in Kultur und Gesellschaft, die diese  Gefahr der Zerstörung unserer Heimat längst wahrgenommen haben; aber sich nicht öffentlich dazu bekennen?

    Monika L.
    11. April 2017 09:28

    Danke für die aufrechte Rede, über die die Gesinnungsjournalisten hämisch herziehen werden:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/parteien-und-kandidaten/maennerpartei-die-afd-kaempft-allein-fuer-den-mann-14966185.html

    Die " Wut der Gutmenschen" und die " Wut der Gesinnungsschreiber" auf den neuen deutschen Mann ist unübersehbar. Dies bestätigt ein Leserkommentar zu oben verlinktem Beitrag: "Welche Absicht liegt der Tatsache zugrunde, dass einer der vier AfD Mönner kein Mitglied der AfD ist". Das ist wirklich eine wichtige Frage. Warum wird Herr Kubitschek in dem dazugehörigen Kunstwerk à la Neo Rauch als Klemptner mit Blaumann und Schraubschlüssel dargestellt ? Soll das witzig sein.

    Die Lage ist zu ernst, um Justus Benders Beitrag lustig zu finden. Trotzdem kriegt sich Liane Bednarz  auf Twitter gar nicht mehr ein. Was soll der dümmliche  Schülerzeitungen-Fun-Journalismus? Die Lage ist ernst, wenn Frauen vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt werden oder die Väter von kleinen Mädchen in Zügen von Migranten belästigt  und geschlagen werden. Da wünsche ich mir doch wieder den starken Mann. Gerade auch in der Politik. Und Frau Petry sollte sich ruhig mal eine Pause gönnen dürfen.

    Hinweis der Redaktion:
    Es sind Kommentierregeln angemahnt worden, fangen wir mit zweien an.
    1. Links werden von uns stets geprüft, Verlinkungen zu niveaulosen oder strafbaren Seiten können die Löschung des gesamten Kommentars nach sich ziehen.
    2. Namen, die niemand kennt, bitte kurz erläutern, in diesem Fall: Liane Bednarz.

    Der Feinsinnige
    11. April 2017 09:30

    Danke für diese Rede!

    Sehr geehrter Herr Kubitschek, es ist Ihnen einmal mehr gelungen, das Notwendige zum richtigen Zeitpunkt öffentlich zu formulieren. Zur Situation in der AFD gibt es Ihren Worten eigentlich nichts wesentliches hinzuzufügen. Allenfalls eine Frage: Bereitet Frau Petry vielleicht bewußt, zumindest mit bewußt vollem Risiko, ihren eigenen Abgang vor? vgl.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/afd-frauke-petry-erwaegt-rueckzug-aus-der-politik/19592234.html

    Ich habe diesen Eindruck. Politisch ist ihr Scheitern aber wohl aufgrund ihrer derzeitigen Positionierung (innerparteiliche Polarisierung statt Ausgleich) zwangsläufig. Meine Prognose: Frau Petry wird den bevorstehenden Parteitag nicht als Parteivorsitzende verlassen. Ihr Scheitern wird für die AFD die Notwendigkeit, aber auch die Chance für einen Neuanfang bieten. Hoffentlich wird diese Chance genutzt. Wer ggf. Petrys Nachfolger werden wird, wage ich nicht zu prognostizieren.

    Dietrich Stahl
    11. April 2017 10:02

    Danke, lieber Götz Kubitschek, für Ihre Analyse.

    „Um auf die Füße zu kommen und die Treppe wieder hinaufzusteigen“ fordern Sie „die Wiederherstellung von Selbstverständlichkeiten“

    1. Durchsetzung von Recht und Ordnung

    2. Elitenwechsel

    3. Bändigung der Parteien

    100% Zustimmung zu Ihren Forderungen. Eine Anmerkung zu Punkt 3:

    Die Begrenzung der Parteienfinanzierung [oder ähnliches] wird nicht ausreichen. Wie in den Kommentaren schon angemerkt und gut beschrieben, haben wir es hier mit einem strukturellen Problem zu tun, daß auch nur strukturell oder Meta-Strukturell gelöst werden kann. Ihre drei Forderungen sind zwar notwendige Erste-Hilfe-Maßnahmen, doch: Was dann? Ungefähr seit einem dreiviertel Jahr beziehe ich die Sezession und bin im SiN Forum aktiv. Beides mit Gewinn. Eines ist mir aufgefallen. Bitte verstehen Sie das Folgende als Frage und Anregung, nicht als Kritik. Exzellente Analysen des Ist-Zustandes und ein Erste-Hilfe-Programm für Deutschland und das deutsche Volk – das fand ich im Wesentlichen in Sezession und SiN. Beides ist wichtig. Doch reicht es? Was fehlt, ist ein Programm für die Zeit, nachdem der Vogel [ich schreibe absichtlich nicht Taube] sich freigestrampelt hat und sein Flügel geheilt ist. Was könnte Teil eines Programms für ein freies Deutschland sein? Ich halte es für äußerst wichtig, dass diese Frage im SiN Forum und in der Sezession diskutiert wird. Kreativ und innovativ. Nur zur Anregung zwei Ideen dazu:

    1. Zurückbesinnung und Fokussierung auf die geistigen Prinzipien des Lebens – das ist unabdingbar für die Befreiung von den selbstsangelegten Ketten. Politik und gesellschaftlich-menschliches Miteinander müssen wieder entsprechend diesen uralten Prinzipien gestaltet weden.

    2. Ebenso geht Befreiung nicht ohne die Abschaffung des Zins/Zinseszins- und Schuldsystems. [Schuld meint hier die in allen Waren und Dienstleistungen schon von vornherein enthaltene Kreditschuld. Schuld meint aber auch die jede andere Schuld.]

    Zum Schluß, aber sicherlich nicht zuletzt: Deutschland ist keine Taube und war es nie gewesen. Deutschland ist ein Adler.

    Wolf
    11. April 2017 12:53

    Wie immer, wenn sich Kubitschek äußert, spricht ein kluger, besonnener und belesener Geist, der zum Nachdenken anregt, jedoch selten begeistert und berauscht. Das ist gut so. Doch ohne zusätzliche charismatische Köpfe bleibt der nötige widerständige Aufbruch der Massen aus.

    Veronika
    11. April 2017 12:57

    @Hartwig B.

    „Jedenfalls werden die Tage bis Köln spannend bleiben und vielleicht wird ja auf dem Bundesparteitag in Köln, um das Taube/Katze-Bild zu nehmen, durch einen kräftigen Flügelschlag die Katze in die Flucht geschlagen.“

    Finde ich schön, daß Sie das schreiben. Tauben können im Bruchteil einer Sekunde mit einem Flügel zuschlagen, nicht nur bei Futterneid wie im folgenden Video zu sehen ist, sondern auch gegen große Feinde, wenn sie in die Enge gedrängt werden und keine Möglichkeit des Ausweichens haben.

    https://www.youtube.com/watch?v=J4c5NtngXYo

    Maiordomus
    11. April 2017 13:57

    Zähle diese Rede trotz Einverständnis in einigen Perspektiven zu den schwächeren Texten von Kubitschek. Elitenwechsel kann man zwar theoretisch fordern, die Forderung ist aber nicht machbar, wenn beinahe der ganze Bereich höherer Schule, Hochschulen, Theater, Geistesleben, Verlagswesen, Medienszene, Kirchenszene, Juristische Szene usw, natürlich auch die politischen Apparate weitgehend gegenteilig besetzt sind und  bei der AfD offensichtlich eine Orientierungskrise herrscht, die natürlich auch von einem Herrn Höcke und seinen Anhängern nicht ausgebadet werden kann, dafür ist er leider nicht, selbst so weit er recht hat, nicht klug und politisch gechickt genug. Trotz allem ein politisches Leichtgewicht. Wie auch immer, Kubitscheks Rede ist Ausdruck einer politischen Verlegenheit, aber nicht die notwendige Selbstqualifikation zu einem politischen Führer der Zukunft. Da ist guter Rat in der Tat teuer. Das Postulat scheint indes richtig, dass Frau Petry auf geschickte Art und Weise nicht vollständig eliminert, aber doch ersetzt werden müsste. Aus derzeitiger Sicht dürfte es schwierig werden, auch wegen mangelnder Orientierung, im Herbst über die Zehnprozenthürde hinauszukommen. Auch sind die Umvolkung und die damit direkt oder indirekt zusammenhängenden Probleme nicht das Einzige, worüber Orientierung zu schaffen wäre. Aber natürlich müsste für die falsche Idee des Internationalismus, der offenenen Grenzen, des Genderismus und des sogenannten Antirassismus als höchster ethischer Norm usw. eine geistige und politische Alternative erarbeitet werden. Bei Sezession sind immer wieder mal metapolitische Ansätze dazu vorhanden, aber für das eigentlich Politische fehlt: eine wirklich klare tragende und halbwegs erfolgverprechende auch organisatorische Orientierung, eine langfristig mehrheitsfähige Programmatik, welche das nichtlinke Lager einigermassen zum Konsens einigen könnte. Selbst noch 1949 war es noch weit einfacher als heute, die früheren Eliten auszuwechseln, weil es zum Beispiel eine christliche, eine nationalliberale und eine patriotische sozialdemokratische Elite gab,  

    Nautilus
    11. April 2017 14:50

    Herr Kubitschek

    ich kann Ihnen nur zustimmen was sie ihn ihrer Rede gesagt haben. Ich vermute das die parteiinternen Gegner von Björn Höcke sich nicht so sehr wegen den Schuldkult aufgeregt haben, sondern über die Worte die Höcke an manche "Parteifreunde" gerichtet hat. Darum wollen sie ihn so schnell wie möglich loswerden

    Zitat Höcke..

    ..nicht wenige von diesen Typen drängen jetzt gerade in diesen Wochen und Monaten als Bundestagskandidaten auf die Listen oder als Direktkandidaten in den Wahlkreisen entsprechend nach vorne. Und nicht wenige werden – das muss man leider annehmen – ganz schnell vom parlamentarischen Glanz und Glamour der Hauptstadt fasziniert werden. Und nicht wenige werden sich ganz schnell sehr wohl fühlen bei den Frei-Fressen- und Frei-Saufen-Veranstaltungen der Lobbyisten.

    Und nicht wenige werden nach relativ kurzer Zeit nur eins wollen: Dass es für sie so lange so bleiben wird wie es dann sein wird. Liebe Freunde, ich will das nicht.

    Ludovicus
    11. April 2017 15:48

    Lieber Herr Kubitschek, ich bin über einen Passus in Ihrer eindrucksvollen Rede etwas enttäuscht; dass Sie dem ehemaligen taz-Journalisten Robin Alexander auf den Leim gehen, und dessen Story, die m.E. konstruiert und abgesprochen ist .Robin Alexander wird auch auf der Broschüre "Der Weg in den Mainstream", S.16, erwähnt...

    Die Kanzlerin verhinderte die Grenzschließung, die de Maizière vorbereitet hatte:

    "Der Einsatz sollte nach den Planungen an diesem Sonntag, 13. September, um 18.00 Uhr beginnen. Kurz vorher wurde der Einsatzbefehl aber auf Intervention der Bundeskanzlerin abgeändert und der letzte Halbsatz gestrichen"

    http://www.focus.de/politik/videos/im-september-2015-deutschland-stand-2015-kurz-vor-einer-grenzschliessung-dann-aenderte-die-kanzlerin-einen-satz_id_5587586.html

    Auf die BILD-Zeitung wird im focus Artikel verwiesen, die (zahlungspflichtig) schreibt:  http://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/fluechtlingskrise/das-waechst-uns-ueber-den-kopf-46085560,view=conversionToLogin.bild.html

    "Warum hat Kanzlerin Merkel die Grenze um keinen Preis schließen wollen?"

    Ja, weil es einem Plan entsprach, bitte unbedingt lesen:

    "Hier gab es offensichtlich eine Ge­mengelage: Der von Angela Merkel au­tokratisch durchgeführte Akt wird von mehreren Motiven getragen. Er war ein Erpressungsakt gegenüber den Deut­schen, um sie zu mehr „Verantwor­tungsübernahme“ in der globalisierten Welt zu zwingen, sprich ihre Bereitschaft zu militärischem Eingreifen zu erhöhen. Ansonsten würden die Probleme vor der eigenen Haustür landen. Es war ein vasallischer Treueakt gegenüber den An­forderungen der USA"

    http://zuerst.de/2016/11/23/migranten-als-rammbock/

    Das Buch von F. Beck eignet sich nicht als eine Schmonzettenstory wie das von Alexander, sondern es macht klar, daß Merkel einem Plan des internationalen Finanzkapitals folgte:

    F. Beck: Die geheime Migrationsagenda.

    https://www.amazon.de/Die-geheime-Migrationsagenda-Friederike-Beck/product-reviews/3864453100

    Noch die Kundenrezensionen bei amazon zu diesem exzellenten Buch sind erleuchter als Alles, was in den sog. kritischen Blogs dazu nachgeplappert wurde. Der WELT-Journalist R Alexander soll UNS die Welt erklären? Das ist absurd, ein ellenlanger SPIEGEL-Artikel, wo wir mit am Kabinettstisch sitzen?

    Unglaublich. Nein, Friederike Beck lesen, und nicht das Ablenkungsmanöver von R. Alexander, die Regierung wollte eigentlich die Grenze schließen.

    NEIN, de Maizière hat einen Versuch gemacht, aber die Katastrophenverantwortung liegt bei der verfassungsbrechenden Kanzlerin.

    Maiordomus
    11. April 2017 16:26

    PS. Ich freue mich wie immer auf das neueste Heft von Sezession als gepflegt aufgemachter Druckausgabe. Es gibt Nummer für Nummer tiefschürfende Artikel und nich zu unterschätzen die Buchrezensionen sowie auch Hintergrundnachrichten über die europäische rechte und zum Teil auch halbrechte Szene ohne allzuviel Parteinahme, was für die politische Orientierung von Wert ist.

    Monika L.
    11. April 2017 17:41

    Lieber einen Mann mit Schraubenschlüssel als einen Mann mit Hammer und Sichel.

    Erdhummel
    11. April 2017 18:22

    Nautilus,

    ich teile Ihr Unbehagen - diese Gefahr des Eintauchens in den Politikbetrieb der Hauptstadt existiert besonders für nicht gefestigte, rückgratlose Eintaucher. Aber und das sollte man nicht unterschätzen - um gehört zu werden und um letztlich die "Selbstverständlichkeiten" wieder herzustellen ( bevor sie mit der Zeit  gezielt und manipulierend vergessen werden) braucht es laute und mitreißende Stimmen im Bundestag, die sie geduldig und mit Nachdruck für das deutsche Volk  einfordern. Sonst wird anstelle des  erwünschten Hochkletterns der Treppenstufen ganz schnell ein  Sturz auf den Kellerboden folgen und der Vogel mit Sicherheit von der Katze gefressen.

    calculus
    12. April 2017 07:16

    Sehr geehrter Herr Kubitschek,

    vielen Dank für die aufmunternden Worte, die ich, das muß ich zugeben, von Zeit zu Zeit bitter nötig habe.

    Gerade gestern war es mal wieder so weit. Da mußte ich turnusmäßig aus meinem ostbrandenburgischen Dorf mit öffentlichen Verkehrmitten quer durch die große Stadt in die Landeshauptstadt. Bereits hier draußen in der vormaligen Abgeschiedenheit geht es los. Bereits auf dem kleinen Busbahnhof hier bei uns glaubt man, man wäre in Aleppo und nicht in einem kleinen Dorf unweit der Oder. Und so geht es immer weiter. In den öffentlichen Verkehrsmitteln hört man kaum mehr deutsche Stimmen, dafür umso mehr welche aus aller Herren Länder. Die gesamte Fahrt über geht das so, es gibt nicht die geringste Atempause.

    Es ging schlicht um die parteipolitische Angst vor schlechten Bildern und um die Frage, ob der politische Gegner einen Vorteil aus einer häßlichen Entscheidung würde ziehen können

    Man hat spätestens 2013 mit der Vorbereitung der dezentralen Infrastruktur zur Vereilung der sogenannten "Flüchtlinge" übers ganze Land begonnen. Alles im im Beritt des Innenministers. Wenn man nur "schelechte Bilder" hätte vermeiden wollen, hätte man eine gut bewachte zentrale Struktur errichten können und müssen.

    Es ist alles verloren.

    destijl
    13. April 2017 02:26

    Sich mit Haut und Haar an Höcke zu heften, dafür habe ich bezüglich Ihrer privaten Freundschaft Verständnis. Allerdings ist mit dem Mann politisch nichts zu gewinnen, da bin ich ganz bei Maiorsdomus. Ob es Höckes blumig-verstaubte  Ansprache, seine ungeschickten Manöver oder seine vermeintliche (wolh auch: tatsächliche) Geistesnähe zur NPD ist, für eine AfD und für ein zukunftgerichtetes rechtes Programm taugt das nicht. Das ist nicht die neue, schöne Rechte sondern eine miefige, alte. 

    Den Akzent, den Sie im Spiegel gesetzt und nun fortgeführt haben bezüglich der Erinnerungskultur, welcher als Angebot an die Mitte gewertet werden kann, finde ich sehr gut. Dieser verfolgt im Übrigen eine gegenteilige Strategie zur berüchtigten Höcke-Rede und kann auch als Korrektur-Hinweis an den Freund verstanden werden (?). 

    Locke
    13. April 2017 21:58

    @calculus

    Ich kann Ihre Gefühle verstehen und teile ich sie gleichfalls. Ich glaube aber, dass viele aus westdeutschen Ballungsgebieten für unsere Befindlichkeiten nur ein müdes Lächeln übrig haben. Ich bemerke dies mit Gleichgesinnten, die in westdeutschen Städten leben. Ich nenne es die 100% Sache. Ich bin 32 Jahre und lebe in der ostdeutschen Provinz. Ich bin zu 100% ohne Fremdländische aufgewachsen. Bis zum Jahr 2014 habe ich eigentlich nie Fremdländische erlebt. Selbst der Dönermann in unsere kleinen Stadt war ein Deutscher. Ungelogen. 

    Und jetzt merke wie ich, wie ich mit aller Macht und Kampf versuche, mein Leben ohne Fremde weiterhin als >das Normale< zu betrachten. Diese Betrachtung der >Normalität< lasse ich mir von niemandem nehmen. Auch und erst recht nicht von Gleichgesinnten. 

    Cacatum non est pictum
    15. April 2017 01:37

    @destijl

    Sich mit Haut und Haar an Höcke zu heften, dafür habe ich bezüglich Ihrer privaten Freundschaft Verständnis. Allerdings ist mit dem Mann politisch nichts zu gewinnen, da bin ich ganz bei Maiorsdomus. Ob es Höckes blumig-verstaubte  Ansprache, seine ungeschickten Manöver oder seine vermeintliche (wolh auch: tatsächliche) Geistesnähe zur NPD ist, für eine AfD und für ein zukunftgerichtetes rechtes Programm taugt das nicht.

    Kennen Sie seine Reden in Gänze? Haben Sie ihn schon mal live erlebt? Kennen Sie die sogenannten Bürgerdialoge der AfD Thüringen? Haben Sie ihn schon mal im Thüringer Landtag lospoltern und seinen Kontrahenten der Blockparteien die Leviten lesen gesehen? Sind Ihnen die aktuellen Umfragewerte der AfD Thüringen bekannt?

    Ja, Björn Höcke ist anders als jener gemeine Berufspolitiker dieser Tage, der sich durch Opportunismus, Kompromiss-Sucht und Farblosigkeit auszeichnet (und ferner dadurch, dass er in seinem Leben noch keine ehrliche Arbeit geleistet hat). Höcke polarisiert, keine Frage. Aber für mich verkörpert er geradezu den Idealtypus eines Politikers, der in unserem Sinne Widerstand gegen die staatszersetzenden Machenschaften der aktuellen Regierung leisten kann. Er ist authentisch, und das ist im heutigen Politbetrieb fast ein Alleinstellungsmerkmal. In den letzten beiden Jahren wurde doch so oft davon gesprochen, dass es uns an genau dieser Gattung von Politikern mangelt. Und jetzt ist er dem eigenen Lager wieder nicht aalglatt genug?

    Das ist nicht die neue, schöne Rechte sondern eine miefige, alte.

    Die "neue, schöne Rechte" hat am kommenden Wochenende in Köln einen Massenauflauf von mehr als 50 000 Mitgliedern der Zivilgesellschaft zu gewärtigen, die die Neue Rechte genauso miefig findet wie Sie die Alte. Meinen Sie, dass Ihre Distanzierungsversuche auch nur einen einzigen von denen beeindrucken werden? Die politischen Gegner schmeißen sowieso alle in einen Topf, die sich ihrer Deutungshoheit nicht fügen wollen. Darauf reagiert man mit Geschlossenheit, nicht mit Isolierung.

    Den Akzent, den Sie im Spiegel gesetzt und nun fortgeführt haben bezüglich der Erinnerungskultur, welcher als Angebot an die Mitte gewertet werden kann, finde ich sehr gut. Dieser verfolgt im Übrigen eine gegenteilige Strategie zur berüchtigten Höcke-Rede und kann auch als Korrektur-Hinweis an den Freund verstanden werden (?).

    Wieso muss man der Mitte Angebote machen? Muss man nicht. Wie wäre es mit einem eigenen Profil? Die Mitte ist links - und wenn die AfD nicht auch dort landen will, sollte sie einen Teufel tun, sich dorthin zu bewegen.

    Cacatum non est pictum
    15. April 2017 02:18

    @calculus

    Es ist alles verloren.

    Es ist nichts verloren. Lassen Sie den Kopf nicht hängen, lieber Mitstreiter. Wir haben nur diese eine Heimat, und wir werden sie für uns, unsere Kinder und Kindeskinder verteidigen. Man sollte sich allerdings von der Illusion lösen, dass das noch auf leichtem Wege zu bewerkstelligen ist. Der Zug ist abgefahren. Unser Bemühen wird entbehrungsreich sein, aber es wird sich - hoffentlich - lohnen.

    @Locke

    Ich kann Ihre Gefühle verstehen und teile ich sie gleichfalls. Ich glaube aber, dass viele aus westdeutschen Ballungsgebieten für unsere Befindlichkeiten nur ein müdes Lächeln übrig haben. Ich bemerke dies mit Gleichgesinnten, die in westdeutschen Städten leben.

    Auch viele Westdeutsche haben den Kaffee auf. Der Unterschied zu den Ostdeutschen scheint mir tatsächlich der zu sein, dass die einen es mittlerweile für einen unabwendbaren Normalzustand halten, wenn sie beim Einkaufen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch babylonisches Sprachengewirr vernehmen, während die anderen es zu schätzen wissen, dass die liebgewonnene Heimat noch nicht an allen Ecken und Enden mit orientalischem Flair bereichert ist.

    Hugo
    16. April 2017 13:37

    Was wird passieren, in einer Woche, auf dem Bundesparteitag der AfD? Showdown Petry & Pretzell "PP" gegen Höcke, der selbst nicht anwesend, durch seine (vielen) Anhänger vertreten sein wird? Petry wird diesen Parteitag nur schwer beschädigt verlassen können. Im schlimmsten Fall droht ihr Ausscheiden oder die Spaltung der AfD, 5 Monate vor der wichtigsten Bundestagswahl der gesamten Nachkriegszeit! 

    Dieser Wahnsinn wurde von PP heraufbeschworen, allerdings nicht ganz unprovoziert durch Höcke.  Aber das ist völlig uninteressant. Es ist überhaupt nicht wichtig, wer "schuld" ist. Es ist sogar unerheblich wer nun Recht hat, Höcke und seine Fundis oder Petry und ihre Realos. Dieser Richtungsstreit ist unnötig wie ein Kropf! Wichtig ist einzig und allein, ob die AfD in mindestens Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen wird oder nicht! Diese politische Notwendigkeit wird durch den Richtungsstreit gerade vergeben!

    Ehrlich gesagt kann ich niemand verstehen, der jetzt den Richtungsstreit als "unvermeidbar" ansieht oder gar darin Partei ergreift. Wer das tut, hat nicht Deutschland im Sinn, sondern irgendwelche Machtstrukturen. Nur die vereinte AfD kann Deutschland vor dem Untergang 3.0 bewahren!  Eine "Höcke-AfD" und eine "Petry-AfD", die sich nach kurzer Zeit in "NPD" und "CDU" verwandeln, können es nicht! 

    Franke84
    17. April 2017 09:53

    Zunächst einmal: vielen Dank für die klaren,  klugen Worte und die starke Metaper. 

    Zur AfD: Sollte man zum jetzigen Zeitpunkt wirlklich in die von "Medieneliten" angefeuerten Streitigkeiten einstimmen? Ist es wirklich ein interner AfD-Streit - oder doch ein oktruierter, in den sich die "dumme" AfD drängen lässt?

    Freilich kann man viele Bedenken und Ängste verstehen. Was nautilus schreibt, ist ein guter Einwand, der oft vergessen wird. Doch muß das jetzt gelöst werden, nur weil es einige Systemschreiberlinge fordern? 

    Schauen wir doch mal zurück ins Bundestagswahljahr 2013. Damals hat man erfolgreich ein rot-(rot)-grünes Schreckensgespenst installiert. "Merkel oder Untergang" war oft als Stimmung zu spüren. Blanker Hohn in der Rückblende!  In der Folge (und wohl aus Angst vor einer linken Regierung) wählten zu wenige die AfD - man scheiterte an weniger als 1%...

    Und 2017? Schulz soll diesmal das Schreckgespenst spielen, damit die Leute aus Angst vor ihm die CDU/CSU wählen - und nicht die AfD. Das ist der Kern der Waglkampfinszenierung! Um dies zu unterstützen schreibt die systemeigene Hilfspresse der AfD einen Grundlagenstreit an den Hals. Wer will schon einen starken Höcke, wenn er einen Hampelmann-Seehofer haben kann?

    Jetzt reißen  wir uns am Riemen! Lassen wir uns nicht wieder blenden! Die Taube muß die Treppe erst wieder hoch und Selbstverständlichkeiten zurückgewinnen. 

     

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