18. April 2017

Hudson und der „Finanzsektor“

Michael Wiesberg / 5 Kommentare

Auf den US-Ökonomen Michael Hudson bin ich durch dessen Buch "Super Imperialism" aufmerksam geworden, er sucht darin die Entwicklung des US-Imperialismus nach der Ersten Weltkrieg zu analysieren.

Michael Wiesberg

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

  • Sezession

"Superimperialismus" ist ein Terminus technicus, der der marxistischen Theoriebildung zuzurechnen ist. Und in der Tat ist Hudson, der gern damit kokettiert, der Patensohn von Leo Trotzki zu sein, als Marxist zu qualifizieren, was ihn allerdings nicht daran hinderte, als Finanzanalyst und Berater an der Wall Street zu arbeiten. Einen Namen machte sich der "Occupy Wall Street"-Sympathisant Hudson, als er in einer Titelgeschichte für Harper’s Magazine 2006 auf das drohende Platzen der Spekulationsblase im US-Immobilienmarkt und die daraus resultierenden Folgen aufmerksam machte.

Hudson arbeitet in "Super Imperialism" die Kernaspekte des monetären Kapitalismus der USA heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in der Rolle des internationalen Kreditgebers, der die Regeln des Welthandels auf Kosten anderer Länder diktierte, sahen sich die Vereinigten Staaten durch ihre Kriege international bald in der Rolle des Schuldners. Wie, und diese Frage steht im Zentrum des Buches, ist es den USA dennoch gelungen, ihren Hegemoniestatus aufrechtzuerhalten, hatte dieses Dilemma doch schon zum Niedergang des Britischen Empires geführt?

Die Antwort lautet gemäß Hudson, daß es den USA gelang, international eine Art doppelten Standard durchzusetzen: Mit Blick auf die Entwicklungsländer traten die USA als Gläubiger auf. Die US-Außenpolitik bis hin zur Entwicklungshilfe war darauf abgestellt, die ökonomische Entwicklung der Dritten Welt zu hemmen, und zwar insbesondere in denjenigen Bereichen, von denen die USA befürchtete, daß sie in Konkurrenz zur eigenen Wirtschaft treten könnten.

Die Ökonomien Europas und Asiens hingegen wurden von den USA in beispielloser Art und Weise mit den Mitteln der Schuldnerposition dominiert. Bis dahin galt es als Axiom der Geopolitik, daß das Absinken in einen Schuldnerstatus mit dem Verlust imperialer Ambitionen einhergeht. Mit der Aufgabe der Goldbindung des Dollar durch US-Präsident Nixon Mitte August 1971 wurden, so Hudson, die Kriegsausgaben der USA zu einer Art virtuellen Steuer für Ausländer; ausländische Zentralbanken finanzierten nun die Kosten der US-Kriege und einen Großteil des US-Zahlungsbilanzdefizits.

Der Dollar-Überfluß, der nach Aufgabe der Goldbindung entstand, ergieße sich seitdem in den "Rest der Welt" für Finanzspekulationen, Unternehmensübernahmen oder in den Ausbau von Infrastrukturen. Die Zentralbanken rund um den Globus recyceln diesen Dollar-Zufluß durch den Kauf von US-Staatsanleihen, mit denen wiederum das US-Haushaltsdefizit finanziert werde. Dieser Status wird aus der Sicht von Hudson mit der ideologischen Dominanz der USA abgesichert.

Die Ideologie hinter dem "Superimperialismus" ist der in den 1990er Jahren vieldiskutierte "Washington Consensus" mit seinen Eckpfeilern fiskalische Disziplin, Liberalisierung der Finanzmärkte, Handelsliberalisierung, Abschaffung von Handelshemmnissen, Privatisierung, Deregulierung etc. Ideologischer Stichwortgeber dieses Consensus sei die Chicago School of Economics in Gestalt des Ökonomen Milton Friedman und seiner „Chicago Boys“ mit ihrer „neoliberalen monetaristischen Ideologie“ gewesen.

Meines Wissens nach war Hudson einer der ersten, der die Mechanismen dieses Doppelstandards, mit dem die USA ihre globale Rolle als Weltmacht aufrechterhalten können, offengelegt hat. Bestechend bleibt, ungeachtet seiner marxistisch inspirierten Positionierung, Hudsons analytische Schärfe und die Tatsache, daß er Roß, Reiter und Interessenlagen nennt und nicht in das abstrakt-anonymisierende Strukturgeschwafel verfällt, das heute oft die Sozialwissenschaften prägt.

Vom gleichen Geist ist seines neuestes Buch geprägt, nämlich Der Sektor. Warum die globale Finanzwirtschaft uns zerstört. Das Buch hat zwei Hauptthemen, nämlich zum einen die Geißelung des "Rentier-Kapitalismus", worunter Hudson den Bezug von leistungslosen Einkommen versteht, und zum anderen die internationale Schuldenproblematik. Er kommt dabei im übrigen zu völlig anderen Ergebnissen als der zum "intellektuellen Popstar" oder gar zum "Karl Marx des 21. Jahrhunderts" aufgeblasene französische Ökonom Thomas Piketty, der gern damit hausieren geht, daß Deutschland seine Schulden nach den beiden Weltkriegen nicht bezahlt habe und deshalb, so Piketty in einem Interview mit der Zeit, anderen Ländern (wie Griechenland) "keine Lektionen zu erteilen" habe. Piketty zeigt in diesem Interview im Vergleich zu Hudson nur eines, nämlich daß er die Interessenlagen hinter der Staatsschuldenproblematik entweder nicht verstanden hat oder bewußt vernebelt, um seinen deutschfeindlichen Ressentiments freien Lauf lassen zu können.

Doch zurück zu Hudson: Der Bogen, den er bei seiner Analyse des "Rentier-Kapitalismus" schlägt, ist umfassend – und leider, das gilt für das ganze Buch, immer wieder von Redundanzen und Wiederholungen durchzogen, was die Lektüre der ohnehin schon komplexen Materie nicht eben erleichtert.

Ziel der klassischen Volkswirtschaftslehre – Hudson nennt hier Adam Smith, John Stuart Mill oder David Ricardo – sei es gemäß Hudson gewesen, produktives Kapital von unproduktivem zu unterscheiden. Vermögen und Einkünfte von Rentiers wie Großgrundbesitzern sollten beschnitten werden, damit das Finanzkapital in erster Linie dem Ausbau der Industrie zugute kommt. Dieses Ziel indes wurde nie erreicht. Statt dessen verbreiteten die "Neoliberalen" – ich übernehme hier diesen Kampfbegriff, ohne ihn zu teilen – die Illusion, als ob der aus Privatbanken, Investoren und Versicherungen bestehende "Sektor" selbst produktiv wäre.

Zwar erzeugten Finanzoperationen lediglich Buchwerte; dennoch gelten sie als unverzichtbar. Das Finanzkapital – konkret z.B. Hedgefonds-Manager oder Investmentbanker – agiere wie ein "Parasit", der seinem "Wirt" vortäusche, er bedürfe seiner. Hier wie dort ende dies letztlich mit dem Absterben des "Wirts". Das ist im übrigen auch der Originaltitel des Buches, nämlich Killing the Host (Den Wirt tötend). En passant: Es versteht sich von selbst, daß die Metaphern, die Hudson hier verwendet, bei einigen Rezensenten Anstoß erregt haben.

Dem hält Hudson entgegen, daß im 19. Jahrhundert – von Marx bis zu den Wirtschaftsprofessoren – die Vorstellung herrscht, Banken hätten dem Industriesystem dienlich zu sein. Es waren die frühsozialistischen Saint-Simonisten, die das entwickelten, was heute "Investment Banking" genannt wird. Nach Hudson haben die Reichsbank und die deutschen Banken diese Idee sehr effektiv umgesetzt. Auch deshalb, weil man in Deutschland erkannt habe, daß es notwendig war, die Industrie langfristig zu finanzieren, wenn der Vorsprung der Briten aufgeholt werden soll. Die daraus entstandene "Verschmelzung von Industrie, Bankwesen und Regierung" (Industriekapitalismus) war "zweifellos die Haupttriebkraft für den Erfolg der deutschen Unternehmen".

Der "Rentier-Finanzkapitalismus" steht im engen Zusammenhang mit der Schuldenproblematik. Daß dieser die Oberhand über den Industriekapitalismus gewinnen könnte, war laut Hudson in dieser Form nicht absehbar. Die meisten Kredite, die heute vergeben werden, dienten nicht mehr produktiven Zwecken, sondern dazu, Assets zu kaufen, sprich: Aktien, Unternehmen, Immobilien etc.

Bei seiner Einordnung der Schuldenproblematik tritt Hudson einen Gang durch die Weltgeschichte an. Schulden seien immer ein dynamisches Element gewesen, weil sie eine Klasse von Gläubigern habe entstehen lassen, deren "oligarchische Herrschaft" immer dann endete, wenn die Karten neu gemischt wurden; sprich: wenn neue politische Führer einen Schuldenerlaß durchsetzten und das Eigentum neu verteilten.

Unterstützten Gläubiger lange Zeit Demokratien, weil diese größere Sicherheit für Kredite versprechen, scheint sich seit dem Finanzcrash von 2008 und den dadurch mitausgelösten Schuldenkrisen von Island bis Griechenland der Wind zu drehen, hat sich das Finanzkapital doch seitdem darauf verlegt, zu verlangen, daß die Staaten sparen oder staatliches Vermögen privatisiert wird. Hudson spricht von einer "neuen Art von Kriegsführung", die das gleiche Ziel verfolge wie früher die militärische, nämlich "die Aneignung von Land und Bodenschätzen, die Übernahme staatlicher Infrastruktur und die Erhebung von Tributzahlungen".

Dem gern auch von Libertären ins Feld geführten Argument, staatliche Planung und Besteuerung seien "Wege in die Knechtschaft", hält Hudson entgegen, daß dieses Argument suggeriere, daß vermeintlich "freie Märkte" keiner Planung unterlägen; tatsächlich aber ständen sie unter der Kontrolle von Bankern, die sie im Sinne oligarchischer Sonderinteressen zu beeinflussen versuchten. Deren Ziel sei es, daß der Staat die Schuldenlasten tragen solle, um dem "One percent" der Reichsten durch Übertragung der Verluste auf die Steuerzahler Vorteile zu verschaffen. Ein Exponent dieser Politik war der ehemalige US-Notenbank-Chef Alan Greenspan, den Hudson wenig freundlich als "Cheerleader" für Leute bezeichnete, "die in der Lage waren, rasch reich zu werden"; "ähnlich wie ein Pilotfisch für Haie".

Wer das für überzogen hält, der lese die minutiösen Ausführungen Hudsons über die Umstände der Rettung US-Großbanken im Zuge der Finanzkrise von 2008 – die auch darüber Auskunft geben, in welchem Maße der ehemalige US-Präsident Barack Obama ein Lobbyist von Wall-Street-Interessen war – oder über die Umstände der Klage der Hedgefonds NML Capital und Aurelius gegen Argentinien auf die volle Rückzahlung von argentinischen Staatspapieren, die diese Hedgefonds einst zu Schleuderpreisen gekauft hatten, oder die detailreichen Ausführungen Hudsons zur sogenannten "Rettungspolitik" der Troika (IWF, EZB, Europäische Kommission) im Falle Griechenlands.

Das Rezept indes, mit dem das zu kurieren wäre, was Hudson hier analytisch herausarbeitet, zeigt dessen Grenzen als Marxisten, wenn er allen Ernstes den Sozialismus als Alternative zum "Neoliberalismus" vorschlägt. Zusammenfassend erklärte er z. B. in einem Interview mit dem österreichischen Standard:

Man muß den Neoliberalismus durch Sozialismus ersetzen. Europa braucht eine echte Zentralbank, die Staaten finanzieren kann, eine radikale Umstrukturierung der Schulden, die Abschaffung der Steuerfreiheit von Zinserträgen, echte progressive Besteuerung und einen Bruch mit der Dominanz des US-Kapitalismus.

Unterschreiben kann man hier "aus rechter Sicht" – auch Hudsons finanztechnische Forderungen sind nämlich mehr als diskussionswürdig – wohl nur eines, nämlich den "Bruch mit der Dominanz des US-Kapitalismus". Nicht wenige haben geglaubt, daß dieser Bruch quasi intrinsisch durch Donald Trump herbeigeführt werden könnte, der zumindest suggerierte, er wolle als Präsident eine Art Kontrapunkt zu den demokratischen "Wall-Street-Präsidenten" Clinton und Obama setzen.

Wer sich die vielen Details vor Augen führt, die Hudson zur Bankenrettung im Zuge des Finanzcrashs von 2008 entfaltet, bekommt eine Ahnung davon, wie groß der Haß des US-"Normalbürgers" auf all das sein muß, wofür die Wall Street und das US-Establishment steht. Nur deshalb konnte Trump gegen Hillary Clinton die Wahl gewinnen.

Spätestens Anfang Februar hätte man es bereits besser wissen können, als Trump in Washington ein Dekret unterzeichnete, das auf die Revision eines Gesetzes aus dem Jahr 2010 zur Regulierung der Banken abzielt. Trump wolle damit, so kommentierte auffällig wohlwollend die Welt, "sein Wahlversprechen einlösen, den Finanzmarkt wieder zu entfesseln".

Finanzminister Steven Mnuchin, ein ehemaliger Hedgefonds-Manager und "frühere Führungskraft der Wall-Street-Bank Goldman Sachs", soll nun klären, "inwieweit geltendes Recht mit den neuen 'Kernprinzipien' vereinbar" sei. Das Ergebnis kann man sich bei dem Hintergrund von Mnuchin unschwer ausmalen. Wichtigster Wirtschaftsberater Trumps ist im übrigen auch ein ehemaliger hochrangiger Goldman-Sachs-Manager, nämlich Gary Cohn, der nun den Chef des nationalen Wirtschaftsrates gibt. Der Abschied von "GS" wurde Cohn dem Vernehmen nach mit einer dreistelligen Millionensumme versüßt. Cohn ist ein weiteres schlagendes Beispiel für den "Drehtüren-Effekt", mit dem insbesondere GS-Manager zwischen Politik und Wirtschaft hin- und herwechseln. Rein zufällig ist, so das Manager Magazin, die Goldman-Sachs-Aktie "- wie andere Papiere von US-Banken ebenfalls - seit dem Wahlsieg Trumps enorm gestiegen und bewegt sich derzeit nahe ihres Allzeithochs".

Ich sehe mich damit in meiner 10. These zur „US-Außenpolitik nach Obama“ (Sezession 74 / Oktober 2016) bestätigt, in der davon die Rede ist, daß sich auch ein US-Präsident Trump den "Interessen des transatlantischen Finanzkapitals nicht verweigern können wird". Daß allerdings der Topf seinen finanzkapitalistischen Deckel so schnell finden wird, dürfte selbst bei eingefleischten Trump-Anhängern nachhaltige Katerstimmmung auslösen.


Michael Wiesberg

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

  • Sezession

Kommentare (5)

Gustav
18. April 2017 15:12

“I don’t care who writes a nation’s laws – or crafts its advanced treaties – if I can write its economics textbook."Samuelson, 1990

Wirtschaftskrisen werden durch die Geldpolitik absichtlich verursacht. Es ist die einzige Aufgabe der VWL, dies zu leugnen und zu vernebeln und Dogmen zur Verschärfung von Krisen zu liefern. Krisen haben zwei Ziele, erstens die lohnabhängigen Arbeiter zu disziplinieren und die Löhne zu senken und die Sozialleistungen und Arbeiterrechte abzubauen, zweitens können die Insider der Geldpolitik mit ihren Informationen in jeder Krise gigantische Profite erzielen und weltbeherrschende Vermögen durch risikolose Spekulation gewinnen. Deswegen ist die Geldpolitik in der VWL (wie im Marxismus) kein Thema. Die Professoren lehren nur Modelle mit neutralem Geld als Tauschmittel (Geldmenge mit Umlaufgeschwindigkeit) und ohne Geldvermögen und Schulden; die Geschichte der Krisen darf nicht behandelt werden; alle Thesen werden durch zirkuläre Argumentation aus den Annahmen der Modelle abgeleitet und die monetären Zusammenhänge kommen in diesen Modellen nicht vor; verwirrende mathematische Formeln sollen wissenschaftliches Arbeiten vortäuschen und die zirkuläre Argumentation verbergen.

Die VWL argumentiert nicht deshalb mit Modellen, weil ökonomische Zusammenhänge so kompliziert wären, sondern weil sich nur aus konstruierten Modellen die den herrschenden Interessen dienenden Behauptungen herleiten lassen. Tautologie und Zirkelschluss auf der Grundlage der Annahmen und Voraussetzungen dieser Modelle sind dabei die wesentlichen Argumentationsweisen der VWL-Professoren.

By the late 20th century the term “neoclassical” had come to connote a deductive body of free-trade theory using circular reasoning by tautology, excluding discussion of property, debt and the financial sector’s role in general, taking the existing institutional environment for granted.

Michael Hudson

Philip Stein
18. April 2017 16:07

Lieber Herr Wiesberg,

vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag, den ich mit geradezu diebischer Freude und großem persönlichen Gewinn gelesen habe. Vor dem Hintergrund, dass weite Teile des sog. rechten Lagers in puncto Wirtschaftspolitik wohl (leider) in die Katgeorie "eigentümlich frei" gesteckt werden müssen, erscheint mir Ihr kluger Beitrag um so wertvoller.

Allein Ihre Behauptung, man könne "aus rechter Sicht" wohl nur dem "Bruch mit der Dominanz des US-Kapitalismus" zustimmen, erscheint mir diskussionswürdig. Gerade die von Hudson angeführten Maßnahmen einer "radikale[n] Umstrukturierung der Schulden" sowie "die Abschaffung der Steuerfreiheit von Zinserträgen" scheinen mir besonders elementar – auch aus rechter Sicht.

Hartwig aus LG8
19. April 2017 10:03

1) Außerhalb politisch interessierter Zirkel wird die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Rechten nach wie vor als Vollstreckung der Interessen des Kapitals gesehen; zumindest im Großen und Ganzen.

2) Die Fokussierung der Rechten auf nationale Zusammenhänge wird von vielen propagandagemäß als eine Art der Entsolidarisierung begriffen; einer Entsolidarisierung mit der 'Welt',  - wobei das keine Fehleinschätzung ist. Allenfalls wäre zu ergänzen, dass der Begriff der Entsolidarisierung nahelegt, dass es je eine Solidarisierung im Weltmaßstab gegeben hätte bzw. gibt, die über caritatives Engagement hinausgeht.

3) Die Rechte muss klarmachen, dass sie DIE solidarische Kraft ist, welche die sozialen Interessen der Deutschen vertritt. Neben weniger anderer Themen gehört das in den Mittelpunkt, denn an diesem neuralgischen Punkt wird die Rechte verkannt - auch von vielen Wohlwollenden.

Ich habe auf SiN schon einiges gelesen (vor allem in den Kommentaren), was klar erkennen lässt, dass diesbzgl.  ein Grundkonsens auf Rechter Seite fehlt. Umso mehr ist dies zu propagieren. Umso deutlicher muss man sich vom bürgerlichen Dünkel gegenüber solidarisierender Politik abgrenzen.

Dank an Herrn Wiesberg, dass er das Thema in seinen Beiträgen aufwirft oder zumindest immer wieder streift.

Maiordomus
19. April 2017 11:59

Die Debatte erinnert an alte wohl eher pseudorechte Postulate von der "Abschaffung der Zinsknechtschaft". Aber natürlich sind vernünftige ökönomische Modelle gefragt. Es gibt kein verantwortbares Wirtschaften ohne Kriterien auch "jenseits von Angebot und Nachfrage", wie es Wilhelm Röpke zur Gründungszeit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft von 60 Jahren auf den Punkt gebracht hat.

Cacatum non est pictum
20. April 2017 03:41

@Maiordomus

Die Debatte erinnert an alte wohl eher pseudorechte Postulate von der "Abschaffung der Zinsknechtschaft". Aber natürlich sind vernünftige ökönomische Modelle gefragt.

Das vernünftigste ökonomische Modell wäre eben die Abschaffung jener Zinsknechtschaft. Unser Schuldgeldsystem ist der Elefant im Raum, an dem die ganzen sogenannten Wirtschaftsexperten zuverlässig vorbeireden.

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