Die präventive Konterrevolution

Geschäftsführender Direktor von CAES ist der allseits bekannte Michel Friedman. Laut diesem ist es das Ziel von CAES,...

 Gastbeitrag

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wie die FAZ zu berich­ten weiß, Euro­pa mit guten Argu­men­ten vor­an­zu­brin­gen. Fried­man wird zitiert: „Wir brau­chen mehr Euro­pa. Wel­ches Euro­pa – dar­über müs­sen wir ratio­nal diskutieren.“

Am 11. Mai wird es bei CAES zum Bei­spiel einen Vor­trag von Ex-Bun­des­prä­si­dent Chris­ti­an Wul­ff über die Zuge­hö­rig­keit des Islams zu Deutsch­land und Euro­pa geben. Selbst­ver­ständ­lich wer­den alle Ver­an­stal­tun­gen von CAES, des­sen Finan­zie­rung bis 2020 gesi­chert ist, von „pri­va­ten Unter­stüt­zern“ ermög­licht. CAES arbei­tet nicht nur mit der Fach­hoch­schu­le eng zusam­men, son­dern auch mit der gro­ßen Wirt­schafts­kanz­lei FPS, die im Auf­trag von Welt­kon­zer­nen wie Micro­soft vor allem im Urhe­ber­recht mit kost­spie­li­gen Abmah­nun­gen tätig ist.

„Euro­pa“ wird auch von der Initia­ti­ve „Pul­se of Euro­pe“ pro­pa­giert. Die­se Initia­ti­ve wird von Sven­na Trieb­ler in der Mai-Aus­ga­be der lin­ken Zeit­schrift kon­kret tref­fend als „Auf­stand der Ein­ver­stan­de­nen“ cha­rak­te­ri­siert. Der Anstoß kam eben­falls aus Frank­furt, näm­lich von Wirt­schafts­an­wäl­ten am Sitz der Euro­päi­schen Zen­tral­bank und dem Finanz­zen­trum der EU. Hier wie in etli­chen ande­ren deut­schen Städ­ten fin­den neu­er­dings regel­mä­ßi­ge Sonn­tags­kund­ge­bun­gen mit eini­gen tau­send Teil­neh­mern statt.

Die meis­ten dar­un­ter mögen ein idea­lis­ti­sches Ver­ständ­nis von „Euro­pa“ haben. Doch in Wahr­heit steht die­ser posi­tiv besetz­te Begriff für die Pro­pa­gan­da eines öko­no­misch weit­ge­hend deutsch domi­nier­ten Hal­b­eu­ro­pas (also ohne Ruß­land), das zu einer den USA und Chi­na eben­bür­ti­gen wirt­schaft­li­chen, poli­ti­schen und auch mili­tä­ri­schen Welt­macht for­miert wer­den soll.

Unter den „Europa“-Idealisten dürf­ten übri­gens etli­che sein, die sich kürz­lich erst­mals am „Marsch für die Wis­sen­schaft“ betei­ligt haben. Mit die­ser aus den USA impor­tier­ten Bewe­gung soll gegen eine angeb­li­che neue Feind­schaft zu den Erkennt­nis­sen der Wis­sen­schaft und dem Geist der Auf­klä­rung mobi­li­siert werden.

Daß die­se Bewe­gung aus­ge­rech­net nun auch in Deutsch­land mit sei­nen inter­na­tio­nal beson­ders hohen Auf­wen­dun­gen für Wis­sen­schaft und Pseu­do­wis­sen­schaft tätig wird, ist nur durch die pro­gram­ma­ti­sche Links­las­tig­keit der Initia­ti­ve zu erklä­ren. Und der „Marsch“ zieht magisch die­je­ni­gen an, die für Gen­der- und Kli­ma­wan­del­leh­ren noch wei­te­re Stel­len an den Uni­ver­si­tä­ten fordern.

Aus Groß­bri­tan­ni­en kommt die Nach­richt, daß der frü­he­re Pre­mier­mi­nis­ter Tony Blair ein „Insti­tut für den glo­ba­len Wan­del“ gegrün­det hat. Damit soll, und das eint CAES, „Pul­se of Euro­pe“, „Marsch für die Wis­sen­schaft“ und das Blair-Insti­tut, der Popu­lis­mus bekämpft wer­den. Gekrönt wer­den soll die­se Ent­wick­lung höchst­wahr­schein­lich Mit­te Mai mit der Wahl von Emma­nu­el Macron zum neu­en fran­zö­si­schen Staats­prä­si­den­ten. Macron hat nach einer lupen­rei­nen fran­zö­si­schen Eli­teaus­bil­dung eine Kar­rie­re als Roth­schild-Invest­ment­ban­ker und als wirt­schafts­li­be­ra­ler Minis­ter unter Prä­si­dent Hol­lan­de absol­viert, bevor er sich „selb­stän­dig“ machte.

Der Auf­stieg und Erfolg die­ser Per­so­na­lie ist sozu­sa­gen das bis­he­ri­ge Meis­ter­stück im Stre­ben der tat­säch­lich Mäch­ti­gen im Wes­ten, dem gefürch­te­ten „Popu­lis­mus“ nicht nur Gren­zen zu set­zen, son­dern ihn schon zu einem Zeit­punkt nie­der­zu­rin­gen, in dem der wach­sen­de Wider­stand in den Völ­kern gegen das „Euro­pa“ der selbst­er­nann­ten Eli­ten und gegen eine Glo­ba­li­sie­rung der weni­gen Gewin­ner, doch der vie­len Ver­lie­rer noch zu bre­chen mög­lich erscheint.

Die­ser Ent­wick­lung, das sei aus­drück­lich betont, liegt aller Wahr­schein­lich­keit kei­ne gro­ße, geheim­nis­vol­le „Ver­schwö­rung“  zugrun­de. Doch es gibt gemein­sa­me, die Gren­zen über­schrei­ten­de Inter­es­sen all derer, die in Poli­tik, Wirt­schaft und gro­ßen Insti­tu­tio­nen von den gegen­wär­ti­gen Ver­hält­nis­sen in jeder Wei­se pro­fi­tie­ren. Die­se Krei­se sind aller­dings zur Auf­recht­erhal­tung ihrer Domi­nanz ent­schei­dend auf die­je­ni­gen Tei­le in den Völ­kern ange­wie­sen, die eben­falls von den gegen­wär­ti­gen Ver­hält­nis­sen zu pro­fi­tie­ren glauben.

Das sind im Land des hoch­pro­duk­ti­ven Export­welt­meis­ters Deutsch­land sehr viel mehr Men­schen als zum Bei­spiel in Ita­li­en oder Grie­chen­land, und auch mehr als im kri­seln­den Nach­bar­land Frank­reich. Dort hat Macron zwar nur wenig mehr als 20 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men gewon­nen, was ihm aber für das höchs­te Staats­amt rei­chen könn­te, weil die „Popu­lis­tin“ Le Pen unter allen Umstän­den mit Unter­stüt­zung kon­ser­va­ti­ver wie links­li­be­ra­ler Krei­se von der Macht fern­ge­hal­ten wer­den soll. Für den Sieg des Groß­ka­pi­tal- und Flücht­lings­freunds Mar­con wur­de sogar der zeit­wei­li­ge katho­lisch-kon­ser­va­ti­ve Favo­rit Fil­lon mit geziel­ten Indis­kre­tio­nen geopfert.

Ob die­ser poli­ti­sche Coup lang­fris­tig gelin­gen wird, ist aller­dings unklar. Denn Macron, wie auch Trump oder Mer­kel, ver­mag nicht die fun­da­men­ta­le Kri­se eines finanz­markt­ge­trie­be­nen Kapi­ta­lis­mus zu lösen, der von der Sozia­len Markt­wirt­schaft alter Prä­gung min­des­tens so weit ent­fernt ist, wie es der sel­bi­ge von Sozialismus/Kommunismus war. Die „Eli­ten“ im Wes­ten, ohne­hin viel eher Getrie­be­ne als Gestal­ter der längst außer Kon­trol­le gera­te­nen öko­no­mi­schen Ent­wick­lun­gen, wis­sen durch­aus um die Fra­gi­li­tät ihrer Herr­schaft, zumin­dest aber haben sie eine Ahnung davon.

Noch stark genug, wenn­gleich schon schwä­cher wer­dend, wol­len sie den gefähr­lichs­ten Feind, den in vie­ler­lei Bezie­hung unaus­ge­reif­ten rech­ten „Popu­lis­mus“, noch recht­zei­tig genug sowohl mit lega­len wie ille­ga­len repres­si­ven Mit­teln weit­ge­hend unter­drü­cken, am liebs­ten natür­lich eli­mi­nie­ren. Die ver­stärk­te Kon­trol­le der sozia­len Medi­en, die Bemü­hun­gen um Zen­sur im Inter­net sind offen­sicht­li­che Bestand­tei­le die­ser Unter­drü­ckungs­ver­su­che. Denn nur im Erfolgs­fall kön­nen die­se „Eli­ten“ hof­fen, bei künf­ti­gen schwe­ren öko­no­mi­schen Ver­wer­fun­gen in den dar­aus resul­tie­ren­den Kri­sen ohne offe­ne Gewalt die Ober­hand zu behalten.

Für die frei­heit­lich-patrio­ti­schen Kräf­te in Deutsch­land und anders­wo in Euro­pa gilt es, die­se Ent­wick­lung als das zu begrei­fen, was sie ist, näm­lich als prä­ven­ti­ve Kon­ter­re­vo­lu­ti­on. Um die­ser wider­ste­hen zu kön­nen, wer­den Wahl­er­fol­ge von AfD, FPÖ, Front Natio­nal oder Lega Nord nicht aus­rei­chen, sind aber selbst­ver­ständ­lich anzu­stre­ben und kei­nes­falls gering zu schät­zen. Nicht weni­ger wich­tig, viel­mehr noch wich­ti­ger ist es gleich­wohl, akti­ons- und wider­stands­fä­hi­ge orga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tu­ren im vor­po­li­ti­schen Raum zu schaf­fen wie auch Ein­fluß in Pro­test­be­we­gun­gen zu erlan­gen. Denn die­se kön­nen nicht so ein­fach neu­tra­li­siert oder gar zer­schla­gen wer­den wie eine Partei.

Bei­des läßt sich nur mit der sozia­len Ver­wur­ze­lung in den Tei­len der Völ­ker errei­chen, denen „Euro­pa“ und Glo­ba­li­sie­rung weit mehr Scha­den als Nut­zen, mehr Ver­lus­te an indi­vi­du­el­len und sozia­len Sicher­hei­ten als mate­ri­el­len Gewinn und gesell­schaft­li­chen Macht­zu­wachs bringt. Dazu gehö­ren nicht nur die „Abge­häng­ten“ oder „Ver­ges­se­nen“, die Gering- und Klein­ver­die­ner, Ange­hö­ri­ge des aka­de­mi­schen Pre­ka­ri­ats, son­dern auch immer mehr Mit­glie­der der aus­ge­plün­der­ten Mit­tel­schicht sowie natio­nal gesinn­te Tei­le aus Mit­tel­stand und Oberschicht.

Bei vie­len Men­schen gera­de in Deutsch­land kor­re­spon­diert aller­dings ihre tat­säch­li­che Lage noch nicht mit ihrem kri­ti­schen Bewußt­sein davon. Das läßt sich ändern, denn an schla­gen­den Argu­men­ten und kon­kre­ten Bewei­sen besteht kein Man­gel, sie bedür­fen aller­dings der Popularisierung.

Es ist jeden­falls unver­zicht­bar, patrio­ti­sche Rhe­to­rik mit einer fun­da­men­ta­len Kri­tik des finanz­markt­ge­trie­be­nen Kapi­ta­lis­mus in sei­ner natio­na­len wie glo­ba­len Aus­prä­gung zu ver­knüp­fen. Unter­bleibt das, endet das ansons­ten bei  dem frag­wür­di­gen Wunsch nach „maxi­ma­lem Außen­han­dels­über­schuß mit mini­ma­ler Migra­ti­on“. In Anbe­tracht der Kri­sen­an­fäl­lig­keit des ent­fes­sel­ten und glo­ba­li­sier­ten Kapi­ta­lis­mus wäre das all­zu kurz­sich­tig, illu­sio­när dazu.

Des­halb bedarf es trotz zu erwar­ten­der Wider­stän­de wirt­schafts­li­be­ra­ler Kon­ser­va­ti­ver und liber­tä­rer Krei­se einer „lin­ke­ren“ wirt­schafts- und sozi­al­po­li­ti­schen Posi­tio­nie­rung der frei­heit­lich-patrio­ti­schen Kräf­te. Die­se Posi­tio­nie­rung führt aller­dings weder ins lin­ke Uto­pia noch zu einem natio­na­len Sozia­lis­mus, son­dern zu einer sozia­len Markt­wirt­schaft des qua­li­ta­ti­ven statt quan­ti­ta­ti­ven Wachs­tums, durch­drun­gen mit soli­da­ri­schen Ele­men­ten des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens in den Nationen.

Das ist auch die Vor­aus­set­zung für die Ent­wick­lung einer gedeih­li­chen Inter­na­tio­na­li­sie­rung ohne Knech­tung und Zer­stö­rung der Völ­ker. Wenn die Dys­to­pie die­ser Zer­stö­rung ver­hin­dert wer­den soll, gibt es zur Kampf­an­sa­ge gegen das „Euro­pa“ der Pro­fi­teu­re, gegen die kre­dit­ka­pi­ta­lis­ti­sche Glo­ba­li­sie­rung kei­ne Alter­na­ti­ve. Nicht mehr die bank­rot­te und dege­ne­rier­te Lin­ke, son­dern nur theo­re­tisch und prak­tisch auf siche­ren Grund­la­gen han­deln­de „Rechts­po­pu­lis­ten“ kön­nen die­sen Kampf lang­fris­tig anpa­cken und erfolg­reich füh­ren. Unse­re Fein­de haben das begrif­fen, sie han­deln bereits.

 Gastbeitrag

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Kommentare (4)

Der_Jürgen

3. Mai 2017 00:47

Ein wirklich hervorragender Beitrag. Hier etwas kritisieren zu wollen, wäre reine Beckmesserei, aber etwas hinzufügen kann man ja immer. Darum hier einige zusätzliche Anmerkungen.

1) "Tony Blair hat ein Institut für den globalen Wandel gegründet."

Blair strebt in der Tat einen globalen Wandel an, im Vergleich zu dem wirtschaftliche Reformen oder Revolutionen, die durch den Gang der Ereignisse ja wieder rückgängig gemacht werden können, nur eine unbedeutende Lappalie sind. Er will nicht, oder nicht in erster Linie, das wirtschaftliche oder politische System ändern, sondern den Menschen als Art. Vor einiger Zeit wurde in der britischen Presse berichtet, dass Blair während seiner Amtszeit eine ungeheure Zahl illegaler schwarzafrikanischer Immigranten gezielt nach Grossbritannien schleusen liess, um eine hellbraune Mischrasse heranzuzüchten und so "die Grundlage für den Rassismus zu beseitigen".  Völkermord an der weissen Menschheit, begangen durch Vermischung - das ist das Hauptziel dieser Leute. Es gibt jede Menge diesbezüglicher Zitate Prominenter, die auf diesem Blog schon so oft angeführt wurden, dass eine Wiederholung unnötig sein dürfte.

- "Der nach amerikanischem Vorbild durchgeführte Marsch für die Wissenschaft soll wissenschaftsfeindliche und antiaufklärerische Tendenzen bekämpfen."

Ein Landsmann des eben erwähnten Tony Blair, William Shakespeare, lässt die Hexen in "Macbeth" sagen "Fair is foul and foul is fair." Nach Hexenlogik wird also jeder Begriff in sein Gegenteil verkehrt. "Wissenschaft" bedeutet für die Ideologen der Neuen Weltordnung die systematische Unterdrückung unliebsamer wissenschaftlicher Erkenntnisse - zur Zeitgeschichte, zur Rassenfrage (der Unsinn, wonach die Rassenzugehörigkeit keinen EInfluss auf Intelligenz und Temperament habe, wird heute als unumstössliche Wahrheit ausgegeben), zur Frage des angeblich menschengemachten Klimawandels etc. Der Aberglaube, der Obskurantismus hüllt sich heute in das Gewand der Wissenschaftlichkeit, während wahre Wissenschaft mit Zähnen und Klauen bekämpft wird, sofern ihre Resultate ideologisch unerwünscht sind.

- "Dieser Entwicklung liegt wahrscheinlich keine grosse Verschwörung zugrunde."

In der Tat nicht. Verschwörer handeln geheim, damit ihre Pläne nicht vorzeitig auffliegen, aber die  Einpeitscher der Neuen Weltordnung posaunen ihre Ziele ganz offen aus. Es soll also niemand behaupten, er habe von nichts gewusst. 

Noch nie in seiner Geschichte sah sich Europa einem dermassen mörderischen Feind gegenüber wie heute. Attila, Dschingis Khan und die türkischen Eroberer mochten Hunderttausende von Europäern abschlachten, doch versuchten sie weder Europas Seele zu morden noch seine genetische Substanz zu zerstören. Die Satane, denen wir uns heute gegenübersehen, wollen genau dies. Der Seelenmord ist dabei die Voraussetzung für die genetische Zerstörung, denn ein gesundes und selbstbewusstes Volk liesse sich nie und nimmer einreden, dass es seine humanitäre Pflicht sei, sich von Afrikanern und Orientalen verdrängen zu lassen und die Eindringlinge mit Blumen zu begrüssen.  

Monika L.

3. Mai 2017 11:19

Interessanter Gastbeitrag.. Den man sicher vertiefen und erweitern kann. Ich verweise hier mal auf einen Beitrag in der NZZ. Der wiederum auf eine interessante Studie verweist, die der Veröffentlichung harrt: ( Herr Lichtmesz, übernehmen Sie :))

https://www.nzz.ch/meinung/zuwanderung-migration-und-kulturelle-abgrenzung-ld.1289883

fazit des Beitrags: Der ökonomische Neoliberalismus propagiert Streben nach individueller Erwartungserfüllung und damit gleichzeitig die Abkehr von Politik. Die Institutionen versagen und treiben damit die ( außerparlamentarische) Politisierung der Bürger voran. Der NZZ -Autor nennt etwa auch Pulse/ Europe als eine Form dieser Politisierung.

Was aber genau steckt hinter diesen Bewegungen ? Und was wäre die 'metapolitische' Alternative zum Ökonomischen Neoliberalismus ?

Stil-Blüte

3. Mai 2017 19:01

Bestechend, wie 'der Gast' (Willkommen!) die aktuellen europäischen Initiativen des Zersetzens, um zum 'Neuen Menschen', zur 'Neuen Welt' zu gelangen, auf engstem Rahmen einer Seite vorstellt. 

Wenn ich all diese, seit Jahren und Jahrzehnten wachsenden sog. Nichtregierungsorganisationen (NSO) summiere, kann ich darüber nicht unbedingt unglücklich sein. Warum?

Da sie Menschen und keine Ameisen sind, treten sie sich ununterbrochen gegenseitig auf die Füße, ziehen Gelder, Menschen auf Kosten andere ähnlich gelagerter Institutionen auf ihre Seite, vernachlässigen eigene Impulse durch Musik, Tanz, Sprache. Dem formellen und informellen Austausch können sie nicht mehr gerecht werden, da sie glauben, sie müßten in allen wichtigen NGO's präsent sein. Das ist unmöglich! Natürlich können sie Subalterne schicken, aber die haben doch keine Ausstrahlung.

Ich denke, wie bei der Stasi, wo die Informationen so zugenommen hatten, daß sie an Relevanz auswerten, werden sich diese 'neuen' Organisationen allein durch ihre Quantität schwächen. Allein - dieser Verwaltungsaufwand!

Es ist ein Trugschluss, daß ein 'Mehr, mehr' wirklich mehr bringt. Irgendwann läuft es über, versickert, versandet. Also, bangemachen gilt nicht.

Balduin B.

3. Mai 2017 21:39

Den Begriff „Aufstand der Einverstandenen“ muß man sich wirklich merken. Diese Einverstandenen verteidigen freilich etwas, das Ihnen unter Umständen erheblichen Schaden zufügen könnte.

Interessant ist auch der Umstand, daß einige abgehalfterte Ex-Politiker reanimiert werden, um den Aufstand in Schwung zu bringen: Christian Wulff, Tony Blair, Hilary Clinton etc. Positiv formuliert könnte man sagen, es handele sich um das letzte Aufgebot eines kranken Systems; die Zugpferde gehen aus. Wie im Artikel zum Ausdruck gebracht, können patriotische Parteien alleine die Dinge nicht in die vom Autor beschriebene Richtung lenken. Außerparlamentarische Kräfte sind unentbehrlich.

Das lückenlose Netzwerk aus Politik, NGO‘s, Medien und Lenkern multinationaler Konzerne lässt sich jedoch nur mit breiter Unterstützung des eigenen Volkes aufbrechen. Hierzu müssen diejenigen, die zu profitieren scheinen erst desillusioniert werden. Das haben unsere Gegner erkannt und arbeiten mit pekuniär gut unterfütterten Kampagnen an der Aufrechterhaltung der Illusion.

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