Sezession
3. Mai 2017

Schnellroda statt Conne Island – Tenenbom in Leipzig unerwünscht

Benedikt Kaiser / 21 Kommentare

Eigentlich war geplant, daß der Erfolgsautor Tuvia Tenenbom (Allein unter Flüchtlingen, Allein unter Amerikanern usw.) heute im Leipziger Conne Island (CI) liest, bevor er am Samstag, den 6. Mai, in Schnellroda zu Gast ist. Nun teilten die Connewitzer Veranstalter – das CI selbst und die Schülergruppe »Rassismus tötet!« – mit, daß die Veranstaltung nicht stattfinden könne. Die Absage spricht für sich:

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Am vergangen Freitag, 28.04., erfuhren wir sowie die Gruppe „Rassismus tötet!“-Leipzig, dass Tuvia Tenenbom am 06.05. in Schnellroda bei der „Sezession“ von Götz Kubitschek und Ellen Kositza auftreten wird. Daraufhin erbat „Rassismus töet!“-Leipzig ein Statement seitens Tuvia Tenenbom, was sie bisher nicht erhielten. Für die Gruppe ist, aufgrund des ausbleibenden Statements, die Veranstaltung so nicht umsetzbar. Mit dieser Information trat sie am Dienstag, 02.05., zum Plenum des Conne Island an uns heran. Wir als Conne Island können so kurzfristig die Auseinandersetzung mit dem Buch „Allein unter Flüchtlingen“ sowie der darin angesprochenen Themen nicht organisieren, weshalb wir uns dafür entschieden haben, die Veranstaltung zu verschieben.

Das ganze Elend der deutschsprachigen Linken verdichtet sich in diesem Kuriosum: fehlende Dialogbereitschaft, Angst, Borniertheit, zuletzt: keine intellektuelle Substanz, die Widerspruch und Abweichungen aushielte. Denn Tenenbom kann ja gar nicht vorgeworfen werden, »rechts« zu argumentieren oder anderweitig »rechts« zu blinken. Es reicht aus, daß der amerikanisch-jüdische Schriftsteller nicht nur in einer extrem linken Location, sondern auch in einer konservativen Begegnungsstätte aus seinem jüngsten Buch vortragen möchte, und schon kommt es in südlichen Leipziger Gefilden zu Schnappatmung.

Jedenfalls: Schnellroda findet statt. Am kommenden Samstag, den 6. Mai, wird Tuvia Tenenbom bei uns sein, zum »Literarischen Frühschoppen« des Verlags Antaios ab 10 Uhr. Anmeldungen werden weiterhin angenommen, am besten per Mail an anmeldung[at]schnellroda oder telefonisch unter 034632-904396. Einige der ursprünglichen Hundert Karten sind noch zu vergeben, der Eintritt kostet 5 €. Im Anschluß wird es im Rahmen des Café Schnellroda Gelegenheit geben, bei Getränken, Würstchen, Kuchen und Gesprächen im Bestand der Versandbuchhandlung antaios.de zu stöbern.

Verständnis äußert man in Schnellroda übrigens für die Ängstlichkeit im Conne Island. Dort hat sich nämlich die Aufregung um einen anderen Vorgang soeben erst gelegt, da will man nicht die nächste Front innerhalb des eigenen Nukleus eröffnen.

Was war geschehen? Im Conne Island ist es Usus, daß »Refugees« für einen symbolischen Eintritt von 50 Cent auf Partys dürfen. Das ist nett gemeint, läuft aber immer häufiger aus dem Ruder. Refugees begrapschen selbstbewußte Antifaschistinnen in ihrem vermeintlichen Safe space, bepöbeln Angestellte und sorgen – und das im roten Connewitz – wiederholt für Polizeieinsätze, die von einigen CI-Feiernden als Ultima ratio angesehen werden. In der vorsichtigen, aufgeklärten und antidiskrimierenden Sprache der Antifaschisten von heute klingt das dann so:

Gruppen umherziehender Männer gehören wohl zu den meistgehassten und - unter Umständen -gefürchteten Menschengruppen vieler Frauen, Lesben, Schwulen und Transgender auf der ganzen Welt. Egal ob die Betreffenden Syrer, Connewitzer, Ghanaer, Eilenburger, Leutzscher oder Russen sind, haben sie leider in erschreckend vielen Fällen eines gemein: Es kommt zu sexistischen Kommentaren – egal ob abfällig oder vermeintlich bewundernd – und nicht selten auch zu Handgreiflichkeiten gegenüber Frauen, die ihren Weg kreuzen. Gesellen sich zu Selbstüberschätzung und mangelhaftem Sozialverhalten dann noch Alkohol und/oder andere Drogen, laute Musik und die unübersichtliche Situation im Club, wird für Frauen der ausgelassene Tanzabend schnell zum Spießrutenlauf. Wer bereits die Erfahrung einer ungewollten Berührung im Schritt oder eines umzingelnden, penetranten Antanzversuchs gemacht hat, überlegt sich plötzlich zweimal, ob ein Samstagabend mit Netflix nicht sinnvoller ist, als sich mit aufdringlichen Blicken, Sprüchen und Gegrapsche auseinanderzusetzen. Dies betrifft auch Frauen, die grundsätzlich schlagfertig und wehrhaft sind und sich körperlich nicht als den meisten Männern unterlegen empfinden.

Die Crux bei der Erklärung »Ein Schritt vor, zwei zurück« der CI-Betreiber war aber folgende: Connewitzer und Leutzscher mögen beispielsweise im restlichen Leipzig aus diversen Gründen zwar nicht zu den beliebtesten Bewohnern der Stadt zählen – die sexistischen Übergriffe waren aber im Regelfall nicht ihnen, sondern eben den außereuropäische Gästen zuzuschreiben, in die man gönnerhaft viel Licht und wenig Schatten, viel Emanzipatorisches und wenig Regressives hineinprojizierte. Daher auch die vielen Rettungsanker, die von den Autoren des Statemens plaziert wurden (man sei weiterhin offensiv solidarisch mit »Refugees«, »sexistische Übergriffe, mackerhaftes Auftreten, antisemitisches, rassistisches und anderweitig diskriminierendes Verhalten« müßten aber eben angesprochen werden usw.). Es half aber nichts, der Aufschrei des eigenen Lagers war dem CI sicher.

Bernhard Torsch, Stammautor der konkret, monierte im Dezemberheft 2016, der CI-Text sei »eine Posaune«, die »das Orchester der Rassisten« verstärke. Man habe diesen Hilferuf gegen sexistische Übergriffe »ohne Not« losgelassen und den rechten Agitatoren Wasser auf die Mühlen gespült. Mit verblüffender Überheblichkeit gegenüber »Antisexisten« aus dem CI-Umfeld zerlegte Torsch die Stellungnahme und stellte einmal mehr ganz unintellektuell unter Beweis, was das ewige Dilemma des intellektuellen Antirassismus darstellt: Es darf eben nicht sein, was nicht sein darf, und selbst Statistiken sind am Ende dann irrelevant, wenn sie dem eigenen Konstrukt vom befreiten Individuum, das weder über eine vorgeprägte Mentalität, noch über kulturelle, religiöse oder nationale Bindungen verfügt, nicht dienen. Ohnehin zeigte sich auch in der an verschiedenen Publikationsorten und im Netz geführten Folgedebatte – die Connewitzer Antifa Klein-Paris übte sich, um nur ein einziges Beispiel zu nennen, in »solidarischer Kritik« und warnte vor »homogenisierenden« Schlußfolgerungen – das mit der »Flüchtlingskrise« zurück in die postmoderne Linke gekehrte Spannungsverhältnis zwischen Antirassismus und Antisexismus.

Es gab viele Stellungnahmen aus verschiedensten linken Gruppen, aber Torschs Fundamentalkritik am CI ist deshalb besonders erheiternd, weil er unversöhnlich zu Werke geht und die Absurdität seines ideologisch doktrinären Antirassismus spielerisch belegt. Am Ende wünschte er gar den »›jungen Männern mit Migrationshintergrund‹ nur gutes Gelingen dabei«, »diese Inseln selbstgerechter Saturiertheit zu verwüsten«, womit der Klagenfurter Solitär die Homebase des antifaschistischen Leipzigs direkt angriff.

Bei so wenig innerlinker Solidarität und so viel ideologisch genährter Gehässigkeit, bei so viel Faktenleugnung und -verdrehung, die im Nachgang an die CI-Affäre allerorten zwischen Antirassisten und Feministen/Antisexisten, Antideutschen und Multikulti-Apologeten, Antifa-Journalisten und Transgenderaktivisten zu Tage trat,  ist es verständlich, daß die streitlustige, über den linken Dingen stehende Zeitschrift Bahamas (die seit Jahren eine kleine Fehde mit dem CI austrägt), zu folgendem – dem im Wortsinne nach: vernünftigsten – Fazit kommt:

Na­tür­lich be­zeich­nen die Lin­ken das, was sie tun, nicht als vor­sätz­li­ches Be­schwei­gen und Lügen, und den­noch be­ken­nen sie sich offen zum „zweck­dien­li­chen ver­ba­len Um­schif­fen von Sach­ver­hal­ten“, ohne dass sich ir­gend­wer an die­ser kon­sen­sua­len For­mel, an der das Team des selbst­ver­wal­te­ten Ju­gend­kul­tur­zen­trums wo­chen­lang ge­feilt hat, ge­sto­ßen hätte: „Uns zur Pro­blem­la­ge so ex­pli­zit zu äu­ßern, fällt uns schwer, da wir nicht in die ras­sis­ti­sche Kerbe von AfD und CDU/CSU schla­gen wol­len. Die Si­tua­ti­on ist je­doch der­art an­ge­spannt und be­las­tend für viele Be­trof­fe­ne und auch für die Be­trei­ber_in­nen des Conne Is­lands, dass ein ver­ba­les Um­schif­fen des Sach­ver­halts nicht mehr zweck­dien­lich scheint.“

Nicht mehr zweck­dien­lich… – Mit der in reins­tem Bü­ro­kra­ten­deutsch vor­ge­tra­ge­nen An­kün­di­gung, erst dann mit dem Lügen auf­hö­ren zu wol­len, wenn die Frau­en nicht mehr kom­men und damit der ganze Laden als ho­mo­pho­bes und mi­so­gy­nes Män­ner­zen­trum auf­zu­flie­gen droht, er­weist sich die Linke bei allem Ab­gren­zungs­ge­tue wie­der ein­mal als Avant­gar­de des Team Mer­kel. Denn nur, weil die­sem Team auch nach dem Ber­li­ner Ter­ror­an­schlag das Was­ser of­fen­bar noch nicht am Halse steht wie lin­ken Par­ty-Aus­rich­tern, er­scheint ein ver­ba­les Um­schif­fen des Zu­sam­men­hangs von is­la­mis­ti­schem Sui­zid- und Tu­gend­ter­ror (zu dem ex­trem über­grif­fi­ges Ver­hal­ten ge­hört) hie und all­täg­li­chem is­la­mi­schem Pa­tri­ar­cha­lis­mus bzw. sei­ner Krise da wei­ter­hin zweck­dien­lich. Die eta­blier­ten Par­tei­en, die Me­di­en, die Links­ra­di­ka­len und selbst nicht we­ni­ge An­ti­deut­sche sind sich also prin­zi­pi­ell darin einig, dass man die AfD und an­de­re Rechts­po­pu­lis­ten am bes­ten mit einer post­fak­ti­schen ver­ba­len Um­schif­fung von Sach­ver­hal­ten be­kämpft, wäh­rend ge­ra­de diese Stra­te­gie die AfD erst po­pu­lär ge­macht hat und deren Pro­pa­gan­da gegen die Lü­gen­pres­se mit immer neuen Fak­ten ver­sorgt.

Mit dieser richtigen Analyse Thomas Mauls in petto sollte Tuvia Tenenbom überlegen, ob es nicht reizvoll wäre, seine »Allein unter ...«-Reihe im linken Biotop fortzusetzen. Es hätte das Zeug zu einer Telenovela mit ideologischem Überbau, bei der Justus Wertmüller beim fälligen Hörbuch als zynischer Sprecher aus dem Off heranzuziehen wäre ...

So können sich die Rechtspopulisten entspannt zurücklehnen und den Konservativen, Linksliberalen und -radikalen dabei zusehen, wie diese sie über ordinäre Ausländerfeinde hinaus zur politischen Alternative für Wählergruppen machen, die früher nur die Parteien der linken Mitte gewählt haben. Unter ihnen sind gerade auch jene, die zunehmend von ganz bestimmten Männergruppen bedroht werden und das herrschende verbale Umschiffen dieses Sachverhalts nicht als zweckdienlich, sondern als Potenzierung ihrer persönlichen Belastung empfinden: Frauen, Juden, Schwule, Transgender und säkulare „Moslems“.
So können sich die Rechtspopulisten entspannt zurücklehnen und den Konservativen, Linksliberalen und -radikalen dabei zusehen, wie diese sie über ordinäre Ausländerfeinde hinaus zur politischen Alternative für Wählergruppen machen, die früher nur die Parteien der linken Mitte gewählt haben. Unter ihnen sind gerade auch jene, die zunehmend von ganz bestimmten Männergruppen bedroht werden und das herrschende verbale Umschiffen dieses Sachverhalts nicht als zweckdienlich, sondern als Potenzierung ihrer persönlichen Belastung empfinden: Frauen, Juden, Schwule, Transgender und säkulare „Moslems“.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (21)

Starhemberg
3. Mai 2017 12:40

Da fällt mir doch die South Park Folge "Sichere Räume" ein - am Ende wird die "Realität" von den jubelnden (linken) Massen gehängt. Denn die Realität ist der hartnäckigste und zäheste Feind der Linken - an der arbeiten sie sich seit Jahrzehnten ab. Und trotzdem will sie nicht verschwinden, diese reaktionäre Drecksau.

Detlef Neustadt
3. Mai 2017 13:36

Bei allem Hass gegen alles Deutsche, dürften sich doch selbst die Linken glücklich schätzen, unsere wunderbare deutsche Sprache zu beherrschen, um ihren Hirnriss blumig in die Welt zu transportieren. Immerhin, die Veranstaltung soll nur verschoben werden. Vermutlich wartet man auf den Kotau Tenenboms, der einfach nur ahnungslos war, welch dunkler Abgrund Schnellroda ist.

"Avantgarde des Team Merkel" trifft es übrigens genau!

marodeur
3. Mai 2017 13:49

Das Verhalten der Linken erinnert an Truppenbewegungen in verseuchtem Gelände. Jede Berührung mit kontaminiertem Material oder Personal bedeutet Isolation und aufwändige Reinigung. Dabei wird die kritische Dosis anscheinend immer kleiner. Verseucht kann alles und jeder sein. Ein Bekannter im sozialen Netzwerk mit abwegigen Meinungen reicht im Zweifelsfall. Ein Dialogversuch mit dem Gegner kann kontamierend wirken. Sogar der reguläre Alltag ist mittlerweile hochgradig giftig.

Als Bewohner der "rechten Hemisphäre" kann man kaum noch nachvollziehen, wie abstoßend und ungesund der Alltag der Linken sich aktuell darstellt. Die Schutzreflexe können enorm wirken, schon wenn man scheinbar Allltägliches von sich gibt. Vielleicht wäre ab und zu eine Ermunterung von unserer Seite ganz angebracht - sprecht doch mal mit Tenenbom, ob er nicht doch eine kleine Stellungnahme abgeben will. Wäre doch schade, wenn die Lesung in Leipzig garnicht zustande käme.

deutscheridentitärer
3. Mai 2017 14:42

"Das ganze Elend der deutschsprachigen Linken verdichtet sich in diesem Kuriosum: fehlende Dialogbereitschaft, Angst, Borniertheit, zuletzt: keine intellektuelle Substanz, die Widerspruch und Abweichungen aushielte."

Ich halte es für sehr gefährlich sich nur am Maßstab von diesen Diskussionsverweigerern oder minderintelligenten Wichtigtuern wie Bednarz zu messen. Ein Philosoph namens Daniel-Pascal Zorn hat mit "Logik für Demokraten" genau diese Verweigerungshaltung kritisiert und dafür plädiert die Neue Rechte im Dialog argumentativ zu entlarven. Das hört man als Phrase ja öfter, aber das Buch argumentiert auch tatsächlich fundiert. Lustig ist, dass die Bednarz ja ursprünglich diese Nische besetzen wollte, deshalb in der Vergangenheit gelegentlich in Konflikt mit Herr Zorn geraten ist, sich dabei blamiert hat und jetzt dazu übergegangen ist, ihre Unterlegenheit durch Anbiederung zu kaschieren. Aber das nur am Rande. Es mag, wie Herr Lichtmesz meinte, eine Sache für Masochisten sein, sich an Herr Zorn abzuarbeiten, aber ich halte es für nötig, den bisher stärksten argumentativen Angriff auf neurechte Positionen nicht zu ignorieren.

Benedikt Kaiser
3. Mai 2017 14:47

@deutscheridentitärer:

Bednarz und Zorn habe ich freilich nicht als Teil der deutschsprachigen politischen Linken gefaßt, wie kommt man denn überhaupt auf sowas? Allenfalls linksliberal, wenn überhaupt; im Grunde ist genau das die Mainstream-Mitte. Aber beide haben mit der linken Szene, so bunt sie auch ist (von der marxistischen jungen Welt bis zur antideutsch-transatlantischen Jungle World, von Antifa bis Hausbesetzerszene usf.) selbstredend nichts zu tun.

Monika L.
3. Mai 2017 15:31

Nun muß  Tuvia Tenenbaum diese Woche  unter Rechten weilen . Das ist nicht schlimm. Der Dialog mit einer schönen Rechten ist eh amüsanter als mit einer hässlichen Linken. Etwa in  dieser erlesenen Runde im Adlon:

https://philosophia-perennis.com/2017/03/20/tuvia-tenenbom-akif-pirincci/

Dorthin soll es Jürgen Habermas und Caroline Emcke ziehen. Wird kolportiert.  Man sucht das Gespräch. Hat es aber noch nicht gefunden....

Erdhummel
3. Mai 2017 15:43

Da legte der Vereinfacher T. Tenebom den Zuwanderungsbewegten aber ein doch zu stacheliges Ei in das ach so reine Nest. Nach einer Lesung im hellsten Teil des Landes - schnell weiterzuflattern zum drohenden Horst des dunklen Unaussprechbaren. Das geht schon mal gar nicht! Wie sollte denn das geforderte Statement von einer Person wie Tenebom wohl verfasst sein, um vor dem Plenum als vorher vorzuzeigender "Persilschein" dann seine Art der  Meinungs-und Kunstfreiheit mit oder ohne traumatische Erschütterungen für die dort Zuhörenden auf die Bühne bringen zu dürfen? Man ahnt es. Wird es aber nicht geben, denn  das Buch allein schon sprengt doch alle Blasen der sog. Willkommenskultur - es ist ein Statement. So ist die aus purer Denkfaulheit geborene Tenenbomophobie mit Platzverweis nicht nur ein Schuss in das weiche Knie, sondern ein Kopfschuss. Angenehmen und bereichernden "Literarischen Frühschoppen"!

Rheinländer
3. Mai 2017 16:39

@ deutscheridentitärer:

Inwiefern halten Sie denn Daniel-Pascal Zorns Buch "Logik für Demokraten" für argumentativ fundiert ?

Ich habe es vor Kurzem gelesen und sehe es eher als Luftnummer. Der Autor behauptet, daß populistischem Denken eine dogmatische Setzung zu Grunde läge und macht damit eben genau dies: Eine Annahme zum Dogma zu erheben.

Das Buch ist voll von solchen Reframingversuchen, wie übrigens auch Zorns Facebookgefechte. Dagegen kommt man auch nicht an, weil er dann einfach einen neuen Deutungsrahmen aufmacht. Um die Wahrheit geht es dem Herrn nicht.

Johannes Konstantin Poensgen
3. Mai 2017 16:44

Von Zorn habe ich mir mal diesen Text angesehen. Er versucht den Nachweis, daß die AfD gegen die Werte des Grundgesetzes verstößt. Hier läßt sich geradezu idealtypisch studieren, warum eine gewisse Sorte Philosoph zur Politik und überhaupt zur wirklichen Welt schweigen und lieber über das Ding an Sich nachdenken sollte (Vielleicht dabei noch ein paar Gottesbeweise oder Gottweswiderlegungen erfinden, aber ich höre schon die Theologen aufjaulen. Und sie haben ja recht, ich will diese Sophisten nur irgendwo anders deponieren.)

Jedenfalls hatt dieser Kerl offenbar noch nie etwas von zirkulären Prozessen gehört und von den zeitlichen Einschränkungen, denen sie unterliegen, vulgo der historischen Bedingtheit erst recht nicht:

"[...] dass ‚Kultur‘ stets Ergebnis – und nicht Voraussetzung – gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse ist und von daher nichts von vornherein „determinieren“ kann (außer man verwechselt hier Genesis und Geltung) [...]"

Aber es wird noch besser:

"So behauptete Frauke Petry auf dem Parteitag: „Unser aller Identität ist vorrangig kulturell determiniert und kann nicht dem freien Spiel der Kräfte ausgesetzt werden.“ Diese Prämisse ist es, von der alles andere ausgeht: die Wahrnehmung, es gäbe einen ‚Bevölkerungsaustausch‘; die Annahme, man könne ‚Kultur‘ einem Menschen zuschreiben wie einem Stein Farbe und Gewicht [Heraushebung von mir]; schließlich der Versuch, die Freiheitspostulate des Grundgesetzes konsequent zu einer ‚Freiheit zur Ideologie der AfD‘ umzudeuten."

Ich bin selten dabei jemanden mit methodologischen Spitzfindigkeiten die Diskurswüdigkeit abzusprechen, aber wer Schwierigkeiten bei der Messbarkeit und Operationalisierung mit dem Vorhandensein einer Merkmalskategorie verwechselt ist nicht satisfaktionsfähig.

Nun es wird schnell offensichtlich, worauf das hinauslaufen soll:

"Die Würde des Menschen, die Freiheit seiner Meinung, Religionsausübung, Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, die Gleichheit aller Menschen hinsichtlich dieser Freiheit, die als Recht zugrundegelegt ist in unserem Gesellschaftsvertrag – alles das ergibt sich gerade aus der kategorischen und vernunftgemäßen Zurückweisung jeglicher „Determinierung“, jeglicher vorläufiger Einschränkung der freien Natur des Menschen durch nachträgliche Dogmatismen, jeglichen Naturalismus und Essentialismus, die die Möglichkeiten des Menschen aus Ressentiment oder aus populistischem Machtwillen einzuschränken versuchen.

Wer behauptet, eine angeblich „kulturell determiniert[e]“ Identität könne „nicht dem freien Spiel der Kräfte ausgesetzt werden“, der benutzt nicht nur eben dieses freie Spiel der Kräfte, um diese Behauptung in einem offenen Diskursraum aufzustellen. Er widerspricht auch – und diametral, in schärfster Entgegensetzung – dem Grundgedanken der humanistischen Aufklärung seit dem 15. Jahrhundert. Wer das behauptet, weist sich selbst aus als jemanden, der nicht bereit ist, die Freiheit, die er selbst in Anspruch nimmt, allen anderen zuzugestehen. Er weist sich als jemand aus, der die Gleichheit einer angeblich festgelegten und unveränderbaren, völkischen ‚Kultur‘ der Gleichberechtigung der Menschen zu ihrer freien Selbstauslegung vorzieht – und letztere versucht, durch verzerrte Darstellungen zu diffamieren."

Schön zu erfahren, daß der Telos des abendländische Menschenbildes seit über einem halben Jahrhundert in der Vulgarisierung Sartres liegt. Das wusste ich noch nicht. Über den Humanismus dieser Sorte habe ich mich hier einmal geäußert.

Johannes Konstantin Poensgen
3. Mai 2017 17:15

Verzeihung, Flüchtigkeitsfehler, es müßte heißen: "Schön zu erfahren, daß der Telos des abendländischen Menschenbildes seit über einem halben Jahrtausend in der Vulgarisierung Sartres liegt."

Seit über einem halben Jahrhundert, daß wäre ja sogar richtig.

Der_Jürgen
3. Mai 2017 17:24

@Deutscheridentitärer

@Johannes Konstantin Poensgen

Ich habe vor einiger Zeit, ich weiss nicht mehr wo (vermutlich auf diesem Blog), gelesen, der Philosoph Daniel-Pascal Zorn setzte sich ernsthaft und argumentativ mit der Neuen Rechten auseinander.

Nachdem  @Deutschidentitärer dem Herrn Zorn in seiner Wortmeldung bescheinigt hat,  "fundiert" zu argumentieren, erwog ich bereits, dessen Buch "Logik für Demokraten" zu bestellen. Ich suche nämlich schon seit langer Zeit nach einem ebenbürtigen Gegner, mit dem man Lust hat, seine Klingen zu kreuzen, in einem ehrlichen Kampf eines rechten Achilles gegen einen linken oder liberalen Hektor. Ich fand bisher keinen; Amin Nassehi und Claus Leggewie waren wohl noch die am wenigsten schlechten, aber das heisst nicht, dass sie gut wären.

Dank Poensgens Kommentar kann ich mir die Ausgaben für Zorns Buch schenken. Ich las eben den von ihm monierten Zorn-Text über die undemokratische AFD und schüttelte fassungslos den Kopf. Wenn das der beste Mann der Gegenseite ist, wie muss es dann erst um den Rest bestellt sein?

Die Argumentation ist unsäglich primitiv, und Zorn schreckt nicht einmal vor dreisten Lügen zurück, indem er der AFD, deren Repräsentanten (meines Wissens mit Ausnahme von Höcke und möglicherweise Poggenburg) ständig untertänige Bücklinge vor Israel und den jüdischen Mitbürgern vollziehen, "Antisemitismus"  unterstellt, natürlich ohne die Spur eines Beweises. Es sei denn,  Kritik am Schächten sei schon "antisemitisch"...

Dass ein drittklassiger Propagandist, dessen intellektuelles Niveau knapp über dem eines BILD-Reporters liegt, in diesem Staat zur intellektuellen Lichtgestalt hochgejubelt wird, spricht Bände über diesen Staat.

Nach einem zumindest halbwegs ebenbürtigen Widersacher aus dem linken oder liberalen Milieu werden wir wohl auch künftig vergebens suchen. Das dürfte wohl in der Natur der Dinge liegen. An der Quadratur des Zirkels scheitert eben jeder.

deutscheridentitärer
3. Mai 2017 17:28

"Bednarz und Zorn habe ich freilich nicht als Teil der deutschsprachigen politischen Linken gefaßt, wie kommt man denn überhaupt auf sowas? "

Da haben Sie natürlich Recht, mein Einwurf war eher assoziativer Natur.

"Inwiefern halten Sie denn Daniel-Pascal Zorns Buch "Logik für Demokraten" für argumentativ fundiert ?"

Nun ja, mich jedenfalls überzeugt es in vielen Punkten (wiewohl nicht in allen). Der Autor schreibt auch, dass sich das Buch nicht speziell gegen Rechtspopulismus richtet, sondern gegen Populismus im Allgemeinen. Das löst er zwar im Verlauf des Buches nicht ganz ein, sondern beschäftigt sich vorwiegend mit der Dekonstruktion rechtspopulistischer Themen. Aber nichtsdestotrotz lässt sich das Buch ganz hervorragend auf den "Establishmentpopulismus" anwenden, der die aufgeführten Logikfehler weit mehr praktiziert als die Rechtspopulisten, jedenfalls meiner Wahrnehmung nach.

"Das Buch ist voll von solchen Reframingversuchen, wie übrigens auch Zorns Facebookgefechte. Dagegen kommt man auch nicht an, weil er dann einfach einen neuen Deutungsrahmen aufmacht."

Das mag gut sein - ich glaube auch nicht, dass er in seinen inhaltlichen Aussagen Recht hat. Die Probleme die Einwanderung usw. mit sich bringen sind offensichtlich, diese Wahrnehmung kann man noch so oft als dogmatisch verunglimpfen, das ändert ja nichts an meiner direkten Wahrnehmung, der ich gezwungenermaßen vertraue.

@JKP

Der von Ihnen hervorgehobene Teil ist in der Tat schwach und im Grunde genau das, was DPZ anderen oft vorwirft: ein Pappkamerad.

Herr K.
3. Mai 2017 18:27

...einfach nur köstlich. Wenn man genau auf die Boshaftigkeit der KONKRET-Hyäne hineinspürt, so merkt man schnell - das System zieht sich immer enger. Nazi ist jetzt jeder, der nicht Mainstream ist, bzw. den Konsens des Establishments nicht teilt. Dabei ist es völlig egal, ob das Gegenüber etwas Sinnvolles zu sagen hat oder nicht, hauptsache man hat schnell reagiert und drückt als erster den Rassismus-Button. 

Das führt dann zu solch absurden Tatsachen, wie der Umstand dass sich selbst Juden gegenseitig als Ashkenazis statt Ashkenasis ( =europäischgeprägte Juden).

Mein Tip: Weiter so! Der Quatsch muss immer quätscher werden, bis er quietscht, ohrenbetäubend. Dann kann es keiner mehr hören. Will keiner....

Martin Lichtmesz
3. Mai 2017 19:11

 @deutscheridentitärer

Ich muß sagen, ich finde Ihre Bemerkungen über Zorn ziemlich wunderlich.  Offensichtlich handelt es sich hier um nichts weiter als einen windigen Philosophendarsteller, der noch dazu gräßlich schreibt. Und wenn ich schon die Idiotenphrase "argumentativ entlarven" höre, weiß ich mit Sicherheit, daß hier mal wieder irgendein Tropf mit Strohmännern ringt...

deutscheridentitärer
3. Mai 2017 22:04

"Offensichtlich handelt es sich hier um nichts weiter als einen windigen Philosophendarsteller," - Ihr Urteil hat einiges Gewicht für mich. Dennoch - WARUM handelt es sich bei ihn um einen Philosophendarsteller? Ich habe ihre gelegentlichen Wortwechsel auf Twitter mitverfolgt, letztlich sind die aber schnell in ergebnislose Kabbeleien übergegangen.

"er noch dazu gräßlich schreibt" - Seine im Internet befindlichen Artikel sind in der Tat mühsam zu lesen. In Logik für Demokraten ist seine Sprache zwar nicht gerardezu schön, aber doch zweckdienlich. Ich beziehe mich mit meinen Äußerungen hauptsächlich auf dieses Buch. Dort äußert er sich differenzierter als sonst. Er behandelt zum Beispiel sehr schön die Schwierigkeit, den Begriff Volk anhand von Abstammung oder Kultur zu definieren. 

"Und wenn ich schon die Idiotenphrase "argumentativ entlarven" höre" - Das habe ich jetzt so paraphrasiert, ich weiß gar nicht ob er das wörtlich so sagt.

"daß hier mal wieder irgendein Tropf mit Strohmännern ringt..." - Das Ganze hat in der Tat etwas von einem Strohmann, aber doch zumindest deutlich weniger Strohmann als etwa bei Volker Weiß.

@Jürgen

"Dank Poensgens Kommentar kann ich mir die Ausgaben für Zorns Buch schenken. Ich las eben den von ihm monierten Zorn-Text über die undemokratische AFD und schüttelte fassungslos den Kopf. Wenn das der beste Mann der Gegenseite ist, wie muss es dann erst um den Rest bestellt sein?"

Ich verstehe Ihre Reaktion; der von Poensgen auseinandergenommene Text lässt eigentlich nicht darauf schließen, es hier mit jemandem zu tun zu haben, der es kenntnisreich oder gar fair mit der Rechten aufnimmt. Dennoch bleibe ich dabei: Das Buch Logik für Demokraten ist das Beste, was die Gegenseite bisher vorgelegt hat. 

"Dass ein drittklassiger Propagandist, dessen intellektuelles Niveau knapp über dem eines BILD-Reporters liegt, in diesem Staat zur intellektuellen Lichtgestalt hochgejubelt wird, spricht Bände über diesen Staat."

Also er ist schon objektiv sehr gebildet. Das muss man neidlos anerkennen. Das Buch muss man ja nicht kaufen, aber ein Blick in der Bibliothek oder Buchhandlung lohnt sich meiner Meinung nach schon.

Hartwig aus LG8
3. Mai 2017 22:42

Ich war Ende April drauf und dran, Frau Kositza zu schreiben, dass ich mir kaum vorstellen könne, dass dieser Schriftsteller "heute im Conne Island und dreI Tage später in Schnellroda" auftritt. Ein Termin von beiden müsste platzen.

Aber ich wollte nicht klugscheißen; will's auch jetzt nicht. Nur wer die Verhältnisse in Leipzig kennt, der hätte einiges Geld mit einer entsprechenden Wette gewinnen können.

Der Feinsinnige
4. Mai 2017 02:10

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, aber auch der Fall Tenenbom zeigt: Die Verhältnisse sind ins Rutschen geraten, und sie rutschen immer schneller, wie es Götz Kubitschek vor einigen Monaten exemplarisch mit dem Begriff „Schleusenzeit“ deutlich gemacht hat.

Wann hat es einen solchen Fall in der jüngeren deutschen Vergangenheit schon einmal gegeben? „Linke“ versuchen, einen Autor eines so etablierten Verlages wie Suhrkamp ultimativ zu nötigen, nicht bei „Rechten“ (man verzeihe mir diese holzschnittartige Begrifflichkeit „Linke“ – „Rechte“ an dieser Stelle) aufzutreten (denn auf nichts anderes lief das Ultimatum der Leipziger Veranstalter doch hinaus) – und der Autor läßt das Ultimatum unbeachtet und nimmt damit seine Ausladung durch die "Linken" billigend in Kauf! Das ist meines Erachtens eine kleine Sensation, auch wenn ich von Tuvia Tenenbom in Kenntnis seines Buches nichts anderes erwartet habe. Werden die etablierten Feuilletons auf das Thema aufspringen? Interessant und wichtig ist jedenfalls, daß die üblichen linken Beißreflexe keine Erfolgsgarantie mehr haben – und das in einem solch prominenten Fall.

1:0 für Tuvia Tenenbom. 1:0 für Schnellroda. Diese Haltung konnte in der heutigen Zeit als Autor solcher Prominenz wohl nur ein nichtdeutscher Autor an den Tag legen. Hut ab - vor dem Eingeladenen genauso wie vor den Einladenden!

Cacatum non est pictum
4. Mai 2017 02:56

Gruppen umherziehender Männer gehören wohl zu den meistgehassten und - unter Umständen -gefürchteten Menschengruppen vieler Frauen, Lesben, Schwulen und Transgender auf der ganzen Welt.

Richtig. Wir kennen sie alle - diese Transgender-Jäger, denen man in unseren Städten auf Schritt und Tritt begegnet. Gnadenlos halten sie Ausschau nach Umoperierten und nach heimlichen Damenwäscheträgern, die zu drangsalieren sich lohnt. Geschlechtsneutrale Toilettenhäuschen werden von ihnen einfach demoliert. Der Täterkreis setzt sich heterogen zusammen: Deutsche, Connewitzer, Ghanaer, Syrer, Eskimos und, und, und. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie immerfort umherziehen.

„Uns zur Pro­blem­la­ge so ex­pli­zit zu äu­ßern, fällt uns schwer, da wir nicht in die ras­sis­ti­sche Kerbe von AfD und CDU/CSU schla­gen wol­len. Die Si­tua­ti­on ist je­doch der­art an­ge­spannt und be­las­tend für viele Be­trof­fe­ne und auch für die Be­trei­ber_in­nen des Conne Is­lands, dass ein ver­ba­les Um­schif­fen des Sach­ver­halts nicht mehr zweck­dien­lich scheint.“

Kann eine Bankrotterklärung des eigenen Intellekts noch klarer formuliert werden? Für wen ist dieses politische Biotop eigentlich noch attraktiv? Wer - außer ein paar orientierungslosen Jugendlichen - lässt sich von solch geistigem Pygmäentum inspirieren und leiten? Die politische Linke siecht dahin ...

Monika L.
4. Mai 2017 10:10

Lieber eine schöne Rechte als eine hässliche Linke:

https://philosophia-perennis.com/2017/03/20/tuvia-tenenbom-akif-pirincci/

 

Gotlandfahrer
4. Mai 2017 15:43

Zum allgemeinen Umgang mit den linken Bettnässern: Ich halte diese denkdurchfallspeienden Wohlstandsbornos für den ethischen Bodensatz jeder Gesellschaft, der es nicht wert ist auch nur mit einem Wort mehr als 'Ruhe!' gemaßregelt zu werden. Sie sind nicht unser Pendant, mit dem es sich in einem Ringen auseinanderzusetzen gilt, nicht einmal Verachtung nötigen sie mir ab. Sie sind in der natürlichen Verteilung von Eigenschaftskombinationen derjenige der beiden 'Long Tails', den man als den stochastischen Verschnitt leerdrehender, nachahmender Als-ob-Fertigkeiten bezeichnen kann. Sie zu beachten hält nur auf, sie sind die ersten die alles nachbellen wenn es sich erst durchgesetzt hat.

Gerrit
4. Mai 2017 15:48

Der Artikel von Thomas Maul in der "Bahamas" ist tatsächlich sehr lesenswert - wie überhaupt die ganze Zeitschrift. Jedenfalls der zur Reflektion bereite Teil der Linken kommt auf breiter Front ins Rutschen - nach rechts. Sehr interessant auch der Versuch einer Analyse der AFD durch Schneider/Möller in Heft 73/2016. Man muss sicher nicht alle Ansichten teilen (vor allem den Seitenhieb Richtung Schnellroda, wobei ich auch selbst den ganz lustig fand), aber geistreich und scharfsinnig ist die Analyse. Ob die Bahamas allerdings wirklich noch eine "linke", geschweige "linksradikale" Zeitschrift ist, darüber kann man wohl herzlich streiten.

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