Sezession
7. Mai 2017

Sonntagsheld (10) – Frauenquote am Spieß

Till-Lucas Wessels / 7 Kommentare

... und das wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern. Für's erste kleine Heldenjubiläum gibt sich daher ein ganz besonderes Exemplar des schönen Geschlechtes die Ehre. Manche sagen zwar, sie stinke, anderen ist sie zu feucht, dritte fühlen sich von der Anzahl ihrer Besucher abgeschreckt und doch hat La Serenissima sich über die Jahrtausende gut gehalten.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Das mag vor allem daran liegen, daß die Venezianer ein eigensinniges und über die Jahrtausende kampferprobtes Volk sind. Obgleich die komplizierte und nicht selten marktorientierte Außenpolitik des einstigen Stadtstaates sicherlich für manches Stirnrunzeln sorgte, war man stets bemüht, die eigene Identität nach innen und außen zu verteidigen und hat sich diese Halsstarrigkeit offenbar bis heute bewahrt.

Wer schon einmal in Venedig war, der kennt das mannigfaltige kulinarische Angebot, das sich den darbenden Touristenhorden darbietet. Zu diesem Angebot gehört – das kommt naturgemäß mit einem steigenden nordafrikanischen Einwohneranteil – auch eine ganze Reihe an Kebab-Ständen und Fastfood-Küchen. Genau diesen imbißgewordenen Unappetitlichkeiten hat man jetzt in der altehrwürdigen Stadt den Krieg erklärt: Mit Fackel und Mistgabel zogen hunderte Venezianer durch die engen Gassen, hängten Transparente an die unzähligen Brücken und Stege und versammelten sich schließlich zu einer großen Gondelkundgebung.

Auf der Demonstration erklärte der spontan zum Dogen ausgerufene Silvio Berlusconi, welcher sich extra für dieses Unterfangen aus seinem – für ein spezielles Anti-Aging-Aquakur-Verfahren berüchtigten – Unterwasserhotel heraufbequemt hatte, daß Venedig den „Döner-Dschihad“ und die daraus resultierenden Demütigungen nicht weiter hinnehmen könne.

Hervorgerufen werde der Schichtfleisch-Boom durch eine verantwortungslose Einwanderungspolitik, welche vom nicht länger hinzunehmende EU-Diktat aus Brüssel orchestriert werde. Noch vor dem Ende des Jahres solle es daher ein Referendum über eine Sezession und einen anschließenden Beitritt zur Autonomen Provinz Südtirol geben, man behalte sich zudem Gebietsansprüche gegenüber dem Vatikanstaat vor.

Na gut, ganz so war es nicht – und doch hat die Geschichte einen wahren Kern.

Am vergangenen Donnerstag trat ein Gesetz in Kraft, welches die Neueröffnung von Kebab-Ständen, Fastfood-Läden und Pizza-Imbissen verbietet. Damit reiht sich Venedig nach Florenz ein in die Reihe italienischer Städte, die sich der zunehmenden Globalisierung und Disneyfication widersetzen.

Die Begründung ist so deutlich, wie sie selbstverständlich sein sollte: „Wir wollen diejenigen Aktivitäten ausbremsen, die mit der Bewahrung und Weiterentwicklung von Venedigs kulturellem Erbe nicht kompatibel sind“, sagte die Tourismusbeauftragte der Stadt, Paola Mar, welche unsere Sonntagshelden-Auszeichnung stellvertretend entgegennahm.

Weiter führte sie aus: „Das Problem für Venedig als Touristenstadt ist, daß die Stadt das Risiko eingeht, ihre Identität zu verlieren. Es gibt lokale Produkte, die es zu fördern gilt, das wäre besser für den Charakter Venedigs und in Sachen Umweltschutz nachhaltiger.“

Wie die Reaktion der Neu-Venezianer, die von dem Gesetz besonders betroffen sein werden, ausfällt, ist noch nicht bekannt. Bereits im Februar hatten die venezianischen Behörden mit einer Schließungsanordnung für eine inoffizielle Moschee, in der sich regelmäßig kosovarische Dschihadisten getroffen hatten, den Zorn der muslimischen Gemeinschaft auf sich gezogen, sogar Streikdrohungen machten die Runde.

Zum Sonntag hauche ich daher nicht nur ein fliederblütenumduftetes „Ciao bella!“ in die sumpfige Lagune, sondern erlaube mir auch, eine kleine Empfehlung für das weitere Vorgehen zu geben: Restore Europe, Remove Kebab, Revive Empire.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (7)

Monika L.
7. Mai 2017 11:32

Auch Verona sagt den nichtregionalen Eßgewohnheiten im historischen Stadtkern den Kampf an:

https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2016/italienische-stadt-sagt-doener-buden-den-kampf-an/

Monika L.
7. Mai 2017 11:51

Hier ist das Thema weniger die Frauenquote als  die Verteidigung nationaler Kulturen und individueller Eigenheiten. Die Bewahrung dieser Schätze ist eine europäische Aufgabe. Siehe etwa da:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/manuskript-ein-erwachsener-mensch-kann-hier-nicht-glucklich.media.9f376f9f1c9c8910055dc0237eef46f5.rtf

Multikulti  tötet ! Multikulti zerstört Kultur ! Die fremde und die eigene. Mein letzter Schock diesbezüglich. In einem kleinen Kaff im Elsass sah ich am Straßenrand einen Baguetteautomaten, wo man das Franzosenbrot einer Großbäckerei ziehen konnte. Es gab keine Boulangerie mehr. Auch Aldi und Lidl bieten in Frankreich Baguette einer Großbäckerei an. Es lebe der kleine Unterschied!

Caroline Sommerfeld
7. Mai 2017 17:37

Als ich einer Freundin von einer Türkenbelagerungs-Stadtwanderung durch Wien mit meinen Kindern unter der überaus kundigen Leitung eines Bekannten erzählte (die im "Esterhazykeller" endete, in welchem schon die Verteidiger Wiens gesoffen haben), meinte diese pikiert zu mir: "Ihr hättet die Tour stattdessen an einem Kebap-Stand enden lassen sollen!"

Quasi: als Wiedergutmachung für geschehenes historisches Unrecht, Wien zu verteidigen? Oder: um jegliche assoziative Gleichsetzung zweier Türkenbelagerungen bei den Kindern durch eine generöse multikulturalistische Geste im Keime zu ersticken? Oder: aus schlichter Dummheit, weil Kebap "lecker" ist?

Ich weiß es nicht, und ich war zu höflich und zu sehr interessiert am Freundschaftserhalt, um weiter zu sticheln.

Martin S.
8. Mai 2017 00:19

 Ein Döner-Streik sollte in Deutschland niemandem schwer fallen:  Brötchen mit Mett und Zwiebeln gibt's bei  jedem Metzger und  vielen Bäckereien ... ;-)

RMH
8. Mai 2017 00:26

Ihr habt meistens eine sehr geschmackvolle und schöne Bilderauswahl bei Euren Artikeln, schreibt doch bitte in den Artikeln auch dazu, von wem die Bilder sind. Nicht jeder ist großer Kunstkenner und nicht jeder wird wissen, dass das Bild hier von John William Waterhouse ist. Solche Hinweise laden viele vermutlich auch zur Eigenrecherche ein, Danke.

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Lady_of_Shalott

Xeniana
8. Mai 2017 16:24

Bisher habe ich die Sezession gern gelesen. Lange dabei bin ich noch nicht.  ich schätze das Niveau , allerdings blieb für meinen Geschmack, dieser Artikel weit darunter. Das reißerische gegen Multikulti kommt tatsächlich etwas Rhinozeroshaft daher. Kluge Argumente sind mir lieber. Schade.

Harald
9. Mai 2017 22:45

Es ist schon eine Schande, daß es in vielen Gaststätten in Bayern kein regionaltypisches Essen wie Schweinehaxe mit Semmelknödel und Blaukraut mehr gibt.

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