Lieber Christian Stöcker von Spiegel Online…

In dieser jüngsten erklärte mir der Autor, er `hoffe´ ich werde - nicht würde - auch dann noch `so schön rational´ bleibenwenn, `ihre Tochter von einem muslimischen Migranten vergewaltigt und ermordet wird. Oder wenn ihr Sohn von einem Islamisten in Stücke gerissen wird. Oder ihre Frau vor Ihren Augen enthauptet wird´. Der Indikativ `wird´ ist hier wichtig, denn er zeigt an, dass es sich bei den geschilderten Ereignissen in der Fantasie des Autors nicht , um Möglichkeiten handelt, sondern um Dinge, die definitiv geschehen werden. Er scheint sich geradezu auf diese fiktive Zukunft zu freuen.

Akif Pirinçci

Akif Pirinçci ist Bestsellerautor und gilt als schärfster Kritiker der bundesdeutschen Zustände.

Das ist natür­lich nicht schön, sowas, aber einem tap­fe­ren und vom Staat ali­men­tier­ten Mul­ti­kul­ti-Sol­da­ten wie dir (Pro­fes­sor an der Hoch­schu­le für Ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Ham­burg) gehen sol­che Hyper­ven­ti­la­tio­nen in Wahr­heit am Arsch vorbei.

Weißt du doch ganz genau, daß dei­ne Toch­ter nicht von einem mus­li­mi­schen Migran­ten ver­ge­wal­tigt und ermor­det, dein Sohn nicht von einem Isla­mis­ten in Stü­cke geris­sen und dei­ne Frau nicht vor dei­nen Augen ent­haup­tet wer­den wird. Das pas­siert näm­lich stets den ande­ren, jenen, von denen wir manch­mal in der Zei­tung lesen, mehr aber im Inter­net, nie und nim­mer aber uns.

Selbst­ver­ständ­lich ist das nicht die fei­ne eng­li­sche Art, einen Autor so rüde anzu­ge­hen, und du hast voll­kom­men recht, daß die­ser Schrei­ber­ling sich sol­che Zustän­de her­bei­sehnt, um recht zu behalten.

Es gibt jedoch einen ande­ren Grund für der­lei fata­lis­ti­sche Den­ke: Nicht weni­ge Men­schen in die­sem Land sind ver­zwei­felt, sei es, weil ihr Grund­be­sitz durch die Ein­quar­tie­rung der Ein­dring­lin­ge vor ihre Nase an Wert ver­liert; sei es, weil sie sich um ihre eige­ne Sicher­heit und um die ihrer Fami­lie sor­gen; und sei es, weil sie ein­fach ihr altes Deutsch­land wie­der­ha­ben möch­ten, das Land, das von Kin­des­bei­nen an ihre Hei­mat gewe­sen war und das sich die­ser Tage so rasant und unüber­sicht­lich verändert.

Mit sehr unge­wis­sem Aus­gang. Des­halb erbre­chen sie ihre Ängs­te, ihre Wut und ihre Ver­zweif­lung in Haß­brie­fen, adres­siert an sol­che wie dich, von denen sie anneh­men, die­se rede­ten die Lage schön.

Und was soll ich sagen, Chris­ti­an, so unrecht haben sie nicht, wenn ich mir dei­ne abson­der­li­chen Argu­men­te für den Gegen­be­weis so betrachte:

Jedes Mal, wenn ich eine die­ser E‑Mails bekom­me, fra­ge ich mich, was genau die­se Leu­te an- und umtreibt. Ich per­sön­lich hal­te es für aus­ge­schlos­sen, dass in Deutsch­land dem­nächst das Grund­ge­setz durch Scha­ria und Schre­ckens­herr­schaft ersetzt wird. Men­schen wie der Mail­schrei­ber behan­deln die­se Ent­wick­lung dage­gen als Gewissheit.

Rich­tig, Chris­ti­an, der Mei­nung bin ich auch: Da wird nicht bald ein/e Bundeskanzler/in über­ra­schend eine Anspra­che an das Volk hal­ten und ver­kün­den, daß nun das Grund­ge­setz durch die die Scha­ria ersetzt wor­den sei.

Dei­ne Argu­men­ta­ti­on ist den­noch arg durch­sich­tig – und däm­lich. Es gibt näm­lich eine pri­ma Alter­na­ti­ve zu dem Bra­chi­al­schnitt, ein Zwi­schen­ding sozu­sa­gen. Das Grund­ge­setz kann auch bis zur Unkennt­lich­keit aus­ge­höhlt wer­den, wenn nie­mand dage­gen etwas unter­nimmt. Durch fal­sche Tole­ranz, Rück­sicht­nah­me auf bestimm­te (Un-)Kulturen und Reli­gio­nen, Ver­leug­nung der eige­nen Iden­ti­tät und beharr­li­ches Still­schwei­gen über den täg­li­chen Rechtsbruch.

Nur ein Bei­spiel: Seit drei Jah­ren erscheint eine 16jährige Schü­le­rin aus Belm (Land­kreis Osna­brück) voll­ver­schlei­ert zum Unter­richt. Das ist eigent­lich ver­bo­ten. Auf Straf­maß­nah­men gegen das Mäd­chen und ihre Eltern wur­de bis­her aber ver­zich­tet, die Schu­le tole­rier­te die Ver­schleie­rung. Nun hat der Kul­tus­aus­schuß des Land­tags sich ein­ge­schal­tet und ent­schie­den: Die jun­ge Frau darf ihren Niqab, der nur einen Schlitz für die Augen frei läßt, wei­ter tragen.

Kannst du mir mal ver­ra­ten, was das mit dem Grund­ge­setz und der Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau zu tun hat? Und komm mir jetzt nicht damit, daß das Mäd­chen sich ja schließ­lich frei­wil­lig ver­schleie­re. Du als schlau­er Pro­fes­sor kannst dir aus­ma­len, wel­che Signal­wir­kung an ande­re mus­li­mi­sche Mäd­chen von solch einem Akt aus­geht. Grup­pen­zwang­mä­ßig, mei­ne ich.

Übri­gens argu­men­tie­ren auch “süd­län­di­sche” Män­ner, die ihre Frau­en oder Töch­ter wegen der “Ehre” ent­sorgt haben, mit der Fremd­kul­tur- und Reli­gi­ons­ma­sche vor Gerich­ten und bekom­men so nicht sel­ten mil­de Urtei­le. Was, wenn der­ar­ti­ger Wahn­sinn sich zu einem unge­schrie­be­nen Gesetz für ganz Deutsch­land ausgeweitet?

Wer­den dann unse­re ach so muti­gen Grund­ge­setz­hü­ter wie ein Mann auf­ste­hen und den Mos­lems “Stop!” ent­ge­gen­ru­fen? Oder wer­den sie die Zumu­tun­gen nicht rela­ti­vie­ren, umdeu­ten, ver­harm­lo­sen und schließ­lich dul­den, so wie das Schwei­ne­fleisch-Ver­bot in den Kin­der­gär­ten inzwi­schen zum Gesun­de-Ernäh­rung-Tra­la­la umge­lo­gen wird?

Hin­zu kommt, daß der Mos­lem im öffent­li­chen Dis­kurs schon längst zu einem Unbe­rühr­ba­ren gesalbt wor­den ist, des­sen frei­heits­feind­li­ches, mit­tel­al­ter­li­ches, macho­haf­tes, immer öfter gewalt­tä­ti­ges, ins­be­son­de­re jedoch frau­en­feind­li­ches Geba­ren wenn über­haupt mit spit­zen Lip­pen und hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand kri­ti­siert wer­den darf.

Der Ver­weis auf die gesetz­lich garan­tier­te Reli­gi­ons­frei­heit läuft ins Lee­re. Ers­tens ent­stand die­ses Gesetz zu einer Zeit, als Deutsch­land bereits säku­la­ri­siert war und man nicht ein­mal im Traum dar­an dach­te, daß eine sehr gro­ße Bevöl­ke­rungs­grup­pe ihre Lebens­wei­se nach einem reli­giö­sen Dik­tat rich­ten würde.

Zwei­tens ist der heu­ti­ge Islam kei­ne Reli­gi­on im spi­ri­tu­el­len Sin­ne, son­dern eine abso­lut dies­sei­ti­ge und detail­lier­te Hand­lungs­an­wei­sung für den Gläu­bi­gen, die er im gesell­schaft­li­chen, poli­ti­schen, zwi­schen­mensch­li­chen sowie sexu­el­len Bereich unter Into­le­ranz ande­rer Welt­an­schau­un­gen anzu­wen­den hat.

Und drit­tens endet jede Reli­gi­on, die mit Hin­ga­be und nach den Buch­sta­ben eines soge­nann­ten hei­li­gen Buches aus­ge­übt wird, über kurz oder lang in uner­meß­li­chem mensch­li­chen Leid, da sinis­te­re, geschäfts­tüch­ti­ge oder schlicht und ein­fach irre Cli­quen sie stets zu ihren ver­derb­li­chen Zwe­cken instru­men­ta­li­sie­ren. Das ken­nen wir aus unse­rer eige­nen Geschichte.

Des­halb, lie­ber Chris­ti­an, ist es völ­lig wurscht, ob man in ein paar Jah­ren die voll­stän­di­ge Kne­be­lung der Gesell­schaft und die Abschaf­fung des Indi­vi­du­ums samt sei­ner frei­heit­li­chen Rech­te durch den Islam Scha­ria nen­nen wird oder weiß der Teu­fel was. Im Ergeb­nis kommt das Glei­che her­aus. Im übri­gen sind sowohl das Grund­ge­setz als auch der Koran bloß gedruck­te Bücher. Es sind die Men­schen, die das, was dar­in geschrie­ben steht, für voll neh­men oder eben nicht. Ob sol­cher Gedan­ken, die auch dir wohl durch den Kopf gewan­dert sind, wirst du pro­phy­lak­tisch mathematisch:

Ers­tens muss der­je­ni­ge, der die­se Zukunft für eine rea­le Bedro­hung hält, die beob­acht­ba­re Rea­li­tät sehr effek­tiv aus­blen­den. Der­zeit stam­men von 100 in Deutsch­land leben­den Men­schen unge­fähr fünf oder sechs aus mus­li­misch gepräg­ten Kul­tu­ren. Die aller­meis­ten davon möch­ten selbst­ver­ständ­lich nicht unter einem IS-ähn­li­chen Regime leben, ein gewis­ser Anteil ist davor ja sogar unter Lebens­ge­fahr geflo­hen. Etwa die Hälf­te der Mus­li­me in Deutsch­land hat tür­ki­sche Wur­zeln […]. Befragt man die Deut­schen, wie hoch der Anteil wohl ist, bekommt man aber ganz ande­re Zah­len zu hören. Im Mit­tel auf 21 Pro­zent schät­zen Deut­sche den Bevöl­ke­rungs­an­teil von Mus­li­men, also vier­mal so hoch wie in der Realität.

Die Zah­len hast du vom “Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge”, Chris­ti­an, also einem Saft­la­den, der nicht mal genau bezif­fern kann, wer Flücht­ling, Asyl­be­trü­ger, Migrant, Paß-Deut­scher, Tou­rist oder Außer­ir­di­scher ist. Unge­fähr fünf oder sechs unter Hun­dert der im Lan­de leben­den Men­schen sol­len mus­li­misch gepräg­ten Kul­tu­ren ent­stam­men? Wo lebst du eigentlich?

Selbst in der Pro­vinz und im letz­ten Dorf ist inzwi­schen jeder Fünf­te, der einem ent­ge­gen­kommt, dun­kel­häu­tig und ver­mut­lich mus­li­mi­schen Glau­bens. Aber egal, ich will es dir mal abneh­men. Weil du dich näm­lich durch die­se Aus­sa­ge selbst ad absur­dum führst. Mit der möch­test du uns zei­gen, wie klein und ver­nach­läs­sig­bar die­se Glau­bens­ge­mein­schaft im Ver­gleich zu der Bevöl­ke­rungs­mehr­heit ist.

Net­ter Ver­such, aber ganz und gar lächer­lich. Viel­leicht sind dei­ne Augen in den letz­ten 30 Jah­ren immer schlech­ter gewor­den und dei­ne Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit eben­so. Hast du im Ernst nicht mit­ge­kriegt, wie die­se put­zi­ge Mini-Grup­pe inzwi­schen die Repu­blik umge­krem­pelt hat? Siehst du nicht auf Schritt und Tritt Bekopf­tuch­te und Ver­schlei­er­te auf der Stra­ße, ins­be­son­de­re in den Großstädten?

Regis­trierst du nicht, daß sogar in einer Klein­stadt heut­zu­ta­ge min­des­tens eine Moschee steht? Guckst du dir kei­ne Kri­mi­nal­sta­tis­ti­ken an und kon­sta­tierst, wel­cher Schlag Übel­tä­ter die meis­ten Ver­bre­chen fabri­ziert und vor­herr­schend im Knast ein­sitzt? Ist es dir ent­gan­gen, daß selbst der dem Deut­schen so hei­li­ge Tier­schutz zuguns­ten ekel­haf­ter Ritua­le eines Aber­glau­bens (Schäch­tung) geop­fert wird?

Liest du nie etwas dar­über, wer mehr­heit­lich die Sozi­al- und Kran­ken­kas­sen bis zum Anschlag belas­tet? Spürst du nicht, wie weit so etwas Über­hol­tes wie der Got­tes­wahn, der für uns nur noch eine Art Folk­lo­re, im gewich­tigs­ten Fal­le See­len-Well­ness dar­stellt, die Mei­nungs­frei­heit Schritt um Schritt stran­gu­liert? Bist du wirk­lich so blind, zu glau­ben, daß die­se fünf oder sechs Leu­te unter Hun­dert hät­ten kei­nen suk­zes­si­ven Schwenk Deutsch­lands hin zur Vor­zi­vi­li­sa­ti­on bewerkstelligt?

Ach, noch etwas, Chris­ti­an: Die­se Fünf-oder-sechs-zu-Hun­dert-For­mel mag viel­leicht für die Erwach­se­nen gel­ten, aber mit­nich­ten für Kin­der und Jugend­li­che. Geh doch mal in die Kreiß­sä­le, in die Kin­der­gär­ten, in die Schu­len und schau, wel­cher Reli­gi­on die jun­ge Genera­ti­on mitt­ler­wei­le fast hälf­tig ange­hört. Des­halb fra­ge ich dich: Wenn solch ein klei­ner Pro­zent­satz der Bevöl­ke­rung bereits jetzt der­ar­ti­ge Umwäl­zun­gen und Ver­än­de­run­gen in unse­rem Land aus­löst, wie sieht es dann aus, wenn die­ser Pro­zent­satz sich künf­tig ver­dop­pelt, ver­drei­facht, ver­vier­facht oder verfünffacht?

Der­lei Furcht begeg­nest du mit abge­dro­sche­nem One-world-Geschwur­bel. Nicht alle Mos­lems streb­ten eine reli­gi­ös-fun­da­men­ta­lis­ti­sche Herr­schaft an, woll­ten ein blu­ti­ges Regime, in dem Kin­der ver­ge­wal­tigt und Frau­en geköpft wer­den, und favo­ri­sier­ten eine mus­li­mi­sche Terrorherrschaft.

“Dass es tat­säch­lich Orte gibt, an denen mus­li­mi­sche und nicht­mus­li­mi­sche Kin­der ein­träch­tig mit­ein­an­der Fuß­ball spie­len, kann und darf in der dunk­len Welt von Men­schen wie dem Mail­schrei­ber nicht wahr sein”, schreibst du. Das glau­be ich dir aufs Wort. Auch in mus­li­mi­schen Län­dern gibt es mit abso­lu­ter Sicher­heit jede Men­ge fabel­haf­ter Men­schen, die völ­lig fried­lich leben und nichts als ein biß­chen Spaß im Leben haben wollen.

Vie­le von ihnen sind bestimmt total tole­rant, von der Gleich­wer­tig­keit der Frau mit dem Man­ne über­zeugt, wis­sens­durs­tig, modern im Geis­te, und ihr Glau­be spielt für sie kei­ne gro­ße Gei­ge. Sind ja nicht alle Ter­ro­ris­ten, ist dein Schluß­te­nor. Alles schön und gut. Bloß sehen die mus­li­mi­schen Län­der halt so aus wie sie aus­se­hen, und die mus­li­mi­schen Enkla­ven hier bei uns eben­so, eben weil es einen isla­mi­schen Kol­lek­tiv­cha­rak­ter gibt.

Und der gebiert nicht nur in der Regel, son­dern stets unaus­weich­lich Destruk­ti­ves. Selbst in der sei­ner­zeit durch Ata­türk mit bru­ta­len Metho­den moder­ni­sier­ten Tür­kei hat sich die­ser Islam-Geist nur ein paar Jahr­zehn­te im Unter­grund gehal­ten, bis er schließ­lich um so vehe­men­ter eruptierte.

Ich will mit all­dem sagen, Chris­ti­an, daß dein Bild von den mus­li­mi­schen und nicht­mus­li­mi­schen Kin­dern, die ein­träch­tig mit­ein­an­der Fuß­ball spie­len, ganz rüh­rend und hoff­nungs­spen­dend ist. Aller­dings ist es gleich­zei­tig auch ein schie­fes Bild.

Daß die­se Kin­der in der Zukunft eine gemein­sa­me deut­sche, mei­net­we­gen west­li­che Iden­ti­tät ent­wi­ckeln wer­den, kann ich dar­aus nicht her­aus­le­sen. Eher macht ein jeder sein eige­nes Ding und kommt nur zum Fuß­ball­spie­len mit ande­ren Grup­pen zusammen.

Es exis­tiert kein mus­li­mi­sches Land auf der Erde, in dem nicht die all­seits bekann­ten islam­ty­pi­schen Häß­lich­kei­ten, Bes­tia­li­tä­ten, Defor­ma­tio­nen und kurio­sen Blü­ten der Geschlech­ter­apart­heit vor­kom­men. Wie­so soll­te es im immer isla­mi­scher wer­den­den Deutsch­land anders wer­den? Über eine Ant­wort wür­de ich mich freu­en, Herr Professor.

Akif Pirinçci

Akif Pirinçci ist Bestsellerautor und gilt als schärfster Kritiker der bundesdeutschen Zustände.

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Kommentare (9)

Gotlandfahrer

11. Mai 2017 16:48

Volle Zustimmung und Dank. Nur: 'Destruktiv' ist doch eher unsere westliche Kultur, jedenfalls sofern man destruktiv als etwas versteht, was erschaffenes verhindert oder wieder abbaut. Der Islam hat sicher nicht die technisch-aufklärerischen Errungenschaften vorzuweisen, wie ehemals der Westen (zumindest in der schöpferischen Frühphase seiner Denkrevolution). Nun frisst die Revolution ihre Kinder, der Islam hingegen bleibt archaisch aber konstruktiv in dem Sinne, dass er Selbsterhaltung betreibt. Gesprengte Altertümer sind jammerschade, aber der Moslem lebt und macht sieben neue Moslems.

Hesperiolus

11. Mai 2017 17:20

Ad tertium negative. A particulari ad universale non valet illatio. Aus "unserer" Geschichte kenne ich das so nämlich nicht. Im Gegenteil, ein weniger durchsäkularisiertes Deutschland hätte diese Pest nicht derart am Hals!

Curt Sachs

11. Mai 2017 21:05

Recte, Hesperiole, dixisti.

Caroline Sommerfeld

12. Mai 2017 01:46

Schweinefleisch-Verbot in den Kindergärten inzwischen zum Gesunde-Ernährung-Tralala

Ich bekam vor genau 2 Jahren als Schulküchenleitung folgendes Mail eines türkischen Catering-Betriebs:

Das Novum an diesen Produkten ist, dass sie als hochwertige Halal-konforme Fertigmenüs für Kindergärten und Schulen bzw. Horte hergestellt werden. Die Zielgruppe stellen in erster Linie alle Kinder und Junioren dar, die hohe Sensibilität für Halal-Speisen haben.  Zwar bieten manche Menü-Lieferanten an Kindergärten „schweinefleischfreie“ Menüs in ihren Speiseplänen an, jedoch sind diese Speisen nicht Halal-konform produziert.

„Laut neuem Islam-Gesetz sollen die Kinderbetreuungseinrichtungen auf die religiösen Speisevorschriften Rücksicht nehmen. Mit Ihrem Partner Sen Menü sind auch Sie in der Lage, diesen Anforderungen zu entsprechen!“

Hochsensibilität ist die gröbste Totschlagkeule! Küchenchefin bin ich übrigens "wegen rechts" inzwischen nimmer, Sie hatten recht, damals in Wien, Herr Pirincci!

Der Feinsinnige

12. Mai 2017 03:35

Zunächst eine grundsätzliche Vorbemerkung:

Mails und andere Äußerungen, die persönlich beschimpfen, drohen, dem Adressaten Schlimmstes herbeiwünschen etc. sind immer und ausnahmslos abzulehnen, auch die von Akif Pirincci eingangs seines Artikels zitierte Mail, die zuvor von Prof. Stöcker selbst veröffentlicht und zitiert worden ist. Solche Äußerungen sind nicht nur inhaltlich inakzeptabel, sondern sie behindern auch die so wichtige sachbezogene Auseinandersetzung und schaden daher jeglicher berechtigten Kritik an der derzeitigen Politik der ungebremsten Masseneinwanderung. Leider gilt letzteres meines Erachtens auch für den polemischen Stil Pirinccis, was ich wegen der im Text aufgeführten Tatsachen (Tolerierung einer vollverschleierte Schülerin in Niedersachsen!!, demographische Entwicklung in vielen Großstädten etc. etc.) und Argumente (die durchaus auch sachlich hätten formuliert werden können) bedaure.

Nun zur Sache: Prof. Stöcker hat geschrieben:

„Jedes Mal, wenn ich eine dieser E-Mails bekomme, frage ich mich, was genau diese Leute an- und umtreibt. Ich persönlich halte es für ausgeschlossen, dass in Deutschland demnächst das Grundgesetz durch Scharia und Schreckensherrschaft ersetzt wird. Menschen wie der Mailschreiber behandeln diese Entwicklung dagegen als Gewissheit.“

Hier genau liegt das grundsätzliche Problem: Prof. Stöcker schreibt, er frage sich, was diese Leute umtreibe. Entsprechendes kann man immer wieder lesen und hören, sowohl in der öffentlichen Diskussion in Politik und Medien, als auch im privaten Bereich. Ist die kommunizierte Ratlosigkeit tatsächlich ehrlich (das wäre ein geistiges Armutszeugnis!) oder nur vorgeschützt? Haben Prof. Stöcker oder andere tatsächlich so wenig Phantasie? Braucht man überhaupt Phantasie, um zu verstehen, was viele und immer mehr Menschen umtreibt, oder reicht nicht eine ruhige und kühle Betrachtung der allgemeinbekannten demographischen Daten, auf die Akif Pirincci oben Bezug nimmt?

Prof. Meuthen hat in seiner Rede vor dem Kölner AFD-Parteitag gesagt:

„Wir wollen nicht zur Minderheit im eigenen Land werden und sind es doch zu Teilen bereits."

„Wenn wir den Hebel nicht jetzt und sehr entschlossen umlegen, dann ist die unwiderrufliche Veränderung unserer Heimat in ein in gar nicht vielen Jahren muslimisch geprägtes Land eine mathematische Gewißheit.“

https://www.youtube.com/watch?v=PNMLMH71lVE (ab Minute 20.24 und 21.40)

Ich würde mir wünschen, daß Prof. Stöcker den obigen Artikel Pirinccis nicht nur liest und ihn - trotz des Stils - sachbezogen reflektiert, sondern auch direkt hier im Strang beantwortet und auch auf den soeben zitierten Satz von Prof. Meuthen eingeht (beides wird wohl ein unrealistischer Wunsch bleiben). Jeder Versuch, die in den Texten Prof. Stöckers und Akif Pirinccis exemplarisch nachzulesende Sprachlosigkeit zwischen den Kritikern der Masseneinwanderung und den Gutmenschen zu überwinden, wäre aus meiner Sicht ein Gewinn, denn die Gutmenschen werden in der Öffentlichkeit viel zu selten mit der von ihnen ausgeblendeten Realität direkt verbal konfrontiert. Dies erst gibt ihnen die Möglichkeit, immer wieder ihre scheinbare (oder doch tatsächliche?) Ratlosigkeit zu kommunizieren und dadurch argumentative Nebelkerzen zu werfen.

Gustav

12. Mai 2017 11:48

@ Der Feinsinninge

"Ist die kommunizierte Ratlosigkeit tatsächlich ehrlich (das wäre ein geistiges Armutszeugnis!) oder nur vorgeschützt?"

Linkes Denken ist Denken von der Utopie her!Denken von der Utopie her heißt, es wird gar nicht gefragt, welche Voraussetzungen gegeben sein müssten, damit so etwas wie eine zivilisierte Gesellschaft möglich ist; es wird von vornherein nicht gefragt, wie die Menschen es immer wieder geschafft haben, friedlich zusammenzuleben, es wird nicht gefragt, warum sie nicht in den Hobbesschen Naturzustand verfallen, in dem jeder Mensch des anderen Wolf ist.

Linkes Denken heißt, das alles als Selbstverständlichkeit vorauszusetzen. Die Vorstellung, dass die Zivilisation schlechthin unter dem Trommelfeuer immer neuer linker Experimente irgendwann kaputtgehen könnte, existiert in ihrem Denken als Möglichkeit überhaupt nicht. Es ist nicht etwa so, dass Linke darüber nachdenken, und dann mit Argumenten begründen, warum sie nicht existiert. Die ganze Frage kommt unter Linken nicht vor. Das darf nicht sein, also kann es nicht sein, und wer als Linker solche Gefahren thematisiert, wird ganz schnell feststellen, dass er unter Genossen als Verräter gilt und Nichtlinke werden als böse Rechte diffamiert.

Linkes Denken heißt, jede gegenwärtige und vergangene konkrete Gesellschaft nicht daran zu messen, ob sie funktioniert hat, sondern daran, ob sie einer selbstgestrickten Utopie entspricht. Sie nicht daran zu messen, ob sie den Absturz in Anarchie und Barbarei verhindert hat, sondern daran, ob sie das Paradies auf Erden verwirklicht hat. Daran gemessen, muss jede Gesellschaft und jede Zivilisation schlecht aussehen.

Linkes Denken heißt, dass jede Gesellschaft (weil keine es bislang geschafft hat, das Paradies auf Erden zu verwirklichen), jeder Staat, jede soziale Ordnung, jede Familie, jede Struktur zum Abschuss freigegeben ist. Linkes Denken führt unweigerlich zur Forderung nach Zerstörung, nach Vernichtung jeder funktionierenden Struktur.

Und das gilt nicht nur für Linksextremisten, nicht nur für Kommunisten und Anarchisten, die ihre Utopien ganz unmittelbar hier und jetzt durch Revolution verwirklichen wollen, sondern auch für den ganz normalen Linken.

Es ist die Lebenslüge so genannter gemäßigter Linker, also von Sozialdemokraten, Grünen und Linksliberalen, zu glauben, sie selber seien keine Utopisten, weil sie ja schrittweise vorgehen, und das dann Reformpolitik nennen. Eine Lebenslüge bleibt es deshalb, weil das Ergebnis letztlich dasselbe ist.

Linksextremisten wollen die Gesellschaft ruckartig zerstören, gemäßigte Linke in Zeitlupe. Ein Kommunist greift zum Dynamit, ein Sozialdemokrat zur Spitzhacke, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. Oder, um ein anderes Bild zu verwenden: Ein Extremist setzt die Abrissbirne ein, ein Gemäßigter zieht einen Stein nach dem anderen aus dem Gesellschaftsgebäude und sagt jedes Mal: "Na, bisher ist doch alles gutgegangen."

Cacatum non est pictum

12. Mai 2017 12:45

@Gustav

Die von Ihnen zitierten Absätze stammen aus der Feder von Manfred Kleine-Hartlage, den ich für einen der scharfsinnigsten politischen Analytiker der Gegenwart halte - jedenfalls im deutschsprachigen Raum. Er hat Geisteshaltung und Habitus der Linken mit Röntgenblick seziert und all die Verlogenheit und Widersprüchlichkeit offengelegt, die deren politischem Kosmos innewohnt.

Der Feinsinnige

13. Mai 2017 02:59

@ Gustav @ Cacatum non est pictum

Danke für die Zitierung des Textes von Manfred Kleine-Hartlage. Auch ich habe dessen Bücher vor Jahren mit Gewinn gelesen, auch den Kaplakenband „Warum ich kein Linker mehr bin“ . Ich verstehe die Beantwortung meiner Frage durch die Textpassage Kleine-Hartlages so, daß davon auszugehen sein soll, daß die von Prof. Stöcker zur Schau gestellte Ratlosigkeit oder anderweitig häufig geäußerte Stereotype wie „...ausgerechnet im Osten, da gibt es doch kaum Ausländer...“ usw. tatsächliche geistige Armut oder vielleicht besser tatsächliche Realitätsblindheit demonstrieren. Das mag zutreffen. Ich habe allerdings den Eindruck, daß nicht wenige der betreffenden im weitesten Sinne links gestrickten Personen aus Politik, Medien, Kirchen etc.  sich bewußt dumm stellen, um ihrerseits Volksverdummung zu betreiben. Dies kann allerdings auch mit voller Absicht aus den von Kleine-Hartlage formulierten Gründen geschehen. Blindheit und Verblendung können also ineinander übergehen. Trotzdem finde ich die Frage interessant, ob ein Autor wie Prof. Stöcker andere bewußt und entgegen anderweitigem Erkenntnishorizont mit seiner formulierten Ratlosigkeit hinters Licht führt oder ob er diese Ratlosigkeit tatsächlich empfindet.

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