Leitkultur, Lightkultur, Leidkultur?

Das wäre weiter nicht schlimm, wäre damit etwas über das Selbstbewußtsein der Deutschen gesagt.

 Gastbeitrag

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In dem Sin­ne, daß es über Selbst­ver­ständ­li­ches nichts zu debat­tie­ren gibt. Das Pro­blem dabei: So viel Selbst­be­wußt­sein besitzt der Deut­sche nicht. War­um also wur­de die Dis­kus­si­on über eine deut­sche Leit­kul­tur von Tho­mas de Mai­ziè­re über­haupt angestoßen?

Hier kann man getrost Thors­ten Hinz zustim­men, wonach sich „der Zweck und die Bot­schaft des Vor­sto­ßes von Innen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re zur deut­schen Leit­kul­tur im gewähl­ten Mas­sen­me­di­um (Bild am Sonn­tag) erschöpft.“ Es sich somit um einen „miß­glück­ten The­sen­an­schlag“ han­delt. Aber auch ein miß­glück­ter The­sen­an­schlag ver­dient eine klei­ne Nach­be­trach­tung. Viel­leicht nähern wir uns ja der Ant­wort auf die über­le­bens­wich­ti­ge Fra­ge, was uns im Inners­ten zusammenhält.

Jür­gen Haber­mas war vom Vor­schlag des Innen­mi­nis­ters irri­tiert. Der Phi­lo­soph hält die Pro­pa­gie­rung einer deut­schen Leit­kul­tur für unver­ein­bar mit dem Grund­ge­setz, das für Haber­mas nur libe­ral aus­ge­legt wer­den kann.

Eine libe­ra­le Ver­fas­sung ver­langt näm­lich die Dif­fe­ren­zie­rung der im Lan­de tra­dier­ten Mehr­heits­kul­tur von einer allen Bür­gern glei­cher­ma­ßen zugäng­li­chen und zuge­mu­te­ten poli­ti­schen Kul­tur. Deren Kern ist die Ver­fas­sung selbst.

Statt eine deut­sche Leit­kul­tur zu pro­pa­gie­ren, for­dert Haber­mas eine poli­ti­sche Kul­tur, in die die Min­der­heits­kul­tu­ren sich ein­le­ben müs­sen. Das läßt sich natür­lich nicht erzwingen.

Aber im Fluss einer leben­di­gen demo­kra­ti­schen Streit­kul­tur ste­hen die Inhal­te der poli­ti­schen Kul­tur nicht still. Die Ein­ge­bür­ger­ten kön­nen genau­so wie die Alt­ein­ge­ses­se­nen ihre eige­ne Stim­me in den Pro­zess der Fort- und Umbil­dung die­ser Inhal­te ein­brin­gen. Für die defi­nie­ren­de Kraft die­ser Stim­men sind bei uns heu­te die erfolg­rei­chen Schrift­stel­ler, Film­re­gis­seu­re, Schau­spie­ler, Jour­na­lis­ten und Wis­sen­schaft­ler aus den Fami­li­en der ehe­ma­li­gen tür­ki­schen Gast­ar­bei­ter das bes­te Beispiel.

Das klingt zunächst gut. Aller­dings stellt sich die Fra­ge, wel­chen ein­ge­bür­ger­ten Schrift­stel­lern, Regis­seu­ren und Jour­na­lis­ten die­se defi­nie­ren­de Kraft zuge­stan­den wird. Akif Pirin­çci (Schrift­stel­ler)? Imad Karim (Regis­seur) ? Oder Güner Bal­cı (Jour­na­lis­tin) ? Um nur eini­ge zu nen­nen, deren Stim­men viel zu wenig gehört wer­den. Wer ent­schei­det bei einem libe­ra­len Grund­rechts­ver­ständ­nis über die defi­nie­ren­den Kräf­te? Wer schei­det die Geis­ter? Und wer garan­tiert, daß die Umbil­dung der Inhal­te nicht die Ver­fas­sung selbst völ­lig umbil­det? Hier zeigt sich das gan­ze Dilem­ma eines libe­ra­len Grund­rechts­ver­ständ­nis­ses. Es hebelt am Ende die Grund­rech­te aus.

Eine Leit­kul­tur ist nicht gegen das Grund­ge­setz aus­zu­spie­len. Leit­kul­tur ist mehr als das Grund­ge­setz. Das Grund­ge­setz ist nicht in luft­lee­rem Raum ent­stan­den. Es grün­det bereits  auf einer tra­dier­ten Leit­kul­tur. Der Erz­bi­schof von Bam­berg, Lud­wig Schick, hat dar­auf hin­ge­wie­sen, daß „die Ver­fas­sung aus der christ­li­chen Tra­di­ti­on und Kul­tur ent­stan­den ist“. Und: „Der Boden unse­rer Kul­tur und des Grund­ge­set­zes war und ist das Evan­ge­li­um und das Chris­ten­tum. Das zu erhal­ten ist unse­re Aufgabe.“

Es kann des­halb nicht ange­hen, daß Ver­tre­ter eines isla­mi­schen Kul­tur- und Reli­gi­ons­ver­ständ­nis­ses mit allen Mit­teln ver­su­chen, das Grund­ge­setz aus­zu­he­beln (Stich­wor­te: Scha­ria, Gleich­be­rech­ti­gung Mann/Frau, Grup­pen­rech­te gegen Ein­zel­rech­te, usw.). Auf die kul­tu­rel­len Hin­ter­grün­de, die zu unse­rer Ver­fas­sung und Recht­spre­chung geführt haben, ist des­halb immer wie­der hin­zu­wei­sen. Das ist um so wich­ti­ger, als eine Gesin­nungs­jus­tiz dem kul­tu­rel­len Hin­ter­grund der Täter zuneh­mend mehr Rech­nung trägt als dem des auto­chtho­nen Opfers.

Der Tod von Niklas P. ist und bleibt wohl unge­sühnt. Die fas­sungs­lo­se Mut­ter wur­de zusätz­lich gede­mü­tigt. Die Trau­er­re­de von Dechant Wolf­gang Picken wirkt im Rück­blick wie ein Hohn. Der Pries­ter zeich­ne­te das Bild eines lie­bens­wer­ten und ernst­haf­ten Jugend­li­chen mit einem aus­ge­präg­ten Gerech­tig­keits­sinn und for­der­te: “Wir schul­den als Staat, Kir­che und Gesell­schaft Niklas das Ver­spre­chen, daß so etwas nie wie­der pas­siert!“ Was ist seit­her gesche­hen? Nichts! Die Leit­kul­tur wird immer mehr zur Leidkultur.

Zur Leit­kul­tur zäh­len eine gemein­sa­me Geschich­te, Spra­che, Kul­tur, Gebräu­che, Sit­ten usw. Hier gibt es natür­lich gro­ße Unter­schie­de zwi­schen einer Mehr­heits­kul­tur und Min­der­hei­ten. Zwi­schen denen, die „schon län­ger hier leben“, und den Ein­ge­wan­der­ten: Dar­auf hat zual­ler­erst Thi­lo Sar­ra­zin in Deutsch­land schafft sich ab hin­ge­wie­sen. In sei­nem Schluß­ka­pi­tel “Ein Traum und ein Alp­traum” heißt es:

Deutsch­land wird nicht mit einem Knall ster­ben. Es ver­geht still mit den Deut­schen und mit der demo­gra­fisch beding­ten Aus­zeh­rung ihres intel­lek­tu­el­len Poten­ti­als. Das Deut­sche in Deutsch­land ver­dünnt sich immer mehr, und das intel­lek­tu­el­le Poten­ti­al ver­dünnt sich noch schnel­ler. Wer wird in 100 Jah­ren „Wan­de­rers Nacht­lied“ noch ken­nen? Der Koran­schü­ler in der Moschee neben­an wohl nicht.

Bei der media­len Auf­be­rei­tung schwe­rer deut­scher Kost darf eine exo­ti­sche Fein­ab­stim­mung  heut­zu­ta­ge nicht mehr feh­len. Man neh­me eine schwar­ze Tanz­leh­re­rin und eine mus­li­mi­sche Ber­li­ner Staats­se­kre­tä­rin und befra­ge bei­de zu einer deut­schen Leit­kul­tur. Die Tän­ze­rin hat „Angst, zu sagen, daß sie deutsch sei“ (wer kennt das flaue Gefühl nicht?); und die Mus­li­ma sagt an ande­rer Stel­le Pikan­tes: “Mein Vater ist ein from­mer Mus­lim, spricht kaum Deutsch, kann weder lesen noch schrei­ben, ist aber inte­grier­ter als vie­le Funk­tio­nä­re der AfD, die unse­re Ver­fas­sung in Fra­ge stellen.”

Auch der Vor­sit­zen­de des Zen­tral­ra­tes der Mus­li­me, Aiman Mazyek, bringt sei­ne defi­nie­ren­de Würz-Kraft ger­ne in den Dis­kurs ein und stellt schon mal klar, daß die Dis­kus­si­on nicht dazu füh­ren darf, dass eine „deut­sche Ver­gan­gen­heit, die es so nie gege­ben hat“ als roman­ti­sches Vor­bild gese­hen wer­de. Die Leit­kul­tur soll man nicht an Äußer­lich­kei­ten fest­ma­chen, sagt Mazyek. Um sie kurz dar­auf an Inner­lich­kei­ten fest­zu­ma­chen. Etwa an Beet­ho­vens Ode an die Freude.

Bes­ser: An dem Text von Fried­rich Schil­ler, der zur Brü­der­lich­keit auf­ruft. “Eines Freun­des Freund zu sein, das ist der gro­ße Wurf, das wäre erstre­bens­wer­te Leit­kul­tur”, so der Zen­tral­rats­vor­sit­zen­de in der FAZ. Die­se „Ver­dün­nung des intel­lek­tu­el­len Poten­ti­als“ (Sar­ra­zin) hat durch­aus etwas Lie­bens­wer­tes, etwas ori­en­ta­lisch Leich­tes, klingt gar nach einer Light-Kultur.

Die Dis­kus­si­on über eine deut­sche Leit­kul­tur ist schwe­re Kost. Trotz­dem gibt es für jeden Deut­schen nichts dar­über  zu dis­ku­tie­ren. Ent­we­der will man eine füh­ren­de Kul­tur­na­ti­on sein – oder aber nicht. Spä­tes­tens wenn man die Letzt­ver­dün­nung des intel­lek­tu­el­len Poten­ti­als näher betrach­tet, sieht man, was auf dem Spiel steht. Man lese den Text der Fried­rich-Ebert-Stif­tung „Mit­ein­an­der in Viel­falt. Leit­bild und Agen­da für die Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft”. Hier klingt das Leit­bild für die Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft nicht leicht, son­dern bedroh­lich schwer.

Die wich­tigs­ten Bot­schaf­ten von “Leit­bild und Agen­da” lauten:

  1. Ein­wan­de­rung ist Normalität
  2. Deutsch­land ist ein Ein­wan­de­rungs­land und Viel­falt eine Tat­sa­che. Danach müs­sen wir handeln.
  3. Eine gerech­te Gesell­schaft bedeu­tet, dass alle teil­ha­ben können.
  4. Dis­kri­mi­nie­rung ver­hin­dert Integration.
  5. Gemein­sam­kei­ten ent­ste­hen im Zusammenleben.

Das ist kurz, zackig, radi­kal, deutsch, sehr deutsch – und hof­fent­lich ein miß­glück­ter Thesenanschlag.

 Gastbeitrag

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Kommentare (33)

stimmviech

18. Mai 2017 12:44

Die deutsche Kultur ist eigenständig zur Leidkultur geworden.Männlichen Grundschulkindern wird beim Fußball ein Arm auf den Rücken gebunden,damit sie gegen die Mädchen verlieren.

Wo Gefahr ist,wächst das Rettende auch.Die Moslemjungs spielen und schlagen sicherlich mit beiden Armen.Und retten so-sicherlich nicht auf deutsche Art-das Leben an sich.Warum soll ich eine verkopft degenerierte "Leitkultur"retten wollen?

RMH

18. Mai 2017 13:00

Es richtig, schon die Einführung oder Verwendung des Begriffs "Leitkultur" ist im Grunde genommen bereits eine Rückzugsposition bzw. ein Zugeständnis des Fehlens oder zumindest des Schwindens einer ehemals den Raum vollständig ausfüllenden und beherrschenden Kultur. Er wird aber gerne von interessierten Kreisen in der Union als Sedativum und Ablenkungsmanöver verwendet, zumal man sich mit dem unbestimmten Begriff "Leitkultur" mehr oder weniger elegant um das eigentliche, nämlich deutsche Kultur, drücken kann.

Deutsche Kultur scheint ohnehin bereits vollständig als Formulierung aus der Mode gekommen zu sein - selbst in kritischeren Foren wird oftmals nur von "jüdisch-christlicher" oder "abendländischer" Kultur geredet, nur damit man sich selbst dort vor dem offenbar ach so schlimmen Wort "deutsch" drücken kann.

Im Sinne der Klarheit: Es geht nicht um irgendein abstraktes Abendland oder eine europäische oder jüdisch-christliche Kultur als Spezifikum. Der Kampf in diesem Land geht um eine konkret deutsche Kultur (in all ihrer bereits vorhandenen, riesigen Vielfallt!) und die Möglichkeit der Existenz und Fortentwicklung einer solchen auf deutschem Boden. Dass die deutsche Kultur Teil einer europäischen Kultur bzw. prägender und herausragender Bestandteil einer europäischen Kultur und auch eingebettet in abendländisch, jüdisch-christlichen Traditionen und Kulturelementen ist, ist eine Binsenweisheit, die man gerade nicht dadurch verdrängt, wenn man immer wieder von einer deutschen Kultur spricht. Im Kampf um die Begriffe ist diese Erkenntnis meiner Meinung nach nicht außer Acht zu lassen.

Der_Jürgen

18. Mai 2017 13:53

Die Dreistigkeit jener, die eine Leitkultur ablehnen und stattdessen einen nebulösen "Verfassungspatriotismus" propagieren, verschlägt einem schier den Atem.

Erstens wird auf hundert muslimische Eiferer, die für Allah und seinen Propheten in den Tod gehen, nicht ein deutscher Verfassungspatriot kommen, der bereit ist, für das Grundgesetz ins Gras zu beissen. Von den deutschen und sowjetischen Soldaten, die bei Stalingrad unter unvorstellbaren Entbehrungen kämpften, hatte bestimmt kein einziger die Verfassung seines Staates im Sinn, wenn ihm die Kugeln um die Ohren pfiffen und er vor dem Sturmangriff das Bajonett aufpflanzte. 

Zweitens, warum sollte irgendjemand sich für ein Grundgesetz stark machen, das dem Bürger Meinungsfreiheit und Forschungsfreiheit verspricht, wenn diese schönen Dinge in der Praxis gar nicht existieren? Erst recht aber: Würde das Grundgesetz von den Machthabern ernst genommen, so gäbe es keine Asylantenflut, weil dem Asylparagraphen zufolge keiner ein Recht auf Einreichung eines Asylantrags besitzt, der über einen EU-Mitgliedstaat nach Deutschland gelangt ist. Abgesehen von den sicherlich höchst spärlichen Antragsstellern, die per Flugzeug kamen, hat jeder von ihnen zumindest einen EU-Staat durchquert (im Falle einer Einreise über Italien und die Schweiz), meist aber mehrere.

Nackter, schamloser, fortlaufender Verfassungsbruch - das ist die Praxis der Regierenden. Und im Bundestag sitzt KEIN EINZIGER Abgeordneter, der dies zu sagen wagt. Mit welchem Recht regen sich die Heuchler eigentlich über die totalitäre Diktatur in Nordkorea auf?

Ein Systempolitiker oder -propagandist, der das Grundgesetz (das ja im Grunde nicht einmal eine richtige Verfassung ist) als Basis für das Zusammenleben "jener, die schon immer hier gelebt haben" und "jener, die noch nicht lange hier leben" preist, ist ungefähr so glaubwürdig wie ein St. Pauli-Lude, der von Zucht und Sitte schwadroniert. Dies gilt auch für den von Monika Leiser erwähnten unsäglichen "Philosophen".

Urwinkel

18. Mai 2017 14:24

"Warum soll ich eine verkopft degenerierte "Leitkultur"retten wollen?"

Jawoll, da fragen Sie was! Es ist diese Schwäche, vor allem geistig, die Oberflächlichkeit; dieses: Legal, illegal - scheißegal - Motto, das als schleichendes Gift bereits bis in oberste Hirnschichten durchgesickert ist. An sich ist das nicht weiter tragisch, aber wenn man anfängt ständig von Körperfressern zu träumen, ist die Bewusstseinsschranke erreicht.

Autor Jack Donovan arbeitet sich animalisch an der Bruderfrage ab: "We are not Brothers", Link: https://www.jack-donovan.com/axis/2017/02/we-are-not-brothers/

Mit Christen kann ich nicht viel anfangen, Frau Leiser.

Peter Schmitz

18. Mai 2017 14:44

Der Begriff ist an sich unsinnig, und jede Diskussion darüber auch. Denn erstens hat man diese Debatte ausschließlich aus Bundestagswahlkampfgründen losgetreten, um dem bis dahin von eben dieser Partei bekämpften Deutschen nun als wieder erkonservativte Kraft wählbar zu erscheinen. Und außerdem hat jedes Volk seine Kultur. Nicht die Kulturen konkurrieren, sondern die Völker, die sich Lebensräume teilen. Und die Fähigkeit zur Selbstbehauptung der einzelnen Völker entscheidet, welches sich mit seiner Lebensweise durchsetzt. Und je linker ein Volk indoktriniert ist, desto schwächer seine Fähigkeit, sich zu behaupten. Eine solche Debatte über den Wert und die Legitimation der eigenen Lebensweise im eigenen Heimatland ist an sich ein deutliches Zeichen, welches Volk im hiesigen Raum wohl die geringsten Aussichten hat, seine Lebensweise zu behaupten.

Monika L.

18. Mai 2017 14:53

Kurzer Nachtrag: Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Frau Özoguz, hat im Tagesspiegel geschrieben, daß jenseits der Sprache eine deutsche Kultur "schlicht nicht identifizierbar" sei. Der Dame sei entgegengehalten: Es gibt sogar eine deutsche Seele. Schau an: https://sezession.de/29939

Monika Leiser

Igore

18. Mai 2017 15:16

"Und im Bundestag sitzt KEIN EINZIGER Abgeordneter, der dies zu sagen wagt."

Erika Steinbach !

Desprecio

18. Mai 2017 15:45

@ "der_Jürgen" / Do.,d.17.Mai 2017

"Nackter, schamloser, fortlaufender Verfassungsbruch - das ist die Praxis der Regierenden. Und im Bundestag sitzt KEIN EINZIGER Abgeordneter, der dies zu sagen wagt. Mit welchem Recht regen sich die Heuchler eigentlich über die totalitäre Diktatur in Nordkorea auf ? ...,.............................................."

Ihre drastischen aber durchaus realistischen Schilderungen hinsichtlich der Zustandsbeschreibungen in "unserem" Lande einschließlich des mittlerweile de facto ausser Kraft gesetzten BRD-Parlamentes treffen den Nagel auf den Kopf. Ihren Kommentaren kann ich aus meiner Sicht gerade in den letzten Wochen immer nur noch uneingeschränkt zustimmen. Was geht in jedem Einzelnen vom deutschen Volke gewählten Abgeordneten vor, der bei diesem nicht nur unwuerdigen, sondern auch grundgesetzwidrigen Parlamentsverhalten seit Jahren gegen alle geltenden und gegen das eigene Volk gerichteten Verfahrensweisen "mitspielt". Haben die alle ausnahmslos keine Befürchtungen dahingehend, dass sie im Falle eines Falles für ihr gesetzwidriges Verhalten zur Verantwortung gezogen werden könnten ? Oder sind sie sich der Machtlosigkeit des Volkes für alle Zukunft so absolut sicher ?

Fritz

18. Mai 2017 17:16

Rousseau hat gesagt: "Es ist unmöglich, mit Menschen, die man für verdammt hält, in Frieden zu leben; sie lieben hieße Gott hassen, der sie bestraft; man muss sie bekehren oder bekämpfen." (Contrat Social, Kap. III)

Mehr ist dazu aus meiner Sicht nicht zu sagen. Mit Menschen, die uns für verdammt halten, weil wir nicht die gleiche Religion und Kultur haben wie sie, können wir nicht zusammen leben. Das ist die Leitkultur: Erwarten, dass die Zuwanderer unser Kultur akzeptieren und nicht unter uns leben wollen, und uns gleichzeitig verachten.

Utz

18. Mai 2017 17:36

@ Peter Schmitz, @ Der_Jürgen

Volle Zustimmung, danke daß Sie das so auf den Punkt gebracht haben.

@ stimmviech

Wo Gefahr ist,wächst das Rettende auch.Die Moslemjungs spielen und schlagen sicherlich mit beiden Armen.Und retten so-sicherlich nicht auf deutsche Art-das Leben an sich.Warum soll ich eine verkopft degenerierte "Leitkultur"retten wollen?

Warum? Weil die Hoffnung auf die "Moslemjungs" für mich eine kampflose Preisgabe des eigenen ist. Wenn wir nicht so sind, wie wir sein wollen, dann müssen wir das ändern, und nicht unser Land, unsere Kultur aufgeben. Wenn bei uns zu viel degeneriertes ist, dann müssen wir die Degeneration bekämpfen und nicht lamentieren: alles ist so schlecht, da können wir auch gleich aufgeben. Das ist UNSER Land, und nur weil der Moslemjunge auch gute Eigenschaften hat, und die eigenen auch schlechte, gebe ich uns noch lange nicht auf. Jedenfalls kampflos nie!

Gerrit

18. Mai 2017 18:56

Eine deutsche Kultur existiert und dies ist unabhängig davon, ob man diese anerkennt. Eine andere Frage ist, ob noch wer bereit ist diese Kultur zu verteidigen. Zu verteidigen gegen Immigranten, die ihre Kultur aus der Heimat mitnehmen und diese an Stelle der unsrigen setzen (wollen). Wer von "Verfassungspatriotismus" schwafelt, als ob diese im luftleeren Raum entstanden ist, ist zur Verteidigung sicher nicht bereit. Es gibt aber Immigranten, die hierzu bereit sind. Diese Menschen sind nach Deutschland gekommen, weil sie dieses Land und seine Kultur schätzen und Teil dieser Kultur sein wollen. In Maßen ist dies völlig unschädlich, eine gewisse Einwanderung hat zu allen Zeiten stattgefunden. Deutschland ist nicht Nepal oder Nordkorea. Interessanterweise sind dies auch wache Menschen wie die im Artikel genannten, die jetzt entsetzt aufschreien über die Selbstaufgabe der deutschen "Verfassungspatrioten". Mir jedenfalls ist ein Pirincci als Mitbürger lieber als so mancher feiger deutscher "Verfassungspatriot". Und ob das jetzt noch "rechts" ist, ist mir völlig egal.

Hesperiolus

18. Mai 2017 21:27

Nebenbei, je mehr Burka oder Hidschab, desto besser! Je fremder das Fremde als solches eindringt und auftritt, um so eher und mehr An-, Ab- und schließlich vielleicht auch Ausstoß wird es (doch noch?) erregen. Soll es! Je eigen (e/ gewesene) Kultur (?) als Leit-Normative zu dekretieren, absurd, ist Defensivtechnik resignierter und "offener" Einwanderungsgesellschaft, ist Transfertechnik zur One World. In Deutschland hat es die eigene (absterbende, leider) oder gar keine "Kultur" zu geben. Wo Leitkultur, da Neben- und Parallelkulturen: Nein! Kultur wird, wurde gelebt als aus sich heraus starker, prägender und überwältigender Zukunftswille eines Volkes, seiner Tradition, seiner führenden Kräfte und Ideen, oder schwindet schwächlings weg. Als FDGO-Korsett "westlicher Werte", folklorisierte Pseudoheimat und masonierte Säkularisate einer von den Heutigen verratenen und unverdienten Vergangenheit? Wer braucht das? Untauglich als Gesinnungsfilter und Abhalter für die Eindringenden, dagegen als Geschmackspflege von Um- und Mitwelt, Vollverschleierung so wenig wie tatauierte Nuditäten, Minarretverbot und Umnutzungsverbot für Dorfkirchen, Heimatschutz wider Islam- ebenso wie gegen Global- und Amerikanisierung, darüber liesse sich hören, schön wärs; ist nicht gemeint. Hintergründig gemeint ist, was man z.B. bei mißmutigen Lektüren wie dieser liest :

However the essential function of philosophy in secondary school lies less in learning to reason than in learning to have  a critical approach to knowledge and  value systems.What is more, there is a danger that the critical approach to knowledge  could be used to support ethnocentrist tendencies when it is brought to bear  on ideas or beliefs that differ from those of students. Philosophy should  be first  and foremost a critic of one`s own culture....Philosophy`s cognitive and cultural strength lies in the critical destruction that it teaches us to carry  out on our  belief and value systems..." https://ethicsforkids.blogspot.de/2011/05/unesco-philosophy-school-of-freedom.html Wozu derartige Lektüren aufwallen, kann man nirgendwo schreiben...

Neffe Mannheims

18. Mai 2017 21:33

Meiner Meinung nach sagt einem das Böckenförde-Diktum alles, was man zum Thema Leitkultur wissen muss. (Siehe wikipedia.) Das Thema Leitkultur ist, von den Grundsätzen eines säkularen liberalen Rechtsstaates her gedacht, überhaupt kein Thema der Politik. Dass ein Politiker nun meint, es trotzdem zum Thema machen zu müssen (und das ist ja auch nicht das erste Mal), sagt einiges über den Zustand unserer Gesellschaft aus. Anscheinend ist die Gesellschaft, das deutsche Volk, nicht mehr in der Lage, die Voraussetzungen zu gewöhrleisten, die erforderlich sind, einen liberalen Staat am Leben zu erhalten.

Jürg_Jenatsch

18. Mai 2017 22:24

Ja diese Zweifel am Selbstbehauptungswillen der Deutschen habe ich auch, wenn ich mir die Reden der Arbeitskollegen anhöre. Das reicht von "den Deutschen geht es doch gut unter Merkel" bis zu der Aussage, daß man für völlige Personenfreizügigkeit ist. Angesichts dieser Sachlage ist die artifizielle Debatte um eine "leichte" deutsche Leit(d)Kultur nur ein Dummenfang, um ein paar Konservative wieder einzusammeln. Eine Verfassung ist Ausdruck einer Kultur, wobei diese das Wesentliche ist. 

Leo

18. Mai 2017 22:44

Also, um nur zu erwähnen, was ja bekannt sein dürfte: Ich bin dem Syrer Bassam Tibi sehr dankbar, daß er diesen Begriff vor Jahren und Jahrzehnten in die deutsche Debatte warf, um klarzustellen, um was es bei einem De-facto-Multikulturalismus in der BRD gehen muß: Diverse Kulturen mögen (parallel) ko-existieren in (West-)Deutschland - die deutsche Kultur aber  ist die bestimmende. Man weiß, wie es ihm gedankt wurde (s. CICERO-Gespräch, letztes Jahr). Und wir wissen auch (und auch er!), welche Syrer heute kommen, seit 2015... 'Deutsche Kultur' und 'deutsche Musik' müssen wir schon selber sagen... ["Um uns selber müssen wir uns selber kümmern / und heraus gegen uns, wer sich traut!" <deutsche Kultur - na, von wem?!?>]

Findling

18. Mai 2017 22:54

Ich bin in der Materie nicht kompetent. Aus über 60 Lebensjahren möchte ich aber Folgendes sagen: Wenn nach Edith Stein Heideggers Philosophie die seines schlechten Gewissens sei, so ist die des Habermas eine Philosphophie der Zerstörung des Eigenen.

Der_Jürgen

19. Mai 2017 00:36

 @Monika Leiser

Danke für den Hinweis auf den Kositza-Artikel, der offenbar vor meiner Sezessionszeit entstand und mir darum unbekannt war. Er macht Lust, das umfangreiche Buch über die deutsche Seele gelegentlich zu lesen.

Im übrigen danke ich Ihnen, sicher im Namen vieler anderer Leser, für Ihre inhaltsreichen Beiträge. Lassen Sie sich durch Kritiker nicht entmutigen.

Der Feinsinnige

19. Mai 2017 01:40

Der Artikel greift dankenswerterweise den meines Erachtens untauglichen Begriff der „Leitkultur“ auf, den nun Thomas de Maizière wieder aus der Schublade gezogen hat. Ich stimme @ RMH und @ Peter Schmitz zu: Schon der Begriff selbst und seine Verwendung als vermeintlicher Wahlkampfgag ist ein Zeichen der Schwäche und damit Teil des deutschen Problems, nämlich eben des zu Beginn des Artikels treffend festgestellten Fehlens jeglichen Gespürs für Selbstverständlichkeiten. Ein solches Gespür ist in Deutschland gründlich abhanden gekommen. Stattdessen müssen wir uns von der „Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration“ Aydan Özoguz sagen lassen, es gebe gar keine deutsche Kultur:

https://causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/wie-nuetzlich-ist-eine-leitkultur-debatte/leitkultur-verkommt-zum-klischee-des-deutschseins.html

Eigentlich ist es ja nur gut, daß die derzeit Regierenden es so offen aussprechen, daß sie eine deutsche Kultur und damit doch auch ein deutsches Volk („Diejenigen, die schon länger hier leben“?, die Quelle dieses Zitats dürfte allgemein bekannt sein) und damit auch Deutschland an sich als völlig beliebig betrachten, also – im Klartext ausgedrückt – doch wohl sein Verschwinden aus der Weltgeschichte betreiben. Das im Artikel verlinkte „Leitbild“ der FES („Miteinander in Vielfalt“) sollte man tatsächlich zumindest quergelesen haben. Es ist aber nur schwer erträglich. Dort wird vieles offen ausgesprochen, was in der medialen „Diskussion“ ausgeblendet wird, sicher, um die „Bevölkerung“ nicht zu „verunsichern“ (auch so eine von Thomas de Maizière in etwas anderem, aber ebenfalls bedrohlichem Zusammenhang verwendete Formulierung...). Aydan Özoguz und ihre Partei regieren unter einer CDU-Kanzlerin und zusammen mit der CSU. Schlußfolgerung: Die Unionsparteien sind kein Stück besser als die Sozialdemokraten, denn im Prinzip sind sich doch alle einig. Die Zukunft Deutschlands ist die „vielfältige Einwanderungsgesellschaft“ (FES-Leitbild, schon in der Einleitung) bzw. die „transformatorische Siedlungsregion“, so eine kritisch gemeinte Formulierung von Alexander Grau im „Cicero“ zur FES-Studie:

https://cicero.de/berliner-republik/leitbild-der-friedrichebertstiftung-der-umbau-von-deutschland

Abschließend möchte ich einen Lesetip geben, nämlich bezüglich eines Buches, das ich als aufbauend und erbaulich empfinde und das zum Thema gehört: Alexander Demandt: „Über die Deutschen – Eine kleine Kulturgeschichte“ (Propyläen-Verlag). Dieses Buch (aus dem Jahr 2007) ist ein gelehrtes und meines Erachtens wirklich lesenswertes Kompendium deutscher Hoch- und Alltagskultur, eigentlich eher ohne direkten tagespolitischen Anspruch, aber explizit (laut Vorwort) auch zu lesen als eine Antwort auf die (erste) „Leitkultur“-Debatte (übrigens in traditioneller Rechtschreibung; auch eine Positionierung!) mit einer Menge Stoff zum Thema einer Kultur der Deutschen (was doch wohl nichts anderes ist als eine deutsche Kultur). Eine kurze Passage aus der Einleitung („Wer ist Deuscher? Was ist Kultur?“, S. 15): „Kulturzeugnisse sind nationale Identitätssymbole. Dabei dürfen wir offen lassen, ob das Volk die Kultur oder die Kultur das Volk macht. Ersteres wäre im materiellen, letzteres im ideellen Sinne zu bejahen. Denn die kulturellen Konventionen erzeugen über die Grenzen der Territorien und über Brüche der Politik hinweg ein Grundgefühl der Verwandtschaft und Vertrautheit. Die Tradition von Sprache und Lebensart , von Literatur und Kunst, von Religion und Politik stiftet gemeinsame Erinnerung, gemeinsame Wertvorstellungen und verbindet Menschen fester als bloß individuelle wirtschaftliche Interessen, die bei beengten Umständen leicht in Gegensätze umschlagen und nicht hinreichen, gegebenenfalls den privaten Vorteil dem Gemeinwohl unterzuordnen. Die identitätsstiftende Funktion von Kultur erweist ihre politische Potenz. Zu allen Zeiten haben Machthaber ihr Ansehen durch kulturelle Leistungen zu steigern versucht. …“ Ob Frau Özoguz u.v.a. sich durch dieses Buch wohl eines besseren belehren ließen? Leider wohl kaum.

 

Cacatum non est pictum

19. Mai 2017 03:10

@Jürg_Jenatsch

Ja diese Zweifel am Selbstbehauptungswillen der Deutschen habe ich auch, wenn ich mir die Reden der Arbeitskollegen anhöre. Das reicht von "den Deutschen geht es doch gut unter Merkel" bis zu der Aussage, daß man für völlige Personenfreizügigkeit ist.

Völliges politisches Desinteresse gepaart mit Instinktlosigkeit und dem Glauben an die Wahrhaftigkeit der alltäglichen Massenpropaganda. Mit dem Großen Austausch brauchen Sie denen nicht zu kommen. Aber wehe, der neue SUV hat einen Lackkratzer im Stoßfänger. Oder noch schlimmer: Das Smartphone ist weg. Wenn Sie beweisen wollen, dass der heutige Durchschnittsdeutsche mitnichten unter fehlender Thymosspannung leidet, dann nehmen Sie ihm sein Mobiltelefon weg - Sie werden damit eine thymotische Aufwallung ersten Ranges in Gang setzen.

Dietrich Stahl

19. Mai 2017 12:39

@ Cacatum non est pictum

Zustimmung. In leichter Abwandlung eines gern zitierten Satzes: „Ist the money, stupid.“ Und Länder und Völker – von einzelnen Persönlichkeiten ganz abgesehen – wurden schon mehr als einmal für den Tanz ums Goldene Kalb geopfert. Nur das aktuellste Beispiel. Zitat aus einem Artikel von „Die Freie Welt“: „Neue Hinweise legen nahe, dass die Sorge vor einer libyschen Goldstandard-Währung und einer eigenen Zentralbank ausschlaggebend für die westliche Militärintervention in Libyen war.“

Hier der Link zum Artikel:

https://www.freiewelt.net/reportage/ging-es-beim-sturz-gaddafis-um-das-finanzsystem-10065136/

Je mehr ich darüber nachdenke, ist es schon sehr erstaunlich, daß einer Partei in Deutschland [Deutsche Mitte] erlaubt wird, in ihrem Programm die Abschaffung des Zins- und Schuldgeldsystems zu fordern. Ein bißschen Paranoia ist schon ganz gesund.

Fritz

19. Mai 2017 14:16

Von Alexander Demandt gibt es einen interessanten Aufsatz zum Thema:

https://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/untergang-des-roemischen-reichs-das-ende-der-alten-ordnung-14024912.html

Wobei die Zuwanderer, die die römische Kultur zerstören, christliche Germanen sind. Aber die Parallelen sind trotzdem unübersehbar.

Klaus D.

19. Mai 2017 16:04

Diese Diskussion um Kultur bzw. Leitkultur ist mir etwas zu abstrakt. Was ist eigentlich Kultur? Ganz allgemein: Alles um uns ist Kultur, beherrscht unseren Alltag. Etwas konkreter: Kunst, Technik, Wissenschaft z.B., aber auch Normen und Werte für den täglichen Ablauf. Noch konkreter: Theateraufführungen, Filme in Kino und Fernsehen, Literatur, Malerei, Gebrauchsdesign z.B.

Und was fällt dabei auf? Kultur verändert sich über die Zeit und ist vor allem größtenteils politisch bestimmt, wird sogar als Propagandamittel eingesetzt. Frage: Haben wir gegenwärtig tatsächlich eine erhaltenswerte deutsche Kultur, die als Leitkultur dienen kann? Was haben wir denn? Eine in großen Teilen durch Amerikanisierung, Umerziehung und linksgrünen Multikulti-Gender- Blablabla zum Erbrechen unverdauliche Kost! Ins Theater kann man nicht mehr gehen, Filme sind nur noch zum Abschalten und beim Lesen muß man auch sehr vorsichtig sein. Die Meinungsdiktatur schlägt voll zu. Gestern habe ich bei Penny Haferkekse gekauft und was steht drauf - Hafer COOKIES (in Aachen hergestellt)! Auf diese "Leidkultur" kann ich verzichten!

Zum Glück gibt es die deutsche Kultur der vergangenen Epochen, für mich genug Material. Leider wird darauf vom aktuellem Regime kaum Bezug genommen und die politische Kraft, die das ändern könnte, kommt nicht in die Puschen ...

Starhemberg

19. Mai 2017 19:00

Ich dachte gerade, ich muss jetzt mal etwas so richtig pöses "rechtes" schreiben - bitte schön:

Mir persönlich reichen EK I und EK II völlig aus, als Leitkultur. Vielleicht noch der Pour le Mérite.

Utz

19. Mai 2017 19:31

Frage: Haben wir gegenwärtig tatsächlich eine erhaltenswerte deutsche Kultur, die als Leitkultur dienen kann? Was haben wir denn? Eine in großen Teilen durch Amerikanisierung, Umerziehung und linksgrünen Multikulti-Gender- Blablabla zum Erbrechen unverdauliche Kost! Ins Theater kann man nicht mehr gehen, Filme sind nur noch zum Abschalten und beim Lesen muß man auch sehr vorsichtig sein. 

Sicher, das nervt mich auch, und viele andere mehr. Aber das sind nicht wir! Das sind im ganzen nur wenige Menschen (Künstler, Meinungsmacher). Sie werden nicht bleiben, die Geschichte wird sie wegfegen und in 50 Jahren wird keiner mehr von ihnen reden. Was bleiben wird, ist bessere, ältere, deutschere, echte Leitkultur.

Der Feinsinnige

19. Mai 2017 19:42

@ Fritz:

Danke für den Link! Der Artikel Prof. Demandts war mir bislang unbekannt. Welch ein eindrucksvoller Text! Die Darstellung historisch belegter Vorgänge im Zusammenhang mit dem Untergang des römischen Reiches liest sich tatsächlich wie eine Parabel auf die gegenwärtige Situation Deutschlands und Europas. Und natürlich ist das die volle Absicht Prof. Demandts – alles andere halte ich für ausgeschlossen. Die unter dem Text abgedruckte Stellungnahme des Chefredakteurs der Zeitschrift „Die politische Meinung“, herausgegeben von der Konrad-Adenauer-Stiftung, geht daher (vermutlich wider besseres Wissen) vollständig daneben: Es besteht nicht die Gefahr der Mißinterpretation von „böswilliger Seite“, sondern es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß der Leser den Text so versteht, wie er gemeint ist – das ist die Gefahr, der sich die Zeitschrift und die Stiftung nicht aussetzen wollten. Umso erstaunlicher, daß ausgerechnet die FAZ den Vorgang öffentlich gemacht und den Text abgedruckt hat.

Franz Bettinger

19. Mai 2017 20:52

Wenn unser Staat versagt, und wenn wir eine linke Gesinnungs-Justiz haben, die den Täter schont und so zu weiteren Schandtaten ermutigt, eine Justiz also, die somit keinerlei erzieherische oder abschreckende Wirkung hat, warum nehmen wir dann das Recht nicht selbst in die Hand? Warum spricht keiner - anonym und kultursensibel wie etwa im Iran - eine Fatwa aus über die Mörder von Niklas P. und über ähnliche Gewalt-Verbrecher? Warum verbreitet keiner einen entsprechenden Aufruf für Gerechtigkeit im Internet? Aug um Auge. Das verstehen die. Das respektieren die sogar. Einem Staat aber, der die eigenen Bürger nicht nur nicht schützt, sondern sogar noch verspottet, einem solchen Staat schuldet man keinen Respekt. Einen Unrechts-Staat hat jeder Anständige zu bekämpfen, immer und mit allen Mitteln.

Der_Jürgen

20. Mai 2017 00:35

@Franz Bettinger

Alles richtig, was Sie schreiben. Und nun verraten Sie uns bitte noch, mit welchen Mitteln jeder Anständige den Unrechtsstaat bekämpfen soll. Kubitschek versprach uns ja vor zwei Tagen, um 19.33 Uhr am Abend desselben Tages würden er und seine Kameraden zuschlagen. Leider hat ihn der Mut offenbar im letzten Moment verlassen... Wann schlagen Sie zu? Meine Frau und ich müssen es wissen, damit wir den Sekt kaltstellen und rechtzeitig eine Extrawurst für unseren Hund Bobby kaufen können!

Cacatum non est pictum

20. Mai 2017 02:06

In seinem tollen kaplaken-Band "Die große Gleichschaltung" hat Norbert Borrmann es auf den Punkt gebracht: Wir haben gar keine deutsche Kultur mehr, sondern eine amerikanische. Mich hat dieser Satz seinerzeit wie ein Blitz getroffen. Obwohl ich die USA ganz gut kenne, ist mir solch ein Gedanke vorher nie gekommen. Aber natürlich liegt Borrmann hier richtig. Man betrachte den Niedergang unserer Innenstädte: allüberall nur noch Handelsketten-Warenhäuser oder Ramschläden. Die individuellen, alternativen, originellen Geschäfte mit ihrem je eigenen Charme sind fast vollständig verschwunden. Als ich die Vereinigten Staaten als Jugendlicher zum ersten Mal bereiste, ist mir genau diese Gleichförmigkeit und Seelenlosigkeit der amerikanischen Großstädte ins Auge gesprungen. Damals war mir der krasse Kontrast zu deutschen und anderen europäischen Metropolen sofort geläufig. Irgendwie muss ich in der Folgezeit blind gewesen sein gegenüber der Tatsache, dass sich unsere Städte in die exakt gleiche Richtung entwickelt haben.

In letzter Zeit versuche ich, die kulturellen Überlieferungen unser Vorfahren wieder neu zu entdecken, die spätestens seit Kriegsende unter einem Dickicht aus Amerikanisierung, Selbstverleugnung und liberalem Erneuerungseifer verschüttet liegen. Ich möchte meinen Kindern diese Errungenschaften zugänglich machen - in der Hoffnung, dass sie ihrerseits einen Teil davon weitertragen werden. Aus unserer heutigen Zeit wird - von technischen Innovationen abgesehen - für die Zukunft nicht viel bleiben. Es ist wieder Zeit für eine kulturelle Renaissance!

Franz Bettinger

20. Mai 2017 08:00

Na, hören Sie mal, lieber Jürgen. Sie glauben doch nicht, das ich meine besten Pläne en détail hier, wo jeder Doppelspion sein könnte, offenlege. Con spirare geht nur am Lagerfeuer.

Jetzt mal im Ernst. Wir sind Ideen-Geber, oder? Es wird in der Tundra Russlands jemanden geben, der mitliest. Es wird sich einer finden, der die Penunzen hat. Was die Somalier können gegen viel größere Schiffe, das soll ein gewiefter Graf Luckner nicht können?

Monika L.

20. Mai 2017 08:00

@Der Jürgen

Das Buch DIE DEUTSCHE SEELE sollte in jeder Hausbibliothek stehen. Und   immer mal wieder drin stöbern. Dort gibt es auch ein Kapitel 'Kulturnation'.

Auch eine Wilhelm Busch Ausgabe ist zu empfehlen. Um sie Kindern und Enkeln vorzulesen. Hier erfährt man auf humorvolle Art viel über die Deutschen Sitten und Gebräuche. Überhaupt:  Der deutsche Humor. Hier wird dem hösslichen Deutschen mal die Maske vom Gesicht gerissen:

https://m.youtube.com/watch?v=3Ay_7nYgm5E

Danke und allen ein schönes, deutsches Wochenende :)

 

Valjean72

20. Mai 2017 12:16

Gestern stieß ich per Zufall auf folgendes Zitat Friedrich des Großen:

"Jedes Volk hat seinen Charakter. Er kann durch das größere oder geringere Maß der Erziehung, das ihm zuteil wird, wohl verändert werden, aber niemals verschwinden seine Grundzüge …

Einzig die vollständige Zerstörung eines Staatswesens und seine Neubevölkerung mit fremden Ansiedlern könnten nach meinem Dafürhalten den Geist eines Volkes von Grund aus verändern. Aber man sehe sich vor: das wäre dann nicht mehr das gleiche Volk!"

(Die Werke Friedrichs des Großen : in deutscher Übersetzung.
Sitten, Gebräuche und Industrie. Der Fortschritt des Menschengeistes in den Künsten und Wissenschaften;
Digitale Ausgabe der Universitätsbibliothek Trier)

Desprecio

20. Mai 2017 20:35

 @ "Franz Bettinger" / 20.Mai, 06:00

Wo ist Ihr Lagerfeuer?

Henrik Linkerhand

21. Mai 2017 02:48

Unsere heutige spezifisch deutsche Kultur kann keine Leitkultur mehr sein.

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation besaß eine kulturelle Strahlkraft, die von anderen Kulturen absorbiert wurde und diese maßgeblich beeinflußten. Das war auf neudeutsch Leitkultur.

Das II. Deutsche Reich besaß immerhin noch die Reputation vergangener Jahrhunderte und konnte vor wirtschaftlicher und militärischer Kraft kaum gehen. Es war führend in Wissenschaft, Kultur und Bildung, aber die kulturelle Strahlkraft des HRR erreichte es nicht mehr (mit Ausnahme von Japan). Diese kulturelle Strahlkraft ist wohl das Alleinstellungsmerkmal eines echten Imperiums, wie das der USA. Filme aus Hollywood, Musik, Kleidungsstil wie Blue Jeans, Ernährungsgewohnheiten wie Coca Cola und Mc Donald oder Technologien wie Apple haben die ganze Welt (abgesehen von Nordkorea) beeinflußt. Nach dieser Definition war übrigens die Sowjetunion kein echtes Imerium, ihre kulturelle Strahlkraft war verschwindend klein und Tschapkas wurden erst nach dem Zerfall der UdSSR Mode.

Nach 1945 ist Deutschland nicht mehr in der Lage überhaupt Attraktivität zu erzeugen. Unsere Migranten sind zumeist Wirtschaftsflüchtlinge und an deutscher Kultur wenig interessiert. Wenn diese Migranten gesellschaftlich aufsteigen z.B. als Univ. Prof., Schriftsteller oder Künstler steigt das Interesse an der deutschen Kultur erheblich. Wir reden hier aber von 0,2 Prozent.

Der kommende demographische Wandel wird uns den Rest geben. Es wird zur Aufgabe weniger Menschen diese Kultur wirklich zu leben. Eine Renaissance von außen (Chinesen?) ist immer möglich, diese könnten- wie im 18. Jahrhundert die Engländer in Griechenland- den Stolz einer Nation wieder erwecken.

 

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