Mensch, Untermensch, Unmensch

Wes Geistes Kind jemand eigentlich ist, dafür gibt es keinen treffsichereren Indikator, als die Art der von ihm ausgesprochenen Unwerterklärungen.

 Gastbeitrag

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Mit der Erkal­tung des christ­li­chen Glau­bens tra­ten an die Stel­le des Hei­den oder Ket­zers neue Beschrei­bun­gen des­sen, was als mensch­li­cher Unwert ange­se­hen und vor allem mar­kiert wer­den soll­te. Wenig über­ra­schend erklär­te jede der auf­kom­men­den Welt­an­schau­un­gen zunächst ein­mal die Namen ihre Ver­nei­ner zu Schimpf­wör­tern. Aris­to­krat, Bour­geois, aber auch umge­kehrt Dem­ago­ge oder Kom­mu­nist wur­den zu Wör­tern, die zeit­wei­lig nur noch im pole­mi­schen Sin­ne Gebrauch fanden.

Die Bezeich­nun­gen Unter­mensch und Unmensch sind etwas ande­res. Hier wird nicht der Feind­na­me zur Belei­di­gung. Der so Bezeich­ne­te soll nicht in sei­ner bloß poli­ti­schen Eigen­schaft getrof­fen wer­den. Unter­mensch und Unmensch zie­len auf sein Mensch­sein, spre­chen ihm bei­de in gewis­ser Wei­se die Zuge­hö­rig­keit zur mensch­li­chen Spe­zi­es ab. In einem anthro­po­zen­tri­schen Zeit­al­ter ist dies die schärfs­te denk­ba­re Unwerterklärung.

Damit ver­ra­ten aber bei­de Bezeich­nun­gen das Men­schen­bild des­je­ni­gen, der sich ihrer bedient. Denn auch wenn bei­de auf das Mensch­sein zie­len, haben sie dabei doch Unter­schied­li­ches im Visier.

Das Wort Unter­mensch beinhal­tet eine hier­ar­chi­sche Abstu­fung, auf wel­cher der damit Bedach­te unter der Stu­fe des Men­schen ange­sie­delt wird. Es ist kein Zufall, daß sich die­ses Schimpf­wort zur sel­ben Zeit eta­blier­te, in der sich die Leh­re Dar­wins mas­sen­wirk­sam durch­setz­te. Unmensch hin­ge­gen ist ein viel älte­res Wort. Es exis­tiert, seit Men­schen den Aus­druck „mensch­lich“, den Namen ihrer Spe­zi­es, als Adjek­tiv gebrau­chen, um damit die Ein­hal­tung mora­li­scher Min­dest­nor­men zu beschrei­ben. Mensch­lich ist hier zunächst das Gegen­teil von grausam.

Ein Mensch kann durch und durch böse sein, solan­ge sei­ne Bos­heit nicht vie­hi­sche Züge annimmt, wird er dadurch nicht zum Unter­men­schen. Han­ni­bal Lec­ter ist kein Unter­mensch. Umge­kehrt kann ein Mensch noch so zurück­ge­blie­ben sein, solan­ge sich dies nicht als mora­li­scher Defekt aus­weist, wird er nicht zum Unmen­schen. Doch umge­kehrt, was ist dann jeweils ein Mensch? Was ist die Mensch­heit? Wie wird man aus ihr aus­ge­schlos­sen? Und vor allem: Wel­che Kon­se­quen­zen hat das?

Trotz ihres zer­stör­ten Rufes ist die Unwert­erklä­rung zum Unter­men­schen die weni­ger gefähr­li­che der bei­den Schwes­tern. Der Unter­mensch ist nicht aus der meta­phy­si­schen Ord­nung der Din­ge aus­ge­sto­ßen. Sei­ne Ver­nich­tung ist nicht logisch zwin­gend ein mora­li­scher Impe­ra­tiv. Liqui­da­to­risch wird sie dann, wenn im Unter­men­schen nicht nur eine unwür­di­ge Krea­tur, son­dern ein sozia­les Pro­blem gese­hen wird, das die Gemein­schaft durch sein blo­ßes Vor­han­den­sein bedroht.

Die dann auf­kom­men­den Ver­glei­che mit Krank­hei­ten („mensch­li­che Bazil­len“, „Krebs­ge­schwür“) sol­len dann nicht bloß abwer­ten, sie sol­len vor allem ver­deut­li­chen, daß man es hier nicht mit einem Sub­jekt zu tun habe, son­dern mit einer Art Natur­vor­gang. Eine Krank­heit mor­det schließ­lich nicht, sie ver­läuft, manch­mal mit töd­li­chem Aus­gang. Der Arzt kann aber nicht mit den Erre­gern ver­han­deln, weil sie nicht bewußt aktiv sind, son­dern ein­fach ihrer Natur fol­gen. Er muß ver­su­chen, sie auszulöschen.

Geschicht­lich war der Unter­mensch Teil einer Pole­mik, die sich Anfang des 20. Jahr­hun­derts gegen auf­kom­men­de Deka­denz­er­schei­nun­gen wand­te. Die ers­te Fort­schritts­gläu­big­keit des frü­hen Dar­wi­nis­mus war ver­flo­gen und an ihre Stel­le trat die zuneh­men­de Angst vor der Dege­ne­ra­ti­on. Was, wenn die moder­ne Lebens­art nicht mehr zur gesun­den Aus­le­se führt? Was, wenn sie sogar das Gegen­teil tut?

Der­ar­ti­ge Befürch­tun­gen mach­ten selbst in Krei­sen die Run­de, die für Dar­win nur Spott übrig hat­ten. Wenn Oswald Speng­ler an einer Stel­le über die „Unter­men­schen der Groß­städ­te“ schimpft, so trifft er damit eine kul­tur­mo­pho­lo­gi­sche Gestalt. “Unter­mensch” meint nicht den Töl­pel, der eine lie­bens­wer­te Figur sein kann, und auch nicht den Krüp­pel, der ein­fach zu bemit­lei­den ist.

Das Wort trifft das Objekt und Pro­dukt eines Ent­wick­lungs­vor­gan­ges, wel­cher den Men­schen in sei­nen Anla­gen ver­krüpp­le und auf ein Dasein unter­halb mensch­li­chen Poten­ti­als zum kul­tur­lo­sen, von nie­de­ren Trie­ben gesteu­er­ten Wesen her­ab­drü­cke. Im Den­ken Hit­lers hat es dann auch weni­ger mit Ras­sen­leh­re als mit Herr­schafts­kri­tik zu tun. Er wen­de­te die “Ver­un­ter­men­schung” von einem Ver­falls­pro­zeß zum jüdi­schen Pro­gramm, wel­ches die Her­stel­lung von Unter­men­schen auf­grund ihrer leich­te­ren Beherrsch­bar­keit betreibe.

Es ist bemer­kens­wert, daß kei­nes der vie­len Schlag­wor­te natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Pro­pa­gan­da so sehr im Gedächt­nis der Nach­welt haf­ten blieb wie “Unter­mensch”. Die Gegen­sei­te erblick­te dar­in offen­bar mehr als in irgend sonst etwas ihre eige­ne welt­an­schau­li­che Ver­nei­nung. Ihre Ver­schwe­fe­lung ver­dankt die­se Unwert­erklä­rung ihren fun­da­men­tal antie­ga­li­tä­ren Impli­ka­tio­nen. Wer die­ses Wort gebraucht, behaup­tet nicht bloß eine Hier­ar­chie inner­halb der mensch­li­chen Spe­zi­es. Er stellt Min­dest­stan­dards für das voll­wer­ti­ge Mensch­sein auf.

Gemäß dem Den­ken, das bestimm­te Men­schen als Unter­men­schen abklas­si­fi­ziert, kann man bio­lo­gisch der mensch­li­chen Spe­zi­es ange­hö­ren, ohne im gan­zen Sin­ne Mensch zu sein. In frü­he­ren Zei­ten wäre eine Abstu­fung des Mensch­seins pro­ble­ma­tisch, aber noch erträg­lich gewe­sen. Doch mit dem Tod Got­tes wur­de im Abend­land die nun frei­schwe­ben­de Ethik an den Men­schen gebun­den, genau­er gesagt: an des­sen durch sei­ne Spe­zi­es­zu­ge­hö­rig­keit ihm ange­bo­re­nen Rech­te. Für den so Den­ken­den muß das Wort Unter­mensch mehr bedeu­ten als eine Belei­di­gung. Es wird zur Nega­ti­on der Ethik selbst. In Abwand­lung Dos­to­jew­skis gilt hier: Ohne die Gleich­heit ist alles erlaubt!

Unmensch ist dage­gen ein ega­li­tä­rer und uni­ver­sa­lis­ti­scher Kampf­be­griff. Wie Unter­mensch eine hier­ar­chi­sche Abstu­fung unter­schied­li­cher Gra­de des Mensch­seins beinhal­tet, impli­ziert Unmensch den einen Raum der mora­li­schen Mensch­heit, aus der die Unmen­schen aus­ge­sto­ßen sind. Es ist sehr bezeich­nend, daß die Natio­nal­so­zia­lis­ten, wenn sie ihren Kampf gegen das Juden­tum rhe­to­risch zu uni­ver­sa­li­sie­ren trach­te­ten, nicht von Unter­men­schen spra­chen. Statt­des­sen ver­wen­de­ten sie Wor­te wie „Welt­feind“ oder „Mensch­heits­feind“, also ande­re Umschrei­bun­gen des Unmenschens.

Das Gleich­heits­prin­zip wird durch die Unwert­erklä­rung “Unmensch” nicht ver­letzt. Im Gegen­satz zu “Unter­mensch”, das den unwer­ten Men­schen inner­halb einer Ord­nung der Gestal­ten beläßt und dort abqua­li­fi­ziert, stößt “Unmensch” die­sen Men­schen aus der gera­de durch die­sen Akt der Ver­ban­nung intakt gehal­te­nen Ord­nung der Glei­chen und Guten hin­aus. Das ist der Grund, aus dem “Unmensch” anders als “Unter­mensch” wei­ter­hin als akzep­ta­bel gilt.

Die Unwert­erklä­rung zum Unmen­schen ist für eine ega­li­tär-uni­ver­sa­le Ord­nung unver­zicht­bar. Sie ist ihre ein­zi­ge Mög­lich­keit, Feind­schaft gedank­lich zu fas­sen. Carl Schmitt hat die­se Dia­lek­tik auf­ge­zeigt, die aus der Poli­ti­sie­rung des Mensch­heits­be­griffs ent­springt. Zum Behu­fe des ewi­gen Frie­dens soll die Mensch­heit zum poli­ti­schen Sub­jekt wer­den. Tritt der erwar­te­te Frie­den dann nicht ein, so kann der Mensch­heits­gläu­bi­ge gar nicht anders, als sei­nen Feind aus eben jener Mensch­heit aus­zu­sto­ßen. Andern­falls, so die Logik, wäre er ja selbst der Unmensch, der die Gebo­te der einen Mensch­heit verletzt.

Die Ver­ban­nung aus dem ethi­schen Raum macht die Ver­nich­tung des Ver­bann­ten zur mora­li­schen Pflicht. Denn der Unmensch ist weder Feind noch sozia­les Pro­blem. Er ist das Böse, das um der Hei­lig­keit des Guten wil­len aus­ge­löscht wer­den muß.

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Kommentare (8)

Maiordomus

9. Juni 2017 11:34

Der "Unmensch" verfügt über eine "menschenfeindliche" oder wenigstens "menschenverachtende" Ideologie. Auf dem Programm steht indes nicht die Ausrottung des Unmenschen im Gegensatz zur Liquidierungsthese, sondern dessen Isolierung aus dem politischen Diskurs und aus öffentlichen Aemtern. So hat die Schweizer Zeitung "Blick" neulich die Foto  eines Jugendfussballtrainers gebracht, der ein "Rechtsextremist" sein soll, steht auf jeden Fall der Partei Pnos nahe. Klar, darf so einer auch im Sport nicht mit der Jugend zusammenarbeiten. So wie eine olympische Rudererin in Deutschland nicht mit einem Mitglied der NPD zwar nicht Rassenschande, aber Menschenfeindschaft im Bett treiben darf. Wie es mit dieser Geschichte weitergegangen ist, weiss ich nicht.

Der_Jürgen

9. Juni 2017 13:17

Es ist sehr bezeichnend, dass gerade diejenigen, die sich als mutige Kämpfer gegen "Rechtsextremismus" und "Neonazismus" aufspielen, sich oft einer Terminologie bedienen, die dem politischen Gegner das Menschsein buchstäblich abspricht. Das von @Maiordomus erwähnte Schweizer Schmutzblatt "Blick" bezeichnete rechtsstehende Jugendliche wiederholt als "braune Brut". Auch der von den Qualitätsmedien regelmässig verwendete Ausdruck "Rattenfänger" für rechtsgerichtete Politiker gehört in diese sprachliche Kategorie; er bedeutet nämlich nichts anderes, als dass Menschen, die sich für rechte Parolen erwärmen, Ratten seien. 

Soviel zu den linken und liberalen Toleranzaposteln.

RMH

9. Juni 2017 13:18

Ich möchte folgenden Aspekt in die Debatte einbringen:

Bezeichnungen wie "Untermensch" oder rassistische Anschauungen an und für sich können - so meine steile These, die ich sicher nicht als erster entwickele (mir fallen hier auch ein paar Namen ein, die ich aber nicht nenne, damit die Debatte nicht in diese Richtung gelenkt wird) - auch aus Urerfahrungen des Menschen stammen. Seit einiger Zeit deutet sich in der anthropologischen Forschung an, dass homo sapiens wohl eine sehr lange Zeit nur einer unter mehreren oder gar vielen Hominiden auf diesem Planeten gewesen war. Als kleiner, populärwissenschaftlicher Beleg sei auf diesen Artikel bei SPON hingewiesen, der vor wenigen Tagen veröffentlich wurde:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/homo-sapiens-fossilien-fund-in-marokko-menschheit-viel-aelter-als-gedacht-a-1150859.html

Was sich in Mythen, Sagen, Legenden und Märchen bereits stark andeutete, bekommt damit Untermauerung. Homo sapiens musste offenbar in einem weitaus längeren Zeitraum als bspw. unsere bekannte, bisherige Geschichtsschreibung geht, mit anderen Hominiden leben und konkurrieren. Es kam wohl auch zu Vermischungen (zumindest scheinen sich Gen-Spuren des sog. "Neandertalers" auch beim heutigen Menschen zu finden). Hieraus lässt sich die Vermutung ableiten, dass es evtl. im kollektiven Unterbewusstsein oder im Erbe des Menschen liegt, den Anderen nicht immer gleich als Seinesgleichen vorbehaltlos zu identifizieren. Wer über zehn- oder hunderttausende von Jahren in einer Vielfalt von Hominiden gelebt hat und mit ihnen konkurriert hat, der wird, wenn er dann auf einmal "unter sich" ist, diese Erfahrungen und Konsequenzen sicher nicht sofort abgelegt haben und wendet diese dann womöglich auf seine eigene Art an. "Rassismus" oder Denken in Kategorien verschiedener Menschenarten (Herren- und Untermensch) als evolutionäre Strategie könnte daher im Menschen verankert sein, denn: dies findet sich ja - entgegen der linken Propaganda - bei allen Menschen, nicht nur bei denen mit weißer Hautfarbe.

 

Tristan

9. Juni 2017 13:18

Brilliant! Ich würde hier gerne mehr solcher tiefschürfenden Sprachanalysen lesen. Als empirisches Beispiel zu Poensgens Theorie hier ein Auszug aus einer Twitter-Unterhaltung, die ich mit @Helles_Sachsen über die illegale Migration übers Mittelmeer führte:

HS: Jeder würde so handeln in dieser Situation, wenn es um die eigene Kinder geht, wer was anderes behauptet ist für mich ein Lügner.

T: Kann gut sein dass ich das als Afrikaner wollen würde. Ich bin aber kein Afrikaner, sondern Deutscher. Und werde meine Heimat verteidigen!

HS: Du willst also auf Familien schießen an der Grenze die so handeln, wie du in ihrer Situation auch handeln würdest für deine Kinder? Also siehste die nicht als Menschen deinesgleichen, deren Leben genauso viel wert ist wie das deines Nachbarn oder deines Partners?

T: Ich hoffe das wird nicht nötig sein (gibt ja Wasserwerfer etc.). Aber wenn dank Willkommenskultur halb Afrika vor der Tür steht, was dann?

HS: Dann sollten wir uns klar machen, dass wir 5000Mrd Vermögen allein in Geldanlagen und Geld haben, und wir das Jahrhunderte zahlen könnten. Und das die Chance bei fast 100% ist, dass die Leute innerhalb mehrerer hundert Jahre zu normal produktiven Mitgliedern werden.

T: Es sind Menschen, aber meine Familie, mein Volk, mein Kulturkreis sind MIR mehr wert! Und ein Afrikaner sieht das andersherum ganz genau so.

HS: Deine Kultur ist dir also wichtiger als Menschenleben. Der Mensch als Art ist eine soziale Art, insofern bist du entmenschlicht. Und damit haste im Prinzip auch den Kern der menschlichen Kultur, das soziale Miteinander und Helfen, verloren.

T: Na gut dann bin ich halt jetzt entmenschlicht...als Untermensch kann ich nur sagen, wir müssen die europ. Kultur erhalten und andere Wege finden, Afrika zu helfen. V.a. Hilfe vor Ort. Je mehr wir hier aufnehmen, desto mehr werden kommen, bis aus Europa Afrika geworden ist.

HS: Du lässt das halt jetzt nicht an dich ran, weil du dich ungern als schlechter Mensch siehst. Du redest von Kultur aber das ist das Gegenteil

T: Ist ja gut, ich geh jetzt weinen und pilgere zum Social-Justice-Kirchentag, dann wird meine schwarze Seele vl. noch erlöst.

HS: Ich denke du hast mich schon zum Teil verstanden, und die Zynik ist nur Schutz vor Selbsterkenntnis. Aber meine Worte werden arbeiten. :)

https://twitter.com/Helles_Sachsen/status/867682939823419393

Heinrich Brück

9. Juni 2017 21:41

Das Wort Mensch und die Moral der Menschheit. Jedem Zeitalter kann aus historischer Perspektive Selektion vorgeworfen werden, darin liegt eine nachträgliche Kunst oder zurechtgebogene Historie ohne Verlaß, schließlich schreibt der Sieger die Geschichte. In der Gegenwart politisch nicht auf der Selektionsliste zu stehen, die Umstände zu erkennen und langfristig eigennützig die richtigen Kompromisse einzugehen, eine überschaubar viel größere Kunst.

Unaufgeregt über die Hitlerepoche zu sprechen gelingt nicht. Sollte es aber. Warum sollten die Juden ausgerottet werden?

Antifaschismus und Schuldopportunismus haben Antisemitismus (nicht näher besprochen) durch Antigermanismus kompensiert, gleichzeitig völkervernichtend einen lebensfeindlich organisierten Menschenschlag zum Vorbild erkoren. Sind die Juden ein Volk, stehen sie auch auf der Liste.

Geld, Rasse (unsouveränes Wort; Volk wäre bestimmender), Elite, - eine Frage der Rangordnung. Die Verteidigung der Kultur bleibt ein kompromißloses Gemeinschaftsunterfangen. Die Wahrheit hat noch nie ohne Kampf überlebt, die Anstrengung dazu war aber auch noch nie lebensfeindlicher. Politisches Denken demokratisch (über die Rechts-Links-Arbeitsteilung was das Volk denken soll), wirtschaftspolitisch, kulturfremd, systemisch. Ergebnis: auf absehbare Zeit gibt es weder König noch Kaiser. Auch keine souveränen Länder der EU, die für grenzenlose Abgaben steht. Der Demokrat ist auch ein Mensch, klar. Nur gibt es dafür kein Mitleid. Und über die Menschheit brauche ich nicht nachzudenken.

tOm~!

10. Juni 2017 01:58

Johannes Konstantin Poensgen:

"'Untermensch' meint nicht den Tölpel, der eine liebenswerte Figur sein kann, und auch nicht den Krüppel, der einfach zu bemitleiden ist.

Das Wort trifft das Objekt und Produkt eines Entwicklungsvorganges, welcher den Menschen in seinen Anlagen verkrüpple und auf ein Dasein unterhalb menschlichen Potentials zum kulturlosen, von niederen Trieben gesteuerten Wesen herabdrücke. Im Denken Hitlers hat es dann auch weniger mit Rassenlehre als mit Herrschaftskritik zu tun. Er wendete die "Veruntermenschung" von einem Verfallsprozeß zum jüdischen Programm, welches die Herstellung von Untermenschen aufgrund ihrer leichteren Beherrschbarkeit betreibe.

Es ist bemerkenswert, daß keines der vielen Schlagworte nationalsozialistischer Propaganda so sehr im Gedächtnis der Nachwelt haften blieb wie 'Untermensch.'"

Ein Beispiel dazu, die Reichstagsrede vom 28. April 1939. Die als Antwort an Präsident Roosevelt bekannte Rede umfasst laut meinem Textprogramm 16925 Wörter. Vom sogenannten "Untermensch" oder "Untermenschentum" ist genau einmal die Rede, ebenda wo es um bolschewistische Mordbrenner in Spanien ging.

Utz

10. Juni 2017 16:05

HS: Du lässt das halt jetzt nicht an dich ran, weil du dich ungern als schlechter Mensch siehst. Du redest von Kultur aber das ist das Gegenteil

T: Ist ja gut, ich geh jetzt weinen und pilgere zum Social-Justice-Kirchentag, dann wird meine schwarze Seele vl. noch erlöst.

HS: Ich denke du hast mich schon zum Teil verstanden, und die Zynik ist nur Schutz vor Selbsterkenntnis. Aber meine Worte werden arbeiten. :)

Das Grauen kommt in mir hoch, und ist dabei, mir den Magen umzustülpen.

Vorschlag zur Fortsetzung des Dialogs:

T: 5000 Mrd. Geld sind in Vermögensanlagen? Wie willst du da rankommen? Enteignen? Die, die so viel besitzen, werden sich das nicht nehmen lassen. Genommen wird es im Endeffekt von den Schwächeren. Das wird auf eine Angleichung nach unten hinauslaufen. Willst du das? 

HS: bla bla

T: Und daß die Chance bei fast 100% ist, daß die Leute innerhalb mehrerer (!) hundert Jahre zu normal produktiven Mitgliedern werden, wo sind hier die Belege? Hast du bei deiner Rechnung mit in Betracht gezogen, daß möglicherweise schon in einigen Jahrzehnten aufgrund von Mechanisierung und Computerisierung nahezu gar keine Arbeitskräfte mehr nötig sind?

Und überhaupt: Allein dein Name strotzt ebenso vor Arroganz wie dein letzter Satz (Aber meine Worte werden arbeiten.), mit dem du mich als eine Art Untermensch, ein zu therapierendes Subjekt einstufst . Siehst du dich als Übermensch? Als einer, der aufgrund seiner Moral besser ist als andere? Du brauchst das, nicht  wahr, diese Reihenfolge: Helles Sachsen, dann kommen die Migranten (die armen Schweine, die nix dafür können, aber einfach noch nicht so weit sind, daß sie gutes tun können, dies aber aufgrund ihres sicherlich guten Charakters das gerne machen würden), dann kommt lange nichts, und dann kommt das dunkle Sachsen, auf das man so gut herabschauen kann. Geh' doch mal in dich, und laß meine Worte auf dich wirken.

Cacatum non est pictum

10. Juni 2017 18:08

@Tristan

Ich hege nicht den leisesten Zweifel daran, dass diese Menschen - erneut - Massenmorde an politischen Gegnern ins Werk setzen würden, wenn sie denn die politische Macht dazu hätten. Ergo muss man sie daran hindern, diese Machtfülle zu ergattern.

Maiordomus hat darauf hingewiesen, dass Oppositionelle bei uns in nächster Zeit mehr auf ihre Sicherheit werden achten müssen. Das glaube ich auch. Die radikaleren Linken werden in ihrer selbstgefälligen Art verstärkt Jagd machen auf alles, was nach ihrer Definition unter den Begriff "rechts" subsumiert werden kann. Sie wissen das politische Establishment und die Medien auf ihrer Seite. Und sie können damit argumentieren, dass "rechtes Gedankengut" immer stärker im Vorrücken begriffen ist. Also werden sie im Dienst der gerechten Sache tätig sein und ihren vogelfreien Opfern Lektionen erteilen.

Man wird ihnen so hart und kompromisslos wie möglich zu antworten haben. Die Hobby-Tschekisten müssen ihre eigene Medizin zu schmecken kriegen. Sie sollen merken, dass sie keine Opfer vor sich und für ihre Selbstjustiz einen horrend hohen Preis zu zahlen haben. Unabhängig von den sonstigen strategischen Überlegungen sollten die Betroffenen also das Thema Wehrhaftigkeit beackern - im ureigenen Interesse.

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