Sezession
9. Juni 2017

Mensch, Untermensch, Unmensch

Johannes Poensgen / 8 Kommentare

Wes Geistes Kind jemand eigentlich ist, dafür gibt es keinen treffsichereren Indikator, als die Art der von ihm ausgesprochenen Unwerterklärungen.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Mit der Erkaltung des christlichen Glaubens traten an die Stelle des Heiden oder Ketzers neue Beschreibungen dessen, was als menschlicher Unwert angesehen und vor allem markiert werden sollte. Wenig überraschend erklärte jede der aufkommenden Weltanschauungen zunächst einmal die Namen ihre Verneiner zu Schimpfwörtern. Aristokrat, Bourgeois, aber auch umgekehrt Demagoge oder Kommunist wurden zu Wörtern, die zeitweilig nur noch im polemischen Sinne Gebrauch fanden.

Die Bezeichnungen Untermensch und Unmensch sind etwas anderes. Hier wird nicht der Feindname zur Beleidigung. Der so Bezeichnete soll nicht in seiner bloß politischen Eigenschaft getroffen werden. Untermensch und Unmensch zielen auf sein Menschsein, sprechen ihm beide in gewisser Weise die Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies ab. In einem anthropozentrischen Zeitalter ist dies die schärfste denkbare Unwerterklärung.

Damit verraten aber beide Bezeichnungen das Menschenbild desjenigen, der sich ihrer bedient. Denn auch wenn beide auf das Menschsein zielen, haben sie dabei doch Unterschiedliches im Visier.

Das Wort Untermensch beinhaltet eine hierarchische Abstufung, auf welcher der damit Bedachte unter der Stufe des Menschen angesiedelt wird. Es ist kein Zufall, daß sich dieses Schimpfwort zur selben Zeit etablierte, in der sich die Lehre Darwins massenwirksam durchsetzte. Unmensch hingegen ist ein viel älteres Wort. Es existiert, seit Menschen den Ausdruck „menschlich“, den Namen ihrer Spezies, als Adjektiv gebrauchen, um damit die Einhaltung moralischer Mindestnormen zu beschreiben. Menschlich ist hier zunächst das Gegenteil von grausam.

Ein Mensch kann durch und durch böse sein, solange seine Bosheit nicht viehische Züge annimmt, wird er dadurch nicht zum Untermenschen. Hannibal Lecter ist kein Untermensch. Umgekehrt kann ein Mensch noch so zurückgeblieben sein, solange sich dies nicht als moralischer Defekt ausweist, wird er nicht zum Unmenschen. Doch umgekehrt, was ist dann jeweils ein Mensch? Was ist die Menschheit? Wie wird man aus ihr ausgeschlossen? Und vor allem: Welche Konsequenzen hat das?

Trotz ihres zerstörten Rufes ist die Unwerterklärung zum Untermenschen die weniger gefährliche der beiden Schwestern. Der Untermensch ist nicht aus der metaphysischen Ordnung der Dinge ausgestoßen. Seine Vernichtung ist nicht logisch zwingend ein moralischer Imperativ. Liquidatorisch wird sie dann, wenn im Untermenschen nicht nur eine unwürdige Kreatur, sondern ein soziales Problem gesehen wird, das die Gemeinschaft durch sein bloßes Vorhandensein bedroht.

Die dann aufkommenden Vergleiche mit Krankheiten („menschliche Bazillen“, „Krebsgeschwür“) sollen dann nicht bloß abwerten, sie sollen vor allem verdeutlichen, daß man es hier nicht mit einem Subjekt zu tun habe, sondern mit einer Art Naturvorgang. Eine Krankheit mordet schließlich nicht, sie verläuft, manchmal mit tödlichem Ausgang. Der Arzt kann aber nicht mit den Erregern verhandeln, weil sie nicht bewußt aktiv sind, sondern einfach ihrer Natur folgen. Er muß versuchen, sie auszulöschen.

Geschichtlich war der Untermensch Teil einer Polemik, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts gegen aufkommende Dekadenzerscheinungen wandte. Die erste Fortschrittsgläubigkeit des frühen Darwinismus war verflogen und an ihre Stelle trat die zunehmende Angst vor der Degeneration. Was, wenn die moderne Lebensart nicht mehr zur gesunden Auslese führt? Was, wenn sie sogar das Gegenteil tut?

Derartige Befürchtungen machten selbst in Kreisen die Runde, die für Darwin nur Spott übrig hatten. Wenn Oswald Spengler an einer Stelle über die „Untermenschen der Großstädte“ schimpft, so trifft er damit eine kulturmophologische Gestalt. "Untermensch" meint nicht den Tölpel, der eine liebenswerte Figur sein kann, und auch nicht den Krüppel, der einfach zu bemitleiden ist.

Das Wort trifft das Objekt und Produkt eines Entwicklungsvorganges, welcher den Menschen in seinen Anlagen verkrüpple und auf ein Dasein unterhalb menschlichen Potentials zum kulturlosen, von niederen Trieben gesteuerten Wesen herabdrücke. Im Denken Hitlers hat es dann auch weniger mit Rassenlehre als mit Herrschaftskritik zu tun. Er wendete die "Veruntermenschung" von einem Verfallsprozeß zum jüdischen Programm, welches die Herstellung von Untermenschen aufgrund ihrer leichteren Beherrschbarkeit betreibe.

Es ist bemerkenswert, daß keines der vielen Schlagworte nationalsozialistischer Propaganda so sehr im Gedächtnis der Nachwelt haften blieb wie "Untermensch". Die Gegenseite erblickte darin offenbar mehr als in irgend sonst etwas ihre eigene weltanschauliche Verneinung. Ihre Verschwefelung verdankt diese Unwerterklärung ihren fundamental antiegalitären Implikationen. Wer dieses Wort gebraucht, behauptet nicht bloß eine Hierarchie innerhalb der menschlichen Spezies. Er stellt Mindeststandards für das vollwertige Menschsein auf.

Gemäß dem Denken, das bestimmte Menschen als Untermenschen abklassifiziert, kann man biologisch der menschlichen Spezies angehören, ohne im ganzen Sinne Mensch zu sein. In früheren Zeiten wäre eine Abstufung des Menschseins problematisch, aber noch erträglich gewesen. Doch mit dem Tod Gottes wurde im Abendland die nun freischwebende Ethik an den Menschen gebunden, genauer gesagt: an dessen durch seine Spezieszugehörigkeit ihm angeborenen Rechte. Für den so Denkenden muß das Wort Untermensch mehr bedeuten als eine Beleidigung. Es wird zur Negation der Ethik selbst. In Abwandlung Dostojewskis gilt hier: Ohne die Gleichheit ist alles erlaubt!

Unmensch ist dagegen ein egalitärer und universalistischer Kampfbegriff. Wie Untermensch eine hierarchische Abstufung unterschiedlicher Grade des Menschseins beinhaltet, impliziert Unmensch den einen Raum der moralischen Menschheit, aus der die Unmenschen ausgestoßen sind. Es ist sehr bezeichnend, daß die Nationalsozialisten, wenn sie ihren Kampf gegen das Judentum rhetorisch zu universalisieren trachteten, nicht von Untermenschen sprachen. Stattdessen verwendeten sie Worte wie „Weltfeind“ oder „Menschheitsfeind“, also andere Umschreibungen des Unmenschens.

Das Gleichheitsprinzip wird durch die Unwerterklärung "Unmensch" nicht verletzt. Im Gegensatz zu "Untermensch", das den unwerten Menschen innerhalb einer Ordnung der Gestalten beläßt und dort abqualifiziert, stößt "Unmensch" diesen Menschen aus der gerade durch diesen Akt der Verbannung intakt gehaltenen Ordnung der Gleichen und Guten hinaus. Das ist der Grund, aus dem "Unmensch" anders als "Untermensch" weiterhin als akzeptabel gilt.

Die Unwerterklärung zum Unmenschen ist für eine egalitär-universale Ordnung unverzichtbar. Sie ist ihre einzige Möglichkeit, Feindschaft gedanklich zu fassen. Carl Schmitt hat diese Dialektik aufgezeigt, die aus der Politisierung des Menschheitsbegriffs entspringt. Zum Behufe des ewigen Friedens soll die Menschheit zum politischen Subjekt werden. Tritt der erwartete Frieden dann nicht ein, so kann der Menschheitsgläubige gar nicht anders, als seinen Feind aus eben jener Menschheit auszustoßen. Andernfalls, so die Logik, wäre er ja selbst der Unmensch, der die Gebote der einen Menschheit verletzt.

Die Verbannung aus dem ethischen Raum macht die Vernichtung des Verbannten zur moralischen Pflicht. Denn der Unmensch ist weder Feind noch soziales Problem. Er ist das Böse, das um der Heiligkeit des Guten willen ausgelöscht werden muß.


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Kommentare (8)

Maiordomus
9. Juni 2017 11:34

Der "Unmensch" verfügt über eine "menschenfeindliche" oder wenigstens "menschenverachtende" Ideologie. Auf dem Programm steht indes nicht die Ausrottung des Unmenschen im Gegensatz zur Liquidierungsthese, sondern dessen Isolierung aus dem politischen Diskurs und aus öffentlichen Aemtern. So hat die Schweizer Zeitung "Blick" neulich die Foto  eines Jugendfussballtrainers gebracht, der ein "Rechtsextremist" sein soll, steht auf jeden Fall der Partei Pnos nahe. Klar, darf so einer auch im Sport nicht mit der Jugend zusammenarbeiten. So wie eine olympische Rudererin in Deutschland nicht mit einem Mitglied der NPD zwar nicht Rassenschande, aber Menschenfeindschaft im Bett treiben darf. Wie es mit dieser Geschichte weitergegangen ist, weiss ich nicht.

Der_Jürgen
9. Juni 2017 13:17

Es ist sehr bezeichnend, dass gerade diejenigen, die sich als mutige Kämpfer gegen "Rechtsextremismus" und "Neonazismus" aufspielen, sich oft einer Terminologie bedienen, die dem politischen Gegner das Menschsein buchstäblich abspricht. Das von @Maiordomus erwähnte Schweizer Schmutzblatt "Blick" bezeichnete rechtsstehende Jugendliche wiederholt als "braune Brut". Auch der von den Qualitätsmedien regelmässig verwendete Ausdruck "Rattenfänger" für rechtsgerichtete Politiker gehört in diese sprachliche Kategorie; er bedeutet nämlich nichts anderes, als dass Menschen, die sich für rechte Parolen erwärmen, Ratten seien. 

Soviel zu den linken und liberalen Toleranzaposteln.

RMH
9. Juni 2017 13:18

Ich möchte folgenden Aspekt in die Debatte einbringen:

Bezeichnungen wie "Untermensch" oder rassistische Anschauungen an und für sich können - so meine steile These, die ich sicher nicht als erster entwickele (mir fallen hier auch ein paar Namen ein, die ich aber nicht nenne, damit die Debatte nicht in diese Richtung gelenkt wird) - auch aus Urerfahrungen des Menschen stammen. Seit einiger Zeit deutet sich in der anthropologischen Forschung an, dass homo sapiens wohl eine sehr lange Zeit nur einer unter mehreren oder gar vielen Hominiden auf diesem Planeten gewesen war. Als kleiner, populärwissenschaftlicher Beleg sei auf diesen Artikel bei SPON hingewiesen, der vor wenigen Tagen veröffentlich wurde:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/homo-sapiens-fossilien-fund-in-marokko-menschheit-viel-aelter-als-gedacht-a-1150859.html

Was sich in Mythen, Sagen, Legenden und Märchen bereits stark andeutete, bekommt damit Untermauerung. Homo sapiens musste offenbar in einem weitaus längeren Zeitraum als bspw. unsere bekannte, bisherige Geschichtsschreibung geht, mit anderen Hominiden leben und konkurrieren. Es kam wohl auch zu Vermischungen (zumindest scheinen sich Gen-Spuren des sog. "Neandertalers" auch beim heutigen Menschen zu finden). Hieraus lässt sich die Vermutung ableiten, dass es evtl. im kollektiven Unterbewusstsein oder im Erbe des Menschen liegt, den Anderen nicht immer gleich als Seinesgleichen vorbehaltlos zu identifizieren. Wer über zehn- oder hunderttausende von Jahren in einer Vielfalt von Hominiden gelebt hat und mit ihnen konkurriert hat, der wird, wenn er dann auf einmal "unter sich" ist, diese Erfahrungen und Konsequenzen sicher nicht sofort abgelegt haben und wendet diese dann womöglich auf seine eigene Art an. "Rassismus" oder Denken in Kategorien verschiedener Menschenarten (Herren- und Untermensch) als evolutionäre Strategie könnte daher im Menschen verankert sein, denn: dies findet sich ja - entgegen der linken Propaganda - bei allen Menschen, nicht nur bei denen mit weißer Hautfarbe.

 

Tristan
9. Juni 2017 13:18

Brilliant! Ich würde hier gerne mehr solcher tiefschürfenden Sprachanalysen lesen. Als empirisches Beispiel zu Poensgens Theorie hier ein Auszug aus einer Twitter-Unterhaltung, die ich mit @Helles_Sachsen über die illegale Migration übers Mittelmeer führte:

HS: Jeder würde so handeln in dieser Situation, wenn es um die eigene Kinder geht, wer was anderes behauptet ist für mich ein Lügner.

T: Kann gut sein dass ich das als Afrikaner wollen würde. Ich bin aber kein Afrikaner, sondern Deutscher. Und werde meine Heimat verteidigen!

HS: Du willst also auf Familien schießen an der Grenze die so handeln, wie du in ihrer Situation auch handeln würdest für deine Kinder? Also siehste die nicht als Menschen deinesgleichen, deren Leben genauso viel wert ist wie das deines Nachbarn oder deines Partners?

T: Ich hoffe das wird nicht nötig sein (gibt ja Wasserwerfer etc.). Aber wenn dank Willkommenskultur halb Afrika vor der Tür steht, was dann?

HS: Dann sollten wir uns klar machen, dass wir 5000Mrd Vermögen allein in Geldanlagen und Geld haben, und wir das Jahrhunderte zahlen könnten. Und das die Chance bei fast 100% ist, dass die Leute innerhalb mehrerer hundert Jahre zu normal produktiven Mitgliedern werden.

T: Es sind Menschen, aber meine Familie, mein Volk, mein Kulturkreis sind MIR mehr wert! Und ein Afrikaner sieht das andersherum ganz genau so.

HS: Deine Kultur ist dir also wichtiger als Menschenleben. Der Mensch als Art ist eine soziale Art, insofern bist du entmenschlicht. Und damit haste im Prinzip auch den Kern der menschlichen Kultur, das soziale Miteinander und Helfen, verloren.

T: Na gut dann bin ich halt jetzt entmenschlicht...als Untermensch kann ich nur sagen, wir müssen die europ. Kultur erhalten und andere Wege finden, Afrika zu helfen. V.a. Hilfe vor Ort. Je mehr wir hier aufnehmen, desto mehr werden kommen, bis aus Europa Afrika geworden ist.

HS: Du lässt das halt jetzt nicht an dich ran, weil du dich ungern als schlechter Mensch siehst. Du redest von Kultur aber das ist das Gegenteil

T: Ist ja gut, ich geh jetzt weinen und pilgere zum Social-Justice-Kirchentag, dann wird meine schwarze Seele vl. noch erlöst.

HS: Ich denke du hast mich schon zum Teil verstanden, und die Zynik ist nur Schutz vor Selbsterkenntnis. Aber meine Worte werden arbeiten. :)

https://twitter.com/Helles_Sachsen/status/867682939823419393

Heinrich Brück
9. Juni 2017 21:41

Das Wort Mensch und die Moral der Menschheit. Jedem Zeitalter kann aus historischer Perspektive Selektion vorgeworfen werden, darin liegt eine nachträgliche Kunst oder zurechtgebogene Historie ohne Verlaß, schließlich schreibt der Sieger die Geschichte. In der Gegenwart politisch nicht auf der Selektionsliste zu stehen, die Umstände zu erkennen und langfristig eigennützig die richtigen Kompromisse einzugehen, eine überschaubar viel größere Kunst.

Unaufgeregt über die Hitlerepoche zu sprechen gelingt nicht. Sollte es aber. Warum sollten die Juden ausgerottet werden?

Antifaschismus und Schuldopportunismus haben Antisemitismus (nicht näher besprochen) durch Antigermanismus kompensiert, gleichzeitig völkervernichtend einen lebensfeindlich organisierten Menschenschlag zum Vorbild erkoren. Sind die Juden ein Volk, stehen sie auch auf der Liste.

Geld, Rasse (unsouveränes Wort; Volk wäre bestimmender), Elite, - eine Frage der Rangordnung. Die Verteidigung der Kultur bleibt ein kompromißloses Gemeinschaftsunterfangen. Die Wahrheit hat noch nie ohne Kampf überlebt, die Anstrengung dazu war aber auch noch nie lebensfeindlicher. Politisches Denken demokratisch (über die Rechts-Links-Arbeitsteilung was das Volk denken soll), wirtschaftspolitisch, kulturfremd, systemisch. Ergebnis: auf absehbare Zeit gibt es weder König noch Kaiser. Auch keine souveränen Länder der EU, die für grenzenlose Abgaben steht. Der Demokrat ist auch ein Mensch, klar. Nur gibt es dafür kein Mitleid. Und über die Menschheit brauche ich nicht nachzudenken.

tOm~!
10. Juni 2017 01:58

Johannes Konstantin Poensgen:

"'Untermensch' meint nicht den Tölpel, der eine liebenswerte Figur sein kann, und auch nicht den Krüppel, der einfach zu bemitleiden ist.

Das Wort trifft das Objekt und Produkt eines Entwicklungsvorganges, welcher den Menschen in seinen Anlagen verkrüpple und auf ein Dasein unterhalb menschlichen Potentials zum kulturlosen, von niederen Trieben gesteuerten Wesen herabdrücke. Im Denken Hitlers hat es dann auch weniger mit Rassenlehre als mit Herrschaftskritik zu tun. Er wendete die "Veruntermenschung" von einem Verfallsprozeß zum jüdischen Programm, welches die Herstellung von Untermenschen aufgrund ihrer leichteren Beherrschbarkeit betreibe.

Es ist bemerkenswert, daß keines der vielen Schlagworte nationalsozialistischer Propaganda so sehr im Gedächtnis der Nachwelt haften blieb wie 'Untermensch.'"

Ein Beispiel dazu, die Reichstagsrede vom 28. April 1939. Die als Antwort an Präsident Roosevelt bekannte Rede umfasst laut meinem Textprogramm 16925 Wörter. Vom sogenannten "Untermensch" oder "Untermenschentum" ist genau einmal die Rede, ebenda wo es um bolschewistische Mordbrenner in Spanien ging.

Utz
10. Juni 2017 16:05

HS: Du lässt das halt jetzt nicht an dich ran, weil du dich ungern als schlechter Mensch siehst. Du redest von Kultur aber das ist das Gegenteil

T: Ist ja gut, ich geh jetzt weinen und pilgere zum Social-Justice-Kirchentag, dann wird meine schwarze Seele vl. noch erlöst.

HS: Ich denke du hast mich schon zum Teil verstanden, und die Zynik ist nur Schutz vor Selbsterkenntnis. Aber meine Worte werden arbeiten. :)

Das Grauen kommt in mir hoch, und ist dabei, mir den Magen umzustülpen.

Vorschlag zur Fortsetzung des Dialogs:

T: 5000 Mrd. Geld sind in Vermögensanlagen? Wie willst du da rankommen? Enteignen? Die, die so viel besitzen, werden sich das nicht nehmen lassen. Genommen wird es im Endeffekt von den Schwächeren. Das wird auf eine Angleichung nach unten hinauslaufen. Willst du das? 

HS: bla bla

T: Und daß die Chance bei fast 100% ist, daß die Leute innerhalb mehrerer (!) hundert Jahre zu normal produktiven Mitgliedern werden, wo sind hier die Belege? Hast du bei deiner Rechnung mit in Betracht gezogen, daß möglicherweise schon in einigen Jahrzehnten aufgrund von Mechanisierung und Computerisierung nahezu gar keine Arbeitskräfte mehr nötig sind?

Und überhaupt: Allein dein Name strotzt ebenso vor Arroganz wie dein letzter Satz (Aber meine Worte werden arbeiten.), mit dem du mich als eine Art Untermensch, ein zu therapierendes Subjekt einstufst . Siehst du dich als Übermensch? Als einer, der aufgrund seiner Moral besser ist als andere? Du brauchst das, nicht  wahr, diese Reihenfolge: Helles Sachsen, dann kommen die Migranten (die armen Schweine, die nix dafür können, aber einfach noch nicht so weit sind, daß sie gutes tun können, dies aber aufgrund ihres sicherlich guten Charakters das gerne machen würden), dann kommt lange nichts, und dann kommt das dunkle Sachsen, auf das man so gut herabschauen kann. Geh' doch mal in dich, und laß meine Worte auf dich wirken.

Cacatum non est pictum
10. Juni 2017 18:08

@Tristan

Ich hege nicht den leisesten Zweifel daran, dass diese Menschen - erneut - Massenmorde an politischen Gegnern ins Werk setzen würden, wenn sie denn die politische Macht dazu hätten. Ergo muss man sie daran hindern, diese Machtfülle zu ergattern.

Maiordomus hat darauf hingewiesen, dass Oppositionelle bei uns in nächster Zeit mehr auf ihre Sicherheit werden achten müssen. Das glaube ich auch. Die radikaleren Linken werden in ihrer selbstgefälligen Art verstärkt Jagd machen auf alles, was nach ihrer Definition unter den Begriff "rechts" subsumiert werden kann. Sie wissen das politische Establishment und die Medien auf ihrer Seite. Und sie können damit argumentieren, dass "rechtes Gedankengut" immer stärker im Vorrücken begriffen ist. Also werden sie im Dienst der gerechten Sache tätig sein und ihren vogelfreien Opfern Lektionen erteilen.

Man wird ihnen so hart und kompromisslos wie möglich zu antworten haben. Die Hobby-Tschekisten müssen ihre eigene Medizin zu schmecken kriegen. Sie sollen merken, dass sie keine Opfer vor sich und für ihre Selbstjustiz einen horrend hohen Preis zu zahlen haben. Unabhängig von den sonstigen strategischen Überlegungen sollten die Betroffenen also das Thema Wehrhaftigkeit beackern - im ureigenen Interesse.

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