Sezession
20. Juni 2017

Blick auf den Gegner (I): Ulrike Guérot

Michael Wiesberg / 23 Kommentare

Michael Wiesberg

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

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Es handelt sich hier indes weniger um eine Streitschrift denn um eine Art chiliastisch aufgeladene Großpredigt, die das radikal zu Ende bringen will, was Rolf Peter Sieferle in Finis Germania in all seinen Facetten auf seine Konsequenzen hin analysiert, nämlich die Zerstörung des Nationalstaates. Das „Streitschrift“ ist eine Art Kompilat von Guérots im letzten Jahr veröffentlichter Beschwörung Warum Europa eine Republik werden muß! Eine politische Utopie, die aus ihrer Sicht offenbar nicht genügend Resonanz erzielt hat.

Also mußte jetzt eine inhaltlich griffigere „Volksausgabe“ her, um die Reichweite ihrer Botschaft zu erhöhen. Diese ist so simpel wie grundstürzend: Beendet endlich den ganzen Nationalquatsch und ruft den grenzenlosen Vielvölkerstaat Europa mit einem europäischen „Staatsvolk“ (besser: einer beliebigen Ansammlung von Menschen) aus, und zwar „asap“, sprich so schnell wie möglich.

Flankiert wird sie dabei gelegentlich von dem mit Auszeichnungen aller Art nur so überhäuften, im medialen Mainstream überall gehätschelten österreichischen Schriftsteller Robert Menasse, mit dem sie das „Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik“ (2013) verfaßt hat. Jeder Mensch müsse, so Guérot, „in Zukunft das Recht haben, nationale Grenzen zu durchwandern und sich dort niederzulassen, wo er will.“ Konsequenterweise fordert sie deshalb:  „Weg mit den Grenzen. Her mit den Flüchtlingen, egal wie viele, egal woher sie kommen.“

Flüchtlinge will sie wohl auch deshalb nicht mehr als Flüchtlinge bezeichnet wissen, sondern als „Weltgäste“, die in ihren Gastländern ihre eigenen Städte nachbauen sollen, so wie es europäische Auswanderer in Nordamerika getan haben (in weitgehend menschenleeren Gebieten indes, die sie vorher von Indianern „gesäubert“ hatten ...).

Sie hält das für einen „interessanten Lösungsansatz“, um die „Konkurrenz um billigen Wohnraum und Jobs“ zu lindern, und hat offensichtlich mittlerweile in der Co-Vorsitzenden der Grünen im Europaparlament, Ska Keller, eine gelehrige Schülerin gefunden. Neu-Mossul in Mecklenburg-Vorpommern, Neu-Aleppo in Nordrhein-Westfalen oder Neu-Lumbumbashi in Bayern? Da wurde es dann selbst Peter Kapern, der Guérot im Deutschlandfunk interviewte, ein wenig blümerant. Ein großer Teil der Zuhörer werde jetzt gleich rufen, die „Frau sei doch nicht mehr zu retten“, habe sie das, so wirft er ein, einkalkuliert? Die Antwort der Politologin ist aufschlußreich:

Ja natürlich wird uns - das sagen Sie ja jetzt auch schon - Irrealismus oder Träumerei vorgeworfen, daß das ja gar nicht möglich ist. Dagegen stellen wir einfach mal Tertium datur ... Wir sehen ja in Griechenland, daß wir auf Stränden am Mittelmeer keinen Stacheldraht bauen können. Und da haben wir einfach gesagt, das machen wir. Wir erinnern uns an die Geschichte. Es ist ja auch nichts Neues in dem Vorschlag, sondern wir haben einfach daran erinnert, daß nationale Grenzen etwas sehr Neues sind. Das haben wir leider vergessen, weil wir im 20. Jahrhundert gelebt haben. Aber meistens hat man grenzenlos in Europa gereist.

„Dagegen stellen wir einfach mal Tertium datur“: Weg mit den Nationen und den Grenzen, man habe in Europa (angeblich) sowieso die meiste Zeit „grenzenlos“ gereist. Und dann gibt es ja noch den Philosophen Immanuel Kant, „der allen Erdenbürgern ein Weltgastrecht“ zugestanden haben soll. Alle Menschen seien nach Kant als Erdenbürger angeblich gleich und hätten „das gleiche Recht“, „auf jedem Platz der Erde zu wohnen“. „Dieses Weltgastrecht“ gelte es sich „heute in Erinnerung zu rufen und zu sagen, wie organisieren wir denn heute Weltgastrecht“. Diese Interpretation Kants, mit der Guérot hier hausieren geht, ist, wie Tobias Vetter in seinem Blog aufzeigt, mehr als fragwürdig, hatte Kant in seiner Schrift Zum ewigen Frieden (1795) doch unmißverständlich ein Besuchsrecht im Auge; als Referenz für die Behauptung, Kant stehe für ein Recht darauf, überall auf dieser Welt seine Zelte aufzuschlagen oder gar seine Städte nachzubauen, taugt er also nicht.

Hauptagitationsfeld aber bleibt Guérots Forderung nach einer Europäischen Republik und die Behauptung, die Zeit der Nationalstaaten sei (in Europa) vorbei. Diese Forderung steht auch im Mittelpunkt ihres von der Sachbücher-Jury so wärmstens empfohlenen Buches Der neue Bürgerkrieg. Die Hauptkampflinie in diesem „Bürgerkrieg“ verläuft zwischen den bösen Rechtspopulisten und der noch unentschlossenen „Zivilgesellschaft“, die nicht den notwendigen Furor entwickelt, um endlich die Europäische Republik herbeizuzwingen.

Wie nun kann aus der Sicht von Guérot Bewegung in die erstarrten Frontlinien kommen? Antwort: Durch die bösen „Rechtspopulisten“ von Orbán bis zur AfD (= „Vertreter des europäischen Ungeistes“), die die Rolle der (unfreiwilligen) „Agenten des Wandels“ übernehmen und als Sturmtruppen dessen agieren sollen, was Hegel „List der Vernunft“ nannte. Sie, die Rechtspopulisten, können „uns eine Mammutaufgabe abnehmen, indem sie die Nationalstaaten, die zu einen sie vorgeben, de facto spalten und damit kaputtmachen“, erklärt Guérot. Erst aus „der Gärmasse des gekippten Sees“ entstehe nämlich „neues Leben. Das ist die Chance für Europa, für seine Neugründung“.

Das „richtige Europa“ bringt Guérot auf folgende Formel, die allerdings schon einen gewissen Hautgout hat: „Ein Markt, eine Währung, eine Demokratie.“ Derzeit steht dem als „größter Knackpunkt“ einmal wieder Deutschland im Weg: Es ist „die deutsche Ideologie der Nicht-Monetarisierung von Staatsschulden, der Geldwertstabilität und der Exportüberschüsse“, die es zu schleifen gilt, sollen eine europäische Arbeitslosenversicherung, Eurobonds, Bürgergeld und andere Segnungen Europäischen Republik durchgesetzt werden. „Wer diesen Bürgerkrieg beenden will“, müsse, so Guérot apodiktisch, „zurück an seine Ursprünge, die fehlende Fiskal- und Sozialunion“.

Wer in ihrem Buch danach sucht, wie das alles finanziert werden soll, findet außer den ständig wiederholten Appellen, daß jetzt der Kairos gekommen sei, die Europäische Republik zu verwirklichen, nichts Greifbares. Der Hinweis auf derart banale Dinge hat vor dem Hintergrund des Jahrtausendprojektes zu schweigen. Wer dennoch weiterfragt, steht als kleinbürgerlicher Beckmesser am Pranger. Es versteht sich allerdings von selbst, daß vor allem Deutschland die Rechnung aufgemacht würde. Deutsche Bedenkenträger, die sich hier zu Wort melden könnten, schreibt sie schon einmal ins Stammbuch: „Von ,Transferunion‘ zu sprechen, aber nicht einzurechnen, daß der deutsche Exportgewinn ohne den Euro in dieser Form gar nicht zustande gekommen wäre, ist der Gipfel der Scheinheiligkeit.“

Die Publizistin Friederike Beck hat in ihrem Buch Die geheime Migrationsagenda aufschlußreiche Fakten zur Person von Ulrike Guérot zusammengetragen. Bestens in den transatlantischen Netzwerken positioniert, leitete sie von 2007–2013 das Berliner Büro des Council on Foreign Relations (CFR), der in enger Verbindung mit dem einflußreichen CFR der USA steht. 2014 gründete sie das „European Democracy Lab“, deren Direktorin sie ist. Programm dieses „Lab“ ist wenig überraschend die politische Ausgestaltung Europas als Republik. Auf einer Konferenz von re:publica erklärte sie 2015 laut Beck:

Wir haben uns etwas Großes vorgenommen – nämlich den kompletten Umbau von Europa. Die Vereinigten Staaten von Europa – das war gestern. Europäische Republik – das ist morgen!

Thomas Schmid hat in einem Artikel in der Welt für diese Art „theatralischen Gründungsdonner“, wie er es nennt, die richtigen Worte gefunden: Es handelt sich hier um eine „an sich selbst berauschende Rhetorik des intellektuell drapierten Größenwahns“.

Wenn für die Juroren der „Sachbücher des Monats Juni“ Grund zur Scham besteht, dann vor allem deshalb, weil sie dieses geschichtsnihilistische Pamphlet auf Platz eins gesetzt haben. Sie dokumentieren damit das, was sie dem Spiegel-Redakteur Johannes Saltzwedel im Fall Finis Germania implizit unterstellen, nämlich daß es ihnen an hinreichender Urteilskraft mangelt.

P. S.: Dieser „Blick auf den Gegner“ ist der erste Beitrag einer neuen Rubrik, die von nun an in lockerer Folge fortgesetzt werden soll.


Michael Wiesberg

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

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Kommentare (23)

Albert
20. Juni 2017 17:58

Frau Guerot war vor 10 Jahren mal meine Chefin. Ich fand sie damals ganz nett. Sie war der erste Mensch, den ich getroffen habe, der tatsächlich mit Begeisterung über die EU gesprochen hat.

Der_Jürgen
20. Juni 2017 18:10

Von den bisherigen Beiträgen Michael Wiesbergs finde ich diesen einen der stärksten. Da freut man sich auf die Fortsetzung der "neuen Rubrik" wie der Sechsjährige auf die Nikolausbescherung oder die Grünen auf die nächste Million Kulturbereicherer.

Wenn sogar ein eingefleischter Globalist wie Thomas Schmid von der "Welt" die Guerot so gereizt attackiert, muss ihr Buch schon starker Tobak sein. Wahrscheinlich ärgert den "Welt"-Mann, der sicherlich dasselbe will wie diese Frau, nur eben langsamer, vor allem deren Schnapsidee, die "Rechtspoulisten" als "Eisbrecher" bei der Abschaffung der Nationalstaaten einzusetzen, um den bekannten Buchtitel von "Viktor Suworow" zu verwenden.

Darf ich Wiesberg gleich ein neues Forschungsobjekt vorschlagen? 

Am 29. Februar 2016 vermeldete die "Huffington Post", zwei "Experten" hätten eine "radikale Vision" für Deutschland:

„Deutschland könnte wegen der Flüchtlingskrise bald ganz anders aussehen. Jedenfalls wenn es nach der Politikforscherin Ulrike Guérot und dem österreichischen Schriftsteller Robert Menasse geht. Sie haben eine radikale Vision für Deutschland: Die Flüchtlinge sollen die Städte aus ihrem Heimatland nachbauen. Unweit von München, Berlin oder Köln soll es also bald ein Neu-Bagdad, ein Neu-Damaskus oder ein Neu-Kabul geben.“[1]

Guerots Gesinnungsfreund Robert Menasse, ein Meister der deutschen Sprache ohnesgleichen, enthüllte am 9. Mai 2014, welche Nation als einzige der Welt heutzutage noch eine Existenzberechtigung besitzt:

„Der Nationalismus hat buchstäblich abgewirtschaftet. Die Verteidigung der Nation als Idee und in Praxis [sic] hat vor der Geschichte jeden Vernunftgrund [sic] und Sinn verloren. Jeden? Nein, eine Nation gibt es, die am Stand der Dinge [sic] unbedingt verteidigt werden muss […]: Israel.

(Diepresse.com  Das Gestern war noch nie so jung  DiePresse.com)

The usual suspects, dear Watson!

RMH
20. Juni 2017 18:11

Lobenswert, dieser Blick auf die "andere Seite", auf die der willigen Europa-Trommler, die völlig vergessen haben, was denn dereinst die Idee eines geeinten Europas war und die eigentlich nur einem amorphen Haufen auf dem geographischen Gebiet des Kontinents Europa mit Zentralregulierungssystemen der Finanzen und Steuern das Wort reden und denen dabei völlig egal ist, wo die Menschen herkommen, die auf diesem Gebiet leben. Dabei vergessen sie (wie leider manche Nationalisten auch, die Europa in Bausch und Bogen kritisieren), dass die Vision eines geeinten Europas uralt ist, dass es bereits Staatsformen auf dem Gebiet Europas gab, die viele Sprachen unter sich vereinten und dass die Idee eines einigen Europas nach dem WK II in erster Linie die eines Europas der Vaterländer war. Was ist auch schlecht daran, wenn echte Franzosen ohne Grenzkontrollen nach Deutschland reisen können und echte Deutsche nach Frankreich? All das positive, was man mit der europäischen Idee verbinden konnte und auch nach wie vor verbinden kann, lassen diese "modernen" Europäer aber mit Lust untergehen oder wollen es untergehen lassen.

quarz
20. Juni 2017 18:18

In dem Zusammenhang gehört das Buch "Ethnic Conflicts" von Tatu Vanhanen auf jede Empfehlungshitparade. Darin referiert der Autor die Ergebnisse seiner Forschung im weltweiten Vergleich von 176 Ländern. Der mit großem Abstand wichtigste Kausalfaktor für ethnische Konflikte ist nicht etwa der viel gescholtene Nationalstaat, sondern - im Gegenteil - der Umstand, dass verschiedene Ethnien in einem Staat gesellschaftlich zusammenleben und sich deswegen ethnischer Nepotismus breit macht. Multikulti also.

"The explained part of variation (66%) is surprisingly high considering the fact that the extent of ethnic conflicts depends also on many exceptional local factors and circumstances, which vary from country to country".

Hier hätte sich die Ideologie der Empirie zu beugen. Insofern hat das Buch von Guérot nichts auf einer Liste für Sachbücher zu suchen, da diese naturgemäß für Bücher mit einem gewissen Realitätsbezug gedacht ist und nicht als Spielwiese für Ideen in "Alice-in-Wonderland"-Manier.

Curt Sachs
20. Juni 2017 18:42

Verzeihung, aber den letzten Satz habe ich auch nach wiederholtem Durchlesen nicht verstanden: "Sie dokumentieren damit … hinreichende Urteilskraft."

Warum dokumentieren die Juroren damit, dass sie Guérots Werklein an die Spitze gewählt haben, hinreichende Urteilskraft? Oder was habe ich falsch verstanden?

marodeur
20. Juni 2017 19:43

Die Rubrik "Blick auf den Gegner" ist ausgesprochen zu begrüßen. Das war schon lange mein Wunsch. Vielen Dank für den gelungenen Auftakt her Wiesberg.

Man sieht sehr deutlich, wie ähnlich wir unserem Gegner sind: Links wie Rechts versuchen den gegenwärtigen Zustand zu überwinden, den wir für unnatürlich und labil halten. Wir werfen uns gegenseitig vor, haltlosen Utopien nachzuhängen, ohne auch nur ein grobes Modell zur Umsetzung zu lieferen. Die Utopien heißen starker Nationalstaat oder Europäische Republik. Alle hoffen, dass ausgerechnet der politische Gegner in seiner Hybris das Feld bereitet, in dem die schöne neue Welt entsteht. Freilich jagt einem die "schöne neue Welt" einen ordentlichen Schauer über den Rücken. Den Linken geht es sicher nicht anders, wenn wir hier arglos über Remigration philosophieren. Am Ende gilt aber unsere Position als extrem, während man täglich gebildete Menschen aus der Mitte treffen kann, die die Republik Europa möglichst sofort und vorbehaltlos umsetzen möchten - für mich immer noch ein Wunder. Ich wünsche mir die Zuversicht der Identitären, die meinen, "radikal" wäre nur ein anderer Begriff für "seiner Zeit voraus".

Monika L.
20. Juni 2017 19:43

Ich schlage vor, dem " Blick auf den Gegner" jeweils einen Blick auf den politischen Freund und Verbündeten zur Seite zu stellen. Sonst verliert man allen Mut.

https://m.youtube.com/watch?v=9WaiH6XA5VU

 

Nemo Obligatur
20. Juni 2017 23:07

"Blick auf den Gegner"? Da haben Sie Sich viel vorgenommen, Herr Wiesberg. Ich denke, die Zahl der losen Folge wird hoch zweistellig und man kann Ihnen nur alles Gute wünschen.

Hier übrigens ein Artikel, der mit einer gewissen Distanz auf das Geschehen blickt:

https://www.nzz.ch/feuilleton/populismus-die-hasser-und-die-heuchler-ld.1300867

Es gibt sozusagen zwei Migrationsströme, nämlich unten und oben. Unten drängen Schwarzafrika und der Orient nach Europa. Oben tauschen die Guerots dieser Welt mit Ihresgleichen auf Stehempfängen bei Prosecco und Fingerfood ihre Gedanken aus. Diese beiden Ströme sind zwei Seiten der gleichen Medaille (nämlich Globalisierung), so dass man sinnvoll nicht fragen kann, welcher der Ströme verderblicher ist für jene, die nicht wandern. Klar ist aber auch, dass aus der Sicht der globalen Schickeria der mögliche Zugewinn aus einer Republik Europa so verlockend ist (denken Sie nur an die Ämter, Pöstchen und Stipendien), dass keiner, der dabei ist, freiwillig auf die Teilhabe verzichten wird. Vor allem, weil sich Guerot&Co., mit der Ausnahme bedauerlicher Einzelfälle wie neulich in Freiburg, vor den unangenehmen Folgen durchaus zu schützen wissen. Aber das haben viele andere vor mir ja auch schon gesagt...

Fritz
20. Juni 2017 23:08

Ja die Frau kann reden, ohne zwischendurch Atem zu holen. Und sie ist ständig in den Medien präsent. Warum eigentlich?

Martin Lichtmesz
20. Juni 2017 23:13

Guérot nennt als "Krisenerscheinungen", die einen "Vorgeschmack auf den europäische Bürgerkrieg" geben: "Arbeitslosigkeit, Individualismus, Niedergang traditioneller Konfessionen, demographischer Wandel, Fundamentalismus, Terror, Migration und Flüchtlinge, Verarmung, drastischer Bildungsverfall, Kriminalität, Polarisierung zwischen Arm und Reich." Genauso würde auch ein Rechter die Lage beschreiben. Trotzdem sind ihrem Weltbild die "Rechtspopulisten" die Schurken, die "die europäische Gesellschaften spalten", obwohl diese ja kein einziges dieser Probleme zu verantworten haben, da sie ja nicht an der Macht waren. Die Schuldigen und Verantwortlichen sind vielmehr die von Guérot verteidigten Eliten. In guter marxistisch-dialektischer Manier begrüßt Guérot den Rechtspopulismus als eine Art Abrißbirne, da er Spaltung und Bürgerkriegsgefahr provoziere, eine Krise also, durch die „das Gehäuse der Nationalstaaten“ endgültig „von der europäischen Landkarte“ entfernt werden könne. Das ist verräterisch. Denn wer oder was hat den Rechtspopulismus provoziert? Eben die Politik der Eliten, deren Folgen Guérot selbst aufzählt. Man fragt sich also, ob die Einwanderungspolitik der EU einen ähnlichen, den Nationalstaat destabilisierenden, spaltenden Zweck haben sollte und soll, wie nach Guérot der Rechtspopulismus. Für mich ist das ein Indiz, daß all dies, was heute hochkocht und eskaliert, inklusive Flüchtlingskrise und Grenzöffnung, bis zu einem gewissen Grad gewollt ist. Man zielt offenbar auf einen bürgerkriegsartigen Ausnahmezustand, in dem dann durch einen großen Coup eine Art Reichseinigung (Guérots "Republik Europa") durchgesetzt werden soll. Am Ende soll Europa eine „Republik“ unter dem ökonomistischen Banner „ein Markt – eine Währung – eine Demokratie“ werden. Es bleibt ihr Geheimnis, wie dieser eine Demos dann aussehen soll, und wodurch er sich als einig definieren soll, wenn jeder beliebige Mensch auf diesem Planeten Teil davon werden kann.

Der_Jürgen
21. Juni 2017 01:18

 @RMH

Sie argumentieren sprachlich im allgemeinen sehr sorgfältig und sauber.  In dieser Ihrer Wortemeldung begehen Sie aber, wohl aus Unachtsamkeit, den Fehler, für die Europäische Union den Begriff "Europa" zu verwenden ("Nationalisten, die Europa in Bausch und Bogen kritisieren"). Natürlich kritisiert kein Nationalist Europa; er will es ja erhalten und ist nicht a priori gegen eine lose Föderation von Nationalstaaten, die eine enge wirtschaftliche, politische, kulturelle und wirtschaftliche Kooperation anstreben. Er ist aber kategorisch gegen die EU mit ihrer antieuropäischen Ideologie und ihrem schleichenden Abbau der Souveränität ihrer Mitgliedstaaten.

@Martin Lichtmesz

"Für mich ist das ein Indiz, dass all dies, was heute hochkocht und eskaliert, inklusive Flüchtlingskrise und Grenzöffnung, bis zu einem gewissen Grad gewollt ist. Man zielt offenbar auf einen bürgerkriegsähnlichen Ausnahmezustand, in dem dann durch einen grossen Coup eine Art Reichseinigung (Guerots 'Republik Europa') durchgesetzt werden soll."

Zu diesem Schluss kommt man fast unvermeidlich. Es wurde hier ja in früheren Strängen, beispielsweise jenem zu Frans Timmermans, dessen Ausgangspunkt ein Artikel von Ihnen bildete, ausgiebig darüber diskutiert, ob dem Grossen Austausch ein Plan zugrunde liege oder nicht. 

Der berühmte Plan des Begründers der Paneuropa-Union, der früher schon so oft erörtert wurde, dass Sie jedem, der ihn nochmals aufs Tapet bringt, die grause Strafe der lebenslangen Sperre angedroht haben, sieht bekanntlich die Schaffung einer eurasisch-negroiden Mischrasse vor. Dass dieser Plan von führenden Politikern der EU tödlich ernst genommen wird, zeigen z. B. die Enthüllungen über Tony Blair, der, wie in einem Mainstream-Buch in England geschildert wird, gemeinsam mit seinen Spiessgesellen eine ungeheure Zahl illegaler schwarzafrikanischer Immigranten nach England holte, um eine hellbraune Mischrasse zu schaffen.

Nun ist das ja ein langfristiges Projekt, und es ist nicht sicher, dass ihm Erfolg beschieden sein wird, selbst wenn der Widerstand dagegen ausgeschaltet wird. Vor allem die muslimischen Immigranten vermischen sich in der Regel nicht. Darum ist die Folge der Flut zunächst keine allgemeine Vermischung, sondern die Atomisierung der Gesellschaft, ihr Zerfall in eine Vielzahl ethnischer und religiöser Gruppen, die sich immer feindlicher gegenüberstehen werden.

Kommt dann noch ein wirtschaftlicher Kollaps - und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche, wenn so weitergemacht wird -, werden sich unsere Städte in Kriegszonen verwandeln. Dann schlägt die Stunde für das von Ihnen skizzierte Szenarium,  nach dem Freimaurermotto "Ordo ab Chao". Um eine neue Ordnung zu schaffen, muss man vorher ein gewaltiges Chaos heraufbeschwören, damit die Menschen nach einem Retter rufen.

Die beiden hier umrissenen Pläne scheinen einander auszuschliessen. Aber die Strippenzieher sind ja teuflisch schlau und haben mehrere Szenarien in petto. Klappt Variante A nicht, tritt eben Variante B in Kraft. Für beide Pläne braucht es jedoch eine Fortsetzung der Invasion. Für Plan B, den kurzfristigen, sind sunnitische Muslime die idealen Zuwanderer, weil sie sich am wenigsten integrieren und am gewaltbereitesten sind. 

Idiotensprüche wie "Kein Mensch ist illegal" und "Solidarität mit Schutzsuchenden, - gegen Rassismus, Intoleranz und Fremdenhass" sind für die Schafsköpfe, die das Fussvolk des Feindes bilden.  Die feindliche Elite besteht hingegen aus profunden Kennern der menschlichen Natur, welche die Folgen ihres Tuns genau abzuschätzen vermögen und auch um die schier grenzenlose Manipulierbarkeit der Massen wissen. Allerdings könnten sie diese Manipulierbarkeit doch überschätzt haben, und die Kontrolle über die Geschehnisse könnte ihnen entgleiten. 

Und wenn sie doch die Herrschaft über die Welt erringen, wird sie nicht lange dauern. Vielleicht 42 Monate.

Der Gehenkte
21. Juni 2017 01:20

Viel Feind, viel Ehr - man kann dieses Diktum ja auch anders lesen: Solche Leute zum Feind zu erheben, ist (zu) viel Ehre. Die Frage ist, wie einflußreich die Dame ist. Soweit ich sehe, wird sie nicht mal im Mainstream ernst genommen. Andererseits sitzt sie bereits auf zahlreichen Stühlen, wie Wikipedia belehrt. Mir scheint diese extrem utopistische Vision hat im Moment wenig Aussicht auf Erfolg - hätte sie es, dann wäre sie kreuzgefährlich. Wenn man den Feind liest, dann sollte man das nicht im Widerlegungsmodus tun, sondern im Selbstkritikmodus: Möglicherweise sieht sie etwas (an uns), was der Eigenperspektive entgeht. Wenn sie sich mit Menasse zusammentut, dann hat sie einen ernsthaften Denker an ihrer Seite. Menasses "Selige Zeiten, brüchige Welt" nebst der "Phänomenologie der Entgeisterung" sind messerscharfe literarische und manifestöse Analysen der postmodernen Welt. Allerdings scheint sein Spätwerk, von dem man kaum noch etwas mitbekommt, unter ideologischen Bekehrungen zu leiden. Hat Guérot wirklich von "List der Vernunft" gesprochen oder ist das eine Wiesbergsche Übersetzung. Der Gedanke ist nämlich hochinteressant und auch raffiniert - ob er für die marxistische Dialektik qualifiziert, bezweifle ich. Sie macht damit auf ein geschichtsphilophisches Paradox aufmerksam - man sollte genau zuhören. Tatsächlich besteht nämlich die Gefahr, durch Entfremdung vom Sagbarkeitskonsens den Prozeß der Rückgewinnung des Eigenen selbst zu torpedieren. Diese Diskussion hatte ich mit einigen Hardlinern schon mehrfach an dieser Stelle, die davon ausgehen, daß eine Setzung der eigenen Werte ohne Rücksicht auf den Bewußtseinszustand der Menschen das Notwendige sei und die jede sprachliche, terminologische Konzession an den Usus als Herienziehenlassen in den Feinddiskurs diffamieren. Guérot hat das offenbar erkannt und an dieser Stelle muß ich ihr recht geben.

Paracelsus
21. Juni 2017 02:15

Es ist schon faszinierend, wie es der Gegenseite gelingt, ihre menschenverachtende marktradikale Ideologie ("EIn Markt, eine Währung, eine Demokratie.") in zuckersüße Humanitätsutopien zu verpacken, die dann noch als Sachbücher prämiert werden. Interessant, dass WELT-Thomas Schmid da auf den begriff "Größenwahn" kommt; ich habe mit eigenen Ohren im Mai diesen Jahres auf der Berliner Demo "Pulse of Europe" (frei übersetzt: Europa den Marsch blasen) gehört, wie ein Redner unter Beifall zu einem, wie er sagte, "konstruktiven Größenwahn" bei der Gestaltung der EU aufrief. Während also an anderer Stelle psychische Krankheiten erfunden werden, die es gar nicht gibt ("Islamophobie"), wird andererseits eine psychische Störung als Idealzustand verklärt. Wer kann da nicht an 1984 denken, mit der Neuordnung der Begriffe: "Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke."

Paracelsus
21. Juni 2017 02:48

Nachtrag: Bei Phoenix gab es ein Gespräch des Journalisten Hirz mit J. Nida-Rümelin zu dessen neuem Buch.

https://www.youtube.com/watch?v=hGtm6kr_5L0

Da war es möglich, bei ca. 1:10 min, dass Hirz folgende Frage stellt: „Für viele überraschend plädieren Sie … gegen offene Grenzen, und quasi für die Begrenzung von Gebieten, von Staatsgebieten. Hat Sie das überrascht, daß das auf so ein [offenbar kritisches ?] Echo stößt?“ Nida Rümelin: „Es ist nicht das erste Mal, dass meine Positionierungen quer zu den Fronten liegen.“ ("ähs" usw. geglättet) Es ist spannend, wie auch an dieser Stelle eine Umwertung aller Werte durchgeführt wird, wie nicht das Auflösen von Begrenzungen sich rechtfertigen muss, sondern das Eintreten für das selbstverständlich Gegebene, wie es Staatsgrenzen sind. Das hat Methode. Der Beispiele sind viele... Ebenfalls interessant, was der Autor Wiesberg über die Rolle, die Guerot den "Rechtspolulisten" zuweist, schreibt. Das funktioniert aktuell super... Knackpunkt ist am Ende immer wieder die Schläfrigkeit des Michel.... Solange der nicht aufwacht und für Sein ICH eintritt, wird es nix.

solitude
21. Juni 2017 03:07

Lichtmesz: "Für mich ist das ein Indiz, daß all dies, was heute hochkocht und eskaliert, inklusive Flüchtlingskrise und Grenzöffnung, bis zu einem gewissen Grad gewollt ist. Man zielt offenbar auf einen bürgerkriegsartigen Ausnahmezustand, in dem dann durch einen großen Coup eine Art Reichseinigung (Guérots "Republik Europa") durchgesetzt werden soll."

Das glaube ich nicht. Die Grenzöffnung (das Offenlassen) geschah, wie wir auch dank Robin Alexander und seinem Buch Die Getriebenen wissen, aus der schlichten Angst vor der gutmenschlichen Reaktion der Medien - noch nicht einmal aus Angst vor der Reaktion "der schon länger hier lebenden" -; sprach Merkel doch von den unerwünschten "Bildern".
Auch ich habe mich auf dem Höhepunkt der sog. "Flüchtlingskrise" des Öfteren gefragt, wie es dazu kommen konnte. Es war dermaßen absurd, dass es einfach der Einsatz von Migration als Waffe, jedenfalls aber der perfide Plan irgendeines ungarisch-stämmigen VS-amerikanischen Milliardärs sein musste. Immerhin haben mich derlei Gedankenexperimente näher ans rechte Lager und auch hierher gebracht. Ich bin indes davon überzeugt, dass die Untätigkeit Frau Merkels (vulgo der Kanzlerin) hinsichtlich der Grenzschließung einmal mehr an ihrem feinen Näschen zur Erspürung der öffentlichen (oder vielmehr veröffentlichten) Meinung sowie der Folgenabwägung für ihren Machterhalt liegt. Für etwas anderes interessiert sie sich nicht und zu etwas anderem ist sie auch nicht fähig.
Dass dabei kaum wiedergutzumachende Schäden am deutschen Gemeinwesen entstehen, nimmt sie und nehmen alle handelnden Politiker billigend in Kauf. Zu einer Sicht jenseits der eigenen Karriere sind die meisten schon gar nicht fähig, und die, die es sind, winken angesichts der enormen Anstrengungen und Entbehrungen, die bei tatsächlicher politischer Arbeit an den Herausforderungen nötig wäre, dankend ab.

Nicht durch Mutwilligkeit wird Deutschland also abgeschafft, sondern durch Inkompetenz, Feigheit und Borniertheit. Deshalb wird der Prozess auch nicht schlagartig in einer "Republik Europa" münden, sondern zunächst den langsamen Verfall unseres Vaterlands zeitigen.

P. S. Wenn Sie freilich auf jene fanatischen Deutschlandabschaffer abzielen, die ihre Absichten (wie Teile der Grünen) in dieser Hinsicht offen auf die Straße tragen, so haben Sie freilich Recht. Auf die Idee, dass jene sich eines Tages durchsetzen könnten, bin ich nicht gekommen. Dazu mangelt es mir an Fantasie und Masochismus. Bei aller Düsterkeit, die die obigen Zeilen zum Ausdruck bringen, glimmt in meinem Herzen wohl doch noch ein Funken Hoffnung, dass wir eine metapolitische Wende herbeiführen. Jene mögen dann in ihrem gedanklichen Utopia verrotten und der Vergessenheit anheim fallen.

Philip Stein
21. Juni 2017 11:43

Pierre Drieu la Rochelle (1922):

"[...] Europa wird einen Staatenverband bilden, oder es wird sich selbst verschlingen, oder es wird verschlungen werden."

https://sezession.de/50621/

Karl
21. Juni 2017 14:05

 @ solitude

Das Märchen von R. Alexander, dass die „getriebene“ arme Regierungs-Clique aus Hilflosigkeit all dies geschehen lies, mag zwar zutreffen, doch ist davon auszugehen, dass zudem manifeste Interessen hinter dieser Entwicklung stehen, sie also nicht monokausal aus Unentschlossenheit einiger armseliger Politikerdarsteller heraus geschah, sondern diese nette Geschichte nur den Anlass für diese Entwicklung illustriert, aber nicht die wirkliche Ursache.

solitude
21. Juni 2017 16:26

@Karl:

Es ist nicht zu bestreiten, dass es diese manifesten Interessen gibt. Die Rechte hat immerhin viel Zeit und Energie aufgewendet, derlei Umtriebe aufzudecken. Für mich sind diese in der - zweifellos - multikausalen Entwicklung jedoch nachrangig, mithin lediglich indirekte Kausalfaktoren. Entscheidend ist das politisch linke Klima, welches dadurch geschaffen wird und die Furcht vor der Aussetzigkeit. Erst dieses Klima konnte die "Kanzlerin" zur Untätigkeit bewegen, obwohl (immerhin) bereits Anstalten zur Grenzschließung getroffen waren.
Die Auflösungs- und EU-Fantasien der Linken taugen mithin vor allem zur Schaffung einer Metapolitik, die ihrerseits den Untergang Deutschlands begünstigt. Ich widerspreche Ihnen also nicht direkt, setze aber andere Akzente. Einig sind wir uns, dass Guérot und Konsorten (jedenfalls) mitursächlich an der Abschaffung Deutschlands sind.

Zweifellos tragen im Übrigen auch die "Kanzlerin" und ihre "Regierung" die juristische, politische und menschliche Verantwortung für die drohende Katastrophe in Folge der Masseneinwanderung, obwohl einzelne linke Sektierer hierfür den Nährboden bereitet haben und insofern meinetwegen "zuerst da waren".

marodeur
21. Juni 2017 16:52

@solitude / @Karl

Sie haben beide Recht. Jeder Mensch, der ernsthaft erzählt, man könne Geschichte planen, hatte noch nie Verantwortung für irgend ein größeres Vorhaben - siehe Moltke "Kein Plan übersteht den ersten Feindkontakt". Ein gewisse Systematik bleibt freilich erkennbar. Menschen handeln eben nicht frei, sondern sind gefangen, in ihrem Korsett aus Wertevorstellungen und Erfahrungen. Wir sollten hier am besten wissen, dass man zumindest die Wertevorstellungen über den Weg der Metapolitik beeinflussen kann. Insofern ist Ulrike Guérots durchaus mächtig, da Sie unterschiedliche Denkrichtungen zu einer Vision verdichtet. Sie überläßt es den Akteuren und Ereignissen, wie man  schlußendlich zum Ziel kommt. Jeder Vorgesetzte weiß, dass das eine wirksame Führungsstrategie ist.

Michael Wiesberg
21. Juni 2017 18:37

@ Curt Sachs

Vielen DANK, Sie hatten recht mit Ihrem Hinweis auf den mittlerweile korrigierten letzten Satz, der das Gegenteil von dem ausdrückte, was ich ich sagen wollte.

DANKE auch für die rege Diskussion; der nächste "Blick auf den Gegner" folgt bald, versprochen.

silberzunge
21. Juni 2017 19:15

Sehr gute Idee, dieses Format. Ich plädiere sogleich für einen Bericht über Ingrid Brodnig, die in den nächsten Tagen ihr zweites Buch zum Thema "Lügen im Netz" (vermutlich meint sie damit nicht jene, die sie und ihre Journalistenkollegen seit Jahren fabrizieren) herausbringen wird.

Cacatum non est pictum
21. Juni 2017 22:32

Das Projekt Neue Weltordnung/Eine Welt wird doch allerorten politisch vorangetrieben. Als erster großer Zwischenschritt wird die Auflösung der Nationalstaaten zu vollziehen sein. Nur jemand, der blind und taub zugleich ist, könnte behaupten, dass insbesondere in Europa nicht eifrig daran gearbeitet wird.

Dass es innerhalb der EU politischen Widerstand dagegen gibt, ist meines Erachtens nicht auf die Integrität der betreffenden Funktionsträger zurückzuführen (Kurz, Orban, Szydlo und Konsorten), sondern auf den Unwillen einiger - in erster Linie osteuropäischer - Völker. Sie hat man mehrheitlich gegen sich, wenn man eine ungebändigte überstaatliche Einwanderungspolitik fordert. Also bleibt den zuständigen Staatsmännern nichts anderes übrig, als sich in der Öffentlichkeit einwanderungskritisch zu positionieren.

Die politische Haltung eines Volkes ist also der stärkste Schutzwall gegen die Durchsetzung der NWO. Meines Erachtens ist das der einzig sinnvolle Anknüpfungspunkt für Metapolitik. Den nepotistischen Sumpf der politischen Elite wird man in absehbarer Zeit nicht austrocknen können. Aber man kann die Verräter in Staatsämtern dazu zwingen, nationale Interessen zu vertreten, indem man mit einer starken Mehrheitsmeinung im Volk Druck auf sie ausübt.

Dieser Widerstand ließe sich nur mit Sowjetmethoden beseitigen. Dazu scheint es aber derzeit - Gott sei Dank - keine Bereitschaft zu geben.

andreas
22. Juni 2017 10:26

Ich weiß, dass es ein wenig primitiv wirkt, aber ich habe einen praktischen Vorschlag zu den Visionen der Frau Guerot. Ich bin der Meinung, wer sich mit solchen Vorschlägen hervortut, die die breite Zustimmung der Bevölkerung als niemals erreichbar einkalkulieren, der sollte als Vorreiter auch vorrangiges Subjekt der eigenen Ideen werden. Ein weltweites Niederlassungsrecht beinhaltet somit zuvörderst ein Niederlassungsrecht "aller" in der Wohnung der Frau Guerot. Eine Zustimmung dafür muss nach Guerotscher Logik wohl nicht zwingend eingeholt werden. Es reicht eine Türöffnung. Auch für "Ska" Keller und ähnliche Propagandisten wären derartige Maßnahmen anzuraten.

Es würde mich interessieren, ob die One-World Protagonisten solche Maßnahmen auch gelassen als Taten der "Agenten des Wandels" hinnehmen würden.

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