27. Juni 2017

Politische Paradoxien I

von Martin Sellner / 14 Kommentare

Metapolitik ist ein unsteter Weg auf einer schmalen Gipfellinie. Auf beiden Seiten drohen Abgründe. Voran geht es nur in einem Balanceakt, auf einem „Mittelweg“, der ständig neu ertastet werden muß. Daraus ergeben sich einige Paradoxien.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Zwei davon möchte ich in diesem Text vorstellen. Denn je mehr sich dieser Problematik bewußt sind, mitdenken und sich in die richtige Richtung „mitlehnen“, desto leichter könnte der Balanceakt werden.

Das erste ist das sogenannte Political Identity Paradox und wurde erstmals von Jonathan Matthew Smucker, einem linksradikalen Berkeley-Professor, benannt und folglich „entdeckt“. Es beschreibt eine grundlegende Problematik. Jede politische Bewegung braucht einen Kern an idealistischen Aktivisten, die sie langfristig tragen. Wenn sie wirklich oppositionell, also in einer Randposition ist, hat sie einen habituellen Mangel an Masse, Mensch und Material, der nur mit Idealismus ausgeglichen werden kann. Dieser Idealismus, und mit ihm Mut, Disziplin und Verläßlichkeit, braucht eine starke Gruppenidentität. Das „Wir“-Gefühl, an das man als Teil der Bewegung andockt, muß die Opfer, welche sie fordert, wettmachen.

Eine starke Gruppenidentität ist allerdings – und hier beginnt das Paradoxon – stets und notwendig exklusiv. Das „Dazugehören“ zu einer Clique, ob Bikergang, Hooligan- oder Antifagruppe ist deswegen so begehrenswert, weil eben nicht jeder dazugehören kann. Kleidung, Verhalten und Jargon markieren eine scharfe Grenze zwischen der elitären Gemeinschaft und „den Anderen“. Diese Grenze erzeugt erst die innere Spannung, die eine starke Gruppenidentität aufbaut, welche die Grundlage für langfristigen Idealismus ist.

Doch genau diese starke Gruppenidentität und Grenze führen auch zu einer Abstoßung und Isolation der Bewegung. Für eine Bikergang oder Antifagruppe, die keine konkreten politischen Ziele oder Strategien haben, ist das kein Problem. Jede metapolitische Gruppe braucht aber ein konstantes Wachstum.

Mit der starken Gruppenidentität verringern sich jedoch die Möglichkeiten des Wachstums, der Bildung von Allianzen, der Anschlußfähigkeit und der Einflußnahme, was den politischen Zweck der Gruppe vereitelt. Was die Gruppe als Treibstoff zum Aktivismus braucht, führt gleichzeitig gesetzmäßig zu ihrer Isolation. Was ihre Strahl- und Anziehungskraft ausmacht, stößt gleichzeitig ab. Das ist das Political Identity Paradox.

Smucker führt als Beispiel dafür den Zerfall der großen Massenorganisation SDS („Students for a democratic society“) in den 1960er Jahren an. Die breite, strukturbasierte, linksradikale Bewegung wurde von der extremistischen und später terroristischen „Weathermen“-Fraktion zerschlagen. Die elitäre Kerngruppe hatte sich von den eigenen Mitgliedern entfernt, die sie aufgrund ihrer liberalen Halbheit verachteten. Diese Verachtung zeigte sich in den „Days of Rage“. Zwischen 8. und 11. Oktober 1969 wollte die elitär-extremistische Fraktion den „Krieg nach Hause bringen“ und zog eine Spur der Verwüstung durch Chicago. Mark Rudd, einer der radikalen Sprecher, verkündete in einer Ansprache: „Der SDS ist nicht radikal genug. Er muß sterben.“

Er und ein anderer Hundertprozentiger gingen sogar soweit, alle Akten und Mitgliederlisten aus dem SDS-Büro in Chicago auf einer Müllhalde abzuladen. Mit dieser elitär-extremistischen Haltung, die folgerichtig in den Terrorismus führte, hatten die elitären Extremisten, wie das FBI genüßlich vermerkte, „fast alle Anhänger verschreckt“ und ihre eigentliche Schlagkraft zerstört.

Die starke Gruppenidentität ist notwendig, um das habituelle Fehlen von festen Strukturen, Hierarchien und Gehältern auszugleichen. Sie allein trägt das Vertrauen und den nötigen Zusammenhalt für politischen Aktivismus. Sie wächst als seltenes Gut aus den Momenten der Prüfung, in durchlebten Abenteuern und Gefahren. Es bilden sich abgeschlossene, private Kreise mit eigenen Ritualen, einem Lebensstil und oft gemeinsamen Wohnprojekten. Diese Kreise präfigurativer Politik erzeugen für Neulinge aber oft einen „Kulturschock“. Sie erschweren den Einstieg bzw. verlangen eine langwierige, totale Assimilation.

Aus diesem Grund wird oft darauf verzichtet, und der Kreis der Vertrauten wächst nicht. Während dieser unter seinem Arbeitspensum ächzt, stehen die Sympathisanten, nicht abgeholt und untätig, am Rand. Smucker empfiehlt einen Ausgleich zwischen Bonding und Bridging. Ohne starkes Bonding und „Wir“-Gefühl fehlt der Gruppe die Kraft für langfristigen Aktivismus. Aber ohne Bridging, also die Offenheit, Transparenz und Anschlußfähigkeit, verkommt die Gruppe zu einer isolierten und apolitischen Sekte, deren Weg todsicher in Gewalt und Terror führt.

Bei jedem Interview, bei jedem Banner und jedem T-Shirt-Design stellt sich die Frage, ob es sich „nach innen“, also an den elitären Insider-Jargon, oder „nach außen“, also an das Mainstreamgelaber richten soll. Es ist die Schnittmenge zwischen beiden Sphären, auf der ein schmaler Grat durch das Paradoxon führt. Sie kann in keiner Formel festgelegt werden, sondern ist eine Ermessenssache.
Das Political Identity Paradox zu überwinden, ist daher die größte Verantwortung der leitenden Figuren. Sie müssen das Wachstum einer starken Gruppenidentität fördern, dürfen aber niemals selbst in ihr aufgehen. Tendenziell neigen politisch-idealistische Gruppen zum Abgleiten in die Isolation.

Das Bonding geschieht von selbst, wenn man den Raum dafür offen läßt und gemeinsame Wohnprojekte, soziale Aktivitäten abseits von Aktionen, gemeinsame Reisen etc. fördert. Das Bridging erfordert das gezielte Eingreifen. Der Leiter muß daher die Brücke nach außen bleiben, indem er als ständiges Korrektiv da einbremst, wo sich eine elitäre Lust an der Marginalisierung einstellt. Weniger äußerliche Codes als ein gemeinsames Ziel und ein gemeinsamer Wille zur politischen Veränderung soll den Geist der Kerngruppe bilden. Ein hungrig-politisches und nicht statisch-subkulturelles „Wir“-Gefühl verhindert die selbstgenügsame Isolation und das Abgleiten in präfigurative Politik und strategische Ohnmacht.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (14)

Andrenio
27. Juni 2017 19:00

Als studentischer Aktivist der 70er habe ich glatt 5 Semester studienmässig "verplempert" und dem Kampf gegen die schon damals extrem links dominierten ASTAs und das DDR-Regime geführt.

Unterstützung kam eigentlich nur von den schlagenden Verbindungen und, man halte sich fest: Von der Robert-Bosch-Stiftung. Es gab also nicht nur in der Siemensstiftung mit Armin Mohler aufrechte Patrioten. (Heute bei der stromlinienartigen Ausrichtung der Grossindustrie undenkbar)

Waren das verlorene Jahre? Keinesfalls für mich!

Einige der Wegbegleiter sind heute allerdings skurrile Einzelkämpfer geblieben, denen man für Ihre Geradlinigkeit höchsten Respekt zollen sollte, die aber nichts bewirken. 

Einzelne haben es geschafft in beiden deutschen Staaten in politische Haft zu kommen.

Martin Sellner hat die Problematik auf den Punkt gebracht und man kann nicht froh genug sein, dass es Führungsfiguren wie ihn gibt. Schon sein Verhalten als Vorbild zieht an wie ein Magnet.

ich wünsche ihm, dass er 

1. Eine bodenständige Frau findet, die ihm in allem den Rücken stärkt, und

2. Dass er einen Abschluss schafft.

3. Dass er nicht unter misteriösen Umständen im Mittelmeer ertrinkt (Die Liberty ist trotz Dauerbeschuss nicht gesunken)

quarz
27. Juni 2017 19:26

Der entscheidende Punkt scheint mir zu sein, dass das Tun der Aktivisten nicht zum gruppendynamischen Selbstzweck verkommt, sondern stets vom Bewusstsein begleitet wird, im Dienst an einer übergeordneten Sache zu handeln.

Prototypisch scheint mir das im mittelalterlichen Mönchswesen realisiert zu sein. Die Mönche hatten zweifellos eine starke, auch von Ritualen geprägte Gruppenidentität. Wenn sie sich aber nur als "coole Gang" verstanden hätten, dann wären sie wohl nicht über Jahrhunderte hinweg zu Trägern des kulturellen Erbes des Abendlandes geworden.

Der_Jürgen
27. Juni 2017 19:44

Der Vergleich mit der Antifa wäre natürlich sehr irreführend. Erstens hat diese, wie Sellner treffend hervorhebt, kein positives Programm; sie will und kann nur zerstören und nichts aufbauen. Ausserdem wird sie bekanntlich vom Staat finanziert und somit de facto der linke Flügel des Systems. Der rechte Flügel ist die CSU (die Parteiführung, nicht das Fussvolk).

Jede marginalisierte Gruppe kann nur zu leicht der Gefahr erliegen, dass sich ihre Mitglieder gegenseitig ständig von der exklusiven Richtigkeit ihrer Position überzeugen und nicht wahrhaben wollen, dass sie nur eine winzige Minderheit repräsentieren und vom Volk keine Unterstützung erwarten können. Ein extremer Fall waren die stalinistisch-maoistischen K-Gruppen in den siebziger Jahren. "Wir war'n die grösste der Parteien", rechnete ein KBW-Mann später in einem Buch ironisch mit diesem Bunkerdenken ab.

Die Identitären sind der Gefahr, eine Sektenmentalität zu entwickeln, bisher nicht erlegen, und wenn sie ihre gegenwärtige Linie beibehalten, werden sie es auch künftig nicht. Ihr L Hauptanliegen ist der Kampf gegen den Grossen Austausch, und den will, Gehirnwäsche hin oder her, eine klare Mehrheit der Deutschen nicht. Das Reservoir potentieller Sympathisanten ist also riesig.

Wenn sie von der Staatsmacht nicht unter irgendeinem Vorwand (z. B. einem "rechten" Terroranschlag, der ja von Provokateuren inszeniert werden kann) zerschlagen wird, sehe ich die Zukunft der identitären Bewegung optimistisch. Sellner und seinen Mitstreitern gebührt jedenfalls unser aller Dank.

Gotlandfahrer
27. Juni 2017 22:49

Der Wert der IB kann (leider) nicht in ihrem dynamischen Wachstum liegen, sondern in ihrer wahrnehmbaren Stachelfunktion und Kapselung von Würde. Würde sie wachsen (können), gäbe es ihren Anlaß nicht. Ein Vergleich mit Antifa oder sonstigen linksmotivierten Gruppen ist aus meiner Sicht nicht hilfreich, denn eine rechte Aktivistengruppe bedient sich Ideen und Haltungen, die massenhaft verloren gingen. Linke Gruppen hingegen verstärken nur einen ohnehin bereits laufenden kulturellen Zerfallsprozess.

calculus
28. Juni 2017 08:23

@Der_Jürgen

Die Identitären sind der Gefahr, eine Sektenmentalität zu entwickeln, bisher nicht erlegen

Nach meinem bescheidenen Eindruck ist Herr Sellner einer der ganz Großen. Er ist einer mit der äußerst seltenen Gabe, genau die Worte zu finden, die eine riesige Menge an Leuten ansprechen. Dazu erscheint er äußerst bescheiden und spartanisch in seinen Lebensumständen. Auch gewinne ich zunehmend den Eindruck, daß er und die IB ganz genau wissen, was sie tun, welche Verantwortung sie haben. Zur Illustration dessen schaue man sich nur das noch gestern von ihm veröffentlichte Video an (https://www.youtube.com/watch?v=uEsgvRHxDWo, das folgende Zitat ab 14:38):

Die einzige Gefahr, die für uns besteht, in diesem Kampf um Meinungsfreiheit, in diesem Land, ist, wenn wir selber uns hingeben der Zerstreuung, der Ablenkung und dem Konsum, dieser Dreifaltigkeit des Konsumismus und Liberalismus, *eiern, *ressen, *icken, den drei großen F der liberalistischen Freiheit, die das System bis zuletzt nicht einschränken und beschneiden wird, indem es den Leuten einen großen Raum des Rückzugs der Ablenkung und Zerstreuung geben wird. Wenn wir aber nicht in diesen Raum zurückziehen, wenn wir diese Zensur als eine Provokation hinnehmen und ausweichen ...

Wenn man sieht, was die IB in den vergangenen Wochen und Monaten auf die Beine gestellt hat, wieviel Geld sie innerhalb nur weniger Wochen für ihr Projekt Defend Europe, trotz aller Steine, die man ihnen in den Weg rollt, eingeworben haben, dann kann man nur erahnen, was da für eine geradezu militärische zu nennende Organisation dahinter stecken muß, aber auch, was für ein Potential sie haben. Und nun die Ankündigung, eben mal so nebenbei, womöglich eine unabhängige Inforamtionsinfrastruktur zu schaffen. Alles hochmotivierte und hochdisiplinierte junge Leute. Das macht Hoffnung.

Natürlich ist es richtig zu sagen, daß sich die Identitären (vordergründig)  gegen den großen Austausch wenden. Allerdings sehe ich sehr viele Hinweise dafür, daß sie sich insgesamt gegen den dekadenten Abstieg wenden.

calculus
28. Juni 2017 08:52

@Gotlandfahrer

[D]enn eine rechte Aktivistengruppe bedient sich Ideen und Haltungen, die massenhaft verloren gingen. Linke Gruppen hingegen verstärken nur einen ohnehin bereits laufenden kulturellen Zerfallsprozess.

Das glaube ich nicht. Im Gegenteil nutzt auch ein Herr Sellner den ohnehin bestehenden Zerfallsprozeß aus, ohne den er machtlos wäre, und er weiß das. Hätten nicht die Leute ohnehin massenweise die Sch... gestrichen voll, wäre selbst ein Herr Sellner machtlos. Er ist genau der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Platz, und er ist nicht alleine. Im übrigen verweise ich auf meinen Diskussionsbeitrag zu Zukunftsbilder: Sezession 78 ist erschienen (https://sezession.de/57285/zukunftsbilder:-sezession-78-ist-erschienen).

Gotlandfahrer
28. Juni 2017 10:15

@ calculus:

Dann habe ich mich unscharf ausgedrückt, denn selbstredend ist Sellner der richtige Mann und nicht alleine. Er ist für mich ein Held. Auch dass das Schnauzevollhaben Vieler die IB und ihn erst möglich und -in gewisser Weise - (wirk)mächtig macht, ist richtig. Erst recht das instinktive Fühlen der Masse und ihrer Verführungseliten, dass die IB die Inkonsistenz der Einlullerzählung offenlegt.

Dennoch dürfte es einen wesentlichen Unterschied zwischen rechten und linken Aktivistengruppen geben, dessen Benennung ich für hilfreich hielt, um nicht ggf. einer verständlichen Frustration angesichts der Limitiertheit des möglichen Gruppenwachstums zu unterliegen. Rechte Gruppen müssen gegen, linke Gruppen können mit der sozialen Entropie agieren. Die Masse der Unreflektierten wird die damit verbundenen kurzfristigen Verfallsrenten und das vermiedene Risiko individueller Einsätze für die Allmende solange höher bewerten, wie die damit verbundene Vereinheitlichung der Verschlechterung nicht ein Stimulierungsniveau instinkhafter Abwehr erreicht.

Mein obiger Kurzbeitrag sollte darauf hinauslaufen, sich mit der geschilderten Problematik einer paradoxen Balanceanforderung zwischen Geschlossenheit und Offenheit (Wachstum) nicht zu sehr aufzuhalten. Wer die Stunde verstanden hat, wird klug genug sein, jegliche Codierung nicht als Hindernis zu empfinden. Denn anders als bei linken Gruppen, deren Interesse in der Verdurchschnittlichung ihrer Kommunikation zwecks Massenmanipulation liegt (oder liegen sollte, wenn sie nicht in eitlen Posen verharren wollen), addressieren rechte Gruppen das Erhabene. Das, was den Durchschnittsmenschen aus seiner kurzsichtigen Gewöhnlichkeit hat mitemporsteigen lassen., ohne dass das ihm jemals klar werden könnte.

Für mich liegt der Wert der IB daher in der öffentlichen Sichtbarmachung, dass es das Erhabene gibt und dass dies von jungen Menschen mit Herzblut verteidigt wird. DAS - 'eingekapselt' als Lebensquelle für die Zeit nach dem unvermeidbaren Zusammenbruch - ist was sich derzeit erreichen lässt, und das wird erreicht, und das ist eine großartige Leistung, für die ich allen Aktivisten aus tiefstem Herzen danke.

Caroline Sommerfeld
28. Juni 2017 13:57

Das Bonding geschieht in der Tat von selbst - vom Stammtisch (mit etwa 100 Leuten) haben sich so nach und nach die Älteren (40+-Party) untereinander besser kennengelernt, sodaß wir eine Art "Erwachsenenstammtisch" ausgegründet haben. Freu mich schon auf heut' Abend.

Das Bridging geschieht doch auch permanent dadurch, daß unsereins herausgefordert ist, sich zu bekennen. Die Leut' von der Schule meiner Kinder z.B. haben es geschafft, daß im Generalversammlungsprotokoll nun drinsteht, ich sei "in rechtsextremen Gruppierungen wie den Identitären", halte das aber irrsinnigerweise nicht für "rechtsextrem", ich sage 'Neger" und sei gegen Homosexuelle und Ausländer, außer solchen aus den Nachbarländern.

Naja, so ungefähr, nice try ... klar mußte ich auf direkte Nachfrage, ob ich "etwa" bei "rechtsextremen Gruppierungen, z.B. den Identitären" wäre, dies bejahen. Nur eine Gruppierung, Ehrenwort. Wüßt' auch sonst keine auch nur annähernd so attraktive. Der Rest des Klischees lief wie von selber ab.

Nun lesen das 350 Eltern und Angestellte, und irgendeiner will unter Garantie mehr wissen (mein Gesetz: oute dich, und 1% wird zum Nachdenken gelangen und dies dankbar rückmelden, 5% denken nach und bleiben vorerst in ihrer black box).

Klaus D.
28. Juni 2017 18:18

@calculus

"Die einzige Gefahr, die für uns besteht, ... ist, wenn wir selber uns hingeben der Zerstreuung, der Ablenkung und dem Konsum ..."

Nun, ich hoffe doch sehr, daß diese Aussage nicht so absolut gemeint ist wie sie sich liest, denn sonst müßte ich mir doch große Sorgen um die seelische Gesundheit der Aktivisten der IB machen. 

Curt Sachs
28. Juni 2017 19:17

Frau Sommerfeld: "Das Bridging geschieht doch auch permanent dadurch, daß unsereins herausgefordert ist, sich zu bekennen."

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. – Ich werde den Teufel tun und irgendwo hinbridgen. Das konnte ich mir als Student noch erlauben, aber heute nicht mehr. Ich könnte gar nicht so schnell gucken, wie ich wieder auf der Straße stünde. Nee, nee, zwei komplette Brüche im Lebenslauf reichen mir.

Rorschach
28. Juni 2017 20:55

Vielen Dank dafür!

Ein Leben in der Subkultur kann nicht die Lösung sein. Auch sollten außerparlamentarische Bewegungen nicht für die Ewigkeit konzipiert sein.

Die Arbeit der Aktivisten in allen Ehren aber meines Erachtens ist die IB auf dem Wege, eine Subkultur zu werden.

Es gibt innerhalb der IB einen eigenen"Dresscode" sowie musikalische Vorlieben, verehrte Buchautoren und weitere Interessen. Das mag an der jungen Zielgruppe liegen, die ohne Erkennungsmerkmale, Gemeinschaft innerhalb der Gruppe und der Abgrenzung von "den anderen" scheinbar nicht auskommt aber hier würde ich mir mehr Freiraum wünschen um eben nicht als Sekte zu erscheinen, die vor der Realität flüchtet.

Und noch etwas anderes: Ich habe es vor Monaten schon mal in einem Beitrag erwähnt, die Zeiten werden härter und es müssen über Maßnahmen im Falle eines Verbotes nachgedacht werden. Der Verfassungsschutz hat die Arbeit längst aufgenommen und sammelt fleißig alle "Verstöße", bis genug beisammen ist um ein wasserdichtes Verbot durchzusetzen. Am Ende geben sie sich noch human gegenüber Regierungskritiker weil man ja so lange gewartet hat und zwei Augen zugedrückt hat. 

Wie oder wo geht es weiter? Gibt es eine alternative Ersatzbewegung, der man sich anschließen kann. Oder bleibt die AfD dann Zufluchtsort? 

 

 

calculus
29. Juni 2017 06:35

@Klaus D.

Nun, ich hoffe doch sehr, daß diese Aussage nicht so absolut gemeint ist wie sie sich liest, denn sonst müßte ich mir doch große Sorgen um die seelische Gesundheit der Aktivisten der IB machen.

@Rorschach

[M]eines Erachtens ist die IB auf dem Wege, eine Subkultur zu werden.

Wohl eher nicht. Wohl eher könnte die IB die Keimzelle einer neuen Elite sein, die wir so dringend brauchen. Es muß endlich Schluß sein mit dem westlichen, liberalen Egalitarismus. Nicht ohne Grund habe ich oben von einer geradezu militärisch zu nennenden Organisation gesprochen. So gesehen, müssen Sie, @Klaus D., sich keine Sorgen um die seelische Gesundheit der Aktivisten machen. Alles Einmannkasernen. Mit dem Einflechten diese Begriffs habe ich hoffentlich deutlich genug gemacht, wen ich als Spiritus rector der Bewegung ansehe (damit nicht nur immer Herr Sellner die Blumen bekommt).

calculus
29. Juni 2017 08:08

Wie zur Illustration meines Beitrags von eben hat Herr Sellner vor wenigen Stunden eine Aufnahme veröffentlicht, die einige Kader der IB am Rande der Demonstration vom 17. Juni in Berlin zeigt: https://www.instagram.com/p/BV5v3qhFZYx/. M.E. v.l.n.r. Mario Müller (Schleichwerbung: https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/41459/kontrakultur), Robert "Schinkel" Timm, Martin Sellner (Schleichwerbung: https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/41461/identitaer), Luca Kerbl und Hannes Krünägel. Unwillkürlich entsteht vor dem, jedenfalls vor meinem, geistigen Auge das Bild einer Gruppe von Offizieren, die, etwas abseits der Truppe stehend, die nächsten Schritte planen. Jedenfalls nach meinem Eindruck ist die IB alles andere als eine Veranstaltung nach westlich liberalem Muster (voll demokratisch eyh). Wer diesem fatalen Muster noch weiterhin anhängt, hat selbstredend Identifikationsschwierigkeiten.

calculus
02. Juli 2017 04:36

Herr Sellner, es ist von unschätzbarem Wert, daß Sie auch diese simple, für jedermann offenkundige Tatsache einmal aussprechen (Flüchtlinge sind krimineller - Kriminalstatistik 2016: https://www.youtube.com/watch?v=DQUIOa0xxug, Video von gestern, 1. Juni 2017, das folgende ab 2:36):

Wenn jemand verantwortlich ist, für den Untergang Deutschlands und Europas, dann sind es genau diese vertrockneten alten Fauen mit dem Mutterkomplex, diese vertrockneten alten Frauen, die ihr eigenes Land und ihr eigenes Volk und ihre eigene Kultur hassen, ja, und ihre nie eingelösten Muttergefühle ausschütten an fremde junge Männer aus islamischen Kulturkreisen ... Diese Leute und diese Spezies hat viel zu viel Macht und viel zu viel zu sagen in dieser Gesellschaft, sie sollte nichts mehr zu sagen haben, nicht mehr zu bestimmen haben, sie sollte so rasch wie möglich aus allen wichtigen Funktionen, aus allen wichtigen Ämtern, aus allen wichtigen öffentlichen Positionen entfernt werden, angefangen mit Claudia Roth, Frau Käsmann & Co.

Wie erfrischend dagegen ist doch der Geist der IB: "Als wir noch Deo statt Pfefferspray in unseren Taschen hatten." Paula Winterfeldt klagt an (https://www.youtube.com/watch?v=9WaiH6XA5VU).

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