Sonntagsheld (18) – O Captain, my Captain!

Manche Seebären jagen weiße Wale, unserer jagt schwarze Illegale.

 Gastbeitrag

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Wer hät­te das gedacht? Das Spie­gel-Maga­zin prä­sen­tiert uns einen Sonn­tags­hel­den; es gesche­hen noch Zei­chen und Wunder:

Auf der Kom­man­do­brü­cke sitzt Kapi­tän Abu­jel­la Abdul-Bari, 49, stäm­mig, mit vier gol­de­nen Strei­fen am Ärmel der Uni­form, ein Mann des Mee­res aus einer alten Fischer­fa­mi­lie, seit rund 30 Jah­ren bei der Marine.

Bevor ich mit der eigent­li­chen Sonn­tags­hel­den­pro­ze­dur fort­fah­re, sei der Voll­stän­dig­keit hal­ber auf den Arti­kel und die ent­spre­chen­de Doku­men­ta­ti­on ver­wie­sen, wobei ich beson­ders letz­te­re wärms­tens emp­feh­le: Vom mani­schen Gut­men­schen­ka­pi­tän über des­il­lu­sio­nier­te Glücks­rit­ter bis hin zu kor­rup­ten Poli­zis­ten ist alles dabei. Unter die­sen gan­zen auf die eine oder ande­re Wei­se unan­ge­neh­men und zwie­lich­ti­gen Per­so­nen sticht allein Abdul-Bari her­vor. Der Mann ist ein Sou­ve­rän, einer, für den der Aus­nah­me­zu­stand All­tag gewor­den ist.

Ich bin sicher nicht der ein­zi­ge, den der Kapi­tän der “Kifah” (“Kampf”) an Ras­pails Oberst Dra­gasès aus dem Heer­la­ger der Hei­li­gen erin­ner­te. Man merkt ihm an, daß er eini­ges hin­ter sich hat; wer das letz­te see­tüch­ti­ge Schiff der liby­schen Kriegs­ma­ri­ne steu­ert, ist kein Kind von Trau­rig­keit. Einer sei­ner Söh­ne wur­de von Schlep­pern gekid­nappt und in die Bei­ne geschossen:

Abu­jel­la Abdul-Bari sitzt an Bord und schaut aufs Was­ser. Er hat sechs Töch­ter und zwei Söh­ne, er weiß um die Gefahr. Aber er hat auch sei­ne Befeh­le. “Ich wer­de wei­ter­ma­chen”, sagt er.

Ent­spre­chend rau­hbei­nig ist sein Umgang mit den­je­ni­gen, die ihn an der Aus­füh­rung sei­ner Befeh­le hin­dern. Die euro­päi­schen NGOs bezeich­net er tref­fend als “Taxi­ser­vice für Flücht­lin­ge”, Migran­ten, die sich wei­gern, ihren Motor aus­zu­schal­ten, sehen sich einer durch­ge­la­de­nen Pis­to­le gegen­über – der Fin­ger am Abzug läßt kei­nen Zwei­fel dar­an, daß Abdul-Bari auch bereit ist, abzudrücken.

Wir haben die­sem Mann viel zu ver­dan­ken. Selbst wenn man auf Hoch­rech­nun­gen dazu ver­zich­tet, wie­vie­le poten­ti­el­le Ter­ro­ris­ten oder Ver­ge­wal­ti­ger dem Kapi­tän ins Netz gegan­gen sind: Im Kampf gegen den Gro­ßen Aus­tausch ist jeder klei­ne Sieg kost­bar. Um so unan­ge­neh­mer, daß der Spie­gel mit einer Fest­stel­lung rechthat:

Und des­halb ist Abu­jel­la Abdul-Bari Euro­pas Mann an Afri­kas Ufer. Er macht die schmut­zi­ge Arbeit für die Europäer.

Doch es besteht Hoff­nung: Inmit­ten der euro­päi­schen Hand­lungs­hy­gie­ne berei­ten sich Akti­vis­ten dar­auf vor, Hel­den wie Abu­jel­la Abdul-Bari bei­zu­ste­hen. Wer sich eben­falls die Hän­de schmut­zig machen möch­te, kann das hier tun.

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Kommentare (3)

Odol

2. Juli 2017 21:09

Bounty funded!

Abdul-Bari ist hoffentlich bald nicht mehr allein. Ahoi Captains!

Andrenio

3. Juli 2017 08:54

Eritrea das Nordkorea Afrikas? Es gibt Berichte von Schweizer Kommissionen, die diese Feststellung ad absurdum führen. Die Spiegelsendung ist wirklich sehenswert! Ja, das ist ein wahrer Sonntagsheld.

Nautilus

3. Juli 2017 12:33

Herr Wessels, genau so erging es mir auch. Ich musste als erstes an das Buch- Das Heerlager der Heiligen denken. Es lebe dieser Kapitän!

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