Die Ethnomasokarbonmethode

Eine schwedische Studie präsentiert den bisherigen Höhepunkt moralischer Heuchelei. Der Verzicht auf Kinder sei die bei weitem wirksamste Klimaschutzmaßnahme:

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Jedes unge­bo­re­ne wei­ße Kind bedeu­te eine CO2-Ein­spa­rung von 58,6 Ton­nen im Jahr.

Das For­scher-Team schreibt:

Eine ame­ri­ka­ni­sche Fami­lie, die sich ent­schei­det, weni­ger Kin­der zu haben, trägt im glei­chen Maße zur Ver­rin­ge­rung der CO2-Emis­sio­nen bei wie 684 Her­an­wach­sen­de, die ent­schei­den, den Rest ihres Lebens ihre Abfäl­le sys­te­ma­tisch zu recyclen.

Im bri­ti­schen Guar­di­an erschien in der­sel­ben Aus­ga­be das Stu­di­en­ergeb­nis neben einem Bei­trag, der behaup­tet, der Gebur­ten­schwund in Deutsch­land sei nur durch Mas­sen­im­mi­gra­ti­on aus­zu­glei­chen. Honi soit, qui mal y pen­se.

Wir soll­ten uns nicht ver­meh­ren, es ist eh gut, daß deut­sche Frau­en nur eine Fort­pflan­zungs­ra­te von 1,2% haben. Weißt du, unser CO2-Fuß­ab­druck ist zu groß, guck dir doch mal Afri­ka­ne­rin­nen an. Ist doch bes­ser so, wenn wir aussterben!

erklär­te mir vor ein paar Wochen ein freund­li­cher Par­ty­gast. Die Welt sei ein­fach eine bes­se­re Welt ohne Deut­sche. Ich frag­te lapi­dar zurück, von wel­chem Moral high ground aus er das beur­tei­len wol­le, und dann spra­chen wir dar­über, daß les­bi­sche Frau­en neu­er­dings die künst­lich befruch­te­te Eizel­le der einen in den Ute­rus der ande­ren ein­pflan­zen zu las­sen belieb­ten und auf die­se Wei­se ihnen vie­le leib­li­che Kin­der gebo­ren wür­den. Ihm fiel da nichts unan­ge­nehm auf.

Eth­no­ma­so­chis­mus ver­kno­tet sich hier auf das Wider­lichs­te mit Kli­ma­schuld zu einer unent­rinn­ba­ren Moral­sch­wuch­tel­ei. Jeder Ver­weis auf die Ver­tei­di­gung des Eige­nen ist sinn­los sub spe­cie einer sol­chen Extrem­form von Selbsttilgungswunsch.

Hyper­uni­ver­sa­lis­ti­sche Glo­ba­lar­gu­men­te machen wun­der­bar gefü­gig: Sie sind knall­hart altru­is­tisch, alle Gegen­ar­gu­men­te müs­sen dar­an gemes­sen ego­is­tisch blei­ben, da kommt kei­ner mehr gegen­an. Sie sind höchst „reflek­tiert“, denn abs­trak­ter und glo­ba­ler kann man kaum den­ken (über­biet­bar ist die­ses Den­ken nur durch die apo­ka­lyp­ti­sche Vor­stel­lung, wozu man noch die eige­ne Kul­tur ver­tei­di­ge, irgend­wann schlü­ge doch eh der Komet auf die Erde und aus wär’s mit all unse­rer Eitelkeit).

Genau die­ses maxi­ma­le Objek­ti­vie­ren erzeugt nun das­sel­be wie maxi­ma­les Sub­jek­ti­vie­ren: betrach­tet man die eige­nen Kin­der wie die Müll­sä­cke unter dem Gesichts­punkt des Welt­kli­mas, ver­liert man den Blick auf die mitt­le­re Ebe­ne. Betrach­tet man jedes „Flücht­lings­schick­sal“ als indi­vi­du­el­le Ein­zig­ar­tig­keit mit indi­vi­du­el­len Anspruchs­rech­ten, ver­liert man den Blick auf die mitt­le­re Ebe­ne. Bei­des zusam­men macht uns Euro­pä­er auf der mitt­le­ren Ebe­ne, der Hand­lungs­ebe­ne, gefügig.

Das Bes­te aber kommt zum Schluß: „exqui­si­te Sah­ne­tört­chen aus schlech­tem Gewis­sen“ (Jean Ras­pail), auf die unser Appe­tit uner­meß­lich ist. Die Mora­li­sie­rungs­spi­ra­le läßt sich auf ihre bis­her höchs­te Stu­fe schrau­ben mit der Ethnomasokarbonmethode.

Der ame­ri­ka­ni­sche Alt­Right-Blog­ger James Law­rence hat auf der Sei­te New Alter­na­ti­ve Right kürz­lich ein paar Über­le­gun­gen zur Mora­li­sie­rungs­spi­ra­le und dazu, wie wir ihr ent­kom­men kön­nen, fest­ge­hal­ten. Der fol­gen­de Text sind von mir über­setz­te Aus­zü­ge aus Law­ren­ces „On Moral­fag­ging“ (deutsch etwa: „Über Moralschwuchtelei“).

Ich hab Ihnen noch einen Ame­ri­ka­ner mit­ge­bracht, weil die deut­sche moral­phi­lo­so­phi­sche Dis­kus­si­on in der Uni­ver­sa­lis­mus/­Par­ti­ku­la­ris­mus-Debat­te seit 20 Jah­ren fest­steckt, und auch für die­se sich alten ame­ri­ka­ni­schen Rüst­zeugs ver­si­chert (“Kom­mu­ni­ta­ris­mus”), und ansons­ten, sehr deutsch und sehr kan­tia­nisch, eine Begrün­dungs­de­bat­te ist.

Moral sind die “Kon­di­tio­nen des Ach­tungs­mark­tes” (Niklas Luh­mann), und auf dem Ach­tungs- und Ver­ach­tungs­markt geht es so hoch her wie lan­ge nicht. Moral ist die klin­gen­de Mün­ze des sta­tus­gei­len Men­schen. Und wo gibt es mehr zu ler­nen über die “Tugend im Ver­kehr, die immer Schei­de­mün­ze ist” (Kant, Anthro­po­lo­gie), als in Amerika?

Mei­nes Erach­tens kommt der hohe Sta­tus lin­ker Idea­le im gesam­ten Wes­ten daher, daß sie von einer glo­ba­len Mana­ger­eli­te über­nom­men wor­den sind. Die­se sichert ihren Macht­er­halt, indem sie tra­di­tio­nel­le Insti­tu­tio­nen zer­stört und wei­ße Inter­es­sen ritu­ell opfert. Ande­re spre­chen eher von einer lin­ken Dis­kurs­he­ge­mo­nie, in der Uni­ver­si­tä­ten und Medi­en die Rol­le der Para­dig­men­stif­ter und seman­ti­schen Mul­ti­pli­ka­to­ren spie­len. Kei­ner kann indes abstrei­ten, daß Links­sein – zumin­dest bei all den­je­ni­gen, denen es gut genug geht, um irgend­wel­chen Moden zu fol­gen, statt ums Über­le­ben zu kämp­fen – in einem unab­läs­si­gen Sta­tus­spiel besteht: Wer ist der Moralischste?

Bis heu­te hat die Rech­te noch nicht her­aus­ge­fun­den, wie man die­ser fata­len Morals­pi­ra­le auf kon­sis­ten­te und kla­re Wei­se ent­ge­gen­tre­ten kann. Es gibt schon ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, pfif­fi­ge­re und dämlichere:

Die schlech­tes­te ist die nahe­lie­gends­te, und zwar die aus der Mot­ten­kis­te der Cucks: Stim­me dem Tugend­prahl­hans im gro­ßen und gan­zen zu und ver­su­che bloß, sei­nem Pathos durch fak­ten­ba­sier­te und logi­sche Kor­rek­tu­ren die Spit­ze zu neh­men. Frei nach Scho­pen­hau­er: Wer jemals ver­sucht hat, eifern­de Moralt­rom­pe­ter durch kal­te Nüch­tern­heit zu beleh­ren, kann froh sein, wenn er sei­ne Haut ret­tet. Am Schlimms­ten wird es, wenn der Cuck mit sei­nen Fak­ten und Sta­tis­ti­ken in der Hand dann anfängt, auf Kos­ten von Leu­ten in sei­nem eige­nen Lager zu moral­sch­wuch­teln. Damit befeu­ert und legi­ti­miert er bloß die Mora­li­sie­rungs­spi­ra­le, ohne jemals einen Stich zu kriegen.

Genau­so ver­nich­tend fällt lei­der das Urteil über rech­te „Über­men­schen­mo­ral“ aus. Moral wird hier grund­sätz­lich in Bausch und Bogen ver­dammt als „Res­sen­ti­ment“ der Unter­lin­ge und am liebs­ten durch gewalt­tä­ti­ge Bar­ba­rei ersetzt. Klar ist es ver­füh­re­risch, Moral als Deka­denz­er­schei­nung aller Ohn­mäch­ti­gen die­ser Welt zu beschrei­ben. Doch schei­tert auch die­ser Ver­such, der Morals­pi­ra­le zu ent­rin­nen, und zwar dar­an, daß er Moral über­haupt mit der spe­zi­fi­schen mora­li­schen Pra­xis der sta­tus­gei­len Tugend­bot­schaf­te­rei ver­wech­selt. Auch amo­ra­li­sche „Über­men­schen“ kom­men nicht her­aus aus dem Sta­tus­spiel. Viel­mehr lan­den sie durch beton­te Amo­ra­li­tät in den Augen der Moral­apos­tel extra­weit hin­ten und hal­ten dadurch nie­man­den davon ab, wei­ter vor­ne lan­den zu wollen.

Effek­ti­ver sind womög­lich sol­che Aus­bruchs­ver­su­che, die den Moral­vor­stel­lun­gen der lin­ken Güte­sie­gel­be­wah­rer kon­trä­re Moral­vor­stel­lun­gen ent­ge­gen­hal­ten. Im Ange­bot wären eine per­sön­li­che Moral (rich­tet sich gegen lin­ke Kampf­rhe­to­rik zuguns­ten unter­drück­ter ver­ein­nahm­ter Drit­ter) und eine par­ti­ku­la­ris­ti­sche Stam­mes­mo­ral (rich­tet sich gegen den gleich­ma­che­ri­schen Uni­ver­sa­lis­mus der Linken).

Eine per­sön­li­che Inner­lich­keits­mo­ral zu ver­tre­ten, nimmt die ursprüng­lich christ­li­che Vor­stel­lung wie­der ernst, der­zu­fol­ge die Sün­de im Lei­be durch Ver­nunft besiegt wird. Sie stün­de gegen die Häre­sie einer fort­schritt­li­chen Ver­äu­ßer­li­chung der Sün­de in der „Gesell­schaft“, die jus­ta­ment durch Frei­set­zung der nie­de­ren Trie­be bekämpft wer­den muß. Da aber nun mal lei­der die „fort­schritt­li­che“ Ideo­lo­gie vor­herrscht, ist die Tugend der Inner­lich­keit all­zu­schnell dazu ver­ur­teilt, in Moral­sch­wuch­tel­ei zurück­zu­fal­len: „Mensch­lich hab ich ja nichts gegen les­bi­sche schwar­ze Behin­der­te!“ Wahr­schein­lich sind genau aus die­sem Grun­de vie­le Chris­ten so fürch­ter­li­che Cucks.

Die Idee einer „Stam­mes­mo­ral“ haben eigent­lich alle Rech­ten auf Lager, inso­fern ihnen klar ist, daß Grup­pen­loya­li­tät ein Gegen­gift gegen lin­ken Uni­ver­sa­lis­mus und Selbst­haß ist. Nur die­se tri­ba­lis­ti­sche Ethik hat es bis­her geschafft, den Lack der Hei­lig­keit des Uni­ver­sa­lis­mus anzu­krat­zen: sen­ti­men­ta­le Gut­men­schen schwö­ren auf „uni­ver­sel­le Men­schen­rech­te“ und machen dadurch ihr eige­nes Volk fer­tig. Doch auch der Tri­ba­lis­mus macht den Feh­ler, tat­säch­li­che Moral mit dem Sta­tus­spiel zu ver­wech­seln. In ihrem Blick ist dann gar kei­ne Ethik mehr mög­lich, die über die begrenz­te Reich­wei­te klei­ner Stam­mes­ge­mein­schaf­ten hin­aus­reicht. Auch der Tri­ba­lis­mus kata­pul­tiert sei­ne Ver­tre­ter ans unte­re Ende des Moralrankings.

Alles in allem wäre der bes­te Zugang wohl der, sich auf die Kri­tik der Tugend­prah­le­rei zu kon­zen­trie­ren. Unnach­gie­bi­ger Spott über Soli­da­ri­täts­heuch­ler auf Twit­ter ist pri­ma, aber lan­ge nicht genug. Wir brau­chen eine anthro­po­lo­gi­sche Grund­le­gung des sta­tus­gei­len Men­schen. Und auch die­se muß immer wie­der aktua­li­siert wer­den: Jeder erkennt Hoch­mut (Aris­to­kra­tie), Gier (Bür­ger­tum) und Grob­heit (Pro­le­ta­ri­at). Nur die­se Mischung aus geheu­chel­ter Nächs­ten­lie­be und Arro­ganz der heu­ti­gen Herrscher­kas­te wird nicht erkannt, son­dern mit hoch­ste­hen­der Moral verwechselt.

Soweit James Law­rence. Er schließt sei­nen Trak­tat über „Moral­sch­wuch­tel­ei“ mit der Per­spek­ti­ve, daß es uns oblie­ge, die Rol­le des Gue­ril­le­ros im Krieg der Moral­si­gna­le ein­zu­neh­men, über­all zuzu­schla­gen und zu unter­gra­ben, ohne sel­ber eine fest­ge­leg­te Posi­ti­on zu ver­tre­ten. Das Spiel zu gewin­nen, bestehe dar­in, es für alle ande­ren gründ­lich zu zerschießen.

Ich glau­be nicht, daß eine Gue­ril­la-Moral auf Dau­er aus­rei­chen wird. Wir wer­den zuse­hen müs­sen, daß wir eine Moral for­mu­lie­ren, mit der wir nicht in den Wider­spruch hin­ein­rut­schen, nur auf einer höhe­ren Ebe­ne zurückzuschwuchteln.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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Kommentare (23)

Leo

21. Juli 2017 14:47

...erklärte mir vor ein paar Wochen ein freundlicher Partygast.

Um Himmels Willen, Frau Sommerfeld, was für Gäste haben Sie?!?

(Da fällt mir doch gleich der vielleicht passende literarische Text [von vor mittlerweile 25 Jahren ein] --- Reinhard Lettau: Flucht vor Gästen)

Meine Schüler nehmen das Konzept vom C02-Fußabdruck einfach zur Kenntnis (auch im Englischunterricht entkommt man dem footprint nicht in Gänze) - aber ich habe noch nie jemanden darüber party-smalltalken gehört.

Nun ja. Normale Oberschüler eben, kein Gumminasium... Die Quote für künftige Ethnomasochisten, die in weiteren drei Jahre einen Anspruch hätten, Geschwätzwissenschaftler zu werden, ist dadurch deutlich geringer. 

Hat eben alles auch sein Gutes, Versöhnendes.

Und damit erstmal: Frohe Ferien!

 

Kommentar Caroline Sommerfeld: Es war nicht meine Party. Danke für den Lettau!

 

herbstlicht

21. Juli 2017 15:33

Die Verüffentlichung steht im Web: The climate mitigation gap: education and government recommendations miss the most effective individual actions (PDF)

"Klimabewußte" sollten sich also freuen über jeden im Mittelmeer Ertrunkenen ...

Harm Wulf

21. Juli 2017 16:08

Womöglich liegt es daran, dass ich kein besonders geduldiger Mensch bin. Aber so langsam wird mein Verlangen stärker und stärker, diese Ethnomasochisten bei ihrer gewünschten "Selbsttilgung" aktiv zu unterstützen.

Peter Marselis

21. Juli 2017 16:46

Man muss die "Gutmenschen" gnadenlos die Widersprüche in ihrer eigenen Logik aufdecken. Das geht auch ganz ohne Statistik. In dem von Ihnen genannten Beispiel:

Wenn der Karbon-Footprint der entscheidende Faktor sein soll, wer sich vermehren darf, so muss zunächst konstatiert werden, dass dies nicht von der Hautfarbe abhängt sondern vom Wohnort und damit von klimatischen Verhältnissen sowie vom Lebensstandard.

Und damit ist völlig klar, dass die Bevölkerung in den nördlichen Industrieländern völlig unabhanghängig von der ethnischen Zusammensetzung insgesamt zurückgehen müsste. Damit auch keine weitere Aufnahme von Flüchtlingen mehr, keine Familienzusammenführungen, usw.

Wenn jemand dann mit dem Asylrecht, dem Schutz der Familie, etc. ankommt, muss es eben heißen, dass diese Individualrechte vor der Rettung der Menschheit vor der Klimakatastrophe zurückstehen müssten. Das müsste der Kinderwunsch der Europäerin ja schließlich auch.

So habe ich bisher noch jeden Menschen aus dieser Kategorie zum Grübeln gebracht. Wie gesagt, es geht darum, nur deren Ansichten aufzunehmen und ihre Widersprüchlichkeiten aufzuzeigen...

Stein

21. Juli 2017 16:47

Derlei ethnomasochistischen Unsinn lese ich öfter mal in irgendwelchen Massenpublikationen. Im privaten Umfeld ist mir so etwas allerdings noch nie begegnet.

Reinhard L.

21. Juli 2017 17:03

Leider gibt es im deutschen Sprachraum nichts annähernd Vergleichbares  mit Counter  Currents Publishing, Alt right.com, The Occidental Observer, um nur die erfolgreichsten Blogs anzusprechen. Hier werden Themen angesprochen, deren Wichtigkeit und Tragweite den europäischen Seiten schlichtweg zu heikel oder gar zu gefährlich erscheinen. Eine freie Diskussion darüber ist offenbar nur in den USA möglich.

 

Utz

21. Juli 2017 17:57

"Klimabewußte" sollten sich also freuen über jeden im Mittelmeer Ertrunkenen ... Super! Jeder der nach Europa kommt, bekommt automatisch einen größeren ökologischen Fußabdruck. Um mehr Leben möglich zu machen, sollten alle in Afrika bleiben! Richard David Precht hat mal gesagt: das Gutseinwollen ist so ein starkes Motiv, daß es kaum außer Kraft gesetzt werden kann. Das einzige, was dieses Motiv eindämme, sei der Verdacht, man wäre in seinem Gutsein dumm.

Ich versuche mal eine Argumentation in unserem Fall auf dieser Basis.

- Wie können die Linken versuchen, nur weil sie gut sein wollen, alle Welt hier aufzunehmen, ohne darüber nachzudenken, wie es den Ländern geht, denen wir die Menschen wegnehmen? Uninformiertheit! Dummheit!

- Wie kann man sich als Helfer ausnutzen lassen und alles tun für die afrikanische Creme de la creme, die, die reich genug sind, die Schlepper zu bezahlen, während das ganze restliche, dortgebliebene Dorf darbt? Zu kurz gedacht!

- Wißt ihr überhaupt worum es in Syrien geht? Krieg und Flucht haben die syrische Wehrmacht auf fast ein Drittel der ursprünglichen Stärke dezimiert. Das Ziel ist Assad zu beseitigen, und das nur weil es um Ressourcen geht. Flüchtlinge aufnehmen letztlich um den westlichen, ressourcenverschwendenden Lebensstil aufrechtzuerhalten. Wie dumm ist es als grün denkender Mensch da mitzumachen?

Gustav Grambauer

21. Juli 2017 18:00

Worin liegt eigentlich die Eschatologie der Klimareligion? Sie liegt im Endziel der Besteuerung der ausgeatmeten Luft, es handelt sich fiskaltechnisch gesehen um die Weiterentwicklung der Kopfsteuer durch ihre Differenzierung nach bestimmten Parameter-Schlüsseln, denen die oben abzulesende rassische Stoßrichtung zugrundeliegen wird. Wer seine poll tax nicht zahlen will oder kann, wird drakonisch bestraft bzw. letztlich zum Wohle von Mutter Gaia euthanasiert. Man bemerke die Dreifachbedeutung des Wortes "poll" als

a) "Wahl", Ab-Stimmung (sic!), wobei im Deutschen, wer das immer noch tut, bei einer Wahl "seine Stimme abgibt" und in einer "Urne" versenkt,

b) "Verschmutzer" ("polluter"), in der kybernetisch geprägten Dogmatik des deutschen Emmissionsrechts übrigens "Störer" und

c) "Köpfen" / "Hinrichten".

- G. G.

Der_Jürgen

21. Juli 2017 23:18

Caroline Sommerfeld vermittelt uns wieder einmal einen Blick in die grausen Abgründe des linksgrünen Wahnsinns.

Auf allen fünf Kontinenten pfeifen es die Spatzen längst von den Dächern, dass der "menschengemachte Klimawandel" ein ausgemachter Schwindel ist. Wärmere und kältere Periode wechseln sich in der Erdgeschichte zyklisch ab. Im 17. Jahrhundert waren die Winter oft so kalt, dass man die Ostsee auf dem Pferderücken überqueren konnte. Dass es dann wieder wärmer wurde, hatte rein nichts mit vom Menschen verursachten Emissionen zu tun.

Das Ziel dieses monströsen Betrugs besteht selbstverständlich darin, in der Öffentlichkeit Unterstützung für eine  Weltregierung, eine totalitäre globale Tyrannei, zu gewinnen, mit dem Argument: Nur eine straffe globale Führung kann die Menschheit noch retten.  Ausserdem soll hiermit die Deindustralisierung der europäischen und sonstigen weissen Staaten beschleunigt werden.

Obwohl sich jeder, der mit einem Computer umzugehen weiss, in kürzerster Zeit über die Fakten informieren kann, können die Urheber dieses gigantischen Schwindels auf Heerscharen zombisierter Idioten zählen, die, wie G. G. richtig festhält, einer "eschatologischen Klimareligion" anhängen.

Allerdings gibt es unter den Linken und Grünen vermutlich auch recht viele, denen die Klima-Hysterie im Grunde am Allerwertesten vorbeigeht und die sie lediglich als willkommenen Vorwand zu verstärkter psychologischer Kriegsführung gegen die weissen Europäer benutzen: "Ein Afrikaner verursacht weniger CO2-Emissionen als ein Europäer, folglich ist das Aussterben der Europäer eine gute Sache."

Für die Afrikaner, deren Wohlergehen diesen Menschheitsbeglückern angeblich am Herzen liegt - in Wirklichkeit ist das Wohl und Wehe der "Mitmenschen schwarzer Hautfarbe" den Linken und Grünen völlig schnurz; diese dienen ihnen lediglich als Rammbock zur Zerstörung der verhassten weissen Rasse und ihrer Kultur -, wäre das Aussterben der Weissen das Schlimmste, was ihnen zustossen könnte.

Wenn es, ohne menschliche Mitwirkung, in unserem Jahrhundert tatsächlich zu einer massiven Erderwärmung kommt, werden die Weissen nämlich die einzigen  Nichtafrikaner sein, die noch irgendwelche Gedanken daran verschwenden werden, wie man Afrika vor der totalen Katastrophe bewahren und verhindern kann, dass 95% seiner Bevölkerung an Hunger und Durst sterben. Alleine können sich die Neger nicht helfen - daran hindern sie in erster Linie biologische Faktoren, die durch keine noch so oft wiederholten "antirassistischen" Phrasen aus der Welt zu schaffen sind. Und den gelben Nordostasiaten, die den Europäern intelligenzmässig ebenbürtig sind, geht, da ihr Denken nicht durch die christliche Tradition geprägt ist, der Altruismus ab, um in extremen Krisensituationen noch an andere Völker zu denken. Einen Albert Schweizer konnte nur das christliche Europa hervorbringen, nicht China oder Japan.

Franz Bettinger

21. Juli 2017 23:20

Die universalen "Welten-Retter" aus dem Sattel schießen? Das ist einfach: Das Hemd muss einem näher sein als die Jacke, basta. Wer könnte dem ernsthaft widersprechen? Das Bevorzugen des Eigenen (Familie, Nachbar, Stamm, Volk, Rasse) dient der Art-Erhaltung. Der Schutz des Eigenen und die Liebe zu dem, was einem nahe ist, ist ein Naturrecht. Die linken Gleichmacher diskreditieren dieses evolutionär verankerte Prinzip mit Begriffen wie Rassismus oder Chauvinismus, Nationalismus oder einfach Egoismus. Die Vorbehalte Fremden und Fremdem gegenüber sind aber so alt wie die Menschheit selbst, und sie werden auch die Linken überleben.

Heinrich Löwe

21. Juli 2017 23:33

Ich trete dem Moralisieren oft entgegen mit dem Satz:

Erst kommt die Existenz (bzw. Selbsterhaltung) und danach die Moral. Wer das verneint - OK, das ist der Weg des Märtyrers. Oder zuerst ans eigene Seelenheil gedacht - Egoismus. Nicht meins. Wir müssen setzen, Freunde. Das wurde, glaub ich auch in "tristesse droite" mal besprochen. Die Moraldebatte können wir nicht gewinnen. Das heißt ja nicht, daß wir nicht auch aus dem Christentum schöpfen, aber dieses hat eben auch einen tief verwurzelten universalistischen Zug. Ich fordere sodann auf, sich die "Stunde der Wahrheit" vors innere Auge zu stellen: Krieg, unmittelbare Bedrohung der Nächsten, ein existenzbedrohendes Gerichtsverfahren. Wie würdest Du handeln?

Nautilus

21. Juli 2017 23:58

der freundliche Partygast erklärt........

da wäre ich wahrscheinlich geplatzt wenn ich auf dieser besagten Party gewesen wäre. Meine Güte kann ich da nur sagen, hat der Öl gesoffen? Wie soll man den da ruhig bleiben?  Frau Sommerfeld, ich bewundere Sie immer wieder aufs neue das Sie da noch ruhig bleiben können.

Herr K.

22. Juli 2017 00:29

Liebe Caroline,

du gehst das völlig falsch an! Zuerst einmal machst du dir deren Denkrahmen zu eigen und debattiert auf deren falscher Grundannahmen. Die Frage ist quasi nicht ob er rot oder blau ist, sondern er ist rund und basta! 

Gehe es doch besser so an: biete deinem klimabewussten "Etwas" an, seinen Ausführungen real Folge zu leisten und das eigene Leben umweltbewusster  zu gestalten, am besten jetzt sofort vom Partybalkon aus. Aber dazu wird die eigene Charakterstärke wohl nicht reichen, nicht einmal dazu, um beim nächsten Sockenkauf nicht mit Ryanair nach London zu düsen.

Bei solchen Exkrementalverbalien hilft lautes zu-Ende-denken...

M. M.

22. Juli 2017 08:30

Migranten gleichen ihren ökologischen Fußabdruck den Einheimischen an, wenn sie in westliche Länder einwandern. Sollte ein Argument gegen Immigration sein...

Solution

22. Juli 2017 11:27

@ Reinhard L.

Was die rechten Netzseiten in den USA angeht, stimme ich Ihnen zu. Das ist ein ganz zentraler Punkt: Wenn man dort im Netz unterwegs ist, wird einem immer klarer, wie eingeschränkt unsere Meinungsfreiheit hier in der BRD ist. 

Wir diskutieren und vergessen dabei immer, daß einige der wichtigsten Fragen nicht diskutiert werden dürfen (von der Biologie bis zur Geschichte).

Daher ist es unerläßlich, immer und immer wieder öffentlich festzustellen, in was für einem Land wir leben, das uns elementare Freiheiten verweigert. 

Man gestattet uns eine kleine Spielwiese, mehr nicht. Auf die Regeln haben wir keinen Einfluß.

Das gilt auch für Diskussionen mit politischen Gegnern. Diese sind im Vorteil, weil wir das, was wir wissen, in zentralen Punkten nicht öffentlich äußern dürfen. Eigentlich bleiben dann nur noch die unverfänglicheren Themen. Doch auch hier kommt man immer wieder in Bereiche, die ebenfalls vermint sind.

 

 

 

ein Waldgänger

22. Juli 2017 12:34

Ich würde in die Debatte die Thesen des Agrarökologen Michael Beleites einspeisen: "Die agrarische Zivilisation hat ihren Gleichgewichtszustand noch nicht erreicht." Der Wachstumskurs wurde verstärkt mit dem Ausbruch aus dem solarenergetischen System seit rund 250 Jahren -beginnend in Europa-, wie wir von Rolf-Peter Sieferle wissen (Kohle statt Brennholz, Benzin statt Hafer und Heu...). Mit diesen beiden Faktoren, also Ackerbau und Kohle, haben die Völker des Westens ihre demografischen Umfang erreicht, so wie wir das im 20. Jahrhundert kennengelernt haben. Mit der Größe des "pools" (also die in einem Kulturraum zusammengefasste Bevölkerung, wozu man früher mal "Volk" bzw. Völker sagte.....) hatte es auch etwas zu tun, dass die intellektuellen, kulturellen und auch wirtschaftlichen Leistungen erbracht werden konnten, die die europäische Zivilisation ausmachten, ihren amerikanischen Ableger inbegriffen.

Die strukturell nicht nachhaltigen Wachstumsprozesse sollte man sich aber vor Augen halten, wenn man über Bevölkerungs- und Kulturfragen spricht. Man könnte also sagen, dass hier nicht-erneuerbares Naturkapital gegen humanes und kulturelles Kapital getauscht wurde. Der Ressourcenfrage sollte sich die politische Rechte nicht verweigern. Die Thesen dazu sind ja da. Eine gewisse demografische Schrumpfung - selbstverständlich in überschaubarem Ausmaß- sollte hier nicht zu Schnappatmung führen. Der harte Kern innerhalb der Kinder-Müllsäcke-Rechnung ist also durchaus nicht absurd. Die Absurdität kommt an dem Punkt, wo es mit dem Moralisieren losgeht, wie im Artikel hinlänglich dargelegt. Konservatismus heißt Weitergabe eines kulturellen Kapitals, des "Eigenen". Das muss aber nicht bedeuten, dass eine nächste Generation unbedingt größer sein muss als eine vorangegangene. Auch der vielbeschworene "Gleichstand" muss keine undurchbrechbare Denkschablone sein, das "Eigene" kann auch in einer (.....moderat......) schrumpfenden Kopfzahl fortleben. Japan macht es ja wohl so.......

Wenn die Anhänger des "Kohlenstoff-Sozialismus" es mit ihren "58,6 Tonnen" ernst meinen, dann müßten sie doch eigentlich über Trumps Mauer jubeln. Denn woraus sie für jedes geborene weiße Kind eine Anklage schmieden, dieser Verbrauch bzw. die "Emmission" gilt doch -zumindest vom Anspruch her- früher oder später für jeden Einwanderer auch. Daß genau dieser Jubel ausbleibt, dies offenbart die Verlogenheit der Debatte, und für unsere europäische Moral- und Flüchtlingskrise ist ja alles noch viel ärger.

Tja, wie geht man nun mit dieser "Moralschwuchtelei" um. Das ist die Frage.......

Lösungen für die afrikanische Katastrophe müssen wir an dieser Stelle nicht diskutieren. Dass eine Selbstaufgabe Europas in den Häfen Italiens diese nicht darstellen kann, zu dieser Erkenntnis sollte man bei Kenntnis der Grundrechenarten in der Lage sein......

 

Rabenkrähe

22. Juli 2017 13:02

Von der Logik her müssten die Klima-Jünger harte Einwanderungsgegner sein.

Das sind sie aber idR nicht, weswegen sie v.a. eines sind: Heuchler (im bewussten Falle) bzw unreflektierte Narren (im unbewussten Falle).

 

 

 

deutscheridentitärer

22. Juli 2017 18:27

"Erst kommt die Existenz (bzw. Selbsterhaltung) und danach die Moral. "

Fast, aber ich würde es anders formulieren: Selbsterhaltung ist die Grundlage der Moral (und damit selbst als moralisch geadelt).

Also, da müssen wir jedenfalls hin, dahin, dass das selbstverständliche, grundlegende Paradigma wird.

Einfach Selbsterhalt gegen Moral zu setzen scheint mir dagegen kein guter Weg zu sein, der Mensch ist sehr empfänglich für moralische Appelle und am Ende bleiben einem dann sogar nur noch die charakterschwachen und Amoralisten.

"Die universalen "Welten-Retter" aus dem Sattel schießen? Das ist einfach: Das Hemd muss einem näher sein als die Jacke, basta. Wer könnte dem ernsthaft widersprechen? Das Bevorzugen des Eigenen (Familie, Nachbar, Stamm, Volk, Rasse) dient der Art-Erhaltung. Der Schutz des Eigenen und die Liebe zu dem, was einem nahe ist, ist ein Naturrecht. Die linken Gleichmacher diskreditieren dieses evolutionär verankerte Prinzip mit Begriffen wie Rassismus oder Chauvinismus, Nationalismus oder einfach Egoismus. Die Vorbehalte Fremden und Fremdem gegenüber sind aber so alt wie die Menschheit selbst, und sie werden auch die Linken überleben."

Das geht ja in eine ähnliche Richtung; auch wenn ich diesen Standpunkt natürlich teile, ist er als Argument wohl ungeeignet, da sich der Gegner dem gegenüber auf einen naturalistischen Fehlschluß berufen wird.

Allerdings: Bei vielen Zusammenhänge, bei denen der durschnittliche Landsmann verlernt hat in den Gemeinschaftskategorien von Volk und Nation zu denken, kann er es noch auf der kleineren Ebene der Familie.

So würde wohl keiner widersprechen, dass mit der Bevorzugung eines Kindes, aus dem einzigen Grund, dass es das eigene ist, keine generelle Abwertung anderer Kinder immanent ist - und das obwohl das durchschnittliche Elternpaar vermutlich mehrere fremde Leben opfern würden um das des eigenen Kindes zu retten.

Wenn wir darüber nachdenken, wie die Unterscheidung Binnenmoral-Außenmoral entstanden ist, komme ich jedenfalls ich zu dem Ergebnis, dass der Grund in den begrenzten Ressourcen und Möglichkeiten des Menschen liegt.

Es ist nicht möglich allen die gleiche bedingungslose Unterstützung zu gewähren. Deshalb ist der Kreis hierfür sehr begrenzt, nämlich auf die Kernfamilie. Ausgehend hiervon nimmt die Solidarität stetig weiter ab, bis sie sich irgendwann im allgemein-menschlichen verliert. Dem lediglich anderen menschen gegenüber hat man keine besondere Hilfsverpflichtung. Man hilft normalerweise, solange es mit keinen Nachteilen für einen selber verbunden ist. Dieser Solidaritätsanspruch ist aber ein sehr schwacher.

Der Gutmensch will nun den Solidaritätsanspruch der Kernfamilie auf die Menschheit erweitern. Das macht irgendwie auch Sinn, da wir den Bezug zu den Grenzen des Möglichen verloren haben: der westliche Mensch hat alles und kann alles. Er kann insbesondere unendlich konsumieren. Seine Konsummöglichkeit wird nicht dadurch verringert, dass mehr Menschen in sein gesellschaftliches System einströmen, denn sie ist grenzenlos, jeder kann und soll also auch daran teilhaben können. So die Auffassung des Gutmenschen und so ja auch die Realität: der Gutmensch konsumiert heute noch genauso gut wie vor der Flüchtlingskrise.

Letztlich ist diese Art der Moral natürlich billig, da sie mit keinen Einbußen einhergeht und auch keine erwartet. Der Flüchtling in der WG kommt außerhalb von Feuilletonartikeln nicht vor und wird auch nicht als Einbuße sondern als Statussymbol gesehen.

Der Gutmensch will also eigentlich doch nicht den Solidaritätsbereich der Kernfamilie auf die Menschheit ausweiten, sondern letztlich die unverbindliche Solidaritätserwartung gegenüber dem bloß anderen als generelles Maß installieren.

Franz Bettinger

23. Juli 2017 02:18

@ deutscheridentitärer

Keiner hat Anspruch auf Solidarität, sowenig wie jemand Liebe einklagen kann. Beides wird freiwillig gegeben oder eben nicht. Dies stimmt sogar für die Kern-Familie. Erst recht stimmt es, je weiter (Familie, Freund, Nachbar, Volk, Rasse) der Zu-Unterstützende weg von einem ist. Ich kann gar nicht sehen, wo das intellektuelle Problem ist. Ich helfe doch niemandem, der mir die Tür eintritt.

 

"Ausgehend hiervon nimmt die Solidarität stetig weiter ab, bis sie sich irgendwann verliert." So ist es. Der Österreicher ist einem Deutschen eben näher als der Grieche.

"Der Gutmensch will den 'Solidaritätsanspruch' der Kernfamilie auf die Menschheit erweitern." Ja, das will er, und deshalb tickt er nicht richtig.

Der Feinsinnige

23. Juli 2017 13:42

 

„Moralschwuchteln“ - welch ein starker Begriff, durchaus effektvoller, noch treffender im eigentlichen Wortsinn, als die Originalformulierung von James Lawrence. Man sieht die gemeinten „Figuren“ (Jorg Meuthen auf dem Parteitag in Köln) beim Hören bzw. Lesen dieses Begriffs förmlich vor sich. Die Prägung von eigenen und eingängigen Begriffen ist ganz wesentlich für den weiteren Ausbau und Erfolg einer Gegenkultur. Dieser Block spielt dabei eine maßgebliche Rolle (ich erinnere nur an den von Götz Kubitschek kürzlich plazierten Begriff der „Schleusenzeit“).

 

Auch eine weitere Stärke der Sezession kommt in diesem Artikel exemplarisch zum Ausdruck: Das Aufdecken von inneren Widersprüchen und Inkonsequenzen (ja, häufig von Böswilligkeiten) in dem Ideologiegebäude der Etablierten. Ich stelle immer wieder fest, daß ich – obwohl Sezessions-Leser vom ersten Heft an – überrascht bin, wenn ich auf solche frappierenden Widersprüche in der Logik des derzeit herrschenden Zeitgeists hingewiesen werde. Auf den ersten Blick haben die Klimaideologie und die Ideologie des „weltoffenen“ Deutschland und Europa ohne geschützte Grenzen ja kaum etwas miteinander zu tun, außer daß sie häufig von denselben Leuten vertreten werden – und dann liest man obigen Artikel und plötzlich wird die gesamte widerwärtige Heuchelei des links-grünen Gutmenschentums konkret faßbar, die mit „Ethnomasochismus“, einem ebenfalls treffenden Begriff großartig umschrieben ist. Ob sich das schöne Wort „Ethnomasokarbonmethode“ allerdings durchsetzen wird, halte ich für eher zweifelhaft (zu kompliziert für den allgemeinen Sprachgebrauch).

 

Jedenfalls vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel! Er müßte viel größere Verbreitung erfahren als allein auf dieser Seite (das gilt für viele andere Artikel, die hier erscheinen, auch).

 

Maiordomus

23. Juli 2017 17:33

Nötig wäre, bei allen Debatten über Moral, die Wiederherstellung des Diskursniveaus im Bereich der Ethik, auch der Staatsphilosophie, wie es im christlich geprägten Deutschland zur Zeit der Aufklärung nicht nur bei Kant (der sich in beim Kategorischen Imperativ keineswegs über Unrealisierbares und Unvernünftiges äussert, durchaus als Vollendung des Protestantismus), sondern auch auf den sehr praktisch denkenden Samuel von Pufendorff, dessen Hauptwerk mit der Einleitung von Jean-Barberac auch Rousseau noch masseblich beeinflusste, dessen Lehre überhaupt nichts zu tun hat mit dümmlichem Gutmenschentum. Wie auch immer, solange das Christliche Abendland zwar mit allen seinen Schattenseiten gab, z.B. zur Zeit von Karl Martell und der Schlacht bei Lepanto, die Verteidigung des Eigenen war nie das geringste Problem und selbstverständlich gehört der Beruf des Soldaten, um eine Beispiel zu nennen, zu den absolut anständigen Berufen, eher unproblematischer und weniger hassorientiert als Prediger oder Intellektueller, worüber sich übrigens ein Karl Popper keine Illusionen gemacht hat.. Es müsste auch niemand im Mittelmeer ertrinken, wenn die Flotten der europäischen Länder das verhindern wollten, weil man ja weiss, dass es sich hier um Eroberung handelt, mit dem Unterschied, dass alles viel schneller vonstatten geht als bei der Völkerwanderung im späteren Römerreich. Wie auch immer aber, die christliche Moral hat noch nie ein Recht auf Eroberung und Sicherobernlassen eingeräumt, von einem destruktiven Altruismus kan nicht die Rede sein, und Feindesliebe betrifft die Einstellung zu seinem persönlichen Fein, demjenigen, den man privat am meisten hasst, hier soll man sich mit Recht überwinden. Aber der Einbrecher, der Feind, der das Land erobern will, gehört abgewehrt, das ist die normalste christlich-naturrechtliche Moral der Welt, allerdings fehlen derzeit in den Geschwätzwissenschaften klare Begriffe. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, die entsprechenden Fakultäten für zehn Jahre zu schliessen, was im Grunde schon fast der Fall ist, wenn man an ihre faktische Bedeutungslosigkeit denkt, über das Manipulationspotential hinaus.

 

PS. Unbedingt lesen, was heute Frank A. Meyer in www.sonntagsblick.ch schreibt. Er war übrigens mehr als dreissig Jahre ein unablässiger Blocherkritiker, jetzt aber sagt er über Angela Merkel, dass es wirklich genug sei, und zwar im entscheidenden Punkt.

Klaus D.

23. Juli 2017 17:44

@ deutscheridentitärer

"... der westliche Mensch hat alles und kann alles. Er kann insbesondere unendlich konsumieren. "

Ein interessanter Aspekt, der vielleicht auch eine weitere Erlärung dafür bietet, warum der Widerstand gegen Massenmigration und Umvolkung im Osten Deutschlands soviel größer ist als im Westen. Die Begrenztheit der Ressourcen haben wir in der sozialistischen Mangelwirtschaft sozusagen tagtäglich am eigenen Leibe zu spüren bekommen.

Der_Jürgen

23. Juli 2017 22:59

@Maiordomus

Ungeteilte Zustimmung zu Ihrem Beitrag. Manche Fächer wie Soziologie oder Psychologie könnte man wirklich für ein paar Jahre aus dem Sortiment der an den Universitäten gelehrten Fächer verbannen; wer darin bereits ein Studium begonnen hat, könnte es abschliessen, aber Neuzugänge gäbe es für eine gewisse Zeit nicht. Nach der Wiedereinführung dieser Fächer müsste die Zahl der dazu zugelassenen Studenten auf Minimum begrenzt und die Kandidaten zuvor auf ihre Eignung, Motivation etc. geprüft werden.

Auf einen Soziologen, Politologen oder Psychologen, dessen beim Studium erworbenes Wissen der Gesellschaft wirklichen Nutzen bringen wird, kommen heute wohl 50 oder mehr künftige Geschwätzwissenschaftler, die der Allgemeinheit zur Last fallen werden. Es versteht sich von selbst, dass das Nonsense-Fach Gender Mainstreaming sofort abgeschafft und sämtliche in ihm erworbenen akademischen Titel für ungültig erklärt werden müssten. Dies wäre eine der ersten Massnahmen einer vernünftigen Regierung und ein Akt der psychischen und politischen Hygiene.

Der Schluss Ihrer Wortmeldung rief bei mir allerdings ein Stirnrunzeln hervor. Den F. A. Meyer würde ich nie auch nur einer Fussnote würdigen, und der BLICK ist ein ekelhaftes Schmutzblatt, vergleichbar der deutschen Bildzeitung. Gerade in der Ausgabe, in welcher der von Ihnen gerühmte Beitrag von F. A. Meyer erschien, stand auch ein widerwärtige Hetzartikel gegen die Operation der Identitären im Mittelmeer, die, so das Lügenblatt, die "Flüchtlinge" ertrinken lassen wollten. Wie Sie richtig festhalten, wäre die Invasion im Nu zu stoppen, wenn der Wille dazu vorhanden wäre und die Boote ausnahmslos abgefangen und nach Afrika zurückbegleitet würden.

Aber das widerspräche ja der planmässig betriebenen Politik, Europa mit Afrikanern zu überfluten, um die angestrebte Bildung der "eurasisch-negroiden Zukunftsrasse" zu ermöglichen.

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