18. Juli 2017

Schnitzeljagd nach Sieferle

von Götz Kubitschek / 63 Kommentare

Seit einigen Tagen steht Rolf Peter Sieferles "Finis Germania" nun auf der Spiegel-Bestsellerliste – als Einsteiger auf einem respektablen 6. Platz. Das war abzusehen:

Denn die Spiegel-Kriterien sind nicht Jurorenempfehlungen oder Anhäufungen von subjektiv vergebenen Punkten, sondern Verkaufszahlen von rund 3700 stationären Buchhandlungen und gewisse formale Bedingungen, die man hier einsehen kann.

Da Gesundheitsbücher, Ratgeber, Lexika und Reiseführer nicht in der Wertung sind, war klar, daß Finis Germania in der Liste würde auftachen müssen – immerhin ist es 25 000 Mal binnen vier Wochen verkauft worden: eine Höhe, in der sich nicht mehr allzuviele Titel tummeln.

Die Käufergruppe – dies als kleiner Einblick – ist hochgebildet und akademisch: Ein Drittel der Leser, die wir über den Skandal als Kunden hinzugewonnen haben, trägt einen akademischen Grad, und noch ausagekräftiger sind die Zukäufe, also jene Bücher, die beim Besuch unserer Netzpräsenz oder über den Prospekt mitbestellt werden. Es sind die dicken Brocken von Lichtmesz, Devlin, Scholdt, Klonovsky, es sind die Bände des Staatspolitischen Handbuchs und weitere Bändchen aus der reihe kaplaken.

Es sind natürlich auch Sieferles zweiter Titel, Das Migrationsproblem, und Pirinccis Der Übergang, wobei bei letzterem die Schnittmenge kleiner ist: Pirinccis drittes Buch in unserem Verlag entwickelt sich in Sieferles Windschatten zu einem weiteren Bestseller – wir haben soeben das 5. bis 10. Tausend aus der Druckerei geliefert bekommen. Aber der typische Pirincci-Leser ist nicht zugleich ein Sieferle-Leser, und unsere Kartei macht aus diesem Grund mittlerweile einen ziemlichen Spagat.

Was folgt aus der Plazierung auf der Bestseller-Liste?

  1. Wir verzeichnen erneut steigende Verkaufszahlen.
  2. Wir dürfen den Spiegel-Bestseller-Aufkleber für Finis Germania verwenden.

Finis Germania sollte in vielen Buchhandlungen und Stadtbibliotheken nun öffentlich ausliegen, denn etliche dieser Einrichtungen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, ein Regal mit den Plätzen 1 bis 10 zu bestücken – zum blättern, schmökern, kaufen oder ausleihen.

Die drei großen Schnellrodaer Buchhandlungen sowie die Dorfbibliothek im Wasserturm haben wir bereits in Augenschein genommen: Platz 6 liegt dort tatsächlich aus, alles in Ordnung. Wie aber ist es in Halle, Leipzig, Bad Ems, Pirna und Ravensburg? Wie in Reutlingen, Bonn, Ludwigslust, Rostock und Quedlinburg?

Wir bitten hiermit unsere Leser, örtliche Buchhandlungen und Bibliotheken aufzusuchen und nach dem Rechten (...) zu sehen. Wie wird mit Platz 6 verfahren? Vergriffen, schwarzer Balken, heimlich ausgetauscht? Oder ist alles in Ordnung und wir steuern auf eine Normalität im Umgang mit normalen Meinungsäußerungen zu?

Jedenfalls: Die fünf schönsten Schnappschüsse und Kurzberichte werden von uns prämiert mit einem Buchgeschenk. Senden Sie Ihr Rechercheergebnis bitte an vertrieb[at]antaios.de. Wir sind gespannt!

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (63)

Der_Jürgen
18. Juli 2017 10:34

Da haben die Hetzer mit ihrer Kampagne gegen den toten Sieferle aber ein prächtiges Eigentor geschossen. Wer dächte da nicht an ein gewisses Zitat von Mephistopheles...

Schnellroda seien die Einnahmen aus den Büchern herzlich gegönnt. Der Mensch lebt zwar bekanntlich nicht vom Brot allein, aber eben auch vom Brot. Und wenn das Geld noch reicht, um etwas Butter auf das Brot zu schmieren, dann um so besser.

Meldungen wie diese sind ein wirksames Gegengift gegen den Defätismus, der leider auch hier in einigen (zum Glück nur wenigen) Leserkommentaren seine griesgrämige Fratze zeigt. "Die Defätisten schiebt beiseite", müsste es in der Internationalen der Nationalen heissen.

Franz Bettinger
18. Juli 2017 11:11

@ Jürgen

Machen Sie es nicht so spannend. Was sagt den der gute Mephisto zum Thema Eigentor? Ich komm nicht drauf.

kommentar kubitschek:

darf ich mal? "Ich bin ein Teil von jener Kraft,/ die stets das Bse will und stets das Gute schafft."

Herr K.
18. Juli 2017 16:15

Grundsätzlich herzlichsten Glückwunsch zum gelungenen Wurf. Sie haben es sich mehr als verdient. Und natürlich spielt auch eine gewisse Schadenfreude mit, dass der Spiegel mitetikettieren  muss. Aber wertet das nicht auch Sieferle wieder ab? Ist es tatsächlich im Interesse der deutschen Rechten ein Anrecht auf Beachtung in der Bildzeitung der Pseudointellektuellen zu haben? Mich freut am meisten, dass immer mehr Willkommensplärrer (vlt. heimlich) bei antaios bestellen und sich eine eigene Meinung beginnen zu leisten. Der Trend macht sich m.M. nach immer mehr spürbar, man fängt an den Großen Austausch intensiver wahrzunehmen, auch in der Bildungsbürgerschicht. Da Sie m.M. die richtigen Projekte unterstützen gönne ich Ihnen jeden Euro. Leider unterstützt man über die Steuer immer auch die Gegenseite, aber das ist ein anderes Thema.

Stein
18. Juli 2017 18:21

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich angewidert davon, daß Sie den "Spiegel-Bestseller"-Aufkleber verwenden wollen. Mit dem Feind legt man sich nicht ins Bett, auch nicht, wenn es der Vergrößerung der eigenen Auflage dient!

Johannes Konstantin Poensgen
18. Juli 2017 21:42

Daß sich Sieferles Migrationsproblem im Windschatten mit verkauft ist eine sehr gute Nachricht.

Denn seien wir einmal ehrlich. Gemessen an Sieferles sonstigem Standart ist Finis Germania schwach, bestehend aus einem Haufen apodiktischer Aussagen, die man in zu vielen Fällen recht leicht zerpflücken kann.

Mit dem zweifellos interessantesten Teil, der Unterscheidung zwischen "Politik" und "System" hat er es sich dann zu einfach gemacht. Wir schreiten nicht von der Zeit der (gestaltbaren) Politik in die Zeit der (in Sachzwängen verlaufenden) Systeme. Beides hat es immer nebeneinander gegeben. Das interessante unserer Zeit besteht allerdings darin, daß wir uns der Kontingenz unserer Systeme historisch bewusst sind (oder zumindest sein können).

Methodisch hatte der Mann mehr drauf.

Osmond van Beck
18. Juli 2017 21:52

Ich freue mich eigentlich schon, wenn ich mir vor meinem geistigen Auge die verkrampften Gesichtszüge der SPIEGEL-Fritzen vorstelle, ob dieses "antisemitischen-verschwörungstheoretischen" (hoho) Machwerk in ihrer schönen sonst so von jedem Widerspruch bereinigten Liste... 
Ich werde auf jedenfall bei nächster Gelegenheit mein Bücherkaufhaus abklappern. Das ich das noch mal erleben kann: Provozierende Lektüre inmitten der Belanglosigkeit des Hugendubel-Angebotes...

Solution
18. Juli 2017 22:16

@ Johannes Konstantin Poensgen

Ich stimme Ihnen zu und gehe sogar noch weiter. Doch zunächst sollen es viele Deutsche kaufen und lesen. Möge es eine Art "Einstiegsdroge" sein oder gar ein Virus, der viele infiziert. Ich selbst tue alles, um es zu verbreiten. Sieferle ist auf jeden Fall in die richtige Richtung unterwegs gewesen, wie z.B. bei seiner Beweisführung, daß Sozialstaat und Masseneinwanderung nicht zusammen funktionieren.

Meine persönliche, fundamentale Kritik wird später folgen. 

Fräulein von Trense
18. Juli 2017 22:31

@Stein

Sehen Sie das Etikettchenkleben doch einmal etwas lockerer, etwa so: was dem einen als Anbiederei vorkommt, ist dem anderen in Wirklichkeit ein dickes "Ätsch!" samt gedrehter Nase an die unfähigen Deutungsherrschaften.

Was wurde da nicht bedenkengetragen, gewarnt, am Küchentisch psychologisiert und pathologisiert und als das nicht helfen wollte, bemüht man krampfig das alte Reiz(wort)reaktionsschema - alles umsonst.

Diese krachende Niederlage müssen die staatstragenden nun obendrein mit ihrem eigenen Klebchen besiegeln lassen.

Als gebürtiger Archaiker kann ich Ihnen versichern: für einen unterlegenen Krieger kann es keine größere Demütigung geben als seine eigenen Hoheitszeichen am Trophäenband des Feindes zu erblicken.

Der Feinsinnige
18. Juli 2017 22:40

Welch grandiose Nachricht! Und welch ein Erfolg für Antaios, publizistisch und finanziell. Angesichts dieses Meilensteins in der Geschichte des Verlages (meines Erachtens ist diese etwas pathetisch klingende Formulierung durchaus angebracht) verstehe ich die kritischen Stimmen oben nicht recht. Wenn unsere Seite etwas erreichen will, geht das nur über den Gewinn von Öffentlichkeit. Ein wesentlicher Weg, diese zu erreichen, sind nun einmal etablierte Kanäle bzw. Medien. Die Spiegel-Bestseller-Liste ist wohl mit die prominenteste überhaupt in Deutschland. Das kann doch nur als Erfolg gesehen werden und weitere positive Wirkungen entfalten.

@ Herr K.

Ich denke, daß die Steuerproblematik vernachlässigt werden muß, denn sähe man hierin ernstlich ein Hindernis, geschäftlichen Erfolg zu erzielen, würde dies doch jede publizistische Tätigkeit, die notwendig auch immer einen wirtschaftlichen Aspekt hat, unmöglich machen. Und daß Leserschichten angesprochen werden, die eventuell nicht den eigenen intellektuellen Ansprüchen genügen könnten, gehört meines Erachtens ebenfalls dazu, ist sogar unbedingt notwendig, um wirklich erfolgreich wirken zu können.

@ Stein:

Legt sich Antaios wirklich mit dem Gegner ins Bett, wenn es die Spiegel-Bestseller-Liste für Werbung nutzt? Man kann den Gegner jedoch sehr wohl mit seinen eigenen Waffen schlagen. Dies scheint mir den Sachverhalt besser zu treffen.

Georg Kurz
18. Juli 2017 22:53

Ich muß »Stein« entschieden widersprechen. Der Spiegelaufkleber soll natürlich nicht sagen, daß Sieferles Buch ein ganz besonders gutes sei, sondern er ist (in diesem Kontext) primär lustig. Vor allem kann man damit den Medienleuten immer wieder unter die Nase reiben, daß ihre ganzen Warnungsartikel das Gegenteil erreicht haben.

Caroline Sommerfeld
18. Juli 2017 23:03

@Stein: Mann, das ist doch der Witz an der Sache! Wir messen sie an ihren eigenen Maßstäben, sie müssen uns den Aufkleber geben, wir haben sie gezwungen.

Make the enemy live up to their own book of rules. (Saul Alinsky, Rules for Radicals, 1971, Rule No. 4)

Henrik Linkerhand
18. Juli 2017 23:22

So, nach dem Lesen, zwischen Einkaufen und Espresso, in die Bücherhandlung um die Ecke. Drin war ich schon oft, weil der Laden als halbe ausgelagerte Post-filiale dient. Komme also rein, schön mit Einkaufskörbchen, und übertrete erstmals die Linie. Der Bücherladen hat praktisch nur drei Teile, Kinder-und Jugendliteratur, Koch-und Backbücher und die billige Schmökerabteilung. Alles sehr trostlos. Sie, ein angegrautes rundbebrilltes  Lockenköpfchen, stürzt sich auf mich: "Kann ich Ihnen helfen?" Ne, danke, will nur mal schauen. Nach einer Weile ich: Hamse nich die Spiegelbestsellerliste" Sie: "Was suchense den?" Gebe die Antwort, ihre kleinen Augen verengen sich und blicken mich scharf an: "So was führen wir wir nicht" Bin dann gleich raus, wie gesagt trostlos.

ALD
18. Juli 2017 23:36

Spiegelleser wissen mehr. Sezessionsleser wissen alles - was Deutschland betrifft.

Kahlenberg
19. Juli 2017 00:16

Habe "Finis Germania" soeben aus der Hand gelegt, fünf Minuten vor der Lektüre dieses, rundherum höchst erquickenden, Artikels. Vorbehaltlich des Inhalts der "Fragmente", die habe ich noch nicht gelesen, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Nun bin ich kein Geisteswissenschaftler, und muß mich mangels Kompetenz einer methodologischen Kritik enthalten. Umso mehr haben mir die Bilder und Vergleiche hervorragende Einblicke und einige neue Einsichten verschafft. Und, hier darf ich mich als Naturwissenschaftler äußern, die Beschreibungen der thematisierten Vorgänge scheinen mir präzise und konsistent. Das Buch war für mich bislang mit einer "depressiven" Aura umwölkt, wohl auch wegen des ominösen Titels, und des tragischen persönlichen Kontextes des Autors. Die befürchtete negative Wirkung auf meinen Gemütszustand ist aber nicht eingetreten. Im Gegenteil, die schonungslose, nüchterne Diagnostik hat mich eher beflügelt. Werde das Buch meinen Freunden empfehlen.

Lotta Vorbeck
19. Juli 2017 01:27

@Johannes Konstantin Poensgen - 18. Juli 2017 - 09:42 PM

Daß sich Sieferles Migrationsproblem im Windschatten mit verkauft ist eine sehr gute Nachricht.

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Mitte Juni fand sich das Buch "in dem - Zitat Kositza - das Wort 'Scheiße' nicht ein einziges Mal vorkommt" im Briefkasten. Während der zweiten Juliwoche wurde Sieferles 'Migrationsproblem' geliefert. Das Pirinçci Buch 'Der Übergang' besitzt durch seinen Wortwitz noch einen gewissen Unterhaltungswert. Beim 'Migrationsproblem' - ebenfalls binnen zweier Tage ausgelesen - handelt um wahrlich schwere, eigentlich unverdauliche Kost, allerdings nicht, weil das Buch schwer zu lesen oder zu wissenschaftlich daherkäme. Nein, man beginnt bei dessen Lektüre zu ahnen, warum Sieferle im Herbst 2016 den Freitod wählte.

Nautilus
19. Juli 2017 01:34

@Stein

Sie sollten das ein wenig lockerer sehen. Meine ersten Gedanken wahren ähnlich wie Ihre, aber das war eben der erste Reflex.. Was glauben Sie den, wie sich der Gegner darüber ärgert. Das ist eine Breitseite die diese linksliberalen so schnell nicht vergessen werden. Einfach grandios.

Curt Sachs
19. Juli 2017 02:20

Das Fräulein von Trense: »für einen unterlegenen Krieger kann es keine größere Demütigung geben als seine eigenen Hoheitszeichen am Trophäenband des Feindes zu erblicken.«

So ist es. Ein herrlicher Spaß. Wenn man etwas Negatives finden will, dann ist es vielleicht der Umstand, dass immer noch so viele Bürger der Themensetzung durch die Leitmedien folgen, der Umstand, dass die klassische Presse immer noch den Gegenstand des Diskurses bestimmt, auch wenn sie vielleicht einige unterirdische Sickerrinnsale nicht mehr völlig verhindern kann.

Monika L.
19. Juli 2017 08:44

Seien wir mal ehrlich. Kaum hat unser Verlag einen Bestseller gelandet, geht die Korinthenkackerei los. Persönliche, gar fundamentale Kritik wird angedroht. Das Buch sei 'nur' ein Einstieg. Und dieser Spiegelaufkleber, pfui..... " Wer wird kleinlich sein in großer Zeit" , war so ein Standardspruch eines alten Freundes: https://www.nytimes.com/2017/07/08/opinion/sunday/germanys-newest-intellectual-antihero.html?smprod=nytcore-iphone&smid=nytcore-iphone-share "Unser Auge wartet darauf, etwas zu finden, was wir nicht sind, statt sich darüber zu trösten, daß wir überall sind." Rolf Peter Sieferle, FG, Am Meer Dieser Satz ist schon das ganze Büchlein wert. Werde in den hiesigen Buchhandlungen recherchieren.

Monika L.
19. Juli 2017 08:56

Nochmal, länger:

Unser Auge wartet darauf, etwas zu finden, was wir nicht sind, statt sich darüber zu trösten, daß wir überall sind. Wir wenden daher den Blick von der verdorbenen Küste zu einem Horizont, über dem noch immer die Sonne Homers steht.

einfach wunderbar in diesem Büchlein: Topik der Zivilisationskritik. Sollte jeder von uns jetzt nachlesen können. Da kann dieser Häßliche Roosh V.  mit seiner Rettung der Zivilisation einpacken.

deutscheridentitärer
19. Juli 2017 13:32

"Denn seien wir einmal ehrlich. Gemessen an Sieferles sonstigem Standart ist Finis Germania schwach, bestehend aus einem Haufen apodiktischer Aussagen, die man in zu vielen Fällen recht leicht zerpflücken kann."

Das sehe ich auch so. Ich habe das Buch zwar gerne gelesen, aber als Einstiegsbuch in die rechte Gedankenwelt ist es wenig geeignet - und das sollte es ja idealerweise, wenn es eine hohe Verbreitung erzielt. Das Migrationsproblem kenne ich bisher nur in Auszügen, diese waren sehr gut. Allgemein halte ich Manfred Klein-Hartlage für das schärfste Schwert im rechten Bücherschrank. So präzise und klar die Lügen und Täuschungen, denen wir täglich ausgesetzt sind, zu zergliedern, das macht ihm keiner nach. Man sollte alles dafür tun, diese Bücher möglichst bekannt zu machen.

Sabine
19. Juli 2017 13:34

War gerade bei Osiander in Speyer und fand kein Buch von Sieferle. Da bat ich eine Verkäuferin, mich mal zu den Spiegel-Bestsellern zu führen. Das tat sie auch.

Ich sagte: "Das habe ich gar nicht als die Siegel Bestsellerliste erkannt, weil ich das Buch von Platz Nr. 6 suche, und da steht ja ein anderes." Der Autor Sieferle sagte ihr auch rein gar nichts, aber dann fiel es ihr ganz plötzlich ein: "Ach, sie suchen Finis Germania. So etwas führen wir nicht, das ist von einem rechtsradikalen Verlag." Ich war schon etwas verärgert und antwortete: "So, rechtsradikal? Wie kommen Sie denn darauf?" Da meinte sie befissen: "Aber wir können es natürlich für Sie bestellen." Geld stinkt ja nicht und es ist auch nicht braun.

"Nein, danke, dann kaufe ich es lieber gleich bei dem rechtsradikalen Verlag, und außerdem haben Sie soeben eine langjährig gute Kundin verloren." Drückte ihr den Stapel Bücher, den ich eigentlich dort kaufen wollte, in die Hand und sagte dazu: "Sortieren sie das doch bitte wieder ein, diese Bücher bekomme ich bestimmt auch über den rechtsradikalen Verlag." Ist schade, sowas, ich komme mir bald wieder vor, wie bei uns in der DDR früher. Aber mit Osiander mache ich es jetzt wie schon lange mit Amazon - nur noch zur Recherche. Angucken, reinlesen - gekauft wird bei den bösen Rechten. Versaue ich Euch die schönen Statistiken mit den vielen Akademikern, wenn ich zuviel Science Fiction kaufe? Dann bleibt mir nur noch die Mannheimer Bahnhofsbuchhandlung dafür übrig. Aber wie halten die es denn mit Sieferle??

Gotlandfahrer
19. Juli 2017 14:41

Meiner Meinung nach ist FG hervorragend als Einstieg für Aufgeschlossene geeignet. Nicht, obwohl oder weil es inhaltlich 'schwach' oder 'stark' ist, sondern weil es die vorangegangene Propaganda Lügen straft. Das lässt hoffen, dass die Berührungsängste schwinden.

Solution
19. Juli 2017 15:45

Bin nach Kassel gefahren. In der Bahnhofsbuchhandlung am Hauptbahnhof kein Sieferle, obwohl dort zumindest u.a. TUMULT und deren jeweilige Werkreihe (Sieferle war Band 1). verkauft wird. Buchhandlungen Vietor, Kaufhof Galeria und Thalia Fehlanzeige. Die anderen Buchhandlungen habe ich mir dann erspart (vor allem religöse, esoterische oder links ausgerichtete). So wie es aussieht, gibt es also zumindest in den Auslagen der Buchhandlungen der Innenstadt keinen Sieferle zu sehen und zu kaufen. Auf meine Nachfragen wurde Unkenntnis vorgetäuscht ("Sagt mir jetzt nichts"), vertröstet ("Wird wohl noch was kommen") oder gar ("Ist aber sehr rechts"). Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, entsprechende, deutliche, aber höflich vorgetragene Kommentare zu geben.

Meinen Zorn bekam dann auch noch eine Dame zu hören, die bei dem "Pantheon der verbotenen Bücher" (Teil der linksextrem beeinflußten und kulturbolschewistisch anmutenden "dokumenta") Aufsicht war. Ihr machte ich den heuchlerischen Charakter dieser Pseudokunst klar, da alle verbotenen "rechten" Bücher (es wären einschließlich DDR-Listen über auszusondernde Literatur deren wohl mindestens 50.000) hier absichtlich keine Berücksichtigung finden. Der Dame fehlten die Worte, sie war damit überfordert.

Bevor ich heimfuhr, sagte ich noch einer Aktivistin, die Unterschriften gegen die Massentierhaltung sammelte und Propaganda für veganes Essen machte: "Es gibt ein wichtigeres Thema, für das man sich engagieren sollte: "Die Erhaltung des eigenen, des Deutschen Volkes". Darauf meinte sie: "Aber das können Sie doch auch zusätzlich". Worauf ich entgegnete: "Es gibt Prioritäten. Und es ist bezeichnend, was die Ihren sind, denn für unser Volk werden Sie garantiert nicht auf die Straße gehen". Die Frau schaute mich wie einen Marsmenschen an. Ich wollte noch sagen, daß der Führer bei ihr bestimmt als erster unterschrieben hätte, doch sie war schon so sichtlich erschüttert.

Lyrurus
19. Juli 2017 17:22

In der Buchhandlung unserer Kreisstadt wurde meiner Frau auf entsprechende Nachfrage mitgeteilt, dass das Buch vom Verlag z.Zt. nicht lieferbar sei.

Frieda Helbig
19. Juli 2017 18:49

Danke @Monika L. Ihren klaren Worten bzgl. der notorischen Nörgelei hier ist nichts hinzuzufügen. Meine Bücher stehen natürlich immer rechts im Regal...

Henrik Linkerhand
19. Juli 2017 18:57

Ein paar Worte zu Finis Germania:

Das Büchlein ist keine wissenschaftliche Abhandlung mit den genormten Theorien und Methoden; als solches war es ganz sicher auch nicht gedacht. Hier reflektiert ein brillianter Geisteswissenschaftler weit über dem akademischen Niveau an seinem Lebensabend. Viele Sätze haben eine Gedankentiefe, die mir als Leser ein Vorstellung geben, wie weit Sieferle in das Phänomen Deutschland eingetaucht ist, und er ist, so glaube ich, sehr tief getaucht. Anderes ist Lesern der Sezession sowieso schon bewußt gewesen und wurde so ähnlich auch schon publiziert. Vieleicht verlangt das Büchlein auch ein eher gesetztes Alter.

Wolf Silius
19. Juli 2017 19:04

In der von Amazon veröffentlichten Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch/Hardcover befindet sich, zumindest seit gestern, zwischen Platz 5 (Humboldt) und Platz 6 (Penguin Bloom) ein weißer Fleck. Nicht sehr konsquent,  da das Buch nach wie vor gelistet ist.

Möglicherweise hat man die kritischen Anmerkungen des Herrn Poensgen gelesen ...

Desprecio
19. Juli 2017 20:10

Selbst in der linken Multikulti-Kloake Mainz in der es seit Jahren fast unmöglich geworden ist, einen nicht linksindoktrinierten, geistig nicht stark limitierten Gesprächspartner zwecks Meinungsaistausch anzutreffen, habe ich Rolf Peter Sieberle's Buch FINIS GERMANIA Hugendubel vorgefunden. 

Von Protesten in der Kloake habe ich bisher noch nichts gehört.

Kuonirât
19. Juli 2017 22:00

Das Berliner Kulturkaufhaus Dussmann, eine der größten Buchhandlungen in Deutschland, führt Finis Germania nicht. In dem speziellen Spiegel-Bestseller-Regal findet sich auf Platz 6 der Kategorie Sachbuch Hardcover lediglich ein kleiner Aufsteller mit folgendem Text: "Dieser Artikel ist momentan nicht vorrätig. Wir haben bereits nachbestellt." Letzteres erwies sich natürlich als glatte Lüge.

An der Information erkundigte ich mich, wie verfahren wird, wenn ein Kunde diesen kontrovers diskutierten "Artikel" anfragt. Mein Ansprechpartner erwies sich als vollkommen ahnungslos: Von der Lücke im Regal habe er bisher überhaupt noch keine Notiz genommen und der Name Sieferle sage ihm auch nichts. Und das wirkte keineswegs gespielt. Er schaute also im Computer nach, wo die Information hinterlegt war, dass das Buch derzeit nicht lieferbar sei. Erst wenn sich dieser Status ändere, könne ich es gern bei ihm bestellen.

Chris
19. Juli 2017 22:07

Hugendubel Ulm hat das Fach 6 leer gelassen. Auf allen, auf die Schnelle im Netz zu findenden Spiegel- Bestseller- Listen, ist Platz 7 auf 6 vorgerückt. Ausnahme Spiegel selbst - und Amazon mit der eigenartigen Zählweise ...4,5,7,8...

Das Blödmann- Spiel, von wegen: "ich dachte, aber..." führt doch zu nichts - und außerdem dachten wir uns das auch nicht anders! Also rein in die Läden, freundlich die Gründe erläutern lassen, die Frage aufwerfen, was dem Leser zugetraut wird und in maximal mögliche haushaltsüblichen Mengen ordern.

fischer
20. Juli 2017 11:00

Das Vorgehen von amazon.de ist so plump und macht jeden von der Sache Unberührten zwangsläufig so neugierig, dass es fast schon wieder subversiv wirkt.

deutscheridentitärer
20. Juli 2017 11:24

"Bevor ich heimfuhr, sagte ich noch einer Aktivistin, die Unterschriften gegen die Massentierhaltung sammelte und Propaganda für veganes Essen machte: "Es gibt ein wichtigeres Thema, für das man sich engagieren sollte: "Die Erhaltung des eigenen, des Deutschen Volkes". Darauf meinte sie: "Aber das können Sie doch auch zusätzlich". Worauf ich entgegnete: "Es gibt Prioritäten"

Ich verstehe Ihre Meinung, kann sie aber nicht komplett teilen. Wichtiger als die Frage, ob das deutsche Volk überlebt, ist doch wie es lebt. Und es sollte nicht dadurch leben, dass man Tiere unter abartigen Bedingungnen zusammenpfercht und quält. Ich denke nicht, dass man sich gewissermaßen nur für eins der beiden Anliegen "engagieren" kann. Vielmehr gehört beides ein gutes Stück zusammen.

Caroline Sommerfeld
20. Juli 2017 11:58

Der aktuelle STERN empfiehlt in seiner hauseigenen Dialektik zur Lektüre. https://fauxelle.wordpress.com/2017/07/20/aus-dem-aktuellen-stern/

Osmond van Beck
20. Juli 2017 14:47

Ich war bei der Hugendubel-Buchhandlung in der Schloßstraße (Berlin-Steglitz) dort klaffte zwischen den anderen SPIEGEL-Bestsellern eine Lücke, dort wo das Sieferle Buch stehen müsste, wie es auch bei der daneben hängenden Liste ausgewiesen wurde (das rote kleine Kästchen gleich unter Sieferles Name trägt übrigens die Aufschrift "Neuzugang"). Stattdessen ein kleiner Aufsteller: "Titel zur Zeit nicht lieferbar". 
Kann Antaios vielleicht eine kleine Stellungnahme geben, wie es mit der Lieferbarkeit des Titels aussieht? Damit man es schwarz auf weiß hat...

silberzunge
20. Juli 2017 16:06

Das Spiegel-Emblem würde ich mir auch nicht draufheften.

Ironisch ist an der Causa, dass der Spiegel-Mann Saltzwedel auch vom eigenen Blatt gedroschen wurde, weil er das Buch Sieferles auf die Liste von NDR+Süddt. gehievt hat. Jetzt gibt der Spiegel seine eigene Liste heraus und führt Finis Germania ebendort. Herrlich oder? Für Saltzwedel erst!

Monalisa
20. Juli 2017 16:33

Die Helene-Nathan-Bibliothek im Herzen Neuköllns hat immerhin zwei Exemplare angeschafft, wovon eines derzeit verliehen ist und das andere laut Suchkatalog "nicht im Regal" ist.

Es ist allerdings auch nicht auf dem Tisch bei den anderen Spiegel-Bestsellern. Vermutlich ist es ebenfalls ausgeliehen oder wurde gerade vor Ort gelesen(!)   Ich werde die nächste Tage den Status von FG immer mal wieder abfragen.

Dass die Neuköllner Bibliothekare es verschämt versteckt haben, bezweifle ich. Üblicherweise sind dort alle "umstrittenen" Bücher zu Muku-Themen anstandslos zu haben.

Gustav Grambauer
20. Juli 2017 17:18

Das Folgende sei einmal auf einer Ebene abseits der drängenden Not der Verhältnisse gesagt:

Hat denn die Rechte immer die Freiheit des Geistes geachtet?! Hat man in einer "gutsituierten" preußischen Buchhandlung etwa die Dramen von Hauptmann oder gar die Aufsätze von Mehring kaufen können?  Die hätten sich gar nicht erst mit solchen lächerlichen Um-Plazierungen geziert wie die Jungfern, da wäre der Kunde, der nur danach gefragt hätte, vom Gendarm mit dem Knüppel rausgedroschen und für die Geheimpolizei aufgeschrieben worden, auch noch nach 1890. Man kann es auch so sehen: die Rechte, damals noch ein "breites Bündnis" von Staat, Kirchen und, wie man heute sagen würde, gesellschaftlichen Kräften (nur die Gewerkschaften waren damals noch nicht dabei), kriegt jetzt die verspätete Quittung für ihre damals berühmte, im 20. Jahrhundert in Stalingrad dann doch etwas abgebremste, aber mIt Typen wie Löwenthal immer noch nicht aufhörende Borniertheit, Dummfrechheit und Arroganz.

Karma is a bitch: sie wird jetzt, wo viele in ihr durch schmerzhafte Prozesse inzwischen gereift sind, vom Schicksal für etwas in Haftung genommen, das heute nur noch dem Leserkreis der Preußischen Allgemeinen und - fälschlich - den Abonnenten des Deutschen Adelsblattes sowie Guttenberg - Lambsdorff - Sinn - Henkel & Co. und dero Anhängern (aber eben sicher nicht Sieferle und seinen Lesern) anzulasten ist.

- G. G.

Solution
20. Juli 2017 17:46

@ deutscheridentitärer

"Wichtiger als die Frage, ob das deutsche Volk überlebt, ist doch wie es lebt".

Sie irren: Ohne ein existierendes Deutsches Volk stellt sich gar nicht mehr die Frage, wie es lebt. Wenn es weg ist, ist die Frage sinnlos geworden. Also gibt es doch eine Priorität: Erst das Volk erhalten, dann seine Lebensumstände verbessern. Man kann natürlich beides parallel tun.

Diese Veganer, die dort demonstriert haben, tun aber nicht beides. Sie tun das Zweitrangige und lenken letztlich die Bevölkerung von dem wichtigsten, existentiellen Ziel ab: Erhaltung des Deutschen Volkes. Das ist es, wie die uns Beherrschenden uns wollen: Über Bayern München oder den neuen Golf reden. Massentierhaltung geht da auch noch. Nur nicht über das, was wirklich wichtig ist. Oder glauben Sie, daß einer dieser Veganer nächsten Montag bei PEGIDA dabei ist?

Übrigens: Ich habe nichts gegen Veganer und lehne die Exzesse bei der Massentierhaltung auch ab.

deutscheridentitärer
20. Juli 2017 21:58

"Sie irren: Ohne ein existierendes Deutsches Volk stellt sich gar nicht mehr die Frage, wie es lebt. Wenn es weg ist, ist die Frage sinnlos geworden."

Das stimmt. Was ich meinte ist, dass, solange ein deutsches Volk existiert, es sich an der Frage orientieren sollte, was ihm zur Ehre gereicht und nicht an dem was ihm ein möglichst langes Überleben sichert. Wobei beide Fragen in der aktuellen politischen Lage natürlich zusammenfallen.

" Oder glauben Sie, daß einer dieser Veganer nächsten Montag bei PEGIDA dabei ist?"

Nun einer der erwähnten Veganer sicher nicht. Allerdings sind mir einige Veganer aus der IB bekannt, allesamt herausragende Typen. Ich persönlich kann mit Veganismus nicht viel anfangen. Ich achte lediglich die Askesebereitschaft, die sich darin zeigt.

Fachkraft für Betroffenheit
20. Juli 2017 22:04

@ Kuonirât

Bei Dussmann in Berlin wurde ein Bekannter, der nach einem Antaios-Buch fragte, zischelnd informiert, dass es sich um einen rechtsradikalen Verlag handele, von dem man nichts bestelle. Die Verkäuferin wies dann auch gleich wissentlich-genüsslich ihren Kollegen auf die unerhörte Nachfrage hin.

Ich nehme an, der nüchterne und geschmackvolle Artikel in der New York Times über Sieferles Büchlein wurde in Schnellroda zur Kenntnis genommen?

https://www.nytimes.com/2017/07/08/opinion/sunday/germanys-newest-intellectual-antihero.html

 

Lotta Vorbeck
21. Juli 2017 01:34

@Solution - 19. Juli 2017 - 03:45 PM
@deutscheridentitärer - 20. Juli 2017 - 11:24 AM
@Solution - 20. Juli 2017 - 05:46 PM

Der Aspekt, wie es um den Umgang mit Tieren im Allgemeinen und Haus- und Nutztieren im Besonderen steht, ist durchaus auch was das Überleben unseres Volkes anbelangt, von Belang. So wie man mit den Tieren umgeht, geht man letztlich auch mit den Leuten um. Naturschützer, respektive Tierschützer/Tierretter sind, von Ausnahmen im Promillebereich abgesehen, immer 'Caucasians' und in ihrer Mehrheit christlich inspirierte 'Caucasians'. Aus Schweden, wo nunmehr sogar Tierretter derart massiv bedroht werden, daß sie nichts mehr für die gemarterten Tiere zu tun vermögen, wird berichtet:

Extreme cruelty to animals in Muslim ghetto: heads pulled off cats, kittens cut up and intestines pulled out (Meldung vom 08.06.2017)
https://www.10news.one/extreme-cruelty-to-animals-in-muslim-ghetto-heads-pulled-off-cats-kittens-cut-up-and-intestines-pulled-out/

Lotta Vorbeck
21. Juli 2017 04:01

@Götz Kubitschek:
Die drei großen Schnellrodaer Buchhandlungen sowie die Dorfbibliothek im Wasserturm haben wir bereits in Augenschein genommen: Platz 6 liegt dort tatsächlich aus, alles in Ordnung. Wie aber ist es in Halle, Leipzig, Bad Ems, Pirna und Ravensburg? Wie in Reutlingen, Bonn, Ludwigslust, Rostock und Quedlinburg?
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Bei uns im Dorf ist dasselbe zu konstatieren:
Sowohl die Buchhandlung am Schloßpark als auch die Bischof-Williamsson-Bibliothek im Gebäudekomplex des Klosters der Piusbruderschaft halten das Sieferle-Kaplaken-Bändchen in ausreichender Menge zum Verkauf, respektive zur Ausleihe vorrätig.

@Kuonirât, sowie @Fachkraft für Betroffenheit erwähnten zuvor bereits die "Im Berliner Kulturkaufhaus" von der Fa. Peter Dussmann im Gebäude ihrer Hauptniederlassung betriebene Buchhandlung.

Einen Steinwurf weit entfernt, schräg über die Straße, gibt's im Berliner Bahnhof Friedrichstraße ein Laden der Bahnhofsbuchhandlungskette "LUDWIG".

Das Bestsellerregal im "LUDWIG"-Laden enthielt am gestrigen Donnerstagmittag sogar ein Exemplar von Michel Houellebecqs "Unterwerfung".

Rolf-Peter-Sieferles Kaplaken-Bändchen war nicht zu sehen.

Die beiden wortkarg, mürrischen Figuren hinter dem Kassentisch im Eingangsbereich, mochte ich deswegen nicht ansprechen. War auch nicht nötig, weil im nächsten Moment ein etwa zwei Meter großer, vielfach tätowierter Hüne, ohne ein Trittleiterchen benutzen zu müssen, die obersten Fächer am Bestsellerregal nachfüllte.

- Auf die Frage nach dem Platz №6 auf der "SPEICHEL"-Bestsellerliste fragte er zurück: "Welche denn, es gibt mehrere?"

+ Kunde: "Die im Internet links angezeigte, müsste es sein."

Der Hüne begab sich zum Rechner um nachzuschauen ...

- Verkäufer: "Ach, Sie meinen 'Finis Germania?

+ Kunde: "Ja, genau!"

- Verkäufer: "Das hatten wir, war aber binnen zwei Tagen ausverkauft ... ist schon nachbestellt ... der Verlag kann momentan nicht liefern ... das ist nur ein sehr kleiner Verlag ..."

Der hochgewachsene "LUDWIG"-Mitarbeiter bot keinen Ansatzpunkt, um eine kleine Schwejkjade zu inszenieren. Der Testkunde bedankte sich und verließ den Laden.

WeristwieGott?
21. Juli 2017 09:53

Auch in der größten Buchhandlung Aachens gab es am Mittwoch keinen Sieferle. Am Regalplatz befand sich ein Schild, auf dem bei Fragen auf das Personal hingewiesen wurde. Auf Nachfrage sagte man mir, daß es eine Order der Leitung gäbe, das Büchlein nicht in der Auslage zu verkaufen.

Eine Bestellung wäre aber möglich gewesen - allerdings wurde auch hier gesagt, daß zur Zeit keine Büchlein verfügbar seien.

Ich warte nun seit Mittwoch auf eine Antwort meiner Nachricht die ich an den Kundendienst (mit Weiterleitungsbitte an Verantwortliche) geschrieben habe.

Gruß aus der Kaiserstadt.

silberzunge
21. Juli 2017 10:36

Größte Buchhandlung in Graz: Gibt dort keine Spiegel-Beststellerliste. Die offensichtlich hauseigene führt Finis Germania nicht auf. Ich weiß aber um die Verkaufszahlen bei uns nichts, und in Österreich wurde die Debatte bei weitem nicht so rezipiert, wie ich mir erwartet (und gewünscht) hätte.

silberzunge
21. Juli 2017 12:42

Größte Buchhandlung in Graz: Gibt dort keine Spiegel-Beststellerliste. Die offensichtlich hauseigene führt Finis Germania nicht auf. Ich weiß aber um die Verkaufszahlen bei uns nichts, und in Österreich wurde die Debatte bei weitem nicht so rezipiert, wie ich mir erwartet (und gewünscht) hätte.

BORIQUA
21. Juli 2017 13:42

Melde gehorsamst, Herr Rittergutbesitzer!

Hugendubel PEP Neuperlach München offeriert an einer Wand Spiegel-Bestseller nur bis Nummer 5.

Spiegel-Bestsellerliste daneben versteckt hinter Verkaufsständer für Taschen.

Band "Finis Germania" laut Verkäufer bestellbar, ist aber mit langer Wartezeit deutlich über zwei Wochen zu rechnen.

Gott zum Gruße

BORIQUA

RMH
21. Juli 2017 14:16

Hugendubel in Würzburg hat ein Regal mit allen Platzziffern der Spiegel-Liste. Dort wurde dann einfach Platz 6, wo Sieferle stehen müsste, mit Platz 7 belegt und alle anderen Bücher der Liste rutschten entsprechend nach, so dass keine Lücke im Regal erkennbar ist. Neben dem Regal hängt ganz klein gedruckt die Liste - man muss also schon genau nachsehen, wenn einem dieses Vorgehen auffallen soll.

silberzunge
21. Juli 2017 15:41

Größte Buchhandlung in Graz: Gibt dort keine Spiegel-Beststellerliste. Die offensichtlich hauseigene führt Finis Germania nicht auf. Ich weiß aber um die Verkaufszahlen bei uns nichts, und in Österreich wurde die Debatte bei weitem nicht so rezipiert, wie ich mir erwartet (und gewünscht) hätte.

deutscheridentitärer
21. Juli 2017 18:01

"Hugendubel in Würzburg hat ein Regal mit allen Platzziffern der Spiegel-Liste. Dort wurde dann einfach Platz 6, wo Sieferle stehen müsste, mit Platz 7 belegt und alle anderen Bücher der Liste rutschten entsprechend nach, so dass keine Lücke im Regal erkennbar ist. "

Also als ich heute nachgesehen habe, war ein Platz 7 frei bzw. mit dem Schild "Titel nicht lieferbar" belegt.

Waldgänger
21. Juli 2017 18:20

Bahnhofsbuchhandlung Leipzig, restlos ausverkauft.  "Wir haben eine größere Menge nachbestellt"...

Die andere Seite
21. Juli 2017 18:53

Recherche aus Dresden: Erster Anlaufpunkt Haus des Buches (Thalia). Die Spiegelbestsellerliste hing aus, aber nichts mehr vom 6.Platz zu sehen, weil es die Liste ab 22. Julie war. Der gemeine Sachse ist halt nicht der schnellste, hätte gestern gehen solllen. Das Buch selbst war im ganzen Haus, (mehrere Etagen) nicht zu finden. Ich wußte zum Glück wie es aussieht, weil schon gelesen, -auf meine direkte Nachfrage wurde aus dem Computer ein "Verlag kann zur Zeit nicht liefern" abgelesen.  Die Verkäuferin konnte sich immerhin erinnern, dieses Buch schon mal für jemanden bestellt zu haben. Danach gings noch zu Hugendubel rüber- dort hing nichts von Spiegelbestsellerliste. Im Regal nichts - und auf direkte Nachfrage gabs ein vom Bildschirm abgelesenes...Verlag kann zur Zeit nicht liefern. Hier hatte ich allerdings den berechtigten Eindruck, daß man auch noch nie was vom Buch gehört hatte. Vor kurzem hab ich dort nach einem Udo Ulfkotte gefragt, und die Antwort war: naja mit dem Kopp Verlag ist das immer so eine Sache...Von den Sachen die die Buchbranche allerdings bewirbt wurde mir auch nicht besser, obwohl ich wirklich inflationär lese.

Lieber Gruß aus der Hauptstadt des Widerstands

Die andere Seite
21. Juli 2017 19:05

Ergänzung zu meiner Recherche aus Dresden: Ich hab vorher getippt, daß die Liste aushängt, und das Buch auf einem Stapel präsentiert wird. Aus meiner Sicht das unauffälligste um vom Mainstreamkunden übersehen zu werden. Aber man hat wohl echt Vorgaben zu erfüllen.

Gruß aus Dresden

Trim
21. Juli 2017 19:52

Mittlerweile ist, wie mir scheint (http://www.spiegel.de/kultur/literatur/spiegel-bestseller-hardcover-a-1025428.html), das Buch gänzlich von der Bestsellerliste verschwunden.

Löwenherz
21. Juli 2017 20:30

Ich schaute mir heute die aktuelle Spiegel-Bestsellerliste an (Nr. 30), in vager Erwartung eines Kommentars, etwa so: Man distanziere sich in aller Form von dem auf Platz 6 aufgeführten Titel und von dessen Verlag.  Jahrelang habe man auf die Urteilskraft des Publikums vertrauen dürfen, doch nun sei es Zeit, über die Aufnahmekriterien nachzudenken. Politische Hetzschriften würden in Zukunft ausgeschlossen werden, usw. usf.  Als ich dann den Titel auf der Liste nicht vorfand, beschlich mich eine ungute Ahnung. Werden die Zensoren immer dreister? (Vgl. http://unbesorgt.de/ein-buch-ein-problem-kein-buch-ein-skandal/.) Ist der Titel nach nur einer Woche wieder abgesackt? Oder überstieg  die Nachfrage das Angebot, so dass bereits wieder nachgedruckt werden muss? Ich bin gespannt auf eine Erklärung.

Solution
21. Juli 2017 22:22

21.7.2017, 16:00: Buch nicht mehr auf Spiegel-Bestsellerliste, die in Buchhandlungen aushängt.

21.7.2017, 22:14 bei Amazon auf Platz 1 unter "Bücher".

Meine Vermutung: Irgendwas stimmt hier nicht. Mir kommt sogar der Gedanke an eine Art Verschwörung. Oder was ist hier los?

RMH
21. Juli 2017 22:27

@deutschidentitärer,

ich habe direkt am nach erscheinen dieses Artikels dort nachgesehen und damals war im Kasten für Platz 6 ein Schild mit dem Inhalt, Titel vergriffen, wird nachbestellt, sie können bei uns vorbestellen - da dachte ich mir noch nichts dabei.

Als ich heute, am 21.07. - vormittags - noch einmal dort war, war es, wie oben beschrieben. Aber evtl. eiert man dort mittlerweile auch ein bisschen herum oder Platz 7 war urplötzlich ausverkauft.

Wenn Sie auch regelmäßiger im Würzburger Raum unterwegs sind, können wir uns ja - wenn Sie wollen - mal auf nen Kaffee treffen.

Der Feinsinnige
22. Juli 2017 01:09

Das ist schon erstaunlich, daß das Buch binnen einer Woche aus der Spiegel-Bestsellerliste wieder verschwindet, aber angesichts der im Artikel verlinkten Kriterien, welche die Liste für sich in Anspruch nimmt, doch nicht unbedingt unschlüssig. Verkaufszahlen können tatsächlich schwanken. Seltsam ist allerdings, daß das Buch bei Amazon gleichzeitig plötzlich auf Platz 1 geführt wird. Bestsellerlisten sind offenbar, je häufiger sie neu erstellt werden, also je kürzer die statistischen Erhebungszeiträume sind, doch ziemlich abhängig von nur schwer zu kalkulierenden Ausschlägen nach oben und nach unten.

Mich würde angesichts der diversen Berichte in diesem Strang doch interessieren, ob der Verlag tatsächlich Lieferschwierigkeiten hat, ob solche den diversen Buchhändlern tatsächlich im Computer angezeigt wurden oder ob solche nur stereotyp vorgeschützt wurden. Ich würde begrüßen, wenn insoweit zur besseren Einordnung der obigen Berichte eine Aufklärung seitens Antaios bzw. Sezession erfolgen würde.

Veronika
22. Juli 2017 16:00

 

Habe heute die Gelegenheit genutzt, mich in der Buchhandlung Decius (Hildesheim, Hoher Weg 15) nach „Finis Germania“ umzusehen. Es war, wie ich es nicht anders von diesem Schuppen erwartet hatte*, nicht unter den ausgestellten Spiegel-Bestsellern zu finden. Die großformatige Liste klebte links neben dem Bücherregal. Auch ohne Brille konnte ich erkennen, daß Rolf-Peter Sieferles Buch dort nicht aufgeführt war. Ich wandte mich an eine Verkäuferin, drückte mich klar aus, was Autor und Titel betraf, und fragte, warum denn das Buch weder im Regal, noch auf der Liste auf Platz 6 zu finden sei, wo es hingehöre. Das Herumgeeiere daraufhin war so etwas von blöd, daß es mir gar nicht gelingt, das getreu wiederzugeben. Sie zeigte jedenfalls auf die Zahlen, als müsse sie einer Doofen erklären, wie man von 1 bis 6 und weiter liest. Ich: „Bei Nr. 6 steht aber ein anderer.“ Sie: „Sie wollten doch das Buch von ...“ (an dieser Stelle nannte sie einen mir völlig unbekannten Autor). Ich: „Nein, von Rolf-Peter Sieferle, Finis Germania.“ Sie murmelte etwas von Kollegin und entfernte sich, ich blieb ihr auf den Fersen.

 

Die Kollegin erzählte etwas von kleinem Verlag und Lieferproblemen und es sei bestellt. Ich: „Ich habe mich erkundigt, es soll von diesem Verlag keine Lieferprobleme geben.“ Sie begab sich zum Computer und rief offensichtlich das Buch auf (konnte ohne Brille nicht viel erkennen). Sie: „Wir bestellen nur bei Großhändlern und die können alle nicht liefern.“ Dabei zeigte sie auf 4 Einträge mit einem dicken roten, ich meine durchgekreuzten Punkt.“ Ich: „Das finde ich aber seltsam, da muß doch irgendetwas dahinterstecken.“ Sie meinte dann noch: „Vielleicht hat meine Kollegin beim Erstellen der Liste einen Fehler gemacht.“ Ich: „Das Plakat da vorne wird doch nicht von Ihrer Kollegin ausgedruckt.“ Sie: „Doch!“ Sie wandte sich ab und begab sich zu der ersten Kollegin, meine Bedienung war offensichtlich beendet. Ich ging an den beiden vorbei und drehte mich noch einmal um, genau in dem Moment, wo sich beide verschwörerisch oder genauer gesagt feist zugrinsten. Ich: „Dann habe ich das wohl richtig interpretiert,“ habe den Staub von meinen Füßen geschüttelt und bin gegangen. Ekelhaft.

 

So, Ihr beiden Früchtchen, obwohl der Laden, in dem Ihr arbeitet, hinsichtlich Beileidskarten ein ganz ansprechendes Sortiment vorzuweisen hat, werde ich bei Euch in Zukunft auch davon keine einzige mehr kaufen. (Diese Bemerkung konnte ich leider nicht mehr life loswerden, weil sie mir erst auf dem Weg nach Hause in den Sinn kam - aber vielleicht liest dieses Gespann ja hier mit.)

 

*Sarrazin wollte damals seine Lesereise mit „Deutschland schafft sich ab“ in dieser Buchhandlung beginnen; die Lesung wurde aus „Sicherheitsgründen“ von Decius abgesagt.

 

https://www.boersenblatt.net/artikel-hildesheim.393872.html

 

Fräulein von Trense
22. Juli 2017 20:31

Die Aschaffenburger Stadtbibliothek hat "Finis Germania" angeschafft, mit einem Klebchen "Bestseller 2017" versehen und es in seinem Regal für Neuerwerbungen zur Ausleihe ausgelegt.

Mich hat der Anblick des Kaplakenbändchens inmitten all der Spezialgeos, SZ Editionen und Spiegelhistährie-DVDs usw fast umgehauen. Soviel Skupellosigkeit hätte ich der hiesigen Bibliotheksleitung wirklich nicht zugetraut.

Im Laden des buchhandelnden Ortstrotzkisten dagegen ist alles wie erwartet: ein zahnloses Angebot an ausgesucht biederen schpiegelbästßellahn, welches das empfindsame Gemüt der brdlern auf keinen Fall erschüttern würde. Dank der bereinigten Liste Nr. 30 kommt das brdlerIn auch nicht inVersuchung etwas zu vermissen.

Franz Bettinger
23. Juli 2017 11:33

Nur so aus Interesse: Kann jemand erklären, warum folgende zwei Beiträge von mir auf Tichys Einblick entfernt wurden?

"Es erscheint mir ganz gut, wenn Finis Germania auf längere Zeit beim Verlag Antaios nachgefragt wird, denn so bleibt das Buch oder die Lücke im Regal und der Stachel lange in den Bestseller-Listen. Ein kurzer Hype tut den Speichelleckern der MSM-Mafia weniger weh. Ich warte gern auf die Lieferung. Lass Kubitschek nur machen!"  und: 

"Besser direkt beim Antaios-Verlag bestellen! Das ist auch billiger als via Amazon."

 

Gardeleutnant
23. Juli 2017 17:32

Zitat von "Der Feinsinnige": "ob der Verlag tatsächlich Lieferschwierigkeiten hat, ob solche den diversen Buchhändlern tatsächlich im Computer angezeigt wurden"

Das kann ich klären. Als ich mich in einer Bahnhofsbuchhandlung (Handelskette "Schmitt & Hahn") nach dem Buch erkundigte, zeigte mir die offensichtlich vollkommen ahnungslose Verkäuferin (der ich "Finis Germania" nach dem dritten Versuch buchstabieren mußte...) auf dem Bildschirm die Grossistenmeldung "Buch beim Verlag nicht lieferbar", und zwar von allen Grossisten. Die Buchhandlungen erhalten also tatsächlich eine solche Meldung von ihren Großhändlern, das ist keine Lüge.

Nemo Obligatur
23. Juli 2017 18:13

Hatten wir den hier schon?

http://www.ef-magazin.de/2017/07/23/11374-finis-germania-auf-der-spiegel-bestsellerliste-das-verschwundene-buch

Erfrischend.

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