Sezession
27. Juli 2017

Autoritäten und ihre Autorität

Lutz Meyer / 28 Kommentare

Sie beförderten ihn in den Medien, im Kulturbetrieb, in der Schule und nicht zuletzt in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Warum war ein solches Befördern des Verfalls überhaupt möglich?

Lutz Meyer

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

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Vor allem im Westen fielen elterliche und staatliche Autorität seit den 1960er Jahren im epidemischen Ausmaß zunächst der Mißachtung, alsbald dann der Verachtung und der Lächerlichkeit anheim. Der Staat verlor seine umfassende Weisungsbefugnis, wurde zum Dienstleister.

Das lag nicht allein daran, daß staatliche Autorität sich im großen Stil schuldiggemacht hatte und weiterhin schuldig machte (auf Auschwitz, Hiroshima und Vietnam folgten später dann die globale Umweltzerstörung und das Elend in der Dritten Welt).

Das allein hätte wahrscheinlich ebensowenig zu dieser Erschütterung in den Grundfesten gereicht, wie die von der Frankfurter Schule seit den 1930er Jahren entwickelten Analysen des autoritären Charakters jemals über enge Intellektuellenzirkel hinaus eine Wirkung hätten entfalten können. Nimmt man jedoch beides zusammen, ergibt sich eine Gemengelage von hoher Dynamik und Sprengkraft: die moralische Schuld von Staaten einerseits und der diese Schuld speisende autoritäre Charakter des Individuums andererseits ergeben einen durchsetzungsstarken Argumentationsautomatismus.

Wenn Konformität, Destruktivität, extremer Gehorsam und Ablehnung alles Fremden im Individuum die schuldhaften Vergehen der staatlichen Autorität erst möglich machen, folgt hieraus mit (weniger logischer als vor allem moralischer) Notwendigkeit die Forderung nach einer Zerstörung der staatlichen Autorität und zugleich nach einer radikalen Befreiung des Individuums.

Diese doppelte Befreiung von der herrschenden Moral, die einem lustbetonten Erleben und Entdecken breitesten Raum bot, wurde im Westen und vor allem in der westlichen Jugend mit hemmungs- wie zeitweise besinnungsloser Begeisterung aufgenommen.

Die Konsumindustrie griff den absatzfördernden Trend zur individuellen Befreiung schnell und konsequent auf und verhalf ihm mittels der Lifestyle-Vorgaben der Werbung zur Durchsetzung auch in der eigentlich unpolitischen, aber für Sex und Genuß aufgeschlossenen Masse der Normalverbraucher.

Das Antiautoritäre wurde zum Lebensgefühl einer ganzen Generation. Zuletzt, seit den 1990ern, erfaßte es sogar jene ursprünglich bürgerlich-konservativen Kreise, denen der antiautoritäre Kampf eigentlich gegolten hatte. Sie konnten und mochten dem antiautoritären Sog nicht länger widerstehen, sondern warfen sich geradezu lustvoll in den Strom der Zerstörung.

Zu ihrer späten, nachträglich an den Bug gezimmerten Galionsfigur wurde Merkel, die zwar stets nach Anerkennung ihrer Autorität strebte, aber durch den ihr eigenen Mangel an Substanz und Haltung in einer seltsam konturlosen Formlosigkeit zu verharren verurteilt war. Ihre Macht ist bis heute eine rein funktionsgebundene geblieben und gründet nicht auf Persönlichkeit.

Die konservative Unfähigkeit oder auch der Unwillen zum Widerstand lag an der metaphysischen Komponente des Geschehens, die sich in Nietzsches Wort „Gott ist tot“ zusammenfassen läßt – der Glaube an eine übergeordnete Instanz wird nicht mehr als verbindlich erlebt, der Mensch ist also mit sich allein und niemandem Rechenschaft schuldig.

Ernst Jünger konstatierte im Vorwort zu den Strahlungen nüchtern: „Der konservative Anspruch, sei es in der Kunst, der Politik, der Religion, stellt Wechsel auf nicht mehr vorhandene Guthaben aus.“ Der konservative Anspruch geriet vor allem zum mehr oder minder frommen Selbstbetrug. Irgendwann wurde es auch den letzten Autoritätsgläubigen leicht, sich von den Resten des autoritären Konformitätsdrucks zu befreien.

So wurde rasch Raum geschaffen für den Durchmarsch der Antiautoritären – nichts konnte sich dem entgegenstemmen. Genauer: fast nichts, außer einem gern übersehenen inneren Widerspruch, einer Sollbruchstelle, einer Art geplanter Obsoleszenz. Denn die antiautoritäre Ideologie eignet sich kaum dazu, selbst zur Autorität zu werden.

Doch genau dieser Anspruch soll heute endlich eingelöst werden: Die linksliberale Weltanschauung ist als alle Parteigrenzen sprengender Gefühlstotalitarismus an die Macht gelangt und längst bis ins ehemals konservative Lager vorgestoßen, stellt neben der moralischen auch die staatliche Autorität und möchte diese gegenüber ihren Gegnern endgültig durchsetzen – ein staatlich betreutes Denken von höchst autoritärem und repressivem Charakter tritt an die Stelle des früher vorgetragenen umfassenden Liberalitätsanspruchs. Die attraktive Verführerin von einst gerät zur kreischenden, häßlichen Furie, die jede Lust verteufelt. So wird Freiheit im Machtbereich der ehedem Antiautoritären zur Farce.

Doch dagegen regt sich seit einiger Zeit Widerstand. Nun beginnt die Verachtung sich gegen jene zu richten, die einst zur Verachtung der Autoritäten aufgerufen hatten und jetzt für sich selbst Autorität beanspruchen möchten. Doch warum sollte man Autorität plötzlich wieder ernst nehmen? Dem linksliberalen Belehrer wird keine Glaubwürdigkeit, keine Autorität zugestanden – selbst dann nicht, wenn linksliberale Moral, an die Macht gelangt, plötzlich in harten, repressiven Moralismus umschlägt.

Die linksliberalen Moralapostel sehen es mit fassungslosem Entsetzen. Nicht, daß sie plötzlich die Macht verloren hätten und über Nacht ungefährlich geworden wären. Aber die Macht beginnt doch, ihnen zu entgleiten, unaufhaltsam. Die Deutungshoheit ging längst verloren, Politiker und die ihnen hörigen Journalisten werden immer weniger ernst genommen, ihre Betrugsmanöver werden im Nu enttarnt, Lebenslügen zerschellen an der Wirklichkeit.

Die Achtung vor Politikern der herrschenden Couleur schließlich ist längst unterhalb des Niveaus der Achtung vor Werbefachleuten und Versicherungsvertretern angelangt. Die Revolution schickt sich an, ihre Kinder zu fressen. Doch wie geht es weiter? Verbleiben wir in der autoritätsbefreiten Zone oder gibt es neue Autoritäten? Woher würde sich deren Glaubwürdigkeit speisen können?

Neben der angemaßten Autorität der ehemals Antiautoritären gibt es eine natürliche Autorität. Im Spiel der Kinder etwa ist schnell klar, wer der geborene Anführer ist, wer den Ton angibt. In überschaubaren Strukturen funktioniert das auch in der Welt der Erwachsenen – etwa im Mannschaftssport oder in musikalischen Ensembles.

Doch ist das auch auf übergeordneter politischer Ebene möglich, zumal heute? Das Führerprinzip als Herrschaftsform hat sich zumindest in Deutschland bis auf weiteres erledigt. An einen Militärputsch, sofern er als reine Übergangsoption überhaupt wünschenswert wäre, dürfte nicht einmal ansatzweise zu denken sein.

Eine an den Wünschen der globalisierten Großkonzerne sich ausrichtende alibidemokratische autoritäre Herrschaft, wie sie dem amerikanischen Politologen und Philosophen Jason Brennan vorschwebt, gliche im Zustand der heutigen Welt und unter Berücksichtigung der ursächlichen Beteiligung der Wirtschaft an diesem Zustand dem Versuch, einen Weltenbrand mit Kerosin zu löschen.

Das sehnsüchtige Hoffen auf einen neuen Adel, einen kommenden Monarchen von hoher Integrität, der sich jäh einem Phönix gleich aus den säuischen Niederungen eines dekadenten Jetset-Lotterlebens erheben könnte, ist gegenstandslos.

Die Erwartung gar, daß auf Parteienebene sich eine Handvoll Geeigneter finden möge, die den Karren aus dem Dreck ziehen könnten, wäre angesichts des geistigen wie ethischen Sumpfes, in dem die parlamentarische Demokratie sich zur Gänze befindet, allenfalls infolge übermäßiger Alkoholzufuhr – also im Zustand verminderter Schuldfähigkeit – nachvollziehbar.

Kann man also, wenn keine neue, glaub- und vertrauenswürdige Autorität sich anbietet, im autoritätsbefreiten Niemandsland leben und überleben? Leben: ja, solange die äußeren Umstände nicht bedrohlich und die Existenzgrundlagen halbwegs gesichert sind – ein solches Leben kann sogar überaus angenehme Seiten haben. Überleben: nein, sobald die äußeren Umstände die Existenzgrundlagen bedrohen.

Bleibt also die Hoffnung, daß sich in den Wirbeln des Chaos eine neue Autorität formiert, sich in höchster Not das Rettende findet. Mir kommt, denke ich über diese Dinge nach, der Kapitän MacWhirr aus Joseph Conrads großartige Erzählung „Taifun“ in den Sinn – ein durchschnittlich wirkender Mann, dessen Stärke sich unter höchster Gefahr überhaupt erst zu formen beginnt.

Der mörderische Taifun und eine parallel auftretende, durch sich bekämpfende Passagiere unter Deck ausgelöste Gefahrenlage entfesseln in MacWhirr ungeahnte innere Kräfte und eine unglaubliche Ruhe, läßt beide unter dem Eindruck der existenziellen Bedrohung allererst hervortreten.

Das Wort Autorität leitet sich wie die Autorschaft aus auctoritas ab. Auctoritas bedeutet Würde, Glaubwürdigkeit, Gültigkeit. Als Ableitung aus auctor meint es aber den Urheber.

Der Urheber im eigentlichen Sinne ist derjenige, der etwas aus sich selbst hervorbringt, zu einer schöpferischen Leistung imstande ist. Das ist der volle Sinn von Autorität. Wo keine Urheberschaft im Sinne des schöpferischen Hervorbringens aus sich selbst möglich ist, dort darf man auch keine echte Autorität erwarten. An der Fähigkeit zu einem solchen wesentlichen Hervorbringen sollten künftig sich anbietende Autoritäten gemessen werden.


Lutz Meyer

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

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Kommentare (28)

Der_Jürgen
27. Juli 2017 19:33

Eine präzise, sehr sauber formulierte Diagnose. Und wo bleibt das Rezept zur Heilung der Krankheit? Lutz Meyer weiss keines. Niemand von uns weiss eines, das angesichts der heutigen Realitäten eine Chance auf Anwendung besässe. Ja, ein Militärputsch wäre, wenn auch nur als Zwischenlösung, in höchstem Grade wünschenswert, doch wie Meyer nüchtern festhält, wird ein solcher nicht stattfinden. Erstens würden sich zu einem solchen keine Offiziere finden, und zweitens würde er unweigerlich eine ausländische, sprich amerikanische, Intervention auslösen.

Wir alle wissen und spüren, dass die heutige Lage unerträglich ist und eine Fortführung der gegenwärtigen Politik den Volkstod zur Folge haben wird. Die meisten von uns sind sich bewusst, dass Wahlen nichts Entscheidendes ändern. Vielleicht kann man wirklich nur auf eine grosse Katharsis in Form einer Katastrophe hoffen, nach der nichts mehr so sein wird, wie es heute ist.

Franz Bettinger
27. Juli 2017 19:57

Ein schöner Beitrag!
Die Deutungshoheit der Anti-Autoritären ging längst verloren? Ja. Wer glaubt den grünen Moralschwuchteln noch irgendwas! Früher waren sie mal für Umweltschutz, heute haben wir Windmühlen. Früher waren sie mal für Frieden, mittlerweile haben sie ein halbes Dutzend Kriege angezettelt. Früher waren sie mal für Volksabstimmungen und direkte Demokratie, heute verhindern sie dieses. Früher waren sie mal für viele Dinge, für die heute die Alternativen einstehen; heute bekämpfen sie die einzige Oppositionspartei, die AfD, bis aufs Blut. Die Grünen haben vergessen, wo sie herkommen. Früher waren sie mal bescheiden, heute bereichern sie sich ohne Scham. 

Der Verlust an Autorität betrifft nicht nur die Clique der Politiker, sondern auch die Gewerkschaften und Kirchen. - Die antiautoritäre Gesellschaft frisst ihre Kinder? Schön wäre es!

Was das Thema Anführer betrifft, weiche ich etwas von Lutz Meyers Vorstellung ab. Anführer werden nicht geboren, sie ergeben sich. Manchmal ist es der eine (an der Bar, bei den Mädchen), dann der andere (beim Fußballspiel), dann ein Dritter, der bisher nie aufgefallen war (oft in echten Notsituationen, wie bei Joseph Conrad's MacWhirr).

Dazu erhellend auch das 1. Buch über den Flugzeug-Absturz in den Anden 1972, von der mir in Erinnerung blieb, wie die Führerschaft öfter wechselte. (https://www.youtube.com/watch?v=OOVIEvFanys - Das 1. Buch ist allerdings besser als der Film, in dem der Wechsel der Führerschaft ganz unerwähnt bleibt. Ich meine, das alte Buch hieß 'Überlebt'. Ich kann es auf Wiki nicht finden.) Übrigens auch auf schwierigem Wildwasser beim Kajak-Fahren: wenn was schief geht, wechselt oft ohne große Absprache die Führung, und das ist gut so. Verheerend, wenn ich versuchen würde, in der Küche meiner Frau die Führung zu übernehmen. Und wenn ein Hund auf sie zu rast, soll notre grand leader, la Welt-Retterin Merkel, sogar Pudding in die Beine bekommen. Galionsfigur Merkel! Eine herrliche und passende Vorstellung. Welcher Feind würde vor so einem kampferprobten Schiffsbug mit freundlichem Gesicht aber unmenschlichem Antlitz nicht ganz und gar meschugge reißaus nehmen!

Es wird nicht anders zu machen sein: Warten wir die wirkliche Notlage ab. Sie wird sich ergeben. Vielleicht erwachsen Europa dann wieder echte Führer. Was der gute Nietzsche dazu gesagt hat (von der Gefahr ihrer Entartung), braucht man hier nicht zu wiederholen.

Utz
27. Juli 2017 20:32

Die Verachter der Autorität beanspruchen jetzt Autorität. Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Meyer, denke ich, daß sie damit durchkommen. Sie sagen:

Aber die Macht beginnt doch, ihnen zu entgleiten, unaufhaltsam. Die Deutungshoheit ging längst verloren, Politiker und die ihnen hörigen Journalisten werden immer weniger ernst genommen, ihre Betrugsmanöver werden im Nu enttarnt, Lebenslügen zerschellen an der Wirklichkeit.

Ich sehe das nicht. Für mich sind die (ehemals) Linksliberalen dabei ihre Macht auszubauen. Das menschliche Gehirn ist flexibel. Die früheren Gegner von Autorität rationalisieren sich ihren Wunsch nach Autorität und den faktischen Ausbau derselben schon zurecht.

Es war nur eine Machtübernahme. Natürlich war es dafür zweckmäßig Autorität zunächst einmal zu bekämpfen. Daß es in diesem Fall nicht konkret, sondern gleich die Autorität als Konzept war, hat sich halt angeboten, wie Sie auch herausgearbeitet haben (Frankfurter Schule).

Jetzt hält man die Macht fest und ist gerade dabei mit Netz-DG und einer Reihe weiterer Maßnahmen eine faktische Übermacht zu schaffen, die es den Gegnern schwer macht, überhaupt noch etwas anderes zu denken. 

Ich fürchte, Ihre Hoffnung Herr Meyer, auf eine persönliche Autorität, womöglich eines einzelnen Menschen, ist vergebens, weil die Fakten, die schon die ganze Zeit um uns herum geschaffen werden, die Schlinge um unseren Hals so zuziehen, daß die Menschen, auf die wir unsere Hoffnung vielleicht setzen könnten, und die, wie Sie richtig beschreiben, oft schon im Sandkasten beobachtet werden können, auch nur noch damit beschäftigt sind genug Luft zu kriegen, um atmen zu können.

Nautilus
27. Juli 2017 23:39

@Utz

ich muss Ihnen recht geben, den ich sehe auch nicht das den linksliberalen die Macht entgleitet. Ja dieses Fundament hat Risse bekommen, mehr wie früher aber diese Leute haben einen guten Verbündeten, dass liebe Volk. Es nimmt alles hin, egal um was es geht. Masseneinwanderung, vergewaltigte Frauen, Anschläge. Jahrzehntelange Umerziehung hinterlassen gewaltige Spuren. Das Fatale ist, dass wir keine Zeit mehr haben um das Ruder noch herumzureißen.

Nein ich bin kein Schwarzmaler, sonst würde man sicherlich verrückt werden aber man sollte schon zu einer ehrlichen Lagebeurteilung kommen.

Reinhard L.
27. Juli 2017 23:51

Für die Machthaber läuft doch alles nach Plan. Bei der BTW 2017 wird das Parteienkartell 90% der abgegebenen Stimmen einsammeln; selbst wenn es schlecht läuft, werden es mindestens 80% sein. Der Euro-Betrug mit dem Ziel der Enteignung breiter Kreise der Bevölkerung klappt wie am Schnürchen und die Umvolkung steht für jedermann erkennbar kurz vor der offenen Eskalation. Was könnte die Sache vielleicht doch noch zum Absturz bringen? Möglichweise gerät die Entwicklung den Machthabern durch einen wirtschaftlichen Einbruch mitsamt bürgerkriegsartiger Entwicklung doch noch außer Kontrolle. Damit verbunden wäre, daß der breite Mittelstand als Stütze des Merkel-Regimes die Komfortzone verlassen müsste. Die Finanzierung und die damit verbundene Ruhigstellung der Merkel-Gäste wäre nicht mehr möglich, und sämtliche Illusionen und BRD-Lebenslügen würden sich in Rauch auflösen. Es wäre die Stunde Null nach Merkel.

Ein gebürtiger Hesse
28. Juli 2017 00:04

Das sehnsüchtige Hoffen auf einen neuen Adel, einen kommenden Monarchen von hoher Integrität, der sich jäh einem Phönix gleich aus den säuischen Niederungen eines dekadenten Jetset-Lotterlebens erheben könnte, ist gegenstandslos.

Ja, mit einem neuen Adel und Monarchen wird das nichts werden. Und doch mag da einer kommen, ähnlich vielleicht dem Kind bei Andersen, der die Leute hochreißen wird, indem er eine einzige große verschwiegene Wahrheit - eine wird reichen - beim Namen nennt. Dort, wo ihn genügend Augen sehen. Diese Hoffnung ist mir eine Gewißheit und darf bleiben.

Konservativer
28. Juli 2017 01:59

"... Bleibt also die Hoffnung, daß sich in den Wirbeln des Chaos eine neue Autorität formiert, sich in höchster Not das Rettende findet. ..."

Hoffnung ...

https://www.youtube.com/watch?v=1HQBD4lQrPo

calculus
28. Juli 2017 04:59

@Ein gebürtiger Hesse

Und doch mag da einer kommen, ähnlich vielleicht dem Kind bei Andersen, der die Leute hochreißen wird, indem er eine einzige große verschwiegene Wahrheit - eine wird reichen - beim Namen nennt.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Identitären genau das im Blick haben.

Und ein zweites Mal haben sie es geschafft, ihr Schiff rauszuhauen: https://twitter.com/DefendEuropeID/status/890622061672112129.

Der Gehenkte
28. Juli 2017 18:21

Bisher hat mich Lutz Meyer selten überzeugt, aber hier zeigt er sich als ein MacWhirr, der an der Größe der Aufgabe in der Not wächst. 

Allein, die Zukunft ist besser vorhersagbar als man glauben mag: "Das sehnsüchtige Hoffen auf einen neuen Adel, einen kommenden Monarchen von hoher Integrität" sei vergebens? Der Satz stimmt nur in der Qualitätsbestimmung - hohe Integrität ist nicht zu erwarten. Und selbst wenn sie anfangs vorhanden sein sollte, so wird sie schnell - wie immer in der Geschichte - an den Versuchungen der Macht und an den Realien scheitern.

Der "neue Adel" dagegen wird kommen, wenn er auch nicht adelig sein wird. Die Katastrophe, die uns von allen Seiten einholt - ökologisch, ökonomisch, demographisch, moralisch - wird "starke Männer" hervorbringen, die dann mit eisernem Besen kehren werden. Etwas anderes als eine Diktatur wird früher oder später undenkbar sein, dann nämlich, wenn es ums blanke Überleben der Gesellschaften, Nationen, Völker gehen wird. 

Die liberale Demokratie als historische Epoche geht ihrem Ende entgegen - sie ist eigentlich schon beendet - wir leben im Posthistoire. Als illiberale Demokratie (Orbán) kann sie sich vielleicht noch eine Weile halten.

Trotzdem müssen wir für sie kämpfen, denn nur innerhalb des demokratischen Rahmens kann unsere Kultur erhalten und können sinnvolle Ausstiegsklauseln verhandelt werden.

Der_Jürgen
28. Juli 2017 22:51

@Der Gehenkte

Im Gegensatz zu Ihnen finde ich fast alle Artikel von Lutz Meyer gut bis sehr gut. Davon abgesehen kann ich ihre Wortmeldung diesmal hundertprozentig unterschreiben. Es gibt auf diesem Blog noch etliche Kommentatoren, die entgegen aller Vernunft hartnäckig an demokratischen Illusionen festhalten und sich selbst vorgaukeln, die gegenwärtige Entwicklung in Deutschland sei eine "Entartung" der Demokratie, die man durch eine Rückkehr zu vormerkelschen Zuständen beheben könne.

"Etwas anderes als eine Diktatur wird früher oder später undenkbar sein, dann nämlich, wenn es ums blanke Überleben der Gesellschaften, Nationen, Völker geht", schreiben Sie. So unverblümt drücken es hier sonst nur einzelne wie Raskolnikow oder meine Wenigkeit aus. Die Alternative lautet längst nicht mehr "Demokratie oder Diktatur", sondern "Diktatur des Degens oder Diktatur des Dolches", wie es ein spanischer Aristokrat (sein Name ist mir nicht mehr gegenwärtig) einst formulierte.

Wer soll autoritär herrschen - jene, die die biologische Substanz der europäischen Völker sowie die abendländische Kultur retten, oder jene, die sie abschaffen wollen? Anders gesagt, die Nationalisten oder die Globalisten? (Eine dritte Variante, die Errichtung eines islamistischen Kalifats, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber nicht besonders wahrscheinlich).

Konservativer
29. Juli 2017 01:27

Geehrter Der_Jürgen

Der Name des spanischen Aristokraten lautet Juan Donoso Cortés:

Die von Ihnen erwähnte Aussage "Diktatur des Degens oder Diktatur des Dolches" findet sich in dem lesens- und bedenkenswerten Buch:
Juan Donoso Cortés: Über die Diktatur. Drei Reden aus den Jahren 1849/50.

https://www.jf-archiv.de/archiv/48aa15.htm

Der Gehenkte
29. Juli 2017 03:05

 @ Der _Jürgen

Die Alternative lautet längst nicht mehr "Demokratie oder Diktatur", sondern "Diktatur des Degens oder Diktatur des Dolches",

Insgeheim hoffe ich ja, daß es so etwas wie Bahros "Fürst der ökologischen Wende" geben könnte, doch sind die Aussichten gering.

Szenarien gibt es genug, vom MIlitärputsch bis zur Finanzoligarchie, aber am wahrscheinlichsten ist wohl die Fragmentierung der Autorität, vornehmlich mit kriminellem Habitus. Erste Anzeichen der gesellschaftlichen Dissoziation gibt es ja bereits. Deutschland als quasi entmilitarisierte Zone hat gar nicht die Ressourcen, um die staatliche Autorität im Ernstfalle zu garantieren.

Es wird nach dem "großen Knall" - niemand weiß, wie der aussieht (Börsencrash, Atomschlag bis Naturkatastrophe oder Megaterror ... alles möglich oder einfach nur Implosion eines global players) wohl zu "neuen Kriegen", wie sie Münkler und Mary Kaldor beschrieben haben, kommen. Film, Literatur (à la Cormac McCarthy) und Comic haben das längst beschrieben.

"die Nationalisten oder die Globalisten?"

Das sind Dichotomien, die so (m.E.) nicht stehen. Es dürfte quasi-evolutiv ablaufen - die Komplexität ist unüberschaubar, die Zahl der Mitspieler nicht berechenbar ... es übersteigt menschliches Vermögen, sinnvolle Voraussagen zu treffen. Der Islam/ismus ist nur ein Spieler und teilt sich ja selber in viele verschiedene auf. Allein die derzeit noch unvorstellbare Gewalt lässt sich wohl prognostizieren. 

"Da wird sein Heulen und Zähneklappern."

Lotta Vorbeck
29. Juli 2017 05:53

@Der_Jürgen - 28. Juli 2017 - 08:51PM

Wer soll autoritär herrschen - jene, die die biologische Substanz der europäischen Völker sowie die abendländische Kultur retten, oder jene, die sie abschaffen wollen? Anders gesagt, die Nationalisten oder die Globalisten? (Eine dritte Variante, die Errichtung eines islamistischen Kalifats, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber nicht besonders wahrscheinlich).

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Zumindestens die Demographie spräche für die dritte Variante.

Wovon dieses famose Kalifat dann ökonomisch existieren will, stünde freilich noch auf einem ganz anderen Blatt.

Utz
29. Juli 2017 09:56

Mag sein, daß das Ende der Demokratie (vormerkelsche Demokratie, wie es Jürgen so schön nennt) unabwendbar ist. Aber es ist dennoch die Frage, ob wir diesem Abbauvorgang tatenlos zusehen, ihn beschleunigen oder in die Räder greifen, um ihn abzubremsen. Wenn wir unsere Position unter Machtverteilungsaspekten ansehen, wäre ich für das Bremsen. Ich teile nicht die Hoffnung daß die heraufdämmernde Diktatur eine Chance ist, die WIR ergreifen können! 

Deutschland als quasi entmilitarisierte Zone hat gar nicht die Ressourcen, um die staatliche Autorität im Ernstfalle zu garantieren.

Wohl wahr! Andererseits sind die nichtvorhandenen Ressourcen im Sinn von Bodenschätzen etc. meine Hoffnung auf lange Sicht. In einem kalten Land, in dem sich nichts auf die schnelle zu Cash machen läßt, gibt es dann auch für die Invasoren nach dem Bürgerkrieg nichts mehr zu holen. Dann sind wir wieder allein.

Gustav
29. Juli 2017 11:49

"Im Zuge der Globalisierung hetzt der überkommene Rechtsstaat in einem hoffnungslosen Wettlauf hinter den Tendenzen zur Bildung übernationaler Muster her. Er kämpft an zwei Fronten: gegen diejenigen, welche seine Macht fürchten, und die, welche seine Ohnmacht ausnutzen. Das dionysische Individuum ist nach wie vor auf den Leviathan als seinen gefürchteten Hauptfeind fixiert. Es wendet sich gegen ihn in der irrigen Hoffnung, dadurch anarchische Freiräume zu gewinnen – in Wahrheit schafft es jedoch nur Raum für die Ordnungen des Behemoth. So zeigt sich der liberale Rechtspolitiker, der das Individuum vor staatlichen Zugriffen schützen möchte, als Verbündeter des organisierten Verbrechens. (...) Als Verlierer stehen wohl diejenigen schwachen Individuen fest, die sich nicht jenseits ihrer abstrakten Eigenschaft, Staatsbürger oder 'Menschen' zu sein, organisieren können. Wer dagegen in der Lage ist, sich in einen mächtigen Personenverband wie etwa einen Industriekonzern, eine Gewerkschaft oder eine mafiose Schutzgenossenschaft zu integrieren, kann von den Ordnungen des Behemoth durchaus Vorteile erwarten. (...) Am Ende der universalistisch-emanzipierten Gesellschaft steht jedoch kein sanftes Arkadien, sondern die harte Ordnung des Behemoth, der Sieg der Stärksten, Skrupellosesten und Durchsetzungsfähigsten, die den Schwachen nur insofern Schutz gewähren, als sie sich in ihren Einfluß- und Interessezonen befinden. Der vollendete humanitär-ökonomische Universalismus hätte sich dann als Mittel zur Durchsetzung seines extremen Gegenteils erwiesen: des segmentären Partikularismus. Am Ende stünde nicht die durchgeführte Menschheitsunmittelbarkeit des atomisierten Individuums, sondern der feste Klientelverband disziplinierter Abhängiger innerhalb neuer dezentraler Machtstrukturen.

Der Nationalist kann bestenfalls versuchen, das Tempo zu verlangsamen, mit dem er (oder seine Nation) den Abhang der Nivellierung hinunterrutscht. Der Universalist will dagegen dieses Abrutschen beschleunigen, da er in ihm eine Bewegung moralisch besseren Zeiten entgegen vermutet. Der Universalist verbindet Moral mit Illusion; der Nationalist verbindet dagegen Realismus mit Ressentiment. (...) Letztlich ist aber der Universalist angesichts des Prozesses der Globalisierung eben doch eine tragische Figur: Die reale Universalisierung wird im Vollzug dessen, was man einmal Dialektik der Aufklärung genannt hat, in die Ordnungen des Behemoth hineinführen, das heißt zum Sieg des realen Partikularismus im Namen des Universalismus."

(Aus Rolf Peter Sieferle, "Epochenwechsel", Berlin 1994, S. 333-337)

Der_Jürgen
29. Juli 2017 14:04

@Konservativer

Danke für Ihren Hinweis. Juan Donoso Cortes, von dem ich bisher nur einzelne, sehr eindrückliche Zitate kenne, steht seit längerem auf meiner Leseliste. Hoffentlich komme ich bald dazu, ihn mir zu Gemüte zu führen.

Cacatum non est pictum
29. Juli 2017 14:28

@Der Gehenkte

Das sind Dichotomien, die so (m.E.) nicht stehen. Es dürfte quasi-evolutiv ablaufen - die Komplexität ist unüberschaubar, die Zahl der Mitspieler nicht berechenbar ... es übersteigt menschliches Vermögen, sinnvolle Voraussagen zu treffen.

Natürlich sind exakte Voraussagen unmöglich - zumindest für unsereiner. Aus Ihren Wortmeldungen geht aber immer wieder hervor, dass Sie die zentrale Steuerung von umwälzenden Ereignissen für unmöglich halten ("nicht berechenbar"). Das ist zumindest mein Eindruck. Sie scheinen völlig zu unterschätzen, wie viel Macht in den Händen derer konzentriert ist, die Politik aus dem Hintergrund beeinflussen, um nicht zu sagen: lenken.

Zentral wichtig ist dabei das Zinsgeldsystem, das ja weltweit etabliert ist - außer vielleicht bei einigen unerforschten Regenwaldvölkern, die noch nach eigenen ökomomischen Regeln leben. Das Geldsystem befindet sich in der Hand weniger privater Akteure, die es natürlich nach eigenem Gusto kartellartig  beeinflussen können. Und damit gehen sämtliche Regierungen weltweit am Gängelband jener Akteure.

Hier ist kein Raum, um dieses Thema zu vertiefen. Es gibt anschauliche Literatur dazu. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass es in den letzten zweihundert oder mehr Jahren keine bedeutende Revolution und erst recht keinen überregionalen Krieg gegeben hat, der nicht aus dem Dunstkreis dieses Geldmachtmilieus heraus angezettelt wurde. Und nun schließe ich den Kreis: Was auch immer in naher Zukunft politisch passieren wird - jene Akteure werden es maßgeblich bestimmen, auch wenn sie die Entwicklungen nicht im Detail werden steuern können. Es genügt, dass sie immer wieder das große Schwungrad drehen, um den Dingen ihre Richtung zu geben.

Lotta Vorbeck
29. Juli 2017 17:13

@Utz - 29. Juli 2017 - 07:56 AM

...

Deutschland als quasi entmilitarisierte Zone hat gar nicht die Ressourcen, um die staatliche Autorität im Ernstfalle zu garantieren.

Wohl wahr! Andererseits sind die nichtvorhandenen Ressourcen im Sinn von Bodenschätzen etc. meine Hoffnung auf lange Sicht. In einem kalten Land, in dem sich nichts auf die schnelle zu Cash machen läßt, gibt es dann auch für die Invasoren nach dem Bürgerkrieg nichts mehr zu holen. Dann sind wir wieder allein.

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Das wahre Kunstück dürfte darin bestehen, den heraufdämmernden Bürgerkrieg überhaupt physisch zu überleben.

Dieser Bürgerkrieg - vieles spricht dafür - wird nicht als Bürgerkrieg im klassischen Sinne, sondern als eine höchst einseitige Angelegenheit daherkommen. Im Klartext: Die aus den zivilisatorisch rückständigsten Weltgegenden in die BRD importierten, gewaltaffinen, tribalistisch sozialisierten Leute, werden leichtes Spiel dabei haben, ihre Interessen gegen die wehrunfähigen, infantilisierten, saturierten, in ihrer Mehrheit völlig realitätsblinden, konsumfixierten Restdeutschen durchzusetzen. Dazu, sich vorzustellen, wie dieses Durchsetzen praktisch ins Werk gesetzt werden wird, bedarf keiner besonderen Phantasie. Das, was heutzutage als "FSK 16" etikettiert im DVD-Regal der Elektronikhandelsketten steht, dürfte sich gegen das kommende Grauen wie ein Kindergeburtstag ausnehmen.

Eine Blaupause, für die Bestialitäten, die auch hierzulande alsbald an der Tagesordnung sein könnten, stellen Südafrika, das unter Robert Mugabe total ruinierte Südrhodesien und Namibia dar.

Die in diesen drei Ländern verfolgten, einem schleichenden Genozid ausgesetzten Weißen bekommen in Westeuropa bezeichnenderweise kein Asyl gewährt.
Wer es von denen schafft, setzt sich nach Australien, Neuseeland oder Südamerika ab, wo obendrein deren über Generationen tradiertes Wissen in Sachen Farmbetrieb und Agriculture hoch geschätzt wird.

Martin Lichtmesz schrieb am 10. Dezember 2013 hier auf SiN:

"Das wahre Erbe des Nelson Mandela"
https://sezession.de/42758/das-wahre-erbe-des-nelson-mandela

"...

Südafrika hat heute den weltweit höchsten Gini-Koeffizient für "Ungleichverteilungen", die weltweit höchste Vergewaltigungsrate und eine Mordrate, die siebenmal so hoch ist wie die der USA, sowie eine Rekordzahl an HIV-Infizierten (12 % der Bevölkerung).

Auch der Rassenhaß ist keinesfalls geringer geworden. Mit dem kleinen Unterschied, daß dieser sich heute hauptsächlich gegen die weißen Buren richtet, die seit Ende der Apartheid zu Tausenden abgeschlachtet worden sind. Vor allem die bestialischen Überfälle auf Farmen haben bisher an die 4,000 Todesopfer gefordert. Das sind Vorgänge, die man getrost als Genozid ansprechen kann (siehe auch hier). Auf Benefizkonzerte und prominente Krokodilstränen für diese Toten wird man wohl lange warten müssen. Inzwischen ziehen sich die Weißen immer mehr in "gated communitites" zurück, womit die Apartheid wieder unter anderen Vorzeichen hergestellt wäre. Gleichzeitig sorgen neue rassenpolitische Regierungsprogramme dafür, daß die Schwarzen wirtschaftlich und auf dem Arbeitsmarkt systematisch begünstigt werden.

..."

Wer's genauer wissen will, mag sich diese drei, seinerzeit ebenfalls von Martin Lichtmesz verlinkten Netzseiten anschauen:

# South african murdered farmers - Google-Suche
https://www.google.de/search?site=&tbm=isch&source=hp&biw=1136&bih=925&q=south+african+murdered+farmers&oq=south+african+murdered+farmers&gs_l=img.3%E2%80%A6846.5367.0.5524.34.11.2.16.17.0.670.1224.9j1j5-1.11.0%E2%80%A6.0%E2%80%A61ac.1.32.img..13.21.1197.D5JOi1H6N_0&gws_rd=cr&ei=2H98WcHXHYGMUa_VipgH

# Boer Genocide
https://afrikaner-genocide-achives.blogspot.de/

# South African farm attacks - Wikipedia
https://en.wikipedia.org/wiki/South_African_farm_attacks

Bei Antaios sind für an diesem Thema interessierte Leser darüber hinaus lieferbar:

# Der vertagte Bürgerkrieg
https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/blaue-narzisse/35248/der-vertagte-buergerkrieg.-frieden-brutalitaet-und-chaos-in-der-totalitaeren-moderne

Der Autor legt schlüssig dar, wieso es mangels Masse auf Seiten der Deutschen nicht mehr zu einem Bürgerkrieg im klassischen Sinne kommen kann.

sowie das Kaplakenbändchen

# Zurüstung zum Bürgerkrieg. Notizen zur Überfremdung Deutschlands
https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/1094/zuruestung-zum-buergerkrieg.-notizen-zur-ueberfremdung-deutschlands

Der_Jürgen
29. Juli 2017 17:18

Eine sehr interessante Diskussion auf, wie mir scheint, hohem Niveau.

@Caccatum non est pictum @Der Gehenkte

Bezüglich der Steuerbarkeit historischer Prozesse scheint mir die Wahrheit zwischen Ihren Positionen zu liegen, vermutlich etwas näher an der von @Caccatum non est pictum. Dass, um ein Beispiel unter vielen zu nennen, die Umvolkung der weissen Welt durch afro-asiatische (bzw. in den USA mexikanische) Masseneinwanderung von langer Hand geplant wurde, dürfte nicht zu bestreiten sein, da hierfür genügend Beweise und noch viel mehr Indizien vorliegen.

In der BRD begann der Grosse Austausch scheinbar harmlos, mit der Anwerbung von Gastarbeitern aus südeuropäischen Ländern, die dem abendländischen Kulturkreis angehörten. Diese Anwerbung liess sich mit wirtschaftlichen Argumenten begründen und stiess deshalb auf recht wenig Widerstand. Wo sich solcher regte, kam er interessanterweise eher von der SPD als von der CDU, deren Chef Adenauer bereits 1926 als junger Kölner Bürgermeister Coudenhove-Kalergis Paneuropa-Union beigetreten war.

Mit der Begründung, wir müssten den Türken dafür dankbar sein, dass sie die Nato-Südostflanke gegen die Russen verteidigten, verlangten die USA als nächsten Schritt von der BRD, auch türkische Gastarbeiter zuzulassen - ein Entscheid, der den Auftakt zur schleichenden Islamisierung Deutschlands bildete, denn ab ca. 1973, als der Markt gesättigt war und fast keine Gastarbeiter mehr kamen,  ging der Familiennachzug so richtig los. Es folgten dann die endlosen Wogen von "Schutzsuchenden" und "Verfolgten" aus dem Nahen Osten und  Afrika, die 2015 einen vorläufigen Höhepunkt erreichten.

Dass der Widerstand gegen die nun unverhüllt betriebene Umvolkung vor allem im Westen der Republik gering blieb, dafür hatte das System durch jahrzehntelange Umerziehung, deren Schwerpunkt auf der Erzeugung und Verewigung von Schuldkomplexen lag, gesorgt.

Sind wir also nur hilflose Marionetten? Werden wir, während wir zu schieben glauben, nur geschoben? Zum Glück nicht ganz. Hier kommen die vom Gehenkten erwähnten Unabwägbarkeiten ins Spiel, die sich aus der Komplexität der Prozesse ergeben.

Ein Paradebeispiel war die Wahl Donald Trumps in den USA. Mir soll keiner erzählen, dies sei ein abgekartetes, Spiel des Establishments gewesen. Dessen Entsetzetzen über die Wahl des Emporkömmlings, der - wie der Republikaner Newt Gingrich vor ca. zehn Tagen mit verblüffender Offenheit zugab - von der Spitze seiner Partei abgelehnt wird, weil er keinen Geheimorganisationen angehört und deren Rituale nicht durchgemacht hat, war mit Sicherheit nicht gespielt. Dass es nunmehr so aussieht, als sei Trump vom Establishment in die Knie gezwungen worden, ändert nichts daran, dass seine Wahl von diesem in keiner Weise geplant war. Und selbst wenn er scheitert - der Geist ist aus der Flasche, die Gebote der Political Correctness werden immer weniger beachtet. Vielleicht ist Trump nur der Wegbereiter eines sehr viel Grösseren.

Die Komplexität und Unabwägbarkeit der historischen Prozesse, der menschliche Faktor, der immer wieder in den Vordergrund rückt, ist ein wichtiges Argument gegen den unfruchtbaren Defätismus, vor dem hier vor kurzer Zeit ein junger Identitärer mit Recht warnte. Ich bin zwar keineswegs ein Spezialist auf dem Feld der Anthroposophie wie Gustav Grambauer, kenne aber immerhin das Steiner-Zitat "Ahriman weiss nicht, dass er nicht siegen kann". Hoffentlich siegt er tatsächlich nicht. Dass er, sofern er u

Der_Jürgen
29. Juli 2017 17:20

Hausmeister: Mein letzter Kommentar ging vorzeitig ab. Der letzte Satz muss lauten:

Dass er, sofern er unterliegen sollte, eine ungeheure Zahl von Menschen mit sich in den Abgrund reissen wird, ist nicht zu bezweifeln; mit dem Schluss seiner Wortmeldung hat @Der Gehenkte leider recht.

Cacatum non est pictum
30. Juli 2017 01:52

@Lotta Vorbeck

Ihren Literaturempfehlungen zum Thema Südafrika sei noch die IfS-Studie "Südafrika. Vom Scheitern eines multiethnischen Experiments" hinzugefügt. Eine sachlich-nüchterne Analyse der politischen Entwicklungen nach dem Ende der sogenannten Apartheid. Dort ist in ziemlich unspektakulärer Sprache festgehalten, welch Hölle auf Erden die Schwarzen aus diesem Staat gemacht haben. Ebenfalls lesenswert: Peter Scholl-Latours "Afrikanische Totenklage", dort die Abschnitte über Südafrika. Er berichtet wie immer aus eigener Anschauung und geht auch auf die Farmermorde ein.

Im Klartext: Die aus den zivilisatorisch rückständigsten Weltgegenden in die BRD importierten, gewaltaffinen, tribalistisch sozialisierten Leute, werden leichtes Spiel dabei haben, ihre Interessen gegen die wehrunfähigen, infantilisierten, saturierten, in ihrer Mehrheit völlig realitätsblinden, konsumfixierten Restdeutschen durchzusetzen.

Eine Gegenthese findet sich bei Fjordman in seinem Kurzessay "Vorbereitung auf Ragnarök" (Hervorhebungen durch mich):

"Wie Geoffrey Parker uns in 'The Cambridge History of Warfare' erinnert, war das allgemeine Ziel westlicher Strategie 'fast immer die totale Niederlage und Vernichtung des Feindes, und dies stand in krassem Gegensatz zur militärischen Praxis vieler anderer Gesellschaften.' Er betont die Kombination aus technologischer Innovation und Disziplin als Schlüsselmerkmale der westlichen Militärtradition. Es stimmt nicht, daß Europäer besonders ethnozentrisch sind; wenn überhaupt, ist es der totale Mangel an Ethnozentrismus, der heute unser größtes Problem darstellt. Es stimmt jedoch, daß wir zusätzlich dazu, große Forscher, Künstler und Wissenschaftler zu sein, auch große Krieger gewesen sind, wenn die Umstände es erforderten. Dieses spezielle kulturelle Merkmal ist in unserem Zeitalter der Dekadenz, des Verrats und der selbstmörderischen Toleranz zugegebenermaßen sehr gut verborgen, aber es kann wieder hervorgeholt werden."

Darauf setze auch ich meine Hoffnungen. Wenn es eine starke Kontinuität gibt in den Charaktermerkmalen von Völkern - wie sie etwa Andreas Vonderach in seinen Arbeiten beschreibt -, dann dürften unsere militärischen Fähigkeiten nicht in zwei Generationen komplett verloren gegangen sein. Ich bin guter Dinge, dass es zu einer Revitalisierung kommt,  wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen - obgleich man sich das angesichts der heutigen Zustände kaum vorstellen kann. Am besten wäre es natürlich, derlei Katastrophen im Vorhinein abzuwenden.

Rabenfeder
30. Juli 2017 06:46

@ Der Jürgen

Sie schreiben:

„Ein Paradebeispiel war die Wahl Donald Trumps in den USA. Mir soll keiner erzählen, dies sei ein abgekartetes, Spiel des Establishments gewesen. Dessen Entsetzetzen über die Wahl des Emporkömmlings, der - wie der Republikaner Newt Gingrich vor ca. zehn Tagen mit verblüffender Offenheit zugab - von der Spitze seiner Partei abgelehnt wird, weil er keinen Geheimorganisationen angehört und deren Rituale nicht durchgemacht hat, war mit Sicherheit nicht gespielt. Dass es nunmehr so aussieht, als sei Trump vom Establishment in die Knie gezwungen worden, ändert nichts daran, dass seine Wahl von diesem in keiner Weise geplant war.“

Na, ja, das kommt darauf an, wen man zum inneren Kern des Establishments zählt. Wer von einer planvoll agierenden Cabale mit Herrschaftsanspruch ausgeht, der vermutet vielleicht, dass es ab und an fundamentale Entscheidungen im inneren Kreis getroffen worden sind, von denen die meisten, mitunter gar höhere Hofchargen, obwohl vermeintlich „in the know“, genauso aus der Zeitung erfahren, wie Sie und ich. Der auch hier diskutierte Paradigmenwechsel wird geheim vorbereitet und dann durch alle möglichen und unmöglichen Kanäle kommuniziert, auf das sich der Gol... die beherrschte Gemeinde in Bewegung setzt. Nehmen wir die gegenwärtige geopolitische Situation:

Die USA hat sich ein bisserl überdehnt, oder besser, sie wurde vor allem im Interesse (das keineswegs mit dem US-Interesse identisch ist) ihrer kaum noch geheimen Elite überstrapaziert; vielleicht war man selbst innerhalb der wahren Elite zu arrogant, sorglos und selbstgefällig geworden, so dass es wohl an der Zeit ist, dem potentiell gefährlichen, weil außer Rand und Band tobenden Lehm-Unhold, den Leben einhauchenden Zettel aus dem Mund zu nehmen. Man setzt den magischen Zettel zwar umgehend wieder zwischen die Zähne des hirnlosen Sklaven, aber mit neuen Befehlen. Eine Prise Nationalismus ist wieder erlaubt, das stärkt den eigenen Machtanspruch auf ein kleines, dereinst vielleicht weit größeres Land zwischen Nil und Euphrat. Außerdem müssen den Fellachen, aber vor allen Dingen den eigenen Diaspora-Schäfchen die liberal-gutmenschlichen Flausen aus dem verwirrten Kopf geschlagen werden, die auch, obwohl lange nützlich und abgesegnet, durchaus bedrohlich für das große Werk werden können, nämlich dann, wenn eine kritische Masse sie allzu ernst nimmt. Da ist multipolar augenblicklich eher wünschbar als unipolar – das wussten schon die perfiden Albioner mit ihrer „Balance of Power“-Politik auf dem Kontinent. Nicht zuletzt sind im Zuge von 911 manche Verbindungen und Abhängigkeiten innerhalb der Elite zu deutlich ins grelle Rampenlicht getreten, was schnellstens verdunkelt werden muss.

Zeit für einen Paradigmenwechsel!

Eurasien ist dementsprechend im Kommen, die transatlantische Brücke wird abgerissen. Der strategische Rückzug des neuen Roms mit Brexit und verbrannter Erde bei den verräterischen Festlandvasallen braucht starke Worte und Maulhelden, die diese herauspoltern, um vom eigentlichen Geschehen, einer De-Facto-Degradierung, abzulenken. Auftritt Zaphod Be...Donald Trump. Ob dieses Zitat aus „The Hitchhikers Guide to the Galaxy“ dem munteren Treiben nahe genug kommt?

„The President in particular is very much a figurehead- he wields no real power whatsoever. He is apparently chosen by the government, but the qualities he is required to display are not those of leadership but those of finely judged outrage. For this reason the President is always a controversial choice, always an infuriating but fascinating character. His job is not to wield power but to draw attention away from it. On those criteria Zaphod Beeblebrox is one of the most successful Presidents the Galaxy has ever had- he has already spent two of his ten presidential years in prison for fraud. Very very few people realize that the President and the Government have virtually no power at all, and of these few people only six know whence ultimate political power is wielded.“

(Den konnte ich mir nicht verkneifen...)

Wer Trump maßgeblich förderte, ist ja durchaus auch beim „Gegner“ bekannt:

https://www.nytimes.com/2016/08/19/us/politics/robert-mercer-donald-trump-donor.html

Gehören die zum Beispiel nicht zum Establishment? Dass Trump nicht aus dem Washingtoner Sumpf entsprungen ist, vielleicht auch keinen Maurer- und Lichtbringer Zirkeln zugehörig ist, dünkt mich Absicht. Vielleicht zeigt man ja den höheren Dienern, wo der Hammer wirklich hängt? ;)

Sie geben zu bedenken:

„ Und selbst wenn er scheitert - der Geist ist aus der Flasche, die Gebote der Political Correctness werden immer weniger beachtet. Vielleicht ist Trump nur der Wegbereiter eines sehr viel Grösseren.“

Eben. Derjenige, dem das Oben vermutete Szenario zu unglaubwürdig oder zu einseitig erscheint, hält vielleicht andere Faktoren für wesentliche Ursachen des Paradigmenwechsels, als da wären: Russische Spionage-Raffinesse, Chinas Erwachen, inneres Chaos durch strukturelle Schwäche der westlichen Demokraturen, mächtige Geheimdienst-Netzwerke a la Sahara-Lodge, etc. Wie dem auch sei, die Welt ist in Bewegung. The board is set, the pieces are moving.

Rabenfeder
30. Juli 2017 07:08

Nachtrag:

unter etc. finden sich noch erwähnenswerte Punkte wie geostrategische Notwendigkeiten (vulgär-materialistisch: eurasische Landmacht/atlantische Seemacht) oder feinstoffliche Energieströme, auch innere Konflikte zwischen US-nationalen und globalistischer gesinnten Eliten und noch einiges mehr

Utz
30. Juli 2017 11:03

... dann dürften unsere militärischen Fähigkeiten nicht in zwei Generationen komplett verloren gegangen sein. Ich bin guter Dinge, dass es zu einer Revitalisierung kommt,  wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen ... 

Ihren Optimismus möchte ich haben! Zumindest müßte man mal anfangen

- das Thema deutlich stärker ins öffentliche Bewußtsein zu rücken

- dafür zu sorgen, daß die zukünftigen Kämpfer überhaupt die körperlich/geistig/seelische Ausdauer wiedererlangen, die dafür nötig wäre.

Sehen Sie sich die jungen Menschen an: außer der von Ihnen erwähnten "selbstmörderischen Toleranz" behindert sie auch noch eine in zwei Generationen schon etwas degenerierte Disziplin. Sicher, die "Highpotentials", die in Führungspositionen sind, haben sich in einem mörderischen Auswahlverfahren bewährt, haben bewiesen, daß sie kämpfen können, aber was ist mit den anderen? Wie geht das aus, wenn man den deutschen Schüler, der sich immerhin durch 9 - 12 oder 13 Jahre erzwungene Ordnung durchgekämpft hat (abgesehen von den Pausen, die er auf der Toilette mit seinem Handy verbracht hat und den Nächten, die er sich mit Online-Spielen um die Ohren geschlagen hat) mit dem Migranten vergleicht, der die Auswahl in seinem Heimatort überstanden hat, den Weg bis nach Libyen und übers Mittelmehr bewältigt hat?

Cacatum non est pictum
30. Juli 2017 12:59

@Utz

Ganz ohne Zuversicht ist eben schlecht leben. Ich weiß nicht, was passieren wird. Aber Menschen, die mit dem Rücken zur Wand stehen, werden sich dieser Lage anpassen. Und ich halte es sehr wohl für denkbar, dass in solch einer Situation Fähigkeiten hervortreten, die zuvor ein Leben lang nicht benötigt worden sind.

Körperliche Fitness lässt sich - gezieltes, regelmäßiges Training vorausgesetzt - relativ schnell erlangen. Und die Tugend der Disziplin ist uns Deutschen quasi mit der Muttermilch eingeflößt worden. Wer mal im Ausland gelebt hat, weiß das einzuschätzen. Ich bemühe hier gern eine Analogie aus der Welt des Fußballs: Interessierte werden wissen, dass der afrikanische Kontinent in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl hochkarätiger Spieler hervorgebracht hat. Das Potential dort ist riesengroß. Aber afrikanische Nationalmannschaften haben es bis heute nicht geschafft, bei einer Weltmeisterschaft über das Viertelfinale hinauszukommen. Sie scheitern immer und immer wieder an ihrer mangelnden Disziplin, obwohl die Spieler durchweg bei europäischen Klubs unter Vertrag stehen.

Ich müsste mit dem Klammeraffen gepudert sein, um zu glauben, dass jenes Unvermögen zur Disziplin nicht auch in einer (para-)militärischen Auseinandersetzung ausschlaggebend wäre. Es dürfte ein Genickbrecher sein und eine Schwachstelle, in die der Gegner nur entschieden genug hineinstoßen müsste.

Aber vielleicht phantasiere ich hier tatsächlich bloß herum, und alles ist schon verloren. Dann wäre es allerdings müßig und geradezu obszön, intellektuelle Debatten auf sezession.de zu führen. Nein: Die Lage ist todernst, aber nicht hoffnungslos.

Lotta Vorbeck
30. Juli 2017 13:31

@Cacatum non est pictum - 29. Juli 2017 23:52

Darauf setze auch ich meine Hoffnungen. Wenn es eine starke Kontinuität gibt in den Charaktermerkmalen von Völkern - wie sie etwa Andreas Vonderach in seinen Arbeiten beschreibt -, dann dürften unsere militärischen Fähigkeiten nicht in zwei Generationen komplett verloren gegangen sein. Ich bin guter Dinge, dass es zu einer Revitalisierung kommt, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen.
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DANKE, für Ihre weiterführenden Literaturhinweise. Verlorengegangene Substanz kann nicht wieder hervorgeholt werden, auch wenn man mit dem Rücken zur Wand steht.

@Utz - 30. Juli 2017 09:03

Sehen Sie sich die jungen Menschen an: außer der von Ihnen erwähnten "selbstmörderischen Toleranz" behindert sie auch noch eine in zwei Generationen schon etwas degenerierte Disziplin.
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Sicher, es mag Ausnahmen geben, die fallen freilich prozentual überhaupt nicht ins Gewicht. Das, was noch an eigener Jugend übrig ist,

# hat größtenteils keinen (noch so kurzen) Wehrdienst geleistet

# verachtet die eigenen Vorfahren

# ist als Einzelkind aufgewachsen, weiß daher nicht, was es bedeutet seinen Platz zu behaupten und sich dabei gleichzeitig in den Verband der eigenen Leute einzufügen

# ist an gute Noten für nicht erbrachte Leistungen gewöhnt

# hat kaum je um etwas - auch im übertragenen Sinne - kämpfen müssen

# hat nicht die leiseste Ahnung davon was "Ohne Fleiß, kein Preis" bedeutet

# hat nie erfahren was Sekundärtugenden wie Disziplin, Zielstrebigkeit, Kameradschaft bedeuten

# verfügt kaum noch über sogenanntes Allgemeinwissen, geschweige denn tradiertes Wissen die eigene Kultur und Herkunft betreffend

# verläßt die Schule  zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz als funktionaler Analphabet

Nein, weder in quantitativer, noch qualitativer Hinsicht ist von der großteils wohlstandsverwahrlosten, degenerierten Restjugend zu erwarten, daß sie das Ruder energisch herumreißen wird. Sowohl die Mehrheit der Restjugend, als auch die Heerscharen an Rentnern und Pensionären gehören zu den treuesten Stützen des gegenwärtig herrschenden Systems.

Der_Jürgen
30. Juli 2017 14:21

 @Rabenfeder

Danke für Ihren ausführlichen Kommentar, der neben manchem mir Bekanntem auch etliches für mich Neues enthielt.

Utz
30. Juli 2017 22:16

Aber vielleicht phantasiere ich hier tatsächlich bloß herum, und alles ist schon verloren. Dann wäre es allerdings müßig und geradezu obszön, intellektuelle Debatten auf sezession.de zu führen.

Da haben Sie recht.

Nein: Die Lage ist todernst, aber nicht hoffnungslos.

Halten wir es mit Terry Pratchett: Die Chance ist eins zu einer Million, aber es könnte klappen.

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