4. August 2017

18. Sommerakademie in Schnellroda zur „Parteienherrschaft“

Gastbeitrag / 13 Kommentare

Knapp acht Wochen vor der Akademie, die vom 15. bis 17. September in Schnellroda stattfindet, eröffnen wir die Anmeldeliste und können gleich mitteilen, daß wir wieder maximal 130 Plätze zur Verfügung haben. Mehr gibt der Saal nicht her, wenn man dem Anspruch der Akademie, ein Ort der freien Rede (und nicht der Verkündigung) zu sein, gerecht werden will.

Eine Woche vor der von einigen Leitartiklern zur Schicksalswahl erklärten Bundestagswahl widmen wir uns dem Thema „Parteienherrschaft“. An dieser Tatsache, daß in Deutschland die Parteien herrschen, wird die Wahl im September naturgemäß nichts ändern, auch wenn sich unter den Parteien im Bundestag eine neue Farbe befinden sollte. Ob sich daraus eine ernsthafte Opposition entwickelt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie stark der Wille ist, sich den Oligarchisierungstendenzen zu entziehen. Daß diese übermächtig sind, kann man am Schicksal der Grünen und der Linkspartei studieren.

Die Akademie beschränkt sich daher nicht auf die Klassiker der Parteienkritik, die natürlich dennoch den ihnen gebührenden Platz eingeräumt bekommen, sondern nimmt vor allem die politische Gegenwart der Bundesrepublik in den Blick. Dabei gilt es u. a. folgende Fragen zu behandeln:

  • Welches Selbstverständnis haben die Parteien von sich selbst?
  • Ist der Verfassungsschutz ein Machtinstrument des Parteienstaates?
  • Warum unterstellt man den politischen Konkurrenten Populismus und bezeichnet sich selbst als Demokraten?
  • Wie sieht es im Innern einer Volkspartei aus?
  • Welche ideologischen Weichenstellungen haben zur Parteientreue der Deutschen geführt?

Neben den sieben Vorträgen, für die wir u. a. Steffen Dietzsch, Henry Nitzsche, Josef Schüßlburner und Thor v. Waldstein gewinnen konnten, gibt es wie immer einen Filmabend, Sport und ausreichend Gelegenheit zum Austausch.

Die Hörerbeiträge sind nicht hoch. Wer Geld verdient, bezahlt für zwei Übernachtungen, Vollpension und alle Vorträge 100 €, alle anderen bezahlen 50 €. Die Akademie ist Teilnehmern unter 35 Jahren vorbehalten. Das vorläufige Tagungsprogramm mit dem Anmeldebogen gibt es hier.

Kommentare (13)

Ein gebürtiger Hesse
27. Juli 2017 11:29

Sehr gut getimt. Das richtige Thema zur richtigen Zeit. Freue mich darauf!

Herr K.
27. Juli 2017 12:12

Bin dabei! Anmeldung geht morgen raus...freue mich auf ein Wiedersehen!

Peter Ruckelshausen
27. Juli 2017 20:26

Schade, da bin ich wohl zu alt - obwohl brennend interessiert. Aber sollen die jungen Leute mal, ihnen gehört die Zukunft. Viel Erfolg!

niekisch
27. Juli 2017 21:03

Zu alt - schade: hätte gerne Carl Schmitts Parteienkritik eingebracht.

E.
27. Juli 2017 22:05

Ich kann schon erahnen, was die Hintergründe dafür sind, dass die Teilnahme an den Sommerakademien auf Teilnehmer bis zu 35 Jahren beschränkt ist. Grundsätzlich ist das auch völlig in Ordnung.

Anderseits würde ich - als Endvierziger jetzt auch noch nicht ganz das alte Eisen -  dann doch einmal bei so etwas dabei sind, nicht zuletzt, weil ich es wichtig finde, wenn Ältere auch Jüngeren von ihren Erfahrungen berichten, z.B. auch im Hinblick auf Berufswahl. - Warum also nicht einmal so eine Sommerakademie für einen Tag (oder Samstagmittag bis Sonntagfrühstück, damit sich die Anreise lohnt, andererseits die restliche Zeit des verlängerten Wochenendes [Freitag, Samstagvormittag, Sonntag] der geschlossenen Runde für die bis zu 35-Jährigen verbleibt) öffnen auch für "Ältere", z. B. für einen Vortrag mit Diskussion und anschließendem Austausch, tatsächlich auch im Sinne der Berufsberatung. - Fände ich spannend und wäre da gerne einmal dabei.

Osmond van Beck
27. Juli 2017 23:56

"Leider" kommen mittlerweile soviele Menschen, dass "das Schäfchen" schon fast nicht mehr ausreicht. Es platzt jedenfalls meiner Wahrnehmung nach aus allen Nähten. Die Altersbegrenzung hat da in diesem Sinne auch noch irgendwo ihre Berechtigung, finde ich...

Benedikt Kaiser
28. Juli 2017 10:13

@E.:

Die letzten Akademien wurde es (sommers wie winters) immer so gehalten, daß der Sonntag "geöffnet" wurde; das wurde auch so – u. a. auf Sezession im Netz – kommuniziert und von vielen Gästen aus dem Spektrum "35+" genutzt. Ob es diesmal auch der Fall sein wird, ist derzeit noch nicht entschieden. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, nicht zuletzt der Auslastung, die mittlerweile aufgrund des großen Interesses an den Akademien grenzwertig ist, vgl. auch den entsprechenden Kommentar von "Osmond van Beck".

Zudem veranstaltet das IfS auch Veranstaltungen jenseits der Studentenbeschränkung: In Berlin findet acht bis zehn Mal im Jahr der Staatspolitische Salon statt, in unregelmäßigen Abständen (im Schnitt 1 x jährlich) führt das Institut zudem einen Staatspolitischen Kongreß in Schnellroda durch.

E.
28. Juli 2017 20:59

@ Herr Kaiser: Besten Dank für Ihre Antwort!

Stefan Pauly
4. August 2017 15:56

Wird es von der Veranstaltung ein Video auf dem "Kanal Schnellroda" geben? Ich würde mich sehr freuen, denn ich bin bereits deutlich über 35 Jahre alt...

Leser
4. August 2017 22:50

Nix gegen Ihr, sorry, Kuhdorf, den netten Gasthof, das Publikum und die Protagonisten Ihrer wunderbaren Veranstaltungen -  aber warum stocken Sie nicht bissel auf, Faktor 10 / deutschlandweit?

Solution
5. August 2017 02:25

Man sollte die Leute in Schnellroda nicht überfordern. Die machen schon sehr, sehr viel. Vielleicht sollte mancher hier mal selbst die Initiative ergreifen und selbst mal was vor Ort organisieren.

Frieda Helbig
5. August 2017 11:37

Zum leidigen immer wieder aufgewärmten Thema der Altersbeschränkung, zumal es die Akademien ja nun schon etliche Jahre gibt: Wer zu spät rechts wird, den bestraft das Leben :-) und wer früh in seinem Leben auf den rechten Weg findet, der kommt in den Genuß der Teilnahme :-)

Desprecio
7. August 2017 10:26

@ "Frieda Helbig" / 07. August 2017

Selten einen dümmeren, von jedem logischen Denkvorgang befreiten, Kommentar bei SiN gelesen.

Gute Besserung !

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