31. Juli 2017

Autoindustrie am Abgrund

von Michael Wiesberg / 31 Kommentare

Die Deutschen – ich bitte umgehend um Entschuldigung, das war zu vorschnell –, die „Menschen in Deutschland“ weilen im Urlaub oder noch auf den Autobahnen im Stau.

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

Währenddessen geht ein Erdbeben durch die deutsche Automobilindustrie, dessen Auslöser zu einem Gutteil das sogenannte „Flaggschiff des deutschen Investigativjournalismus“ ist, nämlich der Hamburger Spiegel (Bezahlschranke).

Laut Spiegel sollen sich führende deutsche Autobauer bereits seit den 1990er Jahren in geheimen Arbeitskreisen über die Technik, Zulieferer und auch über die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge abgesprochen haben. An den Absprachen sollen VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler beteiligt gewesen sein. Mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen hätten sich in mehr als 60 Arbeitskreisen (sog. „5er-Kreise“) abgestimmt. Mit den Absprachen sei der „Wettbewerb außer Kraft gesetzt“ worden, lautet der Vorwurf des Spiegels.

Bereits hier wird man stutzig: 60 Arbeitskreise(!) mit einer hohen Zahl von Mitwissern, aus deren Kreis jederzeit Insider-Wissen nach außen abfließen kann, sollen zum Schaden der Kunden gesetzwidrigem Treiben nachgegangen sein? Wenn dem so wäre, müßten die Vorstände der betroffenen Autokonzerne, die über diese Aktivitäten offenbar voll informiert waren, umgehend in die Wüste geschickt werden.

Es liegt auf der Hand, daß diese Vorgänge auch ein gefundenes Fressen für die US-amerikanischen „Krokodilsanwälte“ sind, die umgehend auf die Initiative dreier Kundinnen reagierten und auf Basis von „Presseberichten“ – gemeint ist vor allem der Spiegel – gegen Volkswagen, Daimler und BMW wegen angeblicher illegaler Preisabsprachen bzw. Absprachen zur Abgastechnik eine Sammelklage (die freilich noch zugelassen werden muß) einreichten; alle drei deutschen Autokonzerne sollen gegen US-Wettbewerbsrecht verstoßen haben. Die Anklageschrift, die sichtbar „mit heißer Nadel gestrickt“ sei, umfasse laut Welt online 69 Seiten und setze die deutsche Autoindustrie weiter unter Druck.

Man kann sich hier nicht schnell genug in Position bringen, schließlich winken milliardenschwere Klagen. Daß es neben diesem nach dem VW-„Dieselgate“-Skandal neuerlichen Erdbeben für die deutsche Autoindustrie noch ein paar Nebenbeben gibt, so z.B. ein mögliches Fahrverbot für Diesel-Autos in Stuttgart, das Signalwirkung haben dürfte, rundet das bedrohliche Bild ab, sei hier aber nur en passant erwähnt.

Sollten sich die Recherchen des Spiegels, der bereits das „Ende des Deutschland-Kartells“ ausruft, zu angeblichen Kartellabsprachen zwischen Daimler, BMW, Porsche, Audi und VW substantiieren und sich das ganze „zum größten Wirtschaftsskandal seit dem Zweiten Weltkrieg“ auswachsen, wie die Süddeutsche Zeitung bereits orakelt, dann wird die Axt an den Kern der deutschen Industrie gelegt, die so stark auf das Auto fokussiert sei wie keine andere Volkswirtschaft, wie das Manager Magazin feststellte.

Möglicherweise sehen die Links-Ideologen des Spiegel, die als „Oberkanoniere“ am „journalistischen Sturmgeschütz der Demokratie“ herummunitionieren, jetzt die Gelegenheit gekommen, dem Ziel der Öko-Phantasten, ab 2030 in Deutschland nur noch abgasfreie Autos ohne Diesel und Benzin fahren zu lassen, näherzukommen. Möglicherweise winkt dem Spiegel aber auch wieder ein Platz an den „Fleischtöpfen der Sieger“ im laufenden Wirtschaftskrieg; so der Titel eines Kapitels aus Leo Brawands immer wieder lesenswerten Erinnerungen an die Anfänge des Spiegels (Düsseldorf, Wien, New York 1987). Diese Fleischtöpfe bewahrten die Spiegel-Redakteure nach dem Krieg davor, „vor Hunger umzufallen“.

Doch zurück zu den deutschen Autokonzernen, die sich auch deshalb vom Spiegel am Nasenring durch die Arena ziehen lassen müssen, weil sich der Daimler- und der VW-Konzern offenbar vor einiger Zeit bereits selbst anzeigt haben, möglicherweise, um von der Kronzeugenregelung zu profitieren, die eine weitgehende Straffreiheit vorsieht. Ob Daimler mit dieser Selbstanzeige, die bereits 2014 erfolgt sein soll, auch das Ziel verfolgt, insbesondere den BMW-Konzern als direkten Konkurrenten zu schwächen, muß an dieser Stelle offenbleiben.

Auch VW habe laut Focus online, der sich hier auf den Spiegel bezieht, am 4. Juli 2016 einen Schriftsatz eingereicht, in dem der Konzern eine Art Selbstanzeige erstattet habe, und zwar „wegen Beteiligung an mutmaßlichen Kartellverstößen“. „Mutmaßlich“ heißt weder im Fall Daimler noch im Fall VW, daß es wirklich „Kartellverstöße“ gegeben hat.

Die Kartellbehörden hätten laut Auto, Motor und Sport Hinweise auf die Absprachen bereits im Sommer vergangenen Jahres gefunden. Kurze Zeit nach einer Durchsuchung von Räumen der Volkswagen AG habe VW Selbstanzeige beim Bundeskartellamt erstattet. VW habe mittlerweile allerdings zurückgewiesen, daß es illegale Kartellabsprachen gegeben habe. Die Zusammenarbeit zwischen Autoherstellern in verschiedenen Bereichen sei durchaus üblich, betonte der Konzern.

In der Tat ist noch völlig unklar, ob und ggf. welche Absprachen der Autoindustrie zu beanstanden sind. Zum Thema Abgasreinigung betreiben die fünf Hersteller beispielsweise seit 1996 ein gemeinsames „Abgaszentrum der Automobilindustrie“ (ADA), unterstreicht Auto, Motor und Sport. Es dient der „vorwettbewerbliche[n] Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Abgasnachbehandlung von Personenkraftwagen mit Otto- und Dieselmotor“.

Es bleibt abzuwarten, ob der Spiegel seinen Vorwurf, mit den Absprachen sei der „Wettbewerb außer Kraft gesetzt“ worden, überhaupt erhärten kann. Flurschaden hat das Hamburger „Nachrichtenmagazin“ allerdings bereits genug verursacht.

Die direkten Konkurrenten der deutschen Autoindustrie können sich die Hände reiben. Während die in Deutschland skandalisierten Vorgänge in ihren Ländern bestenfalls als Kavaliersdelikte angesehen werden – so „erwägt“ z. B. das US-Justizministerium seit Monaten eine Klage gegen Fiat Chrysler wegen manipulierter Abgaswerte, was anzeigt, daß dieses Thema keine Spezialität von VW ist –, könnte die „Verdachtskultur“ in Deutschland dazu führen, daß die deutschen Autokonzerne nicht nur nachhaltig geschwächt, sondern gleich auch mögliche Übernahmekandidaten für US- oder andere Konkurrenten werden könnten.

Der sicherlich nicht unumstrittene Börsenmakler Dirk Müller hat im konkreten Fall recht, wenn er darauf verweist, daß „wir“ (z.B. als Arbeitnehmer) ein starkes Interesse daran haben müssen, die „Situation in den Griff zu bekommen“, und uns überlegen sollten, mit „was wir in Deutschland künftig Geld verdienen wollen“, wenn die Autoindustrie wegbricht. Strauchelt diese nämlich – „mit allen Konsequenzen für die nachgelagerte Industrie“ (Maschinenbau, Chemie etc.) –, dann müßten wir uns „ernsthaft überlegen“, so Müller sarkastisch, woher wir zum Beispiel „unser bedingungsloses Grundeinkommen herbekommen“; „die Amerikaner werden es uns sicherlich nicht überweisen“.

Es wird aber wohl nicht nur das linke Lieblingsprojekt „bedingungsloses Grundeinkommen“ sein, das dann zur Disposition steht, sondern vor allem die Rolle Deutschlands als führende Exportnation. Allein diese Aussicht dürfte bei Trump, Macron und Konsorten bereits die Sektkorken knallen lassen; insbesondere sie sind es, die keine Gelegenheit auslassen, die Exportstärke Deutschlands zu geißeln und anzuklagen.

Postscriptum: Zumindest hingewiesen sei an dieser Stelle noch auf eine These des auch nicht gerade unumstrittenen ehemaligen verteidigungspolitischen Sprechers der CDU/CSU Willy Wimmer, der mit Blick auf die Auseinandersetzungen um den „VW-Dieselgate“ davon sprach, daß es hier auch um die Arrondierung des „Wirtschaftsstandortes Deutschland“ im Sinne des Shareholder value ging.

Rudimente der sozialen Marktwirtschaft wie das VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität bei wichtigen satzungsändernden Maßnahmen und Strukturentscheidungen einräume, stünden dem Diktat des Shareholder value entgegen. Ob diese letzten Rudimente der „Deutschland AG“ im Zuge der Aufarbeitung der laufenden Diesel-Kartell-Affäre praktischerweise gleich mitgeschleift werden, wird sich weisen. Auch diese Kröte wird Berlin im Zweifelsfall schlucken, wenn die Wall Street und ihre Shareholder-value-Kommissare nur genug Druck machen.

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

Kommentare (31)

t.gygax
31. Juli 2017 10:39

Meine Güte, das ist doch offenkundig: die wollen das, was noch an wirtschaftlicher Kraft in Deutschland vorhanden ist, endgültig zerstören. Man muss sich nur mal bewußt machen, wieviele Arbeitsplätze an der Autoindustrie hängen...deshalb hat ein kluger Kopf (Volker Bieg) schon vor über 15 Jahren davor gewarnt, die Güterproduktion in Deutschland nur noch auf die Autoindustrie zu beschränken. Und der größte Blödsinn war es, den Deutschen einzureden, man müsse nun von der Güterproduktion zum Dienstleistungsgewerbe übergehen. Und das haben alle gepredigt, ich entsinne mich an Reden von Oberbürgermeistern deutscher Großstädte Ende der 90er Jahre, man sei nun froh, dass alteingesessene Firmen verkauft und ausgelagert worden seien und neue "Dienstleister" nun das Stadtbild bestimmen. Der Plan der US-Elite ( nicht des amerikanischen Volkes!) geht voll auf. Untergang. Aber trotzdem: "ein Apfelbäumchen pflanzen, und wenn die Welt morgen untergeht", ein Luther zugeschriebenes Zitat. Was bleibt einem auch anderes übrig, überleben ist schließlich die Aufgabe, vor der wir stehen.

Maiordomus
31. Juli 2017 10:48

Auch wenn es nicht direkt gesagt wurde: Dass es hier um "Moral" gehe oder wenigstens sauberes Wirtschaften, bleibt mehr als zweifelhaft; es handelt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Wirtschaftskrieg, so wie es gegenüber den Schweizer Banken seit ca. 1999 auch der Fall war.

Starhemberg
31. Juli 2017 11:47

Die Verräter sitzen in den eigenen Reihen, da braucht sich der Ami gar nicht groß anzustrengen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie deutsche Berufspolitiker eifrig die eigene Wirtschaft fertig machen. Das gibt es, so glaube und hoffe ich, in sonst keinem anderen Land auf der ganzen Welt. Wenn ich diese Barbara Hendricks sehe, muss ich sofort an den Gulag und schlimmste Foltermethoden der Bolschewiken denken. Und der Spiegel ist immer ganz vorne mit dabei, das eigene Land von oben bis unten mit Scheiße zu überziehen.

Starhemberg
31. Juli 2017 11:52

P.S. Die Amis betreiben durchgehend seit der gefakten"USS Maine"-Geschichte 1898 knallharte Interessenspolitik für sich selbst. Warum sollte man ihnen da zürnen? Ist doch vollkommen richtig. Die Deppen sind die Europäer, die es sich gefallen lassen und von unseren "Freunden" jenseits des Atlantiks fabulieren.

Lutz Meyer
31. Juli 2017 12:26

Mit Verlaub, mir war der deutsche Autonationalismus neben dem deutschen Fußballnationalismus schon immer ein Ärgernis. Dies vor allem deshalb, weil die Teilhabe daran so unverbindlich und so einfach ist. Wie leicht ist es, ein Fähnchen zu schwenken oder einen BMW zu kaufen. Und wie hart muss man sich dagegen Goethe, Kant, Brahms und Bach erarbeiten.

Betrachtet man das Gesamterzeugnis Automobil unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten, so fällt – neben den heute auch für deutsche Konzerne üblichen internationalen Produktionsstandorten – natürlich auch ins Gewicht, dass ein Großteil der verbauten Teile nicht in Deutschland produziert wird. Deutsch ist allenfalls noch die Marke (sofern man hier wiederum die internationalen Anteilseigner außer Betracht lässt) oder genauer: die Markenhistorie.

Und in noch einem Punkt sehe ich das Automobil distanziert (freilich nicht nur das deutsche): Das Auto ist einer der größten Killer deutscher Identität. Historische Innenstädte, die den Bombenterror der Alliierten überstanden hatten, fielen dem Nachkriegswahn der autogerechten Stadt zum Opfer. Unzählige altehrwürdige Gebäude und stille Gärten mussten Straßen und Parkplätzen weichen, fließende Gewässer wurden dem fließenden Verkehr zuliebe begradigt oder gleich ganz in unterirdische Röhren verlegt, Alleebäume flächendeckend abgeholzt, ganze Landschaften dem Fernstraßenbau bzw. dem (wie Ernst Jünger es nannte) Chauffeursnihilismus geopfert. Und der Mobilitätsirrsinn unserer Tage schadet nicht zuletzt auch unserer Seele.

Aus konservativem Blickwinkel gesehen ist der Niedergang der Automobilindustrie nichts, was einen traurig stimmen sollte. Dann sind wir eben nicht mehr Exportweltmeister. Na und?  Je weniger Geld in hiesigen Kassen klingelt, desto geringer wohl auch die Zahl der begehrliche Blicke von außen. Und je weniger wir uns hinter unserem Reichtum verstecken können, desto eher wird vielleicht die Bereitschaft der Hiesigen erwachen, sich wieder dem zuzuwenden, was wirklich wichtig ist.

RMH
31. Juli 2017 13:16

„…. hat im konkreten Fall recht, wenn er darauf verweist, daß „wir“ (z.B. als Arbeitnehmer) ein starkes Interesse daran haben müssen, die „Situation in den Griff zu bekommen“, und uns überlegen sollten, mit „was wir in Deutschland künftig Geld verdienen wollen“, wenn die Autoindustrie wegbricht.“

100% Zustimmung. Bei diesem Thema geht es ans Eingemachte der deutschen Wirtschaftskraft. Deutschland hat noch eine nennenswerte Industrieproduktion und diese ist bei ca. 80 Mio. Einwohnern auch bitter notwendig. Wir können nicht, wie kleinere, smarte Volkswirtschaften wie bspw. Dänemark nur hochpreisige Nischen besetzen. Deutschland braucht auch echte Massenproduktion und muss ein gutes Stück wettbewerbsfähig sein. Gut, mancher hier mag es begrüßen, wenn es in Deutschland nicht nur gesellschaftlich sondern auch wirtschaftlich den Bach runter geht, aber letztlich ist es eine marxistische Vorstellung, dass es eine Art Naturgesetz sei, dass erst mit der Verelendung die Revolution kommt und damit dann goldene Zeiten anbrächen. Ich bin hingegen der festen Überzeugung, dass wenn Deutschland wirtschaftlich auch noch absäuft, es erst Recht bei den Themen Migration und Umvolkung endgültig absaufen wird und das dann nichts mehr groß kommen wird – außer evtl. ein paar kleinen Wehrdörfern in Thüringen oder in der Uckermark, aber auch das ist letztlich reines Wunschdenken. Per aspera ad astra wird nicht funktionieren. Und so soll das einstmals große Deutschland enden?

RMH
31. Juli 2017 13:45

"– natürlich auch ins Gewicht, dass ein Großteil der verbauten Teile nicht in Deutschland produziert wird."

@Lutz Meyer,

ich schätze Ihre Beiträge sehr, aber von diesem Thema scheinen Sie leider keine große Ahnung zu haben. Es wird extrem viel noch in Deutschland gefertigt, auch wenn die Zulieferer selbstverständlich auch eine große Zahl an Vorfertigung und Fertigung ins Ausland verlagert haben. Aber auch hier findet die Entwicklung, Forschung, Qualitätsüberwachung und eben auch Endmontage noch in einem sehr hohen Grad in Deutschland statt. Und wenn es keine Deutschen Autos mehr gibt, dann kommen sie eben von woanders her (siehe bspw. UK, mit einer einstmals blühenden und großen Automobilindustrie - Autos gibt es nach dem durch Linke (Gewerkschaften und ihre Dauerstreiks) maßgeblich beförderten Niedergang der britischen Autoindustrie dort nach wie vor und vermutlich mehr als zuvor. Mittlerweile werden sie in UK, nach dem die Rahmenbedinungen wieder passen, sogar wieder produziert).

Im Übrigen verweise ich bzgl. Ihres Wunschdenkens auf meine Beitrag zuvor. Nimm den Deutschen seine paar Kröten und seine Aussicht auf seine Rente und er wird sich in der Masse bestimmt nicht wehren. Wir sind kein Volk von Revolutionären - auch eine konservative Einsicht in die Lage. Der Deutsche organisiert sich über seinen Staat oder überhaupt nicht. Und wenn wir hier nicht mehr leben, dann werden andere unseren Platz einnehmen, genau wie bei den Autos.

Sehrohrtiefe
31. Juli 2017 13:52

Wettbewerbspolitik ist Industriepolitik ist Machtpolitik, das war schon immer so. Zudem wird dieser "Kartellfall" - wenn er denn einer ist, was ich bezweifle - auf europäischer Ebene behandelt und entschieden, selbst wenn die Protagonisten rein deutsch wären. Ich muß hier wohl nicht vertiefen, was das für eine nüchterne Analyse der Fakten in einem damit viel breiteren politischen Kontext bedeutet.

Daß nun einzelne Firmen vorpreschen und Dinge "enthüllen", ist ebenfalls völlig normal. Hieraus zu schließen, daß es tatsächlich ein Kartell im juristischen Sinne gäbe, wäre verkehrt. Sobald eine Untersuchung startet, hat jeder Beteiligte einen Anreiz, als erster Dinge zu "enthüllen", weil er dann einen immensen Straferlaß bekommt. Ich habe schon Kartellfälle gesehen, bei denen jeder alles zugegeben hat, auch wenn eigentlich gar nichts Gesetzwidriges getan worden war.

Der "Enthüllungs-"Presse ist das natürlich alles egal. Der Schaden ist bereits angerichtet, und morgen wird die nächste Kuh durchs Dorf getrieben.

Unberührt von alledem ist die Frage, inwieweit es tatsächlich "Kartelle" in einem breiteren Kontext gibt, und damit meine ich nicht den formaljuristischen Kartellbegriff. Machen Sie mal irgenetwas gegen VW in Niedersachsen oder Daimler in Schwaben. Hier ist die Verzahnung (vulgo "Kartellisierung") von Mainstream-Politik und Autoindustrie bis zum Äußersten geführt.

Ich kann verstehen (auch wenn es nicht meine Meinung ist), daß das die Menschen stört. Allerdings ist mir eine individualmobile Gesellschaft viel lieber als eine gleichgeschaltete und industriefreie Gutmenschengesellschaft, in der alle faul mit offenem Mund unter dem Nußbaum liegen, um sich klimaneutral und vegan zu ernähren. Das Auto, Herr Meyer, ist einer der Hauptkriegsschauplätze zwischen freien Bürgern und Gleichschaltungsfanatikern. Deswegen kommt ja auch das selbstfahrende Auto ganz oben auf die Prioritätenliste der Regierung. Nicht weil es sicherer ist, sondern weil man uns dann noch viel besser überwachen und fernsteuern kann. Die Postkutsche oder die Draisine kann und darf hierzu nicht die einzige echte Alternative sein.

Starhemberg
31. Juli 2017 14:34

Bester Lutz Meyer, bei allem Respekt, Ihre Argumente könnten auch von der "Interventionistischen Linken" aufgezählt werden. Das klingt für mich fatal nach Antikapitalismus in recht naiver Form. Ich stimme mit keinem einzigen Ihrer Argumente überein. Ich finde, Sie liegen vollkommen falsch. Aber ich bin, gerade auch deswegen, froh darüber dass Sie hier schreiben.

Cacatum non est pictum
31. Juli 2017 15:41

Diese Ereignisse sind ein weiteres - ziemlich düsteres - Kapitel in dem dicken apokalyptischen Wälzer "Die Zerstörung Deutschlands". Mir scheint, das Werk nähert sich so langsam dem Schlusskapitel, vielleicht auch schon dem Nachwort. Und noch immer regt sich kein Widerstand. Unser Vaterland wird aus allen Lagen mit Artilleriegranaten beschossen. Seine Regierung betätigt sich als Kollaborateur der Angreifer, verrät Zielpositionen und sabotiert die eigenen Verteidigungsgeschütze. Eine übergroße Mehrheit des Volkes stellt sich diesem Horrorszenario nicht. Es stattet sich mit Gehörschutz aus, um die Einschläge nicht mitzubekommen. Dabei frönt es weiter seinen Gewohnheiten und preist permanent den noch vorhandenen Wohlstand, während die Zerstörungen in seinem Umkreis immer mehr um sich greifen. Diese Geschichte kann nicht gut ausgehen. Wann kommt der große Paradigmenwechsel bei uns Deutschen?

Cacatum non est pictum
31. Juli 2017 15:53

@RMH

Wir sind kein Volk von Revolutionären - auch eine konservative Einsicht in die Lage.

Da lehrt die Geschichte anderes. Und selbst wenn es so wäre: Hinter diesem Kleinmut darf man sich bei einer existenziellen Bedrohung nicht verstecken. Dass Deutschland bzw. Europa derart bedroht sind - darüber sind wir uns hier doch alle einig.

Der Deutsche organisiert sich über seinen Staat oder überhaupt nicht.

Da ist schon mehr dran. Und ich bin mir einigermaßen sicher, dass sich die Deutschen auch zukünftig staatlich organisieren werden. Es stellen sich nur die Fragen: Wie groß wird der Raum sein, in dem sich der deutsche Staat oder die deutschen Staaten dann entfalten? Wo wird er geographisch liegen? Wie viel Souveränität wird er für sich beanspruchen können? Wie überlebensfähig wird er sein?

Maiordomus
31. Juli 2017 16:23

Lutz Meyer/Sehrohrtiefe/Starhemberg. Die Debatte zeigt, dass es eher linke Rechtsgrüne gibt und Rechtsliberale ev. Nationalliberale, die nun mal auch in ökonomischen Kategorien denken. Die Debatte scheint mir legitim. Lutz Meyer formuliert möglicherweise in nationalbolschewistischen Traditionen, welchen der frühe Ernst Jünger seinerseits nicht ferne stand, so wie er zeitlebens ein "Rechtsgrüner" blieb.

Tom Prox
31. Juli 2017 19:35

Die Dieselaffäre ist von den deutschen PKW-Herstellern unter Verwendung einer manipulierten Software ausgelöst worden, weil die Herrschaften vor lauter Geldgier keine zusätzlich reinigenden Komponenten einbauen wollten ( z.B. Harnstoff-Tank (adblue) bzw. zusätzliche Kats ) . Dieses eingesparte Geld haben sich die Mitarbeiter der PKW-Hersteller dann u.a. als Sonderprämien auszahlen lassen , die bis an die 10 000 .- Euro/ Jahr  herangingen. Von den überdurchschnittlich hohen Gehältern der Branche ganz zu schweigen . Der Trick mit der Prüftstanderkennung oder Straßenfahrt ist zwar fast genial , aber eine Kundentäuschung ist er allemal und Täuschungen fliegen meist irgendwann mal auf und sei es durch Zufall ( Man denke hier an das Gesetz von Dr. Murphy). Soweit man weiß , ist die Aufdeckung dieser jahrelang laufenden Täuschung der Kunden und Umweltbelastung in den USA rein zufällig durch eine kleinere US-Hochschule erfolgt und hat mit einem Handelskrieg gar nichts zu tun. Wenn die deutschen Dieselhersteller jetzt mal richtig die Hosen runterlassen müssen , sind sie selbst schuld . Selbst wenn die Diesel mittelfristig vom Markt gingen ( was ich nicht glaube, denn es gibt technisch saubere Lösungen für das reduzieren der Stickoxide) , gibt es ja noch die Benziner , die reinen  E-Autos , Hybridwagen und Brennstoffzellenantriebe . Ich habe mich immer gewundert , wenn mein Wagen beim TÜV die Routineabgasmessung machen mußte, dass im Unterschied zu früher alle Abgas-Daten über einen elektronischen Stecker gemessen wurden und nicht mehr wie vorher , im Auspuffrohr direkt. Wie man gesehen hat , ist Elektronik ( weil black box ) sehr manipulationsanfällig. Meines Erachtens ist es auch noch lange nicht ausgemacht, dass die von vielen derzeit wie eine Hostie verehrten E-Batterien sich durchsetzen werden. Da gibt es noch sehr viele komplexe technische , chemische und pysikalische Probleme zu lösen. Elektronik kann man manipulieren , weil programmieren , die Funktionsabläufe und Physik der Batterien zu optimieren ist ein Vielfaches schwieriger und zeitraubend. Dazu braucht es auch erfahrene  Chemiker und Physiker, die es in Deutschland in der Masse noch gar nicht gibt . Die Asiaten sind hier weit voraus , weil sie stets in großer Breite Batterieforschung und Batterieproduktion betrieben haben. Also : Ich habe keine Sorge, dass  die deutschen PKW-Hersteller Pleite gehen oder Massenentlassungen anstehen . Sie haben einen selbstverschuldeten Tiefschlag bekommen , aber keinen vollständigen knock out. Mit ihren Milliardenreserven und ihrem sehr guten Ingenieurpotential werden sie bald wieder glänzen.

RMH
31. Juli 2017 19:44

Wie ideologisch die ganze "Diesel-Gate" Debatte geführt wird, entlarvt ein Dresdner Professor, ich erlaube mir, den Artikel zu verlinken:

http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Professor-fordert-ideologiefreie-Debatte-ueber-Schadstoffe-durch-Autoverkehr

Michael Wiesberg
31. Juli 2017 19:49

@Lutz Meyer

"Aus konservativem Blickwinkel gesehen ist der Niedergang der Automobilindustrie nichts, was einen traurig stimmen sollte. Dann sind wir eben nicht mehr Exportweltmeister."

Sehr geehrter Herr Meyer,

ich kann mich einigen der Kommentatoren mit Blick auf Ihre Argumente nur anschließen. Auch mich irritieren Ihre Auffassungen. Sollen wir mit Blick auf die deutsche Automobilindustrie – die den "Killer deutscher Identität" produziert, wie Sie polemisch schreiben – auch wieder nur zuschauen, wie wieder ein Stück deutsche Kernkompetenz im Zuge eines zunehmend härter geführten Wirtschaftskrieges geschleift wird? Es geht hier wie auch sonst um Selbstbehauptung, um den Willen, der ausländischen Konkurrenz, die Deutschlands wirtschaftliche Stärke seit jeher als lästige Zumutung empfindet (und das eigentlich seit der Reichsgründung), nicht das Terrain zu überlassen und die Stirn zu bieten. Das sind wir im übrigen auch den Generationen vor uns schuldig, die das deutsche Wirtschaftswunder nach einer totalen Niederlage ermöglicht haben. Diese Leistung gilt es zu bewahren; das ist für mich Ausdruck konservativen Denkens.

Und noch etwas: Glauben Sie wirklich, daß weniger Autos gekauft werden oder dem "Mobilitätsirrsinn" Einhalt geboten wird, wenn die deutschen Autoindustrie am Boden liegt? Dann werden halt ausländische Marken gekauft!

lohengrin
31. Juli 2017 20:21

Letztendlich haben sich die Manager der deutschen Autoindustrie diese Situation selbst zuzuschreiben. Man hat natürlich wie jeder rational denkende Mensch gewusst, dass die These von der CO2- verursachten Klimaerwärmung Unsinn ist. Anstatt gegenüber den Klimaideologen und der Politik " klare Kante" zu zeigen, hat man brav die Werte für den CO2-Ausstoss der Fahrzeuge veröffentlicht. Weil man aber wusste, dass diese real nicht erreichbar sind, wurde mittels Software manipuliert.Nun ist es herausgekommen und das Gejammer groß.

Dass Manager eben keine Unternehmer sind, sondern nur hochbezahlte Angestellte mit dem Hang zur Anbiederei(das drastische Wort erspare ich mir) gegenüber der Politik, um immer Subventionen abzugreifen, könnte man zuletzt an Mercedes-Chef Zetsche beobachten, der nicht nur beim Grüben-Parteitag auftrat, sondern auch Merkels überwiegend analphabetische Gäste als Beginn eines neuen Wirtschaftswunders feierte...

Curt Sachs
31. Juli 2017 20:44

Vielen Dank, Herr Wiesberg, für diesen Beitrag. Zu Beginn hatte ich mich kurz gefragt, warum sich die Sezession im Netz plötzlich in das tagespolitische Geschehen einmische. Aber schon sehr bald hat sich der Blick geweitet. Sie haben Gesichtspunkte angesprochen, die sowohl in der Presseberichterstattung als auch zumindest in den öffentlichen Verlautbarungen der sich mitunter in interkoalitionärem Hickhack befehdenden Bundesministerien – und von Berufs wegen muss ich mich leider seit Monaten mit dieser Geschichte befassen – schlicht nicht vorkommen. Herzlichen Dank dafür.

Nautilus
31. Juli 2017 21:56

Hier wird ein Frontalangriff auf die deutsche Automobilindustrie geführt, daß schlimmste dabei ist aber, daß der Gegner wie so oft im eigenen Nest sitzt. Ein ARD "Expert" gab auf Twitter bekannt- Zitat Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10.000 unschuldige Zitat Ende. Ich denke mehr braucht man dazu nicht sagen.

Curt Sachs
31. Juli 2017 23:10

Die Sehrohrtiefe schrieb: Die Postkutsche oder die Draisine kann und darf hierzu nicht die einzige echte Alternative sein.

Es gibt über Postkartenveranstaltungen hinaus keine Postkutschen mehr und auch keine Draisinen. Die polemische Gegenüberstellung von hie Automobil und da Postkutsche und Draisine lenkt davon ab, dass man tatsächlich in vielen Fällen, wenn auch sicherlich nicht in allen, tatsächlich die Möglichkeit hat, anstelle des Automobils andere Fortbewegungsmittel zu nutzen.

Als nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sogleich alle kommunistischen und sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen verboten und zerschlagen worden waren, setzten sich die Genossen vielfach aufs Fahrrad – das Geld für Automobile hatten sie zumeist nicht – und stellen Verbindungen unter den lokalen Gruppen in Deutschland dadurch wieder her, organisierten auf diese Art sogar konspirative überregionale Treffen und größere Zusammenkünfte. So fuhr man auf dem Fahrrad tatsächlich "Hunderte Kilometer durch das schöne Deutschland", wie es ein damaliger KPDler rückblickend formulierte.

Derselbe Genosse lief auch täglich zu Fuß eine Stunde hin zu seinem Arbeitsort und eine Stunde zurück. Ebenso hielt es auch später noch mein Großvater, der in seiner Jugend mit verschiedenen Ausläufern der Lebensreformbewegung in Berührung gekommen war. Und selbst ich, als ich noch der Arbeit wegen regelmäßig im Dreieck zwsichen Kiel, Düsseldorf und Dresden pendeln musste, bin ohne Automobil ausgekommen, sondern wie praktisch alle meine Kollegen mit der Bahn gefahren.

Ich will nun keiner autofreien Gesellschaft das Wort reden, aber so abhängig, wie es hier teilweise dargestellt wird, sind die meisten Einzelnen nun doch nicht vom Besitz eines Automobils. Freilich auch ist das nur die Perspektive des Einzelnen; aus gesellschaftlicher Perspektive ist die funktionierende Automobilindustrie "systemrelevant", wie man so schön sagt, für die bestehende Gesellschaft der BRD. Und darum geht’s im Artikel ja. Man sollte aber beide Ebenen schon auseinanderhalten.

ALD
31. Juli 2017 23:57

Erst die Bundeswehr, jetzt die Schlüsselindustrien...und das Ganze bei fortdauernder Armutsmigration. Wer noch immer nicht merkelt was los ist, ist auf erdohash oder putinol ruhig gestellt....Es geht nur noch darum die Reihen zu schließen. Ideologische und sonstige Unterschiede spielen jetzt einfach keine Rolle mehr! 

Kahlenberg
01. August 2017 00:33

Ich will es ohne Umschweife in den Raum stellen: Hätte nicht wirtschaftlicher Druck von außen die prinzipielle Potenz, den narkotisierten Michel, respektive Wähler, aufzuwecken ? Ein Faustschlag von Trump, statt Frühstück ans Bett von Höcke ?

Von einer Wirtschaftskrise jeden Umfangs kann man sich vielleicht erholen, vom Volkstod nicht.

Noch was: Ich würde seitens der USA Interessen vermuten, Deutschlands Exportbilanz zu stutzen, nicht aber seitens Macrons. Glaube eher nicht, daß er die Melkkuh seiner teuflischen Fiskalunion (jetzt schon) schlachten will.

Herr K.
01. August 2017 01:01

@lutz Meyer

Ich stimme ihnen bedingt zu, erst wenn es hier nix mehr zu holen gibt, ja erst dann wird es wieder besser werden, da die Verteilungskämpfe  Zusammenhalte erfordern. Das sicherlich. Wenn die Kommentatoren meinen, Deutsche könnten sich nur als Nation formieren, dann halte ich es für dringlichst angebracht die Sinnhaftigkeit dessen zu überdenken, besonders im Hinblick auf den aktuellen Ausverkauf. Selbst die hools von Dynamo Dresden können sich offensichtlich als funktionelle Einheit tatkräftig zeigen.

Der Staat kann nur durch seine Bürger getragen werden. Wenn der aktuelle Staat uns nicht zusagt, müssen wir ihn nicht tragen. Das reiht uns zwar dann in die Gruppe von Migranten und Zecken ein, lässt denen dann aber nur die Wahl zwischen Unterstützung (und Weiternutzung) oder Untergang (Ende des Missbrauchs).

Hartwig aus LG8
01. August 2017 10:30

Zwar ist das ein handfester Wirtschaftskrieg. Denn wo ist der Unterschied, ob ich die Fabriken des Gegners bombardiere oder auf administrativen Wege kaputt mache?

Doch möchte ich dem @Lutz Meyer mal zur Seite eilen.

Ich halte mir immer viel auf mein Deutschtum zu Gute, aber in punkto Autofetish bin ich sehr "undeutsch". Dem Irrsinn, ein rundes Netto-Jahreseinkommen für einen deutschen Wagen hinzublättern, bin ich noch nie verfallen. Auch wurde mir die fortgeschrittene Gehirnerweichung offenbar, als ich zum ersten mal den Slogan "Freie Fahrt für freie Bürger" hörte. Eine Fahrt auf der Autobahn bestätigt diese Diagnose stets auf's Neue, und ich bin gewiss kein "linke-Spur-Schleicher". Was hat das alles mit Wiesbergs Text und L.Meyers Einwand zu tun?? Ganz einfach: Zu viele Deutsche haben ihren Thymos ans Auto gekoppelt.

Weiter zu @Meyer: Deutschland bzw. der hart arbeitende deutsche Michel wird wirtschaftlich geplündert. Was wäre denn, wenn man dem Michel in die Tasche greift, und da ist nichts drin?  Im Antaios-Krimi "Systemfehler" von Rob Salzig befindet sich Deutschland im (politisch motivierten) Generalstreik. Das wäre mal ein Schauspiel! Der Deutsche legt den Hammer hin, und nicht nur halb zehn für ein Knoppers, sondern so, dass es weltweit Wellen schlägt.

Der Nachkriegsstolz mit D-Mark und Exportweltmeister hat uns blind dafür gemacht, was uns Deutschen verloren gegangen ist. Ist die Arbeitswut wirklich ein Stück der deutschen Seele, wie es Thea Dorn im gleichnamigen Buch schreibt? Oder ist das ein Irrweg, der schon vor ein paar hundert Jahren eingeschlagen wurde?

Was haben wir von unserer wirtschaftlichen Kraft? Wir halten die EU am Laufen und hiefen ein Millionenheer von Wirtschaftsflüchtlingen auf ein soziales Niveau, was seines Gleichen sucht. Wir haben keine nennenswerte Armee und keine Atomwaffen. Wir reden in der Welt mit, weil andere uns mitreden lassen - nur deshalb. Kurz: Wir sind die Dummen!

Tom Prox
01. August 2017 11:48

Derzeit sehe ich langsam die Gefahr , dass sich beim Dieselthema wieder die bekannte teutonische Maßlosigkeit durchsetzt  und man den Diesel ( bei dem die deutschen PKW/LKW-Hersteller  weltweit führend sind ) quasi über Nacht politisch ausrangiert . Solange die unsägliche Sponti -  Merkel die Schalthebel der Macht in den Händen hat, ist eine Entscheidung gegen die Dieseltechnik leider stets gegeben. Andere EU-Länder gehen viel ruhiger und bedachter an dieses Thema heran . Das frühere Thema Waldsterben gab es auch nur bei uns in der main stream Presse. Selbst die fanatisiertesten deutschen Grünen reden heute kein Sterbenswörtchen mehr davon

Ich bin sicher, wenn Merkel erkennt , dass die im Detail  technisch uninformierte Mehrheit der deutschen Wähler sich gegen den Diesel auspräche , würde sie keinen Moment zögern und quasi über Nacht ohne eine objektive , planvolle Abwägung der Vor-und Nachteile den Dieselmotor zumindest teilweise verbieten . Vorgemacht hat sie uns das ja schon bei der gescheiterten Blitz-Energiewende ( wo jetzt die großtechnischen Stromspeicher fehlen und die deutschen Strompreise mondwärts marschieren ), der unüberlegten Abschaffung der Wehrpflicht, der Reduzierung der BW und technischen Schrumpfung auf eine Marionettenarmee aufgrund des  Vorschlags eines jungen , unerfahrenen Schaumschlägers  , sowie der rechtsbrecherischen  Masseneinwanderung, die uns jahrzehntelang finanziell und gesellschaftlich unabsehbar belasten wird. Alles nicht richtig durchdacht und alles ad hoc -Entscheidungen , die unsere Gesellschaft und Volk enorm belasten . Ich frage mich oft , wie kann eine solche Frau überhaupt und wo Physik studiert haben? Das sind Vorgehensweisen wie bei einer stupiden Hauptschülerin.

Cacatum non est pictum
01. August 2017 13:20

@Tom Prox

Ich bin sicher, wenn Merkel erkennt , dass die im Detail  technisch uninformierte Mehrheit der deutschen Wähler sich gegen den Diesel auspräche , würde sie keinen Moment zögern und quasi über Nacht ohne eine objektive , planvolle Abwägung der Vor-und Nachteile den Dieselmotor zumindest teilweise verbieten . Vorgemacht hat sie uns das ja schon bei der gescheiterten Blitz-Energiewende ( wo jetzt die großtechnischen Stromspeicher fehlen und die deutschen Strompreise mondwärts marschieren ), der unüberlegten Abschaffung der Wehrpflicht, der Reduzierung der BW und technischen Schrumpfung auf eine Marionettenarmee aufgrund des  Vorschlags eines jungen , unerfahrenen Schaumschlägers  , sowie der rechtsbrecherischen  Masseneinwanderung, die uns jahrzehntelang finanziell und gesellschaftlich unabsehbar belasten wird. Alles nicht richtig durchdacht und alles ad hoc -Entscheidungen , die unsere Gesellschaft und Volk enorm belasten . Ich frage mich oft , wie kann eine solche Frau überhaupt und wo Physik studiert haben? Das sind Vorgehensweisen wie bei einer stupiden Hauptschülerin.

Bitte, bitte, bitte: Hören Sie auf, der Bundeskanzlerin Inkompetenz oder Kurzsichtigkeit zu unterstellen! Damit spielen Sie ihr Spiel. Diese Frau ist abgrundtief böse und eine innige Volkshasserin. Das muss langsam mal in die Köpfe der Deutschen. Was soll denn noch alles passieren, bis die Leute endlich gewahr werden, dass an den Schaltstellen der deutschen Regierungsmacht vorsätzliche Zerstörungspolitik betrieben wird?

Sie haben es doch selbst gesagt: Energiewende - Schwächung der deutschen Wirtschaft, Verarmung weiterer Bevölkerungsteile (wegen unbezahlbar werdenden Stroms); Abschaffung der Wehrpflicht und Verkleinerung der Bundeswehr - es wird militärische Verteidigungsunfähigkeit herbeigeführt, selbst ein Bürgerkrieg mittleren Ausmaßes wäre in Deutschland durch eigene Sicherheitskräfte nicht mehr zu beherrschen; Verabschiedung von CETA - Knebelung dessen, was man noch "deutsche Wirtschaft" nennen kann, Umgehung von Rechtsweggarantien durch Einsetzung ausländischer privater Schiedsgerichte; Massenimmigration aus Afrika und Vorderasien - Zerstörung der ethnischen Homogenität, dadurch mittelfristig Beseitigung der Demokratie, Plünderung der Sozialkassen, Erhöhung des Lohndrucks auf Arbeiter, Kriminalitätsexplosion, mittel- bis langfristig Bürgerkriegegefahr.

Sehen Sie es nüchtern unter folgendem Gesichtspunkt: Es gibt eine Agenda, die Sie nennen können, wie es Ihnen beliebt: Neue Weltordnung, Eine Welt, Globalisierung - wie auch immer. Langfristiges (wohl utopisches) Ziel ist die Einsetzung einer Art Globalregierung, die weltweit ihre Interessen durchsetzen kann, ohne dabei von so lästigen Institutionen wie nationalen Regierungen und ethnisch homogenen Völkern behindert zu werden. Also beseitigt man nach und nach die Fundamente dieser Institutionen. Ein Meileinstein auf dem Weg dorthin sind gewiss die Schengen-Regelungen gewesen, mit denen die nationalen Grenzsicherungsregime abgeschafft wurden.

Im Falle Deutschlands wird man so lange weitermachen, bis der Staat unter seiner Instabilität zusammenbricht. Dann werden die Politschauspieler betroffen tun und eine bahnbrechende Lösung auf den Weg bringen: Sie werden uns sagen, dass man die gewaltigen (selbst erzeugten) Probleme und Konflikte im 21. Jahrhundert nicht mehr unzeitgemäß als Nationalstaaten lösen kann, sondern nur überstaatlich im großen Verband: mit den Vereinigten Staaten von Europa, die dann zentral und ohne politische Partizipation seiner Bürger regiert werden (= Autokratie/Diktatur). Damit wäre die erste Etappe auf dem Weg zur NWO vollendet.

Ich glaube nicht daran, dass diese satanischen Ziele letzten Endes verwirklicht werden. Aber man wird alles dafür tun, und das wird gewaltigen Flurschaden anrichten. Je schwächer die betroffenen Akteure, desto größer wird der Schaden sein. Die BRD ist - leider - ein ausgesprochen schwacher Akteur, weil hier (siehe oben) Leute die Zügel in der Hand haben, die ungehemmt antinationale Politik betreiben.

Wenn Frau Merkel nach ihrer Wiederwahl im September also die nächsten Schritte einleitet, die unser Gemeinwesen in Richtung Katastrophe führen, dann unterstellen Sie Ihr bitte keine Inkompetenz. Diese Frau ist hochkompetent im Sinne ihrer Ziele! Bedenken Sie, dass sie eine Globalistin ist, die oben angeführte Agenda vorantreibt - dann werden Sie keine politischen Überraschungen mehr erleben.

Desprecio
01. August 2017 20:34

@ "Tom Prox"/ 01.August 2017, 11:48

"....................................., wie kann eine solche Frau überhaupt und wo Physik studiert haben ? Das sind Vorgehensweisen wie bei einer stupiden Hauptschülerin."

Ihr Vergleich könnte so manche Hauptschülerin beleidigen.

Ich persönlich habe schon in verschiedenen Kommentaren auf den meiner Meinung nach stark limitierten Intellekt dieser Person hingewiesen, einer Kanzlerin, die in Ihrem Erscheinungsbild, in ihrer Persönlichkeit und auch mit ihrem Intellekt geradezu die Inkarnation der allumfassenden Dekadenz "unserer" BRD und deren überwiegenden Bevölkerungs-Anteile verkörpert.

@ "Cacatum non est pictum"/ 01.August 2017, 13:20

Auch international bekannt gewordene Verbrecher haben ihre "hohe Kompetenz" durch Effizienz bei der verbrecherischen Verfolgung ihrer Ziele "unter Beweis gestellt". 

Eingen wurde bei der gerichtlichen Strafzumessung Entschuldigungsgründe aufgrund starker psychischer Defekte zugestanden.

Kuonirât
01. August 2017 22:10

@ Lutz Meyer

Vielen Dank, lieber Herr Meyer, ich stimme Ihnen vollinhaltlich zu. Was vom Krieg verschont blieb, fiel dem Motorisierungswahn zum Opfer. Leider hält diese Fehlentwicklung unvermindert an. Täglich werden in Deutschland etwa 66 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen, denn auch die Zersiedelung geht auf das Konto des Autos. Es sind aber die alten gewachsenen Städte, Kulturlandschaften und Wälder, die zu einem wesentlichen Teil unsere nationale Identität ausmachen. Wer jedoch Beton, Asphalt und Motoren mehr schätzt als diese, hat seine (deutsche) Seele eigentlich schon verloren. Ich wüßte auch nicht, was es dann noch als Heimat zu verteidigen gäbe. Die Autoindustrie gilt es früher oder später auf das unbedingt notwendige Maß herunterzufahren und die frei werdende Kapazitäten in andere, nützlichere Produktionssektoren überzuführen. Die kommenden Zeiten werden es erzwingen. Autos zu Pflugscharen - und, wenn es sein muss, auch zu Schwertern.

RMH
02. August 2017 07:34

@Kounirat,

nach Ihrer Meinung ist also das Auto die Ursache für den Verlust der "deutschen Seele"? Warum unterhalten wir uns dann eigentlich noch über Massenzuwanderung, nicht mehr nur Ghettoisierung in unseren Städten sondern Übernahme ganzer Stadtteile etc.? Was soll das dann noch, wenn doch das böse Auto alles bereits kaputt gemacht hat bzw. es keine deutsche Seele mehr gibt?

Genau umgekehrt ist es, zugespitzt formuliert, ohne Auto, keine deutsche Seele. Wo findet man denn noch mehrheitlich Deutsche? Wo findet man noch Kindergärten, Schulen, wo deutsche Kinder die Mehrheit ausmachen?

Auf dem sogenannten Land. In den Dörfern und Kleinstädten gibt es - bei allen sich auch dort bereits zeigenden Rissen und Brüchen - noch Deutsche, da gibt es noch die typisch deutschen Vereine, die freiwillige Feuerwehr, die Bürgerfeste etc. aber dort gibt es so gut wie keinen ÖPNV und die Bahn nur in sehr wenigen Ausnahmefällen! Ohne Autos, die es den Menschen ermöglichen, in die Städte zur Arbeit zu pendeln, damit sie sich den Spaß auf dem Land überhaupt leisten können, ihre Einkäufe zu machen, ihre Kinder auf höhere Schulen zu bringen, ginge das alles gar nicht. Ohne Auto wäre das deutsche Land bis auf wenige, landwirtschaftliche Eremiten, leer. Das Auto ist Flucht- und Freiheitsmittel Nr. 1 - vermutlich auch Gründe, warum es, bis auf wenige Ausnahmen, so beliebt ist und warum es gerade in Deutschland so im Zentrum der deutschen Schaffens- und Wissenskraft steht.

Die Deutschen leben und das Deutsche lebt mittlerweile in der Fläche ihres/seines noch vorhandenen Landes, dort haben sie Eigentum, Besitz und ihre soziale Vernetzung. Dort sind sie auch  - noch! - die Mehrheit. Genau deshalb wollen die grünen Sozial- und Kulturmarxisten das Auto beseitigen, Dörfer räumen und zusammenlegen, damit dann auch noch der letzte sich in den Multi-Kulti-Schmelzöfen der großen Städte rund schleifen lässt und schön brav Miete an irgendwelche Immobilienhaie und Großkapitialisten zahlt.

Selbst ein Projekt wie Sezession und Antaios ginge ohne Auto nicht, oder meinen Sie etwa, in Schnellroda tippen die Leute auf Matrizen, die Kubitschek´schen Kinder hektographieren dann mit der Handkurbel und danach wartet man auf den klapprigen Postbus, der einmal in der Woche halt macht, in der Hoffnung, dass der dann die Ware an dem Mann bringt?

Ohne Autos, schon lange keine Deutschen - von daher: Jedem Deutschen seine Kraftdroschke! Freie Fahrt für freie Bürger! Und nutzt sie, nehmt Euch die Freiheit und trefft Euch!

tOm~!
02. August 2017 09:14

Vielleicht wäre es nicht schlecht, sich die Proportionen klar zu machen. Nehmen wir beispielsweise die Niederlande und Belgien, zwei starke europäische Länder, die sehr gut ohne Automobilindustrie auskommen. Man wird in diesen Ländern wesentlich mehr Radwege finden als in der BRD, und im Gegensatz zu Deutschland, könnte man die beiden Nachbarstaaten treffend als Radsportnationen bezeichnen. Dennoch wird wohl niemand annehmen, daß Holländer oder Belgier in ihrer (Auto-)Mobilität eingeschränkt sein könnten? In der BRD, hat das Fahrrad noch heute einen schlechten Ruf, überzeugte Radfahrer können auch eher selten Respekt oder Verständnis erwarten. Für die meisten Autofahrer, zu denen freilich - nicht selten zum Leidwesen der Männer - auch Frauen am Steuer gehören, sind RadfaherInnen nur ein Ärgernis auf der Straße. Das Auto, ist in der BRD ein positiver Mythos, und ich denke man kann schnell erkennen, wie überstark unsere Gesellschaft sich über sogenannte Kraftfahrzeuge definiert. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt das eifrige Engagement deutscher Firmen im Motorsport. Das Millionengrab "Nürburgring" erzählt davon eine eigenartige Geschichte:

"https://www.swr.de/swraktuell/rp/gescheiterte-ring-sanierung-ein-prestigeprojekt-wird-zum-millionengrab/-/id=1682/did=19633680/nid=1682/1vnz77s/index.html"

In Belgien, oder gar Frankreich, kam was den Motorsport angeht, nie jemand zu kurz. Der Unterschied ist nur, daß man dort den Siegern des Flèche Wallonne, von Paris - Roubaix, oder des Amstel Gold Race mehr Anerkennung entgegenbringt. So zumindest mein subjektiver Eindruck. Als Fazit komme ich zu der Schlussfolgerung, daß Deutschland durchaus weniger "Auto" vertragen könnte. Es kommt dabei allerdings auf die Umstände an, und spätestens an dem Punkt bekommt die Sache aktuell wieder einen ganz bitteren Nachgeschmack. Der allgemeine Umgang mit der BRD, im Hinblick auf Euro, Finanzierung der Massenmigration und den Angriffen auf die deutsche Wirtschaft, ist vielleicht so etwas wie *Versailles ohne Krieg*?

Benedikt Kaiser
02. August 2017 10:54

Man lese zu diesem Themenkomplex unbedingt die aktuelle Stellungnahme Jörg Meuthens:

[...]

Im Klartext: Das Fahrzeug wird zum Standzeug. Und glauben Sie nicht, liebe Leser, dieser Kelch würde an Ihnen vorbeigehen, weil Sie nicht in Stuttgart wohnen: Die grüne Vorfeld-Organisation "Deutsche Umwelthilfe", die das Stuttgarter Urteil jüngst erstritt, hat bereits zahlreiche gleichgelagerte Verfahren gegen andere Städte angeschoben; es wäre nur eine Frage der kurzen Zeit, bis ganz Deutschland mit flächendeckenden Diesel-Fahrverboten überzogen ist.

Damit wäre ein knappes Drittel des deutschen PKW-Bestandes weitgehend wertlos, und die Besitzer stünden vor dem automobilen Nichts. Viele der Fahrzeuge sind sogar noch auf Kredit gekauft - die Schulden blieben, das Vermögen wäre vernichtet.

[...]

All dies möge zwar den Blick für das richtige Maß schärfen, aber keinesfalls die selbstherrliche Autoindustrie entlasten: Auch sie hat einen ganz erheblichen Teil dazu beigetragen, dass die Probleme heute diese Schärfe in der öffentlichen Wahrnehmung erhalten haben - und das Vertrauen der Bürger in diese deutsche Schlüsselindustrie enormen Schaden genommen hat.

[...]

Unbedingt in Gänze lesen.

Hartwig aus LG8
03. August 2017 11:09

""Die Deutschen – ich bitte umgehend um Entschuldigung, das war zu vorschnell –, die „Menschen in Deutschland“ weilen im Urlaub ... ""

Das sind ironisch  und witzig gemeinte Formulierungen;  hier von Wiesberg, an anderer Stelle auch von anderen, reihenweise auch von Kommentatoren. Dennoch halte ich sie für grundfalsch. Klonovsky schrieb einmal: "Wer die politische Korrektheit auch nur erwähnt, macht sich zu ihrem Komplitzen."  Nun, Klonovsky hält sich selbst nicht daran und glänzt auf seiner Web-Seite mit ironisch zitiertem Neudeutsch.   Ich halte davon jedoch nichts und rufe zur Unterlassung auf.

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