01. August 2017

#DefendEurope – Interview mit Simon Kaupert

von Till-Lucas Wessels / 46 Kommentare

Ganz Europa schaut dieser Tage Richtung Mittelmeer. Die einen beten, daß der ganz große Ansturm bis zur Wahl ausbleibt, die anderen hoffen auf eine Verschärfung der Asyldebatte und grundsätzliche Entscheidungen.

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Befeuert wird das Thema durch die identitäre Mission „Defend Europe“. Till-Lucas Wessels sprach für Sezession im Netz mit Simon Kaupert.

Sezession: Simon, seit zwölf Tagen begleitest Du als Recherchebeauftragter von "Ein Prozent" den Einsatz der Identitären im Mittelmeer. Wie ist die Situation auf Sizilien, was konnte bisher aufgedeckt werden?

Kaupert: Das zentrale Mittelmeer ist seit einem Jahr Dreh- und Angelpunkt der afrikanischen Migration. Was 2015 auf der Balkanroute einen vorläufigen Höhepunkt erreichte, setzt sich nun, nach der Intervention Ungarns, auf die gleiche Weise im Mittelmeer fort. Es ist wichtig, die sogenannte „Crisis in the Mediterranean“ nicht als regionale Zuspitzung der Lage oder isoliertes Phänomen zu betrachten, sondern zu verstehen, daß die Migrationsfanatiker und ihre NGOs ihr Operationsgebiet lediglich vom Balkan in das zentrale Mittelmeer verlegt haben.

Wenn irgendwann der politische Druck zu hoch wird, dann verlagern sie die hausgemachten Migrationsrouten in eine andere Region, interessanterweise meldete Gibraltar in den letzten Wochen neue Höchststände bei den illegalen Grenzübertretungen. Die Namen der NGOs und ihre Logos ändern sich, das Geschäftsmodell bleibt aber stets gleich.

Hier auf Sizilien haben wir jetzt mehrere „Entladungen“ der NGO-Schiffe begleitet und dokumentiert. Die gigantische Maschinerie, die von Regierung und halbstaatlichen NGOs hier aufgefahren wird, ist erschreckend – und beeindruckend zugleich.

Man muß das mit eigenen Augen gesehen haben: Tausende Migranten werden täglich wie am Fließband reibungslos und ohne Zeitverlust registriert, erstversorgt, mit Geld ausgestattet und dann in klimatisierte Großsiedlungen über die ganze Insel verstreut. Das ist nicht das Werk von ein paar linken Freizeitaktivisten, die NGOs sind professionelle Unternehmen mit Millionenbudgets. Selbstverständlich sind sie daran interessiert, daß die Quelle des Profits weiter sprudelt und die Party weitergeht.

Sezession: "Defend Europe" ist ein dezidiert europäisches Projekt. Aus welchen Ländern sind Aktivisten mit dabei?

Kaupert: Die Mission #DefendEurope lebt von der engen Zusammenarbeit der Identitären Bewegungen Frankreichs, Italiens, Österreichs und Deutschlands. Zusätzlich sind zwei hochrangige Mitglieder des noch im Aufbau befindlichen tschechischen Ablegers der Identitären involviert, das ist gerade für die Übersetzungsarbeit sehr von Vorteil, denn es wird international über die Kampagne berichtet.

Für die Mission haben sich weit über 120 aktive Mitglieder und Unterstützer beworben, wegen der begrenzten Kapazitäten sind jetzt die Besten der Besten hier vor Ort. Sie organisieren das Hauptquartier, üben die täglichen Abläufe auf dem Schiff ein und bereiten sich akribisch auf die Mission vor.

Sezession: Vor einigen Tagen kam die Meldung rein, daß es in Zypern Komplikationen mit der C-Star gibt. Was ist dran an den Behauptungen der Schlepper-NGOs? Ist der Erfolg der Mission gefährdet?

Kaupert: In der Tat gibt es Verzögerungen: Nachdem die Trainingscrew aus Sri Lanka wie geplant auf Zypern das Schiff Richtung Heimat verlassen wollte, wurden sie von linken Aktivisten am Flughafen bereits erwartet. Diese boten ihnen Unterkunft, Verpflegung, einen dicken Batzen Geld und Unterstützung für ein wie auch immer begründetes Asylverfahren an. Natürlich hat das die Crew abgelehnt und wollte in ihre Heimat zurückkehren, fünf Mitglieder sind jedoch auf die Finte reingefallen und wurden von den linken Aktivisten kurzerhand vor der nächsten Polizeiwache als illegale Einwanderer vom #DefendEurope-Schiff C-Star präsentiert.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Linke Migrationsextremisten, die für ihre politische Agenda auch über die Leichen der Toten im Mittelmeer gehen, mißbrauchen die ahnungslosen Mitglieder der Trainingscrew und liefern sie mit falschen Vorwürfen an die Polizei aus, nur um die Mission zu verzögern. Das haben auch die örtlichen Behörden erkannt – und durchblicken lassen, daß sie nach der verpflichtenden Ermittlung eine schnelle Freilassung der Besatzung ermöglichen.

Wie bereits der klägliche Versuch, das Schiff im Suez-Kanal unter dem Vorwurf des Waffenschmuggels aufzuhalten, wird auch diesmal die C-Star nur ausgebremst, nicht aber ausmanövriert. Die Mission #DefendEurope wird weitergehen, für jede Eventualität hat Chefstratege Martin Sellner alternative Pläne und im Zweifelsfall auch noch das eine oder andere As im Ärmel.

Sezession: Linksextreme Gruppen haben angekündigt, die Mission zu stören, ist davon schon etwas zu merken?

Kaupert: Sobald die C-Star von Zypern aus Richtung Sizilien und dann zur libyschen Küste ausläuft, ist es hoffentlich vorbei mit den linken Störversuchen, und die entscheidende Phase der Beobachtung und Dokumentation kann beginnen. Bislang verlief jedes Störmanöver im Sande und verschaffte uns sogar Vorteile. Ein Beispiel: Gerade schießen sich die Medien (schon) wieder darauf ein, daß die Mission gescheitert sei. Wie auch schon zuvor in Suez verkünden sie das Ende von #DefendEurope, aber müssen dann im Nachgang berichten, daß die C-Star dennoch fährt. Je mehr sich das Establishment das Scheitern der Mission herbeilügt, um so härter wird der Aufprall in der Realität.

Auf hoher See sind wir dann relativ unangreifbar. Die NGOs müßten uns dann bei der Dokumentation ihrer Machenschaften schon rammen oder gar entern – auf die eine oder andere Weise werden die nächsten Tage zeigen, wie weit die NGOs für ihre radikale Ideologie gehen.


Nachtrag: Das Interview wurde am Wochenende geführt, inzwischen hat die C-Star alle IB-Aktivisten in den Gewässern vor Zypern an Bord genommen und befindet sich nun kurz vor Kreta. Die Journalistinnen Lauren Southern und Brittany Pettibone zeichnen hier und hier auf unterhaltsame Art und Weise die ersten Kapitel des Abenteuers nach.

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Kommentare (46)

Gotlandfahrer
01. August 2017 10:03

Meine Schwiegermutter, die eigentlich auf 'unserer' Seite wäre, glaubt all das einfach nicht. Sie hält es für maßlos übertrieben. Sie weiß zwar nicht mehr was sie wählen soll, weil sie fühlt, dass deutsche Interessen überhaupt nicht mehr vertreten werden und das auch so sagt. Aber dass NGOs Flüchtlinge herschaffen, dass glaubt sie so wenig wie sehr sie fest glaubt, dass der Klima-Klimbim ganz fürchterlich ernst ist, da doch so viele Wissenschaftler nicht alle lügen können.  Dass das Mediensystem, das sie umgibt, aus wenigen sich gleichorientierenden, von den Regierungsparteien proportional besetzten Führungskadern besteht bzw aus einer handvoll Unternehmenseigentümern mit eigenen Interessen, versteht sie zwar und auch, dass die Nachrichten daher in diesem Sinne nicht objektiv sind. Es folgt daraus aber nichts für sie.

Ihr ganzes mentales Dilemma, dass ich stellvertretend für das Wahlvolk so vermute, offenbart sich dann in der Antwort auf die Frage, warum sie nicht die AfD wählen wird: „Die wollen doch ganz schlimme Sachen.“  Jetzt das was der Höcke zu dem Mahnmal gesagt hat zum Beispiel? „Ne, das sehe ich auch so, das ist bei uns doch alles völlig übertrieben, man darf ja gar nichts mehr sagen.“  Ja liegt das denn an der AfD oder doch den anderen. Was ist denn sonst so schlimm an denen?  „Na was die für Politik machen würden, da weiß man ja gar nicht, was dabei herauskommen wird.  Chaos war noch nie gut.“ Ob sie denn mal das zusammengefasste Wahlprogramm gelesen habe? "Nein, Wahlprogrammen kann man doch eh nicht trauen". OK, aber diese Erfahrung kannst Du ja nur gemacht haben aufgrund der anderen Parteien, nicht aber aufgrund der AfD, die noch gar nicht im Bundestag ist, müsste man einer solchen Partei nicht einmal eine Chance geben? "Auf keinen Fall, da weiß man ja gar nicht, was die dann tatsächlich tun." Aber mit denen, von denen Du weißt was sie tun, bist Du doch unzufrieden?  "Ja, aber die Merkel sorgt ja wenigstens für Ruhe."

Die meisten Menschen, selbst wenn sie ‚gesunde‘ Ansichten haben, sind mit der Lage vollständig überfordert.  Es ist kein Problem der verfügbaren Informationen.  Es ist ein Problem der fehlenden Unabhängigkeit von Kognition-Handlungsfolgen der Einzelnen von denen der Umgebung.  Die Masse kann nur Nachahmen, sie kann nicht einmal eigene Gedanken zu einer unabhängigen Schlußfolgerung fassen, selbst wenn man sie in Mathe auf höchstes Niveau bringt.  Ihre Hirne sind wie ein Schwarz-Weiß-Fernseher, auf denen man vergeblich versuchen kann einen Farbfilm abzuspielen. Die AfD ist Ausdruck eines genetisch determinierten Freiheitsgrades in der Kognition-Handlungs-Funktion. Diese folgt einer natürlichen Verteilung und demgemäß befinden sich ca. 16% unter der Kurve dort, wo diese Eigenschaft stärker wirkt als der Anpassungsinstinkt.  Und solange der Schwarz-Weiß-Fernseher noch läuft und Aldi Bio-Brot im Regal hat, ist die Angst davor, das Schäbige, was jetzt ist, durch Veränderung zu verlieren, größer als die Angst, alles durch ein Weiter so zu verlieren.

Der Gehenkte
01. August 2017 10:46

@ Gotlandfahrer

"Es ist ein Problem der fehlenden Unabhängigkeit von Kognition-Handlungsfolgen der Einzelnen..."

Da haben Sie vollkommen recht. An Orten wie diesen, vergißt man sehr schnell, welch geistige Abgründe uns umgeben. In diese Leere - bestehend aus Unwissenheit, Denkfaulheit, Interesselosigkeit, Resignation, Erschöpfung, Ignoranz und Verleugnung - wird permanent TV- und Nachrichten-Trash hinein gefüllt. Kann es dann wundern, daß Menschen dieses Schlages (wie von Ihnen beschrieben) entstehen?

Es hat aber keinen Sinn, diesen Zustand nur zu beklagen, man muß ihn als politische Größe mit in die Rechnung einfügen. Wer das nich tut und nur Signale an seinesgleichen sendent und vll sogar glaubt, alle wären (zumindest potentiell) so wie er, ist politisch naiv, wenn nicht gar gefährlich.

Vor diesem Hintergrund habe ich gestern meine Kritik an der Aktion der IB geübt. Noch einmal: Kritik kommt von "kritein" und heißt "trennen, unterscheiden" und nicht verurteilen. Ich unterstütze die IB von ganzem Herzen, aber die Vernunft sendet auch Warnsignale. Manch einer hält das schon für Defätismus - ich denke und hoffe, daß es genau diese Fähigkeit ist, die ein Martin Sellner im Überfluß hat und solange er und die anderen sich nicht vom Moment ergreifen lassen, kann das alles gut gehen.

Die politischen Folgen jedoch kann auch ein Genie nicht voraussagen. Sie können (müssen aber nicht) ins Negative schlagen, ob man will oder nicht. Und eine Bedingung dafür, ist die von Gotlandfahrer beschriebene Hohlheit des modernen bundesrepublikanischen Durchschnittsmenschen. Das ist die Schablone, auf der alles passiert.

Yvonne Cremer
01. August 2017 11:31

Sehr mutig, Respekt!

Caroline Sommerfeld
01. August 2017 12:30

Auf "Unzensuriert" berichten wir auch laufend für Österreich über die DefendEurope-Mission (was schon ein bissl Haue von der FPÖ eingebracht hat, aber die Wahrheit muß ans Licht), mein letzter Bericht zu Sellners Video und den NGOs, die sich weigern, den von der italienischen Regierung geforderten Verhaltenskodex für "Rettungseinsätze" im Mittelmeer zu unterzeichnen, hier.

Peter Schmitz
01. August 2017 12:58

Sehr gute Beiträge, ganz meine Erfahrung, das ist es, was ich auch immer auf den Optimismus mancher AfD-Unterstützer antworte: Das Potential der Widerständler ist begrenzt, die Bäume der AfD werden nicht in den Himmel wachsen. Das liegt an der Natur der Sache, an der Veranlagung der Leute. Als revolutionäre politische Kraft, die das Ruder einmal herumreißen wird, ist die AfD nicht mehr anzusehen. Sich der AfD zuzuwenden heißt, sich vom System abzuwenden. Und das alleine ist der Grund für die Chancenlosigkeit der AfD. Es müßte ein völlig neues Konzept her. Die Infiltration mit geschlossenem Visier. Kann da nicht mal jemand was ausarbeiten?

Utz
01. August 2017 13:50

@ Gotlandfahrer

Es wäre interessant rauszufinden, an was dieses Gefühl der Unsicherheit wirklich hängt. Vielleicht können Sie mal Ihre Schwiegermutter fragen, wann sie das erste mal das Gefühl hatte, daß man der AfD nicht trauen kann. Wer hat dieses Gefühl wie erzeugt? Wir müssen unseren unsichtbaren Feind ans Licht zerren. Wenn ich nun diese Ihre Geschichte über ihre Schwiegermutter zusammen mit der Defend-Europe-Geschichte sehe, muß ich sagen: bei allem Verständnis für die Einwände des Gehenkten, hat Martin Sellner immerhin nichts Unheimliches an sich. Die Schwiegermutter käme vermutlich nicht auf die Idee, daß Sellner plötzlich irgendetwas unerwartetes, schlimmes machen würde. Allein das reicht für mich um zu sagen: es ist das Risiko wert!

stimmviech
01. August 2017 14:47

Nichts macht dem europäischen Normalmenschen mehr Angst als der Aufbruch ins Unbekannte und Ungewisse.Viel angenehmer ist der Verbleib im Vertrauten,auch wenn man so wissend in den Untergang geht,was man wiederum mit"Merkel schützt uns"verdrängt.

Der Amerikaner mit seiner Frontier-Mentalität als ausgewanderte Elite ist da aus anderem Holz.Deshalb sollte man diesen Vorfahren wenn möglich nacheifern.Als Älterer verbleibe man im deutschen Osten,hier sieht man in den Schulen noch überwiegend deutsche Kinder.

Keinesfalls aber versuche man den geschilderten Schwiegermutter-Typus zu retten.Da verausgabt man sich nur sinnlos selbst,all diese bequem-dumm-dreisten haben ihren Untergang selbst verschuldet und verdient.

Von diesen Leuten halte man sich tendenziell fern,das gilt im Extremfall auch für Gutmensch-Familienmitglieder.Besser ein Ende mit Schrecken-Scheidung-als ein Schrecken ohne Ende,wenn sie einen mit herabziehen in den von ihnen verschuldeten Untergang,um als Gipfel der Dreistheit am Ende noch den Warner diesbezüglich zu beschuldigen.Man baue sich besser einen informellen Kreis Gleichgesinnter auf.

Heinrich Brück
01. August 2017 16:02

Massenpsychologie und Wahlrecht. Um die Schwiegermutter besser zu verstehen, muß das Wahlrecht von der Macht entkoppelt werden. Die Schwiegermutter ist eine Musterdemokratin, deshalb trägt sie auch keine politische Schuld. Wie war die meinungsbildende Indoktrination im Verlauf einer demokratiezentrierten politischen Willensbildung? Warum konnte das Wahlrecht lieb und teuer werden? Was geht massenpsychologisch im Kopf des Wählers vor sich? Diese eingepflanzten und richtigen Meinungen im Sinne der Demokratie, deren Propagandaeffekt selbstorganisiert und fast störungsfrei funktioniert, haben zu der dahinterstehenden Herrschaftsmacht keine Verbindung. Dem Wähler wurde die Illusion der Macht eingetrichtert, durch seine selbstgebildete Stimmenabgabe, seinem indoktrinierten Denken der Befähigung zur Kritik. Und diese Macht des Wahlrechts nicht mehr wahrnehmen zu dürfen, seiner gezollten demokratischen Anerkennung als Bürger das Recht die Stimme in die Urne zu legen, nicht mehr gewürdigt zu bekommen, einer undemokratischen Degradierung gleichkommt. Warum also wurden Wahlen eingeführt, wenn sie keine Verbindung zu den Schaltzentren der Macht haben? Um genau diese Gedankenvorgänge in den Gehirnen der Wähler nicht zu aktivieren. Stattdessen Haß auf das eigene Volk, welches falsch wählt.

Der gutmenschlichen Schwiegermutter sei eine Unterstellung meinerseits gewahr: was getan werden müßte, so als Ahnung, um dieses Land souverän zu machen, muß der Schwiegermutter unbewußt halbwegs klar sein; sie erkennt die schlimme Lage also, und dieses harte Vorgehen kann sie nicht billigen. Sie unterstellt einer Alternative schlimme Dinge, gerade weil sie an einfache Mittel nicht mehr glaubt. Die Schuldindoktrination funktioniert.

Bones
01. August 2017 18:25

Bezogen auf das Migrationsproblem habe ich hier etwas für die Schwiegermutter:

https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-einen-menschenwuerdigen-umgang-mit-fluechtlingen

Das ist eine Petition, die aus gutmenschlicher Perspektive geschrieben ist ("die armen Flüchtlinge!"), aber gleichwohl zum richtigen Ergebnis kommt (Asylrecht abschaffen und durch ein vernünftigeres Rechtsregime ersetzen).

stimmviech
01. August 2017 18:46

Wahl 1976 (?): Großmutter (80)bei der Briefwahl zu Vater:Wen soll ich denn wählen?Vater:das mußt du entscheiden.G:Wer ist denn dran an der Regierung?V:der Schmidt.G:So,der Schmidt.Der sieht ja gut aus,der Schmidt.V:Aussehen ist vielleicht nicht das beste Entscheidungskriterium...G:Ja,dann wähle ich den Schmidt.

Ich möchte hinzufügen:in den frühen 30ern wählte sie den H.War auch Mitglied in der Partei.Sah ja auch gut aus,dieser H...

So sind die realen Menschen,jede Überhöhung als Träger höherer bewußter Werte und Fähigkeiten ist bezüglich der Masse Illusion.Darauf gilt es,sich einzustellen,ein solcher Realismus sollte die Grundlage der eigenen Lebensplanung sein.Der Anarch von Ernst Jünger ist hier ein recht gutes Leitbild.

Heinrich Löwe
01. August 2017 18:55

Da die deutsche Lückenpresse sich darüber ausschweigt, werfe man einen Blick z.B. auf Die Presse (Wien): Italien entsendet eine Militärmission nach Libyen zur Unterstützung der dortigen Küstenwache; dieser Tage beschlossen. Harsche Kritik an den NGO, besonders "Ärzte ohne Grenzen" die den vorgesehenen Codex nicht unterzeichnen wollen. Die Anlandung von Migranten ist derzeit rückläufig.

Noch ist zwar nichts gewonnen. Wenn Defend Europe jedoch hier tatsächlich als Katalysator gewirkt hat, damit signifikant Bewegung in die Sache kommt, dann ist die Mission schon jetzt ein Fall für die Geschichtsbücher.

Nautilus
01. August 2017 19:04

@Gotlandfahrer

genau das was Sie schreiben kenne ich auch. Medien machen Meinungen, ich denke das dies hier allen klar ist. Die meisten Leute durchschauen das ganze Spiel nicht, nach dem Motto Das haben sie ja im Fernseh gesagt.  Das höre ich so oft, ich kann es nicht mehr ab. Das ist nach meiner Meinung das größte Problem.

nom de guerre
01. August 2017 19:41

@ Gotlandfahrer

Obwohl mir vieles von dem, was über die Machenschaften der NGOs im Kontext der sogenannten Flüchtlingskrise behauptet wird, durchaus glaubhaft erscheint, kann ich Ihre Schwiegermutter verstehen. Das Problem bei der AfD ist nicht das Wahlprogramm. Das habe ich gelesen und fand im Großen und Ganzen nichts daran auszusetzen. Das Problem ist vielmehr das Personal, und dass es etwas schwierig ist, diese Leute und ihre Positionen einzuschätzen. Nehmen Sie zum Beispiel Poggenburg. Nachdem er Anfang des Jahres von linken Studenten daran gehindert worden war, an der Uni Magdeburg eine Rede zu halten, sprach er von Wucherungen am deutschen Volkskörper, die es zu entfernen gelte. Wieso macht der Mann so etwas? Aus diesem Ereignis (er wird eingeladen, eine Rede zu halten, kann das aber nicht, da Studenten ihn niederbrüllen, es wird geschubst, gedrängelt und ein Böller in Richtung Rednerpult geworfen) hätte er alles Mögliche machen können, was für ihn durchweg positiv gewesen wäre (Verteidigung der Redefreiheit, des friedlichen demokratischen Diskurses usw.). Natürlich hätte sich vermutlich niemand aus den etablierten Parteien offen auf seine Seite gestellt, aber er hätte Denkanstöße liefern können, bei denen ihm niemand überzeugend hätte widersprechen können. Stattdessen dieser Jargon, der in der Öffentlichkeit nur als Nazi-Sprech wahrgenommen werden kann – mal ganz davon abgesehen, dass es ungehörig ist und nicht in eine politische Auseinandersetzung gehört, Menschen mit Krebszellen zu vergleichen (auch dann nicht, wenn diese sich selbst äußerst ungehörig verhalten). Die Frage, was Poggenburg damit bezweckt hat, interessiert mich an dieser Stelle letztlich nicht, da ich es nicht herausfinden kann. Ich frage mich aber sehr wohl, warum ich einer Partei, die zu ihren führenden Mitgliedern Personen zählt, die so reden und ein derartiges Menschenbild offenbaren, vertrauen soll. Und Poggenburg ist da ja kein Einzelfall. Hinzu kommen im rechten Spektrum (auch und gerade auf dieser Seite, Stichwort Frauenwahlrecht) nicht selten anzutreffende undemokratische Tendenzen. Wir haben in Deutschland mit der derzeit stattfindenden Zuwanderung eine ganz klare Problemlage, die dringend angegangen werden müsste. Aber deshalb eine Partei wählen, die hinsichtlich ihrer tatsächlichen Politik im Falle eines Wahlsieges ein komplettes Überraschungspaket darstellt und die zumindest in Teilen eine in extremem Maße vom Ist-Zustand abweichende Vorstellung davon hat, wie unsere Gesellschaft aussehen sollte? – Eher nicht. Man kann eben den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben.

Klaus D.
01. August 2017 19:44

@Utz

"  Wer hat dieses Gefühl wie erzeugt? "

Nach meiner Erfahrung mit einem (eigentlich) guten Freund kommt dieses Gefühl von der quasi lebenslangen Erziehung, Umerziehung, Propaganda nach dem Motto "Nazi = rechts = extrem böse = Verbrechen und nie, nie wieder!". Dies wurde zu einem festen Glauben, eine Art Religion, die nicht hinterfragt wird (Mythos Auschwitz) und alle Argumente, die auch nur den Anschein haben, daran zu rütteln, werden ohne jede Diskussion abgelehnt. Es reicht bereits die Etikettierung "rechts".  Dazu kommt bei den meisten der unerschütterliche Glaube an die Redlichkeit der Medien und sogar (man faßt es nicht!) der gewählten Regierung. Außerdem möchte man in dem bequem eingerichteten Leben nicht gestört werden, es soll so bleiben wie es ist (uns geht es doch so gut) ... Tja, also selbst auferlegte Denkverbote (bewußt oder unbewußt) und Angst vor Veränderung.

deutscheridentitärer
02. August 2017 08:21

@nom de guerre

Die Ausdrucksweise Poggenburgs war hier tatsächlich äußerst ungeschickt. Warum verschiedenen AfD Leute immer wieder durch so offensichtlich vorbelastete Redewendungen auffallen, kann ich ebenfalls nicht verstehen. Allerdings scheint mir dieses Problem im Vergleich zu dem Vorgang der ihm vorausging, nämlich das Verhalten der Studenten, wesentlich verwerflicher zu sein. Insofern ändert das nichts an meiner grundsätzlichen Sympathie zur AfD oder zu Poggenburg. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die AfD insgesamt in der Sache härter und in der Vermittlung geschickter wäre. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Begrüßen würde ich es, wenn mit der AfD tatsächlich, wie von Ihnen vermutet, ein radikaler Wechsel weg vom Ist-Zustand anstehen würde. Das scheint mir aber schon deshalb ausgeschloßen, weil eine Wahlentscheidung für die AfD aktuell offensichtlich nicht zu einer Regierungsbeteiligung führen wird. Es geht also darum, die Oppositionspartei zu stärken. Und das kann man guten Gewissens tun, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob man evtl das 4. Reich mitermöglicht hat. Die EInwanderung ist ein großes Problem, sagen Sie. Das stimmt natürlich, aber vor allem ist sie ein Symptom dafür, dass hier grundlegend etwas schief läuft. D.h. ohne eine radikale Veränderung unserer jetztigen Situation werden Sie auch die Masseneinwanderung nicht in den Griff kriegen. You can't have your cake und eat it, sagt der Engländer (oder Amerikaner?). Dass Sie für ein demokratisches System sind, sei Ihnen unbelassen, das bin ich auch. Wobei ich mich auch mit dem aktuellen Thronprätentenden aus dem Haus Hohenzollern glücklich arrangieren könnte. So oder so sollte man nicht die Augen vor der Frage verschließen, was überhaupt erst zu der heutigen Problemlage geführt hat.

calculus
02. August 2017 10:38

Ich möchte nicht zurückstehen und meiner großen Genugtuung gegenüber der Aktion der Identitären Ausdruck verleihen. Wie sonst, wenn nicht auf diese Weise, soll man ein Umdenken bei der Masse der Leute erreichen? Wenn nicht durch mutiges Vorangehen? Großartig, beispielgebend, kurz: heldenhaft!

Lotta Vorbeck
02. August 2017 11:07

@Calculus - 02. August 2017 - 10:38 AM

Die Aktion "Defend Europe" als solche ist vollumfänglich unterstützenswert. Gespendet werden kann, trotz der bei PayPal® erfolgten Sperrung, einfach mittels Kreditkarte hier:

WeSearchr | DEFEND EUROPE - Identitarian SAR Mission On The Libyan Coast
https://www.wesearchr.com/bounties/defend-europe-identitarian-sar-mission-on-the-libyan-coast

Bezüglich eines "Umdenkens der Masse" sollten keine unrealistischen die Erwartungen in diese IB-Aktion heinprojeziert werden.
Die "Masse" wird erst dann umdenken, wenn der eine AK schwingende Fellache im eigenen Vorgarten steht.
Solange die Neger noch genug Bundesligatore schießen, ist für die fernsehgesteuerte, stumpf auf materiellen Konsum dressierte "Masse" noch immer alles in bester BRD-Ordnung.

Gustav
02. August 2017 14:03

@nom de guerre

"Wieso macht der Mann so etwas?"

Parteien sind Teil des Systems "divide et impera", also dem Demos eher nicht dienlich. So wie die NPD immer eine gelenkte Partei des Verfassungsschutzes war, werden auch neue Parteien vom System unterwandert. Äußerungen wie die von Ihnen genannte (Poggenburg) sollen demnach ganz bewußt die Partei in ein schlechtes Licht rücken. Die vielen unpassenden (dummen?) Bemerkungen sind schon sehr auffällig.

Ziel und Mittel der Demokratie. – Die Demokratie will möglichst vielen Unabhängigkeit schaffen und verbürgen, Unabhängigkeit der Meinungen, der Lebensart und des Erwerbs. Dazu hat sie nötig, sowohl den Besitzlosen als den eigentlich Reichen das politische Stimmrecht abzusprechen: als den zwei unerlaubten Menschenklassen, an deren Beseitigung sie stetig arbeiten muß, weil diese ihre Aufgabe immer wieder in Frage stellen. Ebenso muß sie alles verhindern, was auf die Organisation von Parteien abzuzielen scheint. Denn die drei großen Feinde der Unabhängigkeit in jenem dreifachen Sinne sind die Habenichtse, die Reichen und die Parteien. – Ich rede von der Demokratie als von etwas Kommendem. Das, was schon jetzt so heißt, unterscheidet sich von den älteren Regierungsformen allein dadurch, daß es mit neuen Pferden fährt: die Straßen sind noch die alten, und die Räder sind auch noch die alten. – Ist die Gefahr bei diesen Fuhrwerken des Völkerwohls wirklich geringer geworden?“ (Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, 1878-1880, S. 623)

Der_Jürgen
02. August 2017 16:46

@Klaus D.

Sie treffen den Nagel auf den Kopf!

@nom de guerre  @deutscheridentitärer

Ich stimme Ihnen beiden vorbehaltlos darin zu, dass Poggenburgs Ausdrucksweise ausserordentlich ungeschickt war und dem Feind willkommene Gratismunition lieferte. Warum ein intelligenter Mann wie er so etwas tut, ist mir nicht erklärlich, aber eine böse Absicht kann man wohl ausschliessen. 

Ansonsten liegt meine Sympathie in dieser Frage beim @Deutschidentitären, nicht bei@ nom de guerre, der "nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben" will. Es ist uns allen wohl klar, dass eine Machtübernahme der AFD in absehbarer (und wohl auch in ferner) Zukunft absolut ausgeschlossen und eine Regierungsbeteiligung dieser Partei nach den Wahlen im September extrem unwahrscheinlich ist. (Wenn es wieder alles Erwarten dazu käme, wäre dies ein untrüglicher Beweis dafür, dass sich die Cucks um Pretzell und Petry auf der ganzen Linie durchgesetzt haben und die Partei nur noch dem Namen nach eine Alternative für Deutschland ist.)

Es geht, wie der @Deutschidentitäre ganz richtig festhält, einfach darum, dass im Parlament wieder eine Opposition sitzt, und sei es auch eine halbherzige, welche die eine oder andere Schurkentat des Regimes anprangert und eine Untersuchung fordert. Damit das antideutsche Parteienkartell sein Unwesen nicht mehr ganz so ungehindert treiben kann wie bisher.

Demokrat zu sein, bleibt Ihnen, @nom de guerre, unbenommen. Doch allein schon die Wortmeldung von @Heinrich Brück auf diesem Blog, welche die absolute geistige Unselbständigkeit und schier grenzenlose Manipulierbarkeit des Durchschnittsbürgers zeigt, müsste einen Anhänger des parlamentarisch-demokratischen Systems eigentlich zum Nachdenken bewegen. Und @Gustav setzt mit seinem Nietzsche-Zitat dann noch eins drauf...

nom de guerre
02. August 2017 17:27

@ deutscheridentitärer

Sie haben Recht, natürlich ist das, was Poggenburgs Äußerung vorausgegangen ist, schlimmer als die Äußerung selbst (ich nehme an, das meinten Sie, die Stelle in Ihrem Kommentar ist etwas missverständlich formuliert – wenn ich falsch liege, lasse ich mich gerne korrigieren). So ein Verhalten ist definitiv unterste Schublade in einer politischen Auseinandersetzung (selbst wenn kein Böller geflogen wäre) und leider symptomatisch für die derzeitige Gesamtsituation. Ein vernünftiger Diskurs findet nicht mehr statt, man setzt sich mit dem Gegner nicht mehr inhaltlich auseinander und die Mainstreammedien feiern derartige Auftritte der ach so friedliebenden Linken als "Eintreten für die Demokratie", schließlich geht es ja "gegen rechts" und da ist jedes Mittel recht. Und wenn dabei paradoxerweise gerade die zu verteidigende Demokratie auf der Strecke bleibt, ist es anscheinend auch recht. Was Poggenburg gesagt hat, ist dagegen erstmal nur blödes Geschwätz, das niemandem schadet (außer der AfD, der aber in der Tat). Das Problem ist, dass er ja nicht irgendein Kreisvorsitzender ist und für mich nicht erkennbar ist, ob er einfach nicht weiß, was er da sagt, oder ob er es sehr wohl weiß und es auch genau so meint. Eigentlich ist dieses Nichterkennenkönnen aber auch wieder kein Problem, da ich ihn in beiden Fällen nicht in einer verantwortlichen Position sehen möchte. Einer grundsätzlichen politisch-gesellschaftlichen Veränderung stehe ich im Übrigen nicht unbedingt negativ gegenüber, man müsste aber eben vorher wissen, wohin die Reise geht. Die Aussage "ich will es anders haben, egal wie, aber anders" ist bekanntlich Quatsch. Ich denke allerdings nicht, dass eine solche radikale Veränderung der Gesellschaft eine zwingende Voraussetzung für eine sinnvollere Einwanderungspolitik ist. Schauen Sie sich Australien an – das Land gehört kulturell zur westlichen Hemisphäre, weist vermutlich sämtliche von Ihnen als Zeichen für eine gesellschaftliche Degeneration eingestuften Symptome auf (?) und lässt trotzdem nach meiner Kenntnis keinen einzigen "Flüchtling" mehr ins Land. Ob deren Modell eins zu eins nachahmenswert ist (oder für Deutschland überhaupt umsetzbar, schließlich sind wir kein Kontinent mit einem ganzen Ozean drumherum), ist eine andere Frage, aber es ist in jedem Fall besser als das, was bei uns derzeit stattfindet.

Reines Protestwählen ist nicht so meins, wenn ich wähle, möchte ich, dass die Partei zumindest potentiell in die Regierung kommt, sollte das also von Ihrer Seite ein Überzeugungsversuch gewesen sein, hat er leider nicht funktioniert ;-)

@ Gustav

Interessante und durchaus einleuchtende Interpretation – ich selbst bin da wohl etwas zu naiv und denke (trotz der Vorgeschichte bei der NPD oder auch solcher alter Geschichten wie den gekauften CDU-Abgeordneten beim gescheiterten konstruktiven Misstrauensvotum gegen Brandt Anfang der 70er) nicht so weit, dass ein Politiker nicht unbedingt "echt" sein muss. Das Ergebnis bleibt aber das gleiche: Auch eine mit gewisser Wahrscheinlichkeit von wie auch immer gearteten feindlichen Kräften unterwanderte Partei kann ich nicht wählen.

Das Nietzsche-Zitat werde ich bei Gelegenheit im Zusammenhang nachlesen.

calculus
03. August 2017 08:11

@nom de guerre

Und wenn dabei paradoxerweise gerade die zu verteidigende Demokratie auf der Strecke bleibt, ist es anscheinend auch recht.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Es geht nicht darum, die (liberale) Demokratie zu verteidigen, sondern das, was wir brauchen, ist ein elitäres System der politischen Führung, ähnlich der (klassischen) Professorenschaft einer Universität (also sich stetig von unten, aus dem Volk, erneuernd und auffrischend). Wie das aussehen könnte, sehe ich bei der IB mustergültig verwirklicht, jedenfalls ist sie mit sicherheit keine "demokratische" Veranstaltung mit Stuhlkreisen, sondern man hat offenbar eine straffe Führung duch Kader (O-Ton Sellner https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/41461/identitaer) und regelmäßige Gespräche dieser mit dem gewöhnlichen Fußvolk (im Osten hießen solche Gespräche füher dann auch Kadergespräche). Natürlich kann sich das gewöhnliche Fußvolk "hochdienen". Zudem gehe ich davon aus, daß man konkrete Vorstellungen zu einer solchen Struktur beim IfS in der Schublade hat (natürlich ohne es zu wissen). Jedenfalls brauchen wir schleunigst einen Paradigmenwechsel, sonst wird das nichts (mehr).

Noch eine kleine Ergänzung: Von weitem betrachtet, kommt mir die IB vor wie eine Partei neuen Typus "von rechts". Herr Sellner hat offenbar nicht umsonst seinen Lenin studiert (Partei neuen Typus war eine Eigenbezeichnung kommunistischer Kaderparteien im Leninschen Sinne: https://de.wikipedia.org/wiki/Partei_neuen_Typus). Technich betrachtet, ist die IB geschickterweise jedoch keine Partei, sondern ein eingetragener Verein und vermeidet es so, unter das Parteiengesetz zu fallen.

Klaus D.
03. August 2017 09:49

@nom de guerre 01.August 2017 19:41

"...  Wucherungen am deutschen Volkskörper, die es zu entfernen gelte ..."

Was ist, nach allem was passierte, inhaltlich falsch an dieser Aussage? Und da sind wir schon beim Problem. Sie stören sich am "deutschen Volkskörper", warum? Weil er an die Sprechweise von vor 1945 erinnert und gleich geht bei Ihnen die rote "NieNieWieder"-Lampe an und Sie versteifen innerlich. Woran liegt das? Ich will es Ihnen sagen, die Umerziehung/Gehirnwäsche ist im westlichen Teil unseres Vaterlandes wesentlich erfolgreicher gewesen als im östlichen. Ich bin sicher, hier hat der größte Teil der AfD-Wähler nichts an dieser Formulierung auszusetzen.

Fritz
03. August 2017 09:49

Problem solcher elitären Systeme der politischen Führung ist halt die Auswahl der Elite. Demokratische Systeme mit der Möglichkeit der Abwahl einer unfähigen Führung haben auch etwas für sich.

calculus
03. August 2017 11:53

@Klaus D.

@nom de guerre 01.August 2017 19:41

"...  Wucherungen am deutschen Volkskörper, die es zu entfernen gelte ..."

Wenn ich nicht irre, hat bereits Carl Schmitt Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre von pluralistischen Wucherungen gesprochen.

@Fritz

Problem solcher elitären Systeme der politischen Führung ist halt die Auswahl der Elite. Demokratische Systeme mit der Möglichkeit der Abwahl einer unfähigen Führung haben auch etwas für sich.

Ja, natürlich. Aber glauben Sie ernstahft, Sie haben gegenwärtig die Wahl hinsichtlich derer, die die Marschrichtung bestimmen? Das ist doch nicht Ihr Ernst. Unter dem gegenwärtigen Regime wird Politik aus der Kulisse gemacht und nicht durch die auswechselbaren Sprechpuppen, deren Namen Sie kennen und die Ihnen auf Ihrem Stimmzettel präsentiert werden. Die IB bringt diesen Albtraum hoffentlich noch rechtzeitig zu Fall. Nach meinem bescheidenen Eindruck sind sie auf dem besten Wege dahin, gerade auch wegen Defend Europe.

nom de guerre
03. August 2017 13:00

@ calculus

Das kann man sicherlich so sehen wie Sie, der Gedanke, dass nicht jeder Trottel bei politischen Fragen mitentscheiden darf, hat durchaus etwas für sich (wobei Trottel natürlich immer nur die anderen sind…). Und wenn die Identitäre Bewegung ihre Entscheidungen in der von Ihnen beschriebenen Weise trifft, ist das völlig OK, schließlich wird niemand gezwungen, sich dort zu engagieren. Ob es legitim (bzw. sinnvoll) ist, das politische System eines Staates, den man sich bekanntlich nicht einfach aussuchen kann, nach dem Prinzip der Elitenherrschaft zu verfassen, ist dagegen eine ganz andere Frage. Das Problem fängt schon an, wenn man bestimmen will, wer denn diese herrschen sollende Elite sein kann. Eine Art Geburtsrecht wie früher beim Adel dürfte aus offensichtlichen Gründen („Dann sollen sie doch Kuchen essen.“) ausgeschlossen sein und scheint Ihnen ja auch nicht vorzuschweben, wenn Sie sagen, das „Fußvolk“ könne sich hochdienen. Aber auch z.B. ein akademischer Abschluss als Voraussetzung ist keine gute Idee – denken Sie an den Anteil der Akademiker unter Grünen-Wählern. Hinzu kommt, dass, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, ein Uni-Studium, auch ein anspruchsvolles, definitiv keine Garantie für eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung oder gesunden Menschenverstand ist, und umgekehrt das Fehlen eines Uni-Abschlusses keines von beiden ausschließt. Weiter wären Intelligenztests denkbar, bloß ist reine, mit einem solchen Test messbare Intelligenz zwar eine gute, aus meiner Sicht aber ganz sicher keine hinreichende Voraussetzung dafür, vernünftige allgemeinverbindliche Entscheidungen zu treffen – auch ein sehr intelligenter Mensch kann ein egoistisches Arschloch sein oder die dümmsten Ansichten aller Zeiten haben. Übrigens glaube ich nicht, dass Merkel bei einem IQ-Test schlecht abschneiden würde – quod erat demonstrandum. Ähnlich problematisch wäre es, die Steuern, die jemand zahlt, als Maßstab zu nehmen, da es leider in der menschlichen Natur liegt, zuerst die eigenen Interessen zu bedienen und Gutverdiener im Allgemeinen keine Vorstellung von den Problemen bspw. einer alleinerziehenden Mutter mit schlecht bezahltem Job haben. Insofern denke ich, eine liberale Demokratie – mit mehr direkten Elementen, als es bei uns der Fall ist – ist immer noch die beste Lösung. Auf einem anderen Blatt steht jedoch, dass die in Deutschland als politisches System eigentlich angelegte parlamentarische Demokratie seit einiger Zeit nicht mehr umgesetzt wird. Eine echte Auseinandersetzung findet, wie ich bereits schrieb, nicht mehr statt, Probleme werden totgeschwiegen, bei von der Regierung vorgegebenen Lösungen fragt niemand mehr, ob die eigentlich praktikabel oder auch nur wünschenswert sind, man könnte die Liste noch endlos fortsetzen. Wir befinden uns inzwischen nah an einem (faktischen) Einparteiensystem mit Leitmedien, die sich selbst gleichgeschaltet haben. Daran ist aber nicht das System als solches schuld, sondern dessen Akteure, die in einem für mich nicht nachvollziehbaren Zusammenwirken ein Funktionieren verhindern. Bislang habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich diese negative Entwicklung auch wieder rückgängig machen lässt.

@ Klaus D.

Das sehen Sie genau falsch. Ich störe mich nicht am „deutschen Volkskörper“ – ich halte dies lediglich für eine antiquierte und vereinnahmende Formulierung, die aber nicht zwingend eine Nazi-Denkweise widerspiegelt (dennoch ist der Begriff vorbelastet und es ist einfach dämlich, ihn zu verwenden). Was mich tatsächlich inhaltlich stört und bei mir die rote „Nie wieder“-Lampe (können Sie gerne ironisch verwenden, ich finde, deren Existenz ist berechtigt) aufgehen lässt, sind die „Wucherungen“. Darüber, wes Geistes Kind diese linken Studenten sind und welchen konstruktiven Beitrag sie zu einer politischen Auseinandersetzung leisten (nämlich gar keinen), muss man sich an dieser Stelle nicht ernsthaft streiten, aber sie sind keine Krebszellen. Und wer so etwas sagt, weiß entweder nicht, was er von sich gibt, oder er hat eben genau diese den politischen Gegner entmenschlichende Denkweise, die man bei Extremisten aller Art (ob nun Nazis, Kommunisten, die Antifa oder wer auch immer) antrifft und die ich nicht in einer einflussreichen Position sehen will.

Noch mal @ calculus

Carl Schmitt war unbestreitbar ein hervorragender Jurist und ist auch (oder gerade) heute noch ein wichtiger Autor, aber es fehlte ihm m.E. in gewissem Maße an politischem Verstand oder auch einfach an Menschenkenntnis. Auf die Nazis ist er hereingefallen, anders lässt sich der Satz „Der Führer schützt das Recht“ nach dem Röhm-Putsch nicht erklären. Von daher würde ich ihn nicht unbedingt uneingeschränkt als Maßstab dafür betrachten, wie man politische Dinge sehen kann.

Nils Wegner
03. August 2017 13:43

Carl Schmitt im Hinblick auf seine versuchte Annäherung an das System nach 1933 mangelnde Menschenkenntnis zu unterstellen, zeugt von ebensolcher Ahnungslosigkeit, wie das Gleiche etwa bei Heidegger zu tun. Für Schmitt sei als Abhilfe unverändert Helmut Quaritsch empfohlen.

Beide Denker sahen im scheinbaren "neuen Staat" schlicht eine Möglichkeit, persönlich voranzukommen und ihre weit über den Status quo der Weimarer Republik hinausgreifenden Vorstellungen zu verwirklichen – nur um alsbald festzustellen, daß der Staat als solcher mitnichten revolutioniert worden war, sondern sich mit der Einheitspartei lediglich eine Parallelstruktur etabliert hatte (Werner Bräuninger hat das in Hitlers Kontrahenten in der NSDAP 1921–1945 gut herausgearbeitet).

Und was den Schlußsatz obigen Kommentars anbelangt, so sollte man nicht von »politischen Dingen« in bezug auf Schmitt reden, wenn man sich seinem agonalen Politikbegriff selbst verweigert. Als Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters dürfte man auch schlecht mit einem frommen Katholiken darüber übereinkommen, wie sich "Gott" als Konzept darzustellen habe.

(Zuletzt hinsichtlich dieses ulkigen Poggenburg-Aufhängers: Daß er mit »Wucherungen am Volkskörper« tatsächlich Krebs gemeint hat, steht ja ohnehin anheim; im Rahmen der medizinischen Metapher gibt es noch diverse andere Möglichkeiten. Aber ja, strenggenommen trifft die Krebszellen-Auslegung auf linke Studenten sogar am besten zu: Fleisch vom Fleische, das vom (Volks-)Körper mit dessen Ressourcen unterhalten wird und diesem im Austausch fortlaufend schadet. Ich sehe im Grunde nichts, was daran nicht passen würde; daß der Wortgebrauch zartbesaitete Zeitgenossen traurig macht, ist natürlich sehr bedauerlich, aber es kann ja nicht immer eitel Freude Sonnenschein sein.)

Lotta Vorbeck
03. August 2017 13:58

@Nils Wegner - 03. August 2017 - 01:43 PM

Chapeau, Herr Wegner! Auf hohem Niveau einfach mal passend herausgegeben.

calculus
03. August 2017 14:14

@nom de guerre

Eine Art Geburtsrecht wie früher beim Adel dürfte aus offensichtlichen Gründen („Dann sollen sie doch Kuchen essen.“) ausgeschlossen sein

Für ein Geburtsrecht plädiere ich nicht. Das macht eine Auffrischung "von unten" unnötig schwer. Dennoch bleibt die Frage nach der Legitimität eines solchen Paradigmenwechsels. Aber gerade hierfür liefert das Problem, das es zu lösen gilt, die besten Voraussetzungen: Die erste Generation einer neuen Elite (die dann, ähnlich den Professoren einer Universität, also aus sich heraus und ohne Eingriffe von außen, ihre Nachfolger bestimmen) käme nach meiner Vorstellung aus der Reihe derjenigen, die sich bei der Abwehr dieses noch nie dagewesenen Angriffs auf die europäische Tradition und Kultur, unter der wir alle leiden, besonders verdient gemacht haben.

nom de guerre
03. August 2017 15:27

@ calculus

„[…] käme nach meiner Vorstellung aus der Reihe derjenigen, die sich bei der Abwehr dieses noch nie dagewesenen Angriffs auf die europäische Tradition und Kultur, unter der wir alle leiden, besonders verdient gemacht haben.“

Es ist naheliegend – und von Ihrer Warte aus legitim, darüber will ich gar nicht mit Ihnen streiten –, dass Sie das so sehen. Allerdings betrifft Politik umfassende Fragestellungen, die weit über das Zuwanderungsproblem hinausgehen, daher muss nicht jeder, der diese eine, wenn auch sehr wichtige Frage zutreffend beurteilt, auch in der Lage sein, eine vernünftige Wirtschafts-, Umwelt- oder Bildungspolitik zu betreiben, um nur einige Beispiele zu nennen. Im Übrigen läuft Ihre Argumentation darauf hinaus, dass Elite die sind, die Ihre Ansichten teilen und umsetzen, und daraus lässt sich kein konsensfähiges Verfahren ableiten, wie eine solche Elite zu bestimmen ist. Ich denke aber, wir werden hier nicht zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen und sollten es vielleicht dabei belassen.

@ Nils Wegner

Auch wenn Sie mir Ahnungslosigkeit unterstellen, bedanke ich mich für die Literaturempfehlung. Sie schreiben: „Beide Denker sahen im scheinbaren "neuen Staat" schlicht eine Möglichkeit, persönlich voranzukommen und ihre weit über den Status quo der Weimarer Republik hinausgreifenden Vorstellungen zu verwirklichen – nur um alsbald festzustellen, daß der Staat als solcher mitnichten revolutioniert worden war, sondern sich mit der Einheitspartei lediglich eine Parallelstruktur etabliert hatte […]“

Ich sehe jetzt nicht, inwiefern das meiner These der mangelnden Menschenkenntnis widerspricht (C. S. hat demnach die Lage falsch eingeschätzt und die Lage wurde von den beteiligten Personen gemacht, die er folglich ebenfalls falsch eingeschätzt hat), aber man kann da sicher geteilter Meinung sein.

Was Poggenburg angeht: Unabhängig davon, ob er mit Wucherungen Krebszellen meint oder irgendetwas anderes, das an oder in einem Körper wächst und ihm nicht gut tut (Denken Sie, darüber hat er so genau nachgedacht? Er ist schließlich kein Mediziner.) – so drückt man sich in einer zivilisierten politischen Auseinandersetzung einfach nicht aus. Sie mögen meinen Einwand „ulkig“ finden (Wieso eigentlich? Glauben Sie, er hat seiner Partei mit dieser neben allem anderen auch noch vollkommen überflüssigen Wortwahl einen Gefallen getan?) und mich für zart besaitet halten, das ändert aber nichts daran, dass solche Auftritte eine Rückkehr zum demokratischen Diskurs nicht gerade erleichtern. Milde ausgedrückt. Wer so redet, begibt sich im Gegenteil zumindest verbal auf das Niveau genau derer, auf die sich die Bezeichnung „Wucherung“ im konkreten Fall bezieht. Wenn Sie diese Bedenken ironisieren möchten, ist das Ihre Sache, aber ein klein wenig Selbstkritik täte Leuten wie Poggenburg (oder eben solchen, die meinen, derartige Formulierungen verteidigen zu sollen, statt Schadensbegrenzung zu betreiben) vielleicht ganz gut.

Bran
03. August 2017 15:35

Ich sehe die Lösung für fast sämtliche Probleme darin, unter keinen Umständen die AfD zu wählen, weil sie unter Umständen und eventuell ganz schlecht für allfällig anzutreffende Situationen oder Menschen sein könnte und weil Exponenten hiervon manchmal Worte sagen, die andere Leute auch schon gesagt haben. Stattdessen sollte man unbedingt weiterhin Parteien wählen, die schon hinlänglich bewiesen haben, dass sie unter allen Umständen schädlich für sämtliche Deutschen sind ausser für sich selbst. Mein Vorschlag wäre die FDP, weil das ein wirklich mutiger Schritt ist.

calculus
03. August 2017 16:47

@nom de guerre

Allerdings betrifft Politik umfassende Fragestellungen, die weit über das Zuwanderungsproblem hinausgehen

Wenn wir etwas gesehen haben in den vergangene Jahren, dann daß das (liberal) demokratische System vollkommen ungeeignet ist, auch nur eines der anstehenden Probleme zu lösen. Alles versucht man vermöge Stuhlkreisen unter den Teppich zu kehren, nur um nicht handeln zu müssen, überall nichts als Beschwichtigungen, überall nichts als Sozialdemokratismus (Sieferle). U.a. sehr aufschlußreich zu dieser Verräterbande Michael Wiesberg: Entnationalisierung der deutschen Wirtschaft (https://sezession.de/57221/). All das fasse ich unter niedagewesener Angriff auf unsere Tradfition und Kultur.

deutscheridentitärer
03. August 2017 17:13

@nom de guerre

Sie sind ein interessanter Neuzugang hier. Es freut mich, dass Sie sich hier regelmäßig zu Wort melden und sich von dem, auf dieser Seite hier naturgemäß überwiegendem, Gegenwind nicht entmutigen lassen. Ich finde es sehr erstaunlich, dass Sie als - ausweiselich Ihrer Beiträge - intelligenter und gebildeter Mensch ausgerechnet die FDP wählen wollen. Es gibt in meinem Weltbild nichts was weniger zusammenpassen würde. Die FDP ist doch eine durch und durch peinliche, lächerliche Partei für Leute in fliederfarbenen Polohemden? Gleichfalls verstehe ich nicht, warum Sie eine Partei wählen wollen, die auch an die Regierung kommt? Inwiefern ist das ein Kriterium? Eine rationale Wahlentscheidung ihrerseits wäre eben doch die AfD, denn schwarz-gelb wird es eh werden, aber je stärker die AfD wird, desto "rechter" wird der Kurs der Regierung werden, und dann das Ganze dann auch von den bekannten, bewährten Gesichtern, ohne die sie die AfD nicht an der Macht sehen wollen. Bzgl. Australien wurde dort zwar erfolgreich die No-Way-Maxime in der Flüchtlingspolitik etabliert, ohne dass sich dort aber grundlegend etwas zum Besseren geändert hätte. Zum einen fährt der Große Austausch auch dort auf anderen Kanälen fort, zum anderen natürlich auch der kulturelle Verfall, wobei Australien hierbei insofern in einer privilegierte Position ist, als nicht allzu viel verfallen kann und man sich also den Fallschaden spart. Ich aber WILL gar keinen Stop der Einwanderung ohne dass sich Grundlegendes dabei ändert. Ich habe gar kein Interesse dieses Biotop für Fette und Schwachsinnige vor dem Druck der echten Welt abzuschotten.

Der Mensch ist für das Überleben unter widrigen Bedingungen geschaffen, und wenn man ihn in eine Übeflusszone steckt, implodiert er wie ein Tiefseefisch, den man an die Obefläche holt. Nichts liegt mir ferner, als die Masseneinwanderung aus volkswirtschaftlichen, d.h. konsumtechnischen, Gründen zu verurteilen. Ich habe heute drei Asylverfahren beigewohnt; die afghanischen Asylbewerber, zwei Familien und ein junger Mann, haben sich allesamt durch eine ruhige Würde hervorgetan. Im Gegensatz dazu stand die merkwürdige biodeutsche Unterstützerclique aus steril-hässlichen Frauen und dicklichen Typen, die einer der Familien anscheinend Beistand leisten wollten. Dabei hat es sich eine besonders groteskes Weibsbild auch nicht nehmen lassen, die arme bekopftuchte Frau und ihren Mann im Anschluß an die Verhandlung (Ergebnis Abschiebeverbot) aufgelöst zu umarmen (wer sich etwas im studentischen Milieu und altersmäßig etwas drüber bewegt wird diesen Typus alles und jeden umarmende Frau kennen). Nach dieser Erfahrung ist es für mich völlig verständlich, warum die Mehrheit der Europäer nicht mit gutem Gewissen ihr Selbstbehauptungsrecht wahrnehmen können; konfrontiert mit der dritten Welt werden Sie sich ihrer Verhausschweinung bewusst.

Utz
03. August 2017 17:23

@ nom de guerre

Allerdings betrifft Politik umfassende Fragestellungen, die weit über das Zuwanderungsproblem hinausgehen, daher muss nicht jeder, der diese eine, wenn auch sehr wichtige Frage zutreffend beurteilt, auch in der Lage sein, eine vernünftige Wirtschafts-, Umwelt- oder Bildungspolitik zu betreiben, um nur einige Beispiele zu nennen.

Und was ist,  wenn es WEGEN des Zuwanderungsproblems in der Wirtschafts-, Umwelt- oder Bildungspolitik gar keine Fragen, keine Spielräume und nur noch wenig Budget gibt? Dann haben die Deutschen vielleicht Parteien gewählt, die Probleme lösen können, die es gar nicht mehr gibt.

@ Bran

Gewagt! Ein bißchen befürchte ich, daß manche nur die erste Hälfte des letzten Satzes lesen.

Bran
03. August 2017 17:56

Ich möchte meinen letzten Eintrag darum ergänzen, dass es in der heutigen politischen Lage beinahe unerlässlich ist, sich mit Tippelschrittchen um Themen herumzubewegen, keine Risiken in der Ausdrucksweise einzugehen und aufoktroyierte Hygienegebote des Denkens zu beachten. NUR so kann die Wende endlich herbeigeführt werden. Ah ja, und niemals vergessen: Die aufgeklärte und moderne Menschenwürde ist unantastbar!

Lotta Vorbeck
04. August 2017 00:02

Martin Sellner direkt vom Schiff im Mittelmeer:

The Crew of the C-Star - YouTube

https://www.youtube.com/watch?v=8jhdFU-7jsY

veröffentlicht am 3. August 2017

Cacatum non est pictum
04. August 2017 01:15

@nom de guerre

Zuerst will ich Ihnen Respekt zollen für Ihre Art zu debattieren. Sie nehmen Ihre Kontrahenten beim Wort, zitieren ohne grobe Verkürzungen und werden auch dann nicht ausfallend, wenn Sie polemisch Kontra bekommen. Ihre Argumentation ist stets sauber und zwingt einen zum Nachdenken. Das ist wirklich vorbildlich. Nun noch einige Gedanken zu dem, was Sie geschrieben haben.

Ich denke allerdings nicht, dass eine solche radikale Veränderung der Gesellschaft eine zwingende Voraussetzung für eine sinnvollere Einwanderungspolitik ist.

Deutscheridentitärer ist wohl so zu verstehen, dass er die fatale Einwanderungspolitik nicht für eine Ursache hält, sondern für ein Symptom. So dürften das viele hier sehen, auch ich. Ursache ist ein fehlender Selbstbehauptungswille des deutschen Volkes respektive der anderen westeuropäischen Völker (denken Sie an Briten und Franzosen), die offenbar nicht mehr in der Lage sind, ihre existenziellen Interessen zu erkennen, geschweige denn zu vertreten. Wenn dieser Verfallszustand andauert, werden die betreffenden Völker verdrängt und marginalisiert werden und letzten Endes verschwinden; selbst dann, wenn sie sich mit einer harten Einwanderungspolitik temporär schützen könnten, denn die Einschläge kämen dann eben langfristig anderswoher (ausbleibende Geburten, militärische Schwäche, fehlende politische Einigkeit etc.).

Hierzu möchte ich ein Zitat von Botho Strauß anführen, das auf der Einbandrückseite des neuen Buches von Thor von Waldstein abgedruckt ist:

"Es ist leichter, ein autoritäres Regime zu Fall zu bringen, als ein liberales System vor seiner eigenen Zerrüttung zu bewahren. Das eine ist künstlich, starr wie ein Kristall und kann gebrochen werden. Das andere ist organisch und kann nur absterben."

Interessante und durchaus einleuchtende Interpretation – ich selbst bin da wohl etwas zu naiv und denke (trotz der Vorgeschichte bei der NPD oder auch solcher alter Geschichten wie den gekauften CDU-Abgeordneten beim gescheiterten konstruktiven Misstrauensvotum gegen Brandt Anfang der 70er) nicht so weit, dass ein Politiker nicht unbedingt "echt" sein muss. Das Ergebnis bleibt aber das gleiche: Auch eine mit gewisser Wahrscheinlichkeit von wie auch immer gearteten feindlichen Kräften unterwanderte Partei kann ich nicht wählen.

Sie sind da tasächlich (viel) zu naiv und müssten es, wenn man Sie beim Wort nimmt, unbedigt unterlassen, Parteien wie die FDP zu wählen. Es gibt keine einflussreiche deutsche Partei, die nicht von "feindlichen Kräften" gelenkt wird - oder was glauben Sie, warum die Nachkriegspolitik so kontinuerlich zum Schaden der Deutschen gestaltet worden ist? Nur zur Erinnerung: Die FDP kommt auf fast 45 Jahre Regierungsbeteiligung auf Bundesebene seit Gründung der BRD.

Wir befinden uns inzwischen nah an einem (faktischen) Einparteiensystem mit Leitmedien, die sich selbst gleichgeschaltet haben. Daran ist aber nicht das System als solches schuld, sondern dessen Akteure, die in einem für mich nicht nachvollziehbaren Zusammenwirken ein Funktionieren verhindern.

Ich kann mir nicht helfen: Da kommt mir das Bonmot der Linken in den Sinn, dass der Kommunismus ja nur noch nie richtig umgesetzt worden sei; prinzipiell sei er eine tolle Idee, auch wenn jeder Verwirklichungsversuch bislang von blutigen Diktaturen getragen war. Vielleicht begünstigt das bestehende System ja in besonder Weise die Herausbildung von autokratischen Strukturen - möglicherweise deshalb, weil sich die Leute im besten aller Systeme wähnen und gar nicht glauben wollen, dass seine Akteure nichts anderes im Sinn haben, als möglichst unbehelligt zu herrschen - frei von tatsächlichem Einfluss des Fußvolks.

Carl Schmitt war unbestreitbar ein hervorragender Jurist und ist auch (oder gerade) heute noch ein wichtiger Autor, aber es fehlte ihm m.E. in gewissem Maße an politischem Verstand oder auch einfach an Menschenkenntnis. Auf die Nazis ist er hereingefallen, anders lässt sich der Satz „Der Führer schützt das Recht“ nach dem Röhm-Putsch nicht erklären.

Carl Schmitt genießt als politischer Theoretiker bis heute Weltruf. An dieser Tatsache kommen selbst seine linken Nachfolger an deutschen Hochschulen nicht vorbei, so zuwider ihnen das auch sein mag. Und auf die Nazis sind einige Menschen hereingefallen. So etwas dürfen Sie nicht aus dem historischen Rahmen lösen. Im Jahr 1934 lagen 20 Jahre allerschlimmster Verwerfungen hinter den Deutschen (Millionen Kriegstote, Hungersnöte, Bürgerkrieg, Weltwirtschaftskrise, blutige Straßenschlachten usw.). In den Nationalsozialismus haben damals sehr viele Menschen ihre Hoffnungen gesetzt, zumal er in den Anfangsjahren große politische Erfolge vorzuweisen hatte. Das sollten Sie immer bedenken, wenn Sie jemanden seiner Nähe zum damaligen Regime zeihen.

Allerdings betrifft Politik umfassende Fragestellungen, die weit über das Zuwanderungsproblem hinausgehen, daher muss nicht jeder, der diese eine, wenn auch sehr wichtige Frage zutreffend beurteilt, auch in der Lage sein, eine vernünftige Wirtschafts-, Umwelt- oder Bildungspolitik zu betreiben, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das mag wohl sein. Aber die Einwanderungsfrage ist mittlerweile so bedeutend, dass sie über die politische Gestaltungsmacht unseres Volkes entscheiden wird. Wenn die Masseneinwanderung nicht beendet und zum Teil rückgängig gemacht wird, dann werden Umwelt- und Bildungspolitik zukünftig andere machen.

nom de guerre
04. August 2017 12:53

@ calculus

„Alles versucht man vermöge Stuhlkreisen unter den Teppich zu kehren, nur um nicht handeln zu müssen, überall nichts als Beschwichtigungen, überall nichts als Sozialdemokratismus (Sieferle).“

Stuhlkreise sind vom Grundsatz her nicht das Schlechteste, solange man es mit ihnen nicht übertreibt, das werden Sie dann merken, wenn irgendwann tatsächlich eine „Elite“ die Macht übernimmt und sich einen Dreck um Ihre Interessen schert. Dem können Sie zwar entgegenhalten, dass das heute auch nicht anders ist – jetzt haben Sie aber immerhin noch die Möglichkeit der politischen Teilhabe, bei einer Elitenherrschaft besteht diese nur noch in sehr engen Grenzen oder gar nicht mehr. Dennoch stimme ich mit Ihnen überein, dass derzeit Probleme unter den Teppich gekehrt und ausgesessen werden.

@ deutscheridentitäter

Na endlich mal jemand, der sich über meine Beiträge freut ;-)

„Die FDP ist doch eine durch und durch peinliche, lächerliche Partei für Leute in fliederfarbenen Polohemden? Gleichfalls verstehe ich nicht, warum Sie eine Partei wählen wollen, die auch an die Regierung kommt?“

Ersteres sehe ich naturgemäß nicht so. Die FDP war über lange Zeit die einzige Partei, die sich gegen staatliche Überregulierung und für die Wahrung von Bürgerrechten ausgesprochen hat (gerade Letzteres ist bedauerlicherweise inzwischen weniger der Fall, ich hoffe aber, sie kann an diese Tradition wieder anknüpfen – Politiker wie Gerhart Baum oder auch Sabine Leutheusser-Schnarrenberger waren/sind aus meiner Sicht sehr gute Leute; bei Lindner weiß ich es noch nicht). Gleichzeitig ist sie die erste Partei überhaupt gewesen, die in den 70ern Umweltzerstörung als Problem wahrgenommen hat – leider hat sie sich das Thema dann von den Grünen wegnehmen lassen. Und dass auf Bundesebene in den letzten vier Jahren keine Opposition stattgefunden hat, wäre mit der FDP im Bundestag m.E. anders gewesen. Ganz nebenbei bemerkt spricht sich das Wahlprogramm der FDP klar gegen eine unkontrollierte Zuwanderung aus. Davon abgesehen: Schwarz-gelb wird es eben nicht eh werden, es kann immer noch sein, dass wir eine Neuauflage der GroKo erleben und das will ich nun wirklich nicht haben! „[…] aber je stärker die AfD wird, desto "rechter" wird der Kurs der Regierung werden […]“ Kann man nicht wissen. Wäre zwar an sich logisch, aber schon jetzt habe ich den Eindruck, je mehr man sich von etablierter Seite von der AfD „abgrenzt“, desto stärker wird der bisherige Schwachsinn verteidigt – weil die Rechten ja auf gar keinen Fall Recht haben dürfen. Nehmen Sie zum Beispiel den gestrigen Zeit-Online-Artikel zu dem neuen Buch von Boris Palmer über die Flüchtlingspolitik – der Autor scheint allen Ernstes den Vorwurf für legitim zu halten, mit seiner Kritik rede Palmer der AfD das Wort: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/boris-palmer-wir-koennen-nicht-allen-helfen-provokation Im Übrigen trenne ich mich nicht gerne leichtfertig von alten, durchaus wohlüberlegten Gewohnheiten (sprich von Anfang an FDP gewählt zu haben), jedenfalls dann nicht, wenn die Alternative eine eher zweifelhafte Angelegenheit ist. Die Stelle „eine Partei wählen, die potentiell auch an die Regierung kommt“ habe ich vielleicht etwas missverständlich formuliert. Ich meinte, ich möchte niemanden wählen, den ich von vornherein nur in der Opposition sehen will, weil es mir zu gefährlich, zu unsicher wäre, wenn die betreffende Partei regieren würde. Zu Australien: „[…] fährt der Große Austausch auch dort auf anderen Kanälen fort“ – Inwiefern? Dann weiter: „Ich habe gar kein Interesse dieses Biotop für Fette und Schwachsinnige vor dem Druck der echten Welt abzuschotten.“ Ich finde Ihre Gedanken, auch die weiteren Ausführungen an der Stelle, durchaus interessant, aber das halte ich wirklich für eine ziemlich abwegige Einstellung. Das Argument von der Verhausschweinung kenne ich und kann mir auch die Szene mit der Dame bei dem Asylverfahren ganz gut vorstellen. Ich muss immer grinsen, wenn ich solchen Leuten begegne – und würde wahrscheinlich nicht mehr grinsen, wenn ich regelmäßig näher mit ihnen zu tun haben müsste. Nur ist das alles für mich kein Grund zu wollen, dass bildlich gesprochen oder auch real bei uns alles kurz und klein geschlagen wird. Es wird in jeder Gesellschaft Dinge geben, die nicht jedem gefallen, und es gibt überall Dumme und Schlaue, Leute oder auch Zustände, von denen man sich tatsächlich bereichert fühlt, und andere, die man kaum aushält. Man muss halt schauen, dass alles irgendwie funktioniert und möglichst wenige wirklich zu kurz kommen (ja, das können Sie jetzt Geschwurbel nennen, konkreter geht es gerade nicht). An dem Begriff der „Verhausschweinung“ stört mich, dass vermutlich niemand von denen, die ihn verwenden (ich glaube, er stammt von Konrad Lorenz), bisher den Beweis erbracht hat, dass er unter „Wildschwein-Bedingungen“ allzu weit käme. Ich selbst nehme das für mich nicht in Anspruch, obwohl ich es als Landbewohnerin wahrscheinlich etwas leichter hätte als ein geborenes Stadtkind, und denke, dass die Aufrechterhaltung unseres zivilisatorischen Niveaus letztlich die einzige Chance ist, die wir haben. Was machen Sie denn übrigens, wenn Strom und Wasser ausfallen und es in den Supermärkten nichts mehr zu kaufen gibt? Ich meine, machen Sie dann noch irgendwas oder lehnen Sie sich nur zurück und sagen: „Oh, cool, jetzt ist es endlich so weit! Scheiße, aber Hunger hab ich trotzdem…“? Wie zuvor schon gesagt, ich lasse mich gerne belehren, aber ich glaube, Leute wie Sie, die sich anscheinend danach sehnen, dass alles endgültig den Bach runtergeht (diese Einstellung trifft man seltsamerweise häufiger), machen den Denkfehler, sich nicht bis in die letzte Konsequenz vorzustellen, was dieser Niedergang für sie selbst und ihr Umfeld bedeuten wird.

@ Utz

„Und was ist, wenn es WEGEN des Zuwanderungsproblems in der Wirtschafts-, Umwelt- oder Bildungspolitik gar keine Fragen, keine Spielräume und nur noch wenig Budget gibt? Dann haben die Deutschen vielleicht Parteien gewählt, die Probleme lösen können, die es gar nicht mehr gibt.“

Da haben Sie Recht, das Risiko besteht durchaus. Die richtige Antwort darauf ist aus meiner Sicht aber nicht die Herrschaft einer Elite, wie calculus meinte, sondern dass innerhalb des Systems eine Rückkehr zum Normalzustand angestrebt wird.

@ Cacatum non est pictum

Ich bedanke mich für das Lob und hoffe, ich habe da nicht die Ironie übersehen… Natürlich ist die derzeitige Zuwanderungspolitik nur ein Symptom, nicht die Ursache. Den immer wieder genannten fehlenden Selbstbehauptungswillen sehe ich schon auch und ich stimme definitiv mit Höcke darin überein, dass die Art, wie in Deutschland die Vergangenheit thematisiert wird, eher weniger gelungen ist (was mich an ihm stört, ist aber sein Pathos und auch hier wieder die Ausdrucksweise). Die Frage ist nur, wie eine sinnvolle Alternative aussehen kann und wie man diese erreicht. All dies sind gesamtgesellschaftliche Probleme, die sich nicht nur – und nicht einmal in erster Linie – durch Wahlen beeinflussen lassen. Dass es die Identitäre Bewegung gibt und dass sie mediale Aufmerksamkeit bekommt, ist ein Schritt in die richtige Richtung, ebenso wie die Sezession bzw. SiN – dennoch teile ich (offensichtlich) nicht alle Bewertungen und Antworten, die von diesen Gruppierungen formuliert werden. Dass Deutschland im Grunde ein fremdgesteuerter Staat ist (so verstehe ich Sie) – sicher, das ist sehr wohl denkbar, angesichts der Situation nach 1945. Aber macht das wirklich einen Unterschied? In Großbritannien (Sie bringen das Land ja auch selbst als Beispiel für den fehlenden Willen zur Selbstbehauptung) sind schwere Verwerfungen, ob nun gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Art, sogar schon deutlich länger zu beobachten als bei uns – und die haben den 2. Weltkrieg nicht verloren und waren auch nicht besetzt. Über Carl Schmitt möchte ich gar nicht streiten, sein Ruf als Denker steht von meiner Seite bestimmt nicht zur Debatte. Der Anlass war, dass er als Gewährsmann dafür genannt worden war, dass „Wucherungen“ als Bezeichnung für den politischen Gegner legitim seien (so hatte ich calculus zumindest verstanden). Natürlich sind auch viele andere auf die Nazis reingefallen, ohne deshalb durchweg böse oder dumm zu sein, und selbstverständlich muss man den Kontext in der damaligen Zeit beachten. Das steht alles außer Frage. Aber dieses „Reinfallen“ kann man meiner Meinung nach auch und gerade bei einem so großen Denker wie Schmitt trotzdem nicht außer Acht lassen, wenn es darum geht, ob und wie man von ihm gebrauchte Begriffe übernehmen sollte. „Wenn die Masseneinwanderung nicht beendet und zum Teil rückgängig gemacht wird, dann werden Umwelt- und Bildungspolitik zukünftig andere machen.“ Das stimmt leider. Bitte aber auch hier den Zusammenhang beachten: Die Frage war, ob eine Elitenherrschaft statt parlamentarischem System sinnvoll ist (finde ich nach wie vor nicht, anders als der Kommunismus funktioniert selbiges nämlich normalerweise) und wer in einem solchen Fall die Elite sein kann/sollte. So, das ist jetzt Seite 3 bei Word und eigentlich wollte und müsste ich gerade etwas anderes machen, was ich jetzt auch tun werde, auch wenn ich gerne noch das parlamentarische System verteidigt hätte…

Lotta Vorbeck
04. August 2017 16:46

@nom de guerre - 04. August 2017 - 12:53 PM

... Nur ist das alles für mich kein Grund zu wollen, dass bildlich gesprochen oder auch real bei uns alles kurz und klein geschlagen wird. ... Da haben Sie Recht, das Risiko besteht durchaus. Die richtige Antwort darauf ist aus meiner Sicht aber nicht die Herrschaft einer Elite, wie calculus meinte, sondern dass innerhalb des Systems eine Rückkehr zum Normalzustand angestrebt wird.
__________________________________________
Was das "alles kurz und kleinschlagen" angeht:
Im Ergebnis ist's völlig wuascht, ob die BRD von den aus nahezu sämtlichen Failed States dieser Welt in Millionenstärke ins Land gelotsten Jungmännerbanden "kurz und kleingeschlagen", oder von den das Altparteienkartell repräsentierenden Figuren "gegen die Wand gefahren" wird. Die BRD als Produkt des kalten Krieges - auf deutschem Boden, so war's geplant, sollte die finale Schlacht gegen Sowjetrussland militärisch ausgetragen werden - wird schlicht nicht mehr gebraucht. Das auf den Untergang der tradierten, europäischen Nationalstaaten fixierte System transformierte sich 1990 beginnend, in seinen nunmehr über West- und Mitteleuropa nahezu flächendeckend ausgebildeten Normalzustand. Der unter der EU-Flagge segelnde - Zitat, Stefan Zweig - "multikulturelle Zentralstaat soll erledigen, was aus den Trümmern von Kriegen und Totalitarismus gerettet werden konnte."

Heinrich Brück
04. August 2017 17:22

Das Menschenbild des BRD-Wahlkreuzchenmachens lebt in einer Welt der totalen Entmündigung, unsichtbar und ohne innere Freiheit. Noch kein System der Menschheitsgeschichte war so perfide. Luther konnte noch sagen: "Die ganze Welt ist voller Wunder"; das Wahlkreuzchen gewährt keine politische Teilhabe, es verhindert sie. Dem Demokraten aus dem amerikanischen Brückenkopfländle bleibt seine transatlantische Sklavenhörigkeit, er darf seine Regierung wählen, aber er kann die Einwanderung nicht abwählen. Also ohne eigene Moral. Demokratischer Diskurs über den täglichen Massenmord. Eine Farce. Die demokratische Opposition findet nur im Kopf des Wählers statt. Dessen Denken, politisch ohne Einfluß, zumindest in der Einwanderungsfrage leichter eruierbar, systemimmanent nicht änderbar; in den Auswirkungen auf privater Ebene, der tatsächlichen Elite wunderbar in den Kram passen; die nicht die geringste Korrektur an den gewünschten Ergebnissen haben können. Totale Entmündigung redet sich Bürgerrechte ein. Schrumpfendes Volk des Wachstums. Was der Wähler will; warum er es will; wie er es will? Spielt in diesem System nur im Kopf des Wählers eine Rolle. In dem Film "V wie Vendetta" mußte die Hauptdarstellerin gefoltert werden, um ihre Freiheit zurückerlangen zu können. Herrliche Zeiten für ein liberales System der Menschenrechte.

Ist der Normalzustand eine Grundkonstante der Natur? Was ist der Normalzustand? Für jedes freie Volk keine Verräterregierung? Ein freies Volk unterwirft seine Heimat nicht einem Wirtschaftsstandort, für welchen eine Gesellschaft dem Großen Austausch huldigt. Es sieht seine Geschichte positiv, besonders im Hinblick seiner Errungenschaften und Zukunft. Die Strukturen dieses Systems erlauben keinen anderen Zustand, mit dem Fußvolk gab es seit der Niederlage keine Systemänderungsdiskussion. Was auf diesen Bahnen gedacht werden kann, wie und warum, ist in der Demographiefrage in einer Gespaltenheit und Zwietracht zu sehen, die alle anderen Erlebnisse weit in den Schatten stellt.

Utz
04. August 2017 18:49

Ganz nebenbei bemerkt spricht sich das Wahlprogramm der FDP klar gegen eine unkontrollierte Zuwanderung aus.

... so wie die CSU! Und so wie die SPD angeblich sozialen Ausgleich will und, und, und ...

Und was macht die CSU tatsächlich? Nichts! Und was machte die SPD? Die Agenda 2010! Können Sie sich tatsächlich vorstellen, daß eine so "flexible" Partei wie die FDP, die schon mit allem und jedem (politisch) im Bett war, tatsächlich das Rückgrat hat, eine deutlich andere Zuwanderungspolitik zu vertreten, wenn sie zudem die Arbeitgeber (das sind die, die der FDP ihren Wahlkampf finanzieren) im Rücken hat, die sagen: Laßt die Leute nur kommen, für die Lohnentwicklung kann das nur positiv sein?

nom de guerre
05. August 2017 10:31

@ Lotta Vorbeck

Sie befinden sich da jetzt nah an Verschwörungstheorien, was aber nicht zwingend bedeutet, dass Sie Unrecht haben. Was ich vermisse, ist ein Lösungsansatz – irgendeine Vorstellung Ihrerseits, wie es sinnvollerweise weitergehen soll. Selbst wenn Sie auf abstrakter Ebene meinen, es sei alles wurscht, ganz konkret, wenn es Sie selbst betrifft, werden Sie es doch kaum so sehen(?)

@ Heinrich Brück

„Noch kein System der Menschheitsgeschichte war so perfide.“ – Meinen Sie? Ich denke, die Geschichte ist voll von perfiden Systemen, es scheint einfach in der menschlichen Natur zu liegen, solche in gewissen Abständen zu erschaffen (die einen sind unmittelbar auf physisch wirksamen Terror konzentriert, die anderen eher darauf, Menschen psychisch kleinzuhalten), und ob die sich gegenseitig an Ekelhaftigkeit etwas geben oder nehmen, halte ich für sehr fraglich.

Übrigens: Die Welt ist immer noch voller Wunder – man muss nur hinschauen…

@ Utz

Kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass die FDP… – Tja, das bleibt abzuwarten, das Risiko, dass Parteien nach der Wahl umfallen, hat man in einer Demokratie nun mal. Die Beispiele, die Sie nennen, sind natürlich nicht widerlegbar (speziell die CSU würde ich im Übrigen nie wählen, wenn ich in Bayern wohnen würde), nur denke ich, diese in der Grenzöffnung im sogenannten Flüchtlingssommer 2015 kulminierende völlig idiotische Zuwanderungspolitik einer Frau Merkel hätte kein einziger ihrer Vorgänger betrieben, am allerwenigsten Schröder. Der hätte mit großer Geste Hilfslieferungen nach Ungarn, Griechenland und auf den Balkan geschickt, wir hätten alle wie verrückt gespendet (naja, Sie hier vielleicht nicht, aber ich zum Beispiel) und keiner dieser Flüchtlinge, illegalen Einwanderer oder was auch immer wäre nach Deutschland gekommen. Genauso wenig hätte es mit Schröder diese radikale Form der Energiewende gegeben. Insofern habe ich noch Hoffnung, dass sich etwas ändert, falls es gelingt, das „System Merkel“ (für das Merkel allerdings nicht alleine die Verantwortung trägt, bspw. die Medien helfen kräftig mit) aufzubrechen. Mit einer starken FDP im Bundestag ist die Wahrscheinlichkeit dafür jedenfalls höher als mit einer AfD, deren Positionen schon aus Angst, als böse rechts zu gelten, niemand sonst zustimmen wird.

Bones
05. August 2017 11:55

Ich freue mich, in nom de guerre einen Mitstreiter gefunden zu haben, der wie ich der FDP die Rückkehr zu einer vernünftigen Politik zutraut. Aus meiner Sicht brauchen wir beide liberale Parteien im Bundestag, die AfD und die FDP.

(Für diejenigen, die sich an dem Wort "liberal" in Bezug auf die AfD stoßen: Deren Einsatz für Bürgerrechte wie die Meinungsfreiheit, also etwa gegen das Netzdurchsetzungsgesetz, zeugt von liberaler Gesinnung. Überhaupt tritt sie ja für die Wiederherstellung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ein.)

Zu den Plänen der FDP in der Zuwanderungsfrage sehe man das jüngste Zeitungsgespräch mit Christian Lindner:

https://www.nrz.de/politik/klare-regeln-fuer-die-zuwanderung-id211478379.html

Natürlich kann man jetzt sagen, das seien alles Wahlkampfversprechen, die nach der Wahl gleich wieder vergessen sein werden. Aber warum nicht Lindner eine Chance geben, das Gegenteil zu beweisen?

Lotta Vorbeck
05. August 2017 17:07

@nom de guerre - 05. August 2017 - 10:31

@ Lotta Vorbeck

Sie befinden sich da jetzt nah an Verschwörungstheorien, was aber nicht zwingend bedeutet, dass Sie Unrecht haben. Was ich vermisse, ist ein Lösungsansatz – irgendeine Vorstellung Ihrerseits, wie es sinnvollerweise weitergehen soll. Selbst wenn Sie auf abstrakter Ebene meinen, es sei alles wurscht, ganz konkret, wenn es Sie selbst betrifft, werden Sie es doch kaum so sehen(?)
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# Die angebliche Verschwörungstheorie ist gut dokumentiert und ließe sich mit wenigen Mausklicks leicht eruieren.

# Zu dem Ihrerseits vermissten Lösungsansatz
Eigentlich eine Binsenweisheit: die Dinge entwickeln sich nicht so, wie es subjektiv betrachtet als wünschenswert erscheinen mag - sondern deren Entwicklung verläuft, von äußeren Faktoren durchaus beeinflußt - mal forciert, mitunter auch gehemmt - sozusagen gesetzmäßig in eine bestimmte Grundrichtung verlaufend. Ein künstlich geschaffenes, von seinen jahrhundertealten, kulturellen Wurzeln abgeschnittenes, auf Selbstzerstörung programmiertes, die noch rudimentär vorhandene kulturelle Substanz verachtendes System ohne jede Rückgebundenheit, zerstört sich zwangsläufig selbst. Und was Westeuropa im Allgemeinen, sowie die BRD im Besonderen anbelangt, sei an dieser Stelle nochmals an Peter Scholl-Latour erinnert: Diese spielen nämlich laut Scholl-Latour im sogenannten 'Big Game' just keine aktive Rolle mehr. Der Kipppunkt dürfte längst überschritten sein. Wie man sich nun "ganz konkret" auf das über kurz oder lang aus den jahrzehntelangen Fehlentwicklungen der Nachriegszeit Folgende vorbereitet, respektive "sinnvollerweise" damit umzugehen gedenkt, ist sowohl von den jeweiligen, persönlichen Präferenzen als auch der eigenen, materiellen Basis, sowie dem familiären Hinterland abhängig und als Betrachtungsgegenstand in einem Netztagebuch ungeeignet.

@... am allerwenigsten Schröder. Der hätte mit großer Geste Hilfslieferungen nach Ungarn, Griechenland und auf den Balkan geschickt ...

Eben jener Schröder schickte - wir erinnern uns - im Oktober 1998 frisch BRD-Bundeskanzler geworden, vor einer Bücherregalkulisse posierend, im März 1999 die 'Bunte Wehr' auf den Balkan.

@nom de guerre

... Mit einer starken FDP im Bundestag das System Merkel aufbrechen ...

@Bones

Ich freue mich, in nom de guerre einen Mitstreiter gefunden zu haben, der wie ich der FDP die Rückkehr zu einer vernünftigen Politik zutraut. ...

Träumen Sie ruhig weiter! - Man könnte es freilich auch als das "Reiten eines toten Pferdes" bezeichnen.

Jürg_Jenatsch
05. August 2017 21:23

Ich beglückwünsche Bones und nom de guerre ausdrücklich zur Wahl der FDP. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß der Rat Brans so schnell Früchte trägt. Es gehört schon ein gehöriges Maß an kindlichem Vertrauen dazu, einer solchen Partei nicht zuzutrauen, daß sie nicht den Deutschen weiterhin Schaden zufügt. Und immer daran denken, die Menschenwürde läßt die Benennung von politischen Wucherungen nicht zu. Auch die Schlägerbereitschaften der Antifa und sogar der Taliban werden ihr teilhaftig und haben selbstverständlich Menschenrechte. Eine Einordnung dieser als hostis wäre daher zu schmittesk.

nom de guerre
06. August 2017 11:17

@ Jürg_Jenatsch

Es ist interessant, wie viele Carl-Schmitt-Experten sich hier tummeln. Ich selbst gehöre nicht dazu, daher werde ich Ihnen nicht auf der Grundlage des hostis-Begriffs von C. S. antworten (um dies fundiert tun zu können, müsste ich das, was ich vor Jahren von ihm gelesen habe, nochmal intensiv lesen, und dafür fehlt jetzt die Zeit), sondern mich auf das beziehen, was Sie selbst äußern. Sie scheinen zu insinuieren, die Menschenwürde bzw. die Menschenrechte könnten/dürften nicht für die Antifa oder die Taliban (oder nur für Teile derselben?) gelten. Warum meinen Sie das? Die Menschenwürde gilt universell, anders ergibt der Begriff überhaupt keinen Sinn. Wenn staatliche Organe sie für bestimmte Gruppen außer Kraft setzen, kommen Zustände wie Guantanamo oder Abu Ghraib dabei heraus. Halten Sie das für nachahmenswert? Wenn ja, sollten Sie jeden Tag dafür beten, dass Sie aus Sicht der Herrschenden nicht irgendwann mal selbst „der Feind“ sind. Personen, die Straftaten begehen oder (wie islamistische Terroristen) unsere Gesellschaft zerstören möchten, trotzdem die Menschenwürde zuzusprechen, bedeutet doch auch gar nicht, dass man nicht gegen sie vorgeht. Wo ist also Ihr Problem?

@ Bones

Ich freue mich, dass sich noch jemand aus der Deckung wagt. Danke für den Link zu dem Interview mit Lindner, da steht zu dem Flüchtlingsthema eigentlich alles drin, was ich hören möchte.

Klaus D.
06. August 2017 11:43

nom de guerre 05.August 2017 10:31

"... nah an Verschwörungstheorien  ..."

Was hat eine objektive politische Lagebeschreibung mit Verschwörungstheorie zu tun? Im Gegenteil, Sie ,nom de guerre, befinden sich nah an der (die Wirklichkeit verschleiernden) CIA-Propaganda.

"... naja, Sie hier vielleicht nicht, aber ich zum Beispiel  ..."

Was soll das denn? Das ist einfach anmaßend und unverschämt von Ihnen.

"...  für das Merkel allerdings nicht alleine die Verantwortung trägt, bspw. die Medien helfen kräftig mit ..."

Ganz schön naiv. Sie sollten mal hinter die Kulissen schauen und sich für die wirklichen Machtverhältnisse interessieren (Stichworte: z.B. Vasall, Besatzungsmacht, NWO).

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