Sezession
23. August 2017

Das war’s. Diesmal mit: Wahlrecht ab 30, Inzestporno und lesbischem Transpapst

Ellen Kositza / 23 Kommentare

Es sind offenbar keine hochkonzentrierten Gespräche, sondern eher Pausendialoge in Dauerschleife. Tochter sieht sich stets in der Defensive. Mal soll sie verteidigen, warum sie was gegen Frauen habe (es ging im Unterricht um Frauenquoten), dann, warum sie keine Ausländer möge (es ging in Wahrheit um Migrationsströme), dann, weshalb sie Jazz hasse (es ging um die schlichte Abstimmung, ob dieses oder jenes Lied gesungen werden solle).

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Tochter, stets: „Du verdrehst mir die Worte im Mund. Das habe ich nicht gesagt! Meine Begründung war folgende: […]. Woher kommt mein Eindruck, daß du nicht bereit bist, mal sachlich auf irgendein Argument zu reagieren?“ Die Linke: „Argumente, ha, da fühlst du dich wohl stark. Du mußt mal eines kapieren: Ich will nicht argumentieren. Ich will dich entlarven!“

Kindermund, hach, schön wär‘s. Kubitschek hat mich neulich in einer Diskussion mit der Kühnheit überrascht, daß er gern ein Wahlrecht ab dem Alter von 30 hätte. Komische Hoffnung, daß Leute mit dem Alter weiser würden.

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20. 8. 17 -- Meine Güte, sie titulieren uns als Scharfmacher, Angstmacher, Pack! Den Eindruck, daß Klett-Cotta, immerhin der Verlag Ernst Jüngers, ziemlich auf den Hund gekommen sei, hatten wir schon vor dem dort verlegten Machwerk Die bürgerliche Revolte, wonach (affirmative) Ernst-Jünger-Lektüre bereits ein Schritt ins absolut menschenverachtende Rechtsaußen sei.

Nun hat Klett-Cotta das Inzest-Tagebuch einer „Anonyma“ übersetzt und publiziert: Angeblich die wahre Geschichte einer Frau, die von ihrem dritten bis 21. Lebensjahr von ihrem Vater höchst brutal sexuell mißbraucht wurde. Eine echte Splatter-Story voller Blut.

Jedoch: Das ganze kommt als Porno daher! Die „Anonyma“ ist noch im Rückblick höchst erregt, sie konnte nicht anders, als diese Missetaten als überaus geil zu empfinden. Ist das ein Skandal? Pervers? Indexwürdig? Nö, wieso auch.

Der engagierte, höchst angetane Rezensent urteilt im öffentlich-rechtlichen Bezahlfunk: Die „absolute Individualität auch einer solcher Erfahrung“ sei publikationswürdig; jeder Mensch habe „das Recht, seine Geschichte zu erzählen.“ Das ist mal cool im Wortsinne.

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21. 8. 17 -- Man hat bereits sieben Einschulungen hinter sich gebracht, circa 100 Elternabende, man hat den Kindern bei der Vorbereitung auf x Referate und x Klassenarbeiten geholfen. Das früher oft überschwengliche Engagement ist der Routine gewichen.

Ich erinnere mich noch, wie beim ersten Grundschulkind „Sexualaufklärung“ anstand und wir eigens einen Gesprächstermin mit der Lehrerin vereinbarten, weil wir sehr genau wissen wollten, was und wie vermittelt würde. Heute nehmen wir alles gelassener, in Teilen auch desinteressierter. Es hat wenig Sinn, sich gegen ohnehin mahlende Mühlen zu verausgaben, das ist die pessimistische Erkenntnis.

Positiv hingegen jene Erfahrung: Alles hängt doch an der primären Sozialisation. Die ersten (schulfreien) Jahre des Kindes sind entscheidend. Prägt das Elternhaus gut und kräftig, dann ist eigentlich alles getan, was getan werden kann. Und später gibt es ja immer noch die gemeinsamen Mahlzeiten und die Gespräche.

Im Bekanntenkreis haben wir jetzt eine Familie, die sehr mißmutig auf den Religionsunterricht ihrer Kinder schaut und eine Alternative sucht. Kurzes Erschrecken: Stimmt, vor fünfzehn Jahren, bei den ersten Kindern, war das auch für uns ein Thema.

Es wird bei uns nur evangelisch oder Ethik angeboten – damals fanden wir das schon skandalös. Die beiden katholischen Pfarrer der örtlichen Umgebung, die wir dann vor lauter Sorge ums Seelenheil nebenbei bemühten, sind mittlerweile schon lang suspendiert. Pornogeschichten beim einen, Verheiratung beim anderen. Traurig-schaurige Zeiten!

Längst setzen wir daher auf jene Katholiken und Patres, die den zermürbenden Weg des II. Vatikanischen Konzils, also der 68er-Kirche, nicht mitgegangen sind.

Aber was läuft eigentlich ab im Religionsunterricht, an dem unsere Kinder nach wie vor teilnehmen? Es hat uns lange nicht weiter interessiert, erst durch jene besorgte Familie wurde das wieder Thema.

Große Tochter: „Ach, hör auf. Es ist eine große Diskussionsveranstaltung. Mal ein Beispiel: Gesetzt den Fall, ein Papst merkt erst im fortgesetzten Alter, daß er eigentlich eine Frau sei. Er wird also leiblicher Vater, aber soziale Mitmutter eines Kindes, das er mit einer lesbischen Frau gezeugt hat. Darf dieser Papst dann im Amt bleiben, und wenn nein, mit welcher Begründung?“ – „Das ist jetzt aber ein Witz. Soll sicher dazu dienen, den Lehrer zu stressen und die Unterrichtsstunde in Nonsens aufzulösen, oder?“ – „Nein, das wird im Ernst gefragt und im Ernst ausdiskutiert.“

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22. 8. 17 -- Trüber Tag, Herbststimmung. Nichts läuft, wie es soll. Im Freibad ist außer mir nur einer. Ich kenne ihn vom Grüßen und von kurzen Gesprächen. Er ist sehr nett, er hat eine leichte geistige Behinderung (weiß nicht, wie man das heute noch freundlicher benennt). Ich verlasse das Becken nach einer Viertelstunde, meine Finger sind weiß vor Kälte. Er: „Aber noch nicht heme, oder?“ (Sachsenanhaltisch für nach Hause/zu Hause.) Doch! Mir langt es. Er erzählt, daß er jeden Tag 3000 Meter absolviert im Becken (Kopf über Wasser). Ich: „Puh, das ist extrem tapfer.“ – „Was soll man machen. Man muß ja fit bleiben. Wir wissen alle nicht, was noch alles kommt.“

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Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (23)

H. M. Richter
23. August 2017 11:57

"Wir wissen ja alle nicht, was noch kommt" [s. o.]

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Und unversehens hat der Badegast damit Ernst Jünger zitiert, dessen Aussage sich allerdings auf die Zeit nach dem Tode bezieht. Der Schwimmer, der sich auf irdische Art mit den letzten Dingen zu beschäftigen scheint, sollte vielleicht mal in den Religionsunterricht eingeladen werden. Sollte man sich dort mal mit Wichtigem beschäftigen wollen ...

Christian Bode
23. August 2017 12:21

Liebe Frau Kositza,

in Anbetracht des Dschungels an Wahnsinn aus Artikeln (Zeit titelt Auto tötet und wird festgenommen...), Werbeplakaten (ich weiß wirklich nicht, wie jemand diese Parteiendemokratie zur Wahlwerbung noch ernst nehmen kann; nun, ich wusste es auch schon vorher nicht - aber an einem gigantischen Jung von Matt-Plakat in fesch-expressiven Fraktalen in "Deutschlandfarben" vorbeizufahren, wo ich doch dachte, dass diese drei Farben als erkennbares Staatssymbol jeder Partei verboten sind, da sie nur Partei, nie aber Staat sind!, auf dem dann souverän versprechend Ordnung und Sicherheit steht, das lässt mich völlig befremdet, ja eigentlich mir selbst entfremdet zurück), Radiokommentaren, Mainstream-Filmen und den sich in ihrem aufklärerischen Gestus als Neueschönewelt-Pädagogen immer drastischer unterbietenden Drehbuchschreibern, Gesprächen und gehörte Satzfetzen (es bleibt dabei, die Rechten halten die (heutigen) Linken für dumm, die Linken die Rechten für böse und da hilft nur das Entlarven; die Made des Belzebubs muss gepackt und überall aus der Gesellschaft entfernt werden, wo sie sich einzunisten gedacht hatte) und Sprachterror (dessen ad nauseam bezeichnete Orwell'sche Dimension in erschreckendem Ausmaß Polemik hinter sich lässt und nüchterne Realitätsbeschreibung wird – Behinderte sind Menschen mit Handicaps oder people with special needs/handling, wobei auch hier eine Stigmatisierung stattfindet, welche es zu überwinden gilt, wie es auch der amtliche Umgang mit der behinderten Bevölkerung durch die ab dem 01. Januar 2018 vorgeschriebene Leichte Sprache tut, sodann jedes allgemeine Schreiben, da es auch Behinderte (und Neo-Bürger) erreichen wird, im besten Fall in Leichter Sprache geschrieben wird – und ferner gleich richtig Butter bei die Fische gegeben wird, wenn beim Deutschen Evangelischen Kirchentag aus gegenderten Liederheften mit einer stolzen Druckauflage von 265.00 Exemplaren – ich hoffe Sieferle, möge er in Frieden ruhen, toppt das! – gesungen wurde, wo unter vielen facepalm-Momenten auch solch kühne Torheit zu finden war, bei der "man*in" aus "Lobet den Herrn" "Lobet die Ew'ge" gemacht hat!!!), in Anbetracht dieser, nicht enden wollenden Kaskade aus himmelschreienden Dummheiten und nicht selten wohl auch Bosheiten, ja wahrscheinlich wirklicher Dämonie, ist es nicht schwer dem Wahnsinn anheim zu fallen und im Affekt verzweifelt mit Worten und Fäusten um sich zu schlagen, wogegen ihre, Kositza, mit Intelligenz, Witz und Ruhe geschriebenen Alltagsbeobachtungen stillendes Antidoton sind.

Danke.

John Haase
23. August 2017 12:54

Ich wäre dafür, den Frauen das Wahlrecht zu entziehen, die wählen mehrheitlich falsch. Ebenso falsch wählen Akademiker, die deswegen ebenfalls das Wahlrecht verlieren sollten. Seltsamerweise schauen mich auch konservative und rechte Frauen und Akademiker oft schief an, wenn ich das vorschlage. Ich verstehe nicht, warum. Wenn das männliche Proletariat mehr in unsere Richtung wählt als wir selbst, warum ketten wir uns dann an unsere eine blöde Stimme, die von verblödeten Frauen und Eierköpfen gleich wieder übertroffen wird. 

Bzgl. Des Religionsunterrichtes würde ich gerne etwas Witziges, Überspitztes schreiben, aber mir fällt nichts ein. Das kann doch echt nicht wahr sein, oder? Nicht mal in der BRD. Vielleicht wollte sich auch der Religionslehrer einen Spaß erlauben und die Unterrichtsstunde im Nonsens auflösen? Das kann keiner ernst meinen.

RMH
23. August 2017 14:14

"Der engagierte, höchst angetane Rezensent urteilt im öffentlich-rechtlichen Bezahlfunk: Die „absolute Individualität auch einer solcher Erfahrung“ sei publikationswürdig; jeder Mensch habe „das Recht, seine Geschichte zu erzählen.“"

Das ist grundsätzlich richtig. Jedoch hat jeder Verlag auch gewisse Sorgfalts- und Schutzpflichten. Zum einen muss man Opfer, die ja unterschiedlich mit ihren Traumen umgehen und bei denen es durchaus auch - wenngleich sicher nicht häufig - die Art von Kompensation geben kann, dass man so etwas als "geil" darstellt bzw. sich einredet, um damit besser umgehen zu können, vor sich selber schützen (die Autorin ist m.M.n. dringend Therapiebedürftig). Zum Anderen werden solche Darstellungen sicher gerne auch als Rechtfertigung und Bestätigung in der Szene der unbelehrbaren Pädos herumgereicht werden - und damit gefährdet man dann recht konkret Kinder.

Fazit: Dieser Verlag und der entsprechende Lektor halten keinerlei Mindeststandards ein. Wo ist hier der @"Aufschrei"?

Fachkraft für Betroffenheit
23. August 2017 14:23

Verkäuferin beim sachsen-anhaltinischen Fleischer: "Nähm' Se zwee Würschte, es gomm' ooch ma wiedor schlechte Zeiten." Preppt halt jeder so auf seine Art  in dieser schönen Gegend.

Heinrich Löwe
23. August 2017 16:41

Beim Wahlrecht würde ich noch weiter gehen: Erst ab 40. Und nur für Männer, so wie früher. - Man stelle sich mal vor, was dies für Folgen zeitigen würde!

Starhemberg
23. August 2017 17:24

Man ist ja mittlerweile so einiges gewohnt, vom sozialdemokratisierten Hühnervolk der Vielfaltsrepublik, und als Agnostiker pflege ich naturgemäß jegliche Art von religiösen/theologischen Problemstellungen freundlich desinteressiert und grundentspannt zu sehen. Falls aber, verehrte Frau Kositza, diese "Diskussionsveranstaltung" tatsächlich so stattgefunden hat, inklusive derart haarscharf am Wahnsinn vorbeischrammender Fragestellungen, dann bin ich soeben wieder um ein paar graue Haare reicher geworden.

Dietrich Stahl
23. August 2017 17:52

Zum Wahlrecht. In einer Autokratie, allerdings mit entsprechendem Führer – Führer im Sinne von Ambet – würden sich diese Probleme erledigen.

Autokratie meint den weisen König oder Philosophenherrscher [im Sinne Platons Staat].

Dietrich Stahl
23. August 2017 18:11

Danke, liebe E.K., das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Daß unsere Kinder auf so schamlose und niederträchtige Weise ver-bildet werden, muß dringend abgeändert werden.

Hochachtung vor Ihren Kindern. – und Ihrer Erziehung selbstverständlich. Der Dialog Ihrer Tochter mit ihrer linken Klassenkameradin ist eine Perle – ein zitierfähiges Musterbeispiel. Ich erlebe persönlich auch, wie die politische Korrektheit alle Arten von Dialog oder Gespräch zerstört. Wie Ihre Tochter es auf den Punkt bringt, sachliche Argumente werden nicht mehr sachlich diskutiert, sondern mit persönlichen Projektionen und Angriffen beantwortet. Danke für dieses aufschlusßeiche „Das war´s“.  

P.S. Nicht oft, aber doch manchmal, findet man leider auch hier im Forum diese Art der „Gesprächskultur“. Muß nicht sein.

Gustav Grambauer
23. August 2017 18:34

Vorhin kam unsere Tochter aus dem Kindergarten und brachte von ihrer neuen Kindergärtnerin einen Handzettel, Verzeihung, "Flyer", mit. Ich zitiere, schon der erste Satz ist für mich ein Hinweis auf eine komplette Parallelwelt:

"Liebe Eltern, bis zu den Herbstferien werde ich in der Sozial- und Selbstkompetenz mit den Kindern arbeiten. Dabei werden folgende Ziele verfolgt: ... Als roter Faden dient mir das Bilderbuch "Das kleine Ich bin Ich". Dieses Buch handelt davon, dass jedes Lebewesen unterschiedlich und auf seine Weise speziell ist und dies auch schön ist so. So wie auch jedes Kind im Kindergarten verschieden ist."

Hier das Buch:

https://www.jungbrunnen.co.at/gesamtverzeichnis/bilderbuch/das-kleine-ich-bin-ich-arabischfarsideutsch/

Und hier zum Reinhören:

https://www.youtube.com/watch?v=C5VsjibZgpA

Selbst wenn man einmal von der vordergründigen indoktrinären Kunterbunt-Gehirnwäsche absieht handelt es sich um eine ungeheuerliche pseudo-pädagogische Farce. Sie soll die Kinder zielgerichtet in ihrer Identität verunsichern, sie aus ihrem naturgegebenen Rhythmus und aus ihrem Sicher-Gebundensein im Halt an wenigen, möglichst häuslichen Autoritäten herauswerfen und somit zur Frühreife führen. Denn der frühreife Typus, "der kleine Erwachsene", ist der von den "Aufknackern" dieses unglaublichen Sumpfes projektierte Typus. (Er wird aber, wenn er nicht wieder in seine Bahn zurückfindet, wohl sein Leben lang ein Psycho-Wrack sein.) Wie kann man als Pädagogin Kindergartenkindern das Promiskuieren auf der Suche nach Bezugs- und "Feedback"-Partnern als erstrebenswert hinstellen, die noch dazu allesamt zurückweisend sind!

Wir haben hier das typische Sekten-Schema:

1. Identitätsbruch

2. Depressionsphase (durchleben lassen)

3. neue Identität (wie Phönix aus der Asche aufsteigen lassen)

4. als Belohnung "positives Feedback" für die "Akzeptanz".

Gewollt ist auch sehr der Nebeneffekt: die "Das-kleine-Ich-bin-Ich"-Kinder sind angefixt für Konflikte - es winken herrliche zusätzliche Mittel für die Schulpsychosozialindustrie. Und solche Kinder sind schon mal für den Krieg gegen ihre Eltern, die vielleicht nicht projektgemäß spuren wollen, aufmunitioniert ...

Der sektenartige Trieb, einen ganz bestimmten projetierten Menschentypus jedermann einzumissionieren, zeigt sich in Zürich an der Pädagogischen Hochschule schon in den Motti auf den Treppenstufen zum Hauptbahnhof hin (siehe sechstes Bild):

https://www.wbw.ch/fr/revue/archives/2013-06.html

- G. G.

marodeur
23. August 2017 18:44

Bei der Freibad-Annekdote wird mir warm ums Herz. Im Osten kommt man immer so unkompliziert ins Gespräch. Das ist jedes mal wieder sehr auffällig, wenn ich gelegentlich aus dem hessischen Exil zurückkehre. Besonders grotesk, dass man ausgerechnet den Ostdeutschen Fremdenfeindlichkeit unterstellt. Die Sachsen sind z.B. die neugierigsten Menschen die ich kenne. Wenn man in Dresden nach dem Weg fragt, bekommt man typischerweise ein: "Nu wo gomm ma denn her?"

--

"Prägt das Elternhaus gut und kräftig, dann ist eigentlich alles getan, was getan werden kann."

Ihr Wort in Gottes Ohr. Leider ist das Thema Kindererziehung in der BRD ähnlich emotional aufgeladen wie Politik. Da geht es um Angst und Verunsicherung, furchtbar. Das liegt sicherlich an mangelnder Erfahrung. Woher soll man heute noch wissen, wie unterschiedlich Kinder sich entwickeln, wenn man nur ein oder zwei hat? Wir meiden jede Diskussion mit Menschen, die keine oder wenige Kinder haben. Leider hat jeder eine Meinung dazu. Auch Rechte sind in der Beziehung bissig wie Kettenhunde. Fakt ist: Meine Kinder sind tolle Menschen, die sich dem Zeitgeist nicht beugen. Die werden auch im Multikulti-Wahnsinnsstaat auf ihre Art erfolgreich sein und trotzdem eigene Wege finden, um unbequem und deutsch zu bleiben.

Klaus D.
23. August 2017 20:23

Hallo Frau Kositza,

Ihre Tochter befindet sich in weltanschaulicher Hinsicht offensichtlich auf Ihrer Linie. Das ist doch prima und macht das Zusammenleben um einiges leichter.

@ Fachkraft für Betroffenheit

Kleiner Hinweis: Das Adjektiv von Anhalt heißt heutzutage "anhaltisch". Richtig heißt es hier demzufolge sachsen-anhaltischer Fleischer. Und der Bewohner von Anhalt ist kein Anhaltiner, sondern ein Anhalter, so wie es richtigerweise in Berlin einen Anhalter Bahnhof gibt und keinen Anhaltiner Bahnhof. "Anhaltinisch" wird lediglich "auf das Fürstenhaus der Anhaltiner bezogen" verwendet (historische Schreibweise).

Und mit dieser "schönen Gegend" haben Sie aber sowas von recht ... (insbes. kulturhistorisch - Sachsen-Anhalt ist das Land mit den meisten UNESCO-Wetkulturerbestätten!)

niekisch
23. August 2017 21:37

"Die ersten (schulfreien) Jahre des Kindes sind entscheidend. Prägt das Elternhaus gut und kräftig, dann ist eigentlich alles getan, was getan werden kann. Und später gibt es ja immer noch die gemeinsamen Mahlzeiten und die Gespräche." Ja, das stimmt, gnädige Frau. Alles getan, was getan werden kann. Das dachten wir auch und dann kam später die Pubertät. Alles war vorbei, alles wurde anders. Vom Aussehen bis zum Verhalten komplett anders ohne jede Möglichkeit, daran irgendetwas zu ändern. Hahnenkämme, durchgestrichene Hakenkreuze in die Haare geschnitten, Chaos und Widerspenstigkeit, Suchen mit der Polizeiund viele Schlimmeres. Im Leben müssen wir immer mit allem rechnen und jeder kann glücklich sein, wenn er Glück hat...

Andrenio
24. August 2017 00:14

Habe in meiner familiären Umgebung nur kluge, fast ausschließlich akademisch gebildete Frauen. Komplett alle würden auf ihr Wahlrecht verzichten, wenn damit das großteils hirnlose Wahlverhalten ihrer Geschlechtsgenossinen verhindert würde. Ich schließe mich als promovierter männlicher Zeitgenosse an und verzichte gerne auf mein Wahlrecht, wenn alle anderen Akademiker, allen voran mein grünversiffter Exschwager nicht mehr wählen darf und vor allem alle mit Kennzeichen FR.

Lotta Vorbeck
24. August 2017 00:19

 @Gustav Grambauer - 23. August 2017 - 04:34 PM

Der sektenartige Trieb, einen ganz bestimmten projetierten Menschentypus jedermann einzumissionieren, zeigt sich in Zürich an der Pädagogischen Hochschule schon in den Motti auf den Treppenstufen zum Hauptbahnhof hin (siehe sechstes Bild):

https://www.wbw.ch/fr/revue/archives/2013-06.html
____________________________________

Bezeichnend, einerseits daß ein in Östereich verlegtes, angebliches Kinderbuch in den Sprachen arabisch/farsi/deutsch daherkommt und dies andererseits außer Ihnen kaum jemanden aus der schweizer Elternschaft zu stören scheint. Zum sechsten Bild: Allein der durchgehend kleingeschriebene Titel "werk, bauen, wohnen" - dieser Zeitschrift für Architektur und Städtebau spricht bereits für sich selbst. Nicht nur das sechste Bild präsentiert abstoßend häßliche Architektur. Wer möchte sich an solchen Orten freiwillig aufhalten, geschweige denn für horrende Mieten dort wohnen?

Lotta Vorbeck
24. August 2017 00:31

@niekisch - 23. August 2017 - 07:37 PM

Ihrerseits taten Sie als Eltern, was Sie für Ihre Kinder als notwendig erachteten.
Die Adoleszenz verkehrte sämtliche Ihrer Bemühungen in ihr Gegenteil.
In einem sozial noch intakten Umfeld, wie es bei einigen deutschen Auswanderergemeinden bis heute erhalten blieb, käme gewiß niemand der sich nicht total lächerlich zu machen gedenkt, auf die Idee "mit Hahnenkämmen und in die Haare geschnitten, durchgestrichenen Hakenkreuzen" durch die Gegend zu laufen.

Heinrich Brück
24. August 2017 03:42

Und wenn das Wahlrecht eine andere Rolle spielt?

Manche Politiker sind ehrlich, auch wenn sie alle lügen. J. Fischer: "Wenn die Mehrheiten sich verändern, mag es eine andere Koaltion geben. Aber es wird keine andere Politik geben. Dazu steht zu viel auf dem Spiel. Das wissen alle Beteiligten." / Seehofer: "Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden." / Merkel: "Und jetzt will ich vielleicht noch mal deutlich machen, es liegt ja nicht in meiner Macht, es liegt überhaupt in der Macht keines Menschen aus Deutschland, wie viele zu uns kommen."

Leser
24. August 2017 12:47

Von den Politikern wird das von anderen Leuten geraubte Geld ("Steuern") ausgegeben. Wenn überhaupt Wahlen, dann also gewichtet nach den gezahlten Steuern - als erster Schritt.

Fräulein von Trense
24. August 2017 15:43

Ach, inzwischen ist man soweit, daß im Grunde niemand das Wahlrecht haben sollte - weder aktiv noch passiv oder sonstwie (ist ja im realweltichen Leben auch so; was gibt´s da schon groß zu wählen, wo die entscheidenden Dinge einem auferlegt werden).

In der Antike wußten die klugen Köpfe sehr wohl, daß bei dieser ganzen Wählerei nichts außer Bügerkrieg, gesellschaftlicher Zerrüttung und kollektivem Irresein herauskommt.

S.Leikert
24. August 2017 19:43

Zum Thema Religion, Pabst(m/w), Katholizismus: da ist mir zufällig vor zwei Tagen dieses Büchlein in die Finger gekommen: Esther Vilar "Die Antrittsrede der amerikanischen Päpstin" 1982. Sehr lesenswert, meine ich, und in Teilen hoch aktuell. Es hat auch so um die hundert Seiten, was aber nicht die einzige Gemeinsamkeit mit "Finis Germania" ist, meine ich...

niekisch
24. August 2017 21:35

@ Lotta Vorbeck:

Sie hat dann mit 17 geheiratet und ab 19  2 Kinder bekommen, ohne eine Ausbildung absolviert zu haben. Glücklicherweise hat sie einen Mann, der fleißig arbeitet. Soll keiner sagen, er könnedie Zukunft der Kinder vorhersehen, steuern oder beeinflussend begleiten.

donna_alta
25. August 2017 11:41

Nachrichten von muslimischen Terrorattentaten in Europa, täglichen Vergewaltigungen deutscher Frauen und Kinder durch “Flüchtlinge“ und andere Ausländer, die ich emotional kaum mehr ertragen kann, wechseln sich ab mit Berichten über Trainingscamps von jungen Aktivisten (ein Mann im Rock war dabei, kein Schotte!) gegen Kohlekraftwerke und Demonstrationen von tausenden jungen Menschen in Barcelona für mehr “Flüchtlinge“ in Spanien, nachdem an gleichem Platz kurz zuvor bestialisch die Nächsten ermordet und verstümmelt wurden. 

Für mich ist ein unerträgliches Maß des Wahnsinns erreicht. 

Ich ertrage diese Jugendlichen nicht mehr.

Ich ertrage diese Frauen nicht mehr.

Ich ertrage diese Männer nicht mehr.

Es gibt nur wenige Momente, in denen ich mich wirklich herausnehmen kann aus diesem Schmerz: Wenn ich auf dem Rücken liegend auf dem Wasser liege und in den Himmel schaue. Ich habe ein kleines Schwimmbad entdeckt (ländlicher Raum), in dem die Welt auch sonst irgendwie stehen geblieben scheint und ich mich wie in Kindertagen fühle.

Ich hatte gehofft, daß bei meinen Kindern, die ich allein erzog und denen ich gern und liebend alles gab, damit sie gestärkt und mit klarem Blick durch dieses Leben gehen, das dann auch “automatisch“ so funktionieren wird. Wie so vieles kann ich mir nicht erklären, warum ich ein Kind “auf meiner Seite“ habe und eines, mit dem ich jede politische Debatte um des Familienfriedens willen vermeiden muss. 

Das schmerzt sehr, aber vielmehr, daß beide nichts Gutes für Ihre Zukunft zu erwarten haben.

 

Spengler
25. August 2017 19:36

An donna alta

ich kann Sie gut verstehen und viele andere auch, die angesichts der gefluteten und selektiven Nachrichten am liebesten diesen heutigen Wahnsinn ignorieren moechten. Als Stoiker kann ich nur wuenschen, dass diese Journallsten Politiker und ein grosser Teil der verreedukatierten Deutschen  ihr Damaskus Erlebnis bekommen und die Unertraeglichkeit und Infantiliaet  ihres Denken und Tuns noch bald bereuen werden. Es gibt leichte  Andeutungen des Pendelschlages in eine andere bessere Richtung. 

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