Sezession
26. August 2017

Interview von Bord der C-Star mit Mario Müller

Götz Kubitschek / 13 Kommentare

Sezession: Die identitäre Mittelmeer-Mission Defend Europe ist seit einer Woche offiziell zu Ende. Warum sind Sie noch auf dem Schiff?

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Müller: Derzeit liegen wir in internationalen Gewässern, rund 14 Seemeilen östlich von Malta. Die dortige Regierung hat gegen uns eine Art Embargo ausgesprochen: der maltesische Premierminister Joseph Muscat hindert die Versorgungsschiffe, die unsere Mannschaft hätte abholen sollen, am Auslaufen. Sogar bereits bezahlte Frischwasserversorgung wurde uns gegen jedes geltende Recht verweigert. Bezeichnenderweise sind in der selben Woche, in der uns als EU-Bürger die Einreise in ein europäisches Land verwehrt wurde, mehrere hundert illegale Einwanderer von NGOs in den historischen Hafen von Valletta gebracht worden. Es ist eine Schande, dass ausgerechnet jene einst stolze Insel, die Europas Grenzen 1565 gegen die osmanischen Eroberer verteidigte, heute zur Operationsbasis der kriminellen NGOs geworden ist, die die illegale Einwanderung nach Europa organisieren. Was uns trotzdem optimistisch stimmt, ist das maltesische Volk: Patrioten haben eine Petition für uns gestartet, Spenden gesammelt und uns mit einem kleinen Boot unter riskanten Bedingungen Wasser, Nahrungsmittel und kleine Aufmerksamkeiten gebracht. 

Sezession: Sie arbeiten derzeit noch an einer Menge anderer Projekte: in Halle entsteht das erste identitäre Hausprojekt Deutschlands und bei Antaios ist vor kurzem ihr erstes Buch, Kontrakultur, erschienen. Was hat Sie motiviert, trotz allem an der Mission teilzunehmen?

Müller: Defend Europe ist einzigartig. Es ist die wahrscheinlich ambitionierteste und zugleich aufregendste politische Aktion, die die patriotische Bewegung seit Jahrzehnten in Angriff genommen hat. Nach unserer ersten Aktion in Sizilien hatten wir die Chance erkannt, unseren Aktivismus auf ein ganz neues Level zu heben, das weit über das klassische Repertoire rechter Protestbewegungen hinausgeht – wir würden mit einem eigenen Schiff vor der Küste Libyens gegen illegale Einwanderung und den Menschenschmuggel durch pseudo-humanitäre NGOs vorgehen und dem Versagen der europäischen Regierungen damit einen Spiegel vorhalten. Von dem Moment an, als mich die Nachricht erreichte, dass wir tatsächlich ein Schiff gefunden hatten, wusste ich: dieses Abenteuer konnte ich mir nicht entgehen lassen! Was unsere Projekte in Halle angeht, vertraue ich darauf, dass unsere Jungs derweil zuhause die Stellung halten. Sicher ist jedenfalls, dass es auch nach Defend Europe spannend weitergehen wird, egal ob an Land oder auf See.

Sezession: Am Ende der Mission ziehen Sie also eine positive Bilanz?

Absolut! Es ist uns gelungen, unser Schiff C-Star entgegen aller Widerstände in die „SAR-Zone“ – jenes zum Umschlagsplatz für Menschenhändler gewordene Gebiet vor der Küste zwischen Zuwarah und Tripolis – zu bringen, wo wir die Schiffe der Schlepper-NGOs Tag und Nacht beobachtet, ihre Funksprüche mitgeschnitten und sie mit ihren kriminellen Aktivitäten konfrontiert haben. Unsere Präsenz vor Ort hat den politischen Druck auf die NGOs dabei nicht nur direkt, sondern vor allem auch indirekt erhöht. Tatsächlich wurde das Schiff Iuventa der deutschen Extremisten von Jugend Rettet während unserer Mission von den italienischen Behörden beschlagnahmt, andere wichtige NGOs wie Ärzte ohne Grenzen und Sea Watch haben mittlerweile freiwillig die Fahnen gestrichen und Italien plant, seine Küstenwache zur Grenzsicherung vor Libyen einzusetzen. Am Ende hat sich sogar der österreichische Innenminister Sobotka dank Defend Europe offensichtlich an die Verantwortung der europäischen Regierungen erinnert und erklärt, man dürfe uns „Ewiggestrigen“ nicht das Feld der Grenzsicherung überlassen und müsse daher dafür sorgen, „dass sich die Situation auf dem Mittelmeer normalisiert und die Fluchtroute geschlossen wird“. Politischer Aktivismus wirkt also – und wenn unsere tatsächliche und internationale mediale Präsenz zu diesen lange überfälligen Entwicklungen beitragen konnten, macht uns das sehr stolz!

Nicht zuletzt hat unser Einsatz gezeigt, dass wir mit unseren Forderungen nach Grenzschließung, Remigration und Hilfe vor Ort in der Küstenwache des migrationsgeplagten Landes Libyen einen willkommenen Verbündeten gefunden haben – deren letztes hochseetaugliches Schiff unter dem Kommando des Kapitäns Abdul-Bari, der dem deutschen Publikum durch Spiegel-TV bekannt geworden ist, hat uns auf hoher See seine Grüße entrichtet und uns versichert, dass die libyschen Sicherheitskräfte und Defend Europe die gleichen Probleme bekämpfen und das gleiche Ziel teilen. Nur wenige Minuten später konfrontierte dieser Mann der Ordnung in einem aus den Fugen geratenen Land die Golfo Azzurro (NGO: Proactiva Open Arms), nannte sie Menschenschmuggler, die in in seiner Heimat großes Leid verursachen und drohte schließlich sogar, das Feuer zu eröffnen, wenn die NGOs sich nicht auf schnellstem Wege dorthin aufmachten, wo sie hergekommen seien. Seine letzte, an die Einwanderungsfanatiker gerichtete Botschaft „Go home and never come back!“ ist sicher eine der schönsten Erinnerungen, die wir von unserem Abenteuer mit nach Hause nehmen.

Sezession: Zuvor hatte die Mission mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, weshalb manche Mainstream-Medien das Scheitern von Defend Europe voreilig herbeigeschrieben haben. War mit diesem Maß an Widerständen zu rechnen?

Von Beginn an hat die Einwanderungslobby nichts unversucht gelassen, Defend Europe zu verhindern. Plötzlich traten neugegründete NGOs (zutreffender wäre wohl eher: Facebook-Seiten, denn mit vielmehr als diesen sind diese Gruppen bisher nicht in Erscheinung getreten) mit mächtigen Geldgebern wie George Soros Open Society Foundation auf den Plan, deren falsche Anschuldigungen schwerwiegende Folgen hatten, unter denen allen voran die politisch unbeteiligten Seeleute an Bord leiden mussten. Noch bevor wir Aktivisten die C-Star betraten, wurden diese in Port Suez vom Militär verhaftet und misshandelt, mussten beispielsweise bei über 40C°gefesselt und ohne Wasser stundenlang in der Sonne knien. Während die Beamten die Offiziere mit vorgehaltener Waffe bedrohten, durchsuchten sie das Schiff und stahlen alle denkbaren Wertgegenstände. Der Vorwurf, es seien ukrainische Söldner an Bord, stellte sich dennoch bald als unhaltbar heraus. Im türkisch besetzten Teil Zyperns wurden sie dann erneut verhaftet – ausgerechnet wegen Menschenschmuggel! Der falsche Vorwand waren diesmal auszubildende Seeleute aus Sri Lanka, die für ihre Lizenz Meilen sammeln wollten und das Schiff eigentlich bereits in Ägypten hätten verlassen sollen. Wieder hatte eine NGO eine bewusste Falschmeldung verbreitet, die sich am Ende als Lüge herausstellte. Um die Frage zu beantworten: natürlich haben wir mit erheblichen Widerständen gerechnet, wie skrupellos die selbstgerecht „humanitären“ NGOs allerdings menschliche Existenzen aufs Spiel setzen, hat uns trotzdem überrascht... 

Auch die eigentliche Mission begann für uns Aktivisten kaum weniger abenteuerlich. Der politische Druck der westlichen Regierungen und der Einwanderungslobby war enorm: Für das wohl meistgehasste Schiff im Mittelmeer stellte es sich als äußerst schwierig heraus, in einem europäischen oder nordafrikanischen Hafen Wasser und Treibstoff, geschweige denn eine Einlaufgenehmigung zu erhalten. Alle Aktivisten – es gab zwischenzeitlich eine personelle Verstärkung – sind daher ausnahmslos von Versorgerschiffen an Bord gebracht worden, die die C-Star im internationalen Niemandsland auf hoher See getroffen haben. Für meine Gruppe führte der Weg zunächst mit dem Taxi durch Tunesien, wo zwei unserer Jungs verhaftet worden sind, über die Insel Malta ins zentrale Mittelmeer, bevor der eigentliche Einsatz endlich beginnen konnte. Am Ende jedoch war bei den Schlagzeilen der deutschen Lückenpresse über das Scheitern von Defend Europe der Wunsch der Vater des Gedankens: wir haben unsere Ziele erreicht.

Sezession: Was bedeutet die Aktion für die Zukunft der IB?

Nach meiner Auffassung muss auf jede größere Aktion zunächst einmal eine Phase der Auswertung und des Strukturaufbaus folgen, in der unsere neu gewonnenen Stellungen auf dem metapolitischen Feld ausgebaut und gefestigt werden – natürlich nur, um derart gestärkt einen neuen Angriff zu wagen. Nichtsdestotrotz hat Defend Europe bereits jetzt gezeigt, dass die Bewegung in der Lage ist, aktionistisch in größeren Maßstäben zu denken, die uns noch vor kurzer Zeit kaum jemand zugetraut hätte. Das wirft gleichzeitig die Frage auf, ob sich die Identitäre Bewegung weiter in Richtung einer patriotischen NGO entwickelt, und wenn ja, inwiefern sie sich hier zukünftig spezialisiert. Um diese Frage zu beantworten, ist es allerdings noch zu früh. Zunächst müssen wir erstmal Festland betreten (lacht)!

-- -- --

Mario Müllers Buch Kontrakultur ist ein identitäres Szenelexikon: mutig, modern, ein Kaleidoskop. Hier bestellen.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (13)

Heimatliebe
27. August 2017 09:36

Ich wage zu spekulieren, daß eines nicht allzu fernen Tages in unseren Geschichtsbüchern die Aktion auf der C-Star als Anstoß für den Wendepunkt der Trajektorie der öffentlichen Meinung beschrieben werden wird.

ALD
27. August 2017 17:54

Immer wieder diese IB-Leier der Verteidigung Europas vor den Osmanen. Ganz ehrlich: es nervt nur noch und schadet der IB gewiss mehr als es nützt, weil Sie zum einen die vorbildliche deutsch-türkische Verbundenheit in den vergangenen 150 Jahren misachtet und zum anderen eine rationale, konstruktive Betrachtung und Einordung der deutsch-türkischen Beziehungen, die neben den Beziehungen zu Russland, von grösster Bedeutung sein werden im eurasischen 21. Jahrhundert erschwert. Die Türkei wird Erdoğan mittelfristig überwinden. Bleibt zu hoffen, dass die IB und consorten ihre Türkenangst überwinden werden, um als Akteure europaeisch-türkischer Politik ernstgenommen werden zu können! Ansonsten: wünsche gute und baldige Heimreise vom Mittelmeer.

Der_Jürgen
27. August 2017 20:43

@ALD

Einspruch, Euer Ehren.

Ich bin in keiner Hinsicht türkenfeindlich, habe in Istanbul eine schöne Zeit verbracht und studiere die türkische Sprache. Dies hindert mich aber nicht im geringsten daran, festzuhalten, dass die Türkei historisch der Feind Europas ist. Europäische Länder wie Griechenland, Serbien, Bulgarien und Rumänien haben jahrhundertelang unter dem osmanischen Joch gelitten; ohne die Siege von Wien und Lepanto wären noch viel grössere Teile unseres Kontinents in die Knechtschaft geraten.

Wir wünschen den Türken alles Gute in ihrem eigenen Land, wollen sie aber nicht in grosser Zahl hier, weil sie von ihrer Kultur und Mentalität her nicht zu uns passen - so wie wir von der unseren her nicht in grosser Zahl in die Türkei passen würden. 

Das zeitweise, aus realpolitischen Gründen geschlossene Bündnis zwischen Deutschland und der Türkei ändert nichts an diesen Fakten. Natürlich sind gute Beziehungen zu den Türken sehr erstrebenswert, doch da eine künftige nationale Regierung - vorausgesetzt, es wird eine solche geben - die grosse Mehrheit der in Deutschland lebenden Türken (und sonstigen Muslime) repatriieren wird, dürfte eine Verschlechterung der Beziehungen auf lange Jahrzehnte hin nicht zu vermeiden sein. Sehr schade; bedanken dürfen wir und die Türken uns dafür bei dem verbrecherischen Multikulti-System, das die Orientalen zu Millionen nach Deutschland gelockt hat.

Herr K.
27. August 2017 23:42

Ja, ich vermute auch, dass die Fahrt der C-STAR einen wichtigen Wendepunkt darstellt: die Überwindung der alten Rechten einerseits, die Überwindung des verstockten bürgerlichen Defätismus andererseits. Nun gilt es als Vorreiter Verbündete in der Breite zu finden.

niekisch
27. August 2017 23:50

@ Der_Jürgen:

Wort für Wort Zustimmung.

Eine gute Bekannte hat mir gerade bestätigt, daß Sie völlig Recht haben und nicht nur bei großer Zahl: sie hat einen türkischen Freund und lebt des öfteren dort in einem kleinen Dorf, will aber aufgrund ihrer Erfahrungen nicht auf Dauer dort bleiben. Sie muß als Frau abends an den ein paar Kilometer entfernten Touristen- Strand fahren, um in ein Lokal gehen zu können, ohne beobachtet und gegängelt zu werden. Seine Verwandtschaft spricht sie sofort an, wenn die Kleidung im muslimischen Sinne zu salopp ist. Da reichen ein paar Zentimeter nackte Haut aus. Bei Familientreffen muß sie sich total eingliedern und quasi Befehle erteilen lassen. Die Tierfeindschaft, zumindest Interesselosigkeit Tieren gegenüber und die mangelnde Landschaftspflege stören sie ebenfalls. Sie kann sich insgesamt trotz der landschaftlichen Schönheit nicht dort wohlfühlen. Es paßt einfach nicht und so geht es vielen Türken hier ebenfalls, wenn auch aus vielleicht differierenden Gründen.

Desprecio
28. August 2017 01:54

@ "Der_Jürgen" / 27.August 2017, 18:43 

Meine Hochachtung für Ihren Mut, kaum bezweifelbare Fakten und Hintergründe an dieser Stelle beim Namen zu nennen. Dieser Mut wird nur noch übertroffen von Ihren realpolitischen Rückschlüssen bezüglich der verfehlten, wenn nicht sogar verbrecherischen Politik der BRD-Regierungen in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Höhepunkt des geplanten Genozids am eigenen Volke in der Merkel-Ära. Wenn man Völkern des Orients, und für mich fängt der Orient am Bosporos an, Tor und Tür öffnet, sollte man aus der Geschichte gelernt haben, welche Folgen sich daraus ergeben können. Die Prognosen für die nach Europa drängenden afrikanischen Völker dürften noch weitaus weniger hoffnungsvoll klingen. Die diesbezügliche Gesinnungsethik unserer Eliten aus Politik, Medien, Kirchen, Sozial-"Wissenschaften" bis hin zur BRD-Justiz verhindert seit Jahrzehnten, einer Veranwortungsethik, gerade dem eigenen Volke gegenüber, den ihr zukommenden Platz einzuräumen.

ALD
28. August 2017 10:39

@Der_Jürgen:

Ihr Einspruch, guter Herr, ist ein treffendes Beispiel dafür, wie die osmanische Geschichte in Gänze allzuhäufig in einem durchweg negativ verzerrten Bild wahrgenommen wird. Schauen Sie. Wenn Sie die Geschichte nicht bereit sind aus etwas übergeordneterem Blickwinkel zu betrachten und stattdessen stets in der, nicht selten extremen, Perspektive einer bestimmten Epoche und ideologischen Anschauung verharren, werden Sie die gegenwärtigen und zukünftigen Angelegenheiten und Aufgaben nicht sorgfältig einschätzen können. Selbst wenn Sie sonst respektvoll und interessiert gegenüber der türkischen Kultur gestimmt sind. Auch aus vollkommen epochengebunden-perspektivischer Sicht ist es m.E. absurd von einer 500-jährigen Unterjochung zu sprechen, wie Sie es nennen. Sie reden auch bei europäischen Königreichen und Imperien nicht von jahrhunderterlanger Unterjochung anderer Gebiete und Völker und dementsprechend von einer historischen Feindschaft, oder? Nur weil die Türken zu den wenigen Nichtchristen gehörten, die christlich-europäische Länder eroberten, sollte man nicht mit zweierlei historischem Maßstab messen. Fakt ist: Ca. 1/8 Europas gehörte ein halbes Jahrtausend zu dem Vielvölkerstaat Osmanisches Reich, welcher sich im Kern als eine Art islamisch-modernisierte Fortführung des großen Byzanz unter türkisch-militärischer Vorherrschaft vertsand. Es gab Gutes und Schlechtes, wie in jedem erfolgreichen und langlebigen Staatsgebilde, und man sollte heute diese Zeit vor allem erstmal richtig einordnen und darstellen, um auch die richtigen Lehren und Schlüsse für die Gegenwart und Zukunft herausziehen zu können. Am Ende dieses zerfallenen Imperiums haben die Türken  gelernt, daß ein Imperium keine gute und zeitgemäße Staatsform ist und sich, inspiriert durch den europäischen Nationalismus, für das Modell des in festen Grenzen bestehenden Nationalstaats, der im friedlichen Austausch mit anderen Staaten existieren soll, entschieden. Wer diese einfachen Tatsachen nicht so schlicht erkennen möchte, wird beispielsweise auch nicht wahrnehmen können, daß Türken und insbesondere Griechen, aber auch Völker des Westbalkan sich wesensmäßig bzw. mentalitätsmäßig weitaus ähnlicher sind als eben diese Völker mit Nord- und Westeuropäern. Noch viel wichtiger, man wird kaum erkennen, daß die gemeinsamen Interessen beispielweise der Griechen und Türken mittelfristig immer stärker zu Tage treten werden. Die Türken sind nun die ersten, die schrittweise den Weg aus der Nato bestreiten. Die Geopolitik hat seine eigenen Gesetze und folgt seinen eigenen Prinzipien, die stets gewichtiger sind als ideologische. Im Interesse der Griechen, aber auch der anderen Balkanstaaten wird ein friedlicher und kooperativer Umgang mit der Türkei und eine feste Bindung an Russland auf Dauer unausweichlich sein. Auch eine nationale und souveräne politische Ausrichtung in Deutschland wird daher ganz im Gegenteil  auf gegenseitiger Wertschätzung basierende, neue interessenorientierte und freundschaftliche Kooperation mit der Türkei setzen, wenn sie erfolgreich sein will. Das Problem der in Deutschland gebietsweise als zu viel wahrgenommenen Türken, wird sich indessen leise und ohne großes Tohuwabohu lösen lassen, bzw. mit den Deutschen, die dann wieder verstärkt an der Ägäis und am Mittelmeer einen Zweit- oder gar Erstwohnsitz in Anspruch nehmen, die Wage halten und relativieren. Gegen die Einweltordnung zu sein, gibt uns nicht die Möglichkeit auf konstruktive Kooperation souveräner Nationalstaaten zu verzichten, Herr Jürgen. Und die starken und großen Staaten werden in diesem Zuge auch die größte Verantwortung für das Gelingen dieser kooperativen Politik tragen müssen. Das 21. Jahrhundert kann nicht mehr das Jahrhundert historischer Feindschaften sein, sondern sollte zum Jahrhundert der kooperativen, auf Interessenausgleich beruhenden Kooperation werden. Der Deutsche Geist spielt dabei eine entscheidende Rolle!

Heimatliebe
28. August 2017 13:33

@ ALD

Sie stellen Nebelkerzen auf um Ihre eigentlichen, ideologisierten Anliegen schmackhaft zu machen:

Zitat "Die Türken sind nun die ersten, die schrittweise den Weg aus der Nato bestreiten." " Im Interesse der Griechen, aber auch der anderen Balkanstaaten wird ein friedlicher und kooperativer Umgang mit der Türkei und eine feste Bindung an Russland auf Dauer unausweichlich sein."

Man kann zwar berechtigterweise an der NATO Kritik üben, aber wenn ich nur schon höre "feste Bindung an Russland", dann weiß ich woher der Wind weht... Des Weiteren ist es lächerlich zu behaupten, Deutschland - dessen autochthone Bevölkerung dramatisch schrumpft - wäre in der Lage, die Türkei zu kolonisieren,

Zitat: "Das Problem der in Deutschland gebietsweise als zu viel wahrgenommenen Türken, wird sich [...] mit den Deutschen, die dann wieder verstärkt an der Ägäis und am Mittelmeer einen Zweit- oder gar Erstwohnsitz in Anspruch nehmen, die Wage halten und relativieren. "

Neander vom Thal
28. August 2017 17:08

Sehr geehrter ALD, Sie fordern zwar einen “etwas übergeordneteren Blickwinkel auf die Geschichte“.  Ich vermute aber, daß Sie diese Forderung selbst nicht sehr konsequent anwenden. Wenn ich Ihre Kommentare lese, muß ich schlussfolgern, daß Sie in einer Schleife der Verzückung von historischen und aktuellen Türkentum verharren. Wir könnten sicherlich eine Menge positiver und negativer Geschichts- oder aktuelle Ereignisse aneinander reihen. Ob mal miteinander verbündet oder mal verfeindet ist völlig egal. Die Osmanen/Türken oder Moslems haben von vielen- uns wichtigen- Dingen des Lebens völlig andere -uns fremde- Vorstellungen. Und eine kulturell so eigenständige Volksgruppe von ca. zwei Millionen im Land zu haben, wird früher oder später zu Konflikten führen. PS. Jedes mal wenn jemand erwähnen muß, daß er auch türkische Freunde hat denke ich an Nachkriegserzählungen aus dem dritten Reich. Mein Gott, wieviele Leute plötzlich auch jüdidche Freunde hatte... Die Freundschaft ist eine der ganz wenigen Zustände im Leben, welche ich nicht ethnisch kategorisiere.

Valjean72
28. August 2017 19:20

Ich finde die Einlassungen von ALD sind es wert tiefergreifender durchdacht und nicht mit - mit Verlaub - antiislamischen (Beiss)-Reflexen abgetan zu werden. Nein, ich rede keineswegs einer weiteren muslimischen Einwanderung das Wort, wobei ebenso wenig einer afrikanisch- oder asiatisch-christlichen. Dass sich Deutschland, oder halt diese BRD, in einer konfrontativen Stellung gegenüber Russland und auch gegenüber der Türkei dauerhaft positionert, dient meiner Auffassung nach gewissen angelsächsischen Eliten, die dieses auch anstreben - es kann aber nicht in unserem Interesse sein. Das ist zumindest meine Position, wobei ich schon sehe, dass die Bahnen auf eine weitere Konfrontation hin ausgelegt werden.

Hartwig aus LG8
29. August 2017 00:09

Ich habe mir das Interview mit Müller jetzt zweimal durchgelesen und frage mich, wo der Bezug zur Türkei in den Kommentaren herkommt - ganz speziell @ALD, wo er anknüpft und die antitürkischen Reflexe der IB wahrnimmt. Mario Müller war mit der C-Star unterwegs, gibt darüber ein Interview  - und darunter gibt es Geschichtslektionen zum osmanischen Reich !?

ALD
29. August 2017 02:30

@Hartwig aus LG8: Sie haben recht! Meine Einlassungen waren bezogen auf die Nebensächlichkeit der Erwähnung der einst gegen die Osmanen so wehrhaften Malteser völlig überzogen und ich habe es mittlerweile bereut diesen Kommentarstrang durch meinen Einwand zweckentfremdet zu haben. Zu meiner Entschuldigung möchte ich anfügen, daß ich ein intensiver, stiller, aber eben auch kritischer Symphatisant und Unterstützer dieser Szene bin und zu zu meinem Bedauern leider immer wieder auf haarsträubende, dem sonstigen Nivaeu diametral entegenstehende Urteile und Einschätzungen bezüglich der Türkei usw. begegne. Ferner immer wieder absurderste - hier insbesondere aus Reihen der österreichischen IB-Redelsführer - Assoziationsbemühungen  der Osmanenverteidigung Wiens/Europas zur heutigen Gastarbeiternachkommensproblematik. . .

All das ist definitiv eines nicht: politische und geistige Avantgarde, die durch Attraktivität und Vertrauen die Zukunft besetzen möchte.  Eher eine Erdoganisierung in der Wahl der Mittel.

Heimatliebe
29. August 2017 04:27

@ Hartwig aus LG8

Ich stimme Ihrem Kommentar zu. Die Aktion der IB hatte rein gar nichts direkt mit der Türkei zu tun. Die C-Star kreuzte schließlich vor der libyschen Küste...

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.