Sezession
24. September 2017

AfD im Bundestag oder: Was heute passiert ist

Götz Kubitschek / 40 Kommentare

Mit diesem Bild illustrierten wir einem Journalisten vor vier Stunden ein historisches Ereignis: Die AfD ist mit über 13 Prozent in den Bundestag eingezogen, knapp 100 Abgeordnete und ein paar hundert Mitarbeiter werden in Berlin die Arbeit aufnehmen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Der Journalist war für sein Nachrichtenmagazin angereist, um mit uns die letzten beiden Stunden eines denkwürdigen Wahltags zu begehen, buchstäblich sogar, denn er begleitete Kositza und mich zum Wahllokal am Sportplatz, wo vor gut einer Woche noch die Einsatzzentrale der Polizei stand, die unsere Sommerakademie gegen eine klägliche Antifademonstration abzusichern hatte.

Was, so fragte der Journalist, bedeutet es für unser politisches Milieu, daß es nun die drittstärkste Fraktion in den Bundestag entsenden kann? Und was bedeutet das für das politische Gefüge in unserem Land? Wir antworteten etwa Folgendes:

Seit wir politisch denken können und metapolitisch arbeiten, ist die Situation dieselbe: Eine Kraft von rechts ist nicht erwünscht und darf mit allen lauteren und unlauteren Mitteln bekämpft werden, selbst dann, wenn sie bürgerlich getragen wird. Ignorieren, isolieren, diffamieren, kriminalisieren, ob Republikaner, Bund freier Bürger, Schill, Pro, Freiheit - stets war das Ergebnis ein marginalisierter, von breiten Wählerschichten abgeschnittener Rest, der sich nicht aus seiner Isolation befreien konnte.

Der Erfolg der AfD auf Bundesebene ist das Scheitern der Isolationsstrategie. Die AfD hat diesen Erfolg gegen die Einheitsfront der Altparteien errungen, gegen die geballte Macht aus Altparteien und Vorfeldorganisationen, Bildungsträgern, Kirchen, Stiftungen, gegen die parteiische Einflußnahme öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten, deren Neutralitätsethos nur noch Dreck unter den Stiefeln ist. Der Erfolg der AfD ist eine weitere, herbe Schlappe für diesen politisch-medialen Komplex und sein abgeschirmtes und damit realitätsfernes und -blindes Leben in seiner Berliner Filterblase.

Für die vielen AfD-Leute, die Bürgerinitiativen, Publizisten, Projekte, Bündnisse, Unterstützer, Wahlkämpfer und -beobachter ist der Erfolg der AfD hingegen ein Triumph. Sie alle sind ohne staatliche Mittel und ohne mediale Unterstützung  in diese Auseinandersetzung gegangen und sind oft genug beschimpft und bedroht, angegriffen, verleumdet, behindert und kriminalisiert worden - und haben gewonnen.

Gestern abend noch: Gespräch mit einem Ehepaar, das geradezu planmäßig im Familien- und Freundeskreis um jede Stimme gekämpft hat, und zwar in einem Milieu, für das ein Wechsel weg von der CDU einer Ehescheidung nahe kommt. Für dieses Ehepaar, das niemanden auskommen ließ, ist das AfD-Ergebnis auch der Erfolg persönlicher Anstrengung, und wie ihnen wird es vielen gehen.

Es wird nun für viele vieles anders und leichter, für knapp 100 nicht: Der Fokus der Medien wird auf der Fraktion in Berlin liegen, man wird nach Rissen suchen, Keile treiben, jedes Eckchen ausleuchten und jeden Halbsatz auf sein historisches Kriminalisierungspotential abklopfen. Das war auch bisher so, aber für Erfurt, Magdeburg, Potsdam oder Stuttgart bedeutet Berlin nun: Entlastung. Die Brücke hat einen Mittelpfeiler bekommen.

Auch für uns bricht eine andere Zeit an: erneute Resonanzraumerweiterung; berufliche Auffangnetze für manchen, der sich vorwagte und keine der 200 Genderprofessuren abgreifen konnte - dafür jetzt aber den Posten eines Beraters, eines Büroleiters, eines wissenschaftlichen Mitarbeiters angeboten bekommt. Man wird Texter, Computerspezialisten, Filmleute, Sicherheitspersonal, Experten benötigen, es wird sehr viele sehr gut bezahlte Stellen geben, und mancher wird sein Leben als Lehrstuhlhure mit prekärem Vier-Jahres-Vertrag aufgeben und in gesittete geistige Verhältnisse wechseln können.

Im Grunde Schach: Wie wird unser Milieu eröffnen, jetzt, wo die Partie endlich beginnen kann? Die knapp 100 Abgeordneten: Sie wissen hoffentlich auch in sechs Monaten noch, wofür sie gewählt wurden. Sie haben eine Alternative zum Etablierten zu sein, oder - komplizierter ausgedrückt: Die Etablierung der Alternative darf nicht zu den Bedingungen des Establishments erfolgen. Das ist eine Herkulesaufgabe. Heute gehen wir sie nicht mehr an.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (40)

Nemo Obligatur
25. September 2017 00:32

"Heute gehen wir sie nicht mehr an."

Ja. Gut Ding will Weile haben. Dann wird es auch gut. Heute ist jedenfalls ein Tag der Ermutigung.

RMH
25. September 2017 00:53

Genau die richtigen Worte und die richtige Analyse. Die Göße der Fraktion birgt die Gefahren. Solange die Fraktion diszipliniert ist und keine Grabenkämpfe beginnen, wird es eine gute Zukunft für die AfD geben (und hoffentlich für unser Land).

Wenn man sich heute Abend die großen Runden im Fernsehen etc. angesehen hat, stellt man fest, dass die "Etablierten" mit ihrer Erfolgsanalyse der AfD daneben lagen. So wurde als herrschende Meinung verbreitet, die Übernahme von Inhalten der AfD und von rechten Positionen  durch die CSU habe zu deren besonders schlechten Abschneiden in Bayern geführt, da man lieber das "Original" gewählt habe. Als in Bayern Lebender möchte ich dazu anmerken, dass die CSU durchaus den richtigen Ton getroffen hat, aber eben nur den Ton und keine Taten hat folgen lassen. Das haben die Leute klar gemerkt, dass hier nur Worthülsen geliefert wurden und nichts geliefert wurde, weil man die Regierung nicht platzen lassen wollte. Hätte die CSU damals, wie angedroht, beim BVerfG auf Grundlage des von ihr selbst in Auftrag gegebenen Gutachtens gegen die Grenzöffnung geklagt, also nicht nur dagegen gelabert, hätte sie heute über 50% in Bayern geholt und die bayerische AfD wäre unter 5% gelandet.

Die Menschen wollen keine Lippenbekenntnisse, sie wollen auch Taten sehen. Und da entsprechende Taten von den Etablierten und der kommenden Regierung - trotz AfD Erfolg - nicht so schnell kommen werden, hat die AfD ein gute Zukunft, solange ... siehe oben, siehe Kommentar GK.

stimmviech
25. September 2017 00:55

Ich sehe Chancen,daß Jamaika bestenfalls gar nicht zustande kommt (Seehofer braucht die Obergrenze,wie soll das gehen mit den Grünen?)oder nach kurzer Zeit zusammenbricht.Dann gibt es Neuwahlen und dann wird die AFD vielleicht sogar stärkste Partei.Das kann jetzt ganz schnell gehen.Der Massenimport von Ausländern samt wählermotivierendem Ficki-Ficki könnte paradoxerweise die ganze internationalistische Spinnerei hinwegfegen.Das reale Problem mit den Millionen Illegalen wäre mit dem Mittel Abschiebehaft rasch gelöst.

Ich bin nach wie vor nicht sicher,ob die Masse des Volks den nationalen Umschwung wirklich will.Aber ich sehe Chancen.

Martin S.
25. September 2017 01:20

Bei allem Respekt für das  Wahlergebnis der AfD:  Hier im  Westen bleibt (für mich) tiefer Frust. Ich habe  meine Stimme  abgegeben und von 17.58  Uhr an  die Auszählung verfolgt.  Alles korrekt verlaufen.  Im  tiefbürgerlichen Wahlbezirk meiner linksrheinischen  Frankfurt-nahen Stadt wurden  gerade einmal 6,8% der Zweitstimmen  für die AfD abgegeben.  Massenhaft spd,  cdu, grüne und linke. Offensichtlich sind die Menschen hier noch derart  wohlstandsverseucht,  dass  alle muslimischen Terroranschläge, Messerstechereien und Vergewaltigungen kein  Umdenken bewirken.  Oder  wirkt sich schon der 17-prozentige Migrantenanteil aus? Geht es so weiter, sollte "Neufünfland" sich vom Westen  abspalten. Alles andere ist Illusion ...

Beste Grüße

Martin S.

Umdenker
25. September 2017 01:29

Pardon, ich kann mich heute Abend nicht so differenziert ausdrücken, aber es muss einfach raus: SOOO GEIL!!!

John Haase
25. September 2017 01:46

@Stimmviech

Jamaika wird nicht zustande kommen, außer die FDP wünscht nach ihrem Wiederaufstieg direkt wieder Selbstmord zu begehen. Ich wage mal zu behaupten, daß der unumstößlich fest kategorische Koalitionsausschluß der SPD unter Umständen nur der Schaffung von Verhandlungsmasse dient. Wirklich schön, daß es die AfD so deutlich geschafft hat, insbesondere der Osten macht Freude. Die Behandlung des AfD-Personals in den Talkrunden dieses Abends zeigt zudem, daß der Mainstream weiterhin kein Mittel findet, mit der AfD politisch umzugehen, da er das wichtigste Thema der AfD gar nicht ansprechen kann. Deswegen wird es weiterhin nichts anderes als Diskussionen darüber geben, wer in der AfD was gesagt hat und warum das rechts ist: "Herr/Frau [AfD-Politiker], Sie selbst/Höcke/ ein Hinterbänkler irgendeines Landesverbands hat folgendes gesagt: "[aus dem Kontext gerissenes/harmloses/gering aluhutiges Zitat]", wie können sie so etwas rechtfertigen?" Über die Antwort wird sich dann empört.

Lilith14
25. September 2017 03:11

Ich bin begeistert und beobachte alles . Auch in der Europapolitik wird es nicht mehr so einfach sein. Ob die gemeinsame Verschuldung oder "Eurobons" oder gar eine gemeinsame europäische Armee usw. usw. Ich hoffe sehr, dass wir jetzt 98 Abgeordnete haben, die das zu verhindern wissen. Desweiteren ist es jetzt erst recht eine primäre Aufgabe, viele Menschen davon zu überzeugen, dass Deutschland als Nation, seinen Aufgaben in der Welt gerecht werden kann.

Der Feinsinnige
25. September 2017 03:15

Herrn Kubitschek Dank für die treffende Analyse! Und Dank für die langjährige intellektuelle und Bildungsarbeit, die zu diesem AFD-Ergebnis beigetragen hat! Meine Hoffnung auf die Stabilisierung und den Ausbau dieses Erfolges speist sich in hohem Maße daraus, daß Schnellroda als intellektuelles Kraftzentrum weiterhin von außen in die AFD hineinwirken wird.

@ Stimmvieh:

Ich wäre vorsichtig mit der Hoffnung auf baldige Neuwahlen. Zum einen gehe ich davon aus, daß – egal, was heute abend von etablierten Politikern an Bedingungen für und Abwehrstellungen gegen irgendwelche Koalitionen aufgebaut worden ist – eine Bundestagsmehrheit für Neuwahlen sich schon aus Angst vor einem noch höheren AFD-Ergebnis nicht bilden wird (ginge wohl ohnehin nur über das Scheitern einer Vertrauensfrage). Zum anderen kann ich persönlich einer schnellen Neuwahl nicht viel abgewinnen, denn (und das widerspricht der ersten Feststellung nur scheinbar) das Ergebnis ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch fragil. Die AFD-Fraktion sollte sich zunächst beweisen können (ganz abgesehen davon, daß heute noch nicht konkret, aber durchaus abstrakt vorhersehbare aktuelle Entwicklungen bezüglich Migration, innere Sicherheit und Euro die Lage für die AFD günstig beeinflussen werden). Bei zu baldigen Neuwahlen besteht die Gefahr, daß das Ergebnis wieder fallen könnte. Also: Es ist wohl (auch wenn es schwerfällt) durchaus Geduld vonnöten – und das Vertrauen in das Geschick und die Disziplin der Parteiführung, der Abgeordneten und des im obigen Artikel angesprochenen Personals der AFD-Fraktion im Bundestag.

Corvusacerbus
25. September 2017 03:54

Nein, heute Nacht wird nix mehr angegangen, nur noch angemerkt. Wenn die Alternative für Deutschland mit einer großen Fraktion in den Deutschen Bundestag einzieht, zeigt das deutlich, wie lebendig die deutsche Identität im Volk doch noch ist. Vor allem angesichts des zuerst Ignorierens und dann Verteufelns durch das Mainstream-Medienkartell ist das mehr, als ich lange Zeit zu hoffen wagte. Dort, wo die globalistische und antideutsche Propaganda am wenigsten wirksam war, in Sachsen, ist die AfD sogar die zweitstimmenstärkste Partei vor der CDU! Wer hat das noch vor kurzer Zeit für möglich gehalten?! Mir zeigt das: Egal, welche Schnitzer und Dummheiten sich AfD-MdB's leisten, egal, wie massiv die internen Spaltungstendenzen und externen Spaltungsanregungen sein und egal, was für Süppchen sich die Mainstream-Medien daraus kochen werden, eine patriotische Partei ist fest verankert im Volk, wird aus seiner Mitte getragen. Sie ist insofern eine authentische politische Kraft. So weit, so gut, jetzt muß aus der Bundestagsfraktion auch was kommen, aber das wird schon. Und: Die AfD muß ganz schnell "strukturell" agieren, um nachhaltig zu werden und zu wirken. Das heißt konkret, zügig eine parteinahe Stiftung zu gründen, um auf den Bühnen und Hinterbühnen der deutschen Gesellschaft Meta-, Kultur- und Wissenschaftspolitik betreiben zu können. Aber jetzt warten wir erstmal auf das Vorläufige Amtliche Endergebnis, trinken noch die Flasche Roten leer, mit der anzustoßen war und kommen zur Ruhe, denn es will Nacht werden.

Heinrich Löwe
25. September 2017 09:11

Großartiger Tag! Ich verneige mich vor den AfD-Leuten, die den oft tag-täglichen Hazzle, die Anfeindungen auf sich genommen haben. Das Wichtigste jetzt ist, daß die Fraktion und Partei sich zusammenschweißt wie ein Mann, geschlossen auftritt, die innere Bandbreite aushält, alle hingehaltenen Stöckchen links liegen läßt, aber auch dumme Provokationen sein läßt. Dann arbeitet allein schon die Zeit für uns.

Der_Jürgen
25. September 2017 10:17

Ein guter Kommentar von Götz Kubitschek (abgesehen von derbedauerlichen  Kleinigkeit, dass er bei der Aufzählung der vom Establishment diskriminierten und mit unlauteren Mitteln bekämpften Rechtsparteien eine vergessen hat) und gute Ergänzungen seitens der Foristen. Um die vielen Idealisten, die ihr geholfen haben, diesen relativen Erfolg zu erringen, nicht zu verraten, wird die AFD nun knallharte Oppositionspolitik machen müssen. SIe hat, wie Kubitschek richtig festhält, fortan die Gelegenheit, die Schurkentaten des antideutschen Kartells anzuprangern; sie kann Anfragen an die Regierung richten, welche diese wohl oder übel beantworten muss; sie kann Einsicht in Dokumente verlangen. Das ist doch schon sehr viel. Gesunde Skepsis über die Möglichkeiten einer parlamentarischen Opposition ist trotz des verständlichen Hochgefühls weiter angebracht; man wird der AFD unentwegt Stöckchen hinhalten, und sie wird vermutlich leider über fast jedes davon springen. Den Mut, endlich die für Deutschlands Schicksal entscheidenden Fragen in aller Schärfe zu stellen, wird die Partei, werden vor allem deren Führer, nicht aufbringen. Brächten sie ihn doch auf, so ginge ein Sturm los, wie ihn dieser Staat noch nicht gesehen hat, aber irgendwann muss es jemand tun, und zwar jemand, den man nicht so leicht aus dem Verkehr ziehen kann, ohne dass sich dagegen merklicher Widerspruch in der Öffentlichkeit regt.

Gustav Grambauer
25. September 2017 10:48

Mit flammenden Lettern stand über dem gestrigen Tag das Wort "Klarheit". Erstens sind die Schwurbler jetzt nicht mehr unter sich. Der Ton in den öffentlichen Auseinandersetzungen ist schon seit Wochen ein völlig anderer, viel nüchternerer, als in den Jahrzehnten zuvor. Wenn sie ihre Haßtiraden ablassen - umso besser: sie kommen nicht auf Dauer beim Volk an indem sie pöbeln und zugleich lügen und heucheln, zumal nicht, wenn die AFD immer wieder die Wahrheit ausspricht. Nur gut, wenn sich der Ton verschärft. Selbst das latent linksextreme politische Kabarett war bis jetzt unter sich. Aber den Serdar Somuncus und Mario Barths dieser Repube stellen sich jetzt die Klonovskys

https://www.youtube.com/watch?v=gM8AsABuCuM

öffentlich gegenüber, und das Volk wird den Gegensatz, im Gehalt der Botschaften und im Esprit der, neudeutsch, Performance, fein registrieren. Es wird bei allem Humor die, neudeutsch, Attitude, den Lebensernst, das geistige Ringen und die Charakterreife dahinter, bemerken und honorieren. Zweitens hat wohl, soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann, der gestrige Tag den Abschluß der zweiten Welle der parteiinternen Klärung markiert. Wo war eigentlich Frauke Petry gestern abend? Drittens hat der gestrige Tag einen Meilenstein hin zur Klärung der geistigen Mehrheitsverhältnisse bei den Deutschen insgesamt gesetzt. Die schweigende Mehrheit kann allmählich aus der Deckung kommen und wird jetzt zunehmend Schutz dafür finden. Bin mir über diese Mehrheitsverhältnisse an der Oberfläche selbst nicht sicher (wobei diese ja hochviskos sind). Letzlich werden sie sich getreu der Spaltungslogik, die - hoffentlich - nicht unsere ist, bei 50 : 50 einpegeln, so wie sie subkutan heute ja bereits bei 50 : 50 liegen. Bin gespannt auf den Namen der parteinahen Stiftung. Mein bescheidener Vorschlag wäre: (nein: sicher nicht Rudolf-Steiner-Stiftung) "Hans-Dietrich-Sander-Stiftung", hab`mir schon was überlegt dabei, mit diesem Namen sind alle großen Themen angedeutet, und bitte mit Bindestrichen.

- G. G.

t.gygax
25. September 2017 11:50

>Gerade eben phoenix Bundespressekonferenz

Frauke Petry gibt ein kurzes Statement ab, dass sie der AFD Fraktion im Bundestag nicht angehören wird (!) und dann verschwindet sie aus dem Saal. Gauland, Weidel und Meuthen sind platt, weil sie davon nichts gewußt haben. Na, das fängt ja gut an. Respekt vor Meuthen, der endlich begriffen hat, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, als wieder aus dem Journalistenkreis die Frage nach den Überbleibseln einer historischen Partei kommt, die sich nun wundersamerweise in der AFD neu verkörpere... auf diesen abgedrehten Blödsinn kann man gar nicht antworten, und  Meuthen kontert endlich. Das hätten er und andere schon früher machen sollen.

Gotlandfahrer
25. September 2017 12:10

Ich möchte mich dem Dank aus tiefsten Herzen für die großen persönlichen Leistungen und die Opferbereitschaft all derer, die das Ergebnis möglicht gemacht haben, anschließen.  Angesichts der Umstände, unter denen dieser wichtige Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes errungen wurde, ist es jedem der großen und kleinen Helden auf unserer Seite unfair gegenüber, aus der Meckerecke heraus zu beklagen, dass in diesem Land (und im multiplikationsstarken Westen noch um ein Vielfaches mehr) 87% plus die Nichtwählerschaft der Auffassung sind, dass es auf das Kernanliegen der AfD nicht ankäme. Da muß man ja befürchten, dass die Partie im Weiteren nur verloren gehen kann, und sei es dadurch, dass der 'nächste Level', der der Glücksforschung nach immer nur das Moment sein kann, was Euphorie aufrecht erhält, in der 'Ebene' nun nicht so schnell erreichbar sein wird. Ich hoffe, dass unseren Hoffnungsträgern und uns Sympathisanten und Unterstützern diese auf uns alle zukommende Phase des Abnutzungskampfes ohne neue parlamentarische Geländegewinne klar ist. Denn aus meiner Sicht wird der nächste Level nicht allein durch redliche, selbstlose Mühen erarbeitet werden können. Entsprechende Tugenden werden notwending sein, aber nicht hinreichend. Das Hinreichende wird sich jedoch von ganz alleine einstellen. Und genutzt werden können, wenn das Notwendige getan wurde. Das Hinreichende fällt von allein als faulige Fruchtfälschung aus dem Schoß der mit ihren Täuschungen am Ende ihrer bisherigen Möglichkeiten operierenden Selbstoptimierer. Diese Fäulnis kann nur mit gesteigerter physischer und seelischer Gewalt gegen das Volk in betörende Fortschrittsblüte umgedeutet werden. Dieser Mechanismus ist aus meiner Sicht zwingend, denn alles, was die Herrschenden noch tun können, ohne, offenkundig für jedermann, sich selbst ad absurdum zu führen, ist die weitere Steigerung des Auseinanderdriftens ihrer Handlungen und dem, was Menschen als ihr Lebensinteresse fühlen. Noch herrscht der manipulierte Kopf über den bereits irritierten Bauch. Das Spiel kann nicht ewig gespielt werden. Man sieht es schon der Schwester der Unbarmherzigkeit an, wenn man in das gestresste Teiggesicht schaut.

Tony
25. September 2017 12:19

Ich kann der AfD, für den Einzug in den 19. Bundestag als drittstärkste Kraft, nur gratulieren. Doch wie Herr Kubitschek richtig erkannt hat, beginnt die Auseinandersetzung jetzt erst richtig. Sicher, die AfD hat einen immensen Machtgewinn, im SInne von Handlungsmöglichkeiten, hinzugewonnen. Das Terrain wurde erkämpft und muß nun gesichert werden, Strukturen aufgebaut und Netzwerke geschaffen werden. Jedoch sehe ich zwei Gefahren, die umschifft werden müssen. Zum einen, muß die Einheit der AfD gewährleistet werden. Dies wird nur durch Disziplin, Selbstbeschränkung und der konsequenten Ausrichtung auf ein großes Ziel, gelingen. Versuche, einen Keil in die Partei zu treiben, muß im Vorfeld, denn desses ist man sich bewußt, widerstanden werden. Die zweite Gefahr wäre eine Anbiederung an die etablierten Altparteien, sei es unter der Zweckmäßigkeit der "Realpolitik", als auch der egositischen Absicherung der durchaus lukrativen Mandate und Posten. Jedoch hat die geschlossene Front der ideologisch gleichgeschalteten Altparteien etwas Gutes. Sie wird eine Assimilierung der AfD unmöglich machen. Es ist ein schmaler Grat, die die AfD zu gehen hat. Ein politischer Sieg wurde errungen, doch der politische Kampf wird nur härter werden. Jetzt heißt es dran bleiben, absichern, Strukturen bilden. Konzentriert und diszipliniert weiterarbeiten. Nach der Wahl ist vor der Wahl! cito! cito!

Frank
25. September 2017 12:22

Eine, wie immer, treffende Analyse. Vermutlich ist das Etablishment stärker getroffen, als wie man es überhaupt erahnt. Die Herren & Damen in Berlin sind in die Ecke gedrängt, um so gefährlicher werden sie sein.

Gustav Grambauer
25. September 2017 12:30

RHM

Das mit der CSU sehe ich auch so. Eigentlich, wenn die Verhältnisse nicht so verschwiemelt wären, wenn wir jetzt, sagen wir, noch die 80er Jahre hätten, würde die CSU jetzt in eine veritable Identitätskrise kommen, und damit die sogenannte Bundespolitik in ihrer Haltung zu ihr. Immerhin wird zu Seehofer in den etwas gehobeneren Geschichtsbüchern der Verfassungspatrioten ad 1.) stehen, daß er derjenige war, der das politische Vermächtnis von FJS ("keine Partei rechts neben der CSU ...") verraten hat. In Anbetracht der darauf gründenden Sonderrolle hat man der CSU immer schon vieles durchgehen lassen, es wird sich zeigen, ob sie jetzt - nicht mehr kontrolliertes Sammelbecken sondern nur noch löchrige Schöpfkelle - härter angefaßt werden wird. Die Linkspartei hat in ihrer Hingabe an die Langzeitstrategie etwas sehr Kostbares aufgegeben: sie hatte sich anfangs einmal mehr oder weniger ehrlich bemüht, die Patronatspartei für die Ex-DDR zu sein. Immerhin wurde sie, was uns immer fassungslos gemacht hat, von vielen Wählern als diese angenommen, und in einer völlig absurden Fehleinschätzung sogar noch bis in die jüngste Zeit hinein. Aber hat sich jetzt geändert ... 

- G. G.

Marc_Aurel
25. September 2017 12:48

Ein außerordentlicher Erfolg für die AfD, vor allem wenn man bedenkt, dass es die Partei erst seit 2013 gibt! Alleine in meinem Wahlkreis ist die AfD die mit Abstand stärkste Partei mit 35,5 % der Zweitstimmen. Auch wenn das Ergebnis im Bundesdurchschnitt nicht ganz so durchschlagend war, so ist es doch ein mächtiges Signal, wenn die Partei gerade im Osten der BRD kaum irgendwo unter 20%, meist deutlich mehr erreicht hat. Sachsen ist AfD-Land! Ich hoffe das steigt Frau Petry nicht zu Kopf, die ja in jüngster Zeit, möglichweise durch den Einfluss von Herrn Pretzell, eher der Distanzeritis anheimgefallen ist. Die Menschen hier haben, meiner bescheidenen Meinung nach, die AfD nicht wegen, sondern trotz Petry gewählt und wünschen sich insgeheim wahrscheinlich eher jemanden wie Björn Höcke. Sie sind ganz klar patriotisch und was sicher nicht gewollt ist, ist ein Kuschelkurs mit den Altparteien und ein Aufweichen der Positionen zu Gunsten von mehr Mainstream-Kompatibilität, es wäre fatal einen solchen Kurs einzuschlagen. Natürlich stieß das Ergebnis der AfD in Sachsen nicht überall auf Gegenliebe, ein Kollege meinte gar "Ohje, jetzt kommen die Verrückten (im Sinne von braun/radikal)"  Auf die Frage hin, was konkret er damit meint und mit welchen Positionen des AfD-Wahlprogrammes er nicht einverstanden ist, verwies er auf einen Artikel im Berliner Kurier (https://www.berliner-kurier.de/news/politik---wirtschaft/was-die-afd-2017-wirklich-will-diese-5-ziele-wuerden-den-alltag-der-deutschen-veraendern-26881530), indem irgendwas von Organhandel gefaselt wird. Es stellte sich heraus, dass er die Positionen der AfD gar nicht kannte und auch nicht kennen wollte. Er plappert einfach nur unreflektiert Propaganda nach und macht das zur Basis seines politischen Standpunktes/Weltbildes. Traurig sowas, aber es erklärt einiges.

Jörg Hobner
25. September 2017 13:03

herrlich jetzt erstmal durchschnauben und dann gehts weiter für unser Deutsches Volk.

RMH
25. September 2017 13:40

Wenn ich die Sitzverteilung nach den Veröffentlichungen richtig gezählt habe, fehlen "Jamaika" OHNE CSU genau 8 Sitze ... In der CSU rumort es gewaltig, da 2018 die Landtagswahl ansteht. Die Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft wurde schon in den Medienwald geraunt. Wenn Frauke Petry jetzt noch 7 Getreue folgen, dann kann sie Königsmacherin werden ... Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

PS: Das war jetzt so eine Phantasie von mir ....

Corvusacerbus
25. September 2017 14:07

Es ist Tag geworden und geht gleich voll los mit den Spaltungen. Man wird abzuwarten haben, ob noch andere AfD-MdB's Frauke Petry folgen und wenn, wieviele. Es ist eine wirklich schwierige Situation, denn Petry war ein sympathisches Gesicht und eine wirkungsvolle Stimme der AfD. Aber wahrscheinlich ist es besser, die Personen und Strömungen sortieren sich auseinander, als miteinander so mißtrauisch und sich ignorierend weiter zu machen wie bisher. Vielleicht kann die AfD in NRW auch ohne den unsäglichen Herrn Pretzell weitermachen, der mit Petrys Ab- und Ausstieg wohl viel zu tun hat und die Partei im größten deutschen Landesverband vor die Wand fährt, wenn man ihn fahren läßt.

Michael B
25. September 2017 14:27

Petry's fraktionsloser Status: Hier ein paar der Implikationen, die ich auch noch nicht kannte: https://www.prabelsblog.de/2017/09/das-blaue-wunder/#comment-9286 Vielleicht kann das jemand mit Kenntnis bestaetigen.

Dietrich Stahl
25. September 2017 14:33

Ein guter Tag für Deutschland. Da stimme ich Götz Kubitschek und den Kommentatoren zu. @ Gotlandfahrer hat als Einziger zumindest indirekt angesprochen, wie die [inzwischen] knapp 13% zustandegekommen sind: „Das Hinreichende fällt von allein als faulige Fruchtfälschung aus dem Schoß der mit ihren Täuschungen am Ende ihrer bisherigen Möglichkeiten operierenden Selbstoptimierer.“ Gestern habe ich mir seit Ewigkeiten das erste Mal wieder die Bonner Runde angeschaut. Allerdings mußte ich den Ton abdrehen. Sonst hätte ich die Schmierenkomödie nicht ertragen. Die Anspannung war den Schauspielern deutlich anzusehen. Auch den beiden Medienhuren. Der Druck, der auf denen lastet, muß enorm sein. Und die Angst. Nur bei Meuthen, der sich nicht besonders wohl in der Runde fühlte, seine Sache aber recht gut machte, habe ich den Ton aufgedreht. Immerhin hat er angekündigt, daß die AfD einen Untersuchungsausschuß zu den Rechtsbrüchen der Kanzlerin und der Regierung fordern wird. Das ist jetzt die Aufgabe der neuen AfD-Fraktion! Mißstände klar benennen und wichtige Änderungen einfordern. Deswegen werde ich heute keinen Essig in den Wein gießen und von U-Booten und dergleichen schreiben. Glückwunsch und meine besten Wünsche AfD!

Starhemberg
25. September 2017 14:38

Ich möchte einfach nur ganz herzlich aus Österreich gratulieren. Genießen wir ein paar Tage die Freude, denn dann wird ein Wirbelsturm auf die neuen AfD-Abgeordneten zurasen, und man wir sie bekämpfen mit allen Mitteln die zur Verfügung stehen.

Cacatum non est pictum
25. September 2017 14:54

Ich lese bislang fast nur positive Kommentare. Das finde ich für diesen Ort der Meinungsbekundung reichlich unausgewogen. Mir ist der Euphorie zu viel. Also gebe ich mal den Miesepeter und kippe eine größere Menge Salz in die schmackhafte Suppe. Ich verstehe die Jubelperserei um die AfD nicht. Was soll sich schon ändern bei uns im Lande? 94 lukrative Abgeordnetenposten werden personell neu besetzt - und zwar zum überwiegenden Teil von Listenkandidaten, also Parteisoldaten. Wesentliche Systemfragen wird man nicht stellen (wie es etwa die Deutsche Mitte in Bezug auf das Zinsgeldsystem tut). Meuthen hat sich noch am Wahlabend zur Europäischen Union bekannt! Ich würde - sehr ketzerisch - sagen wollen: Man hat es vorerst geschafft, den wachsenden Volkszorn einzufangen und in geordnete Bahnen zu lenken. Die Leute sind zufrieden, dass sie nun eine vermeintliche Interessenvertretung im Parlament sitzen haben. Der Furor ebbt ab, die Systemopposition ist vom Tisch. Die großen Projekte kann die AfD rein quantitativ nicht gefährden, und wenn sie es könnte, würden ihre Führungskader das unterbinden. Pegida hat sich ganz nebenbei prozionistisch ausgerichtet. Bald wird man wieder neue Schweinereien ins Werk setzen können ... Es werden sich noch viele Mitglieder und Unterstützer enttäuscht abwenden. Parteien in unserem System werden eben nicht von der Basis geformt, sondern von der Spitze (siehe CDU!). Dennoch ist das Engagement der vielen AfD-Mitglieder anzuerkennen, die es gut und ehrlich meinen mit unserem Land. Sie haben im Wahlkampf viel Herzblut investiert und auch persönliche Risiken in Kauf genommen. Dafür sei ihnen gedankt.

Ein gebürtiger Hesse
25. September 2017 15:33

Schön, nichts als schön, wenn der Baum seine ersten wirklich prallen Früchte trägt. Es geht einem ein "endlich" über die Lippen. Dank an die metapolitischen Gärtner!

Valjean72
25. September 2017 16:28

Ist das Wahlergebnis jetzt wirklich so toll? Die AFD hat sage und schreibe 12,6% der Stimmen eingefahren. CDU und SPD bleiben trotz Verlusten die beiden stärksten Parteien. Die unsäglichen Grünen gewannen sogar leicht hinzu, ebenso wie die LINKEN. Den neoliberalen Zombies und überzeugten Globalisten wurde - wie von Geisterhand - neues Leben eingehaucht und diese somit aufs Neue, nicht nur in den Bundestag, sondern eventuell gleich wieder in Regierungsverantwortung katapultiert. Angesichts der zunehmend dramatisch werdenden Gesamtsitaution erachte ich das eingefahrene Ergebnis der AFD als überschaubar, da vom „System“ verkraftbar. Mehr noch: empörte Konservative und enttäuschte und patriotisch gesinnte Wähler anderer Parteien haben mit der AFD nun ein offizielles Ventil. Die hohe Wahlbeteiligung tut ein Übriges, um die Gesamtsituation zu legitimieren. Die Merkel’sche CDU wird indes weiter unbeirrt (und legitimiert, bzw. sich legitimiert fühlend!) ihre Kreise ziehen. Die AFD wird dieses natürlich kritisch begleiten, so wie einst die LINKE die Schleifung der sozialen Marktwirtschaft durch Rot-Grün begleitete.

P.S.: Gibt es eigentlich schon Rückmeldungen über Wahlunregelmässigkeiten?

Stil-Blüte
25. September 2017 17:49

@ Vajean72

'Rückmeldungen über Wahlunregelmäßigkeiten' 

Gut, daß Sie danach 'ragen. Auffällig, daß die AfD, was ich erwartet habe, nach Auszählen der Briefwahl ca. 1 % von dem vorläufigen zu dem offiziellen  Endergebnis eingebüßt hat, während Grüne, Linke und FDP um 0,2 - 0,5 % zulegten.

Seltsam auch folgende Vorgänge:

- Vor mir nennt ein Mann gegenüber dem Wahlhelfer zufällig (?)  dieselbe Wohnadresse, wo ich seit Jahrzehnten wohne. Ich habe den Mann aber noch nie in dem überschaubaren Haus, wo sich alle kennen, gesehen bzw. kennengelernt.

- Beim Schließen des Wahllokals war ich in dem relativ großem Wahlkreis die Einzige, die das Auszählen der Stimmen beobachtete.

- Auf einem Regal lagen noch unzählige unausgefüllte, übriggebliebene Stimmzettel. Was wird damit, wenn die 'offizielle Ausszählung' beendet ist?  

- Die Siegel auf der Urne waren auch schon vor dem Ende verletzt/aufgebrochen.

Ulrike
25. September 2017 18:38

Nachdem die Frage über Wahlunregelmäßigkeiten auftauchte:

Ich kann jedem empfehlen, selber einmal einen kompletten Wahlablauf ab früh 8:00 Uhr bis zum Feststehen der Ergebnisse abends zu beobachten. Nach diesen ca. 12 Stunden weiß man, wie man manipulieren kann - Voraussetzung, man ist entweder als Wahlhelfer einige Zeit unbeobachtet, oder man ist sich innerhalb der Wahlhelfergruppe einig.

Zur gestrigen Wahl in "meinem" Wahllokal:
Nachdem man dort bei der letzten Landtagswahl im vergangenen Jahr recht unfreundlich zu uns Wahlbeobachtern war, waren die Wahlhelfer gestern wirklich um Transparenz bemüht. Da wir die leere Urne zu Beginn sehen konnten, über jeden eingeworfenen Wahlzettel eine Strichliste geführt haben und wir beim Sortieren und Auszählen der Wahlzettel direkt danebenstanden, muß ich das dort ausgezählte Ergebnis akzeptieren!
Als Ergebnis in diesem Wahllokal sank die AfD in der Zweitstimme von knapp 26% zur letztjährigen Landtagswahl auf knapp 23% zur gestrigen Bundestagswahl. Landesweit sank die AfD in Sachsen-Anhalt von 24,3% zur letzten Landtagswahl auf 19,6% gestern.

Einige der tumben Sätze von Angela Dorothea Kasner gestern nach der Wahl habe ich mir im Internet angetan. Anschließend war es mir ein Bedürfnis, mir über die Bedeutung des oft mißbrauchten Begriffes "Haß" klarzuwerden.
Wieso wird eine normale menschliche Regung eigentlich so pathologisiert?

"Wikipedia: Reaktiver Hass
Er ist immer das Ergebnis einer tiefen Verletzung oder einer schmerzlichen Situation, der man ohnmächtig gegenübersteht, da man sie aus eigener Kraft nicht verändern kann. Erich Fromm schreibt: „Unter reaktivem Hass verstehe ich eine Hassreaktion, die aufgrund eines Angriffs auf mein Leben, meine Sicherheit, auf meine Ideale oder auf eine andere Person, die ich liebe oder mit der ich identifiziert bin. Reaktiver Hass setzt immer voraus, dass jemand eine positive Einstellung zum Leben, zu anderen Menschen und zu Idealen hat. Wer stark lebensbejahend ist, wird entsprechend reagieren, wenn sein Leben bedroht ist.“

Trotz meiner in erster Linie negativen Reaktionen auf die gestrige Wahl gibt mir der Einzug der AfD in den Bundestag Hoffnung.

Ulrike

Desprecio
25. September 2017 21:00

 @"Cacatum non est pictum" / 25.09.17, 12:54 

"Meuthen hat sich noch am Wahlabend zur Europaeischen Union bekannt.................................."

Soweit ich mich erinnere hat er aber explizit von einem  "Europa  der Vaterlaender" gesprochen (was immer er oder all die anderen, die diesen Begriff verwenden, darunter versteht). Wenn er dieses Europa so interpretiert, wie ich es als konservativer Patriot tue, habe dazu keine grundsätzlichen Bedenken.

tOm~!
25. September 2017 22:20

Gestern hatte ich bei bei Rainald Becker und Peter Frey, den Moderatoren der 'Berliner Runde', klar wie nie vor Augen, um was für hinterlistige und skrupellose Typen es sich bei diesen Menschen handelt. Ist das noch normal?

Cacatum non est pictum
25. September 2017 23:15

@Desprecio

Soweit ich mich erinnere hat er aber explizit von einem  "Europa  der Vaterlaender" gesprochen (was immer er oder all die anderen, die diesen Begriff verwenden, darunter versteht). Wenn er dieses Europa so interpretiert, wie ich es als konservativer Patriot tue, habe dazu keine grundsätzlichen Bedenken.

Die Europäische Union ist nie etwas anderes gewesen als ein Vorschlaghammer, der die Nationalstaaten zerstören soll. Dieses Projekt hat gewaltige Fortschritte gemacht und ist bisher eine Erfolgsgeschichte der Globalisten. Wenn wir es beenden und die europäischen Nationen bewahren wollen, muss die EU in ihrer jetzigen Form aufgelöst werden - da kann es keine Kompromisse geben. Dass Meuthen sich im Namen der AfD ausdrücklich zu diesem entstrukturierenden Moloch bekennt, überrascht mich zwar nicht (viele andere wahrscheinlich schon), aber es zeigt, wohin die Reise mit Deutschland auch für die AfD gehen soll.

Franz Bettinger
26. September 2017 00:22

Alle Parteien drücken sich, an Merkel's Seite in die Regierung einzutreten. Keiner will an der Seite der CDU-Kanzlerette untergehen. Ich halte es für möglich, dass Lindner - an diesem Mann hängt alles - auf Neuwahlen erpicht ist. Warum? Weil die FDP dann noch weiter zulegen wird und Merkel weg sein wird. "Niemals mit Merkel!" Das sagte Christian Lindner  vor ein paar Wochen. Mit dieser Frau gibt es keine Zukunft, das ist ihm klar. Wie sollen Seehofer, Lindner und Kubicki mit Grünen wie KGE und dem als Barbara Streisand verkleideten Anton Hofreiter in entscheidenden politischen Fragen (Migranten, Ausländer-Kriminalität, Netzwerk-Durchsetzungs-Gesetz, Euro-Bonds ...) der brd Übereinstimmung erzielen? Jamaika ist für mich nicht vorstellbar. Wenn diese seltsame Koalition doch kommt, wird es darin nur Verlierer geben. Das wissen alle.

Der_Jürgen
26. September 2017 01:50

@Franz Bettinger

Ja, mit Merkel will niemand ins Bett, das versteht sich ja von selbst, aber ideologische Gründe hat das nicht. CDU, CSU, FDP und Grüne sind Teile eines kriminellen Kartells, das die Zerstörung Deutschlands und die Abschaffung des deutschen Volkes durch den Grossen Austausch auf seine Fahnen geschrieben hat. All diese Parteien, sowie natürlich die SPD und die Linke, sind "Schakale vom gleichen Hügel", wie dier Chinese sagt. Übereinstimmung in ideologischen und politischen Fragen könnten diese Parteien und diese Politiker also leicht erzielen. Es geht um persönliche Rivalitäten und die Verteilung von Pfründen, so wie es bei Kämpfen zwischen verfeindeten Mafiabanden um persönliche Rivalitäten sowie die Absteckung von Raubrevieren geht und nicht um politische Progamme oder Ideale. Und natürlich sind weder die Grünen noch die FDP sonderlich darauf erpicht, ihr Schicksal mit dem einer Frau zu verketten, von der jeder weiss, dass ihr ein Ende mit Schrecken bevorsteht.

Der Feinsinnige
26. September 2017 03:25

@ Ulrike:

Ich stimme Ihnen zu, daß Sie die menschliche Regung „Haß“ (im Sinne von „reaktiver Haß“) aus seiner heutigen Schmuddelecke herauszuholen versuchen. Die Wikipedia-Definition zum Stichwort „Reaktiver Haß“ ist bedenkenswert. Entsprechendes gilt für „Angst“, ebenfalls ein geradezu überlebenswichtiger Instinkt (nicht allein) des Menschen, worauf ich neulich in diesem Block bereits einmal hingewiesen habe (im Strang zu Ellen Kositzas „Sind wir `Die Angstmacher´?“). Die politisch korrekte pejorative Stigmatisierung dieser urmenschlichen Regungen zeigt, wie sehr wir alle heute manipuliert werden. Die Einhegung der Natur des Menschen ist zwar einerseits eine nicht zu unterschätzende zivilisatorische Leistung, die ich grundsätzlich nicht missen möchte. Einhegung heißt aber nicht, vollständige Unterdrückung. Die Aufgabe einer fähigen und vernünftigen politischen Alternative in einer politischen Situation wie der heutigen ist es meines Erachtens, diese stigmatisierten menschlichen Regungen, die so viele empfinden, aufzunehmen, sie zu kanalisieren (nicht aufzustacheln), um die notwendige Unterstützung zur Veränderung der Machtverhältnisse zu bekommen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Abwehr der unserem Land drohenden existentiellen Gefahren zu leisten. Dies dürfte genau der Grund sein, warum die betreffenden Regungen heute „pathologisiert“ werden.

@ tOm~!

Bezüglich der genannten Moderatoren überkamen mich gestern ganz ähnliche Gefühle!

@ cacatum non est pictum:

Ich vertraue Jörg Meuthen; habe ihn in den letzten Wochen zweimal „live“ und in den letzten Monaten vielfach in Youtube-Aufzeichnungen gehört. Jörg Meuthen ist ein hochintelligenter, meines Erachtens grundanständiger Patriot, der aber auch zu taktieren versteht. Meuthens Position zur EU halte ich angesichts der konkreten aktuellen Situation für gut durchdacht. Er spricht vom „Europa der Vaterländer“ - ein meines Erachtens unverdächtiger Begriff (soweit ich weiß, von de Gaulle verwendet, von diversen EG- und EU-Kritikern übernommen), bietet aber nicht die Angriffsfläche, die EU (die heute das genaue Gegenteil eines „Europas der Vaterländer“ darstellt) explizit abzulehnen. In seinen konkreten Positionen (Ablehnung der sog. Euro-Rettung, Ablehnung einer verpflichtenden „Flüchtlings“-Verteilung etc.) kommt seine inhaltliche Position zum Ausdruck, ohne daß er den Medien die Steilvorlage liefert, ihn als EU-Gegner (oder im Stil der BILD-Zeitung „EU-Hasser“) darstellen zu können. Meuthen integriert und läßt die etablierten Medien damit immer wieder ins Leere laufen; er ist viel schwerer angreifbar als andere. Meuthen ist meines Erachtens der geborene Mann für das Erkämpfen von Mehrheiten und damit ein Glücksfall für uns alle.

Außerdem denke ich bei der EU-Diskussion immer an Renaud Camus (Revolte gegen den großen Austausch, Antaios, S. 65 f.):

Es wäre „Wahnsinn, alles über den Haufen zu werfen, was bisher auf dem Weg zu einem gemeinsamen Europa geleistet wurde. Im Gegenteil müssen wir Europa wieder zurückgewinnen, im Wettstreit der Ideen und Wahlgänge. Wir brauchen eine Allianz aller Männer und Frauen aus allen Parteien und aus allen Staaten des Kontinents, die sich der Auflösung der Völker widersetzen und sie ernsthaft und auf ehrenhaftem Weg aufhalten und beenden wollen. Wir müssen diejenigen Kräfte sammeln, die bereit sind, überall in Europa auf die bedrückende Realität des großen Austausches und seine Auswirkungen auf die Menschen und Völker hinzuweisen. Wir müssen entschlossen sein, das Ruder an uns zu reißen und den eingeschlagenen Kurs umzukehren und uns dabei – natürlich immer auf dem Boden der Legalität – über das unentwirrbare Netz der Denk- und Redeverbote, das unser Handeln hindert, hinwegzusetzen.“

In diesem Sinne fühle ich mich gerade bei Jörg Meuthen uneingeschränkt gut aufgehoben.

Dietrich Stahl
26. September 2017 15:39

@ Der_Jürgen. Wieder stimme ich Ihnen [Beitrag gestern, 23:50 Uhr] 100% zu. „Es geht um persönliche Rivalitäten und die Verteilung von Pfründen, so wie […] bei Kämpfen zwischen verfeindeten Mafiabanden“ Diese Aussage ist wortwörtlich wahr. Ich bin immer wieder angetan von Ihren guten Beobachtungen und klaren, die Realität wiedergebenden Aussagen. Auch treffen Sie immer den richtigen Ton, was für mich [mindestens] genauso wichtig ist wie der Inhalt. Ja, die Altparteien sind kriminelle Vereinigungen. Und nicht nur die. Der ganze Sumpf aus Politik, Wirtschaft/Finanzsystem, Justiz, Medien, Wissenschaft, Kultur, selbst den [„Leistungs“]Sport muß man hier inzwischen einordnen, ist eine riesengroße mafiöse Vereinigung. Da ist einiges juristisch aufzuarbeiten. Allerdings nicht mit der heutigen Justiz. Da gehören viele selbst vor ein Gericht. Hier liest man immer wieder, daß Politiker Fehler machen oder unfähig sind. Aufwachen! Denn jetzt ist Aufwachzeit. Die machen keine Fehler. Die sind Soldaten und Offiziere in einem Krieg gegen das eigene Volk.

Cairdis
26. September 2017 15:48

Was man hier zu Recht anspricht, keine anderen Empfindungen werden gegenwärtig so durch die Mächtigen dämonisiert wie Furcht und Hass. Kein Wunder, schließlich stehen beide der Verdrängung des Eigenen von Natur aus entgegen. Zur Furcht, gehen wir zurück ins Urmeer des Kambrium, als die heute lebenden Tiergruppen erstmals auftraten. Welche frühesten Antriebe, also genetisch verankerten Ratgeber gab es damals? Da war der Hunger (hinschwimmen), die Furcht (wegschwimmen, falls etwas anderes, größeres Hunger hat) und die Sexualität (hinschwimmen). Man stelle sich vor, ein Krabbelkind findet auf dem Boden eine herabgefallene Rasierklinge und beginnt sie in den Mund zu nehmen. Dann ist Furcht und sofortiges Handeln die einzig richtige Entscheidung. Nun wörtlich zu behaupten, Angst war noch nie ein guter Ratgeber, ist nichts weiter als eine Merkel’sche Blödsinnsphrase - oder die schiere Niedertracht. Um zum Gesamtsystem etwas weiter auszuholen, der Erhalt des Lebens erfordert Regelkreise; ohne sie ist Leben kaum vorstellbar. Dafür zwei Beispiele. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse ist die Basedow-Krankheit zu erwarten, bei der Unterfunktion eine Hypothyreose. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem in der Nebennierenrinde gebildeten Cortisol. Ist der Pegel zu hoch, wird die Produktion über eine negative Rückkopplung verringert, sonst tritt Morbus Cushing auf. Ist der Pegel zu niedrig, droht das Addisonsyndrom; wer sich nach psychisch belastenden Erlebnissen schon einmal apathisch erschöpft gefühlt hat, kennt dessen erste Symptome. Eine Wirkung des Cortisols ist die Dämpfung eines überschießenden Immunsystems, darum ist es das Mittel zur Wahl bei Autoimmunerkrankungen, Allergien oder Abstoßungsreaktionen. Wird der Körper jedoch zu sehr damit geflutet, kann er es durch eine verminderte Eigenproduktion nicht mehr ausgleichen, und die Cushingschwelle wird überschritten. Eben das hat diesem eigentlich körpereigenen Steroid einen schlechten Ruf gegeben. Jetzt weiter beim eigentlichen Thema mit den Worten von Konrad Lorenz:

„Wir dürfen annehmen, daß jeder dieser Antriebe ein Glied eines wohlgeordneten, harmonisch arbeitenden Systems und als solches unentbehrlich sei. Die Frage, ob Haß, Liebe, Treue, Mißtrauen usw. „gut“ oder „schlecht“ seien, ist ohne jedes Verständnis für die Systemfunktion dieses Ganzen gestellt und genauso dumm, als früge einer, ob die Schilddrüse nun gut oder schlecht sei.“

Es handelt sich um ein dynamisches, sich selbst wieder stabilisierendes System, das es uns möglich macht, auf sich verändernde Bedingungen flexibel und richtig zu antworten. Soviel über das Leben sollte man doch wissen, es geht nicht allein die Mediziner an.

Nur Ali Qalandar
27. September 2017 05:42

Möchte doch auch gerne gratulieren, mögen wir auch hinsichtlich der Bewertung des Islams und seiner Rolle in Deutschland und Europa geteilter Meinung sein. 

Das ist ein guter Tag für dieses Land gewesen, und ich denke, es ist etwas zu Ende gegangen, was wirklich schon lange überfällig war - die Hegemonie des postmodernen Linksliberalismus (der nebenbei durch die hochoffizielle Abschaffung des christlichen Abendlandes durch die Homoehe die Schraube in einer letzten diabolischen Aufwallung derart überdreht hat, daß der rasche Rückschlag unvermeidlich wurde) ist gebrochen. Es wird so Gott will auch kein Zurück dahin geben (zur unumschränkten Hegemonie - daß das Establishment ansonsten noch nicht komplett fertig hat, ist klar.) Eine neue Situation ist entstanden, und es dürfte interessant werden in den kommenden Jahren. 

Nochmals, mögen wir auch in mancher Hinsicht in Gegnerschaft zueinander stehen (was meiner Ansicht nach nicht so sein oder bleiben muß, aber das braucht wohl Zeit und Entwicklungen, die erst noch kommen müssen), freut mich dieser euer Erfolg doch sehr. Es war einfach NOTwendig. 

Beste Grüße

Nur Ali

silberzunge
27. September 2017 16:47

Ich glaube zwar nicht, dass man in unserer Parteiendemokratie ernsthafte Veränderungen durchbringt, die wir bräuchten, aber zumindest kann man sich an schon ziemlich lässigen TV-Debatten gütlich tun. Die betroffenen Miene der Systemlinge? Alleine das war es wert!

deutscheridentitärer
27. September 2017 18:29

@Nur Ali Qualandar

Ich schätze Ihre leider seltenen Beiträge hier. Ich würde mich freuen, wenn Sie schreiben könnten, wie man Ihrer Meinung nach am besten mit der wachsenden muslimischen Minderheit hier umgeht.

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