Sezession
29. September 2017

Antaios und die Frankfurter Buchmesse

Götz Kubitschek / 17 Kommentare

Antaios hat in Halle 3.1, G82  einen 12qm großen Messe-Eckstand geplant, bezahlt und bereits gestaltet. Außerdem hat unser Verlag vier Veranstaltungen im Rahmen des Forums "Bildung und Wissenschaft" (Halle 4.1) angemeldet und mindestens einen Umtrunk am Stand vor, und zwar am Messesamstag, an dem sowieso folgende Autoren anwesend sein werden: Martin Lichtmesz, Caroline Sommerfeld, Ellen Kositza, Erik Lehnert, Mario Müller, Martin Sellner, Thor v. Waldstein, Akif Pirincci und Wiggo Mann.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die Messeleitung hat auch ohne die Verhinderungsaufforderung der buchmessegegenrechtsblog.wordpress.org-Bürger einen wenig kreativen Bückling vor der "Zivilgesellschaft" gemacht (der anzugehören – meine Prognose – in fünf Jahren das Uncoolste sein wird, das es gibt): Man hat einen Verleger schräg gegenüber überredet, er hat seinen Stand verlegt – nun darf die Amadeu Antonio Stiftung dort einziehen und muß (unseren Informationen nach) noch nicht einmal etwas dafür bezahlen.

Soll mit dieser Gegenüberstellung so etwas wie ein Gleichgewicht in Halle 3.1 hergestellt werden? Das könnte die Idee hinter diesem Plan sein, indes: Hergestellt wird nichts außer einem denunziatorischen Gefälle. Hier ein zu hundert Prozent unabhängiger Verlag, der vor Selbstbewußtsein strotzt, ein ausgewachsenes Programm vorlegen kann und jeden müden Euro selbst erwirtschaftet, dort eine mit Staatsgeldern eingefettete Stiftung, deren Hauptbeschäftigung das Ruinieren beruflicher Biographien Andersdenkender ist – fußend auf der Expertise Anetta Kahanes, deren Kenntnisse auf diesem Feld sich unter anderem aus ihrer Tätigkeit als Stasi-IM speisen.

Meine Prognose (schon die 2. in diesem kurzen Blog): Es wird einen Stand in Gang G geben, dessen Personal fünf lange Messetage lang nicht viel Freude beim Blick nach schräg gegenüber haben dürfte, und das wird nicht unser Stand sein. Denn uns würde es ganz und gar nichts ausmachen, gutgelaunte Rechtsintellektuelle bei ihrer Arbeit betrachten zu können.

Kurzum: Mit der Ausladung wird es also nichts werden. Und es kommt noch besser für die anonymen Feinde der offenen Gesellschaft, deren Anonymität wir gerade knacken, um sie wegen Verleumdung anzuzeigen (und wir zeigen nur an, wenn wir todsicher gewinnen):

  • Am kommenden Mittwoch geht unser Herbstprospekt samt Einladung zur Buchmesse und zum Besuch unseres Standes an unsere Kernleserschaft (40 000 Exemplare).
  • Wer schon mal vormerken will:
    • Freitag, 13. X., 16.30 Uhr: Gespräch mit Kubitschek und Lehnert über den Skandal um Rolf Peter Sieferles Finis Germania (Details hier; leider nur für Fachbesucher).
    • Samstag, 14. X., 17 Uhr: Präsentation der Neuerscheinung von Caroline Sommerfeld und Martin Lichtmesz (Details hier).
    • Samstag, 14. X., 17.30 Uhr: Gespräch mit Akif Pirincci über sein Werk von Umvolkung bis Übergang und die deutsche Lage (Details hier).
    • Samstag, 14. X., 18 Uhr: Vorstellung des Identitären Pakets bei Antaios mit Mario Müller und Martin Sellner (Details hier).
    • Samstag, den 14. X., haben wir außerdem den ganzen Tag über Signierstunden am Stand.
  • Dies ist also eine Einladung, wo nicht Aufforderung an unsere Leser: Kommt, schaut, trinkt, helft!

Ich glaube, daß diese anonymen, besorgten Bürger, diese intellektuelle Blase aus wissenschaftlich abgehalfterten Professor_innen, selbstreferentiellen Medienmenschen und einfallslosen "breiten Bündnissen" eines noch immer nicht kapiert haben: Wir sind da, wir sind viele, wir sind interessanter als alles, was sich sonst so "tut", wir haben gute Laune – und wir bringen druckfrisch zwei Bücher mit, die wie die Faust aufs Auge zum Auftritt dieser verängstigten Kaninchen passen:

  • Martin Lichtmesz und Caroline Sommerfeld ergründen, wir wir doch irgendwie Mit Linken leben können;
  • Erik Lehnert und Wiggo Mann sortieren die fröhliche Rechte nach neun Typen.

So etwas kriegen die Nervenbündel von schräg gegenüber nicht mehr auf die Reihe. Im Doppelpack hier bestellen

Wir sehen uns in Frankfurt!


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (17)

Martin Himstedt
29. September 2017 16:29

Das ist normal: In einer Szene mit, nennen wir sie mal, düsterer Musik, spielen sich – gehäuft seit der sogenannten Grenzöffnung – ähnliche Szenen ab. Ich habe darüber bereits mit Nils Wegner und Marin Lichtmesz getwittert. Gefühlt wöchentlich wird irgendwo in Deutschland ein Konzert abgesagt, eine Band von einem Festival ausgeladen und so weiter. Das Vorgehen der Gegenseite ist dabei, wie im vorliegenden Fall, immer gleich: Kommt man bei Veranstalter nicht durch (was selten genug passiert), gibt es die üblichen Krawalle, Schmierereien und brennende Mülleimer. Besonders skurril ist, dass es in letzter Zeit häufiger – aus unserer Sicht – linke und linksradikale Bands getroffen hat, weil diese vor zehn Jahren mal das falsche T-Shirt trugen oder auf einem Festival mit 30 Bands gespielt haben, auf welchem eine Band dabei war, die sich nicht bedingungslos zur Willkommenskultur bekannt hat. Mit der gleichen Logik müsste nun die Frankfurter Buchmesse von der Gegenseite als Ganzes boykottiert werden. Das die Amadeu Antonio Stiftung, von der ich nichts halte, gegenüber sein wird, finde ich gut. Zwei gegensätzliche Meinungen im gleichen Raum: Bisher gab es das noch nicht einmal im Bundestag. „Mit Linken leben“ muss ich natürlich sofort bestellen.

Maiordomus
29. September 2017 16:34

Wenn es mir nicht - seit 1999, als ich immerhin geladen war und keinen Eintritt bezahlen musste - absolut widerwärtig wäre, diese Frankfurter Buchmesse zu besuchen, würde ich Ihrem Verlag einen Besuch abstatten, natürlich wäre auch interessant, den Stand der ideologisch gesponserten Amadeo Antonio-Stiftung sich auch anzusehen. Ich habe aber absolut Mühe, bei der Frankfurter Buchmesse noch von Geistesleben zu sprechen und lasse sie deshalb wohl für den Rest meines Lebens aussen vor. Sie hingegen müssen schon aus Professionalität und auch grundsätzlich dort Präsenz markieren. Hoffentlich bringt's was.

Thüringer
29. September 2017 17:18

Die tapferen Gegen-Rechts-Anschwärzer schreiben tatsächlich "Unter anderem hatte Pirinçcis „Pegida Rede“ 2015 mediale Öffentlichkeit erzeugt, in der er bedauerte „die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“". Das ist ja mal wieder aus dem Zusammenhang gerissen und ebenso beständig in linken Kreisen als gefühlte Wahrheit präsent. Eigentlich sollte man annehmen, daß die Organisatoren der Buchmesse belesener sind als die nachplappernden Verfasser des offenen Briefes, deren weitere Quellen auch nur aus ihrer eignen Echokammer stammen.

S. J.
29. September 2017 18:03

Ich finde das Arrangement in der Messehalle reizvoll. Besorgen Sie sich bitte einen Stempel mit dem kurzen Vermerk "Artikel 5 GG". Der sachkompetente Leser ersteht dann bei Ihnen den künftigen Verkaufsschlager "Mit Linken leben", liebevoll von den Autoren signiert, und Sie lassen den Stempel unter den Autogrammen kraftvoll einwirken. Anschließend läuft man federnden Schrittes hinüber zur Konkurrenz und bittet um ein Grußwort in der Nähe der Einträge. 

E.
29. September 2017 20:38

Das "Doppelpack" wird sogleich bestellt.

@ Herrn K. und Mitarbeiter auf dem Antaios-Stand auf der Buchmesse meine herzliche Bitte: seien Sie bitte gewappnet und bleiben Sie stets besonnen: ich könnte mir vorstellen, dass es seitens dieser steuergeld-alimentierten Denunziations-Stiftung und deren "Unterstützer*Innen/Antifant*innen" bestimmt die ein oder andere Provokation/vielleicht sogar "Aktion" (= physischer Angriff) in Richtung Antaios-Stand und Antaios-Veranstaltungen geben wird. Haben Sie da zwei stämmige seriöse Security-Männer dabei? Würde bestimmt nicht schaden. Daran würde ich nicht sparen. - Aber bitte niemals provozieren lassen; das wären dann die Bilder, die diese miesen Denunzianten und steuergeldverzehrenden Spitzel gerne bewirken möchten.

Isarpreiß
29. September 2017 21:51

Bin am Freitag und Samstag dabei.

Eine Frage: muss man Bücher, die man signieren lassen will, selber mitbringen? Soweit ich weiß, wird auf der Buchmesse ja erst am Sonntag verkauft bzw. nur nach Lesungen. 

Kositza: Mitbringen oder am Stand Bestellung aufgeben mit Signaturwunschvermerk!

Gotlandfahrer
30. September 2017 00:24

Ich würde Sie gern alle vor Freude und Stolz Sie als meine Mitbürger zu haben küssen. Komme ich nicht zu (zum Glück für Sie), aber meine guten Wünsche und mein Dank mögen Sie auf die Messe begleiten!

Gott mit Euch!

H. M. Richter
30. September 2017 00:41

So greift denn ein Rad derzeit ins andere. Assheuer, überaus nervös, behauptet beispielsweise heute bei ZON, mit dem Einzug in den Bundestag hätte die "Konterrevolution" Deutschland erreicht.

Vgl., wer mag: https://www.zeit.de/2017/40/afd-weimarer-republik-rechte

Wo derartiges ausgesprochen wird, Gustav Grambauer wird es möglicherweise bestätigen können, wachen selbst ehemalige DDR-Bürgerrechtler wieder auf.

So sei hiermit vorgeschlagen, Antaios  lade diese - also die tatsächlichen und nicht die vermeintlichen - an ihren Stand ein, gewissermaßen als lebendiges Schutzschild. Sie könnten ja vielleicht sogar ihr Plakat von der Rosa-Luxemburg-Demonstration von 1989 mitbringen, das einst einen bis an die Zähne bewaffneten Staat ins Wanken brachte, weil es zeigte, was möglich war in diesem Land, wenn Menschen gemeinsam Mut bewiesen gegenüber ihren Unterdrückern:

https://www.mdr.de/damals/archiv/bild255228.html

Schon damals vermochten es die für die Opposition zuständigen Geheimdienstmitarbeiter nicht, die Geschichte aufzuhalten. So sollten es jene, die bis heute übrig geblieben oder aus anderer Richtung hinzugekommen sind, um die Meinungsfreiheit anderer zu behindern, erst recht nicht schaffen.

Burgunder
30. September 2017 07:26

Ihr kämpferisch-optimistischer Artikel, lieber Herr Kubitschek, hebt sich wohltuend ab vom Gejammere, das man in rechten Internetforen viel zu oft antrifft. Wenn das keine Lust auf eine Reise nach Frankfurt (für mich über 600 km) macht! Und die Aussicht, die Gegenseite ärgern zu können, wirkt auch nicht gerade abschreckend. Mal sehen, was sich machen läßt .....

(Biete auch gern eine Mitfahrgelegenheit an auf der Achse Chalon/Saône-Beaune-Besançon-Mulhouse-Freiburg-Karlsruhe)

Nautilus
30. September 2017 14:23

Ich würde gerne in die Gesichter der Mitarbeiter dieser sog. Stifung schauen.

Das muss doch ein richtiger Kulturschock für diese Leute sein. Bitte passt auf euch auf!

Wolfram
30. September 2017 14:27

So gerne wäre ich erstmalig die Frankfurter Buchmesse zu besuchen, allein schon nur um Ihrer fröhlichen Bitte nachzukommen! Leider mir das terminlich nicht möglich!
Bleiben Sie  standhaft, bleiben SIe ruhig, Sie sind auf der Seite der Aufrechten, des Rechten, und des Guten.

Herzlichst,

W.

Jörg Hobner
30. September 2017 14:34

Viel Erfolg. Unsere Zeit geht gerade auf.

Der Feinsinnige
30. September 2017 20:06

Eine sehr gute Nachricht, daß Antaios jetzt auch (wieder) auf einer Buchmesse präsent ist. Meine Gratulation und besten Wünsche, sehr geehrter Herr Kubitschek - hoffentlich geht alles gut! Die bisherigen intellektuellen „Eliten“ werden es schon irgendwann noch kapieren, daß sie nicht mehr gemütlich unter sich sind – obwohl: Reicht deren Intellekt tatsächlich aus für eine solche Erkenntnis? Zum offenen Brief an die Messeleitung: Unter dem Brief finden sich bereits jetzt über 120 Unterzeichner. Müßte die Unterzeichnung des Briefes nicht ausreichen, jeden dieser Unterzeichner juristisch zu belangen (nicht nur die Verfasser)? Nur so eine Frage ... Die Meßlatte, nur anzeigen zu wollen, „wenn wir todsicher gewinnen“, ist sicher höchst verantwortungsbewußt und ehrenwert – übrigens gegenüber beiden Seiten. Aber: Diese Meßlatte ist so hoch gelegt, daß sie wohl kaum überwunden werden kann, denn „todsicher“ ist juristisch grundsätzlich überhaupt nichts (bekanntlich haben zwei Juristen tendentiell drei Meinungen – und: Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand, wie der Volksmund unter Bezugnahme auf eine alte lateinische Spruchweisheit noch heute sagt). Eine juristische Auseinandersetzung über den offenen Brief wäre sicher außerordentlich spannend und brächte wieder einen Schub in puncto öffentlicher Wahrnehmung. Nur, ich stimme Ihnen selbstverständlich zu: Man sollte sie auch gewinnen. Im übrigen hoffe ich, daß Sie mit Ihren beiden Prognosen dieses Artikels genauso recht behalten mögen wie mit so vielen Prognosen in der Vergangenheit. Weiterhin viel Erfolg!

Harding
30. September 2017 23:56

Die A-A- Stiftung auf der Buchmesse? Habe ich was verpasst? Was gibt es denn so lesenswertes von dieser Stiftung?

Vielleicht werden Euch diese Schätzchen einfach als Roh- und Ûbungsmaterial für Frau Sommerfelds und Herrn Lichtmesz Buch geschenkt. Eine Herrausforderung sind diese Typen um Kahane für Antaios aber nicht!

silberzunge
1. Oktober 2017 13:52

Die Bolschewisten-Stiftung schräg gegenüber zu haben, ist nicht unbedingt ein Nachteil. Ich würde aber gekonnt kühlen Kopf bewahren, zumal abzusehen ist, dass - wie immer - die Provokation von Links kommt, das mögliche Theater dann aber den Rechten umgehängt wird.

Ruhig Blut und viel Erfolg bei der Messe!

Martin S.
1. Oktober 2017 14:19

https://buchmessegegenrechtsblog.wordpress.com/

" ...  Sie [die identitäre Bewegung] ist als eine der derzeit gefährlichsten rechtsextremen und völkisch-nationalistischen Gruppierungen einzuschätzen. ..."

Anscheinend herrscht in den etablierten Kreisen wohl mittlerweile die nackte Panik.  Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ein  paar  Banner und  Aufkleber wie "Heimatliebe ist kein Verbrechen" derartige Reaktionen auslösen.  Den Schwung müssen wir ausnützen!  Ich  freue mich auf Samstag, 14.10.  und grüße  alle sehr herzlich.

tOm~!
2. Oktober 2017 03:00

Wer selber tagtäglich vor der Lüge kriecht, und die Unwahrheit nicht bekämpft, da er um sein rechtes Lebenswerk fürchtet - woraus niemandem ein Vorwurf zu machen ist - der sollte immerhin soviel Größe besitzen, anderen Menschen nicht ihren "wenig kreativen Bückling" vorzuwerfen. Das ist erstens selbstgerecht und zweitens typische Doppelmoral.

Wäre genauso, als würde man vor seinem Chef kriechen, und einem Kollegen, der das gleiche macht, diese Kriecherei zum Vorwurf machen.

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