Sezession
30. September 2017

Die Linke und die „Flüchtlings-Kanzlerin“

Benedikt Kaiser / 18 Kommentare

Zunächst schrieb sich Oskar Lafontaine auf seiner eigenen Facebook-Seite den Frust von der Seele, dann erschien sein Weckruf "Wenn Flüchtlingspolitik soziale Gerechtigkeit außer Kraft setzt", am 27. September in der Tageszeitung neues deutschland (nd). Das nd, in der DDR als ND noch offizielles Mitteilungsblatt der SED, ist von der Mutterpartei, die heute als PDL firmiert, offiziell getrennt.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

2007 löste sich die GmbH der Zeitung aus der Parteiverbindung, doch gilt die Zeitung weiterhin als inoffizielles Parteiblatt, in dem sich der „gemäßigte“, die Partei dominierende und Rot-Rot-Grün anvisierende Flügel austauscht.

Im Gegensatz zur – kleineren, aber bissigeren – Konkurrenz der jungen Welt hat man allerdings nicht nur Leser verloren (die nd-Auflage liegt noch bei ca. 30.000 Exemplaren), sondern auch eine klare Linie. Die Anpassung an den linksliberalen Mainstream unter dem profillosen Chefredakteur Tom Strohschneider hat dazu geführt, daß das nd im 70. Jahr seines Erscheinens vor allem eines ist: langweilig.

Dies könnte sich zumindest temporär geändert haben. Denn Lafontaine eckt an, er stellt sich gegen die Mehrheit der Partei, im Vertrauen darauf, eine Mehrheit der Sympathisanten ansprechen zu können. Man muß bei der Linkspartei in diesem Kontext bedenken, daß weite Teile der Partei eine Politik anstreben (oder bereits praktizieren), die weite Teile der (potentiellen) Wählerschaft, besonders im Osten des Landes, nicht goutieren würden, wären ihr die partiell transatlantischen, partiell antideutschen und stets multikulturellen Ausrichtungen in extenso bekannt.

Immer wieder kommt es daher zu Mißtönen und Konflikten, Abwendungen und Friktionen. Nun kommt, stark vereinfacht gesagt, die Rolle Lafontaines und seiner Frau Sahra Wagenknecht zur Geltung: Das Paar ist bemüht volksnah, bisweilen "linkspopulistisch", und hat wenig mit dem zu tun, was Plattformen wie das "Forum Demokratischer Sozialismus" mit der PDL im kleinen und der Bundesrepublik im großen so vor haben.

Innerhalb der Partei ist unumstritten, daß Lafontaine/Wagenknecht zu den unbeliebtesten Politikern zählen. Der Jugendverband der PDL hält es beispielsweise für angemessen, bei Reden von Wagenknecht, geschehen etwa auf dem letzten Bundesparteitag, aus Protest gegenüber der "Querfrontlerin", welche die "Grenze-auf-für-alle-Rhetorik" der Partei negierte, nahezu geschlossen den Saal zu verlassen.

Auch zahlreiche Landtags- und Bundestagsabgeordnete akzeptieren die Rolle Wagenknechts und ihres Partners nur mit Zähneknirschen. Das liegt natürlich daran, daß Wagenknecht "im Volk" (und in den Talkshows) das populärste Gesicht der Linken ist und in dieser Funktion auch im Osten dabei ist, dem alternden Gregor Gysi seinem Rang abzulaufen. Man braucht Wagenknecht in gewissem Sinne als Stimmenfängerin, arbeitet aber gleichzeitig konstant daran, daß weder sie als Person die Partei zu sehr dominiert, noch daß ihre Inhalte innerhalb der PDL hegemonial werden könnten.

Dasselbe läßt sich im Hinblick auf Lafontaine sagen, der immerhin Pate bei der Fusion aus WASG und alter Linkspartei zur "Die Linke" stand und dessen Überzeugungen weitgehend kongruent mit Wagenknechts Standpunkten sind. Er stellt auch heute noch im Westen des Landes einen der prominenteren Linkspolitiker dar. Auch er ist, spätestens seit seiner zuwanderungskritischen "Chemnitzer Rede", auf der Blacklist der Parteimehrheit, zugleich aber beliebt bei linken Protestwählern.

Dieser kleine Exkurs in Linkspartei-Relationen war nötig, um zu verstehen, welch potentielle Sprengkraft ein Lafontaine sein eigen nennen kann. Der Lagerkompromiß der Linkspartei bestand ja gerade im Bundestagswahlkampf 2017 darin, den Spagat aus (teils zuwanderungskritischer) Wählerschaft im Osten und (fast ausnahmslos zuwanderungsfanatischer) Funktionärskaste im Osten und Westen auszuhalten, indem man das Thema hintanstellte oder mit Floskeln das eigene Wollen verschleierte. Jetzt kommt ausgerechnet Lafontaine und schießt im nd gegen die Parteispitze und ihren Refugees-Welcome-Kurs.

Lafontaines Analyse ist überwiegend zutreffend, daran besteht kein Zweifel. Zunächst zeigt er den Lesern auf, welche Stellung die PDL bei ihrer "klassischen" Klientel gegenwärtig hat: Nur noch 11 Prozent der Arbeitslosen wählten links (AfD 22)  und nur 10 Prozent der Arbeiter (AfD 21). Er deutet die Hinwendung zur rechten Konkurrenz als Signal dafür, daß die Linke das Thema der sozialen Gerechtigkeit aus den Augen verlor, konkreter: das Thema der sozialen Gerechtigkeit für die Einheimischen. Empirisch korrekt setzt Lafontaine seinen Beitrag fort:

Die Erfahrung in Europa lehrt: Wenn diese Menschen sich nicht mehr durch linke bzw. sozialdemokratische Parteien vertreten fühlen, wählen sie in zunehmendem Maße rechte Parteien.

Das ist in der Tat zutreffend, und nicht zuletzt unser südlicher Nachbar Österreich stellt dies unter Beweis, wo bereits etwa 70 Prozent der Arbeiter nicht mehr SPÖ (oder gar KPÖ) favorisieren, sondern die Freiheitlichen der FPÖ. Und auch in Frankreich, dem klassischen politischen Laboratorium (West-)Europas sieht man dahingehende Tendenzen, daß sich eine sozial aufgestellte parteipolitische Rechte erfolgreich um Mehrheiten unter Arbeitern und Arbeitssuchenden bemühen kann, während sich die Linke um urban-kosmopolitische Minderheitenthemen kümmert.

Lafontaine holt derweil aus und wirft einen Blick auf die "Neubürger". Lediglich eine bestimmte Schicht schaffe es, "mehrere Tausend Euro aufzubringen, mit denen man Schlepper bezahlen kann, um nach Europa und vorwiegend nach Deutschland zu kommen", während die wirklich Notleidenden in ihrer Heimat bleiben müßten:

Millionen Kriegsflüchtlinge vegetieren in den Lagern, weitere Millionen Menschen haben gar keine Chance, ihre Heimat wegen Hunger und Krankheit zu verlassen. Man hilft unstrittig viel mehr Menschen, wenn man die Milliarden, die ein Staat ausgibt, um das Schicksal der Ärmsten dieser Welt zu verbessern, dazu verwendet, das Leben in den Lagern zu erleichtern und Hunger und Krankheit in den Armutsgebieten zu bekämpfen. Und wenn man die Milliarden, die für Interventionskriege und Rüstung ausgegeben werden, ebenfalls dazu nutzt, den Ärmsten in der Welt zu helfen, dann könnte viel Gutes bewirkt werden.

Auch hier ist Lafontaine beizupflichten. Hilfe vor Ort wäre nachhaltiger und allemal menschenfreundlicher als das, was hierzulande praktiziert wird. Auch die Kritik, daß Interventionskriege und Rüstungsdeals gerade nicht den Menschen in Not helfen, sondern anderen Akteuren (Kapitalgruppen, Staaten usw.), ist unumstritten, wobei Lafontaine zu beantworten hätte, wo er in den letzten fünf, sechs Jahren nachdrücklich ein Ende der Sanktionen gegen Syrien oder ein sofortiges Ende der Kooperation mit Saudi-Arabien gefordert habe.

Jetzt jedenfalls, nicht einmal eine Woche nach der Wahl, scheint der Lagerkompromiß innerhalb der PDL aufgekündigt zu werden, denn zum einen leistet Lafontaine nun genau diese Kritik, und zum anderen bleibt er hier nicht stehen, im Gegenteil:

Die »Flüchtlingspolitik« der zu Recht abgestraften »Flüchtlings-Kanzlerin« Merkel war völlig unglaubwürdig, weil ihr angebliches Mitgefühl für die Kriegsflüchtlinge sie nicht davon abhielt, Waffen über die Golf-Emirate an die Dschihadisten zu liefern und sich an der Bombardierung Syriens, die die Menschen in die Flucht trieb, zu beteiligen.

Diese im Kern vollkommen richtigen Aussagen bergen für die PDL gewaltige Sprengkraft. Weniger, weil der sich sukzessiv durchsetzende Transatlantismus samt unvermeidlichem Bellizismus implizit gegeißelt wird. Sondern insbesondere, weil Lafontaine sowohl die Flüchtlingspolitik der Regierung als auch Kanzlerin Merkel selbst direkt angreift, die insbesondere in den hippen, großstädtischen linken Kreisen zumindest einige Sympathie dafür erhielt, die Grenzen offen zu halten.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (18)

Gerrit
30. September 2017 10:45

Ich glaube, so viel Optimismus sei erlaubt, dass tatsächlich Teile der Linken die Falle erkannt haben, in die sie der "links-liberale" Weg geführt hat. Brandt hat die SPD zum Erfolg geführt, als er die "Arbeiter-SPD" um die "Studienräte-SPD" erweitert hat. Das Problem ist nur, dass die "Urban-Kosmopolitischen" die Arbeiter völlig verdrängt haben. Insbesondere bei den Jusos ist der Anteil bei 0, dort regiert der "No Nations/Transgender-Queer/ThirdWaveFeminism"-Wahnsinn ungehemmt. Bei den Linken dürfte es ähnlich sein. Die Geister, die ich rief. Selbst wenn schlauere Denker der Linken und vor allem der SPD die unglaublichen strategischen Möglichkeiten erkennen, die eine desaströse Jamaika-Koalition bietet, sie werden es gegen ihre radikale Jugend nicht durchsetzen können.

Rosenkranz
30. September 2017 11:45

Gestatten Sie mir bitte eine Anmerkungs zur "Hilfe vor Ort" in den betroffenen afrikanischen Ländern. Afrika ist dort am schönsten, wo der westliche Einfluß am geringsten ist. Wenn der Buschmann mit seinem Speer und in seinem Baströckchen um die Hütte tanzt, dort existieren für Afrikaner lebenswerte und stabile Zustände. Fast überall dort wo die westliche Zivilisation zu kopieren versucht wird, bilden sich Slums, ökologische und demographische Katastrophen.

Wir sollten die Afrikaner in Ruhe lassen. Keine Krankenhäuser, keine Medikamente, keine Brunnen, keine Schulen, keine westliche Technologie, kein Bargeld, keine Kredite - dafür Schuldenerlaß. Der Afrikaner wird dann schon seinen Weg gehen und zu stabilen Verhältnissen zurückfinden. Ich hoffe, wir können eines Tages dieses "Ich-muß-der-ganzen-Welt-helfen-Syndrom" ablegen.

Der_Jürgen
30. September 2017 12:43

Neben Herrn Gregor Gysi, der ja das Aussterben der Deutschen (von ihm "Nazis" genannt), ausdrücklich wünscht, meldete sich als Reaktion auf Lafontaines Beitrag im ND dort auch noch eine  Linke namens Christine Buchholz zu Wort. Bei der Lektüre ihres Artikels schüttelt man fassungslos den Kopf. Verbohrter, dogmatischer, realitätsferner - kurzum, stupider geht es nimmer. "Zu Hitler fällt mir nichts mehr ein", sagte Karl Kraus einmal. "Ausser Hitler fällt uns nichts mehr ein", lautet offenbar die Losung der linken EselInnen.

 

Da Oskar Lafontaine mit der hier zitierten Wortmeldung bewiesen hat, dass er rational zu denken vermag, fragt man sich wirklich, was ihn noch in einer Partei hält, deren Führungsspitze als zentrales, wenn nicht einziges Ziel die möglichst rasche Abschaffung des deutschen Volkes verfolgt.  Man fragt sich ja auch, warum Thilo Sarrazin noch SPD-Mitglied ist. So naiv zu meinen, sie könnten den Kurs ihrer jeweiligen Partei noch ändern, werden Lafontaine und Sarrazin kaum sein. Nibelungentreue vielleicht? NIbelungentreue gegenüber "Arbeiterparteien", die auf den deutschen Arbeiter spucken?

 

Manche Sezessionisten werden nun vielleicht wieder von der "Querfront" träumen. HIerzu gilt, was ein hier nicht ganz unbekannter Autor in einem dünnen, aber klugen Buch, das ich mir gestern zu Gemüte geführt habe, schreibt:

"EIne 'Neue Rechte', die sich von neokonservativ-liberalen Vorstellungswelten absetzt, die sich also gegen die Vorherrschaft des Westens, universale Islamfeindschaft, libertäre Marktgläubigkeit und konservative Kapitalismusaffirmation stellt; eine Neue Rechte, die ein fundiertes eigenes Bild vom zeitgenössischen Imperialismus entwirft und sich geopolitisch für eine 'Pluralisierung der Hegemonien' ausspricht; eine Neue Rechte, die die soziale Frage wieder als ureigenes Subjekt entdeckt; eine Neue Rechte, die europäisch denkt und mehr als nur einen nationalsouveränstisch-populistischen Anti-Brüssel-Block formieren möchte, die die Idee des einigen Europas neu und innovativ, aber rückgebunden auch an Tradition und Herkunft betrachtet; eine Neue Rechte schliesslich, die in der Lage ist, die grösseren politökonomischen Zusammenhänge beim Grossen Austausch und der aktuellen Lage des Finanzmarktkapitalismus zu analysieren und Gegenentwürfe zu entwickeln - eine solche Neue Rechte hätte es nicht nötig, auf der linken Seite nach Partnern für eine Querfront zu suchen. SIe genügt sich selbst." (Benedikt Kaiser, "Querfront", Antaios 2016, S. 84/85).

Man gebe sich nicht der Illusion hin, Lafontaine oder Sahra Wagennkecht als Verbündete zu gewinnen, weil sie gelegentlich etwas Verünftiges zur Einwanderungspolitik sagen oder die Russland-Hetze und die Konfrontationspolitik der Nato kritisieren. Sie sind beide dermassen fest in der linken Gedankenwelt verankert (die Wagenknecht reichte nach Höckes Dresdener Rede bekanntlich Strafanzeige gegen ihn ein und stimmte im Bundestag brav für die Schwulen-"Ehe"), dass sie den Weg nach Schnellroda nie und nimmer finden werden. Es sei denn, sie hätten eine Damaskus-Erlebnis.

Bei aller Freude über das relativ gute Abschneiden der AFD: Der ausserparlamentarische Kampf ist durch ihren Einzug in den Bundestag nicht weniger notwendig geworden. In dem eben zitierten Abschnitt nennt Kaiser einige wesentliche Merkmale der Neuen Rechten. Ich bin leider sicher, dass die Mehrzahl der frischgebackenen AFD-Abgeordneten weder zu  Imperialsismuskritik fähig ist noch sich Gedanken über Gegenentwürfe zum Finanzmarktkapitalismus macht. Diese Leute wollen ein bisschen am System herumdoktern, dessen gröbste Exzesse eindämmen  und ganz nebenbei noch ihre fetten Diäten beziehen, mehr nicht. Ich gehe davon aus, dass die nächste Spaltung der AFD früher oder später, sicher schon in dieser Legislaturperiode, kommt; die Gemässigten werden sich dann mit Petry bei der Union anbiedern, die Radikalen um Höcke gemeinsam mit Elsässer  und den Identitären eine schlagkräftige ausserparlamentarische Opposition aufbauen, der Schnellroda fleissig geistige Munion nachliefern wird. Ehemalige Mitglieder und Anhänger von Linksparteien, die sich dieser Opposition anschliessen, werden willkommen sein, aber man wird ihnen keine ideologischen Konzessionen machen.

Martin Himstedt
30. September 2017 13:52

Sehr gut und treffend analysiert, vielen Dank dafür.

Bei der Elefantenrunde zeigte sich das ganze Dilemma. Und zwar bei einem Wortwechsel zwischen Kipping und Meuthen (nach circa 39 Minuten):

Es ging dabei um den sozialen Wohnungsbau. Und die einfache Logik, dass so lange dieser nicht massiv vorangetrieben würde (was sich die Linke freilich wünscht), es rein mathematisch natürlich nicht sozial gerecht sein kann, bei zu wenig günstigen Wohnungen (Status quo), noch mehr sozial schwache Menschen ins Land zu holen. Diese Logik lässt sich auf nahezu alle weiteren sozialen Fragen übertragen (Arbeit, Krankenversicherung …). 

Martin Lichtmesz hat derartige Debatten auch als "Luxusprobleme" bezeichnet. Sieferle spricht von der "Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung".

Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine sind für die fanatischsten Anhänger aus diesem Milieu indes dagegen keinen Deut besser, als Beatrix von Storch und Björn Höcke. Ich erinnere an die braune Torte, die Sarah Wagenknecht ins Gesicht bekommen hatte. Warum spricht eigentlich niemand darüber, wie die Politik diese Menschen wieder erreichen kann?

Nautilus
30. September 2017 14:15

Herr Kaiser, ich sehe das genau so wie Sie. Sehr gut analysiert kann man da nur sagen. Die PDL hat ein enormes Problem, nicht nur seit heute , sondern schon viel länger. Medien greifen dies nur nicht so auf, den diese PDL gehört ja zu jenen Parteien, die unter medialen "Artenschutz" stehen.

Corvusacerbus
30. September 2017 15:14

Der Konservative entspannt sich, denn daß die Realität ihre mannigfaltigen Widerspiegelungen in den Köpfen, in Gesellschaft, Kultur und Polituk durcheinander schüttelt, ist ihm ja nichts neues. Dem Alt-Marxisten - mancher ist beides und das sind nicht die Schlechtesten! - geht es genau so. Wohin das auch immer alles führt, 1,5 Milliarden Afrikaner, denen es scheiße geht, werden nicht nach Europa hinein gelassen werden, egal was die Merkels, Gysis, Göringeckardts, Lindners wollen und daher plaudern. Am Ende würden selbst die den Schießbefehl an die Grenztruppen erteilen (aber faktisch würden sie den irgendwo in der arschwarmem

Corvusacerbus
30. September 2017 15:36

Der Konservative und der Alt-Real-Marxist (also der, der Marx und Engels studiert, debattiert und verstanden hat, nicht so ein nettes Nichts wie das linksliberale Schwätzerchen Gregor Gysi), beide, entspannen sich und erkennen: Die Verhältnisse sortieren das Denken, Sprechen und Verhalten neu, gerade in der Politik. Das Große bleibt groß nicht und es wechseln die Zeiten. Das ist so und das war immer so. Ich habe letzthin mal bedauert, daß es keine attraktive blond-dunkle Alternative der abgehalfterten Merkel gebe, nachdem Frauke Petry die Alice Weidel in der AfD-Fraktion allein gelassen hat. Aber auch da eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Alice Weidel und Sarah Wagenknecht, das hätte was. Nie stellte sich AfD-Politik so attraktiv dar (Bilder und Köpfe sind Nachrichten und Botschaften!). Und Oskar Lafontaine, homo politicus durch und durch, als einer der alternativen Köpfe für Deutschland?  Das wärs doch. Geht nicht gibt's nicht in solchen Zeiten. Es steht Großes, das Vaterland, auf dem Spiel. Dann muß man auch groß denken und groß spielen: Querfront bilden, Wahl gewinnen, Kanzler wählen, Welt verändern - so etwa.

RMH
30. September 2017 19:57

Wenn es die Partei, Namens die Linke, zerlegen würde, wäre ich einer der letzten, die ihr eine Träne nachweinen würde, dennoch:

Diese Partei ist durchaus ein gewisses Vorbild für Rechte und die AfD. Die Partei die Linke verstand es jetzt über ein Jahrzehnt lang, wirklich unterschiedlichste Gruppen, Meinungen und Lager zu moderieren, modulieren, gar zu modellieren und zusammen zu halten. Dies wünsche ich mir auch für die AfD.

Der Feinsinnige
30. September 2017 22:26

 

Mir drängt sich ein Tagtraum auf:

 

Wäre nicht (im Windschatten von P&P) auch für W&L der Zeitpunkt günstig, ihre Partei zu verlassen und es mit einer Neugründung zu versuchen? L hat insoweit doch schon einschlägige Erfahrungen; W als noch länger gediente Politikerin einer in der Tradition einer „Weltrevolution“ stehenden Partei hätte Gelegenheit, tatsächlich einmal zu revoltieren und sich so selbst zu beweisen... Vielleicht könnten die beiden Pärchen im Sinne einer Art Querfrontstrategie sogar gemeinsame Sache machen? ---

 

Nein, Scherz beiseite, das ist zu absurd. Lafontaine war immer schon klüger, als seine Parteimitgliedschaften es vermuten ließen. Ähnliches gilt offenbar für Wagenknecht. Aber: Beide sind doch nicht nur innerhalb ihrer eigenen Partei, sondern im gesamten bisherigen politischen Spektrum bis in die CDU hinein – politisch völlig isoliert mit ihren Thesen. Ich glaube nicht daran, daß sich die Linkspartei von ihrem Internationalismus lösen bzw. wegen W&L zerlegen wird, und ich glaube auch nicht daran, daß W&L in ihrer Partei und ihrem Umfeld irgendeine Chance haben, Gehör zu finden. Die Linkspartei und ihre Funktionäre werden (genauso übrigens wie die SPD) bei ihren Lebenslügen bleiben, auch um den Preis, unter die 5 %-Grenze zu fallen. Vielleicht tragisch für W&L, aber gut für Deutschland.

 

Franz Bettinger
30. September 2017 23:26

Ist es nicht witzig, dass die Linke Partei Sahra und Oscar am liebsten den Kopf abschneiden würde? Die Linke leidet wie ein Hund unter den tall poppies, den überragenden schönen Blumen Wagenknecht und Lafontaine. Die machen jetzt Stunk. Die zwei haben längst erkannt, warum ihrer Partei Arbeiter und Arbeitslose in Massen zur AfD weg laufen. Arbeiter und Arbeitslose fühlen sich bei den Alternativen besser. Hätte die Linke sich gegen den millionenfachen Zuzug von Migranten ausgesprochen, anstatt in das Welcome-Gedöns einzustimmen, wäre sie jetzt ganz stark und Oppositionsführerin; es wäre ihr Durchbruch zur Volkspartei gewesen, und die SPD endlich besiegt. Doch wer zu spät kapiert, bestraft das Leben. Nun haben WIR abgesahnt, die AfD. Gut, denn was bei der Linken, der FDP und der CSU lediglich Taktik gewesen wäre, ist uns ein Herzens-Anliegen. Es kann keine soziale Gerechtigkeit geben, wenn die Landesgrenzen für Jedermann offen sind. Die BRD kann nicht das Welt-Sozialamt sein. Das hat mittlerweile offenbar jeder Depp geschnallt, nur die Block-Parteien (noch) nicht.

Utz
1. Oktober 2017 09:19

Hätte die Linke sich gegen den millionenfachen Zuzug von Migranten ausgesprochen, anstatt in das Welcome-Gedöns einzustimmen, wäre sie jetzt ganz stark und Oppositionsführerin; es wäre ihr Durchbruch zur Volkspartei gewesen, und die SPD endlich besiegt.

Die ganze linke Seite ist beseelt vom Träumen. Wenn man es wohlwollend sehen will, sagt man, sie leben in Utopien. Und wenn man immer ein Schattendasein in der Parteienlandschaft führen muß, träumt man davon, irgendwann einmal, in nicht allzu ferner Zukunft, zu den Siegern zu gehören. Dann kommt man auf so Ideen, daß ja die CDU mit ihrem C dann passé wäre, wenn all die Moslems wählen dürften. Und wenn dann noch mehr von denen kämen, noch viel mehr ... Mit so traumhaften Aussichten vor Augen kann man dann einfach abwarten, bis man es sich leisten kann dem Saarländer und seiner Frau tschüssi zu sagen.

Gustav Grambauer
1. Oktober 2017 10:57

Corvusacerbus

"Der Konservative und der Alt-Real-Marxist (also der, der Marx und Engels studiert, debattiert und verstanden hat, nicht so ein nettes Nichts wie das linksliberale Schwätzerchen Gregor Gysi), beide, entspannen sich und erkennen: Die Verhältnisse sortieren das Denken, Sprechen und Verhalten neu, gerade in der Politik ..."

Deren "Schnellroda" ist ja der Rotfuchs,

https://www.rotfuchs.net/wofuer-stehen-wir.html

https://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2017/RF-237-10-17.pdf

bei dessen Lektüre der Geist wie in einen klebrigen Mus-Topf hineingezogen wird. Dieses Organ offenbart bei seiner geballten Macht aus Professoren und Doktoren nicht nur ein unglaublich lausiges analytisches Niveau und einen unglaublichen geistigen Inzest auf Basis des DDR-Volksbildungkanons (wer aus der DDR kommt, hat fast alle der dort notorisch wie saures Bier an Mann gebrachten Namen institutionalisierter "sozialistischer Vorbilder" aus dieser Sektierer-Nische schon tausendmal gehört oder gelesen). Da ist auch nix mit "sich entspannen", denn hinzu kommt noch der unvergleichliche Sound eines verkrampften Kampfgeistes, der sich aus dem explosiven Gebräu von jammernder Opferhaltung und Kindestrotz speist, durch den aber immer wie zur Einschüchterung das aufdringliche Augurenlächeln über die letztliche Allmacht des Marxismus-Leninismus hindurchschwebt. Auch den Zwangsneurotiker-"Humor", der an seiner Erziehung zur Parteilichkeit für den Menschheitsfortschritt niemals einen Zweifel aufkommen läßt und der selbstverständlich niemals die Steilvorlagen aller Humoristen, Ulbricht und Honecker, einbeziehen würde, kennt jeder Ex-DDR-Bürger aus dem Eulenspiegel (es muß einen wenig lustigen Ukas gegeben haben, daß jedes Ostblock-Land eine progressiv-parteiliche Humor-Zeitschrift herauszugeben habe), aber über diese Sorte Humor haben wir schon damals mehr geheult als gelacht!!!

Ich würde in dieses Milieu keine Hoffnungen investieren. Die haben ja nicht mal den Geistesmut aufgebracht, die Langzeitstrategie

https://www.kopp-verlag.de/Weltoktober.htm?websale8=kopp-verlag&pi=B3822596

als solche überhaupt zu erkennen geschweige denn zu reflektieren, obwohl sie selbst mitten in deren Zentrum stehen und sich bei ihnen alles aber auch alles - aber eben nur indirekt - um diese Langzeitstrategie dreht. Stattdessen münzen dort z. B. ehemalige Angehörige der VP-Generalität, die 1987 beim Sturm der Stasi auf die Zionskirche nicht mit ihrer großen Menschenliebe hervorgetreten ist (Mielke: "Jetzt ist Schluß mit der Humanität"), eifrig die DDR zum Hort der Toleranz und Weltoffenheit nachträglich um. Vor allem auch diese Unehrlichkeit stört mich sehr.

- G. G.

Franz Bettinger
1. Oktober 2017 13:39

@ Rosenkranz:

Volle Zustimmung. Die (sogenannten) guten Feen des Westens haben hinter den sieben Bergen, wo Drachen und Riesen leben, nichts verloren. Sie bringen nur Unglück.

@ Jürgen:

Der Wagenknecht Lafontaine, der Sarrazin, der Bosbach, der Spahn, der Palmer und Kretschi, all diese Leute sind in ihren Holz-Parteien besser aufgehoben als außerhalb. WIR brauchen die DORT. Aus taktischen Gründen. Lassen wir sie. Sie hausen halt einmal da und sind ihn gewohnt, ihren wackligen Turm zu Babel, den sie zig Jahre lang mitgeholfen haben zu errichten. Und nun? Sollen sie mit ihm zugrunde gehen!

@ Corvusacerbus:

Eine siegreiche Querfront, wie Sie sie andenken, wäre zu schön um wahr zu werden. Den Linken, fürchte ich, steht da allerdings ihr IQ im Weg. Zu dünn ist die Luft dort. Furchtloses Denken gibt es links längst nicht mehr. Selbst Lafontaine und die SWK verschanzen ihre Botschaften ja hinter verdaulichen Metaphern wie "Kranke und Arme der 3. Welt". Nee, Mut geht anders.

Jürg_Jenatsch
1. Oktober 2017 16:30

Ein hervorragender Artikel von Herrn Kaiser, der über einen sehr guten Einblick in das Innenleben der Partei die Linke verfügt. Ich kann dies als ehemaliger Linker nur vollkommen bestätigen. Diese Leute verweigern sich quasi naturgemäß allen Erkenntnissen, wenn sie von der falschen Seite kommen. Sie sind geistig unbeweglich und leben nur in ihrem eigenen Kokon. Gelegentliche Selbstdenker, wie L & W sind in diesen Zirkeln Paradiesvögel, die aufgrund ihrer Sozialisation nicht den Absprung schaffen. Wobei die Jungsozialisten meist noch um mehrere Grade irrationaler sind, als die Altvordere. Das ist in diesen Kreisen wohl üblich. Daß die Mehrzahl der Linken zudem Probleme mit ihrer eigenen Ideologie und Historie haben, das ist fast geschenkt. Schließlich waren die Heroen der 68er wie Ho und Mao, nicht nur Sozialisten, sondern mehr noch überzeugte Nationalisten. Das verstehen sie in ihrer kleinen, durch Denkverbote eingemauerten deutsch-sozialistischen Welt nicht. Fast manisch werden alle Piroutten des linksliberalen Establishments nachvollzogen und die angeblich eigene Klientel dabei am Wegesrand zurückgelassen. Ich kann mich noch an Unterhaltungen mit linken Arbeitern erinnern, die fassungslos dem Gender und Frauenquotentreiben gegenüber gestanden sind. Was hat das mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun?

@ der_Jürgen. Mit Genuß lese ich immer Ihre Kommentare, die von profunder politischer Kenntnis zeugen und die ich in diesem Fall zu 100% unterstreichen kann. Gregor Gysi ist angesichts der bescheidenen Maßstäbe der Spät-BRD ein brillanter Rhetoriker, der sich vollkommen an die herrschenden Kreise der BRD herangewanzt hat. So wird ihm auch seine sinistre Vergangenheit im Arbeiter- und Bauernstaat nachgesehen und er kann weiterhin seine politischen Kreise ziehen.

Heinrich Brück
1. Oktober 2017 18:21

Das ganze Parteiengedöns ist Mittel zum Zweck. Die Deutschen haben in zwei Weltkriegen ihren Feinden die Stirn geboten, nur leider waren sie nie in der Lage ihre Macht realistisch zum eigenen Wohle zu nutzen. Jetzt wird das deutsche Niveau kassiert: mittels Enteignung, Nivellierung durch Verschuldung und Einwanderung, gefolgt von Abschaffung des Bargeldes. Ehe für Alle haben wir schon, fehlt nur noch ein in der Mitte der Gesellschaft angenommenes Einwanderungsgesetz. Es ist schon merkwürdig, aber was einmal auf der spirituellen Ebene vernichtet werden konnte, wie die Heiligkeit der Ehe zwischen Mann und Frau, wurde alsdann ohne großen Kampf Gesetz und Normalität.

Wer möchte in den nächsten vier Jahren regieren? Außer Zorn und Haß gibt es nichts zu gewinnen. Natürlich soll die AfD durch eine Selbstdiskreditierung Wert und Ansehen zerstören, damit der Weg für die nächsten Schandtaten bereit steht. Mit dem Trumpismus Trump zu ruinieren, davor einen Trump dafür gewinnen zu können, war noch nie allzu schwer. Auf die finanzpolitischen Reden eine Alice Weidel dürfte man sich freuen.

Das Proletariat als nützliche Stimmen in einer stets getürkten Wahl, gegen das Industriekapital in einem Sozialstaat aufzuhetzen, ist mit der Abschaffung des Bargeldes und der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens ohne großes Stirnbieten in einer Mischgesellschaft zu bewältigen, oder? Eine Verlagerung des Spielfeldes, denn ohne Kampf scheint mir die menschliche Natur nicht so richtig wiedergegeben? An diesem Punkt fehlt mir die Phantasie, denn für Diskrepanzen wird gesorgt, aber die Verschiebung der Machtverhältnisse fällt den Ausgebeuteten doch auf.

S. J.
1. Oktober 2017 21:34

Die politische Linke hat sich schon immer tendenziell lieber in der Welt der Vorstellungen und Annahmen aufgehalten als in der lästigen Gegenwart. Umso verbissener reagiert sie auf Kritik aus den eigenen Reihen. (Ein wenig Polemik muss man gelegentlich äußern dürfen.)

Corvusacerbus
3. Oktober 2017 00:59

Gustav Grambauer ... Sie haben natürlich recht ... wobei der Hans Heinz Holz, auf den der Rotfuchs sich ausführlich bezieht, ein hoch interessanter Philosoph war/ist und, in bester europäischer Gelehrtentradition, ein sehr kluger Kopf. Er hat zum Beispiel früh die immer wachsende Bedeutung von Gramscis längst vergessenem Konzept der kulturellen Hegemonie erkannt. Seine geliebte Dialektik ist kein intellektueller Taschenspielertrick und seine seinsphilosophischen Versuche mit der Widerspiegelung machen ihn sicher nicht zum Freund von Heideggers Rektoratsrede, aber phänomenologisch sitzt er, einerlei, ob's ihm selber auffiel oder gefiel, in dessen Hauptseminar. Wie auch immer: Auf der Hand liegen nur gute Gründe, die linksrechte Querfront für Blödsinn zu halten. Und ich hatte meine Meinungsäußerung tatsächlich kaum abgesandt (zuerst irrtümlich das Fragment einer ersten Fassung), da dachte ich bei mir, Junge, wenn dich da mal nicht ein voluntaristischer Teufel geritten hat, denn man möchte halt diese erbärmliche, sich moralisch aufplusternde, globalistische und zugleich engstirnige EU-Welt so gerne untergehen sehen, daß einem das sine ira et studio Analysieren schon mal mißraten kann. Aber wer selber nachdenkt, denkt auch schon mal Blödsinn und wenn er das dann hinschreibt, liest es sich so; so what?! (halten zu Gnaden, die Herren von der Sprachpolizei, ich mag das Englische so gern). Aber wenn auch, es ist durchaus nicht ausgemacht, was sich wie und durch wen angestoßen und vorangetrieben, politisch entwickelt in Deutschland und Europa. Vieles - und viel mehr, als sich der linke, mainstreamige und rechte Weltversteher und -erklärer aus den Bausteinen des politischen Setzkastens hübsch brav linear zusammensetzt - ist möglich. Nein: alles ist möglich! Selbst das längst Vergangene, Verwehte und Vergessene kann wieder mit Aplomb auf die Weltbühne springen. Womöglich nicht von der Rechten an den Haaren herbeigezogen, sondern ganz selbstverständlich steht es wieder auf dem Spielplan. Weil es wahr ist, weil es richtig ist, weil es an der Zeit ist. Ist unsere Zeit gekommen? Ich weiß es nicht und will es nicht wissen - das zersetzte die unerläßliche Demut vor der Geschichte. Geschichte, das was in der Zeit geschieht, ist kein linearer Prozeß, so sehr uns Menschen das so erscheinen mag, weil wir in der Zeit nur vorwärts und nicht zurück können. Geschichte ist dialektisch und es mag sein, daß gegen jede Erwartung und Wahrscheinlichkeit eine linksrechte Querfront entsteht, obwohl sie niemand will und weil sie links und rechts mehrheitlich abgelehnt wird. Es mag so sein (und es ist so!), daß die allermeisten Rotfüchse in Berlin-Mitte Holzköpfe sind - in unserem Beritt schwitzen ja auch nicht nur Denkerstirnen -, aber es mag gerade so sein, daß der eine oder andere Hans-Heinz-Holzkopf an der linken Peripherie auf ganz neue alte Ideen kommt, um die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen ... und wenn's dann paßt und die richtige Musik gespielt wird, dann dürfen die rechten Kamerad da ggf. ruhig mit schwoofen. Blödsinn? Vielleicht. Unmöglich? Niemals!

Franz Bettinger
3. Oktober 2017 14:50

Freunde. Hier kommt das Neue Testament. Wenn es nur endlich geglaubt würde!

Die Neue Rechte setzt sich deutlich, ja oft diametral ab von der altmodischen linken Vorstellungswelt dessen, was Rechts sein soll. Die Neue Rechte ist gegen die Vorherrschaft des Westens. Gegen die Tolerierung eines mittelalterlich geprägten, menschenverachtenden Islam. Gegen undifferenzierte Marktgläubigkeit, Boni und exorbitante Manager-Gehälter. Und gegen blinde Kapitalismus-Affirmation. Die Neue Rechte ist gegen den zeitgenössischen Imperialismus, der unter dem Mantel der Humanität überall in der Welt Kriege führt (Syrien, Afghanistan, Libyen, Somalia, Mali). Geopolitisch ist die Neue Rechte auf eine Ethnische Pluralisierung aus. Die Neue Rechte hat die soziale Frage (Näherung und Förderung) und das Leistungsprinzip (Lohnabstand) wieder als Kernaufgabe entdeckt. Die Neue Rechte denkt europäisch. Aber nicht im Sinne einer hegemonialen USE. Sie fasst die Idee des einigen Europas neu und innovativ, rückgebunden an Kultur, Volk, Tradition und Herkunft. Die Neue Rechte will die Erb-Freundschaft mit den USA neu bedenken und die Erb-Feindschaft mit Russland beenden. Die Neue Rechte sieht den Zusammenhang beim Großen Austausch und der Lage des Finanzmarkt-Kapitalismus, und sie entwickelt Gegenentwürfe. Ja, das sind wir, die Neuen Rechten! Da ist viel Sahra Wagenknecht drin. Ob die Neuen Linken das merken in ihrem Turm zu Babel? Gruß, Franz

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