Sezession
1. Oktober 2017

Das war‘s. Diesmal mit Kanitverstan, Carl Aderhold und einem krassen Bekenntnis

Ellen Kositza / 13 Kommentare

Schon in meiner Abizeitung ging es in meinem (fremderstellten) Profil unter meinem Photo im wesentlichen um meine „Gesinnung“:

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ellen verbirgt ihre rechten Ansichten nie. Ihre Provokationen nerven zwar [u.a. hatte mir meine Jeansjacke mit Sprüchen in Edding bemalt: widerlich! EK], aber sie ist immer bereit zu intensiven Gesprächen über Bücher, Filme, Politik. Manchmal lernt man sogar etwas.

Die Jeansjackenzeit ist Jahrtausende vorbei. Längst dränge ich meine Meinung niemandem mehr auf, sehe auch wenig Sinn darin, sie herauszuposaunen. Es gibt bei uns keinen einschlägigen Aufkleber auf dem Auto, keine Motto-T-Shirts oder ähnliches.

Heute war es so: Am Vortag hatte ich ein vlog gedreht. Dazu hatte ich mir (wie versprochen, zwinker!) einen vom lieben Herr S. geschenkten Button angesteckt in Deutschlandfarben. Aufschrift: PACK.

Weil ich vormittags wie immer vergessen hatte, bei den häuslichen Tätigkeiten eine Kittelschürze anzulegen (überzeugungsmäßig hänge ich an aussterbenden Gebräuchen; in der Praxis sieht es mau aus), mußte ich mich für meine Nachmittagstour in die Stadt (Turnstunde der Kinder etc.) rasch umziehen. Ich wählte pragmatisch das Oberteil von gestern, das mit dem „Pack“. Erst, als ich das Auto verließ, bemerkte ich den Anstecker. Entfernte ihn.  Dachte kurz: wieso eigentlich? – Na, weil´s nicht wirklich zu mir paßt.

In der Einkaufwagenhalle vor dem Lidl tummelten sich drei sogenannte Kids, einer trug ein T-Shirt mit einem wahnsinnig coolen Aufdruck: # fun  #like # yolo.  Mich nervte das kolossal. Ich bin leider meistens genervt, wenn ich „Kids“ sehe.

Bin dann nochmal zurück zum Auto und hab mir den Pack-Anstecker wieder dran gemacht;  Gott weiß, warum. Die nächsten zwei Stunden habe ich mich ein bißchen als Nicht-Ich gefühlt, es war direkt aufregend.

Der Button ist ziemlich klein, und doch hat JEDER geglotzt. Ich nahm an mir ein leicht maskenhaftes Lächeln wahr, ich versuchte, besonders grade zu gehen. Hinter mir tuschelten Mutter &Tochter, Kassiererin mit Kollegin, Turnmutter mit Turnvater. Gesagt hat, logisch, keiner was. Nie sagt jemand was, ich kenne das, nur war das Schweigen heute besonders laut.

Nur Kubitschek dann, als ich nach Hause kam und den Button längst vergessen hatte: „Meine Güte, sind Sie krass.“

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28. September 2017 -- Manchmal nervt es mich, wenn mich Leute fragen, wie ich die Personalpolitik in dieser Partei beurteile und ob ich denke, daß ein vehementer Schulterschluß zwischen X und Y nicht gewinnbringend wäre. Ob nicht mit einer Stimmenmehrheit … usw.

Manchmal nervt es mich an mir selbst, daß mich das alles nicht interessiert. Es läßt mich kalt, ob A im Hinterzimmer zu B dies gesagt hat, aber dann jenes verlautbarte. Ich muß gähnen, aber mein Gähnen beschämt mich auch. Ist es nicht ein MUSS in Zeiten wie diesen, irgendwie mit der Tagespolitik abzuhängen?

Man kann halt nicht aus seiner Haut. Und so kommt es immer wieder zu solchen Gesprächen: Ich sage V., daß Friedrich Sieburg dazu alles gesagt habe, nämlich (…). Oder G., daß Jonas Lüscher genau diesen Zielkonflikt mustergültig beschreiben habe. Zu J., daß Heinrich Mann doch die perfekte Typologie geliefert habe!

Häufige Antwort: „Was für ein Luxusleben, heute noch in Romanen zu schwelgen! Ich hab überhaupt nie Zeit, irgendwas zu lesen [außer Twitter, EK]!“

Ich sehe ja täglich, was unsere Kunden bestellen. Jeden Mittag liegen die georderten Buchpakete stapelweise im Regal. Es ist fast ausschließlich anspruchsvolle Sachliteratur; viele Lektüre- und Rezensionstips habe ich daher. Belletristik macht deutlich unter 10% aus. Und wenn, dann dystopische Romane. Natürlich läuft Die Moschee Notre Dame. Anno 2048 gerade wie geschnitten Brot, ähnlich wie unser Longseller Das Heerlager der Heiligen. Unsere Leute lieben solche Lektüren: Zukunftshorrorvisionen von einem durchislamisierten Europa.

Daneben: pff. In der vergangenen Woche war einmal der Radetzkymarsch und einmal Simon Strauß darunter.

Ich will werbend noch einmal auf Carl Aderholts Die Roten zurückkommen, Motto: „Wer Sophie Dannenbergs Das bleiche Herz der Revolution mochte, dem wird Die Roten gefallen!“  Aderholds (großartig übersetzter) Roman ist wie der von Dannenberg literarisch von allererster Güte, und auch das Thema eint beide: Wie ist es für ein Kind, einen Heranwachsenden, durch-und-durchindeoligisiert unter der Diktatur strammlinker Eltern aufzuwachsen?

Aderholds Familiensaga hat es dermaßen in sich: Der Uropa (gebürtig in Koblenz) war zunächst ein frommer, artiger Katholik, dann ist er nach einem schlimmen Vorfall desertiert und nach Frankreich geflohen. Von seiner Herkunft sollte nichts übrigbleiben. Fortan werden über die nächsten hundert Jahre in der Familie Aderhold Deutschenhaß und  Kommunismus  gepriesen und gepflegt.

Carl, der Urenkel, ist wie seine Schwester unter den Portraits von Marx und Lenin gezeugt worden. Als Kinder dachten sie, es handele sich bei den Bildern um entfernte Verwandte. Der Vater, ein Schauspieler, wird ein bißchen aufgerieben zwischen intensivstem politischem Engagement, Suff, Jähzorn (die Hand sitzt verdammt locker) und außerehelichen Affären. Genug Zeit für die ausweglose Politisierung der Kinder bleibt immer.

Der junge Carl liebt den Vater (so sehr, wie er posthum abrechnet mit ihm); er weiß, daß er bei seinen Kinderspielen niemals die Rolle der Cowboys einnehmen darf (obwohl seine heimlichen Sympathien auf der Seite der amerikanischen Kavallerie liegen), daß Tim & Struppi-Lektüre unverzeihlich ist (er liest’s unter der Bettdecke mit schweren Gewissensbissen) und daß er die „antispießbürgerliche“ (de facto extrem übergriffige) Sexualaufklärung hinzunehmen hat.

Später verfaßt er als Geschenk für den Vater ein angestrengtes „Manifest eines jungen Kommunisten“.  Erst Jahrzehnte später, da liegen Psychotherapien hinter ihm, begreift er, was für einer gigantischen Lebenslüge er aufgesessen ist.

Für mich: die Lektüre im Zeitalter des kollektiven Lebenslügen! Kann man hier bestellen.

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29. September 2017 -- Vor Jahren hatte ich mit meiner Tochter einen OP-Termin im örtlichen Krankenhaus. Es ging um die Entfernung eines Muttermals am Kopf. Der Chirurg, ein Araber, sprach nur marginal deutsch.

Ich hatte noch zwei, drei wichtige Fragen. Er verstand nicht. Die OP-Schwester versuchte in „leichtes Deutsch“ zu übersetzen, es mißlang. Wir sind dann einfach gegangen.

Als ich irgendwo davon erzählte, meinte einer augenzwinkernd: … naja, ein klitzekleines bißchen Rassismus sei von meiner Seite sicher dabeigewesen. Da konnte ich mich gleich noch mal empören!

Heute hatte ich einen orthopädischen „Notfall“ und mußte im gleichen Krankenhaus vorstellig werden. „Guten Tag“ ging noch so, der Rest war extrem schwierig. Auf meine zwei, drei Fragen antwortete der junge Dr. nach mehrmaliger Wiederholung schüchtern „ja“, worauf die Schwestern mir nachher sagten, daß er „nein“ gemeint habe, mich nur nicht verstanden habe.

Mir wurde eine Orthese ans Knie angepaßt und ein Rezept in die Hand gedrückt: Säureblocker, wie ich in der Apotheke feststellte. Ich versichere, dieser Herr Doktor hatte schneeweiße Haut. Ich hasse niemanden; ich hasse diese Zustände!

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Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (13)

Franz Bettinger
1. Oktober 2017 14:02

Liebe Frau Kositza, ich will unbedingt auch so einen Sticker ("Pack" unterlegt mit den Farben Deutschlands). Wo kann man ihn kaufen? Zehn Stück bitte!

Gerrit
1. Oktober 2017 14:14

Echt? Tim und Struppi ging auch nicht? Da haben meine Eltern nicht aufgepasst. Was ist der Grund dafür? Dass Haddock im Schloss lebt? Immerhin sieht Prof. Bienlein dafür wie Trotzki in alt aus. Oder die Frisur von Tim? Dass Struppi weiß ist? Ich würde mich über Aufklärung freuen, oder steht das in dem angepriesenen Roman?

Martin Himstedt
1. Oktober 2017 14:51

Auf die Gefahr hin, mich hier lächerlich zu machen: Peggy, aus der letzten Sezession, war keine real existierende Person, richtig?

antwort kositza:

Nein, so einen Heidenspaß denke ich mir natürlich aus. Was für eine Frage!

Caroline Sommerfeld
1. Oktober 2017 15:56

Ist es nicht doch ein Portiönchen sensitiver Beziehungswahn? Ich nenne einen kleinen Lambda-Button mein eigen, den mache ich nie ab (gut, einmal, nach einer Demo, schien es mir klüger). Stets überlege ich mir in der U-Bahn, beim Kinderabholen, in der Kirche oder am Markt, daß doch jetzt bitte jeder extrem alarmiert draufstarren muß und mich gleich zivilcouragiert angeht.

Bisher - nix dergleichen. Auch nicht von Existenzen mit "Stop Homophobia"-Buttons (viel bunter, viel größer) in der Bahn, auch den Kaffeehaus-(Gastronomie gegen Rassismus)- Leuten von gegenüber fiel an meiner (nicht aus demonstrativem Bekenntniszwang, sondern aus Zerstreutheit) eine Woche dort hängengelassener Jacke nichts unangenehm auf. 

Sind die alle so tolerant? Kennt keiner das Identitären-Lambda in Wien? Ist der Button so winzig, daß die den alle nicht entdecken?

Denke ich mir so, in meinen sensitiven Beziehungswahn vertieft, und merke, daß es wohl zum Paradox des Rechten dazugehören muß, sich immer in den Blicken der Linken zu spiegeln, und zugleich total innengeleitet zu sein. Mir doch egal, was die jetzt denken!

Isarpreiß
1. Oktober 2017 21:34

Zumindest bei mir ist es so, dass ich viel mehr Romane lese als Sachbücher. Die Romane kaufe ich aber irgendwo gebraucht oder manchmal als E-Book. Die Sachbücher, das sind meist aktuelle Antaios-Erscheinungen, bestelle ich dann bei Antaios, weil es sie sonst eigentlich nirgends günstiger gibt. Vielleicht ist das eine Erklärung. 

t.gygax
2. Oktober 2017 12:38

@gerrit

Mann, Ihnen fehlt eindeutig das richtige Bewußtsein. Wissen Sie nicht,dass "Tim und Struppi" ein antisemitisches ("Die Kristallkugel")  rassistisches ("Tim im Kongo") und neofaschistisches ("Tim und die Picarors")  Machwerk übelster Art ist?

Ab  zur Aufklärung bei Madame Kahane etc.. und zur Erheiterung: hören Sie mal " je vous emmerde"  von "les brigandes " bei youtube an, da  tauchen Herge und sein Heft auch unversehens unter all den faschistischen Hetzschriften auf.....

Herr S.
2. Oktober 2017 15:45

Diesmal schreibe ich als Herr S., sonst immer mit Klarnamen.

Also, die Sache mit dem Anstecker ging so:

Als der einstige Arbeiterführer S.G. ein Ansammlung von meist arbeitenden Patrioten als "Pack" bezeichnete, war ich so aufgebracht, daß ich ursprünglich 5.000 Stück davon bestellen wollte, um die dann in Dresden zu verteilen. Meine Frau, deren Hilfe ich dabei bedurfte, bestellte zunächst 200 Stück zur Probe, um mir dann mein Vorhaben, nun ja ... zu verbieten zu sagen, verbietet mir der Respekt vor meiner Frau, also, auszureden. Sie hätte einfach Angst um meine körperliche Unversehrtheit.

So habe ich die 200 Stück teils bei der Demo gegen Pirincci in Halle an die verdutzten Rabauken verteilt, einen Teil in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin und deren zwei hat E.K. bekommen. Den Zweiten, etwas größeren, für G.K.. Offensichtlich ist er noch nicht dort angekommen, jedenfalls nicht am Revers.

Ein paar habe ich noch, muß aber fragen, wo die versteckt sind. Eine beliebige Anzahl solcher oder anderer ließe sich binnen kurzer Zeit beschaffen, und da ICH die dann nicht in Dresden verteilen würde (?), entfiele ja das Argument der möglicherweise durch mich hinzunehmenden physischen Agitation durch die, die wissen was Gut ist.

Herr S.
2. Oktober 2017 15:54

P.S.: Wenn Kubitschek "Krass" sagt, oder sagt er "Kraß"?, ist das kraß, oder ist das eine Anerkennung im Sinne einer Ermunterung?

Ich traue ihm beides zu. ;-)

Franz Bettinger
2. Oktober 2017 23:27

Lieber Herr S. Wenn Sie mir 10 oder 20 dieser fantastischen "Pack"-Buttons gegen gutes Geld zukommen lassen wollen, wäre ich dankbar. Ich finde die darin enthaltene Ironie köstlich und hab keine Bedenken, so einen Button öffentlich zu tragen, obwohl ich wie die Kositza im Grunde eine Abneigung gegen alles Plakative habe. Ich hoffe, Sie kriegen meine Postanschrift via SiN.

tOm~!
2. Oktober 2017 23:30

"Ich hatte noch zwei, drei wichtige Fragen. Er verstand nicht. Die OP-Schwester versuchte in „leichtes Deutsch“ zu übersetzen, es mißlang. Wir sind dann einfach gegangen."

"Mich dünkt, in den jetzigen Zeiten allseitiger Völkerberührungen gewinnt von Außen ein Volk mehr durch Erleichterung seiner Sprache als durch Erschwerung derselben mit Ausnahmen; nur sonst mußten die Städte sich voll krummer Gassen bauen, um den Feinden den Kampf darin sauerer zu machen."

Zu dieser Feststellung kam Jean Paul vor gut 200 Jahren, bei der Untersuchung der deutschen Doppelwörter. Dieses kleine Werkchen ist so ungemein wertvoll, daß - wenn man es richtig verinnerlicht hat - man spielerisch den Zugang zu anderen europäischen Sprachen findet. Vielleicht knackt man dann sogar den Riegel des Janustempels, was einen die Welt eines Robert Schumanns erschließen lassen wird.

"Jean Paul Richter: Über die deutschen Doppelwörter" gehört jedem empfohlen, der gedenkt, die deutsche Sprache eines Tages beherrschen zu wollen. 

Freilich haben die Deutschen auf die Ratschläge Johann Paul Friedrich Richters ebenso gepfiffen, wie die deutschen Sprachschöpfer. Wenn man sich nur die unzähligen "ungs", die wie "unx" klingen, und von denen es in der Sprache der Römer nur insgesamt drei gab, ins Gedächtnis ruft, könnte man regelmäßig über die sprachliche Ungestalt im Deutschen kotzen. Ich verweise leutselig auf das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz, kurz NetzDG, das ja gestern in Kraft trat.

Der Feinsinnige
3. Oktober 2017 11:49

@ tOm~!

„Ich hatte noch zwei, drei wichtige Fragen. Er verstand nicht. Die OP-Schwester versuchte in „leichtes Deutsch“ zu übersetzen, es mißlang. Wir sind dann einfach gegangen.“ (Ellen Kositza)

"Mich dünkt, in den jetzigen Zeiten allseitiger Völkerberührungen gewinnt von Außen ein Volk mehr durch Erleichterung seiner Sprache als durch Erschwerung derselben mit Ausnahmen; nur sonst mußten die Städte sich voll krummer Gassen bauen, um den Feinden den Kampf darin sauerer zu machen." (Jean Paul)

Eine interessante Aussage Jean Pauls – man kann es aber im Ergebnis auch anders sehen. Ich denke, die Idee, „Städte … voll krummer Gassen (zu) bauen, um den Feinden den Kampf darin sauerer zu machen“, hat auch bezüglich der Sprache durchaus ihr Gutes. Sie bietet eine subtile Chance, die sogenannte „Integration“ breiterer Schichten zu erschweren. Die Sprachbarriere kann für uns Deutsche durchaus ihr Gutes haben. Mit dem Stichwort „leichtes Deutsch“ sind wir übrigens auch bei einem Hauptantrieb der Macher der sog. „Rechtschreibreform“, die hoffentlich auch irgendwann fallen wird. Zum Artikel und den Arztgeschichten: Ähnliches kommt heutzutage vielfach vor. Gut, daß Sie, sehr geehrte Frau Kositza, dies hier einmal so eindrucksvoll aufgeschrieben haben. Bei genau diesem Thema (Verständnisprobleme mit radebrechenden Ärzten) hört übrigens selbst bei Leuten, die – trotz massiver Leiden an der Masseneinwanderung – ein unüberwindlich scheinendes Problem damit haben, eine Partei wie die AFD zu wählen, der Spaß so richtig auf, wie ich in meiner eigenen Verwandtschaft schon mehrfach hören durfte.

Sara Tempel
3. Oktober 2017 16:32

In meiner Jugend hatte ich es insofern einfacher, daß ich mich schon in der Schulzeit in die linken Reihen eingeordnet hatte und Kirche wie Familie ablehnte. - Heute danke ich Gott dafür, daß ich nicht vor die Entscheidung über eine Abtreibung gestellt wurde. Zum Glück habe ich immerhin gelernt meinen Verstand zu benutzen, so daß vor einigen Jahren die Seiten wechseln mußte. Der Anstoß für späte Erkenntnis kam vor allem als die Mainstream-Medien immer einseitger wurden und mein Protestpotential schürten! Als Merkels mit ihrer "Flüchtlingspolitik" Hochverrat beging, war mein nationaler Standpunkt schon längst klar. - Im aktuellen Wahlkampf nun hatte ich mich dagegen entschieden, mir ein AfD-Shirt zu besorgen, da ich Parteien grundsätzlich skeptisch betrachte. Statt dessen habe ich auf meiner Website und im Bekanntenkreis fleißig für die Wahl dieser - unter steten Vermeumdungen der Etablierten leidenden -  Partei geworben. In unserem Stammbistro kennt wohl nun jeder den rechten Standpunkt, den ich mit meinem Mann teile. - Einen "Pack"-Button würde ich wohl auch mal gerne anstecken, um die Reaktion zu beobachten. 

tOm~!
4. Oktober 2017 18:20

@Der_Feinsinnige

Das Problem ist, daß man nicht beides haben kann. Also eine weltoffene Gesellschaft, und eine in sich verschlossene Sprache, wo das Wort Krone in 12 verschiedenen Varianten mit anderen Wörtern verheiratet werden kann, oder muß.

Das geht nicht zusammen, wie wir in der BRD tagtäglich bewundern können. Selbst die Einfachheit der englischen Sprache hat nicht ausgereicht, um alle Zuwanderer in die gemeinsame Sprache ordentlich zu integrieren. Und die deutsche Sprache ist die Orgel der europäischen Sprachen, nicht die Bootsmannpfeife und nicht das Fagott. Das heißt also, man hat gleich doppelt versagt, da man zunächst eine schwer zu beherrschende Sprache ausgebildet hat, nur um dann plötzlich Millionen von Fremden in dieses hochkomplexe Sprachgebäude integrieren zu wollen. 

Bundestagsabgeordneter, statt Bundtagabgeordneter, damit fängt es ja bereits an. Aber wem erzähle ich's? Die Deutschen hören sowieso nicht mehr zu, haben das aufmerksame Zuhören genauso velernt und vergessen, wie die eigene Heimat, die sie unbewacht und ungepflegt lassen.

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