Sezession
1. Oktober 2017

Sonntagsheld (31) – Wilde verwegene Jagd

Till-Lucas Wessels / 23 Kommentare

Genug mit den ganzen Analysen, eine Woche ist seit der Bundestagswahl rum und jetzt darf auch einfach mal kurz gefeiert werden.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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12,6 % der Wählerstimmen reichen, um eine Unordnung in den Bundestag zu bringen, die dort wohl seit Jahrzehnten nicht mehr geherrscht hat. Aufgescheucht vom Kläffen der Teckel auf einer inzwischen bundesweit bekannten grünen Krawatte hetzt das Wild wie wahnsinnig durcheinander, tritt um sich und verzieht sich kleinlaut ins Unterholz.

In der AfD kann man nun kurz durchatmen. Nachdem sich die Wahrscheinlichkeit eines Querschlägers einstweilen erheblich verringert hat, beziehen die Schützen langsam ihre Hochsitze, während die Treiber aufbrechen und ihre Hunde die ersten Fährten aufnehmen.

Es ist in den vergangenen Tagen viel über die Boshaftigkeit dieser Jagd-Metaphern geschrieben worden. Wie ein Eichelhäher quäkte es durchs Feuilleton, die AfD habe zur Menschenhatz geblasen – geistige Brandstifter usw. usf. – und ohnehin war da ja auch dieser ominöse Fackelzug zum Reichstag.

Was im Wahlkampf auf der Straße passierte, wird jeder aufmerksame Leser mitbekommen haben, und ich kann nur hoffen, daß die AfD die Gewalt, die ihr im Wahlkampf widerfahren ist, tatsächlich entsprechend zivilisatorisch destilliert mit in den Bundestag nehmen wird. Nicht als belastendes Gepäck, nicht als tollwütigen Beißreflex, sondern als tägliches Treibmittel.

Deshalb möchte ich mit dem Video abschließen, welches die Grundlage für diesen ganzen Artikel ist und das ich mir in der vergangenen Woche jeden Tag mindestens einmal angeschaut habe.

Was ich dabei gefühlt habe? Nicht den kochenden Haß der Lynchjustitiare, nicht die besoffene Wut des Mobs und auch nicht die kalte Gerechtigkeit des Standgerichtes.

Die folgenden Worte, hervorgedröhnt aus der ehrwürdigen Brust eines Mannes, der mit seinem Tweet-Jacket und seinem Bismarck-Gestus ein wenig aus der Zeit gefallen scheint, gaben mir ein Gefühl, welches ich zuletzt am 9. November 2016 hatte: Nachdem ich am Morgen von Donald Trumps Wahlsieg erfahren hatte, stieg ich in die Straßenbahn und lächelte, weil ich die Katerstimmung um mich herum fast physisch spüren konnte.

Einen Tag später schrieb ich übrigens meinen ersten, nie veröffentlichten Sonntagshelden und schickte ihn – quasi als Bewerbung – nach Schnellroda; wer der Glückliche war, kann man sich ja denken.

Auch diesmal also ein Lächeln, die warme Gewissheit eines kleinen Sieges und einen Tag lang Wochenende vom Kampf gegen die Windmühlen der Zeit:


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (23)

tOm~!
1. Oktober 2017 21:48

Gegen die Windmühlen der Zeit ist überhaupt nichts einzuwenden. Wenn man Glück hat, landet man so bei Mercedes Capris und Riccardo Stracciari, um das höchste der Gefühle zu erleben.

GILDA: Mio padre!

RIGOLETTO: Dio! mia Gilda! Signori, in essa è tutta la mia famiglia...etc. pp.

Gustav Grambauer
1. Oktober 2017 21:59

Gauland ist geistig in Großbritannien beheimatet, nahezu alles an ihm ist britisch. In welch hohem Maße dies auch sein Denken und insbesondere sein politisches Credo betrifft, sagt er hier:

https://www.ardmediathek.de/tv/Fahrbereitschaft/THADEUSZ-chauffiert-Alexander-Gauland-A/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=44854218&documentId=45390536

Im Sinne des britischen Parlamentarismus war auch das "jagen" gemeint, das ist nur der übliche Ton im House of Commons. Zu einem habituellen Abklatsch davon will er den Bundestag machen, und er versteht sich bereits heute als Repräsentant dieser Variante. Dies ist auch sein Schutz, denn er kann jedermann entgegenhalten, daß England die Wiege der Demokratie ist. Womöglich hat er sich sogar nur der AFD zugewandt, weil diese die vielversprechendste Plattform für ihn ist, die Kulturformen des britischen Unterhauses auszuleben, das wäre dann ein Ein-Mann-Kostümstück, nur Bühnenbild und Requisiten müßten noch angepaßt werden.

Ich will das gar nicht kritisieren, auch wenn mir Britentum und Spleens (wiederum ein britisches Phänomen) zuwider sind, zumal er dadurch genau das sagt, was gesagt werden muß.

In der "Elefantenrunde" wurde Meuthen gefragt, ob die AFD im Bundestag provozieren werde, als ob das eine Ungeheuerlichkeit wäre. Die wollen einfach weiter, wie bisher ohne die AFD, einen auf Leisetreter machen und tun ganz empört, wenn jemand ihnen gegenüber nicht korrekt niedermoderiert ist. (Beim Geschacher hinter verschlossenen Türen geht es freilich zu wie auf dem Fischmarkt.) Da freue ich mich über jeden, der es auch vor laufender Kamera krachen läßt.

- G. G.

nom de guerre
1. Oktober 2017 23:43

Jagdmetaphern mögen Sie offenbar, aber ich gebe zu, Gauland hat Ihnen die Vorlage dafür geliefert (nebenbei: Ein Eichelhäher quäkt nicht, s. das Hörbeispiel hier, insbesondere der markante Warnruf, für den der Vogel bekannt ist, ab 1:20: https://www.deutsche-vogelstimmen.de/eichelhaher/). Mir persönlich erscheint diese Rhetorik im Artikel etwas übertrieben, der (m.E. nicht schlimme, aber auch nicht allzu gelungene) Satz mit dem „Jagen“ hätte vermutlich niemanden interessiert, wenn er von einem Politiker einer beliebigen anderen Partei gekommen wäre, von daher weiß ich nicht, ob man diese Ausdrucksweise angesichts der Überreaktion der Gegner nun umgekehrt von der AfD-freundlichen Seite so hochhängen sollte. Im Ergebnis ist dies aber sicher Geschmacksache. Allerdings finde ich die Auswahl des oben stehenden Bildes etwas befremdlich: Es gab mal einen sogenannten Reichsjägermeister, ebenfalls ein Herr G., damit hören die Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Gauland aber auch schon auf (was besagte Gegner der AfD jedoch anders sehen könnten). Haben Sie das nicht bedacht oder ist davon auszugehen, dass diese Assoziation niemand haben wird außer mir?

Übrigens: Zu seiner schönen Krawatte trägt Gauland Tweed, nicht Tweet.

Maiordomus
2. Oktober 2017 00:16

Ich bitte den hervorragenden Kommentar zur angeblichen Merkelwahl von Markus Somm in der Basler Zeitung unter www.baz.ch zur Kenntnis zu nehmen. Einer seiner besten Kommentare.

Der Feinsinnige
2. Oktober 2017 00:49

Deftige Sprüche gehören zum Parlamentarismus. Das war auch in der früheren Bundesrepublik Deutschland einmal so. Es ist gut, wenn die politische Auseinandersetzung wieder deftiger wird!

Das besonders Gute an dem Redner Alexander Gauland ist zudem, daß er (und sei es nur, weil er gute Berater hat,) offenbar immer genau weiß, was er sagt bzw., daß er nur zitiert, auch wenn er erst später, wenn die mediale „Empörung“ hochkocht, offenlegt bzw. offenlegen läßt, wen er gerade zitiert hat. Das galt für das „Entsorgen“ (Gabriel, Karst, diverse Leitmedien der vergangenen Jahre), für die Bemerkung über deutsche Soldaten in zwei Weltkriegen (Mitterand) und nun auch für das „Jagen“ (C. Lindner, L. Vollmer):

https://www.journalistenwatch.com/2017/09/28/es-kommt-immer-darauf-an-wer-gerade-wen-jagt/.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/andrea-nahles-und-ihr-in-die-fresse-zitat-vorsicht-vor-dem-schredder-a-1170399.html

Eine gelungene Provokation Gaulands nach der anderen! Und etablierte Politik und Medien machen sich ein ums andere Mal lächerlich, frei nach der Geschichte vom Hasen und vom Igel. Immer, wenn die öffentlichen Sittenwächter meinen, Gauland jetzt aber wirklich bei etwas völlig Unsagbaren erwischt zu haben, ist der schon wieder einen großen Schritt voraus und hält dem Politikbetrieb den Spiegel vor (daß Nahles noch einen draufsetzte -„ab morgen kriegen sie in die Fresse“-, war aus Sicht Gaulands das Glück des Tüchtigen). Hut ab! So kann es noch eine ganze Weile weitergehen.

donna_alta
2. Oktober 2017 01:31

Noch am Vorabend der Wahl habe ich eine innerfamiliäre Schlacht geschlagen und mit meinem “AfD-Outing“ für andauernde Empörung gesorgt. Ich habe einen kleinen Sieg davon getragen und darf mich als Heldin fühlen, zumindest einen Sonntag lang! Ein gutes Gefühl. Ich hoffe, es hält noch eine Weile an.

Franz Bettinger
2. Oktober 2017 08:02

Es ist ungewöhnlich und mutig, Herr Wessels, aktuell im Feuer stehende Politiker als Helden zu feieren, aber Sie haben recht! Diesen Menschen gebührt unser Dank: Gauland, von Storch und die vielen anderen an vorderster Front.

Hartwig aus LG8
2. Oktober 2017 11:55

@Wessels:

Ich kam erst am Wochenende dazu,  Ihre Geschichte um das identitäre Haus in Halle/Saale in der letzten Druckausgabe der Sezession zu lesen. Respekt!

Solution
2. Oktober 2017 12:09

Auf was soll man angesichts der schon statistisch fassbaren tödlichen Folgen der Masseninvasion noch Rücksicht nehmen?

Wenn 87% für den Niedergang stimmen, sollte man zumindest verbal aufrüsten. 

Ernst-Fr. Siebert
2. Oktober 2017 17:20

@ nom de guerre: Außer dem falschen Tweed, hätte Ihnen doch auch die falsche Krawatte auffallen sollen. ;-))

Starhemberg
2. Oktober 2017 18:14

 "Jeder Esel hat mehr Freunde als der Fuchs."

Ich aber habe lieber einen schlauen, alten, anglophilen Fuchs als Freund.

Nautilus
2. Oktober 2017 20:23

Alexander Gauland ist ein Politiker ganz nach meinen Geschmack. Ein Patriot der für die AFD unverzichtbar ist. 

Desprecio
2. Oktober 2017 21:18

@"Franz Behringer" 02.Okt.2017 ,06:02

"Es ist ungemütlich und mutig, ....................., aktuell im Feuer stehende Politiker als Helden zu feiern, .......................................................

Danke für diese ausdrückliche Feststellung ! Neben all den anderen, die wir hier feiern sollten, dürfen wir nicht den vergessen, dem wir nicht zuletzt dieses hohe Ergebnis für die AfD zu verdanken haben.

Geradede diejenigen in diesem Forum, die am meisten unter der unter Rechten, Rechtskonservativen und sog. Neurechten grassierenden ansteckenden Krankheit Distanzeritis leiden, werden den unschätzbaren Wert von Politikern wie Björn Hoecke für jede rechte Bewegung nie verstehen. Personen wie er sind die, die vielen der noch Unentschlossenen in der Wahlurne die Hand zum richtigen Kreuzchen führen.

Personen mit dem entscheidenden Charisma werden auch in Zukunft die Wahlentscheidungen Unentschlossener mehr beeinflussen als es die auch in diesem Forum zahlreich vorhandenen Mainstream-Anpasser wahrhaben wollen/können . Der unentschlossene Wähler braucht Leitbilder und Vorbilder. Wer, wenn nicht Hoecke kann hier etwas anbieten ? Und dies alles, ohne auf lukrative Ämter zu schielen.

Hoecke duerfte einer der wenigen sein, auch innerhalb der ARD, der erkannt hat, dass der Weg aus der jahrzehntelangen Unterdrückung jedes nationalen, patriotischen, rechten oder neurechten Denkens nur über die bisher staatlich unterdrückten Geschichtsrevisionismus führen wird.

Das Erwachen des umerzogenen deutschen Doofmichels zu einer Erkenntnis, dass "alles doch nicht so war" wie es uns die Siegermaechte und die linken Umerzieher seit Jahrzehnten einreden, koennte neben weiterem Nachdenken vor allem auch zu einem anderen (und endlich richtigen) Wahlverhalten führen.

Nautilus
2. Oktober 2017 23:15

@Desprecio

vielen Dank für Ihren Kommentar! Sie haben vollkommen recht. Genau so und nicht anders.

Nemo Obligatur
3. Oktober 2017 00:17

Wenn die berühmten 87% die Karre endgültig in den Dreck fahren, können wenigstens knapp 13% sagen, sie hätten noch einmal alles versucht, das Blatt zu wenden. Ich jedenfalls habe mir in dieser Hinsicht nichts vorzuwerfen.

Am Wahlabend habe ich die Auszählung in meiner Heimatgemeinde begleitet und kann sagen, dass alles korrekt ablief. Hatte in dieser Hinsicht von deutschen Beamten aus der Provinz auch nichts anderes erwartet. Eine gewisse Substanz ist eben noch da.

Hartwig aus LG8
3. Oktober 2017 12:09

""Ich jedenfalls habe mir in dieser Hinsicht nichts vorzuwerfen.""

@Nemo Obligatur

Dieser Satz macht deutlich, wie seicht "wir" sind. Und ich weiss, wie Sie es meinen! Ich war im Vorfeld der Wahl ebenfalls nicht ganz untätig. Aber angesichts der Situation, verschärft seit September 2015, ist alles, was wir bisher taten und tun ein trotziges Spielen im Sandkasten. Ich beziehe mich selbst ganz und gar ein! Wir tun, was wir glauben tun zu können; viele noch nicht einmal das. Aber "sich nichts vorwerfen zu können" ?? Was ich sagen will: Der Tag, an dem ich mir diesbzgl. nichts mehr vorzuwerfen hätte, wäre der Tag, an dem ich mich in die Schar unserer tapferen Ahnen einreihte, von denen Gauland jüngst erst sprach.

 

Wahrheitssucher
3. Oktober 2017 15:29

@ Desprecio

"Hoecke duerfte einer der wenigen sein, auch innerhalb der AfD, der erkannt hat, dass der Weg aus der jahrzehntelangen Unterdrückung jedes nationalen, patriotischen, rechten oder neurechten Denkens nur über die bisher staatlich unterdrückten Geschichtsrevisionismus führen wird."

 

Einer der wahrsten Sätze, die je auf diesen Seiten geschrieben worden sind.

Sie werden mit der Nazi-Keule herumschlagen, solange sie es können.

Aber eben nur solange...

 

Simplicius Teutsch
3. Oktober 2017 20:21

Jedenfalls das gilt, im Westen noch viel mehr als im „Osten“: Wer sich zur AfD bekennt, ob als Sympathisant oder Funktionär, ist alles andere als feige und verdient den Tapferkeits-Orden. Von den U-Booten in der Partei einmal abgesehen. Und ein treffsicherer Jägermeister, wie Alexander Gauland, der „zu schlau war für die Medien“ ist ein würdiger Sonntags-Held.

Politikwissenschaftler Klaus Schroeder, am 25.09.2017, t-online: „Das sind keine Dummköpfe. Vor allem Gauland nicht. Der kann mit seinen Sätzen jonglieren. Er weiß, wie er mit der Presse und Politik umgehen muss und wie er sie in die Falle locken kann. Er kennt offenbar die Denkweise der Bevölkerung und der einfachen Leute besser, als diejenigen, die sich Volksparteien nennen. […] Man muss den Schaden eingrenzen, aber ich wüsste nicht wie. Vielleicht lässt sich darauf hoffen, dass sich die AfD selbst zerlegt. Wenn Frauke Petry und noch ein paar andere eine eigene Fraktion gründen. Das werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.“

Der Feinsinnige
3. Oktober 2017 23:31

 

@ Simplicius Teutsch:

„Wer sich zur AfD bekennt, ob als Sympathisant oder Funktionär, ist alles andere als feige und verdient den Tapferkeits-Orden.“Es sei hinzugefügt, schon gar, wenn es sich um einen aktiven Journalisten einer etablierten Zeitung handelt, selbst wenn es kein direktes Bekenntnis zur AFD ist, sondern lediglich ein Kommentar wie der folgende:

https://www.hna.de/politik/debatte-kuenftigen-bundestags-vizepraesidenten-erster-test-setzen-8737822.html

Dieser Kommentar aus der HNA wurde heute morgen auszugsweise in der Dlf-Presseschau verlesen, ich traute meinen Ohren nicht. Die HNA bzw. deren Kommentator stimmen Albrecht Glaser zu, und das beim Thema Islam – wirklich tapfer, ja: sensationell. Die Verhältnisse rutschen weiter, eigentlich Tag für Tag. Und das ist nicht zuletzt auch so klugen Köpfen wie Gauland und Glaser zu verdanken.

 

 

 

herbstlicht
4. Oktober 2017 00:16

Fast schon die "Dame vom Fackelzug", nun aber einige der Kommentare, veranlassen mich, wieder einmal aus dem "fortgeschritteneren" Schweden zu zitieren.  An sich ist das Zitat nicht sonderlich interessant; wird's aber duch den Ort der Veröffentlichung.

Dagens Nyheter (DN) ist eine "unabhängig-liberale" Tageszeitung, Paradepferd des Bonnierkonzerns und bei Antritt des derzeitigen Chefredakteurs Peter Wolodarski wurde die Redaktion von konservativen Mitarbeitern "gesäubert".

In Schweden ist die nächste Reichstagswahl in (spötestens) einem Jahr und wäre sie jetzt, dann würden die Schwedendemokraten (SD) zumindest zweitstärkste Partei.  Um auch weiterhin SD von der Regierung fernzuhalten wird seit Monaten versucht, eine Große Koalitition herbeizuschreiben/reden --- in Schweden konnte der bürgerliche Block noch nie mit Rot.  Durch 9/24 hat das Gerede anscheinend umgeschlagen: Keine Große Koalition!  Denn wie man in Deutschland sieht, fördert zu wenig Opposition den Rechtsradikalismus.

Im Artikel Deutschlands Sache ist [auch] die unsere --- schon seit langem begibt sich der Autor auf einen Streifzug durch Europa:  gibt es ein Muster in den parlamentarischen Verhältnissen, welches die Rechte fördert?  Dabei sagt er über Deutschland:

»»Internationale Ausblicke sind gut, aber manchmal muß man nicht über den Fluß schauen, um Wasser zu sehen [Die Redewendung ist eigentlich "den Fluß überqueren, um Wasser zu holen"; etwas unnötiges tun].  Alternative für Deutschland bekam knapp über 13 Prozent in der deutschen Wahl.  Diese Zahl kennen wir.  Das ist ungefähr, was ihre politischen Vettern Schwedendemokraten erzielten in der schwedischen Wahl 2014.  Deutschland ist also gewissermaßen auch so weit. ««

Der Artikel schließt mit der Einsicht

»»Das Gemeinsame der rechtsradikalen Parteien Europas ist nicht die parlamentarische Strategie ihrer Gegner, jedoch ein starker Widerstand gegen Einwanderung und Mißtrauen gegen die gesellschaftliche Entwicklung.  Das politische Angebot ist vielleicht simpel, aber andererseits äußerst klar.  Die Wähler, welche für sie stimmen, wissen genau, wofür sie stimmen.

Aus dieser Beobachtung ergibt sich eine vielleicht beschwerliche Folgerung: Es gibt keinen genialen Schachzug, um die Ordnung wieder herzustellen.  Der, welcher verlorene Wähler zurück gewinnen will, muß --- hier und anderswo --- das Volk überzeugen, daß er selber die besseren Ideen hat. ««

 

Solche Worte wären wohl noch vor 2 Jahren an dieser Stelle undenkbar gewesen.

Franz Bettinger
4. Oktober 2017 00:45

@ Nemo Obligatur: Bei der Bundestagswahl gab es einen Riesen-Unterschied von 100% zwischen Direkter (13%+)- und Brief-Wahl (6%)? In der BT -Wahl vor 4 Jahren hat die AfD durch die spät ausgezählten Briefwähler sogar zugelegt. In den Landtags-Wahlen auch. Jetzt soll es umgekehrt sein? In dem Ausmaß? Zufall? Für die statistisch zu erwartende Standard-Abweichung ist die Differenz zu groß. Außerdem widerspricht der stete Stimmenverlust der AfD am Wahlabend ab 18:00 Uhr allen Regeln der Demoskopie. Was steckt dahinter? Ich halte es für das Wichtigste, sicher zu stellen, dass Wahlfälschung verhindert werden !!!

tOm~!
4. Oktober 2017 06:53

Zitat der Gruenen Jugend *Heimat ist ein ausgrenzender Begriff*. Bessere Fährten kann das grüne Jagdwild gar nicht auswerfen:

"Ich hab kein Heimatland

Ich habe nichts auf dieser Welt

Ich zieh von Land zu Land

Und bleibe da, wo’s mir gefällt

Ich darf nicht glücklich sein

Ich kenne keinen Sonnenschein

Warum bin ich so ganz allein

Auf dieser Erde?

Ich hab kein Heimatland

Ich hab ja nichts auf dieser Welt

Mein Ziel ist unbekannt

Der blaue Himmel ist mein Zelt

Und wenn ich denk, dass ich nun endlich Frieden fand

Dann muss ich weiterziehen

Ich hab kein Heimatland..."

https://www.youtube.com/watch?v=m6tyesDCEgk

 

Desprecio
4. Oktober 2017 15:08

@ "Franz Bettinger", 03.10.2017, 22:45

Zunächst möchte ich Sie um Entschuldigung bitten dafür, dass ich Sie am 02.10. 2017 mit dem Namen " Franz Behringer" angesprochen habe !

Ihren Hinweis auf möglicherweise (wieder einmal) festgestellte Wahlmanipulationen kann ich nur unterstreichen. Vorsätzliche Wahlfälschungen dürften die Tatbestände am Wahlabend wohl eher zu benennen gewesen sein. In weiten Kreisen der AfD  und deren Anhänger war man vor lauter Siegestrunkenheit, und diese scheint bis zum heutigen Tage anzuhalten, nicht mehr in der Lage, logisch darüber nachzudenken, was die Ursache für die Stimmenschwindsucht von der ersten Hochrechnung bis zum vorgeblichen Auszaehlungsendstand gewesen sein könnte.                                                                   Diese offen zur Schau gestellte Zufriedenheit der AfD war genau das, auf was die Manipulierer/Fälscher offensichtlich nur gewartet hatten. Nun konnte man, wie man sieht,  unkontrolliert bundesweit ca. 300 000 Stimmen "unter den Tisch fallen lassen".

Schon bei der Bundestagswahl 2013 hatte sich, gemessen an den zeitlichen Ablaeufen, Aehnliches ereignet. Auch damals schon folgenlos für die Täter.

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