Sezession
15. Oktober 2017

Niederbrüllen – Messetag 4

Götz Kubitschek / 47 Kommentare

Ich will das für heute nur kurz strukturell klarstellen, denn noch immer drängen sich Leser und künftige Leser an unserem Messestand (letzter Ausstellungstag):

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Wir hatten für gestern Nachmittag drei Lesungen auf dem Forum "Wissenschaft und Bildung" gebucht, bezahlt (3 x 600€) und organisiert. Wir begannen unter der Moderation von Ellen Kositza mit den Autoren Lichtmesz und Sommerfeld und ihrem druckfrischen Werk Unter Linken leben. Björn Höcke war von uns als zusätzlicher Gast aufs Podium eingeladen worden.

Während dieser Präsentation kam es zu ersten Sprechchören, vorgetragen von der Antifa, aber gegen unsere rund 250 Leser und Zuhörer hatte dieses Grüppchen keine Chance. Es wurde übertönt und gab nach ein paar Minuten auf.

Die zweite Präsentation mit Akif Pirincci verlief ohne Störungen, aber als ich dann Martin Sellner und Mario Müller mit ihren Büchern Identitär! und Kontrakultur auf die Bühne bat, wurden erneut Sprechchöre laut, diesesmal massiver, noch aggressiver als zuvor. Die Polizei verhinderte Übergriffe von links auf unsere Zuhörer, unschwer abzulesen an der Blickrichtung der Beamten: Rücken zu uns, Gesicht zu den Störern.

Die Messeleitung war mit Chef Boos samt Belegschaft sehr rasch vor Ort und ließ trotz mehrmaliger Aufforderung meinerseits die Störer gewähren. Wörtlich sagt mir Boos, daß er die Meinungsäußerungsfreiheit der Störer ebenso hoch gewichte wie unsere Lesung im Rahmen unseres bezahlten Forums. Man habe zum engagierten Umgang mit uns aufgerufen, nun sei das eben so, und letztlich seien wir dafür verantwortlich.

Ich möchte mehr gar nicht darstellen, sondern eine Antwort auf eine naheliegende Frage bekommen:

1. Wir sind als Aussteller zur Buchmesse zugelassen worden - wie auch sonst.

2. Wir haben die Möglichkeiten der geistigen Auseinandersetzung nach den Verhaltensorgaben und Möglichkeiten einer Buchmesse ausgelotet und organisiert: Präsentation am Stand, über Werbemittel und auf Foren.

3. Die einer Buchmesse angemessene Form der Auseinandersetzung mit uns ist die (Gegen-)Präsentation an einem Stand (siehe Amadeu-Antonio-Stiftung o.a.), die öffentliche Diskussion mit oder über uns (lief nie mit, aber rund 10x über uns) sowie Presseberichterstattung (tendenziös oder objektiv oder wie auch immer).

Wir haben uns strikt an die Verhaltensregeln einer Buchmesse gehalten, haben keine einzige der Veranstaltungen gegen oder über uns gestört oder zu verhindern versucht, haben nächtlich zugefügte Schäden an unserem Stand in Kauf genommen und eingerechnet und sind der Buchmesse keinen Euro schuldig geblieben.

Die Buchmessenleitung aber hat durch die Duldung der Störaktionen gegen unsere Lesung einer der Buchmesse NICHT angemessenen Methode Geltung verschafft. Sie hat ihre eigene Buchmesse als Ort der geistigen Auseinandersetzung schwer beschädigt, und ich meine, daß Leuten wie dem Messechef Boos genau diese Fragen gestellt werden müßten - samt der Frage nach den Konsequenzen, die er zu ziehen gedenkt.

Für mich das bedenkenswerte Bild des Tages: Als wir ziemlich erschöpft und konsterniert mit unseren vielen, vielen Lesern zurück an unserem Stand anlangten, stieg einen Gang weiter die After-Show-Party des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Zu Clubmusik sah ich dort den Chef des Börsenvereins, Alexander Silkis, tanzen und feiern. Der Kongreß tanzt, dachte ich mir, während ein paar Meter weiter die Meinungsfreiheit verteidigt wird. Daß in den Medien nun kolportiert wird, massive Polizeipräsenz habe die Party geschützt, ist unglaublich: die Polizei stand in den Gängen, die auf unseren Stand zuführten - ausgerechnet aber nicht dort, wo es zur Party ging. Warum auch?

Zum Abschluß ein Filmchen, das meine Stellungnahme nach dem Ende der Tumulte zeigt. Mir war es sehr unangenehm, als Messechef Boos auf die Bühne kam, um nun mich daran zu hindern, die Veranstaltung zu einem Ende zu bringen. In einem Anflug von Willensstärke faßte er zwei Mal nach meiner Schulter, um mich an irgendetwas zu hindern. Danach verwechselte er an seinem Megaphon die Knöpfe und löste Alarm aus. Erbärmlich.

Hier der Film.

Hier eine Langversion.

 

 


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (47)

tOm~!
15. Oktober 2017 17:59

Danke für den erstklassigen Beitrag, der unter die Haut geht und weiterkämpfen kann ich nur raten. Wenn schon, kam es allerdings zu demokratischem Krawall. Schließlich hat man sich gegen "Nazis" positioniert. Bitte abermals darum, das Rechts/Links-Schema zu überdenken: *Meine Tochter (5) hat sich eben geweigert ein Buch zu lesen, weil auf der Buchmesse Nazis waren. Ich bin so stolz* Man findet in Deutschland kaum noch Leute, die sich für Waldmüller  oder 'Waldstein' von Beethoven, geschweige denn überhaupt für den Wald interessieren. Da muß man sich schon multi-kulturell, und mindestens europäisch orientieren, um Gleichgesinnte zu finden. Das kommt davon, weil es in den meisten Bundesdeutschen, charakterverdreht, hirngewaschen und umerzogen wie sie nunmal sind, so aussieht wie auf dem Gemälde "Die Ruinen der Dresdner Kreuzkirche" von Bernardo Bellotto.

deutscheridentitärer
15. Oktober 2017 18:02

Also erstmal Respekt und Anerkennung an die Verantwortlichen, die sich diesen abzusehenden Angriffen ausgesetzt haben. Wurde ja auch alles sehr souverän gehandhabt, soweit das aus den im Internet kursierenden Filmchen deutlich wird. Mich hat diese Sache dennoch weiter frustriert - man gerät zwangsläufig in Situationen, in denen man nur verlieren kann: Entweder die Antifa sprengt erfolgreich eine rechte Veranstaltung, dann ist man das Opfer von Hohn und Spott. Oder die linke Störung wird abgewiesen, was schwerlich ohne ein Minimum an gegenseitigem "Gerangel" abgehen wird und auch wenn darüber hinaus nichts weiter passiert, rastet die linke Öffentlichkeit mit einer solchen Vehemenz aus, dass es dem unbedarften Beobachter, also den meisten, glaubhaft vorkommen muss. Aktuell wurde z.B. der - laut Polizei - Sicherheitsdienstleister, der diesen PARTEI-Menschen auf dem Boden fixiert als "Nazi", also Identitärer, ausgemacht und die Linken glauben es geschloßen. Das gleiche gilt für die angeblich dutzendfachen "Sieg Heil" Rufe, die es jedenfalls gemäß dem Videomaterial nicht gegeben hat. Die gesamte Linke nimmt diese Lüge, die einer von ihnen in die Welt gesetzt hat, vollkommen ernst.  Und zur Linken zähle ich hierbei nicht nur abgedrehte Twitteraccounts, sondern auch Leute mit Mainstreamreichweite wie Böhmermann. Positiv zu bewerten ist, dass ein (dezidiert linker) Photograph die Sache mit dem Sicherheitsmann richtig gestellt hat und dass auch Liane Bednarz einen ganz und gar unvoreingenommenen Bericht der Geschehnisse geliefert hat. Vor allem von letzterer hätte ich diese Aufrichtigkeit nicht erwartet und revidiere manch abwertendes Urteil, dass ich mir in der Vergangenheit über sie gebildetet habe. Das zeigt vielleicht, dass die Strategie "Wir können sie nicht zwingen die Wahrheit zu sagen, sondern nur immer dreister zu lügen" eventuell doch aufgeht -  wenn auch vorerst untergründig. Interessieren tut mich außerdem besonders, ob bei dem Gespräch zwischen Lichtmesz, Sommerfeld und Zorn etwas herausgekommen ist.

Monika L.
15. Oktober 2017 18:38

Es war heftig, sehr heftig....es hat nicht viel gefehlt zur Eskalation! Götz Kubitschek hat mit seinem unerschrockenen Einsatz wohl Schlimmeres verhindert.

We shall overtone,we shall overtone,we shall overtone some day...
We shall live with lefts, we shall live with lefts, we shall live with lefts some day...
deep in my heart, I do beliebe.....lalalalala

https://m.youtube.com/watch?v=RkNsEH1GD7Q

H. M. Richter
15. Oktober 2017 18:40

Glückwunsch zur STAND-Festigkeit! Dank für die Verteidigung der Freiheit! Antaios, Manuscriptum und Tumult waren freie Statt für freies Wort, freier Forschung sichrer Port, reiner Wahrheit Schutz und Hort. Jürgen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse, dessen unrühmliches Verhalten gegenüber zwei chinesischen Dissidenten im Jahre 2009 bis heute in Erinnerung gegblieben ist, sollte für sein Verhalten auf der diesjährigen Buchmesse von allen, die sich - über alle Gräben hinweg ! - noch der Freiheit des Wortes wie der Freiheit überhaupt verpflichtet fühlen, ab sofort unmißverständlich zum Rücktritt aufgefordert werden ! Jedem Verlag, jedem Mitarbeiter in der Buchbranche muß klar werden, wie es heuer den Verlagen Antaios, Manuscriptum und TUMULT samt Mitarbeitern und Gästen ergangen ist, so kann es - wenn noch nicht auf der nächsten Frankfurter Buchmesse, so doch schon bei einer der nächsten - dem eigenen Verlag, der eigenen Person ergehen. Was diesmal in Frankfurt sehenden Auges an Einschränkung der Meinungsfreiheit und Einschüchterung teilnehmender Verlage geschehen ist und von der Messeleitung zugelassen wurde, wäre selbst zu Zeiten der DDR-Diktatur auf der Leipziger Buchmesse völlig unvorstellbar gewesen! Wer Ohren hat, der höre!

Herr K.
15. Oktober 2017 18:59

Erstmal vollen Respekt, dass Sie sich der geistigen Stumpfheit der Pseudointellektuellen ausgesetzt haben. Niederbrüllen als vermeintliche Diskursform wird jedoch auch deren Kinder früher oder später zu neuen Rechten werden lassen. Dem seien Sie versichert.

Alberth
15. Oktober 2017 19:07

- Ich kam gestern Nacht von der Messe zurück und bin immer noch schockiert, wie der Antifa-Mob bei der Buchvorstellung die Meinungsfreiheit zerstört hat und das unter dem wohlgefälligen Beisein der Messeleitung. Wohlgemerkt, die Meinungsfreiheit wird dem ZAHLENDEN ausstellenden Verlag und den ZAHLENDEN Besuchern verweigert und zwar von der von ihnen BEZAHLTEN Messeleitung! Als das organisierte und geduldete halbstündige Gebrülle und Getriller vorbei und die Messe-Öffnungszeit um war, wollte der Messechef Boos mit Megaphon dem Verleger Kubitschek auch noch das Schlusswort wegnehmen. Wo war er mit seinem Megaphon als der Brüll- und Gewaltmob die Lesung verhinderte? Das hat er feige oder wohlwollend – wahrscheinlich beides – zugelassen.

- Antaios sollte Schadenersatz fordern. Schließlich ist die Buchpräsentation der Zweck der Buchmesse!!! Wenn die Messe dies verweigert für die Tausende € , die Antaios insgesamt (plus Anreise, Unterkunft, Personal-, Materialkosten natürlich) und die zahlenden Messebesucher bezahlt haben, hat sie ihre bezahlte Aufgabe verweigert. Ich werde an die Messeleitung schreiben, dass ich  um den Gegenwert meines Eintrittspreises geprellt wurde – und empfehle das auch anderen Besuchern.

- Ich wusste am Samstag nicht, dass in der Nacht zuvor der Antaios-Stand zerstört wurde und habe der netten Dame am Stand in der von - einigen Foristen zu Recht beklagten flapsigen Art - gesagt, das die Kahane-Stasi-Stiftung gegenüber doch gut für Antaios sei. Ihren ernsten Blick konnte ich nicht deuten, jetzt schon. Was ich sehr bereue, ist, dass ich nicht die Diskussion mit den Leuten der Kahane-Stiftung gesucht habe und auch nicht mit denen des steuerfinanzierten und völlig irren „mutiger mund auf“-Stands in der Nähe (bitte fotografieren, falls heute noch jemand da ist), obwohl mich da sogar eine „Aktivistin“ angesprochen hat. Nehme ich mir fürs nächste Jahr vor.

- Kleine Manöverkritik: vor der dritten Lesung entstand eine nicht moderierte längere Pause, bei der einige Besucher nicht erkennen konnten, wann (oder gar ob) es weitergeht und deshalb schon vorzeitig gingen. Das hat die Besucherschar verkleinert. Während des Gebrülls wäre eine Bitte an die Besucher, sich davon nicht vertreiben zu lassen, motivierend gewesen. Nach der Veranstaltung bin ich nicht mehr zum Stand mitgegangen weil ich niemanden vom Antaios-Verlag persönlich kenne. Das bereue ich jetzt, hätte es doch einen etwas versöhnlicheren Abschluss des Tages im Kreise der klugen und mutigen Antaios-Macher und ihrer Leser bedeuten können.

- Daher fürs nächste Jahr meine Bitte an die Sezession- und Antaios-Leser: Halten Sie sich möglichsT den Buchmesse-Samstag 2018 frei UND KOMMEN SIE. Ich bin eigentlich nicht der leutseligste Typ aber das Erlebnis gestern hat mir gezeigt, dass die Meinungsfreiheit in diesem Land erledigt ist, wenn wir uns vom Establishment und seinen angebundenen Schlägertruppen mundtot machen lassen und uns nicht gegenseitig unterstützen. Denn was wäre die Meinungsfreiheit und –pluralität in Deutschland ohne Antaios/Sezession anderes als ein grausamer und verlogener Witz?

PS: Ich bin gelernter Buchhändler und habe mich in der letzten Zeit für einiges in meiner (ehemaligen) Branche geschämt aber diese Messeleitung ist eine Schande für die Buchmesse, den Börsenverein und den Buchhandel, wie ich sie noch nicht erlebt habe.

RMH
15. Oktober 2017 19:08

Meinen Respekt an das Team von Antaios und seine Gäste! Das war eine von der Messeleitung quasi bestellte Provokation, um Randale zu haben und um für das nächste Jahr (bzw. die nächsten Jahre) oder für andere Messeleitungen die notwendige Legende und die notwendigen Bilder zu bekommen um sagen zu können, wir können die notwendige Sicherheit für die Veranstaltung bei Zulassung der entsprechenden Verlage nicht gewähren und daher sagen wir diesen Verlagen ab. Nicht umsonst gab es früher den "Zwischentag". Wie auch immer, das, was man heute bei SPON, Bild etc. lesen und sehen konnte, war Lügenpresse vom Feinsten. Alleine das Bild vom Antifa-Glatzkopf versus Kubitschek ... und wenn man dann noch den einen oder anderen Twitterverlauf zur Kenntnis nimmt und das, was daraus gemacht wurde ... Eine Verniedlichung des Begriffs Lügenpresse in Lückenpresse oder andere Diminutive ist heute nicht mehr angebracht. Ich hatte mich mit diesem Begriff bislang zumeist zurück gehalten. Ab heute nicht mehr. Allen, die dabei waren, nochmals Respekt und alles Gute!

Martin Himstedt
15. Oktober 2017 19:34

deutscheridentitärer, von dem Fall mit dem Fotografen wollte ich ebenfalls berichten. Inzwischen hat sich auch die Frankfurter Polizei dazu geäußert und dies richtiggestellt: Eine Pressemitteilung soll folgen. Unsere "linken" Freunde wird das freilich nicht interessieren. Der Zwischenfall bei der Jungen Freiheit scheint aber leider zu stimmen. Bemerkenswert finde ich übrigens, trotz entsprechender Propaganda zur Erstausgabe (auf allen großen, deutschen Nachrichtenseiten), dass der Stand der Cato offenbar unbehelligt geblieben ist. Hier scheint also noch Optimierungsbedarf zu sein, was den "Kampf gegen Rechts" (TM) betrifft. Sicher nur ein Flüchtigkeitsfehler der Messeleitung und linksunten. Tichy hat wohl erst gar keinen Stand.

Martin S.
15. Oktober 2017 19:47

Höchsten Respekt für den Mut und die Standhaftigkeit! Ich war am Samstag mit dabei und durfte ein historisches Lehrstück erleben, wie man "mit Linken leben" kann und was die Medien anschließend für ein verlogenes Zerrbild der Realität abliefern. Ich hoffe, dass die Messe gut für Sie zuende geht und grüße alle sehr herzlich!

Paul Weber
15. Oktober 2017 22:04

Mich wundert, dass die Messegesellschaft das Geld vom Verlag genommen hat und drei Veranstaltungen zugebilligt hat. Verstanden hätte ich, wenn der Widerstand und die Abneigung vorher gekommen wäre - das wäre nur Folgerichtig, aber so? Ich hoffe, dass der Sachverhalt juristisch geprüft wird und der Verlag wenigstens sein Geld für zwei Veranstaltungen und die Schäden am Stand erstattet bekommt. Ansonsten möchte ich auch an dieser Stelle meinen Dank und meine Anerkennung äußern, dass so viele Menschen ihre körperliche Unversehrtheit aufs Spiel gesetzt haben, für eine letztlich - in meinen Augen - erfolgreiche Präsentation des Verlages und seiner Ideen. Es wird sehr aufzehrend und lange dauern, aber aus Gesprächen in meinem Umfeld entnehme ich, dass die Praktiken der Antifa&Co. weiterhin konsequent öffentlich gemacht werden müssen, denn viele gehen nicht d´accord damit und die Stimmung schwenkt um. Also: weiterhin viel Erfolg und vor allem Durchhaltevermögen. Vielleicht kann ich mit ein paar Einkäufen bei Ihnen etwas dazu beitragen.

deutscheridentitärer
15. Oktober 2017 22:17

"deutscheridentitärer, von dem Fall mit dem Fotografen wollte ich ebenfalls berichten. Inzwischen hat sich auch die Frankfurter Polizei dazu geäußert und dies richtiggestellt: Eine Pressemitteilung soll folgen. Unsere "linken" Freunde wird das freilich nicht interessieren."

Erstaunlicherweise hat der Journalist, der dem PARTEI-Typ auf dessen Anfrage hin die Verwendung des "viralen" Fotos erlaubt hat, darauf bestanden, dass dieser seine hahnebüchene Schilderung berichtigt. Hier äußert er sich etwa ganz klar: https://twitter.com/jonas_fedders/status/919566553401655296

Und das, obwohl er politisch sehr links steht. Ich muss gestehen, so eine Ehrlichkeit und Charakterstärke, auf den Fakten auch dann zu bestehen, wenn sie dem Narrativ des eigenen Lagers widersprechen, hätte ich aus dieser Ecke nicht mehr erwartet. Zudem sich bei den Linken da schnell eine gruselige Gruppendynamik entwickelt und man schnell riskiert als Nestbeschmutzer dazustehen. Fraglich bleibt, was den PARTEI-Fuzzi zu dieser grotesken Schilderung getrieben hat - musste er doch wissen, dass das offenkundig vorhandene Filmmaterial ihn eindeutig der Lüge überführen wird ("dutzendfache Siegheilrufe").

Monika L.
15. Oktober 2017 22:26

Nur drei Impressionen:

1. Mit Liane Bednarz kann man sich wirklich nett unterhalten. 

2. So viele Deutsche wie auf der Buchmesse habe ich lange nicht mehr in Frankfurt gesehen. Ein ungewohntes Gefühl. Nicht mal am Amadeu Antonio Stand waren Geflüchtete zu sehen.

3. Die Identitären sind am besten bei Kletteraktionen. ( Warum nicht mal ein Banner am Messeturm ? )  In der Theorie besteht m. E. etwas Nachholbedarf. Vielleicht mal mit dem "Kollegen" In Italien ins Gespräch kommen:

https://www.heise.de/tp/features/Nur-wer-eine-Identitaet-hat-kann-die-der-anderen-respektieren-3697556.html

nom de guerre
15. Oktober 2017 22:37

Deutschland, das Land der Dichter und Denker .... war jedenfalls mal so, ich grauester Vorzeit. Mehr fällt mir dazu nicht, allerdings bewundere ich die Standfestigkeit von Ihnen allen!

Jürg_Jenatsch
15. Oktober 2017 23:02

Vielen Dank meinerseits, daß Antaios trotzdem auf der Buchmesse war und dem linken Establishment die Stirn geboten hat. Immerhin zwingt man sie, immer dreister zu lügen. Das ist doch schon ein Erfolg. Es war mir leider nicht möglich aus Österreich zu kommen, aber ich merke mir einen Termin vor.

Thorsten B
15. Oktober 2017 23:09

Lieber Herr Kubitschek,

Auch von meiner Seite den höchsten Respekt! Wirklich ein Erlebnis. Ich habe viel mitgenommen an diesem Samstag.

Meine Eindrücke:

1. Auch ich hatte ein unangenehmes Gefühl als wir uns gegen Herrn Boos akustisch durchsetzen mussten - beim Nachdenken darüber mit welcher Arroganz dieser machtgewohnte Alphamensch aber auftrat - mit versteinertem Gesicht und dieser abfälligen "husch husch weg" Handbewegung seiner wahrscheinlich perfekt manikürten rechten Weisungen-zu-geben-gewohnten- die-nicht-hinterfragt-werden-Hand war das meines Erachtens der richtige und einzige Weg. Und der Weg der ja zum Erfolg führte!

2. Die Linken und ihre Rufe. Notiert habe ich mir den Ruf "Nie wieder Deutschland!" Ich glaube das bedarf keines weiteren Kommentars. Dann der Ruf "Nazis raus!". Wir standen in der vordersten Reihe direkt hinter den Polizisten und konnten gut gegenrufen. Daher konterten wir mit einem kräftigen "Nazis raus!" unsererseits. Die Verwirrtheit der Antifanten sagte doch einiges über deren politisches Verständnis aus! Dann links neben mir der Akif "Lasst die Weiber hier!".  Wie aus einem seiner Bücher!

3.Interessant auch die Lückenpresse, die den Auftritt von Björn Höcke direkt mit den linken Störungen die als "Tumulte" bezeichnet werden in Verbindung bringen. An seinem dort gezeigten vorbildlichen staatsmännischen Verhalten und ehrlichen und glaubwürdigen Antworten könnten sich einige Politiker eine Scheibe abscheiden. Freilich haben die meine kahle Stelle am Kopf die jetzt rechts vorne (naja wenigstens rechts!) auf dem am meisten verwendeten Pressebild (das mit den Plakaten) zu sehen ist nicht zensiert...

Wäre gern noch länger nach den Veranstaltungen am Stand geblieben, hatte aber meine Tochter dabei für die das alles etwas viel wurde – vielleicht gibt es ja noch mal eine Gelegenheit... Herzliche Grüße,Thorsten.

S. J.
15. Oktober 2017 23:21

Zunächst einmal vielen Dank an alle, die nicht klein beigegeben haben. Die Abläufe sprechen eine klare Sprache. Die Störungen gingen von der linken Szene aus. Wenn ich es richtig sah, hatte einer der "Musterdemokraten" sogar ein Shirt mit der Aufschrift vom sog. Schwarzen Block an; als wäre es der Aufdruck einer Meisterschaftsteilnahme, für die er diszipliniert trainierte. Niemand braucht sich von solchen Leuten sagen zu lassen, wo er sein, was er lesen und was sagen darf. Niemand. Tatsächlich sind es solche Szenen, die von bedeutender Symbolik sind. Es zeichnen sich zwei denkbare Entwicklungen ab: Die Gesellschft begreift, dass diese Typen (es war letztlich eine überschaubare, wenn auch laute Menge) ein gesellschaftliches Übel sind und man pfeift sie zunehmend couragiert aus . Die andere: Die Dinge eskalieren. Das will eigentlich niemand, man muss denen allerdings wiederum einfach so keinen Zentimeter Boden preisgeben. Schließlich gibt es nichts, was man sich vorwerfen müsste. Gott im Himmel, wir reden von einer Buchmesse und dem Recht auf Meinungsfreiheit. Und wir reden bei Björn Höcke von einem Mann, dem gegenüber die Verfahren eingestellt wurden und dem es folglich zusteht, sich frei zu bewegen. Hier geht es um fundamentale Prinzipien. Das gilt für jeden in Deutschland. 

Nemo Obligatur
15. Oktober 2017 23:26

Metapolitisch ein Sieg auf der ganzen Linie. Für jeden Niederbrüller von der Antifa finden sich inzwischen mindestens drei Bürger, die neugierig werden. Selbst die Berichterstattung bei Spiegel&Co. ist ein Fortschritt. Da wird noch mancher hellhörig werden, was es alles zu lesen gibt bei Antaios oder Manuscriptum. Wenn ich nur daran denke, wie ich all die langen Jahre orientierungslos war. Hatte nur den Fernau zuhause, der mir zufällig in die Hände geriet und der Rest war Schweigen.

Aristoteles
15. Oktober 2017 23:50

Kubitschek: "Wörtlich sagt mir Boos, daß er die Meinungsäußerungsfreiheit der Störer ebenso hoch gewichte wie unsere Lesung im Rahmen unseres bezahlten Forums." Tatsächlich sagt Boos über die Störer der freien Meinungsäußerung: "Natürlich werden professionelle Kommunikationsmethoden genutzt, um sich in den Vordergrund zu bringen, gerade für kleine Gruppierungen ist das interessant." "professionelle Kommunikationsmethoden" ... Zur Hölle mit ihnen.

Eric Neusa
15. Oktober 2017 23:57

Sehr wichtig war am Samtag, daß nach dem Abzug des hausfriedens-brechenden "Anti"fa-Mobs wir Rechten im wahrsten Sinne das letzte Wort hatten. Reconquista Deutungshoheit! Es gilt: Wir sind da. Wir halten stand. Man wird uns nicht mehr los. P.S.: Antaios, Sie sind Helden!

Borstelspatz
16. Oktober 2017 00:20

Vielen Dank für Euer Engagement auf der Messe und die Berichterstattung hier! Ich habe gerade 4 Bücher von den Neuerscheinungen bei Euch bestellt, unter anderem auch als Unterstützung aus der Ferne! Das Abo der Sezession habe ich ja schon eine Weile... ;-)

Selbstdenker
16. Oktober 2017 00:55

hier wurde schon alles gesagt was zu sagen ist. Den Antaios Verlag und deren vielen Mitstreiter kann man nicht oft genug danken. Der Leuchtturm für alle, die es gut mit unseren Land meinen. Ihr seid wahre Helden!

Lotta Vorbeck
16. Oktober 2017 01:12

Einfach nur bewundernswert, die, ungeachtet von auf die Spitze getriebener Provokation, famose Selbstbeherrschung des Götz Kubitschek! Lediglich das Betrachten der Szene "Boos beim Schulterfassen und Rumfummelei mit seinem Megaphon" - in diesem Video ab Minute 2:30 dokumentiert - war bereits dazu angetan, den Blutdruck des mit Kubitschek symphatisierenden Zuschauers über die 180er Marke hinaus zu katapultieren. In selbiger Situation wie Kubitschek befindlich, hätte sich wohl nicht nur der Autor dieses Blogeintrages dazu hinreißen lassen, der verlogenen Lemure das Megaphon just abzunehmen. Nichts paßt besser zum Tag 4 der Buchmesse, als die Gandhi-Sentenz: „Zuerst ignorieren sie Dich, dann lachen sie über Dich, dann bekämpfen sie Dich und dann gewinnst Du.“

Marc_Aurel
16. Oktober 2017 02:38

Meine Güte, da war ja noch richtig was los - Respekt an das Antaios-Team für das Durchhaltevermögen! Angemerkt sei noch, dass sich der politische Mainstream mit solchen Aktionen, meiner Meinung nach, eher ins eigene Fleisch schneidet, denn die Ungleichbehandlung und die zur Schau getragene Repression, werden vom aufmerksamen Beobachter durchaus registriert. Im Grunde bleibt für den MS auch gar kein anderer Weg übrig, denn einen öffentlichen, fairen Dialog können sie nicht wagen, weil sie wissen, dass sie im Unrecht sind und weil ihre Phrasen und Kampfbegriffe im hellen, gnadenlosen Licht einer objektiven Analyse dahinschmelzen würden, wie Butter in der Sonne. Zudem würden durch einen solchen Diskurs nicht wenige Zeitgenossen erstmalig zu Kenntnis nehmen, dass es erstklassige Gegenargumente zur "Wir-schaffen-das-Alternativlosigkeit" gibt. Zum ignorieren ist die Gegenöffentlichkeit mittlerweile viel zu stark. Eine unangenehme Situation für den MS, die einzige Hoffnung die sie haben dürfen ist die, mit der "Topf auf dem Deckel halten, zur Not durch draufsetzen"-Methode Erfolg zu haben, so lange...tja bis wann eigentlich, bis sich die Lage beruhigt hat? Da wird nicht passieren...sie stehen auf verlorenem Posten, wissen es nur noch nicht oder können nicht anders.

Cacatum non est pictum
16. Oktober 2017 03:42

@S. J.

Es zeichnen sich zwei denkbare Entwicklungen ab: Die Gesellschft begreift, dass diese Typen (es war letztlich eine überschaubare, wenn auch laute Menge) ein gesellschaftliches Übel sind und man pfeift sie zunehmend couragiert aus . Die andere: Die Dinge eskalieren.

Das ist auch meine Prognose. Ich finde es erfreulich, dass es offenbar immer mehr Überläufer gibt, aber niemand vermag abzusehen, wieweit sich diese Tendenz fortsetzen wird. Sollte es dereinst zur totalen Eskalation kommen, gebe ich Antifa und Konsorten folgendes zu bedenken: Der Legalwaffenbesitz in Deutschland befindet sich nach meiner Einschätzung ganz überwiegend in der Hand von Leuten, die linksliberale Positionen ablehnen. Angehörige von Polizei und Bundeswehr werden sich - wenn sie sich in einer außer Kontrolle geratenden Situation entscheiden müssen - gewiß ebenfalls nicht auf die Seite derjenigen schlagen, von denen sie jahrzehntelang bekämpft worden sind. Damit ist über die Erfolgsaussichten der Linken in einem potentiellen (und hoffentlich nicht eintretenden) Bürgerkrieg das meiste gesagt. Die politische Lage immer weiter eskalieren zu lassen, ist das für sie Aussichtsloseste, was diese Leute tun können. Sie scheinen es nicht zu begreifen ... Ich will natürlich nicht den Teufel an die Wand malen. Oberflächlich ist es in unserem Lande immer noch weitgehend friedlich. Aber es scheint unter der Oberfläche zu gären. Es könnte der Tag kommen, an dem - wie Kleine-Hartlage es in "Die liberale Gesellschaft und ihr Ende" ausdrückt - die stabilisierenden Zentripetalkräfte unter dem Druck der wachsenden Zentrifugalkräfte zusammenbrechen (Weimarer Republik!). Auslöser für so eine Entwicklung könnte beispielsweise eine schwere Wirtschaftskrise sein. Dann wird sich alles ganz schnell entlang von Bruchlinien sortieren. Und wer sich mit dem Beginn der jugoslawischen Sezessionskriege in den neunziger Jahren beschäftigt, der wird erfahren, wie es innerhalb einer Armee in kürzester Zeit zu Massendesertionen kommen kann, wenn Soldaten plötzlich in einen Loyalitätskonflikt gebracht werden. (Seinerzeit ging es um ethnische Zugehörigkeit, aber natürlich sind auch andere Abspaltungsszenarien denkbar.)

deutscheridentitärer
16. Oktober 2017 08:45

"Die Identitären sind am besten bei Kletteraktionen. ( Warum nicht mal ein Banner am Messeturm ? )  In der Theorie besteht m. E. etwas Nachholbedarf. Vielleicht mal mit dem "Kollegen" In Italien ins Gespräch kommen."

Das finde ich etwas herablassend. Die Identitären sind seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, die ersten die eine neue, frische, "zukunftsfähige" Theorie von rechts verkörpern. Zu verdanken ist das im Wesentlichen Martin Sellner. Es kann und muss aber nicht jeder ein Sellner sein. Die Kollegen in Italien, zu denen ich auch Casa Pound zähle, haben bzgl Stil und Aktion zwar Maßstöbe gesetzt, aber "in der Theorie" begegnen wir uns soweit ich es überblicke (was zugegebenermaßen nicht viel ist) auf Augenhöhe.

Andrenio
16. Oktober 2017 10:53

Wenn jemand demnächst einen Antifatypen mit eleganter Leinenjacke (grau) rumlaufen sieht: Sie wurde mir beim Gerangel um mein Mobiltelefon, das man mir entwenden wollte, von einer kleinen Antifafrau aus der anderen Hand entrissen und wohl als Trophäe mitgenommen. Als potentielle Träger kommen einige in Frage, denn es waren auffällig viel gepflegte Gestalten dabei, kaum Schmuddeltypen mit Ringen durch Nase und Lippen oder Tatoos. Woher die wohl kommen und wer hat sie geschickt? Auffällig war jedenfalls, dass der Einmarsch koordiniert zusammen mit der Polizei passierte. Sah aus wie choreographisch eintrainiert. Weit mehr als die Hälfte der „Antifa“ versuchten die Identität durch Vorhalten von Buchmesseprospekten zu verschleiern, zu den Sonnen- und Faschingsbrillen dazu. Da einem keine Verfolgung droht, warum wohl zeigt man kein Gesicht? Waren es am Schluss womöglich Angestellte der Messe?

Monika L.
16. Oktober 2017 11:49

@ deutscher Identitärer

Meine Kritik meinte ich nicht despektierlich. Die Identitäre Bewegung Europas hat Ideen, deren Zeit gekommen ist wieder ins Spiel gebracht. Das ist ihr großer Verdienst. Es geht m.E. aber um mehr als um die Rückeroberung politisch verlorenen Terrains. Es geht darum , Begriffe wie Identität, Heimat, Tradition usw. selbst bestimmen n zu können. Es geht um die  geistige Souveränität. Die liegt gar noch vor dem Metapolitischen. konkret: Ich persönlich verstehe nicht die Sympathie der Identitären für die alt-Right. Ich sehe das als einen Versuch, in Amerika das zu finden, was man in Europa suchen sollte. Faszinierend finde ich, wie ein junger 'linker' italienischer Philosoph zu ähnlichen Überlegungen wie Rolf Peter Sieferle kommt . "der ewige Nazi" : https://m.youtube.com/watch?v=XUqnRCm-xVg In Frankfurt hat mich am meisten geschockt, dass die Jugend einer Nation sich so feindlich gegegübersteht. Das hat Hintergründe, die tiefer reichen. Die Situation in USA erkärt mir dieses Phönomen nicht.

Frank Wilhelm
16. Oktober 2017 12:23

Hochachtung, Respekt und Dank an Frau Kositza, Herrn Kubitschek sowie an alle Mitarbeiter, Teilnehmer und Gäste von Antaios, Manuscriptum, Tumult! Alle Anwesenden haben den Aggressionen souverän und diszipliniert standgehalten und deutlich Präsenz gezeigt. Wir waren bei der Veranstaltung im Forum anwesend und konnten uns ein eigenes Bild der Situation verschaffen. Ein halbwegs geordneter Diskurs erscheint mir demnach nahezu ausgeschlossen; stattdessen halte ich es für wahrscheinlicher, daß die Lage in nicht allzu ferner Zukunft vehement eskaliert. Über die hinterhältige Rolle und das skandalöse Verhalten des Veranstalters - namentlich der "Herren" Skipis und Boos - muß man kein weiteres Wort verlieren. Dazu ist alles wesentliche gesagt worden. Die Repressionen des Regimes, Fälschungen der Medien, Angriffe der sog. "Antifa", etc. werden dazu führen, daß immer mehr Menschen zu uns finden und sich unsere Reihen noch enger schließen werden. Auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr !

H. M. Richter
16. Oktober 2017 12:41

Aus gegebenem Anlaß eine Bitte: Ein Verlag, der nicht zuletzt auch buchgestalterisch Maßstäbe setzt, beispielsweise mit der Druckausgabe von Sezession, sollte den Internet-Kommentatoren bitte die Möglichkeit einräumen, in ihren Beiträgen Absätze bzw. Leerzeilen zu verwenden. Dies dient der Übersichtlichkeit und dem Lesefluß in nicht unbeträchtlichem Maße. Derzeit wird dies ganz unterschiedlich gehandhabt. Einige Texte (s. o.) werden - ohne jede Rücksicht auf Sinnabschnitte - zu einem einzigen Block zusammengeschoben, was beim Lesen geradezu schmerzt, - bei anderen werden einige Leerzeilen gestattet. Danke im voraus !

Starhemberg
16. Oktober 2017 13:57

Ich habe mir eben die Langversion des Videos angesehen und bin ziemlich erregt. Die Arroganz, die dieser Boos ausstrahlt, lässt mich tatsächlich aggressiv werden. Ich bewundere Götz Kubitschek für seine Ruhe und Kraft, ich glaube, ich hätte es einfach nicht mehr ausgehalten und in irgendeine linke Fresse gedroschen, verzeihen Sie bitte meine primitive Wortwahl. Aber das hier regt mich dermassen auf, ich kann diese wohlstandverwahrlosten Linksextremisten einfach nicht mehr ertragen. Wir hier in Österreich bekommen hoffentlich bald eine Mitte-Rechts-Regierung und dann wird wieder für Ordnung gesorgt. Aber bei euch sieht es wirklich zum Speiben aus. Umso wichtiger die hellen, strahlenden Inseln inmitten all der Dunkelheit, und die allerhellste ist jene von Antaios. Euch allen vielen Dank, Bestellung von mir kommt demnächst wieder, ein ganz herzliches Servus aus dem Süden!

Simplicius Teutsch
16. Oktober 2017 14:21

Sehr geehrter @ H. M. Richter,

da haben Sie vollkommen recht.

nom de guerre
16. Oktober 2017 14:57

@ Monika L.

>>konkret: Ich persönlich verstehe nicht die Sympathie der Identitären für die alt-Right. Ich sehe das als einen Versuch, in Amerika das zu finden, was man in Europa suchen sollte.<<

Das sehe ich genauso. Mir erschließt sich nicht, wieso ausgerechnet die Identitären, die nach meinem Verständnis eigentlich aus derselben „Ecke“ kommen müssten wie z.B. Schrenck-Notzing mit seiner Kritik an der Umerziehung der Deutschen, sich an der amerikanischen Rechten zu orientieren scheinen, statt sich auf die ureigenste europäische bzw. in Deutschland eben auf die deutsche Identität und die damit verbundenen geistigen Strömungen zu besinnen. Auch wenn es Gemeinsamkeiten geben mag und sich gemeinsame Aktionen vielleicht anbieten (kann und will ich nicht beurteilen, ist nicht mein Thema), hätte ich gerade bei einer solchen Gruppe ein Bewusstsein für die grundlegende Verschiedenheit europäischer und amerikanischer politisch-gesellschaftlicher Traditionen erwartet. Davon abgesehen frage ich mich, ob bei einer Eins-zu-eins-Umsetzung der von der amerikanischen Rechten zumindest zum Teil vertretenen Positionen im Ergebnis etwas anderes herauskäme als bei der befürchteten Islamisierung Europas – mit anderem Anstrich, versteht sich. Etwas überspitzt formuliert stelle ich mir die Frage, ob, wer die Ideen der Alt-Right unterstützt, nicht eines Tages in „The Handmaid’s Tale“ aufwacht (womit ich das Buch aus den 80ern meine, nicht die aktuelle, anscheinend mittels einer Vielzahl von Gewaltdarstellungen und Blut „aufgepeppte“ Serie). Ich habe gerade „Die Moschee Notre-Dame: Anno 2048“ von Frau Tschudinowa gelesen (kann ich nur jedem weiterempfehlen!) – die Autorin kommt als Russin vollständig ohne irgendwelche ideologischen Anleihen bei den Amerikanern aus.

>>In Frankfurt hat mich am meisten geschockt, dass die Jugend einer Nation sich so feindlich gegegübersteht. Das hat Hintergründe, die tiefer reichen. Die Situation in USA erkärt mir dieses Phönomen nicht.<<

Ja! Diese Unversöhnlichkeit und dieser Selbsthass, dass da Leute „Nie wieder Deutschland!“ schreien, das hat etwas mit unseren spezifisch deutschen Befindlichkeiten zu tun und dieses Problem kann nur die deutsche Gesellschaft selbst für sich lösen, indem eine neue Entwicklung in Gang gesetzt wird. Ein von außen kommender Impuls wäre aus meiner Sicht eher kontraproduktiv und würde ein weiteres Mal zu einer Umerziehung führen. Was ich gerne sehen würde, wäre, dass Rechte, Linke und die dazwischen (zu denen ich mich zähle) wirklich mal miteinander diskutieren würden, gerne auch über Bücher. Niederbrüllen kann man jeden, wenn man in der Überzahl ist. Wenn solche Auftritte die Regel sind (auf einer Buchmesse noch dazu!), wenn mit Leuten wie Kubitschek oder Lichtmesz niemals eine zivilisierte Auseinandersetzung über Inhalte gesucht wird, drängt sich der Verdacht auf, dass ihren Gegnern einfach die Argumente fehlen.

@ deutscheridentitärer

Kleine Randbemerkung: Sie mokieren sich über eine von Ihnen als herablassend wahrgenommene Äußerung – das ist völlig OK, allerdings sollten Sie dann vielleicht selbst auch etwas sparsamer mit Formulierungen umgehen, die andere beleidigen („Gipfel der Dummheit“).

Dietrich Stahl
16. Oktober 2017 15:01

Danke an Schnellroda/Antaios/IB um Götz Kubitschek, Ellen Kositza und Martin Sellner. Danke an alle, die zur Unterstützung der tapferen Kämpfer für unsere Sache nach Frankfurt gefahren sind. Frankfurt ist ein weiterer Schlag gegen die Mafia der Herrschenden. Wie in dieser Höhle des Löwen am letzten Wochenende überdeutlich wurde, ist die deutsche Kultur zum willfährigen Befehlsempfänger der üblichen Verdächtigen geworden. Arroganz und Hass spiegeln sich in Haltung und Gesicht von Jürgen Boos [im Video ab 2:30 min.]: https://www.youtube.com/watch?v=vpcreQzNyHc Kubitschek weist ihn souverän in die Schranken. Ein Polizeioffizier versucht [von sich aus!], anstatt seinen Pflichten nachzukommen, für Boos das Megafon zum funktionieren zu bringen. Doch das Megafon weigert sich standhaft, das schmutzige Spiel mitzuspielen. Kleine Hilfe aus anderen Regionen? Sylvester 2015/16, der Fall Sieferle und jetzt der Frankfurter Skandal folgen demselben Muster: Die aus Hass und Angst gespeisten Reaktionen der kriminellen Herrschaftsclique bewirken das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigen. Anstatt die Neue Rechte immer mehr in die Ecke zu drängen, zu diffamieren und zu kriminalisieren, stärken sie uns. Immer mehr Menschen wachen auf. Unser Lager bekommt Zulauf, wie zurzeit die vielen Erst-Kommentare im SiN Forum belegen. [Das gleiche passiert gegenwärtig ebenfalls in ähnlichen Foren.] Jetzt ist Aufwach-Zeit. Die kriminelle Politik/Finanz/Wirtschaft/Kultur/Medien-Bande spielt ungewollt eine wichtige Rolle dabei. Wie drückt es Goethe im Faust aus: „[Ich bin] ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. ...“ Den Fokus auf das Eigene halten und weiter unseren Weg gehen – das ist es.

RMH
16. Oktober 2017 17:02

"Mir erschließt sich nicht, wieso ausgerechnet die Identitären, ..., sich an der amerikanischen Rechten zu orientieren scheinen, statt sich auf die ureigenste europäische bzw. in Deutschland eben auf die deutsche Identität und die damit verbundenen geistigen Strömungen zu besinnen."

Und mir erschließt sich nicht, wie man überhaupt auf diese Idee kommen kann, nur, weil sich die Identitären zur Inspiration bei erfolgreiche Agitationsformen überall umschauen und eben auch jenseits des großen Teiches. Eine copy+paste alt right sind sie jedenfalls mitnichten, genau so wenig, wie sie ein bloßer Klon des französischen Ursprungs sind. Aber für manche scheint ja ein US-Einfluss selbst in homöopathischen Dosen offenbar schon zu viel zu sein - als ob wir in Deutschland nicht andere Probleme hätten. Der Kulturkampf geht gerade in eine entscheidende Phase. Dinge, wie diese Messe sind nur ein Takt aus einer langen Ouvertüre. Meiner Meinung nach - siehe oben - wird es zukünftig keine großen Messen mit rechten Verlagen mehr geben, es sei denn, sie veranstalten ihre eigenen Messen und diese gewinnen an Zuspruch. Pecunia non olet hin oder her, die Ausgrenzungsstrategie des Gegners ist erst am Anfang, noch lange nicht am Ende und mit dem Einzug der AfD ist Nichts in trockenen Tüchern. Im Gegenteil, die Aus- und Abgrenzeritis wird jetzt erst so richtig los gehen (so mancher wird privat & beruflich einen hohen Preis zahlen müssen) und der Riss in Deutschland sich vergrößern, da die Herrschenden denken, ~ 80% der Wähler zu binden und den Rest in den basket of deplorables zu werfen, sei ja genug. Auf der anderen Seite bietet dieses offene Agieren des Establishments große Chancen, Geländegewinne zu machen, da das Schlachtfeld nunmehr hell erleuchtet ist/wird.

Lotta Vorbeck
16. Oktober 2017 20:56

Die Frankfurter Rundschau beschreibt die Schlüsselszene unter der Überschrift "Die Landnahme" heute folgendermaßen:

"Rechtsextremen um den Antaios-Verleger Götz Kubitschek gelingt es, die Buchmesse zur Bühne ihres „Kulturkampfs“ zu machen. Nach einem Auftritt von Björn Höcke eskaliert die Stimmung. Die Buchmesse ist eine explizit politische Veranstaltung. Am Samstag dann wird sie zur Bühne einer politischen Machtdemonstration. Götz Kubitschek führt den Thüringer Fraktionschef der AfD, Björn Höcke, über die Messe. Begleitet von einem Tross von rund 100 Menschen: AfD-Anhänger, Identitäre, ein ehemaliger Stadtverordneter der „Bürger für Frankfurt“ und bekannte Gesichter der hessischen Neonaziszene. Boos betritt wenige Sekunden nach Kubitscheks Ansage die Bühne, ein Megafon in der Hand. Sein Versuch, die wütende Zuhörerschaft in Halle 4.2 anzusprechen, geht in „Heuchler, Heuchler“-Schreien unter. Als Boos dennoch das Megafon zum Mund führt, drückt Kubitschek es weg. Der von AfD-Anhängern, Identitärer Bewegung und beinahe der gesamten Rechten in Deutschland vergötterte Autor und Vordenker macht deutlich, wer an diesem frühen Samstagabend das Sagen hat. Kubitschek hat sich ein Stück jenes öffentlichen Raums erobert, der ihm und den Seinen dem eigenen Selbstverständnis nach zusteht. Und er gibt ihn nicht wieder her."

Der Autor, ein Danijel Majic schreibt mehrfach explizit "Kubitschek und Konsorten". Somit ist es nicht mehr als recht und billig nunmehr an dieser Stelle zu konstatieren: Niemand anderes hätte es besser und souveräner vermocht "Boos und Konsorten" auf offener Bühne, vor laufender Kamera zu demonstrieren, daß deren verlogenes, abgekartetes Spiel nun bald ausgespielt sein dürfte. Die moderne Technik macht's möglich, den in der Realität flüchtigen Augenblick per Wiederholung eines ums andere Mal erneut zu genießen: Es ist einfach köstlich, mit anzusehen, wie Boos und sein linkischer, uniformierter, mit der Besoldungsgruppe A13 bezahlter Lakai geschlagen von der Bühne abtreten. Das war kein Sieg nach Punkten. Der Gegner kassierte von Kubitschek ein klassisches K.o.. Weiterhin heißt es in der 'Frankfurter Rundschau':

"Der „Umgang“ [mit Antaios] indes gestaltet sich schwierig – manchmal hilflos. Am Messemittwoch demonstriert der Börsenverein des deutschen Buchhandels vor dem Antaios-Stand gegen „Rassismus“. Die Bildungsstätte Anne Frank initiiert die Aktion „Mut – Mutiger – Mund auf“. Besucher lassen ihren offenen Mund fotografieren und tragen einen Anstecker mit dem Motto an ihrer Kleidung. Als der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Buchmesse zuvor als „zu passiv“ im Umgang mit rechtsextremen Verlagen kritisiert hatte, am Mittwoch den Stand der Bildungsstätte besucht, greift er sich kurz entschlossen einen Tisch mit Kampagnenmaterial und trägt ihn zusammen mit dem Leiter der Bildungsstätte, Meron Mendel, zum Antaios-Verlag. Eine gut gemeinte Aktion, die zur Steilvorlage für die Rechten wird. Denn in ihrem Selbstbild haben Kubitschek und Konsorten nichts mit Neonazis gemein. Den Holocaust leugnen sie nicht, beklagen allerdings im Duktus der extremen Rechten den daraus resultierenden „Schuldkult“, der ein „normales Verhältnis“ der Deutschen zur eigenen Nation verhindere. Anne Frank ist für sie keine Reizfigur. „Das Motto ,Mund aufmachen‘, das finden wir gut“, sagt Ellen Kositza und heftet sich einen Anstecker an – ebenso ihre Kinder."

S. J.
16. Oktober 2017 21:01

@ Cacatum non est pictum

Sie haben es deutlich ausgeführt. Ohnehin mag man nur schaudernd daran denken, wie viele unterschiedliche Gruppierungen sich in Deutschland im Falle einer Krise untereinander gegen andere solidarisieren würden, zumal der Staat nicht den Eindruck hinterlässt, durchsetzungsfähig zu sein. In den satten Jahren gelingt es ihm nicht recht, in stürmischeren Zeiten wohl kaum - besonders nicht mit einer Regierung, die eine oft zitierte Angst vor unschönen Bildern hat. 

Maiordomus
16. Oktober 2017 22:10

"Niederbrüllen" und "Niederbrüller" sind gute treffende Ausdrücke, es scheint auch, dass z.B. Kubitschek und Kositza alles richtig gemacht haben. Bin trotzdem froh, war ich vor Ort nicht zugegen in kritischen Momenten, weil ich entschieden der Meinung bin, dass man Brüller auch nicht mit "Zurückbrüllen", etwa "Jeder hasst die Antifa" und dergleichen angemessen bekämpfen kann. Objektiv muss man aber sehen, dass das Hasspotential, und zwar das offiziell und offiziös geduldete Hasspotential der Linken heute einen Rekordstand erreicht hat, sonst wäre der Mordaufruf gegen den "Baby-Hitler" Bundeskanzlerkandidat Kurz von Oesterreich, Wahlsieger von gestern,  nicht möglich geworden, und dies in Titanic, wohl mit der Begründung, es sei ironisch gemeint gewesen. Etwa nach dem Vorwand, den Karl Valentin parodierte: "Unter dem Vorwand, ein Schwein zu sein, war er ein Schwein." Dieses Hasspotential muss ernst genommen werden, erstens mal in sich selber, in seiner hochpolitischen und fast halbamtlichen Dimension, aber auch in seiner Auswirkung auf die Gegenseite, nach dem Motto, dass Hass in der Tat Hass erzeugt. Da ist vom Kampf der SA gegen "Rotfront" im negativen Sinn und in der Tat etwas zu lernen, etwas, das man als vernünftiger Rechter nicht wollen kann oder wenigstens nicht wollen sollte. Im Moment aber lieg der moralingetränkte Hass-Schwerpunkt, die Bereitschaft zu Orwellschen Hasswochen, eindeutig bei den Linksfaschisten. Das muss auf Dauer nicht so bleiben, wird aber im umgekehrten Fall auch kein Problem lösen, sondern, wie das tragische Schicksal konservativer Revolutonäre um 1934 zeigt, und das ebensolche Schicksal linker Dissidenten 1937 in Moskau, im je eigenen Lager sich fast ebenso mörderisch auswüten wie gegen den Feind.

E.
16. Oktober 2017 22:56

 @ Dietrich Stahl (16.10., 13:01): Danke für den Youtube-Link und Respekt und Dank an Herrn Kubitschek für seine Rede, die entschieden die Heuchelei der Messeleitung anprangerte, aber eben auch besonnen war, eines Verlegers würdig: wir stacheln nicht auf, wir gehen zurück zu unserem Stand (obwohl wir hier für eine Veranstaltung bezahlt haben, die wir nicht durchführen konnten, weil die Messeleitung versagte), wir geben nur die Empfehlung: Lesen, lesen, lesen!

Besonders gefällt mir die Szene, wie sich Herr Kubitschek verwahrte, von dem Direktor der Buchmesse an der Schulter angetatscht zu werden: "Fassen Sie mich nicht an!"

Das sagen wir alle zu diesen Linken und Pseudotoleranten: Tatscht uns nicht bevormundend und verlogen-ankumpelnd auf die Schulter: Fasst uns nicht an, denn Ihr, die Ihr von Meinungsvielfalt und Toleranz faselt, seid Heuchler.

Lotta Vorbeck
16. Oktober 2017 23:22

@Cacatum non est pictum - 16. Oktober 2017 – 01:42 AM

... Angehörige von Polizei und Bundeswehr werden sich - wenn sie sich in einer außer Kontrolle geratenden Situation entscheiden müssen - gewiß ebenfalls nicht auf die Seite derjenigen schlagen, von denen sie jahrzehntelang bekämpft worden sind. ... Auslöser für so eine Entwicklung könnte beispielsweise eine schwere Wirtschaftskrise sein. Dann wird sich alles ganz schnell entlang von Bruchlinien sortieren. Und wer sich mit dem Beginn der jugoslawischen Sezessionskriege in den neunziger Jahren beschäftigt, der wird erfahren, wie es innerhalb einer Armee in kürzester Zeit zu Massendesertionen kommen kann, wenn Soldaten plötzlich in einen Loyalitätskonflikt gebracht werden. …

@Dietrich Stahl – 16. Oktober 2017 – 13:01 PM

Arroganz und Hass spiegeln sich in Haltung und Gesicht von Jürgen Boos [im Video ab 2:30 min.]: https://www.youtube.com/watch?v=vpcreQzNyHc Kubitschek weist ihn souverän in die Schranken. Ein Polizeioffizier versucht [von sich aus!], anstatt seinen Pflichten nachzukommen, für Boos das Megafon zum funktionieren zu bringen. Doch das Megafon weigert sich standhaft, das schmutzige Spiel mitzuspielen. Kleine Hilfe aus anderen Regionen?

_________________________

Man studiere im von @Dietrich Stahl verlinkten Video ab Minute 2:30, wie der uniformierte Megaphonknappe des Herrn Boos agiert, insbesondere, wie er Götz Kubitschek von hinten umgeht, um sich sodann rechts neben ihm mit drohender Attitüde aufzubauen … aber Körpersprache ist nunmal verräterisch und eindeutig, in diesem Falle reicht die 'geliehene' A13-Autorität des Boos-Schergen nicht dafür aus, um Götz Kubitschek überhaupt anzusprechen. Die Besoldungsklasse A13 entspricht in Hessen einem zwischen 3.722 € und 4.754 € angesiedelten Grundgehalt. Gute Bezahlung allein, bürgt beileibe nicht für Qualität. Einem altüberlieferten Grundsatz folgend gilt: Erstklassige Männer leisten sich erstklassige Mitarbeiter, zweitklassige nur drittklassige. Schwache Führungskräfte scharen gern schwache Untergebene um sich!  Götz Kubitschek, selbst Oberleutnant der Reserve, schrieb am 06. Juli 2017 hier auf SEZESSION: „Ich war mit jenem Unteroffizier dreimal auf Trupp, einmal über anderthalb Wochen bei saumäßig naßkaltem Wetter in miesem Gelände. Selten bin ich besser geführt worden, und ich habe dabei auf die Zuversicht und kameradschaftliche Fürsorge zu vertrauen gelernt, die den guten Vorgesetzten auszeichnet und von denen es in der Fernspäherei Dutzende gab. Sie alle haben diese Armee verlassen müssen oder sind aus freien Stücken gegangen. Der eine wurde Pilot in Afrika, der andere gründete eine Fallschirmspringer-Schule, der dritte, vierte und fünfte zogen mit Schäferhunden und Taschenlampen um Firmengebäude, bevor sie bei amerikanischen Firmen anheuerten und sich als Söldner verdingten. Andere sind im Zivilleben eingeschlafen und nie wieder aufgewacht (wer wirklich Soldat war, versteht, was ich damit meine).“ BRD-Offiziere – Militär- und Polizeikader sind in dieser Hinsicht aus ein und demselben Holze geschnitzt – stellen in ihrer übergroßen Mehrheit just stromlinienförmige Karrieristen dar. Von diesen Leuten - siehe die lächerliche A13-Figur oben - ist hinsichtlich dessen, was @Cacatum non est pictum schrieb, nicht das Geringste zu erwarten. Allenfalls aus den Reihen des Fußvolkes sind dann, wenn die Karten entlang bisher unsichtbarer Bruchlinien neu gemischt werden, eine gewisse Zahl an Abgängen, die sich von einem untergehenden System nicht in dessen letzte Schlacht gegen das eigene Volk ins Feuer zu schicken lassen gedenken, zu erwarten.

Cacatum non est pictum
17. Oktober 2017 00:25

@H. M. Richter

Aus gegebenem Anlaß eine Bitte: Ein Verlag, der nicht zuletzt auch buchgestalterisch Maßstäbe setzt, beispielsweise mit der Druckausgabe von Sezession, sollte den Internet-Kommentatoren bitte die Möglichkeit einräumen, in ihren Beiträgen Absätze bzw. Leerzeilen zu verwenden.

Ja! Dem schließe ich mich unbedingt an. Ein Text verliert zum Teil seine Sinngebung, wenn man die Absätze zusammenstreicht. Dem Erfordernis, Platz einzusparen, sollte man bitte nicht auf diesem Wege genügen.

Coriolan
17. Oktober 2017 00:38

Es gab nie einen durchsetzungsfähigeren Staat als heute, wenn man berücksichtigt, daß die Nationalsstaaten aufgelöst werden sollen. So gut wie Merkel&Co. bewacht sind, waren deutsche Staatsmänner früher nicht bewacht. Und das obwohl sich in der Gesellschaft weithin eine Infantilisierung verbreitet hat, die das Volk schwächt. Man kann darin natürlich ein Versagen erkennen. Aber nur, wenn man nicht von Volksverrat ausgeht.

Cacatum non est pictum
17. Oktober 2017 01:12

@Lotta Vorbeck

BRD-Offiziere – Militär- und Polizeikader sind in dieser Hinsicht aus ein und demselben Holze geschnitzt – stellen in ihrer übergroßen Mehrheit just stromlinienförmige Karrieristen dar. Von diesen Leuten - siehe die lächerliche A13-Figur oben - ist hinsichtlich dessen, was @Cacatum non est pictum schrieb, nicht das Geringste zu erwarten. Allenfalls aus den Reihen des Fußvolkes sind dann, wenn die Karten entlang bisher unsichtbarer Bruchlinien neu gemischt werden, eine gewisse Zahl an Abgängen, die sich von einem untergehenden System nicht in dessen letzte Schlacht gegen das eigene Volk ins Feuer zu schicken lassen gedenken, zu erwarten.

Da stimme ich Ihnen weitgehend zu. Ich hatte bei meiner Wortmeldung tatsächlich das Fußvolk vor Augen, nicht die Riege der politiknahen Führungskräfte.

Der Feinsinnige
17. Oktober 2017 03:16

Die denkwürdigen Geschehnisse konnte ich leider nur über Netz und Medien verfolgen, da ich aufgrund einer Familienfeier nicht in der Lage war, nach Frankfurt zu fahren. Ich hoffe aber, bei einer nächsten Gelegenheit (Leipzig?) auch dabei sein zu können. Zunächst schließe ich mich allen Gratulationen zum Erfolg von Antaios auf der Buchmesse, allen Aussprüchen der Hochachtung für Götz Kubischek, Ellen Kositza und alle Mitstreiter an. Außerdem danke ich für die ausführliche und eindrückliche Berichterstattung auf SiN. Der Erfolg beim weiteren Gewinn von Öffentlichkeit kann meines Erachtens gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der (kurze) Interview-Auftritt Götz Kubitscheks im „heute-journal“ vom 15.10.2017 stellt dabei das i-Tüpfelchen dar. Auch der Beginn des folgenden, alles andere als wohlgesonnenen Artikels des „Tagesspiegels“ zeigt meines Erachtens, wie hoch der Erfolg tatsächlich einzuschätzen ist: https://www.tagesspiegel.de/kultur/rechte-verlage-auf-der-frankfurter-buchmesse-strategie-des-einhegens/20463114.html

Meinerseits nur eine kurze Anmerkung zu der Begegnung zwischen Buchmessenchef Juergen Boos und Götz Kubitschek auf der Bühne (vgl. die oben verlinkte „Langversion“), die meine absolute Bewunderung für das souveräne Verhalten von Götz Kubitschek unterstreichen soll: Ich bin zunächst richtig zusammengezuckt, als ich im Video die kurze Auseinandersetzung der Protagonisten um das Megaphon beobachtete – und dann wurde mir klar, daß in dem betreffenden Moment – rein juristisch gesehen – doch wohl gar nicht der Buchmessenchef, sondern der Verleger, der die Bühne gemietet hatte, das unmittelbare Besitzrecht an der Veranstaltungsbühne und damit letztlich des Hausrecht für die Veranstaltung, gehabt haben dürfte. Der Chef der Buchmesse (Vermieter) dürfte also kaum so ohne weiteres das Recht gehabt haben, die Veranstaltung des Mieters über dessen Kopf hinweg zu beenden (und damit die Versuche der linken Störer zu vollenden). Dies ist, denke ich, als Hintergrund für die gesamten Geschehnisse eine durchaus nicht ganz unwichtige Erkenntnis. Der Rückzug des Herrn Boos ist daher durchaus folgerichtig gewesen.

deutscheridentitärer
17. Oktober 2017 13:50

@Feinsinnige

Haha, Wahnsinn, dieser heute-show Clip ist ja unglaublich!?  Wo kommen diese absurden Menschen denn her?! So sieht doch niemand aus, ich bin baff. Schaut euch mal das Gesicht von Emcke (?) in der ersten Reihe an, sowas eigenartig debiles habe ich glaube ich noch nie gesehen.

Lotta Vorbeck
17. Oktober 2017 14:03

@Cacatum non est pictum - 16. Oktober 2017 - 11:12PM

Da stimme ich Ihnen weitgehend zu. Ich hatte bei meiner Wortmeldung tatsächlich das Fußvolk vor Augen, nicht die Riege der politiknahen Führungskräfte.

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Das uniformiert-kostümierte Fußvolk ist nicht weniger obrigkeitshörig, als das zivile Fußvolk. Zu einem Großteil handelt es sich um einfach gestrickte, saturiert-bornierte, konsumfixierte Untertanentypen, deren einzige Maxime lautet: "Nach oben buckeln, nach unten treten." Bevor das System offensichtlich in Agonie gefallen ist, werden die kaum aufmucken oder gar von der Fahne gehen.

Daß 1989 in der untergehenden DDR nicht auf das (in Teilen) rebellierende Volk geschossen wurde, lag nicht daran, daß das DDR-System Mangel an einsatzwilligen Bütteln gelitten hätte, sondern einzig an der anders als am 17. Juni 1953 absehbar ausbleibenden (militärischen) Unterstützung der Besatzungsmacht.

deutscheridentitärer
17. Oktober 2017 15:53

"Das uniformiert-kostümierte Fußvolk ist nicht weniger obrigkeitshörig, als das zivile Fußvolk. Zu einem Großteil handelt es sich um einfach gestrickte, saturiert-bornierte, konsumfixierte Untertanentypen, deren einzige Maxime lautet: "Nach oben buckeln, nach unten treten."

Das ist nicht falsch, aber nur die halbe Wahrheit. Die Polizei ist naturgemäß rechts und das ist auch hierzulande so. 

"Bevor das System offensichtlich in Agonie gefallen ist, werden die kaum aufmucken oder gar von der Fahne gehen."

Das ist allerdings ebenfalls naturgemäß so. Gewinnen müssen wir schon alleine.

Der Feinsinnige
18. Oktober 2017 03:38

Eine kurze Ergänzung zu meinem obigen Betrag: Die Szene zwischen Götz Kubitschek und Juergen Boos ist in Kulturzeit (3Sat) zu sehen - https://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=69480 (ein natürlich gefärbter, aber trotzdem durchaus informativer Bericht, auch über Manuscriptum, Tumult und JF, ab ca. Minute 12.00 der Sendung, die Szene Kubitschek gegen Boos ganz am Ende des Berichts nach Minute 18.00; danach ein Interview mit Boos) - und zwar so zu sehen, daß die Worte Kubitscheks gegenüber Boos auch zu verstehen sind. Sehr gut und eindrucksvoll, daß Götz Kubitschek darauf bestanden hat, daß dies seine Veranstaltung sei. Dem konnte Messechef Boos schlicht und einfach nichts, rein gar nichts entgegensetzen – Klasse! Ja, vielleicht sogar historisch! An diese Veranstaltung wird man sich jedenfalls noch lange erinnern.

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