Sezession
15. Oktober 2017

Das war’s. Diesmal mit: Buchmesse, Antaios und dem Kubitschek

Ellen Kositza / 27 Kommentare

Pustekuchen! Heute erster Fachbesuchertag. Von früh bis spät Dauerandrang. Verkrieche mich manchmal mit dem Rücken zum Publikum in die Standecke, um rasch von einem Brötchen abzubeißen. Geht kaum.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kaue noch vor mich hin, als Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann mit Helfern geschwitzt einen Infotisch der Bildungsstätte an uns ranträgt. Ich drängel mich (schluck!) vor die vielen flankierenden Kameras. Sage, daß ich die Anne Frank in den Mund geschobene Parole „Mut, mutiger, Mund auf!“ unbedingt teile. Ich trage selbst seit Messebeginn einen Anstecker der Kampagne.

Tochter: „Gell, weil dort der Fleck auf Deinem Oberteil war, geb’s zu!“ – Ich: „Nö. Aus Überzeugung.“ Tochter: „Sieht übrigens nach AfD aus. Anne Frank hat die gleiche Farbkombi wie die AfD, komisch, ne?“

Ich lade Feldmann und seine Mannen zu Diskurs, Dialog, Gespräch etc. ein: „Wir müssen reden!“ Aber nö. Man rede nicht mit Leuten, die die „Menschenwürde“ mit Füßen treten. Wir? Inwiefern? Wo denn? Der Feldmann-Adlatus unkt: Wir seien halt rassistisch. Wäre mir neu, kann ich von mir weisen. „Aber wir können drüber reden, über Ihre Sorgen und Ängste!“ Das wollen weder Herr Feldmann noch seine Mitarbeiter. Mich macht das traurig. Sie haben nur ihre Parolen.

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12. Oktober 2017

Schlangen vor der Antaios-Schlange! Fernsehteams und andere Fachbesucher stellen Fragen. Mal konfrontativ, mal höflich, meist ernsthaft interessiert. So soll es sein. Wir stehen Rede und Antwort.

Wer nicht reden will: Der Herr Skipis, der meinem Mann gestern einen öffentlichen Dialog in Aussicht gestellt hatte. Skipis ist Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der die Messe veranstaltet. Kubitschek hat Alexander Skipis heute  mehrmals um ein Gespräch beten. Skipis hat keine Zeit. Beim dritten Versuch werden wir etwas ungeduldig. Skipis sagt, er wolle uns weder sehen noch mit uns reden.

Never. Wir bleiben hartnäckig. „Wir müssen im Dialog bleiben!“, rufe ich. Skipis hat keinen Bock drauf. „Nicht mir Ihnen!“  Es geht im Zickzack durch die Messegänge in Halle 3.1. „Herr Skipis!  Was Sie hier praktizieren, das nenne ich gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit! Wir stehen für Austausch, Sie verweigern sich! Das ist Ausgrenzung! Diffamieren und ein offenes Wort verweigern, das sollte nicht mehr zeitgemäß sein!  So bleiben Sie doch stehen, bitte!“

Skipis fällt in Laufschritt. Mittlerweile sind mehrere Kameraleute hinzugetreten; sie halten Skipis‘ strammen Marsch auf. Morgen wird eventuell auch diese Szene auf 3sat zu sehen sein.

Bei all dem Gerenne haben wir einen familiären Engpaß zu bewältigen. Die Kinderbetreuung für die Kleinen fällt krankheitsbedingt aus. Unsere Großen waren eigentlich eingeplant für die Standbetreuung, jetzt müssen sie halt auch nach den kleinen Geschwistern schauen. Ich weise die Kinder kurz ein, ein paar Antworten auf FAQ werden mitgeteilt. Alles läuft gut, der Nachwuchs hält sich mustergültig.

Die Kleinste (aus asketischem, süßigkeitsfreiem Haushalt stammend) vergreift sich dauernd an den Gummibärchen, die der Amadeu-Antonio-Stand schräg gegenüber ausgestellt hat. Ich kann nicht behaupten, daß die Standbetreuer dort unfreundlich sind, aber der Naschhahn wird bald mit entschiedenen Worten zugedreht; mir ist es recht.

Das andere Kind nimmt mein Briefing sehr ernst. Die Zahl der solidarischen Antaios-Stand-Besucher überwiegt deutlich, aber es gibt tatsächlich immer wieder solche, die im Vorübergehen böse und unanständige Worte grummeln. Sohnemann dient sich stets sehr höflich an: „Pardon bitte, ich glaube, Sie haben etwas gesagt? Vielleicht haben Sie Fragen, die ich Ihnen beantworten kann?“ Klingt rührend, aber er macht das wirklich gut und mit sehr reinem Herzen. Die meisten Grummler blieben stehen und hören zu.

Die großen Schwestern hingegen haben heute x-fach die billige Anmache gehört: „Dich/Sie als Messehosteß haben sie wohl in einem Rassekatalog gebucht?“ Die Töchter weisen das entschieden als definitiv rassistische Zuweisung von sich. Hilfe, sie tragen hellblonde Flechtfrisuren! Getwittert wird, daß wir unsere Kinder „inszenieren“.  Männerphantasien.

Noch cooler geht’s im Megabericht von der taz zu: Man könnte das Eisige beschreiben, das diesen Stand umweht, nicht „eisig“ im Sinne von „frischer Wind“, sondern eine Leichenschauhauskälte. Man könnte den inzwischen ikonischen Janker beschreiben, graue Schurwolle, Hornknöpfe, mit dem Kubitschek im aktuellen Magazin der New York Times abgebildet ist.  Haha, „ikonisch“! Kleiner Fake, diese vielfach geflickte Schmuddelstrickjacke trägt K. ausschließlich im Umgang mit Ziegen.

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14. Oktober 2017 -- Wenn es stimmt, daß man sich den Mund fusselig reden kann, will ich nicht wissen, wie ich heute aussehe. Es ist jedenfalls: großartig! Ich habe mich heute nur dreimal kurz vom Stand entfernt, und jedesmal mußte ich mich regelrecht durchboxen (ganz soft, klar; lauter liebe Menschen!), um zurück ins Innere unseres Standes zu kommen.

Soviel Solidarität! Soviel Kontakt zu Leuten, die man bislang allenfalls schriftlich kannte! „Haltet durch!“, „Ihr macht das ganz toll!“, „Ihr habt mir die Augen geöffnet!“ Es ist der helle Wahnsinn! Dutzende Geschichten darüber, wie in den letzten Monaten/Jahren der Riß durch Familie/Freundeskreis/Kollegenschaft sich auftat, nur weil man vorsichtig Unverständnis über die herrschende Politik/Medienberichterstattung geäußert hatte! Viele Händedrucke unter Augenzwinkern: „Bin im Grunde heimlich hier. Muß mein coming-out noch vorbereiten…“

Schönstes Erlebnis heute: Längerer Weg mit Verlagsarbeitern, Björn Höcke und vielfältiger Presse zu Halle 4.2. Wir haben fünf Autoren zu präsentieren: Caroline Sommerfeld/Martin Lichtmesz (Mit Linken leben), Akif Pirincci (Der Übergang /Umvolkung), Mario Müller (Kontrakultur) und Martin Sellner (Identitär!).

Auf der Rolltreppe vor uns plötzlich sechs- oder siebenstimmiges, unrhythmisches Geheule aus antifaschistischen Mündern: „Nationalismus- raus aus den Köpfen!“ Keine Sekunde vergeht, da tönt es von der Rolltreppe gegenüber, und viel lauter, mehrfach: „Jeder hasst die Antifa!“ Hä, wer war das? Keiner weiß es, keiner kennt die. „Aber die haben Kontrakultur-Beutel getrage“, hat unsere Buchhändlerin beobachtet.

Nach der Eskalation auf unserer Buchvorstellung (Sie haben es alle irgendwo gelesen: Antifa will Neue Rechte mundtot machen; hier hübsche Eindrücke) muß ich rasch nach Schnellroda abreisen, eine Tochter hat einen Sonntagvormittagstermin. Im Auto unterhält sie sich mit mit (Fake)-News  von ihrem mobilen Endgerät. Es ist eine lustige Fahrt:

Zum Beispiel erfahre ich, daß angeblich ein Frankfurter Berufspolitiker an unserem Stand von „Nazis“ zu Boden gerungen worden sei: Die Polizei bestätigte, dass es bereits vor der Podiumsdiskussion zu einer Rangelei gekommen war. Dabei ging offensichtlich der Frankfurter Stadtverordnete Nico Wehnemann (Die PARTEI) zu Boden.

Wir hatten, zugegeben, alle viel um die Ohren, aber ein solcher Zufall wäre uns wohl kaum entgangen! Mittlerweile hat die Polizei übrigens klargestellt, daß Wehnemann von einem Sicherheitsmann der Messe niedergerungen wurde, weil er die Verhaftung eines linken Krawallmachers verhindern wollte. Und ein Kumpel von Wehnemann fragt ihn, warum er lügt.

Dabei, so steht es an anderer Stelle, sei unter anderem von Anwesenden "Sieg Heil" gebrüllt worden. Ich sag’s nochmal: Männerphantasien!

Der Focus wartet mit einer lückenpressigen Überschrift auf und weiß - des Zählens offenbar unkundig - zu berichten: „Die Demonstranten wurden auch aus der Gruppe der etwa 100 Zuhörer der Lesung bedrängt. Plakate wurden zerrissen. Es kam zu heftigen verbalen Beschimpfungen.“

Ähnlich täuschend die Huffington Post: „Prügeleien und rechte Parolen: Tumulte bei Höcke-Auftritt auf der Buchmesse“. Klingt, als sei „der Höcke“ ausgerastet, oder? Fakecheck: Höcke war, wie immer, die Ruhe in Person, staatsmännisch.

Zwischendurch drehten wir kurz das Radio lauter, weil auf Deutschlandfunk Kultur die Philosophin Svenja Flaßpöhler den Hergang der Antifa-Aktion einigermaßen wahrheitsgetreu (Lichtmesz ist allenfalls Sympathisant der Identitären, nicht deren Kopf) berichtete. So geht Berichterstattung!

Weiters trägt ein Radiomann spätabendliche Gesprächsfetzen von der Buchmesse vor, darunter aus dem Munde einer „feministischen Magazinmacherin“: Ich hab gerade Götz Kubitschek gesehen, und ich hab ihn erkannt! Was uns das nun sagen soll..?

Wenn dies alles der Beginn eines zivilisierten Gesprächs sein soll: Nur zu! An uns soll und wird es nicht scheitern.

Übrigens, Sonntagabend: Exakt 2.935 verkaufte Exemplare Mit Linken leben. Sechs Tage nach Erscheinen!  Morgen geht die zweite Auflage in Druck.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (27)

Biggeo
15. Oktober 2017 21:47

Sehr geehrte Frau Kositza, sehr geehrter Herr Kubitschek, Sie alle haben das mit Ihrem Team sehr gut gemacht, auch wenn ich bei der Lesung mit Lichtmesz und Sommerfeld nicht dabei sein konnte, denn mein Bus fuhr bereits um 17.15 Uhr zurück. Ich muss aber auch sagen, dass mir schon aufgrund meiner starken Erkältung und drei Stunden Schlaf in der Nacht auf Samstag tatsächlich nicht nach einer derartigen Eskaltion  der Sinn stand.  Was ich heute dazu gelesen habe, hat mir wieder gereicht, um festzustellen, diesem Land ist nicht mehr zu helfen, außer vielleicht der direkte Schmerz, leider, weil er  uns allen weh tun wird. Dann kommt der Hinweis auf den US-Dokumentarfilm „Agenda Grinding America Down“  der zeigt, wie in Amerika Institutionen infiltriert und beeinflusst werden, um die Menschen aus dem Inneren heraus zu verändern. Hier ist es nach meinem Empfinden nicht anders. Sie als Verlag, als Familie, als Intellektuelle, als Team mit Ihren Leuten sind ein permanenter schmerzhafter Stachel im Fleisch des linken Establishments, denn Sie repräsentieren genau das, wogegen  sich der blinde und dumme Haß dieser Leute wendet. Dieser Stachel hat mittlerweile schmerzhafte Eiterbeulen verursacht und führt zu dem blinden  um sich schlagen. Demgegenüber Sie und Ihr Team: Gutaussehend für das Marketing, ökologisch, belesen , tatkräftig , moralisch, mutig, selbstbewusst, alles  Eigenschaften, die  von den Linken  gerne bewusst kaputt gemacht werden (siehe oben den Hinweis auf Agenda Grinding America Down) Und das Beste was ich für Sie aus diesem Ereignis Buchmesse ziehe, ist dass Sie immer bekannter werden und mehr Leser bekommen. Insofern,  danke, an die  linken  Dummköpfe und Pöbelralles.

Der Gehenkte
15. Oktober 2017 22:10

 Also wenn selbst die wahrheitsliebende Liane Bednarz den Spiegel der Falschinformation bezichtigt, dann muß man eigentlich nicht mehr viel reden: https://twitter.com/L_Bednarz/status/919342793436352512

FloriGeyer
15. Oktober 2017 22:17

Weiter so, viel Erfolg und nichts gefallen lassen !

Paul Weber
15. Oktober 2017 22:34

Ach männo, ich hätte diesen ominösen Herrn Kubitschek und die inszenierten jungen Töchter auch unbedingt mal angucken wollen! Fühlen Sie sich nicht manchmal wie im Zoo? Naja, ich hab nicht die rechte Lust gehabt die 550km für ein "Hallo" zu fahren. Aber auch aus der Entfernung merke ich die Aufbruchstimmung, es kitzelt mich die Lust nach einem Outing. Obwohl bei neuen Bekannten das eher kein Problem ist. Es sind eher die "alten Genossen" die mich kopfschüttelnd in sozialen Netzwerken "entfreunden". Dass man im Alter konservativer wird, bedeutet aber natürlich auch, dass es Ausnahmen gibt. Aber dafür hab ich  Anfang der Woche dieses illustre Buch bekommen, das scheint nicht nur inhaltlich ein guter Kauf gewesen zu sein.

Monika L.
15. Oktober 2017 22:43

Danke , Frau Kositza. War toll. Und ganz liebe Grüße an unsere etwas leicht amerikanisierten Österreicher:

https://m.youtube.com/watch?v=XUqnRCm-xVg

 

Burgunder
15. Oktober 2017 22:52

Bravo für den mutigen Auftritt in Frankfurt, bei dem ich nur allzu gern dabeigewesen wäre. Dafür habe ich gerade 3 Exemplare Eures zukünftigen Bestsellers bestellt. Klarer Punktsieg für unsere Sache, die nicht mehr aufzuhalten ist! "Ein Gespenst geht um in Deutschland, in Österreich, in Europa..." (olle Marx möge mir verzeihen)

S. J.
15. Oktober 2017 23:26

Einfach nur: weiter. Es sind gute Anzeichen, wenn immer mehr sich nicht den Mund verbieten lassen. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank, Sie haben viel bewirkt. 

Aristoteles
16. Oktober 2017 00:18

"Beim dritten Versuch werden wir etwas ungeduldig. Skipis sagt, er wolle uns weder sehen noch mit uns reden." Der Direktor der Buchmesse Boos auf die Frage, ob er aus der Messeveranstaltung etwas gelernt habe: "Was ich gelernt habe, ist, wie weit die beiden Gruppen davon entfernt waren, sich zuzuhören." "Gelernt" ...

BORIQUA
16. Oktober 2017 00:27

Es ist wirklich traurig, dass deutsche Menschen nicht vernünftig miteinander reden können.

E.
16. Oktober 2017 00:27

Nach den Aussagen des Buchmesse-Direktors hat man also die Stände von der Anne Frank-Stiftung und der Amadeo-Stiftung in die Nähe des Antaios-Standes platziert, weil die das so wünschten. Und die Anne Frank-Stiftung wollte bewusst das Gespräch mit den "Rechten" suchen. Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buchmesse/direktor-der-frankfurter-buchmesse-nimmt-stellung-zu-beschuldigungen-15247955-p2.html

Und: Hat die Anne Frank-Stiftung das Gespräch mit Antaios gesucht? Die Amadeo-Stiftung wohl nicht.

Ich habe die Berichterstattung über die Buchmesse seit Tagen sehr genau verfolgt.

- Ein Oberbürgermeister schwadroniert über Meinungsvielfalt und Toleranz und merkt gar nicht, dass alles, was er in seinem "Gratis-Mut" daherschwadroniert, für die sog. Neurechten spricht.

- Verlagsstände zahlender "neurechter" Verlage werden beschädigt, über Nacht.

- Ein aggressiver Glatzkopf mit Tätowierungen wird von "Bild" als "Rechter" suggeriert, blöd halt, dass er ein linker Antifa ist.

- Ein Verleger eines "linken Musikverlages" kriegt von einem Messebesucher einen Schlag an die Lippe. Verschwiegen wird, dass er in seinem "Kommentar" ein lässiges "Haltet die Fresse" herausbrachte, mit dem er ein Interview bei der "Jungen Freiheit" zu stören meinte (womit ich den Schlag nicht rechtfertige).

- Ein linker Stadtverordneter wird wegen massiver Störung von einem Sicherheitsmann überwältigt und behauptet, dass dieser Sicherheitsmann ein "Nazi" sei.

- Und ein "Journalist" der FR bezeichnet die polizeirechtlich so zu nennenden "Störer" gegen die  Antaios-Veranstaltung als "Gegendemonstranten". Bitte? Eine Veranstaltung eines zahlenden Verlages ist keine Demonstration. Und die Antifa war, polizeirechtlich gesehen, "Störer" dieser Veranstaltung.

Der_Jürgen
16. Oktober 2017 00:41

Trotz momentan starker Arbeitsbelastung habe ich mich in den letzten Tagen ständig über die Entwicklung auf der Frankfurter Buchmesse auf dem laufenden gehalten, und zwar nicht ohne eine gewisse Nervosität. Nun ist offenbar alles gut verlaufen, trotz der massiven Störungen durch linke Hohlköpfe. Der Antaios-Equipe und ihren Freunden sei herzlich gratuliert. Ihr Einsatz trägt zunehmend Früchte. Ich habe in den vergangenen Wochen eine Reihe von Antaios-Büchern gelesen, die schon lange für mich bereitlagen, und empfinde grosse Hochachtung vor den Autoren. Ausnahmslos alle Bücher waren gut bis sehr gut, wobei mich Martin Lichtmesz' schlechthin grossartiges "Kann nur ein Gott uns retten?" am stärksten beeindruckt hat. Meiner Überzeugung nach ist LIchtmesz Peter Sloterdijk, den so viele für die rechte Lichtgestalt schlechthin halten, intellektuell und schriftstellerisch überlegen. Durststrecken, wie sie für Sloterdijk kennzeichnend sind (oft muss man Dutzende von Seiten lesen, ehe man wieder auf einen originellen Gedanken stösst), habe ich bei Lichtmesz nie gefunden. Nun freue ich mich mächtig auf das von Lichtmesz und Caroline Sommerfeld gemeinsam verfasste Opus. Das wird bestimmt ein Lesegenuss erster Güteklasse.

Alberth
16. Oktober 2017 04:41

„Die Demonstranten wurden auch aus der Gruppe der etwa 100 Zuhörer der Lesung bedrängt...." - So gehen Fakenews im Quadrat. Ich stand zum Gang hin am hinteren äußeren Rand der Zuhörertraube. Dort ist der brüllende Antifa-Mob mit solcher Aggressivität auf uns losgegangen, das nur die dazwischen tretenden Polizisten uns vor Schlimmerem bewahrt haben. Leider haben die Polizisten die Störer nicht zurückgedrängt, so dass sie mit ihrem Geschrei und Getriller die Lesung stören konnten. Wie Götz Kubitschek dann aufklärte, wollte Messechef Boos trotz eindringlicher Bitte die Störer auch gar nicht abdrängen lassen (Immerhin, um solche hasserfüllten und fanatisch verzerrten Gesichter zu sehen, muss man sonst ins Kino gehen.). Traurig, dass das Motto der Messeleitung zu sein scheint: Linkes Gebrüll statt rechter Gedanken. Merke gerade: Da Ihnen, wie jedem, besonders in übelgesinnter Umgebung Anerkennung und Lob der Leser guttun, werde ich damit bei der nächsten Messe nicht sparen. Aber diesmal waren Sie alle wirklich so im Trubel, dass ich Hemmungen hatte, zu „stören“.

PS: Ich habe Ihre Tochter wegen des Ansteckers zunächst für eine „Aktivistin“ des „mund auf“-Standes gehalten, die vor dem Antaios-Stand missionieren sollte.

Coriolan
16. Oktober 2017 06:25

„Bin im Grunde heimlich hier. Muß mein coming-out noch vorbereiten…“

Vielleicht hat er/sie ja noch eine/n Freund/in, die ihm dabei das Händchen halten kann, wenn es soweit ist.

Ebi
16. Oktober 2017 13:20

Glückwunsch, weiter so und viel Erfolg! Wie ich erfahren habe, hat man Ihren fbm-Stand in der ersten Nacht verschönert, Bücher verschandelt und "in den Zustand der Unverkäuflichkeit überführt" (Klonovski). Nun, man kann das auch anders sehen: Den Gegenständen (Bücher, Plakate etc.) haftet nunmehr die Patina des Erfols und der Unbeugsamkeit an. Statt die Sachen zu entsorgen schlage ich eine Versteigerung hier unter den Sezessionisten oder auf der Antaios-Seite vor (ggf. mit Widmung etc.). Wäre doch gelacht, wenn damit - Antifa sei Dank - nicht die Standgebühr für 2018 zusammenkäme. Ich wäre dabei. Viele Grüße, Ebi

Starhemberg
16. Oktober 2017 14:12

1. Ich liebe euch, klingt blöd, ist aber so.

2. Habe eben eine E-mail an Herrn Skipis abgeschickt, der gute Mann ist allerdings offensichtlich auf Urlaub.

3. Wenn Ihr nächstes Jahr wieder auf der Messe seid (hoffentlich!), dann komme ich auch, kein Weg sei mir zu weit!

Danke, Danke, Danke, dass es euch gibt.

H. M. Richter
16. Oktober 2017 14:16

Ich wünsche, so noch nicht geschehen, gutes Ankommen (nebst einigen Tagen Erholung) am Verlagsort. Um den ich mir, ehrlich gesagt, in den letzten Tagen fast mehr Sorgen machte als um den Messestand ... Doch dann sagte ich mir, einer muß ja das Federvieh, die Katzen und die Ziegen hüten, und der ist bestimmt wehrhaft. Vielleicht hält ja in S., sagte ich mir schließlich zur Selbstberuhigung, gar ein auf Heimaturlaub befindlicher Raskolnikow - hinter einem Fernrohr Eierlikör trinkend und edle Pralinés aus Nougat verspeisend - die Wacht ... Gute Erholung jetzt ! Der zu erwartenden lichtmesz'schen wie sommerfeld'schen Bestellawine kann sich für einige Tage - in einem mit Nachwuchs gesegnetem Verlegerhaushalt - ja vielleicht einmal die kommende Generation annehmen ...

Hesperiolus
16. Oktober 2017 16:01

Dem Motto "Francfort en francais" hätte ein Anstecker "Je suis Antaios" trefflich entsprochen.

Harm Wulf
16. Oktober 2017 18:22

Es waren intensive und hochinteressante Tage auf der Buchmesse. Trotz der bereits hinreichend beschriebenen Stör- und Boykottversuche des gesamten linken Spektrums hat sich die Neue Rechte ausgezeichnet präsentiert. Es gab bis auf diesen ominösen Faustschlag am Stand der Jungen Freiheit keinerlei Zwischenfall, den man den patriotischen Kräften irgendwie zur Last legen könnte. Die Verleumdungen und Tatsachenverdrehungen der Mainstreammedien fallen daher auf die Verursacher selber zurück.

Sehr gefreut hat mich, dass ich viele Personen aus dem Umfeld von Antaios und IB persönlich kennenlernen durfte und manch interessantes und nettes Gespräch führen konnte. Trotz der bisschen angespannten Grundstimmung, die sich verständlicherweise einstellt, wenn man alleine in Feindesland agiert, war es immer sehr angenehm am Antaios-Stand und der dargebotene Wein hat hervorragend gemundet. ;-)

 Allerdings hätte ich nicht mit diesem Trubel gerechnet, der vor allem samstags praktisch permanent geherrscht hat. Besonders beeindruckt haben mich die Tochter des Verlegerehepaares und deren Freund. Wie souverän, entspannt und locker die Beiden trotz ihres jugendlichen Alters agiert haben, war äusserst bewundernswert.

Sehr erfreulich war, dass zu der Antaios-Veranstaltung am Freitag Michael Klonovsky und Matthias Matussek erschienen sind.  Der Höhepunkt war allerdings das Auftreten von Herrn Höcke am Samstag; wie von Aufnahmen gewohnt, sehr freundlich, sehr staatsmännisch und immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Kein Wunder, dass der Antifa-Mob beinahe geplatzt ist vor Wut.

Ein großer Wermutstropfen dagegen war, dass Martin Sellner und Mario Müller nicht mehr ihre Bücher vorstellen konnten, dies hätte allem die Krone aufgesetzt. Aber dann halt beim nächsten Mal. Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote, die ich am Stand der Frankfurter Rundschau erlebte. Kurz vor einer dort stattfindenen "Lesung"  sagte jemand, hoffentlich kommen jetzt nicht die Nazis von drüben und pöbeln herum. Darauf ein anderer: Erstens können sich die Leute dort benehmen und zweitens ist Antaios ein erfolgreicher, aufstrebender Verlag. Keine Sorge, dort interessiert sich niemand für die Veranstaltungen einer kurz vor der Pleite stehenden, unbedeutenden Regionalzeitung.

Leser
16. Oktober 2017 19:42

Gratuliere zu den großartigen Kindern! Die lernen in einer Woche mehr als in 100 Jahren Staatsbürgerkunde.  (Heißt das so?)

Ernst-Fr. Siebert
16. Oktober 2017 21:02

Den Gedanken der besonderen Verwendung der gekennzeichneten Bücher hatte ich auch schon. Also wer macht das zweite Gebot? Ich biete 20 Euro für ein veredeltes Kaplaken. Auch über Anstecker sollten wir noch einmal reden...

Grüße in die Ritterburg
efs

sven h.
16. Oktober 2017 22:36

Ich will den Antaios Verlag loben. Ich konnte mit Hilfe euerer Bücher schon so vielen die Augen öffnen. Ihr seid die rote Pille :)

Werde weiterhin fleissig bei euch bestellen!

Brettenbacher
17. Oktober 2017 00:51

O schaurig war's auf der Frankfurter Mess'
es rasten die Dämonen
sie hätten schier den Geist verpest'/
doch blieb Antaios thronen.

Löwenherz
17. Oktober 2017 22:57

Sehr geerte Frau Kositza

Ihre Beiträge sind für mich seit einigen Monaten immer ein Lesevergnügen, so auch diesmal.

Auch wenn es gewiss angenehmere Zeitvertriebe gibt, als sich anpöbeln und niederbrüllen zu lassen, - die Berichte von der Messe haben auch mich traurig gestimmt -, so meine ich doch, dass dieser Anlass für den Verlag Antaios als Erfolg verbucht werden kann. Es dürften wieder einige Menschen mehr auf ihn aufmerksam geworden sein, und bei dem Vertrauen, das die etablierten Medien derzeit geniessen, werden auch immer mehr das Bedürfnis verspüren, selber zu lesen und über das Gelesene nachzudenken.

Ich danke Ihnen,
L.

Coriolan
18. Oktober 2017 12:47

Obiger Kommentar unter dem Namen "Coriolan" (16.10.2017, 04:25) stammt nicht von mir.

Gruß, Coriolan

Ebi
18. Oktober 2017 21:36

@Ernst-Fr. Siebert: Da gehe ich natürlich mit.

Franz Bettinger
19. Oktober 2017 12:50

@ efs:

Großartige Idee! - Ich biete 22€ für ein in der Schlacht veredeltes Buch oder Bändchen (was auch immer), idealerweise mit einer kurzen persönlichen Widmung eines unserer Helden / Heldinnen. Bitte an meine Adresse schicken und von meinem Konto abbuchen. Danke!

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