16. Oktober 2017

Mit Rechten reden? – Annäherung an den Scheinriesen

Götz Kubitschek / 19 Kommentare

Herr Tur Tur ist eine Figur aus Michael Endes Büchern um Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer. Herr Tur Tur lebt einsam in einer Wüste.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Er hat sich dorthin zurückgezogen, denn die Menschen erschrecken, wenn sie ihn sehen.
Das hat nichts mit seinem Charakter zu tun: Herr Tur Tur ist ein friedlicher, empathischer, einfühlsamer Mann, wenn man ihn kennenlernt. Niemals würde er einem Geschöpf etwas zuleide tun.

Aber er ist ein Scheinriese, und das bedeutet: Aus der Ferne wirkt er wie ein Riese, und nur sehr selten überwindet jemand seine Angst, nähert sich ihm – und stellt fest, daß dieser Scheinriese ein ganz normaler Mensch ist, wenn man neben ihm steht und mit ihm spricht.

Über seine Einsamkeit ist Herr Tur Tur recht traurig, denn eigentlich ist er ein geselliger Kerl, einer, der nützlich sein möchte für die Gesellschaft. Vielleicht (mag sich Michael Ende gedacht haben) würde alles anders, wenn einmal jemand die Geschichte Tur Turs aufschriebe und sie denen zu lesen gäbe, die sich vom Schein trügen (und das heißt: abschrecken) lassen.

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Es gibt mindestens ein Dutzend Bücher, die sich mit uns und unserem Milieu beschäftigen – manche Autoren nähern sich nur schriftlich an, manche mit vorgefaßter Meinung, andere suchen uns tatsächlich auf, suchen das Gespräch, um vielleicht etwas von jenen Theorien und den vielen Begriffssetzungen und Bildern zu finden, mit denen ausgerüstet nun auch im Bundestag »Politik für das Volk« gemacht werden soll.

Ellen Kositza hat diese Literatur und ihre Autoren in einem Text einmal grob unterteilt:

  • Es gibt die, die nichts wissen, nichts gelesen haben und dennoch laut plärren; Heiko Maas (Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen Rechts, 2017), Ralf Stegner (mit einem Aufsatz im Sammelband AfD – bekämpfen oder ignorieren vertreten, 2016) und Konsorten. Dergleichen ist nicht der Rede wert.
  • Dann haben wir die, die sehr wenig lesen, Fundstücke aus dem Internet zusammensammeln und daraus ein Alarmtütchen basteln, das vor allem auf den Autor selbst aufmerksam machen soll. Liane Bednarz wäre so ein Fall (Gefährliche Bürger, 2015). Sie existiert als Publizistin vor allem, weil es Leute wie uns gibt.
  • Es gibt des weiteren solche, die in einen Austausch treten und aufmerksam zuhören. Sie tun dies, um daraus eine Agenda zu stricken, die in einem einzigen Satz sich bündelt und dann als Essenz auf allen Kanälen, vor allem denen der Öffentlich-Rechtlichen, vorgetragen wird: »Diese Rechten haben einfache Antworten auf komplexe Fragen.« Prominenter Vertreter: der Soziologe Armin Nassehi (Die letzte Stunde der Wahrheit. Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind, 2015).
  • Es folgen diejenigen, die viel lesen, wenig fragen, ihr Weltbildchen schon fertig zusammengezimmert haben und sich schreibend nur noch um ein paar furchterregende Adjektive bemühen müssen: Andreas Speits Bürgerliche Scharfmacher (2016) ist nachweislich ein Verkaufsflop. Indes: Vor allem dem Scharfmacher Speit, das sei erinnert, haben wir den Bestsellerstatus von Rolf Peter Sieferles Finis Germania zu verdanken. Leute wie er treten zuverlässig auf jede Mine, die man auslegt.
  • Kommen wir zu denen, die nichts fragen und keinen Kontakt suchen (also auch nicht zuhören möchten), aber dies und das lesen, vielleicht sogar viel lesen, aber eben mit der Kantenschere in der Hand: Es dominiert die denunziatorische Absicht, weil man die »Gefahr« der Auseinandersetzung wittert. Der stramm linke Publizist Volker Weiß (Die autoritäre Revolte, 2017) ging auf diese Weise vor. Er wird von diesem Buch noch lange zehren müssen, er ist sich selbst in die Falle gegangen.

All das sind keine »Annäherungsbücher« (wie wir die interessanteren Versuche bezeichnen), sondern Distanzbeschreibungen, die das Scheinbare entweder bereits zu kennen glauben und ihren Glauben wortreich unterfüttern wollen – oder aber um den Schein wissen und ihn sehr bewußt als das Wirkliche verkaufen und noch aufbauschen, weil nur ein solcher Popanz Interessierte davon abhalten könnte, selber einmal nachzuschauen.

Liane Bednarz wäre demnach der zwanghafte, Speit der ungeschickte, Weiß der wissenschaftlich angehauchte und Maas der abgehobene Versuch, mit Fernwaffen das Ziel, uns, zu treffen. Weit gefehlt!

Zu den Annäherungsbüchern also, aber vorab noch eine Bemerkung:

Die Leser sind weiter als die Publizisten. Sie sind entdeckungsfreudig, wohl auch geistig unterernährt, denn der Mainstream hat seine Lieferungen rationiert und verkauft abgenagte Knochen.

Der Sieferle-Skandal (dessen Ausmaß im Sonderheft »Sieferle lesen« unserer Zeitschrift dokumentiert ist) hat unserem Verlag Zehntausende neuer Leser beschert, keine Sensationsleser, sondern solche, die bedächtiger sind und gründlicher darüber nachdenken, warum sie an Mangelerscheinungen leiden, wenn sie die FAZ, den Spiegel, ein Buch von Carolin Emcke oder von Navid Kermani verdauen.

Wir lernen Leser kennen, die einmal komplett die Speisekarte hoch und wieder runter bestellen, die Empfehlungen erwarten und sich nach zwei Wochen mit präzisen Fragen zu einer erweiternden Lektüre auf diesem oder jenem Feld zurückmelden.

Das dürfen, müssen dicke Bücher sein, harte Bretter, nicht das schmale Vernutzungswissen oder die Art Bestätigungsliteratur, deren Quintessenz auf ein Flugblatt paßt. Wir vermuten halbe Heerscharen von Lesern, die einen anderen (unseren!) geistigen Kontinent erkunden würden, wüßten sie denn, daß es ihn gibt.

Und in jeder Oberstufenklasse, in jedem Germanistikseminar und in jeder Kompanie wären mindestens fünf junge Leute aufzufinden, die sofort begriffen, wonach sie suchten, gingen sie einen Schritt weiter, bloß einen Schritt.

Der Zugang ist immer noch recht geschickt verstellt. Der Scheinriese, der Scheinriese, und das ist das Beklemmende: Die Leser sind weiter als die Publizisten, aber leider auch abhängig von ihnen, weil immer noch als Instanz gilt, wer den Zugang zu den Sendezeiten und Feuilletonspalten hat.

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Annäherungsbuch I:

»Mein Konservatismus behauptet, dass es nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig ist, zwischen dem Eigenen und dem Fremden zu unterscheiden«, schreibt da einer, und: »Ich bin entschieden gegenwartskritisch, in vieler Hinsicht modernisierungskritisch, und ich bin davon überzeugt, dass sich das jeweils Neue gegen das Erprobte zu rechtfertigen hat, und nicht, wie es derzeit der Fall ist, umgekehrt.«

Es ist der ehemalige Feuilletonchef der ZEIT, Ulrich Greiner, Jahrgang 1945, der das schreibt. Heimatlos. Bekenntnisse eines Konservativen heißt sein Buch, und wäre es nicht vor ein paar Monaten, sondern vor zehn Jahren erschienen (als Greiner noch nicht in Rente war, sondern im Herzblatt der linksliberalen BRD Verantwortung trug), würden wir ihn begrüßen und für seine späte, aber wertvolle Einsicht loben.

Aber zwei Aspekte hindern uns daran. Zum einen eben dieses viel zu Späte, das so sehr nach einem Riecher für eine nahe Tendenzwende gen rechts riecht. Was vor zehn Jahren noch ein krasser Schritt war (seinen Kollegen öffentlich zu zeigen, daß man ab sofort gegen die Strömung zu schwimmen gedenke), ist heute noch nicht ganz, aber beinahe schon avantgardistisch, mindestens aber schon interessanter als die hilflose Verwendung des Gesinnungsbestecks von gestern.

Zum andern: »Der Konservatismus, der mir vorschwebt, ist kein politisches Programm, und schon gar nicht folgt er Armin Mohlers ›konservativer Revolution‹.« Und weiter, über PEGIDA: »Die Medien haben die teilweise bösen Exzesse, die dort sicht- und hörbar wurden, in den Vordergrund gestellt, ohne gebührend darauf aufmerksam zu machen, dass keineswegs alle, die sich vornehmlich in Dresden versammelten, rechtsradikal waren.«

Es ist dieser sortierende, abtrennende, überblickanmaßende Ton eines Dazustoßenden, der uns nicht gefallen kann, und mehr: der die bis zum Erbrechen mit Vorschußvernunft ausgestatteten »Gemäßigten« verstärkt, die Wohlfühl- und Wohlstandskonservativen über 60, die Fein- und Weinschmecker, deren Agenda erfüllt ist, wo man sie in ihrer konservativen Homezone in Frieden läßt. Die Annäherung der abgesicherten Besitzstandswahrer: ein neues Genre.

Annäherungsbuch II: Der Gründe, sich uns anzunähern, gibt es viele, und signifikant für diese frühe Phase der Kontaktaufnahme ist das Bemühen der Besucher, den Eindruck entlang der eigenen Kategorien zu verarbeiten.

Greiner stieß mit seiner Expedition nicht besonders weit vor, und er berichtet nun, daß es sich auch gar nicht lohne, mehr als beschwichtigungskonservatives Neuland zu betreten. Sein Buch ist also zugleich ein Annährungsbuch und eine Grenzziehung. Mit uns reden will er nicht.

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Annäherungsbuch II:

Mit Rechten reden. Ein Leitfaden lautet hingegen der Titel eines Buches, das gerade bei Klett-Cotta erschienen ist (neben den Büchern Ernst Jüngers also). Die Autoren Per Leo, Maximilian Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn haben sich da etwas Seltsames vorgenommen.

Sie reden nicht mit uns, sondern mit unseren Büchern, vor allem mit unserem Gesprächsband Tristesse Droite, der in zwei Auflagen erschien und Kultstatus errang. Man kann also nicht recht behaupten, daß in diesem neuesten unter den Annährungsbüchern bloß über uns geredet würde – es ist eher ein Zu-uns-Sprechen, eine Art Monolog von dreien, die auf ihrem Vorstoß ins Herz der Finsternis Dinge erlebt und Erfahrungen gemacht haben, mit denen sie nun fertigwerden müssen.

Daß Mit Rechten reden an uns gerichtet ist, belegen nicht nur die Häufigkeit unserer Namensnennungen und die wechselnden Anreden, unter denen »verehrte Feinde« eines gewissen Spagatcharmes nicht entbehrt: Das Buch ist derart vollgestopft mit Anspielungen selbst auf entlegene Texte und atmosphärische Schnipsel aus unserem Kosmos, daß wohl nur wir selbst in der Lage sind, das alles zu entschlüsseln.

Mit Rechten reden ist keine wissenschaftliche Arbeit, sondern Literatur. Es gibt da einen »rechten Informanten«, der im Kongo war und am 30. Juni 2017 an Malaria verstirbt.

Die Gespräche am Sterbebett sind eine Art politischer Beichte, Erzählungen surrealer Träume, in denen wir (»Nur die Rechten müssen die Härte des Gesetzes fürchten«) karikiert auftreten und in aller Unschärfe und Absurdität dennoch auf eine Art »getroffen« werden, wie das nur literarisches Schreiben vermag.

Daß zumal Per Leo ein guter Stilist sei, hat Ellen Kositza in der Besprechung seines Romans Flut und Boden bereits vermerkt und ihn darüber hinaus für die Vielschichtigkeit und Ehrlichkeit seiner historischen Identitätsfindung gelobt. Etwas von beidem ist auch in Mit Rechten reden vorhanden, es mag an Leos Anteil liegen.

Dieses Buch gibt uns einiges zum Grübeln auf, denn es stellt die Frage, wohin wir mit unserer großen Erzählung, unserem Habitus, unserem Ansatz wollen. Leo und seine Mitautoren meinen, unsere Antwort auf unsere Frage gefunden zu haben, und das meint: auf eine Frage, die nur wir uns so stellen.

Sie lautet, warum das, was wir erkannt zu haben glauben und zu unserer Lebensaufgabe machten, von so wenigen geteilt würde: »Die Rechten sind die Minderheit, die sich selbst Deutschland nennt. Und daran wollen sie um jeden Preis leiden.«

Unser Mythos sei der vom »ewigen, unerlösten Opfer«, und darum könne, »wer nicht mit ihnen leidet, nur gegen sie sein. Aggressive Jammerlappen sind sie. Wehleidige Arschlöcher. Unerlöste, tatbereite Opfer.«

Das ist starker Tobak, das ist ein Frontalangriff, und zwar ein sauber ausgearbeiteter (was an den paar Zitatschnipseln von eben nicht deutlich wird, aber während der Lektüre des vollständigen entscheidenden Kapitels schon). Wir meinen aber, daß dieser Angriff ins Leere stößt.

Wir sind schon weiter, waren vielleicht mal dort, wo die Leo-Steinbeis-Zorn-Granaten nun einschlagen, aber nur, weil die Opferrolle eine mögliche Verhaltenslehre war (und tatsächlich sind ein paar von uns in dieser Rolle aufgegangen). Nein, wir sind längst weiter.

Woran man das sieht? Auf der Buchmesse zum Beispiel betrieben wir einen schönen Stand in diesem Jahr, und weil das nicht unkommentiert bleiben konnte, hatte die Buchmessenleitung einen Aussteller schräg gegenüber davon überzeugt, seinen Stand an die Amadeu Antonio Stiftung abzutreten, um uns zu »konfrontieren«.

Diese Stiftung, die noch nicht einmal ein Verlag ist (geschweige denn, daß sie verlegerischen Kalkulationen folgen müßte), hat den Stand geschenkt bekommen. Außerdem wurde unser Stand zwei mal nachts beschädigt, und unsere Lesungen am Buchmessen-Samstag wurden so massiv gestört, daß es zu Tumulten kam.

Es war also genügend Material beisammen für eine szeneinterne Opfer- und Tränendrüsen-Kampagne, aber so sind wir eben nicht. Stattdessen kam es wie vorhergesagt: Es gab in Halle 3.1, Gang G, einen ziemlich peinlichen Stand, an dem fünf lange Messetage lang keine rechte Freude aufkam. Unser Stand war das nicht.

Wir wissen, daß mit diesen Anmerkungen das bisher literarischste Annährungsbuch nicht ausreichend gewürdigt ist. Vor allem über Rudolf Borchardts Frage nach »dem Deutschen« wäre zu sprechen, aber nicht jetzt und hier. Deswegen: Wer uns so intim zu kennen meint, mag sich jenen Wappenspruch zu eigen machen, der von den Purpurreitern auf uns kam und dessen Verwendung unser Privileg nicht ist: meyn geduld hat ursach!

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Annäherungsbuch III:

Kommen wir zu Thomas Wagner, diesem Publizisten aus dem Umfeld der jungen Welt, der sich selbst als links versteht, unglaublich viel gelesen und für sein Buch Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten mit sehr vielen Leuten gesprochen hat. Martin Sellner, Frank Böckelmann, Benedikt Kaiser, Alain de Benoist, Henning Eichberg und uns.

Alle hat er aufgesucht, gut vorbereitet und mit Fragen entlang einer Sorge, die ihn umtreibt und die er sich auch mit seinem Buch nicht nehmen konnte: Verliert die Linke nicht nur Terrain, sondern gleich ganze Themenfelder an eine Neue Rechte, die mit den Methoden der 68er tief ins Fleisch jener neoliberalen Beute einschneidet, die man Diskurshoheit nennt?

Wagners Buch ist das bisher lehrreichste, auch für uns. Wir saugen Nektar daraus, unser Bibliotheksexemplar ist voller Anstreichungen, und bis in konzeptionelle Gespräche hinein verwenden wir es als Steinbruch.

Vielleicht muß immer einer von außen kommen und das ihm Fremde ordnen, damit man selbst das längst Selbstverständliche in anderer Struktur noch einmal neu kennenlernt – und darüber begreift, wo man nicht weiterbaute, obwohl es sich gerade dort lohnen könnte.

Wagner hat begriffen, daß wir derzeit jede Schlacht gewinnen, und daß ein hilfloses Establishment versucht, die Auseinandersetzungen von heute mit den Keulen von gestern zu entscheiden: mit Unterstellungen, Verleumdungen, Diffamierungen, mit Diskursverweigerung oder eben damit, daß ein kraftstrotzender Verlag auf der Buchmesse mit einer Denunziations- und Selbstbedienungsstiftung konfrontiert wird.

Der Begriff der »offenen Gesellschaft« ist dadurch zu einem Synonym für »Abschließung« geworden – und, möchte man ergänzen, zu einem für »irrelevante Projekte«. Die Neue Rechte und ihr politischer Arm hingegen kennen die gefährliche Sattheit nahe der Irrelevanz noch längst nicht. Sie sind eine intelligente Herausforderung, und sie haben begonnen, im linken Revier zu wildern.

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»Was nun?« möchte man in die Annäherungsgräben rufen. Skylla oder Charybdis? Den Scheinriesen herausstellen, weil man nicht möchte, daß die Angst vor ihm schwindet?

Oder ihm nahe kommen, zu nahe treten, ihn entzaubern dadurch, zu dem Preis, daß noch viel mehr Leser, Leute, Wähler bemerken, was für ein netter Kerl in diesem Neuland wohnt? Dieser Weg – wird kein leichter sein.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (19)

deutscheridentitärer
16. Oktober 2017 17:41

Ich sehe die Rechte durchaus als Opfer und das nicht weil wir es uns in einer "Opferrolle" einrichten würden, sondern weil es sich nun einmal objektiv so verhält. Außerdem finde ich den Vorwurf "sich zum Opfer zu stilisieren" absurd von Leuten, die sich tatsächlich ohne Grundlage zum Opfer stilisieren, und zwar permanent und als Hauptmittel zum Vorantreiben ihrer pol. Agenda (womit jetzt nicht die im Artikel genannten Autoren, sondern allgemein die Linke gemeint ist).

Nicht überzeugend finde ich es, wenn Zorn meint, die Versuche der Antifa und Co. rechte Redefreiheit zu unterdrücken wären falsch, weil sie unsere behauptete Opferrolle zu einer tatsächlichen machen würden. Denn die Versuche der Antifa finden ja nachweislich seit langem und in großer Zahl statt, mal mehr mal weniger erfolgreich. Also wieso sollte unsere Opferrolle eine stilisierte sein, wenn besagte Angriffe ihr zeitlich und ursächlich vorausgehen?

PS.: Nichtsdestotrotz ist die Opferrolle natürlich etwas, das man nicht annehmen sollte, und ich sehe es ähnlich wie Kubitschek, dass sich hierbei etwas tut in unserem Lager. Völlig unverständlich bleibt mir auch die Häme, mit der Leuten wie Kubitschek oder Sellner von Links begegnet wird - da haben Sie endlich mal friedliche, gebildete, zum Diskurs bereite Rechte und dann ziehen die mehr Feuer auf sich als der stumpfeste Glatzennazi.

Coriolan
16. Oktober 2017 17:45

An der Stelle wäre es vielleicht nicht verkehrt, sich noch einmal das Wahlergebnis in Erinnerung zu rufen. Nach  der Bundestagswahl sind die fast 25% Nichtwähler die zweitstärkste Fraktion im Land. Grob geschätzt sprechen wir hier über zehn Millionen Wahlberechtigte, die trotz "Schicksalswahl" und "Kampf gegen Rechts" kein Interesse daran hatten, ihre Stimme abzugeben.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, daß sehr viele junge Deutsche charakterlich total verdorben sind. Ist leider so, und man bemerkt es überall wo man nur hinschaut. Bei Twitter gibt es junge Deutsche, die nur darauf aus sind, andere Menschen zu verletzen und ihnen massiv zu schaden. Scheint für manche eine Trendsportart zu sein. Jan Böhmermann ist da noch harmlos. Man hat nicht einmal den Anspruch, einen Disput und einen Meinungsaustausch sauber zu führen. Damit weisen solche halbstarken Internet-Großmäuler andererseits zu den Herren Maas und Stegner eine verblüffende Ähnlichkeit auf. Woher das wohl kommt?

Ich bin ungern die Spaßbremse, aber ich vermute in meinem Arbeitsumfeld einen sehr guten Querschnitt durch die Bevölkerung. Meine Befürchtung ist, daß die Leser, die man bisher dazu gewonnen hat, noch längst nicht für die geistige Wende, die so dringend benötigt wird, reichen.

Die kulturelle Hegemonie der "Linken" wird man nur aufbrechen können, wenn man den Hebel bei den Leitmedien ansetzt. ( Und dann hat man die Misere noch längst nicht beendet ) Das heißt, man muß sie entweder schadlos machen, in dem man sie eines besseren belehrt. Oder aber man muß noch größer werden, was ja nicht nur für Antaios gilt. 

Den bisherigen Erfolg des Verlages halte ich auf jeden Fall ehrlich für verdient.  

Maiordomus
16. Oktober 2017 21:48

@Coriolan. Die relativen Erfolge von Antaios usw. stehen in keinem Verhältnis zu dem, was um 1968 allein nur schon Suhrkamp für die damalige Zeitgeistwende  zu unseren Ungunsten hinmanipulierte, wiewohl es dort gar nicht wenige nur getarnte Linke gab und sonstige Unterwanderer. Schliesslich hat bekanntlich auch Sieferle sein Hauptwerk, wiewohl lange nach 1968, bei Suhrkamp publiziert. Und so wie es heute ist, kann man auch mit dem Aufkaufen von Medien nur wenig verändern, vgl. Blocher in der Schweiz, kurzfristig bringt es der Rechten z.B. in Basel nicht nur kaum Stimmen, schadet eher. Wenn ein rechter Milliardär den Spiegel und die ZEIT kaufen würde, brächte es bei weitem nicht das, was man sich vielleicht erhoffen könnte. Selbst nicht einmal die Privatisierung des Fernsehens, obwohl es besser als nichts wäre und das Zwangsabonnement für Dissidenten schlimmer ist als jede Kirchensteuer.

Jette
16. Oktober 2017 22:02

Sehr geehrter deutscheridentitärer,

"...- da haben Sie endlich mal friedliche, gebildete, zum Diskurs bereite Rechte..."

Ich glaube, daß gerade da der sprichwörtliche Hase im Pfeffer liegt.

Nichts fürchtet so mancher aus der linken Zunft stammende Zeitgenosse mehr als gebildete und diskussionswillige Rechte. Und dann auch noch friedlich! Diese "Linken" wissen genau, daß sie im ernsthaften Diskurs völlig unterlegen wären.  Ihre "Argumente" würden kläglich versagen. Unter der Häme von Links versteckt sich m.E. oft nur eine gewisse Selbsterkenntnis dieser Dinge, auch wenn es denjenigen vielleicht  einmal nicht richtig bewußt ist.

Hartwig aus LG8
16. Oktober 2017 22:08

Bei aller Dämonisierung durch den politischen Feind - ganz so harmlos wie der freundliche und gesellige Scheinriese sollte sich die Rechte nicht machen. Die Angst der vielen Nutznießer linker Politik vor der Rechten halte ich durchaus für berechtigt und nachvollziehbar; und das ist gut so.

Überbordende Staatsverschuldung sollte es mit Rechten nicht geben. Und das (dann noch knappere) Geld sollte in Strömen in die Fundamente und Überlebensbasis unseres Volkes fließen. Da, wo Kinder geboren und erzogen werden. Da, wo Soldaten das Waffenhandwerk lernen. Da, wo geforscht und entwickelt wird. Da, wo Tradition und Deutschtum gepflegt wird. Es wird kein Heller übrig sein für Genderlehrstühle, zigtausendfach bestellte Jobs für Soziologen und Politikwissenschaftler, öffentliche Alimentierung  sogenannter Subkulturszenen u.s.w., von der Migranten-Bemutterungsindustrie mal ganz abgesehen. Wenn sich die Rechte ernst nimmt, so sind die Verlustängste  bestimmter Milieus vor ihr vollauf begründet.

Starhemberg
16. Oktober 2017 23:12

Danke, Hartwig aus LGB, für Ihren so treffenden Kommentar. Volle Zustimmung! Die sollen sich ruhig ein bisserl fürchten vor uns, denn das dringend notwendige Aufräumen könnte für die Heerscharen staatsalimentierter Geschwätzologen und -Innen etwas ungemütlich werden...

S. J.
16. Oktober 2017 23:47

Die Beschäftigung mit der Rechten erschöpft sich in der Regel schnell mit der vagen Andeutung von „gefährlichen Entwicklungen, die zu denken geben.“ Blass-verunsichernde Formulierungen dieser Art gelten immer noch als Expertise und entlasten von anspruchsvollen Erklärungen. Ermunternd ist allerdings, wie die Zahl derer langsam wächst, die sich von diesem Spiel gelangweilt abwenden und auch feststellen, dass die Linken sich intellektuell seit einiger Zeit keine Mühe mehr geben. Zudem bemerken sie in den Kreisen der Rechten standhafte, argumentativ gut aufgestellte Köpfe. Das Wahlergebnis in Österreich könnte diesen Prozess beschleunigen. In Deutschland haben die Menschen vergleichsweise eine größere Scheu, sich zu einer Partei wie der AfD offen zu bekennen. Das liegt auch an der eingangs erwähnten Formulierung, die in der Öffentlichkeit von allen Seiten sozusagen endlos mit Konservierungsmitteln vollgestopft wird. Es ist übrigens eine Überlegung wert, das Wort „rechts“ im Alltag möglichst oft zu verwenden, statt sich schamhaft hinter der komfortableren (Selbst-) Beschreibung zu verstecken, etwas oder jemand sei „konservativ“.  

Kohlhaas
16. Oktober 2017 23:49

Dieses Resümee nach den Frankfurter Erbärmlichkeiten des Establishments bzw. diese Analyse der Schreibenden Gegner als erster Artikel nach Ihrer Heimkehr von der Messe ist für mich eine Ermutigung ,Herr Kubitschek. Ja, die Waffen des Establishments stumpfen ab und nichts liegt uns jetzt ferner als Larmoyanz angesichts der immer gleichen und vorhersagbaren Gemeinheiten dieser feigen autodestruktiven Zeitgenossen . Ob Herr Tur Tur un- bedingt zum Gleichnis taugt, was das Zugehen auf dialogbereite Rechte angeht, weiss ich allerdings nicht : wie schon hier richtig angemerkt, fürchtet der - hm- Gegner ( jenseits der Gesprächs- bereitschaft : Feind ) unser Erstarken - und nichts geringeres wäre der Beginn von Kommunikation "auf Augenhöhe" - durchaus zu Recht, gerade auch aus pecuniären Erwägungen .

Selbstdenker
17. Oktober 2017 01:26

ich glaube das es für diese linken Diskurswächter das schlimmste ist, dass es sich bei den neuen Rechten um gebildete Leute handelt. Das ärgert sie am meisten. Sie warten nur auf Bilder, wo man prügelnde Horden sehen kann um sie dann vorzuführen. Daraus wird aber nichts. Diese Linken fauchen und kratzen und entlarven sich doch selber. Auf Dauer halten sie das auch nicht durch, und jeder kann auf Youtube sehen, was wirklich passiert ist. Diese Kanäle müssen mehr und mehr ausgebaut werden, solange bis es der letzte begreift.

Der Antaiso Verlag kann wirklich stolz sein, solche Mitstreiter zu haben.

Theophrastus Bombastus
17. Oktober 2017 03:02

Telepolis führt am 18. einen Salon mit dem Thema: "Rechts um!" durch. Denen geht der Allerwerteste auf Grundeis.

https://www.heise.de/tp/features/Telepolis-Salon-Rechts-um-3862191.html

Und der Rötzer fragt sich allen Ernstes noch, woran das alles liegt. Wer lesen und denken kann, ist klar im Vorteil. Aber vehemente Realitätsverweigerer werden nun mal nicht auf den Trichter kommen ...

"Telepolis versucht am Mittwoch, den 18. Oktober, im zweiten Telepolis-Salon im Lovelace um 20:30 unter dem Titel "Rechts um" in ein Gespräch einzutreten, um die Hintergründe zu verstehen, die den Rechtsruck bewirkt haben. Dabei soll es nicht um die viel beschworenen Sorgen und Ängste des kleinen Mannes gehen - wo bleiben die kleinen Frauen? - , die ständig von den etablierten Parteien beschworen werden, sondern um die Anziehungskräfte, um die Hintergründe der Wut auf das System und um das Verlangen nach Revolte in der konservativ-subversiven Aktion zu verstehen, die mehr und mehr auch Alt-Linke anzieht."

Uuhh! Die Alt-Linken laufen über! Ein paar von denen können halt noch denken und bemerken langsam das Brett vorm Kopf. "Ah! Deshalb komm ich nicht durch die Tür!" Na denn! 

Rabenfeder
17. Oktober 2017 03:38

...und deshalb sollte das (Sch)lummerländische Völkchen schleunigst erkennen, wie nützlich und wertvoll der Scheinriese Herr Tur Tur dem Lande sein kann; als Leuchtturm nämlich in dunkler Nacht, ein Licht zum Geleit für all die ver(w)irrten Schifflein da draußen auf dem weiten, aufgewühlten Meer.

Der_Jürgen
17. Oktober 2017 11:25

Worüber sollen wir mit den Linken eigentlich noch debattieren? Die Fronten sind abgesteckt, die Argumente hüben und drüben bekannt, ein Kompromiss ist nicht möglich. Worüber konnten Scipio und Hannibal vor den entscheidenden Schlacht noch debattieren? Allenfalls noch über technische Modalitäten wie einen Gefangenenaustausch, falls es dergleichen damals gab (ich weiss es nicht).

Eine öffentliche Debatte hätte für die Rechten den Vorteil, dass die Zuhörer sich ein eigenes Urteil über die Schlagkräftigkeit der jeweiligen Argumente machen könnten. Deshalb schreckt die Gegenseite vor einer solchen Debatte zurück wie der Leibhaftige vor dem Weihwasser.

Deshalb unverdrossen weiter öffentliche Streitgespräche anbieten, auch wenn man weiss, dass die Einladung fast sicher ausgeschlagen wird.

S.Leikert
17. Oktober 2017 11:41

Die Buchmesse hat gezeigt, dass es nicht einfachnur um Worte, Sätze, Meinungen, Bücher geht. Natürlich könnte man über so etwas in Ruhe reden. Aber da ist mehr, existentiell bedeutsames, am Werk. Das Bild des Scheinriesen kann das gut verdeutlichen: Kann man es aushalten und sich erlauben, sich genauer, von Nahem anzugucken, was es mit dem Unbekannten, so riesig Erscheinendem wirklich auf sich hat? Denn bevor man wirk-lich weiß, ist das eine Mutprobe. Der Riese könnte riesen Kräfte und einen riesen Appetit haben, es könnte sein, dass einem neben ihm kein Platz mehr bleibt. Ich denke, es geht um derart existentielles. Zumindest würde das die Abwehr und den Widerstand der "Linken" leicht verständlich machen. Und das würde heißen, dass so einfach Dialog erst mal nicht möglich ist.

Harm Wulf
17. Oktober 2017 12:16

Die Linke steckt in einer für sie äusserst unangenehmen Zwickmühle. Beginen sie tatsächlich einen wie auch immer gearteten Dialog, haben sie somit schon mit ihrer wichtigsten Doktrin des Ignorierens gebrochen und setzen sich mit der Rechten "auf Augenhöhe" auseinander.

Der zweite Nackenschlag käme dann direkt hinterher, denn wir alle kennen die quälend-moralisierende Art und die nicht vorhandene Qualität der linken "Argumente". Dies können sie eigentlich nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, ohne einen rhetorischen Totalverlust zu riskieren.

Was also bleibt ihnen? Weiterhin rechte Veranstaltungen stören, verbale und tatsächliche Gewalt ausüben und dabei immer verzweifelter auf logistische und publizistische Hilfe irgendwelcher Stiftungen und Medien hoffend, die zwar zuverlässig kommen wird, den verfahrenen Karren aber immer weniger aus dem Dreck wird ziehen können.

Wenn die Rechte bei der bisher bewährten Strategie bleibt und sich nicht zu unüberlegten Handlungen hinreissen lässt, dann könnte es sogar schneller als erhofft zu einem allgemeinen Stimmungsumschwung kommen.

Aristoteles
17. Oktober 2017 12:57

Ulrich Greiner von der ZEIT über PEGIDA: »Die Medien haben die teilweise bösen Exzesse, die dort sicht- und hörbar wurden, in den Vordergrund gestellt [...]" Er erwähnt nicht, dass es allein der BRD-Links-Terror war, der zu den "teilweise bösen Exzessen" geführt hat. Was für eine bequeme Verlogenheit dieser Feiglinge!

Obi Wan Kenobi
17. Oktober 2017 16:12

Das Grundproblem ist die nach wie vor existierende Bürgerkriegsmentalität in größeren Teilen des linken Lagers. Ein Beispiel dafür ist ein heute in der "Süddeutschen Zeitung" von Sonja Zekri veröffentlichter Text mit dem Titel "Und raus bist Du". Hier wird wieder mal eine ganz typische Argumentationsschleife vorgetragen: Noch in der Unterüberschrift wird gefragt, wie eine "tolerante Gesellschaft" mit "Intoleranz" umgehen soll, einige Absätze weiter wird schon über "ein Verbot rechter Verlage" auf der nächsten Buchmesse nachgedacht und die Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank gelobt, weil diese eine "klare Strategie" im Umgang mit rechten Verlagen für die nächste Buchmesse eingefordert hat. Gegen diesen intellektuellen Neostalinismus, den weite Kreise der gesellschaftlichen Spitzen immer noch chic finden, und der ernsthaft darüber nachdenkt, die nächste Buchmesse unter ein straffes Verbotsregime zu stellen, kann man nichts wirklich wirkungsvolles machen. Um so wichtiger ist es m.E. aber, den Gesprächsfaden zu nachdenklichen Linken nie abreißen zu lassen, denn nur die können im Grunde eine Änderung der Mentalität in ihrem eigenen Spektrum herbeiführen. Wichtig ist es also, die Mauern bei dialogbereiten Linken wie Thomas Wagner, Boris Palmer oder Mathias Brodkorb zum Einsturz zu bringen, und ansonsten darauf zu hoffen, dass die Zeit ihr Werk tut, und sich irgendwann auch einmal die Reflexe der linken Bürgerkriegsideologie abschwächen werden - Hinweise darauf gibt es ja schon.

Utz
17. Oktober 2017 18:40

Gegen diesen intellektuellen Neostalinismus, den weite Kreise der gesellschaftlichen Spitzen immer noch chic finden, und der ernsthaft darüber nachdenkt, die nächste Buchmesse unter ein straffes Verbotsregime zu stellen, kann man nichts wirklich wirkungsvolles machen.

Glaube ich nicht. Noch ist ja Zeit, um eine Strategie zu entwickeln und Aktionen zu planen. Die Charta 2017 ist schon ein Anfang. Es muß einfach die Verknüpfung "Verbot bei der Büchermesse - Bücherverbrennung" z.B. mit Karikaturen, Aktionen und ähnlichem verstärkt werden. Dem unbeteiligten Zuschauer müssen die Parallelen zur Diktatur augenfällig sein.

Hartwig aus LG8
17. Oktober 2017 21:57

@ Obi Wan Kenobi

Es gab für Rechte schon wesentlich entspanntere Zeiten. Aber schauen wir auf die letzten Jahre, und über unsere Grenzen hinaus. Die linke (internationalistische, globalistische) Welt befindet sich in Auflösung. Brexit und Katalonien sind Zerfallserscheinungen innerhalb der EU. Trump ist das klare Signal, dass die Supermacht USA einen isolationistischen Kurs eingeschlagen hat; was im übrigen in den USA nicht ohne Tradition ist.  Rechte Parteien verschiedener Ausrichtung gewinnen in Europa an Zulauf. Osteuropa steht ganz generell rechts von der Mitte. Die NATO steht in Frage - nicht nur durch Trump, sondern durch die Absetzbewegung der Türkei (ganz und gar unsanktioniert!). Auf was ich hinaus will: Fallen wir nicht jedesmal aus allen Wolken, wenn sich der Feind feindlich verhällt. Daran wird sich nichts ändern, eine Verschärfung ist sogar wahrscheinlich. Er ist noch mächtig, aber er wächst nicht mehr. Seine Kräfte schwinden, er gerät in die Defensive. WIR werden diejenigen sein, die das in den nächsten Monaten und Jahren zu spüren bekommen werden. Und: Das wir letztlich automatisch triumphieren werden, wäre ein Irrtum.

Vampire Vixen
18. Oktober 2017 02:13

@ Selbstdenker

Darum wurde in Medien ja auch gerne das Bild des hässlichen, linken Glatzkopfs verwendet, um ihn subversiv als "aggressiven Rechten" ausgeben zu können. ;-)

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