Sezession
18. Oktober 2017

Kubitschek im Interview bei „Tichy“

Gastbeitrag / 15 Kommentare

Die Direktion der Messe scheiterte kläglich an der sanftmütigen Aufstellung des rechten Lieblings der Medien. Auffällig wurden die anderen, die linken Schreihälse, die zerstörungswütigen Nachteulen. Und Kubitschek ist sich nach Frankfurt noch sicherer: „Wir ergänzen den eindimensionalen Diskurs um den fehlenden Part, wir bringen die linkslastige Wippe in die Balance.“

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Alexander Wallasch (AW): Herr Kubitschek, unabhängig davon, welche Bedrohung man in Ihnen sehen mag, selbst Publikationen, die Ihnen in herzlicher Feindschaft zugetan sind, kommen aktuell nicht umhin, Ihnen und Ihrem Verlag einen großen Erfolg auf der Frankfurter Buchmesse zuzugestehen. Warum hat die Linke nur so versagt, Ihnen mal den Marsch zu blasen? Was ist da passiert? Wie haben sie diese fünf Tage erlebt?

Götz Kubitschek (GK): Wir waren auf der Messe, wurden zum Skandal, zum prägenden Messethema und zum Gegenstand einer nun endlich anlaufenden Debatte über den richtigen Umgang mit der rechtsintellektuellen Normalität in Deutschland. Wie gelang uns diese »Landnahme« auf der Buchmesse?

Die humorige Antwort lautet: Wir haben unsere PR-Abteilung ausgelagert, und jeder, der uns zu laut und zu durchschaubar skandalisiert, ist Teil dieser Auslagerung, ist einer unserer unbezahlten Mitarbeiter, ob er will oder nicht. Das klappt seltsamerweise immer wieder, das hat beim Skandal um Rolf Peter Sieferles »Finis Germania« funktioniert und nun auf der Buchmesse erneut.

Die weniger humorige Antwort: Hinter diesem Erfolg stehen harte Arbeit, Mut, Unbeirrbarkeit, Strategieanalyse und taktisches Geschick. Wofür halten uns die Chefs der Buchmesse und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels? Für eingeschüchterte, verschwiemelte Problemtypen mit Mundgeruch, die sich freuen, wenn man ihnen nach Feierabend ein paar nette Worte sagt? Antaios ist ein Verlag mit acht Mitarbeitern, einem glänzenden Lektorat, hervorragenden Autoren und einem Näschen für das metapolitisch zugleich Anstößige, Interessante und Notwendige.

AW: Ich weiß allerdings, dass Schüchternheit, persönliche Probleme und Mundgeruch nicht Hauptargumente gegen Sie sein können. Journalist Danijel Majic, den Sie hier zitieren („Landnahme“) beispielsweise, wirft Ihnen vor, „rechtsextrem“ zu sein. Nun hätten Sie es sich einfacher machen können, wenn sie Antaios Autoren wie Akif Pirincci und persönliche Freunde wie Björn Höcke nicht auf diese Weise in den Vordergrund Ihres Messeuaftritts gestellt hätten. Wie wichtig war Ihnen der Eklat, der ja glänzend aufgegangen ist?

Bitte lesen Sie weiter auf tichyseinblick.de.


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Kommentare (15)

montesquieu
19. Oktober 2017 01:19

 Zunächst, besten Dank Herr Kubitschek, für Selbstdisziplin, Courage und geistige Schärfe. Die braucht es an Ihrer Stelle auch im Kontakt mit denen, die sich vermutlich ehrlich vorgenommen haben, mit Ihnen in Diskurs zu treten.

Als Herr Wallasch mit dem angeblich aus Auschwitz generierten "Subtext der Ausdiskutiertheit", welche eine Diskursverweigerung legitimiert, aus der Deckung kam, wusste ich, was passiert war. Der Mann  griff aus, aber die Ärmchen waren zu kurz und der Kopf zu voll. Ich sah gestern abend, nach einem fordernden Tag mit einer billigen Dose Bier auf meinem Sofa lümmelnd, eher zufällig mal wieder die Verfilmung von 1984 mit dem famosen John Hurt.

Menschen wie Alexander Wallasch, keinesfalls tumb, durchaus gebildet, zeigen auf, wie tief die Botschaft engrammiert ist. Das ist es übrigens, was mich für die Zukunft pessimistisch stimmt. Der Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch. Ihn dürstet nach Akzeptanz der Meute und nach dem Gefühl moralischer Überlegenheit.

Franz Bettinger
19. Oktober 2017 01:22

"Dieses Land und seine deutende Klasse scheint einen unersättlichen Bedarf an Nazis zu haben, um sich gut zu fühlen." Sehr richtig! - Ach Gott, die Waffen der Linken haben sich abgenutzt. Man ist entsetzt darüber, dass man von nun ab Argumente braucht, wo es doch jahrzehntelang gereicht hat, dem Bürger irgend etwas hin zu werfen. Ewig wurde von den Linken im "immer währenden Kampf gegen Rechts" das Bild des dummen glatzköpfigen Nazi gezeichnet. Nun stoßen sie auf ihren Albtraum, den intelligenten Rechten, der mit dem Klischee nicht die Bohne gemein hat, und schon wissen sie nicht mehr ein noch aus. Da ist nichts, keine Argumente, nur heiße Luft und Niederbrüllen. Die Linken ähneln ja frappierend den Faschisten, die sie vorgeblich bekämpfen, und befinden sich selbst auf dem Niveau, das sie den dummen Glatzen immer vorwarfen. Ihr sorgsam gehäkeltes Weltbild und das von ihnen aufgebaute Propaganda-Bild vom bösen Rechten zerbröselt gerade in der Herbst-Sonne.

Aristoteles
19. Oktober 2017 01:23

Wallasch fragt: "Also, warum Björn Höcke und Akif Pirincci?"

Kubitschek antwortet in Bezug auf beide Personen. Darauf Wallasch: "Höckes radikale Botschaft setzt sich anders zusammen, als aus dem, was Sie hier anbieten. Wir können das diskutieren, wenn Sie wollen, aber ich glaube, es ist ausreichend rezipiert worden, die Positionen liegen auf dem Tisch." Damit beendet Wallasch von seiner Seite die Diskussion über Höcke und Pirincci. Am Ende sagt er: "Als ich Sie nach Pirincci/Höcke befragte, landeten wir zunächst bei Lichtmesz/Sommerfeld" ...,  so als ob Kubitschek die Diskussion darüber beendet habe. Kubitschek verstünde nicht die Intention des Gegenübers bzw. dessen "Subtext".

Den Subtext sucht das linksextreme Meinungskartell auch die ganze Zeit bei der IB, wenn diese sagt, dass sie - im Gegensatz zur Antifa - gegen Gewalt sei, denn eigentlich sei die IB, so die meinungsterroristischen Subtextleser des Links-Staates, eine "rechtsextreme Terrorgefahr". Kurzum: Was ist denn dieser Wallasch für ein Schwafelheini? Antwort: Er gehört auf der Schwafelebene zu denen, die das Anliegen der Rechten - DEN CASUS KNAXUS von allem - zerreden und zerfaseln sollen: Das ethnische, geschichtliche, kulturelle und religiöse Überlebensrecht des Deutschen Volkes.

John Haase
19. Oktober 2017 01:25

Wenn mir eines mittlerweile zuwider ist, dann ist es liberal-konservatives Gegreine von Tabus, "feinjustierten Wertesystemen", "unsichtbaren Linien" und ähnlichem, die sämtlich der Gegner aufgestellt hat. Diese Leute halten irgendwelche linken Denkverbote wirklich für zivilisatorische Grundregeln und dünken sich noch besonders Konservativ, wenn sie die Einhaltung dieser Regeln fordern.

Oder lese ich Herrn Wallasch zu unfair?

Gustav Grambauer
19. Oktober 2017 03:41

AW: "Rechte wie Sie, Herr Kubitschek, würden einen mühsam über Jahrzehnte errungenen Common Sense durch Tabu-Brüche bewusst zerstören wollen – aber wie kann man nun diese festgefahrene Situation beenden, die sich ja durch alle Schichten zieht?"

"Common Sense", tsss, da hat er im Sozialkundeunterricht damals nicht aufgepaßt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesundes_Volksempfinden

Nein, es ist auch etwas anderes. Lese gerade Kissinger: "Weltordnung". K. legt bei allen Nebelkerzen, die er selbstverständlich auch zündet, das Zentralmotiv des Globalen Prädiktors offen. Es ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Soweit ich Sieferle gelesen habe, hat noch nicht einmal der es gesehen. Mir war bis anhin nicht klar gewesen, wie sehr sich unsere - eigentlichen, soweit sichtbaren - Gegner heute noch an Metternich orientieren, diesmal im Namen der Demokratie, aber das ist nur Fassade. All deren Versuche gehen letztlich auf das Ziel hin, eine Welt fein-austarierter Kräftegleichgewichte durchzusetzen. Dies kommt uns Deutschen gegenüber exemplarisch in Jockl Fischers Einhegungs-Ceterum-Censeo zum Ausdruck, mit dem die ganze Kaskade an Gehirnwäschen in Bezug auf Kriegsschuldlügen über Schuldstolz & Selbsthaß und bis hin zu Multikulti zu erklären ist. Die Denkstruktur dieser Schicht der Elite ist offenbar viel simpler, viel weniger eschatologisch geprägt, als viele vermuten würden. Wir Deutsche werden vor allem als Bedrohung des reibungslosen Ablaufs des unaufhörlichen Wiener Kongresses gesehen.

AW: "Nein, ich bin sicher, man verweigert sich Ihnen aus einem in Nachkriegsgestein gemeißelten Gemeinsinn heraus – von mir aus nennen Sie es Tabus – einer, der Felder endgültig aus der Debatte ausgrenzt, die Sie nun in der Gunst der Stunde (Zuwanderungskrise) neu besetzen wollen. Die Gemeinschaft – negativ eingegrenzt: das Establishment – betrachtet für sich bestimmte Positionen als ausdiskutiert. Basierend auf den Erfahrungen aus Nationalsozialismus und Holocaust. Die schmerzhaften Lehren daraus reduzieren die Debatte bis heute." ... "Aber Sie kratzen mit dem Vorschlaghammer an Tabus, von denen manche aus gutem Grund existieren und andere weniger. Das verlangt Mut, aber auch so viel Weisheit, sich anschließend nicht beschweren zu wollen, wenn schwarzer Rauch aufsteigt." ... "... weil Sie sich aus gutem Grunde weigern, den Subtext mitzulesen, aber ich fürchte, er ist der Kitt."

Na, Kitt ist schon mal ein gutes Stichwort. Weil es sich bei der Metternich-Farce um ein Eliten-Projekt bzw. Eliten-Spiel handelt: daher in diesen Tagen die große Sorge um die erfolgreiche Niedermoderation der Verschiebemasse auf dem Spielfeld. Daher die unausgesprochene und doch manische indirekte Beschwörung des Wir-Gefühls im Sinne der Elite, für die die treffendste Formel Rau in den 90er Jahren mit seinem "Versöhnen-Statt-Spalten" gefunden hat und die auch heute noch Markenkern und aus jeder Pore quellender Ausdunst eines jeden SPD-Bundespräsidenten ist:

https://www.youtube.com/watch?v=-ntZD9THwts

Zugleich gibt es das Wissen um die Verwundbarkeit durch jeden, der "diebische Freude daran (hat), wenn es rummst" und der "Filterblasen zum Platzen bringen will", zumal wenn der Betreffende etwas von Hebelgesetzen bei Versuchsanordnungen versteht und sowieso bereits im notorischen "Sprachraum" des "Verschiebens von Grenzen mit Stiefeln" verortet ist: denen ist klar, wie schnell ihnen ihr Kräfteparallelogramm um die Ohren fliegen kann (wobei Kissinger nebenbei gesagt Bismarck für viel potenter und folgenreicher, kurzum beachtenswerter hält als Hitler - womit er pikanterweise allein schon ziemlich die Singularität des Holo leugnet).

So wie AW sich als ein solcher offenbart gelten auch einige der Erstunterzeichner bei Open (sic!) Petition eigentlich als große Besorgnisträger gegenüber der "Gefahr-Der-Spaltung-Unserer-Gesellschaft" (wobei diejenigen womöglich in ihrer Naivität ja glauben, mit ihrer Unterschrift eine solche Spaltung gerade zu verhindern - sofern sie nicht wiederum glauben, das Parallelogramm, damit es nicht zerbricht, nur etwas dehnbarer machen zu müssen). Das Unbehagen am Spiel an den Katzentischen und in den Vestibülen sozusagen am Ballhausplatz muß groß sein, viel größer noch in der heutigen Zeit die biblische Verwirrung.

- G. G.

Henk Senster
19. Oktober 2017 04:27

Während des lesens viel mir ein Satz aus Orwells "1984" ein:
„Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft. Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit.“

Heinrich Brück
19. Oktober 2017 04:38

Diese Demokratie (in der Realität zu bewundern) wird so oder so fallen. Auch wenn es Jahrhunderte dauert. Die NWO kann unter Umständen nicht verhindert werden. Wer danach noch steht, ist übriggeblieben. Die Gene sind nicht neutral. Also wird sich die Natur durchsetzen, und nicht irgendwelche Theorien.

Das Volk herrscht nicht. Hat es noch nie. Nirgends. Auch wenn es an die Demokratie glaubt. Den demokratischen Gedanken in der Praxis besser umgesetzt meint, weil alle Erwachsenen an einer Wahl teilnehmen sollen. Um der Argumente willen Streit führen, dann setzt sich das bessere Argument durch und alle haben das Ergebnis zu akzeptieren, ist nur leider mit Normalität nicht zu vereinbaren. Jedenfalls nicht mit menschlicher Normalität. In der realen Welt ist immer einer der Chef.

Was ist Demokratie? In der Realität, nicht in der Theorie. Was in der Realität vor sich geht, nicht was Politiker reden.

Die Neuen Rechten können unmöglich mit der bundesrepublikanischen Bildungspolitik einverstanden sein. Eine andere Bildungspolitik gleich höhere und mehr Bildung, heißt strengere Auslese und Hierarchie. Für das Eigene. Eine andere Elite, ein anderer Kern des Systems hierzulande. Was wären die Linken dann? Machtlos. Wie jetzt auch; nur fällt es jetzt nicht besonders auf. Keine der Figuren im Reichstag hat Macht. Reale Macht haben sie nur in der Einbildung ihrer Wähler, weil diese ihre eigene Wichtigkeit über das Wahlprogramm stellen. Die Politiker jedenfalls, wie Produktfeilbieter eines Programms, haben an ihren Produkten noch nichts geändert. Eigentlich ein Widerspruch. Der demokratische Wichtigtuer wählt also die Entwicklung Richtung Großer Austausch, über Jahrzehnte hinweg, auch ohne davon überzeugt worden zu sein. Verlieren Parteien ein paar Prozentpunkte, kann sich die Koalitionsregierung verändern, der Große Austausch bleibt!

Wenn selbsternannte Demokraten sich über Nationalsozialisten beschweren, die Hitlerzeit als Gegenstück einordnen, die berühmten 12 Jahre als das absolut Böse gesehen wird, gleichzeitig die Demokratie des Großen Austauschs und grenzenlosen Staatenlosigkeit als bessere Variante, sagt alles über die Einsichten und politischen Möglichkeiten des Wählers in seiner massentauglichen Unzulänglichkeit. Die Demokratie läßt sich nicht abwählen, sie wählt ab. Sie konnte Schwarz-Weiß-Rot nicht abwählen, also wurde Schwarz-Rot-Gold installiert. Und die bunten Demokraten haben keine Angst. Für diese kann die NWO kommen. Nachhilfeunterricht ist ein gutes Stichwort. Der Erfüllungsgehilfe der NWO muß natürlich noch einverstanden sein; und die Geschichte kennt keine friedlichen Revolutionen, für die oberen Etagen zur intellektuellen Einstimmung, oder gibt es noch eine Verbindung zum Volk?

Fräulein von Trense
19. Oktober 2017 11:41

Wenn dieser Ansatz mittlerweile nicht so ordinär wäre, könnte man ihn fast als putzig bezeichnen.

Ach, die lieben, braven Wallasche dieser Zeit und dieses Landes!

In Gestalt von zahllosen Lehrern, Journalisten und anderen Multiplikatoren des amtierenden Weltgeistes harfen sie einem  unablässig die Mär vom kritischen Denken vor, das gnadenlos alles Überkommene in Frage zu stellen und im Säurebad der Kritik aufzulösen hat (gewissermaßen als eine Art unerbittlicher, notwendiger Naturgewalt). An der Radikalität, mit der überlieferte Werte und Institutionen auseinandergenommen und verworfen werden, berauschen sie sich wie an einer Droge.

Aber wehe, man wendet dieses Pharmakon bei ihnen und ihren "ausdiskutierten", aber mindestens ebenso fragwürdigen Prämissen und  Dogmen an, dann knallen mehr Sicherungen durch als bei afghanischen Stammesfürsten, wahabitischen Eiferen oder den oft bemühten Jehova-Sagern aus der englischen Filmkunst angesichts der blanken Blasphemie.

Gewiß, Herr Wallasch hat weder hier weder gezetert noch ist er hysterisch geworden (das ist heutzutage schon eine Leistung bei diesen Leuten), aber lächerlich macht er sich mit seinem Gestammel trotzdem, weil er den bestürzenden Eindruck eines denkfaueln und unreflektierten Menschen macht.

nwo-Intellektuelle mögen allerhand in Frage stellen, sich selbst aber, ihre Religion und Gottheiten offenbar prinzipiell nicht. Das ist alles mögliche nur nicht geistige Redlichkeit oder intellektueller Anstand und das allerblödeste daran ist, daß diese, sagen wir höflich, Asymmetrie in der Anwendung des kritschen Denkens den Anderen auffällt und ganz Böse wie Herr Kubitschek und Kollegen dies auch noch aussprechen.

Eine schreckliche Sache, dieses kritische Denken!

Und im Grunde schimmert aus den Interviewfragen derselbe Vorwurf heraus wie ihn die staatstragenden Seelenkrüppeln zu Fankfurt kläfften: wie können Sie es wagen, unsere schöne Sandburg kaputtzumachen! Spielverderber wie Sie dürfen sich über die bedauerliche, aber gerechte Wut der Sandburgbauer nicht beklagen ... das haben Sie sich alles selbst zuzuschreiben ... blablabla ...

 

Martin Himstedt
19. Oktober 2017 11:50

Der Wind der Distanzeritis weht durch die Fragen des Herrn Wallasch. Fakt sind jedoch zweierlei Dinge: 1. Wären die auf „Tichys Einblick“ kommunizierten Positionen reale Politik, wären viele Menschen heute gar nicht bei der Sezession gelandet, Kubitschek nicht bei Tichy, die Frankfurter Buchmesse fände wie gewohnt statt. 2. "Roland Tichy verlässt Xing nach Proteststurm in Blog" – wir haben den gleichen Feind, der "Tichys Einblick" und auch "Cato" bereits als "Nazi" identifiziert hat. Ich bin sicher, dass sich das auch auf zukünftigen Buchmessen zeigen wird. Da Linke nicht lesen wollen, sind die Bemühungen des Herrn Wallasch ergo vergebens. Trotzdem, und das sage ich ohne Zynismus, ein gut geführtes Interview.

Marc_Aurel
19. Oktober 2017 11:52

 

 

"Denn dass der Katzenkrimi-Autor ein anderer ist als der mindestens vulgäre, im politischen Diskurs nicht mehr ernst zu nehmende Autor von „Umvolkung“ – wenigstens das sollte ausreichend diskutiert sein. Und was Höcke betrifft, da gerät Ihnen die persönliche Bekanntschaft offensichtlich nicht zum Vorteil. Fehlende Distanz. Höckes radikale Botschaft setzt sich anders zusammen, als aus dem, was Sie hier anbieten. Wir können das diskutieren, wenn Sie wollen, aber ich glaube, es ist ausreichend rezipiert worden, die Positionen liegen auf dem Tisch."

Was redet der Herr Wallasch denn da für wirres Zeug?

Umvolkung ist doch genau das passiert/was man vorhat, das sollte doch mittlerweile jedem halbwegs Informiertem klar sein, politisch nicht mehr ernst zu nehmen ist wohl eher jeder, der nach wie vor das Märchen von den Kriegsflüchtlingen kolportiert. Was bedeutet denn "replacement migration" anderes als Umvolkung? Wenn ich die in einem gewissen Gebiet vorhandene autochthone Bevölkerung anstatt sie "aufzuforsten", was leicht möglich wäre und eine rein politische Entscheidung darstellt, stattdessen lieber durch Masseneinwanderung von Völkerscharren, die mir offenbar genehmer sind, ersetzen möchte, dann versuche ich umzuvolken. Punkt.

Was bitte ist an Höckes Positionen denn so radikal? Das er für Patriotismus eintritt, dass er einen einseitigen und ausschließlichen Bezug auf dunkle Aspekte der deutschen Geschichte für fragwürdig hält, das er nationales Selbstbewußtsein (wohlgemerkt nicht Nationalchauvinismus) fordert oder stört ihn Höckes Stil Reden zu halten? Ja Höcke poltert, na und? Es gibt auch andere die stimmgewaltig und mit Leidenschaft argumentieren, man denke da zum Beispiel an Nigel Farage oder von mir aus auch den unsäglichen Herrn Steinmeier - man sollte sich auf die Inhalte konzentrieren und sich nicht am Vortragsstil hochziehen, denn der ist Geschmackssache und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Auf dem Tisch, im Sinne der "Anklage", liegt gar nichts, außer viel Geschwurbel von politisch motivierten Akteuren, die sich selbst, trotz allem, als Journalisten bezeichnen.

 

 

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