Sezession
2. November 2017

Das war’s. Diesmal mit: Opfern, Oktroi, Outing

Ellen Kositza / 22 Kommentare

Heute (Tag des Herrn, ich weiß) bearbeite ich Bestellungen. Muß sein, gerade wenn es solidarisch dermaßen rattert! Ich rede vom KontraKultur-Kalender 2018. Von jedem verkauften Stück gehen fünf Euro an das Hausprojekt.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kubitschek hatte gestern bei der PEGIDA fünf jener Pflastersteine, die zuletzt gegen das EinProzent-Haus in Halle flogen, versteigert, ein hübscher Erlös. Man könnte sagen, mit jedem Stein, der gegen unsere Leute fliegt, wächst unsere Kraft. Daß die Rechten in puncto Solidarität von den Linken lernen müßten, will ich nicht mehr hören.

Echt, wir inszenierten uns als Opfer? Ich lese es andauernd! Wo denn, wie denn? Ich habe komplett das Gegenteilgefühl.

Gut, die paar Drohungen. Elektronisch generiertes Getue: „Kubitschek, Deine Kinder werden bald Waisen sein.“ Ausgemalte Utopien, wo dannmals der aufgespießte Kopf von Kubitschek zu finden sein werde. Naja, all diese haßerfüllten Leute, die sich als Gestörte inszenieren.

Gestern soll es erneut eine Demo gegen das EinProzent-Haus in Halle gegeben haben.  Und was grölte dieser Demotrupp aus einem Mund? „Kubitschek, aus der Traum, bald liegst Du im Kofferraum!

Naiv, wie ich bin, frag ich mich: Wieso? Was sollte er ausgerechnet dort tun? Wer sollte ihn dorthin zwingen, und wie?

30. 10. 17 -- Bekanntlich inszenieren wir uns ja nicht bloß als Opfer, sondern wir (besonders unsere Familie) inszenieren uns vor allem als Inszenierung. (Ich verlinke hier nichts; wer will, kann mal „Kubitschek“ und „inszeniert“ in die Suchmaschine eingeben – ich komme auf 33.300 Treffer.)

Das liest man so:  Für einen Zeitungsartikel inszenieren wir selbstgemachten Käse. Für einen Radiobeitrag eine Bücherwand. Für eine TV-Reportage eigenen Apfelwein und Brot aus selbstgemahlenem Getreide. Für alle inszenieren wir Ziegenmist! All dieser Home-made-Aufwand nur für die lieben Reporter!

Nachdem wir heute wie meistens den Tag vor der Glotze und mit Ballerspielchen verbrachten und mittags bei McDonald's einkehrten, mußten abends wieder zwei überaus anstrengende Stunden inszeniert werden.

Heißt: Heu. Ergänze: -len. Oh, da hätt mal eine Kamera dabei sein müssen, wie wir total inhuman unsere klagenden Kinder antrieben! Das Problem war, daß exakt mit der Heuballenlieferung sämtliche großen Kinder sich verabschieden mußten. Es blieben also die Kleinen als Hilfe. Und sie mußten ran! Das ist ein bißchen anders als ein Säckchen Äpfel aufsammeln.

Zwei Stunden lang Heu und Luzerne in die Scheune verbringen (also mit der Heugabel hochhieven, entgegennehmen und in die Ecken des Scheunenbodens stopfen) ist vermutlich gleichzusetzen mit zwei Stunden Fitneßstudio. Blut, Schweiß und Tränen! Eine Stunde mit Gezeter, eine Stunde tapferes Ranklotzen. Am Ende waren alle stolz - so ein paar wuchtige Heuballen muß man erst mal inszenieren!

Es gab Zeiten, da haben all unsere Kinder gleichzeitig in unsere immense Holzbadewanne gepaßt. Vorbei, das Ding ist geschrumpft. Wir inszenieren ein Badefeuerchen mit Lavendelöl, und keiner muß mehr weinen. Alles Helden!

31. 10. 17 -- Ein oktroyierter Feiertag. Als Sachsen-Anhalter sind wir`s ja gewohnt. Ich sag nur: 2,2 Millionen Einwohner, 200 evangelische Taufen im Jahr. Toll, wie das Fähnchen flattert.

Süßes-oder-Saures-Klingeleien gibt es bei uns nicht mehr, seitdem wir vor Jahren Saures gaben in Gestalt eines Eimers Wasser (warmes Wasser, wir mögen Kinder) aus dem ersten Stock. Heute dichteten unsere Kinder zwei, drei Handvoll Limericks auf das Reimwort „Luther“. Da ich keine religiösen Gefühle verletzen will, gebe ich hier keinen wieder.

Als das Stichwort „Familienspaziergang“ fiel, geriet unsere Jüngste ins Tuscheln mit mir. Ahh, gute Idee!

Es wurde ein langer Gang. Gratis, aber leider auch umsonst. Nein, an jenem ganz versteckt liegenden üppigen Busch im übernächsten Dorf hingen dieses Jahr nicht massenhaft süße (und keineswegs olle, vergessene) Johannisbeeren. Keine einzige. Flüstert die Tochter: „Aber es war doch im November letztes Jahr!! Vielleicht gucken wir nächste Woche nochmal?“ Ja, vielleicht.

1. 11. 17 -- Familiäres Outing.

Ich besorgt zur minutenlang in sich versunken dasitzenden Kleinen: „Na, bist du traurig?“ – „Nein. Ich denke nach.“ – „Worüber eigentlich?“ – „Na, ob skeptisch eher eine gute oder eine schlechte Eigenschaft ist.“  - „Hm, wozu tendierst du denn?“ – „Das ist es ja. Ich glaube, ich bin meistens einfach skeptisch.“ Sie ist in Ordnung.

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Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (22)

Gustav Grambauer
2. November 2017 13:01

"Naiv, wie ich bin, frag ich mich: Wieso? Was sollte er ausgerechnet dort tun?"

Liebe Ellen Kositza, kann Ihnen den Stich ins Herz beim Lesen des Folgenden nicht ersparen: https://www.welt.de/print-wams/article99409/Im-Kofferraum-eines-Audi-fand-man-Hanns-Martin-Schleyers-Leiche.html. Derselbe Sumpf steht, in drastischem Kontrast zu 1977, ich bring`s noch mal, https://www.youtube.com/watch?v=aMxJ0Kn1r6o im Jahre 2017 unter Polizeischutz und Polizeieskorte. Black Box BRD: https://lexetius.com/StGB/111

Detlef Neustadt
2. November 2017 15:32

 "Kubitschek, aus der Traum, bald liegst Du im Kofferraum." Nehmen Sie es gelassen. Vielleicht wird das der nächste Abzählreim der geschätzten K.u.K.-Familie im Urlaub, wenn sich um die besten Plätze gestritten wird? Apropos Urlaub: Herzliche Grüße aus Tönning!

H. M. Richter
2. November 2017 17:23

^ @GG

Es würde mich wundern, wenn EK Schleyers schreckliches Ende nicht vor Augen stehen würde, auch wenn sie 1977 noch ein Kind war. Wer einmal die Video-Ansprache Schleyers vom 13. Okober '77 gehört hat - "muß denn noch etwas geschehen?" - wird diese ebensowenig vergessen können wie den Anblick des wenige Tage später im Elsaß gefundenen Audi 100.

Fast ist es erstaunlich, wie heute die widerliche RAF-Koketterie noch nicht gänzlich ausgestorben ist, da doch die Würdest-Du-die-Ulrike-auch-verstecken?-Generation inzwischen zittert, wenn das Enkelkind heutzutage allein mit Bus, Bahn - oder gar zu Fuß am Bahnhof vorbei ... - durch die Stadt muß ...

Ich frage mich, was in einem polizeilichen Einsatzleiter von altem Schrot und Korn vorginge, wenn er den Kofferaum-Spruch des halleschen Mobs hörte und dabei nicht nur an Hanns Martin Schleyer denken müßte, sondern auch an seine Kollegen, die damals ermordet worden sind. Allein bei der Schleyer-Entführung waren es vier.

Kesseln und Identität feststellen, würde einem solchen Mann nicht genügen. Er würde, wenn es ihn denn noch gäbe, mit seinen Kameraden reingehen

Wenn bei einer genehmigten Demonstration wie der in Halle vor wenigen Tagen nicht einmal ersteres geschieht, ja wenn diese Veranstaltung  - bei erfolgten Mordaufrufen bzw. -ankündigungen - nicht ohne jeglichen Zeitverzug beendet und umgehend aufgelöst wird, sind auch dies nichts anderes als Zeichen eines Staates, der sich endgültig von seinen Aufgaben verabschiedet, wo er sich von diesen nicht bereits verabschiedet hat.

Und doch wäre es interessant, zu erfahren, wie denn eine diesbezügliche Anfrage der Alternative für Deutschland im Landtag von Sachsen-Anhalt beantwortet werden würde, die nach einer Begründung für die Nicht-Auflösung besagter Demonstration (mit erfolgten Mordaufrufen bzw. -ankündigungen) verlangt, bei der - wie zu hören ist -, auch gegen das Vermummungsverbot verstoßen worden ist und sogenannte Schlagfahnen mitgeführt werden durften.

nom de guerre
2. November 2017 18:27

Limericks mit Lutherreimen, hmm, das hätte mich aber interessiert. Falls ich mich bzgl. des Verletzens religiöser Gefühle angesprochen fühlen sollte: So war das nicht gemeint, aber ich gebe zu, man konnte es so verstehen.

Der Antifa-Sprechchor mit dem Kofferraum (den sich Kubitschek, wenn ich richtig gehört habe, mit Mario Müller teilen soll) lässt mich ratlos zurück. Anders gesagt, ich verstehe diesen Hass nicht, diese maßlos überzogenen Denk- und Verhaltensweisen. – Ich meine, das ist eine im vielstimmigen Chor geäußerte Morddrohung, wie weit muss es eigentlich gekommen sein, damit man so etwas zu jemandem sagt, nur weil einem dessen politische Einstellung nicht passt? Oder ist denen nicht klar, was sie von sich geben? Das ist allerdings schwer vorstellbar, die Schleyer-Geschichte ist Allgemeinwissen. Die 70er kenne ich, wie vermutlich die meisten dieser Demonstranten, auch nicht aus eigener Anschauung, aber ich weiß genug darüber, um es beängstigend zu finden, wenn Menschen das damalige Klima leichtfertig offenbar wieder heraufbeschwören wollen. Gelassen nehmen könnte ich so etwas jedenfalls nicht, wenn es mich beträfe oder meinen Mann.

Bran
2. November 2017 18:40

Es ist ein seltsames Gefühl, selber einmal radikaler Linker gewesen zu sein und jetzt dieses Video zu sehen mit diesem "bunten" Haufen von Idioten, die leichtfertig Morddrohungen grölen, obwohl keiner von ihnen alleine auch nur einen Schuss Pulver wert wäre. Ohnehin fällt mir das in letzter Zeit immer mehr auf, wie fremdartig dieser Menschenschlag heute auf mich wirkt. 

Keiner von ihnen hat eine Haltung, eine Ausstrahlung oder ein gerades Rückgrat. Alle gehen mit vorgezogenen Schultern, leicht gekrümmten Rücken und mit dümmlich schlendernden Schritten, als wäre ihnen ihre Vermummung zu schwer, was sie ja vermutlich auch ist. Sie fühlen sich als Kämpfer, aber keiner von ihnen könnte wirklich stehen bleiben und sich gerade machen, wenn es draufankäme.

Mir fällt eines der Worte aus dem Giftschrank der Geschichte ein, wenn ich diese Haufen jeweils sehe. Es bedeutet in ungefähr niedere Menschen. Ich kann nicht anders als dieses Wort zu denken und ich bin mir sicher, dass ich damit Recht habe. 

S. J.
2. November 2017 19:01

@ H. M. Richter

Zitat: "Ich frage mich, was in einem polizeilichen Einsatzleiter von altem Schrot und Korn vorginge, wenn er den Kofferaum-Spruch des halleschen Mobs hörte und dabei nicht nur an Hanns Martin Schleyer denken müßte, sondern auch an seine Kollegen, die damals ermordet worden sind. Allein bei der Schleyer-Entführung waren es vier.

Kesseln und Identität feststellen, würde einem solchen Mann nicht genügen. Er würde, wenn es ihn denn noch gäbe, mit seinen Kameraden reingehen."

Mit dem Wunsch sind Sie nicht allein. Auf der Webseite von "einprozent.de" ging ein Kommentator der Vorstellung nach, wie schön es doch wäre, wenn Einsatzkräfte das Vermummungsverbot durchsetzten und dabei systematisch die Personalien feststellen würden. Man möchte anmerken: nicht nur bei dieser, sondern bei vielen weiteren Gelegenheiten. Die Polizei hat natürlich Aufgaben zu bewältigen, um die man sie weiß Gott nicht beneiden kann und ich denke, wir ziehen alle den Hut vor denen, die ihre Arbeit engagiert erledigen. Es wäre eben nur beruhigend zu wissen, dass in der linksextremistischen Szene aufgrund der offenen Androhung von Kapitalverbrechen gegen Kubitschek bzw. der Ermittlungen nach den Vorfällen in Halle (Landfriedensbruch) so viele Personenerfassungen, Hausdurchsuchungen und Ermittlungsverfahren eingeleitet werden würden, dass man in dieser Szene ganz ernsthaft das Gefühl bekommt, die Zeiten der unbeschwerten Sommerfrische sind endgültig vorbei.

Ralf Beez Ofw d. R.
2. November 2017 19:11

Werte Ellen Kositzka

Die Idee mit den verkauften Pflastersteinen finde ich gar nicht mal so schlecht, denn auch in Israel werden aus den Raketen, die im Land einschlagen, kleine oder größere Kunstwerke gemacht und verkauft.

MkuvG!

marodeur
2. November 2017 20:33

Die vermutete "Inszenierung" entspricht der tiefen Angst westlich sozialisierter Menschen vor Prinzipien. Man muss ständig nachweisen, dass Integrität nur Fassade ist. Das eigene gespaltene Selbst hängt wie ein seidener Faden an der Vorstellung, dass alle unsere Mitmenschen ebenfalls den Konflikt von Denken und Handeln verbergen. Es gibt keine bekannte Persönlichkeit, bei der nicht irgend einer dieser Brüche betont wird. Aktuell mal wieder Luther der Judenhasser oder Bin Laden der häkelnde Pornokonsument. Vorgeblich macht der Widerspruch die Persönlichkeit menschlicher, aber in Wirklichkeit suchen wir nur eine Begründung, unser verlottertes prinzipienloses Konsumentendasein weiterzuleben. Denke mal, wir müssen nicht alle auf ein Rittergut ziehen. Aber es wäre schon mal viel gewonnen, wenn wir unsere kleinen und großen Abgründe, wieder als solche erkennen würden.

Selbstdenker
2. November 2017 21:22

Ja diese irren linken Antifa Sturmtruppen meinen es ernst. Ich habe das schon mal geschrieben. Das kann jeder sehen, der schon mal bei einer AFD Veranstaltung war. Wenn die Polizei nicht währe, würde es auch Tote geben, keine Frage. Meistens sind ja die Leute vom schwarzen Block vermummt, aber man kann den Hass in ihren Augen sehen. Wer das noch nicht mitgemacht hat der glaubt es kaum.  Jetzt müssen sogar Mieter bei dem Vermieter angeben, dass sie bei der AFD Mitglied sind. So ein Gerichtsurteil. Begründung: wegen der Gefährdungslage.

https://www.pi-news.net/gerichtsurteil-mieter-muessen-afd-mitgliedschaft-angeben/

Abacost
2. November 2017 23:23

Offensichtlich ist den Brüllern von Halle ihre RAF-Provokation vollends gelungen. Frau Kositza sieht es aber offenbar entspannter, gut so! Im linksextremen Lager dürfte es vereinzelt bestimmt Gedankenspiele geben, ob es nicht ratsam wäre, diesen oder jenen Afd'ler, IBler, oder Publizisten körperlich auszuschalten. Mehrheitsfähig ist solch ein Vorgehen selbst in der radikalen Linken aber im Moment zum Glück nicht. Schade, daß die Linken uns rechte Hühner mit ihrer Retrofolklore so aufscheuchen können!

Clivestaples
2. November 2017 23:26

Zitat : „Jetzt müssen sogar Mieter bei dem Vermieter angeben, dass sie bei der AFD Mitglied sind. So ein Gerichtsurteil. Begründung: wegen der Gefährdungslage“

Amtsgericht Göttingen, aha. Arglistige Täuschung und Verstoß gegen Treu und Glauben, soso. Im Grunde natürlich eine Frechheit das Urteil, da man demnach nicht grundsätzlich nach Mitgliedschaft in einer Partei fragen darf. Aber es könnte - falls es die weiteren Instanzen übersteht - auch noch nützlich sein. Ich bin zufällig Vermieter und zwar in Mannheim. In Zukunft werde ich dann unter Verweis auf das Urteil meine Mietinteressenten darauf ansprechen, oder mal scheinheilig fragen, was sie von dem Urteil halten. Bei bestimmten Antworten kann ich dann so etwas wie „schade, wären sie AfD Mitglied hätte ich sie mit Kusshand genommen, aber so muss ich erst mal sehen wer sich sonst noch meldet. Kann die Wohnung ja nur einmal vermieten “ entgegnen. Wird bestimmt lustig die empörten Reaktionen zu sehen. In Niedersachsen wird das anders aussehen, aber ich denke übrigens, dass in BaWü gar nicht so wenige Vermögende nichtlinks sind. Natürlich gilt das auch für Sachsen, Bayern und zunehmend weitere Bundesländer.

An Frau Kositza und ihren Mann gerichtet, möchte ich eigentlich sagen, dass der fehlgeleitete, missbrauchte Idealismus, die Tatkraft oder Opferbereitschaft die eher junge als ältere Menschen - genauer Männer - auszeichnet, durchaus zu schlimmen Dingen führen kann. Das müssten Sie eigentlich wissen, denn die Geschichte hat es oft genug gezeigt. Und unterschätzen Sie nicht den Popularitätsschub den die Familie K. in den letzten Wochen erfahren hat. Auch wenn man wie Sie relativ einsam und unter Deutschen lebt. Das in Teilen übelst verdorbene Leipzig ist keine Stunde entfernt, und man sollte Vorsorge treffen, um auch Nachts nicht nur gut sondern auch sicher schlafen zu können. Sie werden geschätzt und noch gebraucht.

 

 

Abacost
3. November 2017 00:13

Offensichtlich ist den Brüllern von Halle ihre RAF-Provokation vollends gelungen. Frau Kositza sieht es aber offenbar entspannter, gut so! Im linksextremen Lager dürfte es vereinzelt bestimmt Gedankenspiele geben, ob es nicht ratsam wäre, diesen oder jenen Afd'ler, IBler, oder Publizisten körperlich auszuschalten. Mehrheitsfähig ist solch ein Vorgehen selbst in der radikalen Linken aber im Moment zum Glück nicht. Schade, daß die Linken uns rechte Hühner mit ihrer Retrofolklore so aufscheuchen können!

Herr K.
3. November 2017 08:49

Linke sind vor allem eins - Maulhelden mit zuviel Phantasie. Für einen Kofferraum bräuchte es nämlich erstmal ein Auto, das würde wiederum Geld und arbeiten gehen voraussetzen. Utopisch!

RMH
3. November 2017 11:31

"Schade, daß die Linken uns rechte Hühner mit ihrer Retrofolklore so aufscheuchen können!"

Ich bezweifle, dass diesen Damen und Herren überhaupt auch nur ansatzweise der gedankliche Tiefgang und die Assoziationsfähigkeit eines G.G. zukommt, geschweige denn, dass sie das entsprechende Alter haben, um solchen Überblick zu haben. Den Spruch ordne ich daher eher als Abklatsch von Trivialem wie "Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht, ..." unter dem Allzweck-Reimschema, Reim Dich, oder stirb.

Wie auch immer, wer das Mem oder "Narrativ" von den sich als Opfer "inszenierenden Rechten" als erster in das weite Netz geblasen hat, der hat gute Arbeit geleistet, denn das Opfer schleppt gedanklich-assoziativ immer auch den Täter mit und da es sich ja angeblich um "inszenierte" Opfer handeln soll, wird klar, was wirklich gemeint war. Das ist schon bemerkenswert, denn eigentlich spielen die Opfer-Karte doch zumeist Migranten, Schwule, Lesben, Linke und wer sich sonst noch so alles als Minderheit darzustellen versucht  ... evtl. sind sie ja auch die eigentlichen Täter?

PS: Meine Zeilen sollen nicht das tatsächliche vorhandene Problem klein reden, dass wir es mit einem immer größer werdenden Gewaltproblem durch von interessierten Kreisen nicht klein gehaltenen, vorgeblich linke Truppen haben.

Klaus D.
3. November 2017 12:55

@ Abacost, Herr K.

Also, bei allem Optimismus und Kampfeswillen, aber diese extreme und massive Gefährdungslage für die jungen Identitären und andere Bewohner in der halleschen Adam-Kuckhoff-Str. 16 sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lebensbedrohliche Überfälle können bei den Betroffenen schwere seelische Störungen verursachen. Nicht umsonst werden z.B. Bankangestellten in solchen Fällen therapeutische Maßnahmen angeboten.

Gesundheit geht vor! Deshalb würde ich es gut verstehen, wenn die Verantwortlichen nach alternativen Lösungen suchen und (auch unter taktischen Gesichtspunkten) die jungen Leute (zumindest zeitweise) aus der "Schußlinie" nehmen.

Stein
3. November 2017 20:33

Irgendwelche unbedarften Kinder, die nur etwas Spaß haben wollen und überhaupt keine Vorstellung von amerikanischem Kulturimperialismus oder irgendwelchen Konflikten des Erwachsenenlebens haben, mit Wasser zu übergießen, finde ich einfach nur widerlich! Sie geben damit allen Linken recht, die die Rechte für kaltherzig und böswillig halten. Mal ganz abgesehen davon, daß Sie damit potentielle künftige Unterstützer dauerhaft vergraulen. Ich bin Förderabbonent der Sezession und Unerstützer der IB und von Einprozent, aber im Moment könnten Sie mir unsyphatischer nicht sein.

Kositza: Glauben Sie mir, gelegentlich bin ich mit großer Freude unsyphatisch! (Gar widerlich!)

Klaus D.
4. November 2017 15:44

@Stein

Gemach - gemach, guter Mann, glauben Sie wirklich, daß Frau Kositza als Mutter von 7 Kindern irgendwas gegen kindliche Späße hat und mit diesen nicht umzugehen weiß? Wenn Sie so reagiert hat, muß schon mehr vorgefallen sein. Dazu eine kleine Geschichte, wie sie sich vor einigen Jahren in unserem Orte zugetragen hat. Auch zu unserem damaligen Oberbürgermeister kamen zu Halloween Kinder, 3 Mädchen, um "Süßes oder Saures" zu fordern. Das Gegebene schien den lieben Kleinen jedoch nicht gefallen zu haben, denn nach einiger Zeit wurden von den "unbedarften Kindern" rohe Eier gegen das Haus des OB geworfen. Unser OB nicht faul, nahm seine  Beine in die Hand, rannte hinterher und bekam 2 von ihnen zu fassen. Tja, aus dem Schadenersatz für seine verschmutzte Fassade wurde nichts, ganz im Gegenteil, ER wurde angekagt. Ob er die Strafe von 50 Tagessätzen zu 150 Euro, also 7500 Euro insgesamt, um damit nicht vorbestraft zu bleiben, akzeptiert hat, weiß ich gar nicht, aber wohl doch, denn ich habe nichts mehr von der Sache gehört ...

Franz Bettinger
4. November 2017 22:32

@ Stein

Ich hätte es als Kind für das Größte angesehen, für meine 'Heldentat' mit Wasser übergossen zu werden. - Echt jetzt, ich verstehe Sie nicht.

Franz Bettinger
4. November 2017 22:43

@ Stein:  Ergänzung meines 1. Kommentars oder einfach ganz durch diesen ersetzen:

Ich hätte es als Kind für das Größte angesehen, für meine 'Heldentat' mit Wasser übergossen zu werden. - Echt jetzt, ich verstehe Sie nicht.

Als kleiner Bub war ich - so geht die Mär - ein unverstandener, aber doch ziemlicher Rüpel, und so hat ein verzweifelter Nachbar über mir einmal seinen Piss-Pot ausgegossen. Das war einfach nur 'ne große Gaudi und für eine kurze Weile ein herrliches Gespräch im Dorf. Stellen Sie sich vor, so etwas geschehe heute. Trauma-Therapie des Knaben und Gefängnis für den Übeltäter wären das Mindeste.

Abraham-Siegfried
5. November 2017 16:15

Grundsätzlich sehe ich es auch so, dass Kirche im Allgemeinen und die evangelische Kirche im Besonderen an Bedeutung in Deutschland verliert. Alles Bedauern hilft dabei nicht weiter. Auch ist Kritik am Offiziellen wohl gelitten, gar notwendig. Dennoch ein Frage zu: Zitat "200 evangelische Taufen im Jahr"

Wo finden sich belastbare Zahlen?

Meine, wenn auch sicherlich nicht den Anspruch einer abschließenden Recherche besitzende Suche kam für die EKM auf über 5500 Taufen (wahrlich keine berauschende Zahl). Dies würde bedeuten, dass in Thüringen und Teilen Sachsen 25 mal mehr getauft wird.

Lieber A-S: Dies hier war meine Quelle: https://www.landeskirche-anhalts.de/landeskirche/zahlen-und-fakten, wobei ich mich auch ziemlich über die niedrige Zahl gewundert hab, Ganz "logisch" erschien mir das auch nicht;  Gruß, Ellen

Eine kurze Rückmeldung würde mich freuen. Danke!

H. M. Richter
6. November 2017 09:08

^ Abraham Siegfried u. EK

___________________________

Die von EK weiter oben angegebene Quelle für die Statistik der 206 Taufen [bzw. "200"] in Sachsen Anhalt weist als Bezugsgröße der Gemeindeglieder für das Jahr 2016 33.900 aus, während im dazugehörenden Text für die Zahl der dort lebenden evangelischen Christen mit 279.000 angegeben wurde. Die "200" bezieht sich offensichtlich lediglich auf die Anzahl der Taufen in der Evangelischen Landeskirche Anhalts (Glieder: 33.900) ohne die Taufen in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Glieder: 240.600).

Fast hätte ich gesagt, eine Zahl von 200 Taufen hatte ein Land wie beispielsweise Sachsen einst an einem guten Sonntag gehabt, - doch diese Zeiten sind vorbei.

 

Abraham-Siegfried
6. November 2017 20:37

Herzlichen Dank an Frau Kositza und H.M. Richter!

 

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