01. Dezember 2017

Szene-Kaleidoskop XXI: Barbaren, Parasiten und Lügner

von Nils Wegner / 18 Kommentare

Übermorgen ist schon der erste Advent – der Geschenketerror geht in die heiße Phase. Zeit für andere Gedanken, möglichst nicht an Koalitionen!

2017 war ein turbulentes Jahr, und so war vor lauter Sieferle und Buchmesse ein Buch ganz in Vergessenheit geraten, das an sich schon im Frühjahr hätte erscheinen können: Jack Donovans Becoming a Barbarian, Ausbau und Erweiterung seines Weg der Männer, ist pünktlich zur Weihnachtszeit nun doch noch aus der Druckerei gekommen!

Schon bei Vertragsabschluß im Herbst 2016 hatte Kubitschek den Titel festgelegt: Nur Barbaren können sich verteidigen. Über dieses Zitat haben die Kameraden von der anderen Feldpostnummer viel Schlaumeierei betrieben, seit es im kaplaken-Klassiker Provokation verwendet wurde – Grund genug, ihm im Nachwort zum Buch auf den Grund zu gehen, das ich neben der Übersetzung besorgt habe.

Man lasse sich vom Titel – ob nun deutsch- oder englischsprachig – nicht ins Bockshorn jagen: Hierbei handelt es sich weder um einen Fitneßratgeber noch um eine Anleitung zum Rollenspiel. Donovan erweist sich als Nietzsche- und Jünger-Connaisseur, verflicht diese Inspirationen mit einer Absage an die totenstarre Konsum- und Duckmäusergesellschaft und skizziert sein Idealbild eines Lebens mit dem System, aber gleichzeitig außerhalb von ihm. Eine definitiv anregende Lektüre – hier einsehen und bestellen!

Und wenn erst einmal ein Bedrohungspotential da ist, stehen die "Barbaren" schnell besser gerüstet da als die durchschnittliche Drohne irgendeines Großraumbüros, die sich quiekend an den Mutterbusen eines staatlichen Apparats flüchtet, der seine Schutzpflicht zugunsten lächerlicher Gesten aufgekündigt hat.

Die Jungs von "Laut gedacht" widmen sich in ihrem jüngsten Video dieser Lage – denn der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz wird sich in weniger als drei Wochen zum ersten Mal jähren, es ist wieder Weihnachtsmarktzeit, und in Potsdam wurde heute schon mal vorgeglüht.

Und falls es dem geneigten Leser/Zuschauer bislang entgangen sein sollte: Die überall aus dem Boden schießenden und, weil ganz bundesrepublikanisch, nicht einmal wirksamen Panzersperren bezahlt nicht etwa das Steuersäckel (denn das muß den "Flüchtlingen" bereits ihre Traumatherapien bezahlen), sondern das Marktpublikum.

Lassen Sie sich den Glühwein dieses Jahr also ganz besonders schmecken! Das ist quasi Saufen für die innere Sicherheit. Oder sollte man das doch als Anregung begreifen, über das eigene Konsumverhalten nachzudenken..?

Und wenn wir schon bei der Lage der Nation sind – werfen wir doch noch einen kritischen Blick auf diejenigen, die uns eigentlich über selbige aufklären sollten. Ellen Kositza hat sich für ihre neue Buchbesprechung einen Sammelband des ehemaligen GEW-Funktionärs Jens Wernicke vorgeknöpft. Lügen die Medien? lautet die bange Frage, und da die Beiträger allesamt regelrechte Musterdemokraten sind, geht es nicht einmal um "Flüchtlinge" und sonstige Treppenwitze, sondern vorwiegend um systemische Probleme.

Das fast schon lapidare Eingeständnis, daß die Medien lediglich nach den Pfeifen der großen Politik tanzen und deren Wendigkeit katalysieren, sie also »Brandbeschleuniger« der systemimmanenten ständigen Selbstgleichschaltung sind, ist wertvoller Bestandteil jedes argumentativen Arsenals, wenn es mal wieder zur Diskussion im Bekanntenkreis kommt – damit solche Momente irgendwann einmal der Vergangenheit angehören. Ein Augenöffner!

Und zuletzt, um wieder den Bogen zu all den Anis Amris und Jabr al-Bakrs dieser Welt zu schlagen, nach dem gestrigen monströsen Freispruch lachender Jurymitglieder für den fünfmal aus den USA abgeschobenen Mindestens-Totschläger der 32jährigen Kate Steinle aus San Francisco noch eine kleine Erinnerung an die Propagandisten und Profiteure dieser Malaise, daß all das keineswegs irgendwann in Vergessenheit geraten wird.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (18)

Maiordomus
02. Dezember 2017 13:14

"Ich bin auf Zeitungen angewiesen. Ich weiss nicht, was geschieht", soll Einstein zur Thematik von Kositzas Kurzvortrag gesagt haben. Noch bedenkenswert, was Kositza über Bräutigams Buch betr. die lügenden Medien ausgeführt hat, zum Beispiel der Verweis auf die Mitläufer.

Der_Jürgen
02. Dezember 2017 20:51

Ich weiss noch nicht, ob ich Donovans neues Buch bestellen werde, aber der ihm vom Verlag gegebene Titel "Nur Barbaren können sich verteidigen" gefällt mir noch weniger als der englische Originaltitel. Ja, uns steht ein Krieg um die Rückgewinnung unserer Heimat bevor, aber unter einem "Barbaren" verstehe ich, wie vermutlich die überwältigende Mehrheit der Menschen, jemanden, der grob gegen die Gesetze des Krieges und der Ritterlichkeit verstösst. Ein Barbar ist jemand, der beispielsweise ein Asylantenheim anzündet, mit dem Ergebnis, dass dann Frauen und Kinder verbrennen können, oder der eine Bombe in eine Moschee legt. Zu solchen Mitteln werden wir hoffentlich nicht greifen.

Es sei mir erlaubt, ein zweites Mal auf diesem Blog auf eine Passage aus Solschenizyns "Krebsstation" hinzuweisen. Ein Patient berichtet dort, wie er nach dem Krieg mit russischen Kriminellen, russischen Polithäflingen und einigen japanischen Kriegsgefangenen in derselben Zelle einsass. Die Kriminellen terrorisierten die Japaner nach Strich und Faden, bis letzteren der Kragen platzte und sie sich gegen die Übermacht zur Wehr setzten. Nun griffen die Politischen auf Seiten der Japaner in die Keilerei ein. "Gegen die Russen?" fragt einer. "Banditen sind für mich keine Russen", erwidert der Erzähler.

Horst Mahler hat einmal geschrieben, wir befänden uns bereits im Krieg. Unter den auf unserer Seite Kämpfenden gebe es aber auch "Kriegsverbrecher", nämlich Leute, welche die Regeln eines zivilisierten Kampfes missachteten. Barbaren eben. Dass die muslimischen Terroristen sowie andere kriminelle "Kulturbereicher" ebenfalls Barbaren sind, darf uns nicht dazu verleiten, es ihnen gleichzutun. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel.

Wegner:

Zur Begriffsklärung einfach den Donovan-Vortrag von 2013 anschauen, den ich nicht bloß eingefügt habe, um meinen Beitrag optisch zu strecken, und der auch nicht so lang ist, daß er irgend jemanden überfordern würde. Es geht ihm darum, den Terminus "Barbar" auf seine Ursprungsbedeutung zurückzuführen, nämlich denjenigen, der draußen ist, ob nun vom "System" oder vom "Mainstream" aus gesehen.

Sie werden mir sicherlich nachsehen, daß ich hier nicht den Inhalt des Buchs wiedergeben werde; es scheint mir aber eine um so notwendigere Lektüre zu sein, wenn ich sehe, wie leicht der "Barbar" heute offensichtlich selbst von skeptischen Zeitgenossen mit schlichten Verbrechern verwechselt wird. Der Wunsch, selbst möglichst drinnen zu sein, ist verständlich, aber sicher nicht der Weisheit letzter Schluß. Wenn wir schon bei "gewichtigen" Zitaten sind, halte ich mich auch in diesem Fall lieber an Schmitt und seine Mahnung, die »babylonische Sprachverwirrung« dieser Zeit nicht mitzumachen.

Der_Jürgen
03. Dezember 2017 08:22

@Nils Wegner

Danke für den Hinweis. Ich habe mir den Vortrag von Donovan nun angesehen, und er hat mir gut gefallen.

Wie Sie selbst einräumen, indentifizieren die allermeisten Menschen den "Barbaren" allerdings nicht, wie Donovan, mit dem "Aussenstehenden", sondern mit dem Rohling, dem Brutalo, dem Kriminellen. Es wird nicht so leicht möglich sein,  den Sinn des Wortes im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verändern. Darum wird der Titel viele potentielle Käufer und Leser abschrecken. Aus diesem Grunde hätte ich es für besser gehalten, den englischen Buchtitel wörtlich zu übersetzen; dann wirkt er einigermassen neutral, während "Nur Barbaren können sich verteidigen" die von mir beschriebenen Assoziationen erweckt.

Franz Bettinger
03. Dezember 2017 10:19

@ Jürgen

Mit Verlaub: Fairness oder Ritterlichkeit, das scheinen mir verlogene und historisch falsche, ja missbrauchte Begriffe zu sein, erfunden von? Von wem wohl? Dem Überlegenen! Der kämpft gern im Quadrat, mit dem Kurzschwert und in Überzahl. Der konventionell prima gerüstete Überlegene hat es nicht gern, wenn er aus dem Hinterhalt beschossen oder mit langen Haken von primitiven Bauern vom edlen Ross gezerrt wird. Was aber soll der Unterlegene tun? Sich ritterlich abschlachten lassen? Es bleiben ihm nur Robin-Hood- bzw. Vietcong-Methoden: die Tücke der asymmetrischen Kriegsführung. Es geht beim Kampf nur um eins: effektiv zu sein, ohne grausam zu sein. Letzteres ist emminent wichtig.

Nebenbei: Mit dem inflationären Gebrauch des Beiwortes "grausam" wird in der Geschichts- Schreibung Schindluder getrieben. Geschichts-Beflissene wissen, was ich meine.

Neander vom Thal
03. Dezember 2017 17:49

Donovans Titel ist genial. Barbar als Wort ist noch nicht “ausgelatscht“. Er ist der perfekte Begriff für Härte, Kampfkraft und eisernen Willen. Das wilde Wüten mit einer Menge Kollateralschäden trifft eher auf den besinnungslosen Berserker zu.

Über die Metal-Musik erhält das wunderbare Wort “Barbar“ einen herrlich kräftigen Klang. Schon Arni's “Conan, der Barbar“ zeigt, was ein rechter Barbar ist. Ich liebe dieses Wort. Wenn es hier im Land schon 5 nach Zwölf sein sollte, wird nichts anderes übrig bleiben, als den Barbaren in uns zu wecken.

Der_Jürgen
03. Dezember 2017 21:00

@Franz Bettinger

Ich bin meistens mit Ihren Kommentaren einverstanden, aber diesmal keinesfalls. Ritterlichkeit ist kein verlogener Begriff, erfunden von den Siegern.

Als Napoleon von einer grossen Koalition besiegt worden war, wurde er keinesfalls wegen "Kriegsverbrechen" oder "Führung eines Angriffskriegs" vor Gericht gestellt und nach einem Schauprozess gehängt, sondern lediglich nach Elba verbannt. Nachdem er von dort zurückgekehrt war und nochmals ein Heer aufgeboten hatte, das aber bei Waterloo geschlagen wurde, wurde er abermals nicht abgeurteilt und gehängt, sondern nur wiederum verbannt, allerdings auf das ferne St. Helena, von wo an eine Rückkehr nicht zu denken war. Auf diese Weise sorgten die Sieger dafür, dass ihnen Napoleon nie wieder gefährlich werden konnte - seine Ehre tasteten sie nicht an.

Wenn Sie Parallelen zu 1945 und danach ziehen, werden Sie begreifen, was ich unter dem Verlust der Ritterlichkeit verstehe.

Utz
03. Dezember 2017 22:10

Was aber soll der Unterlegene tun? Sich ritterlich abschlachten lassen? Es bleiben ihm nur Robin-Hood- bzw. Vietcong-Methoden: die Tücke der asymmetrischen Kriegsführung. 

So argumentiert vermutlich auch die Antifa.

Im Prinzip haben Sie ja recht. Aber wenn man die öffentliche Meinung nicht auf seiner Seite hat, dann hat, befürchte ich, Jürgen schon recht, dann muß man sich jede Begründung, jedes Wort zweimal überlegen.

Auf der anderen Seite: wir müssen auch vorwärts gehen. Allzugroße Verzagtheit bringt uns auch nicht weiter.

Das Wort "Barbar" ist im Titel, das ist gut so, und es wurde durch das Wort "verteidigen" gegen Angriffe geschützt, das ist auch gut. Den Rest wird der Inhalt erledigen.

Franz Bettinger
03. Dezember 2017 22:25

Ergänzend: Was den "Kampf" angeht, könnte man beim nicht-körperlichen anfangen: der Bürokratie, dem unsäglichen Asyl-Artikel, dem Grundgesetz, gerade auch bei seiner religiös anmutenden, nicht praktikablen Präambel von der Würde des Menschen, die nicht antastbar sei. Gut gemeint, aber schlecht gemacht! Würde kommt von Wert. Oh ja, die Menschen haben einen Wert, und dieser unterscheidet sich von einem zum anderen. Das ist gut so. Es war schon immer so, und wird trotz der linken Gegenthese hoffentlich auch immer so sein. Die These von der Gleichheit ist ja nicht nur praktisch und historisch gescheitert, es gibt ja nicht einmal eine plausible Theorie dazu. Wer bestimmt also über die Würde? Wer bestimmt den Wert eines jeden? Dessen Verhalten! Und zwar 1. sein sozialverträgliches (nicht kriminell sein) und 2. sein sozial-nützliches Verhalten (Erfinder, Künstler, fleißiger Arbeiter, Soldat ... sein). Diese zwei Eigenschaften bestimmen darüber, sonst nichts. Zurück zum "Kampf". Allzu edel sollte der nicht ausgefochten werden müssen. Die Effizienz muss an 1. Stelle stehen. Die Idee der Einzelfall-Gerechtigkeit, der sich die brd in ihrer undendlichen Güte verschrieben hat und die jedem Mörder und Vergewaltiger unendliche Klagewege ermöglicht, muss auf den Prüfstand. Auch hier das Rad nicht neu erfinden, sondern einfach bei den Nachbarn abschreiben (z. B. den USA). Auch das wird Donovan mit "barbarisch" gemeint haben. Mir gefallen die Titel beider Bücher übrigens sehr gut. Weil sie eben nicht p.c. sind. Weil sie ins Zentrum zielen. Unser @ Neander vom Thal (nomen est omen ;-) hat es schön formuliert. 

@ Jürgen:

Zum Begriff der Ritterlichkeit fällt mir spontan eine Szene aus dem Mel Gibson-Film "Patriot" (Fim über den amerik. Unabhängigkeitskrieg) ein, in der der britische Garnisons-Chef dem patriotischen Rebellenführer (Gibson) vorwirft, dass dessen Leute neuerdings vornehmlich auf Offiziere schießen würden anstatt, wie es sich unter einer ritterlichen Kriegsführung geziemt, auf einfache Soldaten. Ich weiß nicht mehr, was Gibson geantwortet hat, aber es war gut. Ja, ja, gut für alle Napoleons dieser Welt, wenn deep state's (so nennt man das verschworene Pack im Hermelin heute) "Ritterlichkeit" die Führer und Anführer, die Könige und Kaiser immer davon kommen lässt. Da lässt es sich gut Krieg führen. Deshalb war die Rage auf die 1789-er ja auch so groß bei den Österreichern, Preußen und Engländern. Dass man die Köpfe der Adeligen gegen die Mauern der Bastille schlug, ging zu weit. "Auf in den patriotischen (= reine Propaganda, aber bei den Deutschen wirksam) Kampf gegen die frz. Barbaren! Die unsere alt-ehrwürdigen Rechte beschneiden. Die sich an keine Regeln halten. Diese Franc Tireilleurs, die sich nicht nebeneinander in Reihe aufstellen, auf dass wir sie umnieten können, sondern wie im Wilden Westen hinter jeden Busch und in jeden Graben werfen. Irreguläre! Das geht doch nicht!" Sie sehen, lieber Jürgen, mit Ritterlichkeit habe ich ein Problem. Sollen Pol Pot, Idi Amin und Al Bakr davonkommen? Ist Milosevic davongekommen? Schwierig. Wer bestimmt darüber? Am Ende, glaube ich, gibt es keine Ritterlichkeit. Das sind nur so Worte (wie Würde). Sie dienen denen an der Macht.

Franz Bettinger
03. Dezember 2017 22:37

Nachgekartet: 1. Es war schon gut, dass Adolf Hitler sich die Kugel (selbst!) gegeben und Göring Zyankali genommen hat. 2. Ist es ein Zeichen von Ritterlichkeit, die vielen Kriegsverbrecher von Churchill bis G.W. Bush nicht vor ein Tribunal zu stellen? 3. War es gut Saddam Hussein zu hängen? Nichts von all dem hat etwas mit Fairness oder Gerechtigkeit zu tun. Nur mit Effizienz und Macht. 

Solution
03. Dezember 2017 22:57

Das Buch von Donovan ist genauso gut, wie sein "Der Weg der Männer". 

Wenn wir unsere Lage offen und ehrlich einschätzen, kommt die AfD zu spät. Die "letzte evolutionäre Chance" (so Björn Höcke) ist leider ansgesichts der harten demographischen Fakten, durch den degenerierten BRD-Wähler vertan. Oder glaubt hier wirklich jemand, daß die AfD jemals die benötigten 67% der Stimmen bekommen würde, um wirklich etwas zu ändern? Ganz abgesehen davon, daß die AfD sich explizit als eine Pro-Einwanderungspartei definiert.

Denken wir mal etwas weiter, als die, die in der "Falle des Kurzzeitdenkens" (so Eibl-Eibesfeld) gefangen sind. Bald sind wir eine Minderheit im eigenen Land. Was dann? 

Donovan behauptet nicht, eine Lösung für alles zu haben. Immerhin denkt er nach und tut etwas in der realen Welt. Sein Experiment, das einer permanenten selbstkritischen Reflexion unterliegt, scheint wirklich zu funktionieren. So oder so ähnlich sollten wir uns daher auch organisieren. Dazu muß man nicht jeden "mitnehmen" oder "abholen". 

Auch dieses Buch gehört zu den wichtigsten, die in den vergangenen Jahren geschrieben wurden.

Heinrich Brück
03. Dezember 2017 23:52

Ritterlichkeit und Macht bildlich: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/50/Nuernberg_Burg_Panorama_PtGUI.jpg // https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0b/Frankfurt_EZB.Nordwest-2.20141228.jpg

Der König als Schuhputzer des Bankiers. So sieht unser System aus. Wurden auch Bankiers guillotiniert?

Gustav
04. Dezember 2017 09:39

Und immer wieder Spengler:

»Etwas vom Barbarentum der Urzeit muß noch im Blute liegen, unter der Formenstrenge alter Kultur, das in schweren Zeiten hervorbricht, um zu retten und zu siegen. - Dies Barbarentum ist das, was ich starke Rasse nenne, das Ewig-Kriegerische im Typus des Raubtieres Mensch. (Ich wiederhole: Rasse, die man hat, nicht eine Rasse, zu der man gehört. Das eine ist Ethos, das andere - Zoologie.). Es scheint oft nicht mehr da zu sein, aber es liegt sprungbereit in der Seele. Eine starke Herausforderung, und es hat den Feind unter sich. Es ist nur dort erstorben, wo der Pazifismus der späten Städte seinen Schlamm über die Generationen wälzt, den müden Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, ausgenommen den des eigenen Lebens. Das ist die seelische Selbstentwaffnung nach der leiblichen durch Unfruchtbarkeit.

Der Kampf um den Planeten hat begonnen. Der Pazifismus des liberalen Jahrhunderts muß überwunden werden, wenn wir weiterleben wollen. Wie weit sind die weißen Völker schon in ihn hineingeschritten?  Ist das Geschrei gegen den Krieg eine geistige Geste oder die ernsthafte Abdankung vor der Geschichte auf Kosten der Würde, der Ehre, der Freiheit?  Aber das Leben ist Krieg. Kann man seinen Sinn verabschieden und es doch behalten?  Das Bedürfnis nach fellachenhafter Ruhe, nach Versicherung gegen alles, was der Trott der Tage stört, gegen das Schicksal in jeder Gestalt, scheint das zu wollen: eine Art Mimikry gegenüber der Weltgeschichte, das Sichtotstellen menschlicher Insekten angesichts der Gefahr, das happy end eines inhaltleeren Daseins, durch dessen Langeweile Jazzmusik und Niggertänze den Totenmarsch einer großen Kultur zelebrieren.

Der Farbige durchschaut den Weißen, wenn er von »Menschheit« und ewigem Frieden redet. Er wittert die Unfähigkeit und den fehlenden Willen, sich zu verteidigen. Hier tut eine große Erziehung not, wie ich sie als preußisch bezeichnet habe und die man meinetwegen auch »sozialistisch« nennen mag - was kommt auf Worte an!

Die Farbigen sind nicht Pazifisten. Sie hängen nicht an einem Leben, dessen Länge sein einziger Wert ist. Sie nehmen das Schwert auf, wenn wir es niederlegen. Sie haben den Weißen einst gefürchtet, sie verachten ihn nun . In ihren Augen steht das Urteil geschrieben, wenn weiße Männer und Frauen sich vor ihnen so aufführen, wie sie es tun, zu Hause oder in den farbigen Ländern selbst. Einst packte sie Entsetzen vor unserer Macht - wie die Germanen vor den ersten römischen Legionen. Heute, wo sie selbst eine Macht sind, reckt sich ihre geheimnisvolle Seele auf, die wir nie verstehen werden, und sieht auf den Weißen herab wie auf etwas Gestriges.«

Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung

 

Das Relikt
04. Dezember 2017 16:51

Von Donovan zu schreiben scheint ein Garant dafür zu sein, liberalkonservative Rechtscucks maximal zu triggern.

Ich denke, wenn jemand dieses Buch ablehnt, wegen seines Titels, so hatte ihn Donovan eh nie als Zielpublikum im Visier.

Wer sich wegen des Begriffs des Barbaren von der Neuen Rechten abwendet, ist auch eher ein Kanditat für die Grünen oder die Queer-Community.

Also passt schon alles, wie es ist.

Stil-Blüte
04. Dezember 2017 18:47

Ritterlichkeit, Ehre, Würde, Toleranz kann nur dann ein Regulativ zwischen Gegnern, Feinden, Siegern und Besiegten sein, wenn von beiden/allen Seiten ein strenger Kodex streng respektiert und -streng kontrolliert und steng geächtet wird. Diese Art der Gerechtigkeit kann kein noch so gerechtes Gericht der Erde durchführen. wird, allerhöchstens kann es zelebrierte Regularien wie bei einem Duell geben, das auch schon Geschichte ist; in der Blutehre der Familien, Clans lebt es in Europa, in Deutschland wieder auf. Lynchjustiz heißt diese Art von gesetzloser Verfolgung und Bestrafung, doch schreckt sie uns noch ausreichend angesichts einer Justiz, deren Rechtswesen oft genug zweifelhaft ist?  

Vor allem der Marine und Luftwaffe sagte man Achtung, vor allem vor den Toten nach.  Die Ritterlichkeit des Stärkeren gegenüber Schwächere ist lange gegenüber Frauen kultiviert worden. Ritterlichkeit des Bewaffneten gegenüber dem Zivilen war nur von relativ kurzer Dauer und ist seit der Bombardierung deutscher Städte im 2. Weltkrieg als Kollateralschaden legitimiert.

@ Franz Bettinger

So stimmt das nun auch wieder nicht. Es gibt quer durch die jahrtausende alte Geschichte Heerführer, die sich an die Spitze stellten, kämpften und auch fielen. In unseren Breitengraden: Gustav Adolph, von Richthofen, Jean d'Arc... Aber schauen Sie selbst bei Wikipedia nach. Freilich, der Feldherrenhügel wurde mehr und mehr populär und hat Frau von der Leyen je ein Gewehr nur in der Hand gehabt?  

@ Gustav

Spengler: Schriebe er heute unter den Zeichen der Demokratie - nicht vorstellbar sein Ende.

@ Heinrich Brück

Aha, der Bankier, der Banker - eigentlich der sicherste Beruf der Welt, jenseits jeglichen Feindbilds, gleichzeitig Diener und Herrscher der Krieger jeglicher Coleur?   

@ Das Relikt

Frage: Betreibt Donovan vielleicht mehr filmreifen personifizierten Guru-Sport?  

Valjean72
05. Dezember 2017 09:00

@Das relikt: "Von Donovan zu schreiben scheint ein Garant dafür zu sein, liberalkonservative Rechtscucks maximal zu triggern. [...]

Wer sich wegen des Begriffs des Barbaren von der Neuen Rechten abwendet, ist auch eher ein Kanditat für die Grünen oder die Queer-Community."

---

Ich habe bisher noch nichts hier aufgeschnappt, was mich veranlassen würde ein Buch von diesem Mann zu lesen und ich zähle zu jenen, die bei den "Neurechten" eine kontrollierte Opposition vermuten, mindestens eine partielle Unterwanderung.

Barbar  ist ein abfälliger und stigmatisierender Begriff, um unsere germanischen Vorfahren pauschal zu verunglimpfen und letztlich zu entmenschlichen.

Destroy this Mad Brute

Es ist keine Selbstbezeichnung und unsere germanischen Vorfahren haben sich auch nicht als Kampfmaschinen hollywoodesker Verzerrung verstanden. Sie waren Krieger wenn es darauf ankam ihren Stamm (ihr Volk) zu verteidigen.

Die Bezeichnung Barbar  ist - mit seiner innewohnenden, offenkundig negativen Konotation -  in letzter Konsequenz gegen uns Deutsche gerichtet (vgl "Völkerwanderung" gegenüber "invasions barbares"). Es ist ein Kampfbegriff unserer Feinde.

Wegner:

Dieser Versuch einer politischen Etymologie ist ein schlechter Scherz. Und Ihr dritter Absatz ("... wenn es darauf ankam ihren Stamm (ihr Volk) zu verteidigen.") könnte auch eine Paraphrase des Inhalts von Der Weg der Männer sein. So wird das leider nichts mit dem besonders krassen Deutschtumsstandpunkt.

Das Relikt
05. Dezember 2017 09:31

@ Stil-Blüte

"Frage: Betreibt Donovan vielleicht mehr filmreifen personifizierten Guru-Sport? "

Was soll das sein?

Der moralische Vorwurf des T-Shirt-Verkaufs?

Pu, da käme die Neue Rechte aber in Schwierigkeiten.

Das Relikt
05. Dezember 2017 20:01

@ Valjean72

Zur Vielschichtigkeit des Barbarenbegriffs und das Donovan sich auf die ursprüngliche Bedeutung aus hellenischer Zeit bezieht, die definitiv nicht  auf Germanen bezogen war, hat Herr Wegener das Nötige gesagt, bzw. verwiesen.

Zwei Anmerkungen hierzu dennoch: Es ist keine Selbstbezeichnung und unsere germanischen Vorfahren haben sich auch nicht als Kampfmaschinen hollywoodesker Verzerrung verstanden. Sie waren Krieger wenn es darauf ankam ihren Stamm (ihr Volk) zu verteidigen.

Laut Andreas Vonderach, in seinem aktuellen Buch zur Germanenthematik, haben die Germanen den Begriff Barbaren während der Völkerwanderungszeit durchaus als Selbstbezeichnung und das auch mit Stolz, geführt. 

"Sie waren Krieger wenn es darauf ankam ihren Stamm (ihr Volk) zu verteidigen." 

Da sitzen sie einer völkischen Weichzeichnung auf. Sowas gibt es auch, ja, aber nicht als Regel. Die meisten Kämpfer sind zu allen Zeiten junge Männer und die kämpfen aus vielfältigen ökonomischen und psychologischen Motiven, nicht jedoch um Hausfrauen und Pensionäre zu schützen. Auch bei den Germanen, die in der Kaiserzeit Raubzüge ins Römerreich unternahmen und die sie dann oft als römische Legionäre auch selbst wieder zurückschlugen.

Was mich ratlos zurücklässt, ist diese Aussage von Ihnen: "Ich habe bisher noch nichts hier aufgeschnappt, was mich veranlassen würde ein Buch von diesem Mann zu lesen und ich zähle zu jenen, die bei den "Neurechten" eine kontrollierte Opposition vermuten, mindestens eine partielle Unterwanderung."

Das die Neue Rechte unterwander wird, habe ich oft gehört. In der Regel wird Russland als Unterwanderer ausgemacht. Aber wo ist da jetzt der Zusammenhang zu Donovan? In den USA gibt es die Theorie unter White Nationalists, dass Donovan ein FBI-Agent ist, der die Rechte radikalisieren und damit Repression legitimieren soll. Sollten sie eine ähnlich geartete Vorstellung haben, ist die Frage, wie passt Schnellroda als deutscher Verleger von Donovan da rein. Die Unterwanderung müsste da quasi ins Herz vorgedrungen sein.

Valjean72
06. Dezember 2017 10:31

@Nils Wegner: "Dieser Versuch einer politischen Etymologie ist ein schlechter Scherz. [...] So wird das leider nichts mit dem besonders krassen Deutschtumsstandpunkt."

---

In diesen Dingen beliebe ich keineswegs zu scherzen und wenn für Sie Deutschtum per se "krass" ist (Abstufungen: besonders krass, einfach krass, ein bisschen krass), dann spielen wir offensichtlich - es zeigt sich einmal mehr -  in unterschiedlichen Mannschaften.

Habe die Ehre

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.