Buchgeschenktips zu Weihnachten – Teil 6: Martin Lichtmesz

Gut:

Charles Péguy: Das Geld, 137 S., broschiert, 12 €

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Gut:

Charles Péguy: Das Geld, 137 S., bro­schiert, 12 €

Charles Péguy (1873–1914) war Sozia­list, “Drey­fu­sard”, Publi­zist, Pole­mi­ker, Dich­ter, Natio­na­list und gläu­bi­ger Katho­lik. Sein gran­dio­ser Essay „Das Geld“ (1913) beginnt als Ein­lei­tung zu einer Abhand­lung über das fran­zö­si­sche Grund­schul­we­sen, ver­liert sich rasch in auto­bio­gra­phi­sche Erin­ne­run­gen und mün­det schließ­lich in eine poe­ti­sche Lebens­phi­lo­so­phie. Er ent­hält meh­re­re von Péguys viel­zi­tier­ten Sen­ten­zen, etwa: „Der Moder­nis­mus besteht dar­in, nicht zu glau­ben, was man glaubt.“ –  “Das ‘Volk’ gibt es nicht mehr. Jeder ist bür­ger­lich gewor­den. Denn jeder liest sei­ne Zei­tung.“ -„Die Welt hat sich seit Jesus Chris­tus weni­ger ver­än­dert als in den letz­ten drei­ßig Jah­ren.“ “Das Geld” ist eine lei­den­schaft­li­che Ankla­ge gegen die „moder­ne Welt“ des kapi­ta­lis­ti­schen Bür­ger­tums, das die Welt des „alten Frank­reichs“ zunich­te gemacht und unter die Vor­herr­schaft des Mam­mons gestellt hat. Péguy sieht die­ses alte Frank­reich ver­kör­pert in den ein­fa­chen Men­schen, den Arbei­tern und Bau­ern, die sich in einer seit der Anti­ke unun­ter­bro­che­nen Tra­di­ti­on in eine from­me und arbeit­sa­me „Armut“ gefügt haben, in jene „dum­me Moral“, die das täg­li­che Brot sicher­te und ein zufrie­de­nes Leben ermög­lich­te. Eine Moral, die sich für Péguy vor allem im Ethos einer (frei nach Marx) „unent­frem­de­ten“ Arbeit mani­fes­tiert, die ihren Wert in sich selbst trägt, in der Wür­de und Ehre „des gut gemach­ten Werks“, sei dies ein mit Stroh bespann­ter Stuhl oder die Kathe­dra­le von Char­tres: „Die Arbeit war ihre urei­gens­te Freu­de, die tief­rei­chen­de Wur­zel ihres Daseins.“  “Das Geld” ist eine mit­rei­ßen­de, ver­klä­ren­de Apo­lo­gie des ver­wur­zel­ten, tra­di­tio­nel­len, aske­ti­schen Lebens!

 

Wahr:

Rys­zard Legut­ko: Der Dämon der Demo­kra­tie. Tota­li­tä­re Strö­mun­gen in libe­ra­len Gesell­schaf­ten188 S., gebun­den, 23 €

Wer sich schon mal gefragt hat, war­um gera­de die lau­tes­ten Trom­pe­ter von „Demo­kra­tie“ und „Plu­ra­lis­mus“ so geis­tig ver­öde­te und pro­se­ku­to­risch gesinn­te Gestal­ten sind, der wird in die­sem scharf­sin­ni­gen Buch des pol­ni­schen Phi­lo­so­phen Rys­zard Legut­ko eine Men­ge schla­gen­der Ant­wor­ten fin­den. Aus­ge­rech­net die west­li­che libe­ra­le Demo­kra­tie, die sich als gro­ßer Gegen­ent­wurf zu den tota­li­tä­ren und auto­ri­tä­ren Gesell­schaf­ten der Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart sieht, hat sich inzwi­schen selbst zu einer „sof­ten“ Vari­an­te des Tota­li­ta­ris­mus gemau­sert. Der Grund liegt in der Muta­ti­on des libe­ra­len Sys­tems zur Uto­pie, die, wie Legut­ko sys­te­ma­tisch nach­weist, star­ke Wesens­ähn­lich­kei­ten zur Ideo­lo­gie und Pra­xis des Kom­mu­nis­mus hat. Wir haben nun einen „Erlö­sungs­li­be­ra­lis­mus“, des­sen Zie­le wie die des Kom­mu­nis­mus auf radi­kal ega­li­tä­ren Prä­mis­sen basie­ren und mit einer ähn­lich kryp­to-reli­giö­sen Inbrunst ver­folgt wer­den. Der ursprüng­li­che libe­ra­le Gedan­ke wird in der uto­pi­schen Form der „libe­ra­len Demo­kra­tie“ ad absur­dum geführt, da es in ihrem Macht­be­reich nichts mehr geben soll, was nicht „libe­ral“ oder „demo­kra­tisch“ oder „libe­ral-demo­kra­tisch“ ist, wobei die­se Begrif­fe genau­so fix kodiert und feti­schi­siert sind wie jener des „Sozia­lis­mus“ im Kom­mu­nis­mus. Ein Augen­öff­ner, der Klar­heit und Ori­en­tie­rung schafft!

 

Schön:

Emi­ly Dick­in­son: Sämt­li­che Gedich­te, 1408 Sei­ten, gebun­den,  49.90 €

Mein Lieb­lings­buch des letz­ten Jah­res, das in mir eine regel­rech­te Emi­ly-Dick­in­son-Obses­si­on aus­ge­löst hat: Die ers­te voll­stän­di­ge zwei­spra­chi­ge Aus­ga­be der rund 1800 Gedich­te der enig­ma­ti­schen ame­ri­ka­ni­schen Dich­te­rin (1830–1886) als dicker Dünn­druck-Band. Zu Leb­zei­ten wur­den nur sehr weni­ge Gedich­te von ihr ver­öf­fent­licht, und es soll­te fast ein Jahr­hun­dert ver­ge­hen, bis sie in ihrer ori­gi­na­len Form publi­ziert wur­den, samt ihren eigen­wil­li­gen, den Rhyth­mus zer­ha­cken­den Inter­punk­tio­nen und Groß­schrei­bun­gen. Die exzen­tri­sche, ket­ze­ri­sche Puri­ta­ne­rin aus Amherst/Massachusetts gilt zu Recht als “eine der erstaun­lichs­ten Gestal­ten der Lite­ra­tur­ge­schich­te” (so die Über­set­ze­rin Gun­hild Köb­ler). Zu ihrer Zeit gab es nie­man­den, der so schrieb wie sie, und ihr Ton ist der­art unver­wech­sel­bar, daß Epi­go­nen­tum schier unmög­lich ist. Ihre stärks­ten Gedich­te sind vul­ka­nisch und eisig, tra­gisch und iro­nisch, maka­ber und fröh­lich, sto­isch und auf­be­geh­rend, grau­sam und gütig zugleich. Beson­de­res Ver­gnü­gen berei­tet es, zu sehen, wie Küb­ler die­se oft über­aus schwie­ri­ge Spra­che gemeis­tert und ins Deut­sche über­tra­gen hat. Wer­muts­trop­fen ist der häß­li­che Umschlag mit däm­li­chen Kleck­sen von Cy Twombly!

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (11)

Hesperiolus

13. Dezember 2017 11:06

Umfaßt dieser Dickinson Band nicht sogar 1 408 Seiten?  Die mir vorliegende ältere, zweisprachige Dünndruckausgabe von 2006 mit Übertragungen von Kübler ist nur eine Auswahl (auf 561 S.). Auch dies ein schöner Band. Sehr selten kommt Beachtliches aus Nordamerika, Dickinson gehört ohne jeden Zweifel dazu! Auch Legutko und Péguy sind wichtige Empfehlungen; auf diesem Kurs möchte man die Sezession sehen.

ML: Ah, das war ein Tippfehler, korrigiert!

Maiordomus

13. Dezember 2017 11:52

Charles Péguy wurde im deutschen Sprachraum vor allem durch den Theologen Hans Urs von Balthasar (1904 - 1988) vermittelt, war in der Balthasar-Schule viel gelesen, so hat zum Beispiel der vor rund einem Vierteljahrhundert verstorbene Paul Gregor über ihn doktoriert. "Das Geld" bleibt natürlich ein gewaltiges poetisches Thema, vgl. den besten Text aller Zeiten darüber, den Usura-Canto von Ezra Pound, perfekt ins Südtirolische übersetzt von dessen Enkel Siegfried von Rachewiltz. Ein Problem der Poeten seit Ovid bleibt indessen, dass Sie das Geld, das sie von Gönnern gern in die Hand nehmen, mit biblischer Mammonverachtung bedenken, vgl. auch Brecht und Dürrenmatt, bei denen hier Dichtung und eigene Lebenspraxis, wie u.a. Günter Anders festgestellt hat, weit auseinanderklafften. Das Geld ist eigentlich viel unschuldiger als es von seinen Kritikern hingestellt wird, Wilhelm Röpke war insofern der bedeutendste Ethiker des Geldes, weil er wie kein zweiter den mangelnden Respekt vor dem Geld angeprangert hat, siehe die bekannten sozialistischen Sprüche, lieber möglichst viel Inflation als Arbeitslosigkeit, als ob nicht beides Hand in Hand einhergehen könnte. Zu den Politikern, die sich eher noch vernünftig über das Geld geäussert haben, möglicherweise mit mehr Sachkenntnis als Péquy, zähle ich Franz Josef Strauss selig in Deutschland sowie Hans Letsch und Christoph Blocher in der Schweiz, die letzteren beiden waren und sind gläubige Protestanten. Auch Hayek und Friedman haben nicht nur dumm über das Geld reflektiert. 

RMH

13. Dezember 2017 12:07

"Wir haben nun einen „Erlösungsliberalismus“, dessen Ziele wie die des Kommunismus auf radikal egalitären Prämissen basieren und mit einer ähnlich krypto-religiösen Inbrunst verfolgt werden."

Ich hätte diese heutigen Phänome jetzt eher unter den Begriff des Kulturmarxismus eingeordnet, der ja bekannt dafür ist, dass er sich ein falsches, liberales Deckmäntelchen umhängt, um sich in die Gehirne der Menschen besser einschleichen zu können. Zur Diskreditierung des klassischen Liberalismus, wie er in der Buchempfehlung ja richtig beschrieben wird, würde es mir ganz persönlich nicht ausreichen. Wie auch immer, ad fontes, Buch wird gekauft, dann weiß ich mehr ...

Hesperiolus

13. Dezember 2017 13:45

@ Maiordomus

Nicht dumm, sondern als Schüler Mandevilles ("private vices, public benefits") waren Hayek und Fridman durch und durch bösartig. Zu Lichtmesz Buchvorstellung fällt mir auch die morphologische Geldauffassung  Spenglers (Geld euklidisch, faustisch usw.) ein:

"Es geht ein Verzweifelungskampf durch die Wirtschaftsgeschichte jeder Kultur, den die im Boden wurzelnde Tradition einer Rasse, ihre Seele, gegen den Geist des Geldes führt."

Gegen das Geld stehen und zirkulieren, eine interessante Zusammenstellung, dann: das Recht und das Blut:

"Die privaten Mächte der Wirtschaft wollen freie Bahn für die Eroberung großer Vermögen. Keine Gesetzgebung soll ihnen im Wege stehen. Sie wollen die Gesetze machen, in ihrem Interesse, und sie bedienen sich dazu ihres selbstgeschaffenen Werkzeugs, der Demokratie, der bezahlten Partei. Das Recht bedarf, um diesen Ansturm abzuwehren, einer vornehmen Tradition, des Ehrgeizes starker Geschlechter, der nicht im Anhäufen von Reichtümern sondern in den Aufgaben echten Herrschertum jenseits aller Geldvorteile Befriedigung findet. Eine Macht lässt sich nur durch eine andere stürzen, nicht durch ein Prinzip, und es gibt dem Geld gegenüber keine andere. Das Geld wird nur vom Blut überwältigt und aufgehoben."

Solution

13. Dezember 2017 14:48

Das Buch von Legutko "Der Dämon der Demokratie" kann man bestimmt als eines der besten Bücher der letzten Jahre bezeichnen. Das Buch hat das Tor für eine längst überfällige Debatte aufgestoßen. 

Dabei ist es auf hohem Niveau geschrieben und trotzdem gut lesbar. Es ist als Geschenk nicht nur für Gleichgesinnte gut geeignet.

Man wünscht sich mehr Leute vom Schlag eines Legutko bei PIS, für die er polnischer Europa-Abgeordneter ist.

Cacatum non est pictum

13. Dezember 2017 15:32

@RMH

"Ich hätte diese heutigen Phänome jetzt eher unter den Begriff des Kulturmarxismus eingeordnet, der ja bekannt dafür ist, dass er sich ein falsches, liberales Deckmäntelchen umhängt, um sich in die Gehirne der Menschen besser einschleichen zu können."

Das ist eine Definitionsfrage. Legutko verwendet vornehmlich den Begriff liberaldemokratisch. Und er beschreibt, wie sich die Systeme Liberalismus und Demokratie zu einer Ideologie verschmolzen haben, die heute immer öfter realsozialistische Resultate hervorbringt. Als ehemaliger Widerständler im kommunistischen Polen hat Legutko ein feines Näschen für derlei Parallelen.

Der klassische Liberalismus hatte den freien Menschen als Vertragspartei im Auge. In der liberalen Demokratie sind die politischen Parteien und die sonstigen Lobbyverbände zu Vertragsparteien aufgestiegen und bedienen sich des demokratisch verfaßten Staates, um ihre Gruppeninteressen durchzusetzen. Das wiederum schwächt den Staat in der Wahrnehmung seiner Kernaufgaben. Er, der Staat, streckt seine Fühler auf alle Gebiete des Alltagslebens aus, in denen sich diese Interessenverbände tummeln. Daher auch die immer weiter anschwellende Vorschriftenflut. Und weil die Gleichheitsideologie, die den Kommunismus getragen hat, auch das Leitmotiv der liberalen Demokratie ist, wird das Meinungsklima überall permanent stickiger. Äußerungen, die den egalitären Konsens in Frage stellen, werden staatlicherseits bekämpft - so, wie es etwa in der Sowjetunion und in deren Satellitenstaaten gang und gäbe war.

Das ist ein Kurzabriß von Legutkos Argumentation, wie ich sie verstanden habe. Die Lektüre ist auf jeden Fall lesenswert und erzeugt einige Aha-Effekte. Legutko ist Philosoph und Politiker zugleich. Das merkt man dem Buch an, denn es verbindet politische Beobachtungsgabe und gedanklichen Tiefgang. Einzig das Lektorat hätte stellenweise etwas weniger schlampig sein können. Unterm Strich würde ich mich der Kaufempfehlung von Herrn Lichtmesz anschließen.

Heinrich Brück

13. Dezember 2017 17:04

Geld ist unschuldig? Die Deutschen sind doch wahrlich ein fleißiges Volk. Und wo geht das Geld hin?

Aber Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt. Ein Vergleich:

Mohnanbaufläche 2000: 82172 ha

Mohnanbaufläche 2001: 7606 ha

Mohnanbaufläche 2002: 74000 ha

Mohnanbaufläche 2016: 201000 ha

Den Rest darf man sich denken.

Maiordomus

13. Dezember 2017 17:38

@Hesperiolus. "Durch und durch bösartig" betr. Hayek und Friedman. Erklären Sie mir die bösartigen Elemente im Buch "Der Weg zur Knechtschaft", in 1. Auflage und in deutscher Uebersetzung von Eva Röpke erschienen im Verlag Eugen Rentsch 1945, 3. Auflage 1974, ferner erläutern Sie mal vor der Leserschaft von hier den Unterschied von Friedmans Philips-Kurve in der Geldmengenpolitik im Vergleich zur Keynesschen Geldmengenpolitik, studieren Sie das mal ein paar Monate und dann kommen Sie wieder mit Ihrem plapperhaften "bösartig", das sind Kriterien der Antifa, die in diesem Punkt übrigens in der Regeln ein ähnliches Feindbild haben. Auch Marx und Engels können mit der Vokabel "bösartig" nicht qualifiziert kritisiert werden, nicht einmal Lenin und schon gar nicht Machiavelli oder gar Adam Smith, der Erfinder des Kapitalismus als Theorie. Mit vorsätzlichem Dummbleiben und Nachplappern von Polemik erreicht man bestenfalls das Niveau von Herwig Münkler in der Kritik an dem ihm von der wissenschaftlichen Lebensleistung wohl doch überlegenen Sieferle. Die Probleme, die mit dem Geld zusammenhängen, existieren unabhängig von Feindbildressentiments und können so auch nicht gelöst werden, wiewohl auch unter gehobenen Spezialisten gegenseitige Polemik nicht unüblich ist, etwa im Zusammenhang der Umstrittenheit von Keynes. Selbst dessen berüchtigter Satz "In the long run we all are dead" müsste wohl in die Proportionen seiner Entstehungszeit gerückt und dadurch relativiert werden, weil der Satz tatsächlich aus einer Zeit stammt, da im Sinn von Carl Schmitts Theorie der politischen Krise im dezisionistischen Sinn schnell gehandelt werden musste. Und selbst was allenfalls falsch ist an der Theorie etwa von Friedman, es wird, wie die Theorie von Keynes, bestenfalls dann hoffentlich als Grenzfall in eine neue bessere Theorie eingehen. Klar, ist das Geld Biertischthema, ich finde indes den Buchtipp von Lichtmesz eher als Empfehlung, darüber hinaus zu kommen.

Maiordomus

13. Dezember 2017 21:13

 

   
   
  Es wäre keine Kleinigkeit, Geldschöpfung und das Geldsystem zu verstehen versuchen.
Vieles ist nämlich anders, als es der Biertisch und auch eine Vielzahl von Ökonomen denken.

«Es hat sich für Ökonomen als äusserst schwierig herausgestellt, zu erkennen, dass Bankkredite und Investitionen der Banken Geld schaffen.»
Joseph Alois Schumpeter, was jedoch durchaus als Lehrmeinung zu betrachten ist.

Die Aargauer Kantonalbank erklärt mit Prof. Dr. Mathias Binswanger die Geldschöpfung:

https://www.akb.ch/documents/30573/89695/wie-banken-geld-schaffen.pdf/49d9b11c-eeb9-5a15-e5cd-bb7d5558bcd6?version=1.1

 

Hesperiolus

14. Dezember 2017 14:10

@ Maiordomus  "Durch und durch bösartig" ist der den ordo naturae verkehrende und die Zielbestimmung des Menschen pervers schändende Grundgedanke des genannten Prinzips. "Man könnte auch den so nennen", nämlich "Teufel", plappert kein Antifant, sondern Wilhelm Traugott Krug in seinem "Allgemeinen Handwörterbuch der Philosophischen Wissenschaften", "welcher die Laster wegen ihrer angeblich guten Folgen in Schutz nimmt, wie der Verfasser der sogenannten Bienenfabel." und eben auch seine Schüler, sogar explizit. Herder nennt dieses Machwerk in seinen Adrastea eine "teuflische Schöpfung", Zeitgenossen haben von seinem Verfasser als "Man-devil" gesprochen. Und zum Bier; wie es bei EJ steht, blieben auch die alten Christen des Nordens "gewaltige Biertrinker, doch durfte kein Gode die Finger am Bräu gehabt haben." Ein "Bieriger" war auch Luther (darüber irgendwo bei Grisar oder Denifle). Aber damit genug, und im Übrigen möchte ich Ihre kundigen Beiträge nicht missen!

Solution

15. Dezember 2017 00:13

Schön, wenn hier so intensiv diskutiert wird. Haben Sie auch ein Paar Zeilen für eine Amazon-Rezension? Die Etappe mag interessant sein, doch die Front braucht Sie!

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