Buchgeschenktips zu Weihnachten – Teil 7: Siegfried Gerlich

Was zu Weihnachten schenken? Natürlich Wahres, Schönes, Gutes! – Teil 7 mit Siegfried Gerlich.

 Gastbeitrag

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Wahr:

Jan Ass­mann: Tota­le Reli­gi­on. Ursprün­ge und For­men puri­ta­ni­scher Ver­schär­fung, 180 S., gebun­den, 20 €

Gegen den Anschein eines isla­mi­schen Mono­pols auf reli­gi­ös moti­vier­ten Mas­sen­mord ruft der renom­mier­te Reli­gi­ons­his­to­ri­ker in Erin­ne­rung, daß dem Abso­lut­heits­an­spruch aller mono­the­is­ti­schen Reli­gio­nen mili­tan­te und tota­li­tä­re Kräf­te inne­woh­nen. Unter wel­chen Bedin­gun­gen aber eine Theo­lo­gie der Gewalt auch in die poli­ti­sche Tat umge­setzt wird, und inwie­fern sol­che der­zeit weder beim Juden­tum noch beim Chris­ten­tum, wohl aber beim Islam gege­ben sind – das sind die von Ass­mann in die­sem klu­gen Essay auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen, bei deren Beant­wor­tung auch Carl Schmitt ein Wört­chen mit­re­den darf.

 

Schön:

Chris­ta Bür­ger: Exzeß und Ent­sa­gung. Lebens­ge­bär­den von Caro­li­ne Schle­gel-Schel­ling bis Simo­ne de Beau­voir, 191 S., gebun­den, 19.95 €

Fern­ab von allem offi­ziö­sen Femi­nis­mus bie­tet die als Spe­zia­lis­tin für die schrei­ben­den Frau­en der Goe­the­zeit aus­ge­wie­se­ne Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin in ihrem neu­en Buch phi­lo­so­phisch dich­te und essay­is­tisch geschlif­fe­ne Por­traits auch ero­tisch abgrün­di­ge­rer Schrift­stel­le­rin­nen aus spä­te­rer Zeit wie Lou Andre­as-Salomé, Clai­re Goll und Colet­te Peignot, die nicht zuletzt ihre eige­nen Lebens- und Lie­bes­schick­sa­le lite­ra­risch zu gestal­ten wuß­ten. Nach der fas­zi­nie­ren­den Lek­tü­re möch­te man direkt mit den ope­ra der por­trai­tier­ten Damen fortfahren.

 

Gut:

Magnus Klaue: Die Anti­quiert­heit des Sexus. Kind­heit – Spra­che – Geschlecht, bro­schiert, 152 S., 14 € 

Indem die »anti­ras­sis­ti­sche« Lin­ke und der »weiß­heits­kri­ti­sche« Femi­nis­mus einen »neu­en Puri­ta­nis­mus« zu Ehren brach­ten, berei­te­ten sie zugleich ihre »Kol­la­bo­ra­ti­on« mit dem von alters her puri­ta­ni­schen Islam vor, wel­cher im Zei­chen von »Respekt« und »Tole­ranz« sei­ner­seits Sprech­ver­bo­te und Sit­ten­kon­trol­len for­dert. Wie es zu die­ser fata­len Alli­anz aus »pro­gres­si­ven« west­li­chen und »reak­tio­nä­ren« anti­west­li­chen Kräf­ten kom­men konn­te, und was ihr alles zum Opfer zu fal­len droht, ver­rät der als dezi­dier­ter Gen­der- und Islam­kri­ti­ker ver­ein­sam­te Rechts­ab­weich­ler der anti­deut­schen Lin­ken in sei­nem bei­na­he über­ge­schei­ten Buch.

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Kommentare (3)

Der Gehenkte

14. Dezember 2017 19:04

Jan Assmann ist ein hochinteressanter Denker, seltsamerweise wenig bekannt. Vermutlich steht die hier empfohlene Arbeit in der Tradition der "Mosaischen Unterscheidung" und "Moses der Ägypter". Es ist sicher kein Zufall, daß Assman neben Heiner Mühlmann und Gunnar Heinsohn zu den Dauerreferenten Sloterdijks gehört, auf die er regelmäßig - wenn es um Religion geht - zurückgreift. Offensichtlich hat Assmann mit diesem Buch all jenen etwas zu sagen, die insbesondere die Islam-Frage gern etwas vereinfachen möchten - weltbildkonform. Ein hilfreicher Tip!

silberzunge

15. Dezember 2017 01:31

Zwar kein Buch, aber ein interessantes, wie ich finde gelungenes Hörspiel, das ich den Mitlesern hier empfehlen möchte:

Ein Mann - weiß, heterosexuell, gesund, aus der Mitte der Gesellschaft und in den besten Jahren, kein Loser - sieht sich genötigt, mal vom Leder zu ziehen. Ein Hörspiel über "Dinge, die man mal sagen können muss".

https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-hoerspiel/download-viel-gut-essen-100.html

Thomas Martini

17. Dezember 2017 18:47

Hoffe das Thema nicht zu verfehlen, da ich bezüglich Buchgeschenktips wenig beizutragen habe. 

Mein Wunsch wäre es, dass sich die Deutschen wieder mehr mit ihrer Weinachtskultur beschäftigen, und dafür den Weihnachtstruck von Coca Cola in die Wüste schicken.

Es ist bedauerlich, dass Weihnachten im Zuge der westlichen Kommerzialisierung zu einem reinen Kinderfest verkommen ist, bei dem es häufig darum geht, möglichst teure Geschenke zu machen. Wenn dann noch der religöse Kontext wegbricht, und Popmusik von Wham und Mariah Carey die festliche Stimmung erzeugen soll, ist der kulturelle Fallout eingetreten.

Vor einigen Tagen habe ich eine Interpretation des französischen Weihnachstlieds "Il est né le divin enfant" entdeckt, gesungen von dem französischen Heldenbariton Michel Dens. Sowas ist für mich ein Geschenk, das nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Es ist mir eine große Freude, dieses Video auch hier bei Sezession im Netz teilen zu dürfen:

https://www.youtube.com/watch?v=ywAEvo7uA70

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