Sezession
28. April 2018

Verschwörungstheorien aus Macht und Ohnmacht

Johannes Poensgen / 11 Kommentare

Es gibt drei Gründe über Politik nachzudenken: Macht und Ohnmacht und Interesse.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Das letztere ist hier nicht weiter von Belang. Ich verstehe darunter das leidenschaftslose Interesse des Wissenschaftlers, der bei anderer akademischer Neigung auch Insekten oder subatomare Partikel erforschte. Wir verdanken ihm vielleicht den besten Teil der harten Wissenschaft von der Politik, doch fehlt diesem Interesse per Definitionem die Teilhabe am politischen Schicksal.

Für den als Teilhabenden am politischen Schicksal Empfindenden gibt es die entgegengesetzten Perspektiven von Macht und Ohnmacht. Auf die Gefahr hin wie ein Selbsthilfecoach zu klingen: Das ist vor allem eine Frage der inneren Einstellung. Sieht man sich selbst als machtvoll oder als machtlos? Als jemanden der handelnd, oder nur erleidend in diese Welt verstrickt ist?

Um sich als das Erstere aufzufassen bedarf es keines hohen Amtes. Und der Unterschied ist kaum zu überschätzen, nicht nur für das persönliche Wohlbefinden. Ob man die politische Welt als ein Mächtiger oder Ohnmächtiger betrachtet formt unwillkürlich das eigene Denken.

Wer über Macht verfügt handelt – hoffentlich nicht ohne vorher nachzudenken. Dieses Nachdenken vor dem Handeln dient dem praktischen Zweck. Seine Vollendung findet es in der Strategie. Der Mächtige denkt natürlich nicht nur dann, wenn er gerade ein bestimmtes Ziel vor Augen hat. Doch auch wenn er sonst die Augen offen hält, wird sein Bild von der Praxis geprägt.

Das Erkenntnisinteresse des politischen Machtdenkens richtet sich deshalb auf erfahrbare Wirklichkeiten. Das bedeutet nicht, daß die Spekulation über das ihm Unbekannte diesem Denken fremd wäre. Im Gegenteil, zu jedem reifen Machtdenken gehört die Frage nach der Unsicherheit des eigenen Wissens über die Welt dazu.

Insofern gehört dasjenige politische Denken, dem das verheerende Etikett der „Verschwörungstheorie“ angeheftet wird zum Machtdenken dazu. Wer glaubt, daß die Politik nur aus dem besteht, was in den Abendnachrichten gesendet wird und alles darüber hinaus als „Verschwörungstheorie“ abtut, ist gehirngewaschen und hat sich in der eigenen intellektuellen Eitelkeit verfangen, genauer: in dem Wunsch vor sich selbst und vor anderen als vernünftig zu erscheinen.

Dennoch unterscheidet sich die Beschäftigung des Machtdenkens mit dem Phänomen der Verschwörung grundsätzlich von dem das so häufig bei denen auftritt, die aus der eigenen Ohnmacht heraus denken.

Das charakteristischste Merkmal der „Verschwörungstheorien“ des Machtdenkens besteht darin, daß es nur zum Teil um Verschwörungen im strengen Sinne, also um Geheimbünde geht. Machtdenken kommt zu der Einsicht, daß Politik zum größten Teil nicht im Licht der breitesten Öffentlichkeit stattfindet. Jenseits des Scheinwerferkegels der Tagespresse entdeckt es dann eine Vielfalt von Erscheinungen: Gekungel in Parlamenten und Lobbys, vertrauliche Abmachungen, die banale Normalität, daß andere Akteure ihre Motive und Strategien nicht notwendig in die Welt hinausposaunen (etwas womit der Handelnde aus eigener Erfahrung vertraut ist), aber natürlich gibt es auch beständigere Strukturen, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen und nicht zuletzt jene, die sich vor aller Augen versteckt halten, weil die Presse selten bis nie über sie berichtet, obwohl die Informationen frei zugänglich sind.

Wer als Handelnder denkt, muß diese Tatsachen berücksichtigen um zu einer möglichst zutreffenden Lageeinschätzung zu gelangen. In vielen Fällen wird er sich eingestehen müssen, daß er nur mehr oder weniger gut begründet mutmaßen kann. Manchmal wird er auch vor einem Rätsel stehen und vielleicht noch nicht einmal den Finger auf die Frage legen können.

Diese Erfahrung ist beunruhigend, gehört aber zum politischen Erkennen genauso dazu, wie die Erfahrung der Grenze der eigenen Macht zum politischen Handeln. Wer für beides eine Leidenschaft hat, wird sich davon weder abschrecken noch irre machen lassen. Unsicherheit gehört dazu, man muß lernen damit umzugehen.

Der Ohnmächtige hingegen denkt, um das worauf er keinen Einfluß hat, was er als übermächtige, ihn zerdrückende Außenwelt empfindet, wenigstens im Gedanken zu bannen. Deshalb neigt er zu Erklärungen über geheime Hintermänner und Pläne im Verborgenen, die sich von der Einsicht, daß Politik zu großen Teilen unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfindet in zwei wesentlichen Punkten unterschiedet.

Zum Ersten ist es für das Ohnmachtdenken bestenfalls zweitrangig, ob es für die von ihm angenommene Verschwörung belastbare Indizien gibt oder nicht. Denn wer vom politischen Denken nur eine Erklärung für die eigene Ohnmacht will, den interessiert die Wirklichkeit gar nicht. Er ist nur auf der Suche nach einer persönlichen Wahrheit, an die er sich klammern kann.

Zweitens findet man bei ihm häufig etwas, daß man Verschwörungsmonotheismus nennen könnte. Es gibt nur eine Verschwörung und sie ist allmächtig. Der sich ohnmächtig Empfindende ist meistens blind dafür, daß die feindliche Außenwelt kein einheitlicher Block ist. Er nimmt diese Außenwelt ja nur in Bezug auf die eigene Ohnmacht war.

Deshalb begreift er auch nicht, daß diese Außenwelt selbst aus einer Vielzahl von Akteuren besteht, die keineswegs nur damit beschäftigt sind, die politischen Ziele voranzutreiben, vor denen der Ohnmächtige sich fürchtet. Daß die Feinde sich untereinander in die Wolle kriegen, weil sich ihre Ziele und Interessen in Vielem widersprechen, ist ihm unbegreiflich. Liegt ihm solch ein Fall dann unleugbar vor der Nase, versucht er herauszufinden, welche Strategie der großen Verschwörung jetzt schon wieder dahinter steckt. „Wem wurde hier welche Rolle zugewiesen?“

Wer sich mit Politik befaßt, um eine Erklärung zu finden, die die Angst vor der eigenen Ohnmacht stillt, ist nicht nur für jede politische Bewegung ein Klotz am Bein, er diskreditiert auch jede kritische Analyse der politischen Eliten und Strukturen, die in der Aussicht verfaßt ist, daß man etwas ändern kann und nicht nur jammern, weil die Mächtigen alle so böse sind.

Die Analyse ihrer Strategien und Strukturen als „Verschwörungstheorie“ zu verleumden, gehört zum gemeinsamen Programm all der großen und kleinen Gauner und Volksverräter. Um sich darauf zu einigen brauchen die nicht einmal eine Verschwörung. Es gibt genügend Spinner, da liegt es auf der Hand.


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Kommentare (11)

Der_Juergen
29. April 2018 08:53

Kann das nur unterschreiben. Aufgrund der Tatsache, dass es offenkundige Terroranschläge unter falscher Flagge gibt (das bekannteste Beispiel ist natürlich der 11. September), schliessen Übereifrige, dass JEDES von den Medien den Dschihadisten zugeschriebene Attentat ebenfalls eine solche Operation darstellt. Hier gilt es jeden Einzelfalls so gut zu analysieren, wie es anhand des vorhandenen Materials geht.

Wer axiomatisch annimmt, in der Politik werde alles und jedes von Hintergrundmächten festgelegt und alle Akteure spielten lediglich die ihnen zugewiesene Rolle, unterschätzt die Bedeutung des menschlichen Faktors.

Alveradis
29. April 2018 12:15

Die Vorstellung einer absolut einheitlichen Verschwörung geht von den Ergebnissen aus, die uns täglich präsentiert werden. Sicherlich gibt es innerhalb der großen Strömung abweichende Auffassungen. Allerdings stehen auch Kommunikations- und Entscheidungsebenen zur Verfügung, in denen die Vorstellungen miteinander abgestimmt werden.

In den Vorständen großer Konzerne überschneidet sich deren Besetzung. Eine Person sitzt also im Vorstand des Unternehmens x und seines Konkurrenten y oder wechselt von y zu x. Ähnlich ist die Situation in Think Tanks. In der Außenerscheinung politisch gegensätzlich aufgestellte Think Tanks haben in der Mitgliedschaft oder temporären Mitgliedschaft ebenfalls personelle Überschneidungen.

So entsteht in der Außenansicht auf einer Informationsebene das Bild konkurrierender Unternehmen oder verfeindeter Ideenschmieden, auf der nächsten, der Ergebnisebene, das Bild der einheitlichen Verschwörung und auf der übernächsten erkennt man vage den Abstimmungsprozess, der u.A. die rechts links Rollenverteilung nutzt um bestimmte Ergebnisse zu erzeugen, den Abgleich der Verfahrensweise allerdings tatsächlich relativ geheim hält.

Ganz interessant auch das Beispiel Charles Murray. Seine Bücher werden von rechts als Argumente gegen die NWO gelesen. An Hochschulen werden gegen Murrays Auftritte von links regelmäßig Proteste organisiert um die Verbreitung seiner Informationen zu verhindern, was den Eindruck verstärkt er sei ein isolierter Dissident. Auf der Liste der Teilnehmer der Bilderberg Konferenz 2016 ist Murray allerdings zu finden. Bei der Abstimmung der Strategien wird die links rechts Spaltung also aufgehoben und ausschließlich der Wert einer Information genutzt. "Coming Apart: The State of White America" können wir also als Tatsachenbeschreibung, als Kritik oder als Anleitung zur weiteren Deklassierung des weißen Amerika lesen. Was oder mit wem sich Murray allerdings konkret in diesem Forum ausgetauscht hat ist unbekannt. Zu sehen ist aber, dass das linke Fußvolk von Informationen ausgeschlossen wird bzw. sie sich selbst vorenthält. Umgekehrt funktioniert es weniger lautstark aber ähnlich, wenn man sich freiwillig Informationen vorenthält die von der linken Seite kommen.

Informationen die auf der unteren Ebene der Debatte durch die rechts links Spaltung zu wilden Kämpfen führen, werden auf einer durchaus sichtbaren Ebene der höheren Entscheider schlicht genutzt um die Strategien fundiert weiter zu entwickeln. "Unser Mann", der" Buhmann der Linken" ist also auch der Ideengeber der über der Politik stehenden Eliten, die aus durchaus unterschiedlicher Position heraus die policies abstimmen.

Wir können auch sehr deutlich eine Kontinuität in der US Außenpolitik erkennen, die sich z.B. an den Linien des Clean Break Papiers ausrichtet oder sehen, dass Henry Kissinger jeden US Präsidenten berät, egal wer gerade im Weißen Haus sitzt und welche Seite des rechtslinks Spektrums sich gerade durch einen Präsidenten vertreten fühlt. Eine Kontinuität ist auch darin sichtbar, dass jeder Präsident der Letzten Jahre, von der jeweils unterlegenen Seite des politischen Spektrums aus als Antisemit bezeichnet wird. "Obama, der antisemitische Moslem", Trump der antisemitische weiße Nationalist" , Bush der "antisemitische christliche Fundamentalist" , es ist absurd aber das jeweilige Fußvolk ereifert sich. Und doch ist jeder Präsident bei AIPAC aufgetreten und jeder US Abgeordnete wird sich, wenn er Karriere machen will, mit AIPAC abstimmen und die Listen der Großspender, die ihre Kandidaten in Wahlkämpfen unterstützen sind offen einzusehen.

Es gibt sehr viele sichtbare Ebenen auf denen wir Absprachen erkennen und nachweisen können. Die Wahrnehmung wird aber durch die links rechts Konfrontation relativ flächendeckend aufgesplittert, so dass das sichtbare Muster oft verborgen bleibt und zur Sache der Verschwörungstheoretiker wird, die nicht selten sichtbare Ebenen vernachlässigen, weil auch sie sich im politischen Spektrum einer Seite zuordnen und Verpflichtungen eingegangen sind. Ein besonders krasses Beispiel bildet gerade Alex Jones der sicherlich, um einen Begriff des Artikels aufzunehmen, eine Ohnmachtsbewegung erschaffen hat, die vermengt mit echten Informationen in der Summe keine Aufklärung sondern Hilflosigkeit verbreitet. Mit Q Anon ist nun sogar eine noch absurdere Ebene erreicht worden.

Eine sehr interessante Debatte zum Thema der rechten amerikanischen Verschwörungskultur findet sich auf dem YouTube Kanal "The Antedote" den ich hier durchaus empfehle, weil er viele nachprüfbare Informationen anbietet. Eine kritische Distanz setze ich natürlich voraus, denn das übliche Followertum, das das Medium YouTube sichtbar erzeugt, ist ja auch ein Teil realistischer Verschwörungsdebatten.

Thomas Martini
29. April 2018 13:45

Macht und Ohnmacht betreffend: Während die Trump-Administration dem französischen Präsidenten Macron bei seinem Besuch in der USA den roten Teppich ausrollte, ihn in allen Ehren mit Militärparade und Staatsbankett empfing, hospitierte Bundeskanzler Frau Merkel als "mächtigste Frau der Welt" unbeachtet in einem Burgerrestaurant, das sie mit ihrer Entourage zu Fuß aufsuchte:

>> Look who ISN'T coming to dinner! Trump snubs Merkel by not inviting her to White House when she lands from Germany - so she heads out for selfies at a bar instead. <> Der ehemalige französische Außenminister Roland Dumas in der Sendung des französischen Senders LCP "Ça vous regarde" [Das betrifft Sie] vom 10. Juni 2013 spricht offen über die Hintergründe des Syrienkonfliktes, nämlich, dieser Krieg wurde in Großbritannien vorbereitet und geplant. Auch ehemaliger Oberbefehlshaber der NATO und 4-Sterne-General der US-Army Wesley Clark erzählt im Vortrag bei US-Denkfabrik "Commonwealth Club of California" in 2007 über die geheimen Pläne des Pentagons in 2001 den Iran, Irak, Libyen, Syrien, Libanon, Somalia und den Sudan zu zerbomben und zu erobern. Und der Chef der privaten US-amerikanischen Denkfabrik STRATFOR George Friedman erzählt 2015 über die wahren Ziele und Strategien der USA in Eurasien. <<

https://www.youtube.com/watch?v=ANju4oaA4HM

Zitat Tempranillo:

"Dumas verpaßt Israel und seiner Politik der ewigen Kriegsaggression einen heftigen Tritt vor's Schienbein, der in den Untertiteln abgeschwächt wird.

Abattre kann man schon mit niederschlagen, eher zusammenschlagen übersetzen, es schwingt aber noch etwas anderes mit: töten.

Dumas' Bemerkung über die israelische Konzeption von Geschichte ist wieder ein schönes Beispiel, wie man unerhört Tiefes ausdrücken kann, ohne schwerfällig, pompös oder krampfig zu werden.

Die Verbindung aus Leichtigkeit, Gedankenschärfe und tiefschürfenden Einsichten ist für mich geradezu unwiderstehlich und mit ein Grund, weshalb mir deutsche oder englischsprachige Autoren zunehmend unangenehm werden.

Den verlogenen Schwulst zu ertragen, etwa das Geschmiere eines Gunnar Heinsohn, fällt mir immer schwerer."

ullrich
29. April 2018 13:58

Die Kosten für Arbeit sind zu hoch. Dies will der Gesetzgeber so. Dies verhindert dass Immigranten, dort der Einstieg gelingt, sie sich qualifizieren usw. Dies ist in allen westlichen Ländern so. Sogar in den USA, die mit 15 $ pro Stunde in manchen Staaten an der Spitze stehen. Merkels 8,89 € reicht aber auch, weil dazu noch BG, KV, RV, Umlagen, Verwaltungsaufwand und anderes kommen.
Der Sozialstaat macht arbeiten für Väter mit Familie in Deutschland unattraktiv. Wenn Kinder da sind kommen Summen zusammen, die man eigentlich nur als Selbstständiger verdienen kann. Ein paar Mauschelgeschäfte/Schwarzarbeit nebenbei und man kann sich sogar das Studium sparen und gleich hartzen gehen.
Die Immigranten sind also für die Wirtschaft höchstens als Konsumenten und als Therapie für bestimmte Deutsche von Bedeutung, aber nicht als Arbeitskräfte.

Cacatum non est pictum
29. April 2018 19:44

Ein leider viel zu oberflächlicher und unstrukturierter Beitrag zu einem hochinteressanten Thema. Daraus hätte Poensgen, den ich für gewöhnlich sehr schätze, deutlich mehr machen können. Vielleicht wäre der Themenkomplex Verschwörung in all seinen Facetten mal ein Themenheft der Sezession wert.

ene
29. April 2018 19:58

@ Thomas Martini

eine kleine Randbemerkung: in frz. "abattre" schwingt die Bedeutung "töten" nicht nur mit, sondern ist sehr präsent - ein "abattoir" ist ein Schlachthaus.

Franz Bettinger
30. April 2018 09:33

@Thomas Martini:

Ich danke Ihnen für diesen ungeheuer interessanten Link.
Einer der besten Beiträge über den Jahrhunderte (!) alten Hintergrund großer Politik. Unter anderem erfahren wir aus erster Hand: "The purpose of (Britain's Balance of Power-politics and then later) the US is to "keep Russia out and Germany down". Germany and Russia, these two countries combined, would be the only real threat to our (anglo-american) empire, this is: controling the world!

Die 2 Grundpfeiler der Macht - 1.) divide et impera, und 2.) ordo ab chao - werden hier ganz deutlich angesprochen. "Is it cynical? Well, it works," sagt Friedman. Ich füge die Frage hinzu: Für wen? Für wen funktioniert diese zynische Strategie? Und wie sicher muss sich die Herrscher-Clique fühlen, wenn sie diese Informations-Lecks zulassen kann !?

Franz Bettinger
30. April 2018 16:00

Ich musste gerade meinen Kampfhasen beruhigen, der empört glaubt, Poensgen wolle politische Verschwörungen in Frage stellen. "Nee, du versteht Poensgen falsch," sagte ich. "Er hat doch schon zu Beginn die Leute in 3 Kategorien eingeteilt, die Ohnmacht-Denkenden (Fatalisten), die Macht-Denkenden (wie ich) und die, die emotionslos rein sachlich an Politik interessiert sind. Nur der letzten Gruppe bringt Poensgen etwas Galle entgegen, der ersten Gruppe aber Sympathie. Denn die V-Theoretiker haben ja vielleicht recht mit ihrer Vermutung der 300 Familien, deep state's, der Hintermänner oder der mächtigen Hinternfrauen. Mit der Wortschöpfung 'Verschwörungs-Monotheisten' hat Poensgen etwas ausgesprochen, was mir nur unbewusst klar war und was ich häufig auch bei Homö- und anderen Pathen beobachtet habe. Sie glauben an ein Ding z.B. an die Macht der Akupunktur, Astrologie oder irgendeiner todsicheren Diät." "Es soll Leute geben, die Dinge erleben, die logisch nicht erklärbar sind. Hab ich mal gehört!" "Die Leute gibt's, Hase, aber die Dinge nicht! Auch die Wunder von Lourdes entpuppten sich ja bei näherer Betrachtung meist als Fehldiagnosen. Poensgen schreibt: 'Die Analyse ihrer Strategien und Strukturen als Verschwörungs-Theorie zu verleumden, gehört zum gemeinsamen Programm all der großen und kleinen Gauner und Volksverräter.' Da ist also nix Pejoratives. Zweifel? Aber sicher! Die sind nur zu berechtigt, und Beweise zu verlangen, ist der einzige Weg zur Wahrheit. Nur Kinder kommen ohne Beweise aus. Weil sie jeden Sch..ß glauben, bis das Leben ihnen eine blutige Nase schlägt. Also ruhig bleiben, Hase! Poensgen weiß, es gibt Verschwörungen la masse die Meng, und sie sind eher die Regel als die Ausnahme. Da sind wir uns einig. Darum geht es doch in dessen Beitrag nicht. Es geht nicht darum, prinzipiell V-Theorien abzukanzeln. Es geht darum, echte von wahrscheinlich eingebildeten Verschwörungen zu scheiden. Das tust du, Hase, doch auch! Gruß, FB."

clivestaples
2. Mai 2018 20:10

@Cacatum non est pictum
auf ihre Empfehlung hin, habe ich mir die ersten drei Broschüren von Magaldis auf Deutsch erschienenen Buch
( „Superlogen regieren...“ ) besorgt und schon gelesen. Sehr aufschlussreich und sowohl interessant wie auch erschreckend, falls authentisch.
Aber was ich Sie fragen wollte : wie erklären Sie es sich, dass dieses Werk problemlos bei Amazon erhältlich ist?
Sie können mir auch persönlich antworten, wenn Sie wollen. Man gibt Ihnen sicherlich meine E-Mail falls Sie danach fragen ( und ich gebe hiermit die Freigabe)

Cacatum non est pictum
3. Mai 2018 14:23

@clivestaples

Die Frage kann ich ruhig öffentlich beantworten. Meine Antwort fällt allerdings ziemlich nüchtern aus. Sie finden im Sortiment von Amazon teilweise hochbrisante politische Lektüre. Und andererseits werden eben auch einzelne Verlage bzw. einzelne Bücher von der Verkaufliste gestrichen. (Der Verlag Antaios ist ja beispielsweise davon betroffen.) Die Mechanismen dahinter kenne ich nicht.

Im allgemeinen müssen wir wohl annehmen, daß Bücher wie das von mir empfohlene von so wenigen Interessierten gelesen werden, daß sie bei den Mächtigen keinen Schaden anzurichten vermögen. Alles ist eine Frage der Auflage, meine ich. Bücher mit Sprengkraft können nur dann nachhaltige Wirkung erzeugen, wenn sie von einem renommierten Großverlag publiziert werden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

clivestaples
6. Mai 2018 15:29

@Cacatum non Set pictum: ich danke für die Rückmeldung. Was auf jeden Fall für die Echtheit der Veröffentlichung spricht, ist die Tatsache, dass keiner der genannten und bestimmten Ur-Logen zugerechneten Politiker wie Merkel, Schäuble, Schröder oder Putin, sich anwaltlich gegen diese Vorwürfe wehren. Wohl um keinen unnötigen Staub aufzuwirbeln..

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