Das war’s. Diesmal mit: Jungen Männern, einem rechten Mann und Pornopop

17. 12. 17 -- Hausinterna: Die jungen Männer regen mich auf!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Unser Gra­fi­ker ist äußer­lich ein läs­si­ger, inner­lich aber peni­bel auf­ge­räum­ter Typ. Ich erin­ne­re mich noch an unse­re ers­te Begeg­nung vor vie­len Jah­ren. Er – biblio­phil, klar – reich­te mir ein Buch, irgend­ei­ne Son­der­auf­la­ge oder sonst etwas Rares.

Die unver­geß­li­chen Begleit­wor­te aus sei­nem Mund: „Aber paß bit­te auf!“ Also: nicht rein­hus­ten, ‑nie­sen, nicht sonst­wie besu­deln oder mal in den Dreck fallenlassen.

Jetzt hat die­ser Gra­fi­ker also Joa­chim Fern­aus Roman Die jun­gen Män­ner (DER SPIEGEL anno 1960: „im rech­ten Maße ernst und wit­zig, kon­ven­tio­nell und gedan­ken­voll“) gestal­tet. Das Buch läuft wie „geschnit­ten Brot“ bei uns seit zwei Wochen.

Nur, so sieht es auch aus: Wie neben der Brot­la­de lie­gen­ge­las­sen. Meh­re­re (Fett-? But­ter-?) Fle­cken zie­ren höchst absichts­voll den Buchumschlag.

Herr Gra­fi­ker, was soll das? Und Herr Ver­le­ger, das fin­den Sie wohl „cool“? Dann will ich nie mehr Spott und Hohn hören über vor­kon­fek­tio­nier­te Ris­se und Löcher in Jeans etc.!

(Bin gespannt, ob es Leser gibt, die Die jun­gen Män­ner zurück­schi­cken mit der Bit­te um ein ordent­li­ches Exemplar.)

— — —

18. 12. 17 – Jaja, wir ken­nen die breit­ge­streu­te Seman­tik von „rechts“ (=rich­tig etc.) und „links“ (= lin­kisch etc.). Es gibt ja Bei­spie­le zuhauf: jeman­den lin­ken, Recht­spre­chen undsoweiter.

Mei­ne ganz­heim­lich­rech­te Ber­li­ner Freun­din, die um all dies auch weiß, ist den­noch fro­her­staunt, als sie das Töch­ter­lein aus dem Kin­der­gar­ten abholt und dort eine Weih­nachts-CD hört, auf der Rolf Zuc­k­ow­ski mit warm-anhei­meln­der Stim­me das alte Lied singt:

Der Win­ter ist ein rech­ter Mann, kern­fest und auf die Dau­er.
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an und scheut nicht süß noch sau­er.
Wenn Stein und Bein von Frost zer­bricht und Teich und Seen kra­chen,
das klingt ihm gut, das haßt er nicht, dann will er tot sich lachen.

Der olle Song von Mat­thi­as Clau­di­us (1740–1815) ist ursprüng­lich beti­telt mit „Ein Lied hin­term Ofen zu sin­gen“. Klingt direkt klan­des­tin! Jeden­falls: Die­ser rech­te Mann steht vor der Tür – falls er nicht schon über die Schwel­le ist.

— — —

19. 12. 17 – Mal zu einem ganz ganz ande­rem Lied. Das eige­ne Töch­ter­chen soll­te im Team­work für den Sport­un­ter­richt mit Freun­din­nen eine Cho­reo­gra­phie entwerfen.

Jugend­er­in­ne­run­gen kom­men auf! Das muß­ten wir damals auch. Wir hat­ten uns für „Fade to Grey“ ent­schie­den. Der (größ­ten­teils fran­zö­si­sche Text) war uns damals egal. Es war, sag ich heu­te, eine ganz gute Wahl. Wir waren irgend­wie exis­ten­tia­lis­tisch gestimmt.

Mei­ne Toch­ter ist rela­tiv wenig up-to-date, was aktu­el­le Musik betrifft. Ihre gym­na­sia­len Kol­le­gin­nen Faith, Tay­lor und Lisa tra­fen die Aus­wahl. Ein Lied­chen namens „Swal­la“ soll­te es sein.

Die Vor­ga­be des Leh­rers lau­te­te: Die Cho­reo­gra­phie sol­le Sze­nen aus „All­tag und Haus­halt“ beinhal­ten. Die Toch­ter turn­te es vor. Toll. Halb­s­pa­gat, kur­zer Kopf­stand, dane­ben Bewe­gun­gen, die „tele­fo­nie­ren“, „bügeln“ und „schla­fen“ bedeu­ten soll­ten. Sehr artig, sehr schön. Ich lobe sie.

Die Toch­ter hat­te vor­ab gesagt, in Vor­ah­nung: „Ja, ich weiß. Aber, Mama, du kannst beru­higt sein. Pop­wa­ckeln und so was kommt nicht vor.“

Na gut. Und den­noch: Trau, schau, wem! Also habe ich die­ses „Swal­la“- Video des dun­kel­häu­ti­gen „Künst­lers“ Jason Deru­lo aufgerufen.

Ich war bei­na­he die ein­mil­li­ar­des­te Kun­din, die die­se – Kunst? Die­sen Soft­por­no? Zeit­ver­treib? – sehen woll­te. Irgend­wie hab ich‘s geahnt: Swal­la = swal­low = schlu­cken = bestimm­te Kör­per­flüs­sig­kei­ten schlucken.

Alle dei­ne Mäd­chen sind hier, wenn du durs­tig bist
Dann komm und nimm einen Schluck,
weil du weißt was ich serviere.

Nee, dan­ke, sage ich stell­ver­tre­tend für „mein Mäd­chen.“ Ihr habe ich gesagt, daß ich das Lied, den Text und das Video voll­kom­men bekloppt und ent­wür­di­gend fän­de. (Sie war pein­lich berührt. Ich hin­ge­gen schei­ter­te an der Vor­stel­lung, daß ein sol­ches Video haut­far­ben­ver­kehrt zu unkri­ti­sier­ter Popu­la­ri­tät käme.)

Dem Sport­leh­rer hab ich am Tele­phon beschie­den, daß er drin­gend Ein­halt gebie­ten müs­se. (Sofor­ti­ges Ein­ver­ständ­nis: „Klar, Sexis­mus geht gar nicht.“)

Jetzt tan­zen die jun­gen Damen zu einem ande­ren Lied, “I‘m a alba­troz”. Auf der Schwach­sin­nig­keits­ska­la und betreffs der Klick­zah­len steht es fast gleich­auf mit „Swal­la“. Immer­hin ist von Kör­per­flüs­sig­kei­ten kei­ne Rede.

Selt­sa­me Zei­ten. Ich guck mir gera­de noch­mal „Swal­la“ an. Die Damen dort sagen doch – nein, nicht ins­ge­heim, son­dern sehr offen­siv -: „Me too, oh plea­se“, oder? Augen­schein­lich zwingt sie kei­ner dazu.

— — —

20. 12. 17 – Ent­fern­ter Bekann­ter, leicht genervt: „Gut, ihr kommt also heu­te abend. Das ist in Ord­nung. Ihr müßt nur wis­sen, daß ihr, rein als Per­so­nen, halt eine Art Rotes Tuch dar­stellt. Die­sen Leu­ten dort geht es um die­se Auf­füh­rung, um Kul­tur, und  um sonst nichts. Die haben über­haupt kei­nen Bock auf Poli­tik und Spaltung.“

Wir sind den­noch da. Wir haben auch kei­nen Bock auf Poli­tik, heu­te. Wir genie­ßen die Dar­bie­tung. In der Pau­se und beim Ver­las­sen des Saals: Vier­mal Schul­ter­klop­fen unbe­kann­ter­seits, völ­lig unversehens.

Ich: „Ohje, aber der dort! Der guckt, als wür­de er uns vor die Füße kot­zen wollen.“

Der kommt kurz vor dem Auto auf uns zu. „ Was ich noch sagen woll­te: Ich habe gro­ßen Respekt vor Ihnen. Ich bin ja links. Aber Sie haben Mut.“ Advent!

Ellen Kositz­as gesam­mel­te Wochen­rück­bli­cke der Jah­re 2014–2016 sind in Buch­form erhält­lich! Ellen Kositza: Das war’s. Dies­mal mit: Kin­dern, Küche, Kri­tik, Schnell­ro­da 2017. Hier ein­se­hen und bestellen!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (22)

Monika L.

21. Dezember 2017 10:17

Der Winter ist ein rechter Mann

das ist lustig....Genauso lustig ist der Geflüchtetensong:

"Wem Gott will linke Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt "

So, jetzt warte ich auf das Bücherpaket aus Schnellroda, das heute kommen soll:

Advent

Martin S.

21. Dezember 2017 11:42

Ganz im Unernst:

1. Merke: Fettflecken in Büchern werden wie neu, wenn man sie von Zeit zu Zeit mit Butter einreibt! 

2. Da tun sich doch marketingtechnisch neue Horizonte auf! Wann gibt es bei Antaios die Sonderausgabe "... mit persönlichen Butter- und Marmeladeflecken von Kubitschek & Kositza." ???

Stil-Blüte

21. Dezember 2017 12:33

@ Ellen Kositza

Hat der Grafiker inzwischen geantwortet auf die rhetorische Frage, ob es wirklich Fettflecken seien? Könnten es,  passend zur alten Fotografie auch Stockflecke , die in altem Papier mit der Zeit auftreten, sein? 

'Svalla': Meine Fresse! An der Schule?

Sie haben das Einzige Richtige getan. Aber der Trend verstärkt sich immer weiter. Mich wundert es schon lange nicht mehr mit den 'me-too'-Vergewaltigungen. Die Übergänge sind leider fließend. Die Animierung beider Geschechter ist ununterbrochen direkter, unverhohlener geworden. Ich wundere mich nur darüber, daß es noch Bordelle und Straßenstrich gibt. Das ist doch gar nicht mehr nötig! Die Verfügbarkeit, ob auf einer Toilette, einer Party, im Park, in einer Bar, in einem Hauseingang, auf Mallorca völlig normal.  Alles freiwillig. Warum sich nur Frauen über Unfreiwilligkeit - in nicht wenigen Fällen ist es keine Vergewaltigung, sondern Belästigung - beschweren, ist mir nur insofern einleuchtend, als es sich biologisch erklären könnte. Psychologisch: Ich kenne einiger Männer, die sich durch die 'Anmache' von Frauen genötigt fühlen, obwohl sie eigentlich gar nicht wollen. Und danach einen unüberwindlichen Ekel entwickelt haben. Nur sind sie nicht so plauderfreudig wie wir. Naja, in Schweden, wie immer Vorreiter, gibt es diesbezüglich absurde Vorgänge (bitte selber googeln).

Andererseits bereitet You-Tube mir immer wieder Überraschungen (Nicht nur, daß es allerschönste Advents-Weihnachtslieder gibt): Philipp Boisel. Zärtlichste Liebeslieder. Hochinteeressant die Kommentare der zumeist männlichen Zuhörer, die, obwohl nur in 'krasser' Musik zu Hause, sich von dieser Innigkeit überwältigen lassen. Mein Facit: Die Substanz ist noch da. Advent.

Ihnen, verehrte Ellen Kositza, ihren Lieben und allen Kommentatoren ein gesegnetes Weihnachtsfest. 

 

Der Gehenkte

21. Dezember 2017 14:48

links - rechts, das klappt in allen europäischen Sprachen, sogar im Ungarischen!

Das ist "Die Weisheit der Sprache!"

RMH

21. Dezember 2017 15:26

Ach, waren das noch Zeiten, als echten, jungen und unschuldigen Dingern einfach mal ein doppeldeutiger Text von einem kultivierten Perversling untergejubelt wurde

https://www.youtube.com/watch?v=9Pxt_R7jLKA

und die Dame Jahre später glaubhaft versicherte, sie habe nicht gewusst, wovon sie gesungen hat. Noch wesentlich besser in diesem Bezug ist aber ihr Grand Prix Hit

https://www.youtube.com/watch?v=s5aeeSmkPwQ

(man beachte das hervorragende Werk des Drummers! Dazu könnte man einen Kavallerieangriff reiten - nur in der Live-Version derart zu hören). Das ist jetzt alles über 50 Jahre her und warum sollte es in der Branche mittlerweile subtiler geworden sein? Nein, "Swalla" gibt ja auch die klare Gebrauchsanweisung zum Verständnis des Liedes:

"Bad girls gon' swalla-la-la ..."

Und wir haben ja nur die good girls, oder? Frohe Weihnachten an alle!

Klaus D.

21. Dezember 2017 15:31

Nach den Videos "Swalla" und "I´m a albatroz" brauche ich unbedingt einen Ausgleich

https://www.youtube.com/watch?v=UsJFq2Evl0k&list=RDUsJFq2Evl0k

Monika L.

21. Dezember 2017 15:34

@Martin S.

Ganz im Ernst : Similia similibus solvuntur. Wer  in organischer Chemie aufgepasst hat, weiß: Gleiches löst sich im Gleichen. Bei Fettflecken in Büchern habe ich das noch nicht probiert. Aber Wagenschmiere ( etwa von der Anhöngerkupplung) auf einem neuen Leinenrock lässt sich mit Speiseöl lösen. Danach auswaschen. Niemals mit Wasser direkt an einen Fettfleck. Auch habe ich ein Kochbuch aus Hessen, ein Faksimile, künstlich gealtert und mit künstlichen  Fettflecken versehen. Auch eine Lösung.

Jetzt schließe ich mich Stilblüte an und wünsche ein gesegnetes Weihnachtsfest.

https://m.youtube.com/watch?v=9_TEGc4ygcU

Die Psalmen sind eingetroffen....Danke

Stil-Blüte

21. Dezember 2017 18:21

@ RMH

Pikant, charmant,  diese Klassiker, echt französisch.

Was damals frivol einherkam, hat sich zum Sexismus  gemausert.  Gelten Jugenschutzbestimmungen nur für Filme und Bücher? Nicht auch für Musik und Theater? 

Doppelt hält besser, Allen gesegnete Weihnacht. 

Stil-Blüte

22. Dezember 2017 01:46

Es lässt mir keine Ruh': Fettflecke auf  'Junge Männer'!  Angesichts des 'fetten' (Kultsprache) Fernau, ich erinne mich an Götz Kubitscheks nicht weniger 'fetten' Artikel  vom 11. 9. 2009 'Lorbeer für Fernau', erscheinen mir die Fettflecke, sollten sie welche sein, margarinal. Oder verstehe ich Ellen Kositzas Ironie nicht?   

Lotta Vorbeck

22. Dezember 2017 04:11

@... Nur, so sieht es auch aus: Wie neben der Brotlade liegengelassen. Mehrere (Fett-? Butter-?) Flecken zieren höchst absichtsvoll den Buchumschlag ... Bin gespannt, ob es Leser gibt, die Die jungen Männer zurückschicken mit der Bitte um ein ordentliches Exemplar. ...

___________________________

Ein uraltes Hausmittel zur Fettfleckenentfernung: Fettflecke gehen mit Teer raus.

Götz Kubitschek

22. Dezember 2017 11:47

als verleger und setzer reagieren wir - wie auch sonst - kreativ auf kositzas verriß unserer buchkunst. ab sofort muß sie hiermit auf buchmessen kontakte knüpfen:

Butterfleck

Monika L.

22. Dezember 2017 15:24

@Lotta Vorbeck

Sie sind mir eine Hausfrau !

umgekehrt ! Teer geht mit Fett ( Öl, Butter) raus. Und natürlich ist das bekannt aus der an-organischen Chemie 

die Visitenkarte von Frau Kositza ist ganz dekorativ ...und nicht vegan

Ein gebürtiger Hesse

22. Dezember 2017 16:11

Haha! Tolle Visitenkarte, viel besser als das blitzblanke Zeug, das man sonst in die Hand gedrückt bekommt. Zwar wird die Marke Butterfleck, ähnlich wie die schon vom Hersteller abgewetzten Jeans, irgendwann zum post-authentischen Klischee verkommen (das sowieso gefrierende Wasser sickert überall hin), aber bevor das geschieht, wird der Butterklecks zum Synonym des wahrhaft gelebten konservativen Lebens werden ... oder so ähnlich.

Der Grafiker der "Jungen Männer" hat übrigens großartige Arbeit geleistet. Seine Bilder beleben die Lektüre und erweitern sie. Wie wäre es, ihn den nächsten Antaios-Kalender gestalten zu lassen? Seine Bilder hätte man gerne längere Zeit um sich.

EJuLpz

22. Dezember 2017 20:45

@Götz Kubitschek & Setzer: Eine flotte Visitenkarte für Frau Kositza! Aber schade, sehr schade, -- warum so inkonsequent?: Eine, nämlich meine liebenswürdige Mail an [email protected] lehnte der „mailer-daemon“ meines Mail-Providers soeben ab. Aber die Badeanstalt ist ja nicht außer der Welt, hab’ Euch meine Weihnachtsgrüße also an die offizielle mail-Adresse geschickt ...

Nemo Obligatur

22. Dezember 2017 21:57

"Mehrere (Fett-? Butter-?) Flecken zieren höchst absichtsvoll den Buchumschlag."

Genauso sah mein Exemplar von Fernaus Taschenbuchausgabe von "Deutschland über alles", erworben per Zufall Mitte der 1980er Jahre irgendwo in einem Supermarkt(!), aus. Verschlissen, geknickt, angefettet, abgegriffen, immer wieder meine Lieblingssstellen erblätternd. Irgendwann habe ich es im Rahmen einer meiner vielen Umzüge aussortiert. Es hat nicht lange gedauert, da habe ich ein neues Exemplar erworben. Dieses Mal mit festem Einband. Ach, ich kenne ihn sowieso fast auswendig.

Ihr Grafiker hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Der neue alte Fernau steht bei mir schon auf der Liste ganz oben. Aus Budgetgründen erst für 2018. Hoffe, es reicht dann noch.

Lotta Vorbeck

23. Dezember 2017 08:15

@Monika L. - 22. Dezember 2017 - 02:24 PM

@Lotta Vorbeck

Sie sind mir eine Hausfrau !

 

____________________________

Danke, Monika!
Habe die Quelle nicht mehr gefunden, meine mich aber zu erinnern, daß der Ratschlag "Butterflecke gehen mit Teer raus" im Original vom unvergessenen Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow († 2011) aka Loroit (Pirol) stammt.

Ganz im Hoppenstedtschen Sinne - "Wenn Ihr Enkelkind ein Zipfelchen hat" - sei bei dieser Gelegenheit sämtlichen 'Sezessionisten in Nah und Fern' Frohe Weihnachten! gewünscht.

Stresemann

23. Dezember 2017 12:00

 Fake News!!! ;-) Aber der Faden ließe sich doch ggf. weiterspinnen...

[email protected]:

SMTP error from remote server for RCPT TO command, host: xxxx.yyyyyyyyyy.de (00.00.00.000) reason: 554 Sorry, no mailbox here by that name.

 

Scholasticulus Paracelsi

23. Dezember 2017 13:21

@ Kositza

 

das Kulturerlebnis: Es ist doch ermutigend, dass Menschen Ihre Arbeit trotz ideologischer Gegensätze wahrnehmen und anerkennen.

 

Wo nun die Tage und Nächte „zwischen den Jahren“ anstehen, möchte ich allen Mit-Streitern über die „Mühen der Ebene“ unseres Landes und Volkes wünschen, in dieser Zeit sich Stille und Besinnung zu gönnen, die Sorgen loszulassen und empfänglich zu werden für den göttlichen Impuls, der irrenden und sich verirrenden Menschheit nahe und zu Hilfe zu kommen. Von da aus kann und wird die Orientierung erwachsen für die Schritte der Gesundung. Herzliche Grüße.

 

quarz

23. Dezember 2017 18:31

@Lotta Vorbeck

Darf ich aushelfen?

"Ein Fleck auf der Hose ist kein Beinbruch. Beinkleid flach auf den Tisch legen. Lauwarmes Wasser auftupfen. Kleinen Teller unterschieben. Butterflecke gehen mit Teer heraus. Merke: Scham verrät Unsicherheit."

(aus: Loriots großer Ratgeber)

 

Heimatliebe

24. Dezember 2017 21:44

Sehr geehrte Frau Kositza, sehr geehrter Herr Kubitschek, werte Mitkommentatoren!

Ich wünsche Ihnen besinnliche Weihnachten und vor allem beste Gesundheit im Neuen Jahr! 

Ich bin Ihnen dankbar für die hervorragende Publikation und nimmermüde Arbeit zum Wohle unserer Heimat. 

Franz Bettinger

25. Dezember 2017 02:36

@Kositza und @ Kubitschek

Gute alte Zeiten! Die Großmutter - sie durfte bis zuletzt (mit uns Nachgeborenen) in ihrem eigenen Haus leben und auch sterben. Das war ganz normal. Zu Weihnachten kamen 30 Leute anmarschiert. Die halbe Verwandtschaft. Die Oma schenkte immer "etwas Brauchbares", meistens Unterwäsche. Um Mitternacht ging es in die Mette. Großer Gott! Familie, das war etwas Großes. Auch im übertragenen Sinne. Familie war etwas Verlässliches, Sicheres und Starkes. - Ellen Kositza, Götz Kubitschek und ihre 7 Kinder kennen das wohl - was für viele von uns schon vorbei ist. Advent - und alles Gute nach Schnellroda!

Lotta Vorbeck

26. Dezember 2017 21:03

@Franz Bettinger - 25. Dezember 2017 - 01:36 AM

Gute alte Zeiten! Die Großmutter - sie durfte bis zuletzt (mit uns Nachgeborenen) in ihrem eigenen Haus leben und auch sterben. Das war ganz normal. Zu Weihnachten kamen 30 Leute anmarschiert. Die halbe Verwandtschaft. Die Oma schenkte immer "etwas Brauchbares", meistens Unterwäsche. Um Mitternacht ging es in die Mette. ...

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Bald 40 Jahre her und dennoch bis heute unvergessen: 

"Im Klüschen Hagis ist Mitternachtschristmette." - hieß in schöner Regelmäßigkeit alljährlich jeweils am Heiligabend.

An einem Heiligabend während der frühen 1980er Jahre - die Eltern besaßen kein eigenes Kraftfahrzeug - mit dem Vater und einer petroleumgefeuerten BAT-Sturmlaterne machten wir uns abends per pedes apostolorum auf den Weg gen Klüschen Hagis.

Als die beiden Wanderer die weihnachtlich beleuchtete, obereichsfeldische Kleinstadt unten im Tal liegend hinter sich lassend, die über die sogenannte "Kanonenbahn" führende Straßenbrücke erreichten, setzte Schneetreiben ein. Schnell war klar, die Wegstrecke zur abseits gelegenen, damals nur über einen geschotterten Weg erreichbaren Wallfahrtskapelle Klüschen Hagis würde bis Mitternacht nicht mehr zu schaffen sein. 

Mit röhrendem Diesel arbeitete sich in jener Heiligen Nacht ein Jelcz-Omnibus den Berg hinauf. Mit zischender Druckluftbremse hielt der Jelcz neben den am Straßenrand zur Seite getretenen Wanderern. Fahrgäste befanden sich keine im Bus, dessen Fahrer anbot, uns bis zur nächsten Ortschaft mitzunehmen.

Rechtzeitig zum Beginn der Christmette erreichten wir die Wallfahrtskapelle.

Durch den frisch gefallenen, unter den Schuhsohlen knirschenden Schnee ging's im Schein der Sturmlaterne in den frühen Morgenstunden des ersten Weihnachtstages 10 Kilometer heimwärts ... 

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