Sonntagsheld (43) – den Wahren, Teil 3

Es gibt sie, glauben Sie mir ruhig.

 Gastbeitrag

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Ich den­ke es gibt kei­nen Rech­ten, dem die arti­ku­la­ti­ven Spe­ren­zi­en der Alter­na­ti­ve für Deutsch­land und der ihr ange­glie­der­ten Orga­ni­sa­tio­nen nicht auf die Ner­ven gehen. Selbst­fin­dungs­pro­zes­se sind immer unan­ge­nehm und genau des­halb möch­te ich hier weder Kampf­ge­fähr­ten anschwär­zen, noch Groß­mäu­ler verteidigen.

Die­ser Sonn­tags­held gilt viel­mehr – und mei­ne wer­ten Leser sol­len ruhig wis­sen, dass an die­ser Stel­le ursprüng­lich ganz ande­res geplant war – einem ganz bestimm­ten Schlag von Poli­ti­kern. Es gibt ihn – heu­te in der AfD, manch­mal viel­leicht in der CDU, bei der FDP, oder sogar ver­ein­zelt in der LINKEN – den Typ Poli­ti­ker, der sich in den Par­la­men­ta­ris­mus stür­zen kann, ohne sich selbst zu ver­ra­ten. Ker­le, die es schaf­fen, das Feld des Sag­ba­ren zu erwei­tern, ohne ihre Par­tei­ge­nos­sen ins Faden­kreuz zu zie­hen. Ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te, denen es gelingt, das gera­de Rück­grat zu behal­ten, ohne an der Wir­kungs­macht geschicht­li­cher Kon­stan­ten zu rütteln.

Es gibt die­se klei­ne Hand­voll Typen, die ohne gro­ße Skan­da­le inner­halb eines Jah­res eine kom­plet­te Infra­struk­tur auf­bau­en kön­nen, die in ihrer Ziel­set­zung dann grund­sätz­li­cher ist, als sich das der Groß­teil der Basis jemals hät­te träu­men lassen.

Die­se Män­ner und Frau­en sit­zen in Stadt­rä­ten, in Landtags‑, und glück­li­cher­wei­se auch in Bun­des­tags­par­la­men­ten und sie las­sen – das ist das Schö­ne – sich weder durch eine unbe­dach­te Äuße­rung, noch durch eine zu arg gezau­der­te Zag­haf­tig­keit beirren.
Sie sind weni­ge und ihre Arbeit wird dem­entspre­chend wenig genug beach­tet, so, dass sie von uns kaum Aner­ken­nung erwar­ten. Viel­mehr – und das schrei­be ich als jemand, der den einen oder ande­ren aus die­ser Rie­ge ken­nen­ler­nen durf­te – triftt man dort auf Men­schen, denen die Tat mehr bedeu­tet als das Wort, die viel­leicht von Twit­ter und Face­book kein Ahnung haben, die aber dafür bei­spiels­wei­se wis­sen, wie man eine Ver­fas­sungs­än­de­rung bean­tragt und beschließt und, die vor Allem auch bereit sind, eine sol­che Ände­rung mit allen Kon­se­quen­zen mitzutragen.

Kurz gesagt: Es han­delt sich um Poli­ti­ker im bes­ten Sin­ne, und noch viel­mehr als denen, die sich ange­spro­chen füh­len, wün­sche ich denen, die sich mit die­sem Wort ger­ne ange­spro­chen füh­len wür­den, die Kraft, die Aus­dau­er und vor Allem die Geduld, die­sen Weg wei­ter zu gehen.

Für mich ist der Par­la­men­ta­ris­mus ein rie­sen­gro­ßer Schwei­ne­stall, der ab und an wich­ti­ge und wich­tigs­te Ent­schei­dun­gen aus­spuckt. Und in einer Zeit, da aller­lei Schwei­ne­rei­en und auch Halb­ne­ge­rei­en die Schlag­zei­len­spar­ten der eta­blier­ten Medi­en ein­neh­men, in einer Zeit also, da manch ein Geschmäh­ter sich wie­der frei­tre­ten kann aus dem eige­nen Lager und end­lich, end­lich wie­der die Mög­lich­keit hat, über den gan­zen Sach­ver­halt ein klein wenig bes­ser zu spre­chen, als die, mit denen er eigent­lich in einem Boot sitzt, gehört es manch­mal zu den gro­ßen Tugen­den auch ein­fach mal den Mund zu hal­ten. wenn es ange­bracht ist.

Das schö­ne dabei: Bei allem weg­ge­at­me­ten Frust und dem gan­zen Ärger, den inves­ti­ti­ons­be­rei­te Mana­ger dann beim mor­gend­li­chen Jog­ging im Park wegprus­ten müs­sen, bleibt uns doch eine Mög­lich­keit mit sol­cher­lei Unwäg­bar­kei­ten umzugehen:

Den­je­ni­gen den Dank aus­spre­chen, die es bes­ser machen. Den­je­ni­gen den Rücken stär­ken, die Struk­tu­ren schaf­fen, ohne dar­über groß zu schwät­zen. Und vor Allem immer einen Rück­zugs­ort, ein Stück fri­sche Luft frei­zu­hal­ten für die­je­ni­gen, die aus den schlam­mi­gen Untie­fen der Par­la­men­te zu uns zurück­kom­men, weil sie es für einen Tag, oder eine Woche ein­fach nicht mehr ertra­gen können.

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