Sezession
30. Januar 2018

Frauenbündnis in Kandel – ein Interview

Gastbeitrag / 60 Kommentare

Wir interviewten Frau Leiser, die am Sonntag in Kandel im Demonstrationszug des »Frauenbündnisses« mitging:

SEZESSION: Frau Leiser, Sie waren am Sonntag in Kandel, haben neben 1000 anderen teilgenommen an der Demonstration des Frauenbündnisses. Wie ist Ihr Eindruck?

LEISER: Zunächst, es waren mehr als 1000 andere, ich schätze so etwa 1500 Teilnehmer. Mein erster Eindruck: Das sind ja ganz normale Menschen, so wie du und ich, die sich hier versammeln.

SEZESSION: Es gab eine Gegendemonstration »gegen Rassismus«, an der sich der SPD-Oberbürgermeister von Kandel beteiligte, und die AfD hatte ihre Anhänger aufgefordert, der Demonstration insgesamt fernzubleiben, da man nicht wisse, ob nicht auch Leute aus NPD-Strukturen beteiligt seien. Also: politische, weltanschauliche Befindlichkeiten von beiden Seiten …

LEISER: Ja, ich ging selbst mit Zweifeln auf diese Demo, da in einigen Medien davor gewarnt wurde, dieses »Frauenbündnis« gelte eher als rechts. Ich traf aber nur nette, besorgte Bürger, viele Frauen, die für die Sicherheit ihrer Kinder auf die Straße gehen wollte. Ein junger Mann erzählte mir ganz spontan von seinen Ängsten. Er habe eine 16 Monate alte Tochter, um deren Zukunft er sich Sorgen mache.

Mein erster Eindruck: Die Menschen wollen zuallererst über ihre Ängste und Gefühle von Angst, Ohnmacht, Wut und Trauer sprechen. Erst dann über Politik. Daß Herr Junge von der AfD von einer Teilnahme abgeraten hatte, erfuhr ich erst im Nachhinein. Es war aber Dr. Christina Baum, eine AfD Abgeordnete aus BaWü anwesend. Sie hielt eine leidenschaftliche Rede.

SEZESSION: 1500 Leute – das ist für einen Ort wie Kandel eine beeindruckende Anzahl. Wie war die Stimmung? Verzweifelt? Kämpferisch? Und wie wurde die Gegendemo aufgenommen?

LEISER: Die Stimmung war kämpferisch, die Frauen traten sehr selbstbewußt und freiheitsliebend auf. Ein Text der Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, der vorgelesen wurde, gibt die Stimmung gut wieder (Die Rede ist in Auszügen bei PI zu finden). Die Veranstalter hatten zu Beginn der Demo kleine Zettel mit fünf Parolen zum Mitskandieren verteilt. Eine Parole war an die bunte Gegendemonstration gerichtet und lautete: »Bunte Schirme, kein Verstand – Wer schützt endlich unser Land?!«

Damit wurde noch einmal auf die unsägliche Aktion der 30 linken Provokateure, die den Schweigemarsch von 600 Bürgern am 2. Januar 18 mit bunten Schirmen gestört hatten, hingewiesen. Aus diesem bunten Kreis soll auch der Verteidiger des Mörders von Mia stammen, worauf ein Redner bei der Abschlußkundgebung hinwies. Entsprechend wurde das Getröte und Geschrei der Bunten von den friedlichen Bürgern quittiert: »Widerstand!« und »Volksverräter!« (das galt wohl dem Bürgermeister in der bunten Runde).

Am Rande erwähnt: Der Marktplatz war an diesem Tag ab 12 Uhr gesperrt. Außer für den Bürgermeister mit seiner Truppe. Die Frauendemo drängte sich mit der 1O-fachen Teilnehmerzahl vor dem Bürgerhaus. Dazwischen trennte die Polizei die beiden »Gruppen«, die eigentlich andersherum hätten stehen müssen. Das Volk auf dem Markt, das bunte Völkchen vor dem Bürgerhaus.

SEZESSION: Wie geht es Ihrer Meinung und Kenntnis nach nun weiter? Verstetigt sich der Protest? Greift er auf Kaiserslautern über? Ein Mal Luft ablassen, reicht nicht aus, da sind wir uns sicher einig.

LEISER: Das Frauenbündnis will sich am 3. März wieder in Kandel treffen. Ich glaube nicht, daß der Protest auf nahegelegene Städte wie Mannheim, Ludwigshafen, Karlsruhe, Kaiserslautern oder Landau übergreift. Das ist meines Erachtens auch nicht nötig. Aber ich bin sicher, daß sich Widerstandsorte auch im Westen bilden werden. Kandel ist einer davon.

Denn, so steht es auf dem Anstecker des Frauenbündnisses: Kandel ist überall. Dieses schöne saubere Städtchen in der wunderschönen Südpfalz steht wirklich für alles, »was uns lieb und teuer ist« und war bisher ein Ort, in dem »wir gut und gerne leben«. »Heimat, Freiheit, Tradition« war in Kandel bisher keine Parole, sondern gelebte Wirklichkeit.

Und hier zeigt sich exemplarisch, was auf dem Spiel steht. Die örtlichen Vertreter von Politik und Kirche wollen jetzt möglichst schnell zur Normalität zurückkehren. Liest man. Dazu soll es wohl ein Bürgerfest, ebenfalls im März geben. Man darf gespannt sein.


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Kommentare (60)

H. M. Richter
30. Januar 2018 12:36

"Der Marktplatz war an diesem Tag ab 12 Uhr gesperrt. Außer für den Bürgermeister mit seiner Truppe. Die Frauendemo drängte sich mit der 1O-fachen Teilnehmerzahl vor dem Bürgerhaus."
_____________________________________________

Ein Satz, der schlagartig die gegenwärtige Situation in unserem Land erhellt und symptomatisch beschreibt.

Wer den Untergang der DDR erlebte, hat bereits erfahren: Derartiges geht auf Dauer nicht gut.

Irgendwann holen sich die Bürger ihre Stadt zurück.

Und das Volk das Land.

Der_Juergen
30. Januar 2018 13:04

"Die AFD hatte ihre Anhänger aufgefordert, der Demonstration fernzubleiben, da man nicht wisse, ob nicht auch Leute aus AFD-Strukturen beteiligt seien..."

Wie man dann erfährt, stand hinter dieser Aufforderung offenbar der Erzcuck Junge (nicht mit dem wesentlich hochkarätigeren Jongen zu verwechseln!). Wie die Rede der AFD-Abgeordneten Christina Baum beweist, war dem Aufruf des Cucks offenbar nur mässiger Erfolg beschieden.

Wann vollzieht die AFD die dringend erforderliche Selbstreinigung und schickt Leute wie Junge endlich ins Pfefferland? Die Abgrenzungshysterie sollte angesichts der dramatischen Entwicklungen wirklich der Vergangenheit angehören.

andreas
30. Januar 2018 13:53

Insbesondere die alten Betonköpfe von der SPD stehen so sehr auf der falschen Seite, dass es sogar jedem wehtun muss, der den baldigen Untergang dieses Funktionärsvereins herbeisehnt. Die Nachzugsdebatte zeigt es wieder deutlich. Es ist eine Form der Freischusstheorie: jeder aus der Invasionsarmee, der sich ins Land schleicht, sollte zumindest einen Freischuss - es kann auch eine nette kleine Messerei oder Totschlägerei sein - auf Deutsche haben, bevor man sich dazu bequemt, ihn einer großzügigen Begutachtung zu unterziehen. Wenn es für den Freischuss Formen der Zuhälterei bedarf, sprich der organisierten Zusammenführung von -echten- deutschen Jugendlichen mit arabisch-afrikanischen "Jugendlichen", dann wird die SPD auch das für gut und richtig halten. Folgerichtig steht der SPD-Bürgermeister bei den "Bunten" und wird wohl bald wieder junge deutsche Frauen den arabischen und afrikanischen "Jugendlichen" zuführen.

Thomas Martini
30. Januar 2018 14:53

LEISER: "Mein erster Eindruck: Das sind ja ganz normale Menschen, so wie du und ich, die sich hier versammeln."

Schwer zu sagen, wen man in Kandel stattdessen erwartete. Untote? Aliens? Kühe und Schafe vielleicht? Oder aber die unzähligen "Skinheads", die im Südwesten an jeder Ecke lungern?

Wer definiert eigentlich, was ein "ganz normaler Mensch" ist? Ist Angela Merkel noch ganz normal? Hat die Frau ein menschliches Antlitz? Schwer zu sagen, oder?

Und laut Hannah Arendts Definition in "Banalität des Bösen" waren es angeblich vollkommen durchschnittliche Menschen, die im Dritten Reich zu "Bestien" und willfährigen Massenmördern mutierten. Und siehe da, schon wissen wir wieder, woher in Kandel der "braune Wind" weht, wenn von "ganz normalen Menschen" die Rede ist.

Unter dem Titel "Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massen­mörder werden", veröffentlichte der Sozialpsychologe Harald Welzer 2005 ein Buch, worin er die These aufstellte, dass Menschen über weit weniger Identität verfügen, als es im Allgemeinen angenommen wird.

Darüber könnte man mal nachdenken, und ob es nicht doch eine gute Idee wäre, endlich seine eigene Identität zu finden. Und genau das, kann für einen Deutschen in diesen Zeiten nur bedeuten, dass man sich eindeutig als Rechter positioniert.

Das Etikett "Rechtsextrem" und die Vorhaltung, dass man zum "rechten Rand der Gesellschaft" gehört, sollte man in der "wichtigsten Industrienation Europas" schlichtweg als Bonus begreifen, den es gratis obendrauf gibt. Meistens wird einem diese Auszeichnung sogar von Menschen verliehen, die aus politisch-korrekter Sicht, als "ganz normal" gelten.

Solution
30. Januar 2018 16:31

Man hört immer mehr negative Schlagzeilen über die AfD. Es wird sich zeigen, ob das für die Werbung von Mitgliedern und Wählern gut ist. Die einen stimmen mit den Systemparteien für die Verweigerung von Staatsgeld für die NPD und ahnen nicht, daß sie die nächsten sein könnten, die anderen wollen Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Für einen ist gar der Islam die Zukunft. Nein Leute, so geht das nicht.

Seemann
30. Januar 2018 17:56

Es war nicht die Bundesspitze der AFD die von der Demo abgeraten hat, sondern Herr Junge,Fraktionsvorsitzender in Rheinland-Pfalz. Den Livestream hat er er sich aber angeschaut. Da fasst man sich an den Kopf. Jetzt musste er aber zugeben, dass hier ganz normale Leute teilgenommen haben. Dazu kommt noch, dass er Offizier der Bundeswehr war. Für diese Leute kann man sich nur schämen. Zumindest war er der einzige, der so unterwürfig gehandelt hat. Ich habe ihm ein paar deutliche Worte geschrieben. Ich hoffe, er nimmt sie sich diese zu Herzen.

Karl Karolus
30. Januar 2018 18:42

Die Kundgebung in Kandel vom Sonntag kann ebenso wie der Schweigemarsch vom 02.01.2018 als Impuls für Kundgebungen in Orten mit ähnlichen Bereicherungen in der West-BRD dienen. Nur, und das gehört auch zur Wahrheit, bestand die Veranstaltung höchstens zu 10 Prozent aus Kandelern. Der Rest hat eine lange Anreise aus dem ganzen Süden und Südwesten der Republik auf sich genommen, der das auf Dauer auch nicht in Masse fahren will/kann.
Frage in die Runde: Spielt es eine Rolle, ob es sich um ein echtes Frauenbündnis handelte (selbst organisiert, selbstgeschriebene Reden der Rednerinnen), oder ob dies im Wesentlichen von dem Anmelder des Schweigemarsches Anfang Januar organisiert wurde, welcher auch diese Kundgebung formell angemeldet hat.

Hartwig aus LG8
30. Januar 2018 19:25

@ Karolus

Ihre letzte Frage: Nein! Das spielt keine Rolle. Es geht einzig um Dynamik bzw. um Bewegung. Ob das jetzt die harten Kerle in Wurzen, die Widerständler in Cottbus oder die "bürgerlichen ganz Normalen" in Kandel sind, spielt eine untergeordnete Rolle. Wer was wo initiiert, ist fast egal.
Wichtig ist: Der politische Gegner ist nicht zu verwechseln mit dem Feind. Politische Gegner können bestimmte AfDler, extremistische Gruppierungen oder laue Bürgerliche sein. Aber "Feinde" sind all diese nicht. Sie sind, trotz manch gebotener Distanz bzw. Sezession, Verbündete.

Theophrastus Bombastus
30. Januar 2018 20:55

Aha, ein Aufruf von Frau Wollenberger, äh ich meine Lengsfeld. Die Situation erinnert mich immer mehr an 89, nur in Zeitlupe. Kann mich noch gut erinnern, als Frau Wollenberger auf ihrem Balkon stand und eine Rede hielt, vor nunmehr fast 30 Jahren. Jetzt wieder eine Rede von ihr! Ich glaube nicht, daß die Lawine, die ins Rollen gekommen ist, sich so einfach wieder anhalten läßt ...

Halenberg
30. Januar 2018 22:24

Meine Guete, @ Juergen.
Da uebernimmt jemand Verantwortung fuer unser Land als Offizier und Parteivorsitzender, erreicht fuer ein westliches Bundesland ein gutes Landtagswahlergebnis, haelt fuer die AfD den Kopf hin und bekommt dafuer das Auto abgefackelt und wird auf der Strasse zusammengeschlagen, darf im Moment wegen unerwuenschter Twitterei Frau Willius-Senzer nicht mehr die Hand geben, und da kommen Sie daher mit dem selten depperten "Cuck" und Kraftmeiereien wie "ins Pfefferland schicken"? Geht's noch?

Brettenbacher
30. Januar 2018 23:21

aus einem Brief an einen Freund diese Impression:

Gestern bin ich in Kandel gewesen. Als ich losfuhr (Baden-Württembergticket), hatte noch nichts von Junges Warnruf gehört und auch den Aufruf von unserem MdB Thomas Seitz nicht gelesen. Es waren dann sehr viele Menschen dort, jeden Alters und jeden Geschlechts (von zweien), von Enschlägigkeit konnte keine Rede sein. Gute Stimmung, in dem Sinne, daß jeder sich am anderen zu freuen schien, daß der auch da war. Und unserem Brigadier Seitz konnte ich auch gleich die Hand schütteln.
Nun muß ich leider sagen, daß, kaum daß der Versammlungsleiter/ Moderator(ha-no)/Führer/Event-Manager seine Stimme erhoben hatte, mich ein ungutes Gefühl befiel, welches mich dann nimmer verlassen wollte.
"Ihr habt uns zu Hilfe gerufen!" Hä? Wer ist "uns" und wer hat "gerufen"? Hinten brüllte gleich einer "Merkel muß weg" und eine Dame (sic) neben mir sagte "solche müssten heute nicht dabei sein."
Aber damit war der Ton vorgegeben, und es war der falsche Ton. Und es wäre viel schöner, ergo besser gewesen, wir wären die Straße hoch zum Marktplatz schweigend gegangen.. Das Blut der Ermordeten ist ja kaum von den Fliesen des Kaufhauses gebracht.
Ja, es war dieser Ton, dieses unbedingte Aufwiegeln -Wollen, diese Feind-Focusierung, ja, daß ich`s sag, dieses Aufgeilen am Furchtbaren war es, was den größtenteils guten und berührenden Reden der Frauen viel an Wirkung nahm. Auch Imad Karim hat scharf und rigoros gesprochen, stimmte aber nachdenklich.
Dabei ist dieser Marco Kurz ja ein famoser Kerl. Und es kann auch sein, daß der Alte ihm seine Jugend, seinen Schneid, seine Stimme, sein Aussehen, seine Sicherheit ein wenig neidet. Und wie er den fürchterlichen Burgemeister in seiner verschlagenen Volldämlichkeit annahm, das war schon großartig.
Aber zu dieser Stunde, an diesem Ort, in dieser Intention hätte er nicht den Ton angeben sollen. Und dann diese fatale Empfindung, ihn schon eventuell übermorgen seine Gaben für einen interessanteren, verwegeneren Haufen einsetzen zu sehen... .

Franz Bettinger
30. Januar 2018 23:24

Ich ärgere mich nun zum zweiten Mal über die AfD. Erst stimmt sie mit den System-Parteien gegen die staatliche finanzielle Unterstützung der NPD und vergisst dabei, wie es ihr selbst noch Ende 2016 ergangen ist. Jetzt empfiehlt sie ihren Anhängern, nicht in Kandel für eine gute Sache zu demonstrieren, weil auch NPD-ler mitlaufen könnten. Das ist nichts anderes als die Ausgrenzung einer zugelassenen demokratischen Partei. Das sind zu viele Zugeständnisse und Verbeugungen vor der PC. Damit muss Schluss sein. Damit hätte man gar nicht erst anfangen sollen. Es ist dumm, feige, unfair und die eigene Geschichte vergessend. Vor allem aber ist es kontra-produktiv. Wir wollen nicht, dass ihr werdet wie die Grünen! (Wenn das so weitergeht, wähle ich fortan die NPD oder den Hasenzucht-Verein.) Es ist völlig egal, ob da nette, besorgte Frauen, Männer oder irgendwelche Hanswurste mitlaufen; meinetwegen können Maas, Merkel, Stegner oder der Teufel selbst mitlaufen. Es geht nicht um Personen, es geht um die Sache. Gott, man könnte platzen! - Mein Bravo geht an Frau Dr. Christina Baum von der AfD / Baden-Württemberg.

@ Jürgen, @Seemann, @Solution:

Volle Zustimmung. Danke, dass Sie auf den Hintergrund, den Cuck Junge (AfD), aufmerksam gemacht haben, der wohl diese unsägliche Empfehlung gegeben hatte. Muss der das aber nicht mit dem Bundes-Vorstand absprechen? Es bleiben Zweifel an der Verantwortlichkeit. Ich finde, diese Angelegenheit (NPD-Ausgrenzung und Kooperations-Verbot mit wem auch immer) hat grundsätzliche Bedeutung, sie gehört vor den BuVo. Gauland und Weidel müssen Farbe bekennen und die Richtung festlegen. Der Stöckchen sind zu viel im Weg. Reitet sie nieder! Auf die sanfte Tour kriegt ihr die Leute (die Wähler) nicht zu euch rüber - und den Staat nicht zurecht gerückt. Warum habt ihr nicht mehr Mut?

Der_Juergen
31. Januar 2018 08:44

@Halenberg

Ob Ihnen Junge für den missglücken Versuch, ihn zu verteidigen, dankbar sein wird? Von mir aus darf er es. Aber Fakten bleiben Fakten.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article159751476/AfD-Landeschef-lehnt-Abschiebung-nach-Afghanistan-ab.html

Laut Junge dürfen Afghanen grundsätzlich nicht abgeschoben werden. Dort wird ja seit 1978 ununterbrochen gekämpft, und laut einem Afghanistan-Experten, dessen Namen ich im Moment nicht mehr weiss, sterben jährlich ca. 2.500 Menschen infolge von Anschlägen oder Gefechten. Es ist durchaus möglich, dass das nochmals 40 Jahre so weitergeht. Also dürfen junge Afghanen, statt gegen die Taliban zu kämpfen und ihr Land zu verteidigen, nach Deutschland kommen und dort bis an ich seliges Ende schmarotzen, auf Kosten des deutschen Depps. Sie dürfen natürlich auch rauben, drogendealen, vergewaltigen, denn schöbe man sie ab, wäre ihr unschätzbares Leben ja unter Umständen in Gefahr!

Auch nach Syrien, wo dank den Russen jetzt fast überall Ruhe herrscht, und nach Eriträa, wo es überhaupt keinen Krieg gibt, darf laut dem Erzcuck nicht abgeschoben werden. Zu Eriträa: In der Schweiz haben wir mittlerweile Zehntausende von "Flüchtlingen" von dort. Als "Flüchtling" wird automatisch anerkannt, wer keinen Militär- und Arbeitsdienst leisten will. Statt in ihrer Heimat Schulen, Brücken und Strassen zu bauen, wollen diese "Flüchtlinge" lieber in der Schweiz parasitieren. Laut offiziellen Statistiken arbeiten nur 10% von ihnen.

Wenn Junge die AFD vertritt, dann kann man, wie @Bettinger richtig schreibt, herzlich gut auf diese Partei verzichten. Zum Glück geraten die Cucks aber innerhalb der AFD zusehends in die Defensive. Die letzten Reden von Höcke waren schlicht grossartig; Gauland hält ihm die Stange; auch Alice Weidel, obgleich leider Wirtschaftsliberale, sagt im Bundestag sehr viel Wahres.

Karl Karolus
31. Januar 2018 09:01

@Hartwig
Ich stimme Ihnen zu dass Wir Dynamik brauchen, sozusagen Angriffsschwung. Nur sehe ich, und das war die Intention meiner Frage, in diesem Fall ein Problem. Gibt es ein Westdeutsches Format, welches sich in den letzten Monaten/Jahren etabliert hat? Vieles ist verpufft weil es auf Sand gebaut war.
@Brettenbacher - Ich sehe das ähnlich wie Sie und will das an das vorangegangene anknüpfen. Der Organisator will etwas auf den Weg bringen, daher hat er das Frauenbündnis ins Leben gerufen. Hierbei nutzt er geschickt die Anziehungskraft des "schwachen" Geschlechts, welches zu unterstützen gilt. Daher auch die Steigerung der Teilnehmer um das doppelte im Vergleich zur Kundgebung am 02.01.18.
Das Problem ist, dass es jetzt leider keine Geschichte dahinter gibt, bzw. nicht die Geschichte die man erwartet.
In den Vorstellungen vieler Teilnehmer lautet sie folgendermaßen:
"Kandeler Frauen organisieren sich selbst um ein Signal zu setzen dass sie die Geschehnisse nicht einfach ignorieren und zur Tagesordnung übergehen wollen."
Das Gegenteil ist aber der Fall und wenn die Information darüber in die rechte Blase einsickert, würde sich für die Teilnehmer ein fader Beigeschmack einstellen. Ein solcher der in die Richtung eines rechten Demotourismus i.V.m. der Erkenntnis dass es in unseren Reihen eine sehr grosse Masse an Menschen gibt die bereit sind sich vor einen 300km enfernten Karren spannen zu lassen, statt eine Wagnerei im eigenen Ort zu eröffnen.

Forderung: Mehr Authentizität - Wir brauchen wahre Geschichten. Die gibt´s aber scheinbar nur im Osten. Stichwort: Halle.

Fritz
31. Januar 2018 09:03

Wenn die AfD es nicht hinbekommt, sich glaubahft von der NPD zu distanzieren, ist sie tot. Zumindest als Partei, die dauerhaft mehr als 5% Wählerstimmen bekommen will.

Seemann
31. Januar 2018 09:14

@Franz Bettinger
Zu Ihrer Frage ob solche Aufrufe wie die von Junge mit der Bundesspitze abgesprochen werden.... Soviel ich weiß nicht, den jeder Landesverband hat freie Hand. Was die NPD betrifft weiß doch inzwischen jeder, daß dies eine Partei ist, die von VS Leuten durchdrungen ist. Hier bin ich nicht Ihrer Meinung. Übrigens, Uwe Junge war ja jemand aus dem Petry Lager, ich denke das erklärt vieles. Ich hoffe aber, daß Junge jetzt daraus gelernt hat.

Karl Karolus
31. Januar 2018 09:32

Eine Anmerkung zu der inflationär verwendeten Cuck-Keule. Es würde gut tun wenn sich unsere Reihen nicht jeder neuen Wortkreation hingeben würden.
Wenn Herr Junge jetzt ein sog. "Cuck" ist, müsste schon auch darauf eingegangen werden wie der Prozess der Cuckwerdung von statten ging. Ich konnte diesbezüglich im Sinne der Bedeutung dieser Abkürzung nichts wahrnehmen. Der Mann hat, was erlaubt sein sollte, auch eine eigene Meinung.
@Franz Bettinger
Schauen Sie sich die erbärmlichen Bilder der NPD-Demo Anfang Januar 2018 in Kandel bitte an und fragen Sie sich, wen man mit einem solchen Auftreten für die Sache gewinnen kann.

Paul Baum
31. Januar 2018 09:41

Schlimm ist, daß Uwe Junge, der Vorsitzende der AfD-Rheinland-Pfalz, in einer Mail an alle AfD-Mitglieder in Rheinland-Pfalz eindringlich davor gewarnt hat, zu dieser Demo zu gehen. Kann man Uwe Junge wirklich als Patrioten bezeichnen? Ganz schlimm im Zusammenhang mit Kandel war auch die Mitteilung des AfD-Kreisverbands Germersheim, wo ebenso eindringlich vor der Teilnahme an dieser Demo gewarnt wurde und das in scharfen Worten. Hier ist besonders negativ der AfD-Kreisvorsitzende Matthias Joa aufgefallen.

Franz Bettinger
31. Januar 2018 09:53

@ Karolus

Armselige NPD hin oder her, die Unduldsamkeit und die Schikanen gegenüber dieser Partei und Andersdenkenden generell hat seine Parallele in der Verfolgung religiöser Abweichler im Mittelalter, und das stört mich. Wir sind nichts weiter als Inquisitoren oder Barbaren, wenn wir nicht zulassen, dass ein Schornsteinfeger Mitglied der NPD, ein Zugführer in der DKP und ein Skilehrer bei den Reichsbürgern ist. Ich dachte mal, die AfD wollte etwas Besseres sein. Dann redet nicht, taktiert weniger, handelt danach! Sonst wird man euch die Gefolgschaft kündigen.

Ich kenne Herrn Junge (AfD) nicht persönlich. Vielleicht ist er kein Cuck. (Ich verstehe unter einem 'Cuckservative' ein konservatives Weichei.) Aber er hat mMn Fehler gemacht.

RMH
31. Januar 2018 10:04

"Eine Anmerkung zu der inflationär verwendeten Cuck-Keule. Es würde gut tun wenn sich unsere Reihen nicht jeder neuen Wortkreation hingeben würden."

Volle Zustimmung. Der ziemlich inhaltsleere Begriff nervt in Foren wie diesen, die sich eines gewissen Niveaus rühmen, wie tiefergelegte, verbreiterte AMG-Mercedes mit zu lauter Musik in Innenstädten und sollte, jetzt, wo man ihn sich so schön à la mode zugelegt hat, auch wieder abgelegt werden.
Ich wittere zudem ein kleines bisschen bei Manchem Frust-Nachtreten von NPD-Freunden, die deren vollkommen berechtigte Bedeutungslosigkeit immer noch nicht verdaut haben.

Wie auch immer, Demonstrationen wie in Kandel ändern erst einmal nichts, aber auch gar nichts. Sie haben aber die nützliche Funktion der Selbstvergewisserung in den politischen Lagern und mancher, der meint, dass er erratisch in seinem politischen Frust dasteht, kann durch derartige Veranstaltungen merken, dass er nicht alleine ist. Aber eine revolutionäre Dynamik hier zu sehen oder herbeizureden ist meiner Meinung nach so fern, wie die bemannte Raumfahrt zu anderen Galaxien.

Im Übrigen ist die AfD momentan die alternativlose Alternative - ohne die außerparlamentarischen Aktionen anderer Gruppen und Kreise damit jetzt damit klein reden zu wollen, aber letztlich geht es in diesem Land nur legal und parlamentarisch. Und auch dafür kann man schon buchstäblich auf die Fresse bekommen, wie gerade der zu unrecht als Cuck gescholtene Herr Junge berichten kann.

https://www.focus.de/politik/deutschland/uwe-junge-mainzer-afd-fraktionschef-muss-nach-angriff-operiert-werden_id_5928586.html

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/auto-von-ehefrau-des-afd-politikers-uwe-junge-brennt-aus-14905505.html

Na, wer von den Forenhelden kann da in Sachen Opferbereitschaft mithalten?

Monika
31. Januar 2018 11:06

@Karl Karolus und Werte Herren,
Ja, es spielt m. E. eine entscheidende Rolle, daß Frauen aktiv werden. Die Mönner dürfen natürlich tatkräftig unterstützen. Es ist kein Argument, auf lange Anfahrtswege zu verweisen. Für den Fußball ( FCK oder Karlsruhe) nehmen die Leute auch längere Anfahrtszeiten in Kauf. Und das regelmäßig. Für ihren Verein, für ihr Eigenes. Ihr habt nichts zu verlieren außer euren Ängsten, euren Töchtern, Söhnen, Enkeln, eurer Freiheit, eurer Heimat ! Dafür solltet Ihr euren Arsch hochkriegen. Die Frauen entwickeln zur Zeit mehr Power. ( Frauenbündnis Kandel, Kampagne 120 Dezibel, Mütter gegen Gewalt in Bottrop, Frauenmarsch von Leyla Bilge in Berlin ). Also Männer, schwafelt nicht, sondern helft uns ! Es ist egal, ob ein AfD- ler mal schwankt oder zögert, ob zehn Hanseln die erste und dritte Strophe der Nationalhymne durcheinanderbringen ( die mutigen deutschen Frauen hat man vergessen) oder ob drei vermeintliche NPD-ler auslönderfeindliche Parolen grölen . Machen wir uns gegenseitig Mut und achten, wenn es sein muß, darauf, dass sich niemand daneben benimmt ( das war in Kandel m. W. nicht nötig) . Es geht auch nicht um eine Profilierung von Veranstaltern oder Rednern, sondern um Authentizitöt. Die war in Kandel mehr als vorhanden. Das war beeindruckend. Stellt euch nur die doppelte Menge an friedlichen Demonstranten vor, kreativ, entschlossen, bereit, ihr Liebstes zu verteidigen. So, wie den heimatlichen Fußballverein. Das würde schon genügen. Und für die Burschen und alten Herren, die ihr Mütchen kühlen wollen : Das Hambacher Schloß ist nur 33 Kilometer entfernt. Aber singt nicht so unsägliche dumme Lieder von den alten Germanen wie in Wien.
Kandel hat noch ganz andere wundersame Koinzidenzen. Es taugt zum Wallfahrtsort oder zur Hexennacht. Wenn Frauen mit Besen das schöne Städtchen sauber machen. Bleib sauber, mein Kandel, lautet die Parole zum Kehraus. Also, meine Herren. Im September zum Weinfest nach Hambach, von wegen deutscher Wein etc....

nom de guerre
31. Januar 2018 11:47

Ich finde es gut, dass es diese Demo gegeben hat. Zur Stimmung dort kann ich natürlich mangels Anwesenheit nichts sagen (danke an Frau Leiser und @ Brettenbacher für die Eindrücke), allerdings habe ich mir die Rede von Imad Karim bei YouTube angeschaut. Es stimmt, er hat rigoros gesprochen, aber letztlich situationsangemessen, und auch mich hat er nachdenklich gemacht. Wenn das Ganze hier vor meiner Haustür stattgefunden hätte, fände ich es zwar nicht besonders gelungen, wenn eine entsprechende Demo eine nennenswerte Zahl von Teilnehmern aus dem NPD-Umfeld o.Ä. hätte, aber ich denke, ich würde trotzdem hingehen. Man kann nicht ewig so tun, als gingen einen all die vielen „Einzelfälle“ und „reinen Beziehungstaten“ nichts an. Wenn dann unter Umständen auch die „Falschen“ mitdemonstrieren, ist das bedauerlich, aber es ändert nichts daran, dass der Anlass der richtige ist. Hier ist ein ganz junges Mädchen umgebracht worden, so jung, dass sie sicher nicht anhand eigener Lebenserfahrung hätte erkennen können, worauf sie sich bei der Beziehung zu diesem jungen Mann einlässt, und das unter anderem wegen einer verfehlten Politik und einer anerzogenen Geisteshaltung, die eigentlich vorhandene Schutzreflexe bei zahlreichen Erwachsenen zum Erliegen gebracht hat. Wichtiger als eine Abgrenzung von wem auch immer (wobei ich mich damit nicht an der hier – wie so oft – geführten Cuck-Diskussion beteiligen will, sie interessiert mich nicht) erscheint mir, diese Betroffenheit zu zeigen und das Feld nicht Leuten zu überlassen, die selbst nach so einem schrecklichen Ereignis meinen, es komme vor allem anderen darauf an, dass Kandel oder irgendeine andere kleine Stadt „bunt bleibt“ – und denen es scheinbar egal ist, wer den Preis für die „Buntheit“ zahlt.

Monika
31. Januar 2018 12:41

@nom de guerre
es ist in der Tat ärgerlich, wenn Teilnehmer aus dem rechtsextremistischen Umfeld eine friedliche, bürgerlich- freiheitliche Demonstration stören. Das sollte aber kein Grund sein, einer Demo fernzubleiben, zu der einem das Gewissen mahnt. Mit denn Störern ( die in Kandel nicht ins Gewicht fielen ) kann man umgehen. ( Ausschluß, Disziplinierung u. ä ) . Allerdings werden sich immer wieder Provokateure finden. Und selbst, wenn hundert Pfälzer Jungfrauen mit der Madonna von Kandel ( die gibt es tatsächlich ! ) durch den Ort ziehen, werden die Möchtigen Gründe finden, dies zu verbieten oder zu verfolgen.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geschichte-der-solidarno-die-verhaftung-der-schwarzen-madonna-11028162.html
Dass Vera Lengsfeld einen Vortrag verlesen ließ, zeigt gut auf, dass die Proteste durchaus die Qualiät dissidenten Widerstandes wie im ehemaligen Ostblock erreichen. Hier ist Kreativität gefragt.

Karl Karolus
31. Januar 2018 12:44

Werte Monika. Ich stimme zu, dass es eine entscheidende Rolle spielen kann, dass Frauen aktiv werden. Auch Ihre Forderung nach Authentizität unterstreiche ich.
Sie adressieren ihren Beitrag an uns Männer und appellieren an unser Ehrgefühl. Jetzt bringen Sie damit jeden Mann der von dieser Veranstaltung nichts hält zunächst einmal in einen Konflikt. "Wenn Du nicht dafür bist, bist Du dagegen!".
Zur Authentizität: Betrachten Sie den eigentlichen Wortsinn und nennen Sie Anhaltspunkte wo Sie diese an dieser Veranstaltung erkannt haben. Deswegen erwähnte ich auch den Aspekt, in einem vorherigen Kommentar, dass die Geschichte dazu fehlt. Wenn Sie, Monika, die Geschichte kennen zu der Entstehung dieses Frauenbündnisses wäre ich sehr interessiert.
Ansonsten können Sie es jedem Mann nicht verdenken sich jeden Samstag einigermaßen, auch unter thymotischen Aspekten, mental wie physisch in Übung zu halten. Dies kommt den Frauen u.U. auch zugute.
Zum Schluss: Eine südpfälzische Jeanne d´arc würde ich sehr begrüssen und hinter ihr würde ich auch in die Schlacht reiten. Wer käme da in Frage? Wer hat, wie Sie so schön sagten, die Power?

Monika
31. Januar 2018 12:51

Werter Herr Karolus,
dass ich an der Veranstaltung teilnahm, gebot mir mein Gewissen. Ich wollte etwas tun und ein Zeichen setzen. Die Veranstalter und deren Hintergrund waren mir eigenlich egal. Die Geschichte des Frauenbündnisses kenne ich nicht, aber ich hoffe, dass es Geschichte schreibt. Zur Authentizität kann ich nur sagen : Ich war froh, dass ich dabei war und mit gleichfühlenden Menschen in Kontakt kam. Jeder kann sich abschließen und mitmachen. Und sich selbst eine Meinung bilden. Das kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Monika
31. Januar 2018 12:58

@Karl
Mit einem solchen Namen reiten Sie doch nicht hinter einer Frau her ? Mindestens neben ihr her ! Da finden Sie Ihre Herzensdame garantiert auf der Demo. Ins Gespräch kommen !

Benedikt Kaiser
31. Januar 2018 13:09

@Monika:
Ihre Selbstrechtfertigung in allen Ehren, aber sie ist – unnötig.

Gewaltfreies politisches Engagement in diesen permanenten Krisenzeiten (v. a. Krise der inneren Sicherheit, Krise der sozialen Sicherheit) muss sich nicht rechtfertigen. Wer jetzt immer noch ausgiebig mit Ihnen virtuell zu diskutieren müssen glaubt, weil ihm dieses oder jenes nicht passt, weil es die perfekte »Bürgerbewegung« oder das perfekte Demonstrationsbündnis nunmal nicht geben kann – wer also das Mäkeln schon allein deshalb nicht lassen kann, um selbst an der Reproduktion einer überholten Argumentation zu arbeiten, die es einem erlaubt, weiterhin untätig (im politischen Sinne) zu bleiben, hat grundsätzlich weder eine grundsätzliche Lageanalyse vorgenommen noch darüber nachgedacht, dass wochenlanges Sinnieren ob der politischen Hygiene einer Veranstaltung nicht angemessen ist, wenn es darum geht, zeitnah eine intervenierende Praxis von rechts in Angriff zu nehmen.

Grundsätzlich ist jeder Versuch, die sich spontan formierenden sozialen Bewegungen im oppositionellen Bereich zu unterstützen oder mitzuprägen, ein Fortschritt für die Rechte.

Es ist folglich nicht die Zeit, Akteuren der politischen Intervention vorzuwerfen, sie hätten dieses oder jenes nicht hundertprozentig durchdacht oder reflektiert. Das sind, so leid es mir tut, wohl primär Luxussorgen von Online-Konservativen.

Monika
31. Januar 2018 13:15

@Benedikt Kaiser
Ja, eine Selbstrechtfertigung sollte langsam unnötig sein! In den eigenen Reihen sowieso ...über Feinheiten des optimalen Widerstandes wird man aber reden dürfen, bei einem Pfälzer Schoppen..:))

Karl Karolus
31. Januar 2018 13:28

Herr Kaiser, dass ich hier einige kritische Perspektiven eingebracht habe heisst nicht, und das wurde von mir mit keiner Silbe erwähnt, dass ich solche Aktionen nicht begrüße. Sonst wäre ich zu beiden Kandel-Veranstaltungen nicht die 120km gefahren um teilzunehmen. Das ist nicht mein Thema. Das Sie mich mit Ihrer Glaskugel als eine Art defätistischen online-Konservativen identifiziert haben hat mich getroffen. Das ist nicht meine Geisteshaltung.
Ich will meine Sicht daher konkretisieren:
Ich stelle mir die Frage ob ein Hochschreiben bzw. ein Erzeugen einer hohen Erwartungshaltung bei Veranstaltungen dieser Art für einen größeren Schaden, im Falle eines Scheiterns, sorgen als eine zurückhaltendere Gangart wo Luft nach oben ist.

Benedikt Kaiser
31. Januar 2018 13:44

Karl, das ging nicht explizit an resp. gegen Sie, sondern ist ein allgemeiner Kommentar zu diesem Thema, das ja in regelmäßigen Abständen durchgekaut wird, und zwar immer dann, wenn irgendwo ein zartes Demopflänzchen sich regt, dessen jeweilige Akteure ebenso regelmäßig, m. E. oftmals aus der Sicherheit der Anonymität heraus, für dieses oder jenes vermeintliche oder tatsächliche Manko gescholten werden.

Paul Baum
31. Januar 2018 13:58

Herr Kaiser,

umso schlimmer ist es, wenn den Bürgern, die sich aus der Anonymität herauswagen und ihr Gesicht öffentlich zeigen, von einem AfD-Landesvorsitzenden wie Herrn Junge oder einem AfD-Kreisvorsitzenden wie Herrn Joa Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen, nur damit ja niemand von der AfD an der Demo in Kandel teilnehmen soll.

Benedikt Kaiser
31. Januar 2018 14:01

Das ist richtig, Herr Baum.

Karl Karolus
31. Januar 2018 14:09

@Kaiser: Danke für die Erläuterung. Ich verstehe Ihre Argumentation.

Wie stehen Sie zu der These das es häufig die politischen Interventionen sind, welche von einer nicht ansatzweise verschworenen Gemeinschaft auf den Weg gebracht werden, jene sind die schnell an Bedeutung verlieren und dann als Negativbeispiel dienen können, welches so schnell keiner wiederholen will. Also schreiben wir den Frauenwiderstand der letzten Tage/Wochen hoch und es wird sich etwas großartiges entwickeln, was zu hoffen ist, ist alles in Butter. Scheitert es bzw. wird es belanglos und verblasst wie so vieles stellt sich die Frage ob es wieder aufgegriffen wird.

Daher auch die Diskussion mit Monika über die Frage wann in den vielen Beiträgen im Netz die Story dahinter (Authentizität) nachgeliefert wird um das ganze auch attraktiv und v.a. nachahmenswert zu machen. Machen Sie doch hier auf SiN eine Hintergrundgeschichte darüber.

Cacatum non est pictum
31. Januar 2018 14:35

@Halenberg

"Meine Guete, @ Juergen.
Da uebernimmt jemand Verantwortung fuer unser Land als Offizier und Parteivorsitzender, erreicht fuer ein westliches Bundesland ein gutes Landtagswahlergebnis, haelt fuer die AfD den Kopf hin und bekommt dafuer das Auto abgefackelt und wird auf der Strasse zusammengeschlagen, darf im Moment wegen unerwuenschter Twitterei Frau Willius-Senzer nicht mehr die Hand geben, und da kommen Sie daher mit dem selten depperten 'Cuck' und Kraftmeiereien wie 'ins Pfefferland schicken'? Geht's noch?"

Die Attacken auf Uwe Junge sind schäbig und bedauernswert. Daraus leitet sich aber kein Recht ab, für verzapften Unsinn nicht kritisiert zu werden. Oder sehen Sie da eine Verbindung?

Paul Baum
31. Januar 2018 15:15

Bevor hier Märchen vom ach so tollen Uwe Junge erzählt werden, ein paar Sachen zur Erinnerung: Uwe Junge war einer der Hauptbefürworter eines Parteiausschlußverfahrens gegen Björn Höcke. Uwe Junge bringt außer eher dürftigen Reden im Landtag und stinkend langweiligen Pressemitteilungen nichts zustande. Uwe Junge ist bestimmt kein Befürworter von Christiane Christen und Myriam Kern, zwei AfD-Mitgliedern aus Rheinland-Pfalz, die in Kandel bei der Demo in der ersten Reihe gestanden haben. Man könnte die Negativliste zu Uwe Junge noch sehr lange fortführen.

Seemann
31. Januar 2018 17:14

wer heute noch warnt, dass man auf eine Demonstration nicht gegen kann ,weil womöglich die"falschen" Leute dort sind hat wirklich nichts begriffen. Wir stehen bis zum Hals im Dreck und wir diskutieren über solche Dinge. Die linken lachen uns bereits aus und die Medien haben genau das Ziel erreicht, was sie erreichen wollten. Das ist mein letzter Kommentar zu dieser Sache.

Lotta Vorbeck
31. Januar 2018 17:30

Man reibt sich verwundert die Augen und möchte es eigentlich kaum glauben:
Die eigene Bude steht bereits lichterloh in Flammen, der Feind befindet sich inmitten der eigenen Burg, es geht buchstäblich um Alles und etliche gut dressierte Elfenbeintürmer / Zitat Benedikt Kaiser "Online-Konservative" springen mal wieder brav über's von den Kameraden unter der anderen Feldpostnummer hingehaltene Stöckchen und kultivieren männchenmachend vor'm Gessler-Hut ihren albernen Hygienefimmel und suhlen sich in ihrer eigenen, gleichsam als Monstranz vor sich hergetragenen Harmlosigkeit.

Hier nochmal zum mitmeißeln:
# ein Cuck ist ein Cuck
# ein U-Boot ist ein U-Boot
# und die von Agenten des Verfassungsschutzes geführte Partei ist noch immer eine hochoffiziell zugelassene Partei innerhalb des BRD-Parteienspektrums.

@Franz Bettinger brachte es in seinem Eintrag vom 30. Januar 2018, 11:24 PM auf den Punkt: "Es ist völlig egal, ob da nette, besorgte Frauen, Männer oder irgendwelche Hanswurste mitlaufen; meinetwegen können Maas, Merkel, Stegner oder der Teufel selbst mitlaufen. Es geht nicht um Personen, es geht um die Sache. Gott, man könnte platzen!"

Solution
31. Januar 2018 17:37

Mir ist schon klar, warum es Leute gibt, die den Ausdruck "Cuckservativer" nicht mögen. Ich mag ihn sogar sehr, weil er ein genialer Neologismus ist.

Ja, genau so ist: Ein großer Teil der AfD besteht aus diesen Cuckservativen. Es sind die Fest und Klonovsky, die Junge und wer noch alles. Die Amis haben das Wort von seinem ursprünglichen Sinn her klug gewählt.

Wie hat man anfangs in der BRD gerätselt, was es eigentlich bedeuten könnte, als es aufkam. Bei Counter Currents sind hier glasklare Definitionen geliefert worden, die keine Frage offen lassen.

Für mich ist das Übelste an den Cuckservativen, daß sie bedenken- und prinzipiell grenzenlos Fremdvölkische integrieren wollen und damit die eigene Art auflösen. Sie sind Multikultis, die den Austausch nur ein wenig zeitlich strecken wollen. Es sind vor allem auch jene, die das verräterische Wort vom "Biologismus" im Munde führen. Klar, daß sie gegen alles Völkische sind. Oft sind sie privat selbst in den großen Austausch verstrickt.

Wer unter Seinesgleichen leben möchte, wer den großen Austausch auch nicht nur verzögert will, muß die Cuckservativen (der kleine Kuckuck im Nest läßt grüßen!) strikt ablehnen.

Halenberg
31. Januar 2018 20:07

"Uwe Junge war einer der Hauptbefürworter eines Parteiausschlußverfahrens gegen Björn Höcke"
Wie einfach doch die Welt sein kann mit solch simplen Massstaeben.
Aber eines muesste man doch zugeben: Das Ausschlussverfahren hat - soweit fuer Nichtjuenger ersichtlich - erfolgreich disziplinierende Wirkung gezeigt. Mal schauen, wie es weiter geht, und wir bald mit Wahlkampfreden ueber den Praeventivkrieg beglueckt werden.
Denn eines sollte doch klar sein: 13% sind enttaeuschend wenig.

Karl Karolus
31. Januar 2018 20:18

@Lotta Vorbeck. Der Feind steht in der Burg, und die Armee Wenck ( Demonstration X) wird uns raushauen.. Glauben Sie das wirklich und wollen Sie hier ernsthaft fordern, dass man jede Aktion bejubeln soll? Gibt es in Ihrer Welt Möglichkeiten einer nicht-totalitären Sichtweise?

Hier meine Hashtags für Sieund zum Thema:
# wehren statt demonstrieren und in die Opfrolle schlüpfen
# Kinder zeugen statt durch Deutschland zu fahren
# NPD auslachen

RMH
31. Januar 2018 21:12

"# und die von Agenten des Verfassungsschutzes geführte Partei ist noch immer eine hochoffiziell zugelassene Partei innerhalb des BRD-Parteienspektrums."

Aber auch nur - und das ist höchstrichterlich so festgehalten - aufgrund ihrer mittlerweile fast gänzlichen Bedeutungslosigkeit und damit Ungefährlichkeit. Und eben diese VS-U-Boot-Agent-Provocateur-Partei zeckt wegen ihrer Bedeutungslosigkeit jetzt fortlaufend das Erfolgsmodell AfD im Sinne von "Ihr Luschen" an - warum und in wessen wahrem Interesse macht sie das wohl?
Und warum weiß jeder halbwegs verantwortliche Politiker bei der AfD wohl, dass man mit dem Erfolg von fast 13% eben keine NPD-Positionen vertreten kann?
Noch Fragen?

Der_Juergen
31. Januar 2018 21:24

Vielleicht gestatten es mir die Hausherren, mich im Rahmen dieser Debatte ein drittes und letztes Mal zu Wort zu melden.

Man soll die Stimmen ja nicht zählen, sondern wägen, aber ich stelle doch mit Genugtuung fest, dass eine deutliche Mehrheit der Kommentatoren (von denen der eine oder andere, werter @RMH, schon wesentlich grössere Opfer gebracht hat, als es der Verlust eines ohnehin versicherten Autos ist) gegen den Abgrenzungswahn Stellung bezieht.

Dass die NPD vom Verfassungsschutz unterwandert ist, bezweifelt niemand. Dass es dort Primitivlinge gibt, wird ebenfalls keiner bestreiten, aber es gibt auch absolut ehrliche Patrioten, und auf diese zu spucken, um bei einem bis ins Mark verfaulten System Punkte zu schinden, ist schlicht erbärmlich. Ganz abgesehen davon, dass man hierdurch nur die verdiente Verachtung erntet.

Absolut unbegreiflich sind mir die Angriffe auf Höcke, einen grossartigen, grundehrlichen Mann, der dazu noch ein begabter Redner ist. Wem der zu "radikal" ist, der soll sich neben Lucke, Pretzell und Petry an den Katzentisch setzen.

Wir stehen alle an der Wand. Das Erschiessungskommando erhebt bereits seine Gewehre. Da schreien @Halenberg, @Fritz und Konsorten: "Erschiesst den Mann neben mir vor mir! Er ist Höcke-Anhänger und hat Kontakte mit der NPD! Erschiesst ihn zuerst; lasst mich noch dreissig Sekunden länger leben. Oder wenigstens noch zwanzig Sekunden'."

0002
31. Januar 2018 22:08

„Es ist folglich nicht die Zeit, Akteuren der politischen Intervention vorzuwerfen, sie hätten dieses oder jenes nicht hundertprozentig durchdacht oder reflektiert.“

Um konsequent zu sein, müßte das dann aber für Vorwürfe aus beiden Richtungen gelten.

Fredy
31. Januar 2018 23:07

@Der_Juergen

Schonmal überlegt, dass gerade großartige und grundehrliche Männer in der Politik eben falsch sind. Wir sind uns sicher eins, dass Maurer ein ehrlicherer Beruf ist als Politiker. Warum also unbedingt Politiker sein? Mit Höcke, mit dem ich persönlich sicher wunderbar klar kommen würde, kann man politisch keinen Stich machen, zumindest in heutigen Zeiten nicht. Er ist entweder zu spät, aber eher zu früh dran. Allein die Sprache. Nein, er spricht nicht die Sprache des Volkes, sondern einer Sekte. Er schaut dem Volk nicht heut aufs Maul, sondern pflegt einen historischen Duktus. Er passt nicht in diese Zeit, und eigentlich weiß er das.

Lotta Vorbeck
31. Januar 2018 23:29

@Karl Karolus - 31. Januar 2018 - 08:18 PM

Geben Sie fein Obacht, daß Sie während Sie sich die NPD auslachend den Bauch halten, nicht umzingelt und mitsamt der Armee Wenck im Kessel von Halbe aufgerieben werden.

Was die Sichtweisen in der Welt Lotta Vorbecks anbelangt, verläßt sich diese ganz und gar auf ihren bewährten Zeiss-Feldstecher nebst eigenem Kompass.

Lotta Vorbeck
31. Januar 2018 23:30

@RMH - 31. Januar 2018 - 09:12 PM

Warum müssen Sie sich so verbissen an einer - und das ist höchstrichterlich so festgehalten - mittlerweile fast gänzlich in Bedeutungslosigkeit und damit Ungefährlichkeit versunkenen Partei abarbeiten?

The earth is flat, pigs can fly und weil der Falsche behauptet 2+2 ergäbe 4, ergibt's nun eben 5.

Franz Bettinger
1. Februar 2018 00:09

@RMH: "Die NPD ist eine zugelassene Partei," schreibt Lotta Vorbeck. "Aber nur aufgrund ihrer fast gänzlichen Bedeutungslosigkeit und somit Ungefährlichkeit. Das ist höchstrichterlich so festgehalten," antworten Sie.

Ja, und eine billigere Urteils-Begründung habe ich noch nie gehört. Was für ein Armutszeugnis für unser BuVerfG! Es ist ein Freispruch zweiter Klasse, und solche Freissprüche sind schändlich, weil verleumderisch und schädlich für den Freigesprochenen. Hat eigentlich Hadmut Danisch dazu einmal etwas kommentiert? Er wäre der Berufene.

Ich vermute, dass K+K eine Vertiefung der Diskussion in diese Richtung für kontraproduktiv halten, und vielleicht haben sie recht. Wenn nicht: Nennen Sie, @RMH, mal ein paar NPD-Positionen, die Sie für unerträglich halten?

Utz
1. Februar 2018 04:50

Und warum weiß jeder halbwegs verantwortliche Politiker bei der AfD wohl, dass man mit dem Erfolg von fast 13% eben keine NPD-Positionen vertreten kann?
Noch Fragen?

Ja, mehrere.
- Sind 13 % ein Erfolg, bzw. sind sie der Erfolg, den man sich erhofft, verdient hätte?
- Keine NPD-Positionen? Gar keine? Sind alle komplett abzulehnen?
- Wer sagt hier eigentlich was man kann und was nicht? Der Wähler? Oder doch eher andere, die hier im Land die Meinung "machen"?

RMH
1. Februar 2018 07:27

Nur zum Verständnis:
Meine Anti-NPD-Polemiken habe ich unter dem subjektiven Eindruck geschrieben, dass ich meinte, das aus deren Kreis und deren Anhängern es offenbar immer noch nicht akzeptiert wurde oder werden kann, dass sich da jetzt eben eine neue, stärkere Kraft etabliert hat und das aus diesem Grunde ein sich Aufspielen als die "wahren Patrioten" versus "die Luschen an den Fleischtöpfen" eingestellt hat - vermutlich auch, weil ein einfacher Wechsel zur AfD und deren Erfolg nicht ohne weiteres möglich war und ist. Natürlich werden dabei auch - wenn auch hier in dieser Debatte noch nicht geäußert - Dolchstoßlegenden gepflegt, von wegen die AfD sei eine "Systempartei", die nur gegründet wurde, um die in "Ostdeutschland" auf der vermeintlichen Erfolgsspur sich befindende NPD abzuwürgen etc.

Das das schriftlich niedergeschriebene NPD-Programm inhaltlich nicht einfach vom Tisch zu wischen ist, habe ich mit meinen Thesen damit gar nicht behauptet und auch nicht gemeint.

Wie auch immer, im Kern läuft es, vereinfacht ausgedrückt, auf einen Streit, wie wir ihn von den Linken auch kennen, zwischen den Revolutionären, die sich naturgemäß als die Gralshüter der reinen Lehre halten, und den Reformern hinaus, die ebenfalls naturgemäß nicht ganz so sexy wirken können, wie Revolutionäre.

Und hier habe ich eben - ebenfalls rein subjektiv - den Eindruck, dass das Rad des Schicksals sich zu Gunsten der Reformer schon immer gedreht hat, da es bekanntermaßen auch "Revolutionen nicht als Dauererscheinung" gibt. Jetzt hatten wir eben keine Revolution und müssen gleich die Kärrnerarbeit der Reformen angehen. Mir fällt es nur verstärkt auf, dass jedes mal, wenn ein AfDler was von wegen "nicht mit denen von der NPD" sagt, sofort das ganze Spalter, unsolidarisch, Abgrenzeritis etc.- Programm gebetsmühlenhaft abgespult wird, aber was bitte schön, soll denn ein Parteisoldat anderes machen, als zu sagen, mit dieser Feldpostnummer habe ich nichts zu tun? Gibt genug SPDler, die Positionen der Linken teilen, aber deswegen kommt es noch lange nicht zur Verbrüderung.

Meint irgendeiner ernsthaft, dass sich eine AFD, die aus dem Fleische von Union, FDP, Ökos und ein paar Salzkörnchen REP entstanden ist, jetzt ganz jovial die Hand zur NPD ausstrecken sollte, um ihr quasi auf die Schulter zu klopfen?

Fritz
1. Februar 2018 08:01

Also was mich betrifft, ich will, dass die Massenmigration aufhört, dass die Islamisierung gestoppt wird, dass die Verbreitung von Unsinn an Universitäten nicht vom Staat finanziert wird, dass das Steuersystem gerechter wird, dass die Globalisierung gestoppt oder zuimndest so gesteuert wird, dass am Ende nicht eine Welt herauskommt, die nur aus Produzenten und Konsumenten von Gütern ohne irgendwelche sozialen Bindungen besteht.

Von den heutigen Parteien vertritt aus meiner Sicht die AfD diese Ziele noch am ehesten (obwohl ich jedes mal, wenn wieder ein AfDler von "Halbnegern" oder sochem Schwachsinn faselt, mehr der FDP zuneige. Abwarten), weshalb ich sie auch letztens gewählt habe.

Ich glaube weder an eine rassische oder genetische Überlegenheit einer Menschengruppe über andere, noch an feste, unveränderbare kulturelle oder religiöse Identitäten, oder daran, dass das III. Reich im Grunde gar nicht so schlecht war. Wer dies alles glaubt, soll NPD wählen.

Ich hoffe die AfD hält sich fern von sowas.

Franz Bettinger
1. Februar 2018 09:17

@RMH:

Danke für Ihre Antwort. Es sollte bei der AfD keine Partei-Soldaten, wie Sie das Phänomen nennen, geben! Partei-Soldaten sind Politiker, die aus Partei-taktischen Gründen ihre Intelligenz und ihr Gewissen hintanstellen und jede Schweinerei mitmachen, siehe die CDU-CSU-SPD-FDP-Grüne-Linke, die alle zusammen sogar sinnvolle Anträge ablehnen, weil sie von der AfD kommen. Solche dem Fraktionszwang huldigenden Typen sind mir zuwider.

Es geht nicht darum, Querfronten zu schmieden oder der NPD die Hand zu reichen. Es geht um Fairness, auch dem politischen Gegner gegenüber. Dann müssen wir aber auch der NPD Gerechtigkeit widerfahren lassen. An was, wenn nicht an das Partei-Programm einer Partei, wollen Sie sich denn halten, Herr RMH? Man verweise nicht auf Personen, die mal etwas vermeintlich Falsches gesagt haben. Idioten gibt es in jeder Partei, vor allem aber in einer, die mit V- Leuten und agents provocateurs durchsetzt ist.

Paul Baum
1. Februar 2018 15:27

Der Ausdruck "Cuckservativer" paßt hervorragend auf AfD-Politiker wie Uwe Junge oder Matthias Joa.

Cacatum non est pictum
2. Februar 2018 21:13

Noch ein paar Worte zum Thema Distanzierungen. Im patriotischen Lager ist man damit ja schnell bei der Hand. Wenn der politische Gegner zur Distanzierung auffordert, ist höchste Vorsicht geboten. Das ist fast immer ein taktisches Mittel der Auseinandersetzung, mit dem man den Kontrahenten erstens in die Defensive drängt und zweitens dazu bringt, sein eigenes Lager zu schwächen, indem man ihn Leute an den Pranger stellen läßt, die in wichtigen politischen Fragen so denken wie er und deshalb eigentlich seine Loyalität verdienen. Wer sich solcherart demütigen läßt, begeht schon eine unverzeihliche Dummheit. Tut jemand das auch noch freiwillig und ohne konkrete Aufforderung, so würde ich ihn als Opportunisten einstufen, von dem ich glauben muß, daß er im Ernstfall die Seiten wechselt. Folgendermaßen könnte eine redliche Haltung aussehen, die ohne Distanzeritis auskommt:

"Ich bin konsequenter Gegner der aktuellen Regierungspolitik, weil sie offenkundig eine Politik des Verrats ist. Sie fügt meinem Volk bewußt schweren Schaden zu und ist deshalb ohne Wenn und Aber zu beenden. Folgen muß eine Politik, die in jedem Segment zuallererst deutsche Interessen berücksichtigt. Zu ihren Kernanliegen werden gehören die Befestigung und Bewachung der Landesgrenze, eine Beendigung der Masseneinwanderung, die Rückführung aller Menschen mit illegalem Aufenthaltsstatus, eine zukünftig stark restriktiv ausgerichtete Migrationspolitik und ökonomisch ein Fokus auf die eigene Volkswirtschaft. Wer diese Ziele ebenfalls anstrebt, ist bis auf weiteres mein Verbündeter - völlig unabhängig davon, ob er in anderen weltanschaulichen Fragen Positionen vertritt, die ich ablehne. Öffentliche Distanzierungen innerhalb des eigenen Lagers wird es nicht geben. Über Meinungsverschiedenheiten befinden wir intern. Wenn sich eine Politik, wie sie oben skizziert ist, etabliert und gefestigt hat, mögen sich die Wege einzelner Fraktionen innerhalb unseres Milieus wieder trennen. Vorher nicht."

Einwände? Ergänzungen?

Der Feinsinnige
3. Februar 2018 00:05

Die teilweise wieder einmal hitzig geführte Diskussion um das Problem, ob, von wem und wie weit man sich „abgrenzen“ sollte, zeigt erneut, daß das Problem nicht wirklich und ein für allemal lösbar ist. Im Grunde scheinen sich zwei unvereinbar scheinende Positionen gegenüberzustehen, die irgendwie zusammenfinden müssen:

a) Man dürfe sich von keinem patriotisch Empfindenden, keinem Rechten irgendwie distanzieren bzw. diesen ausgrenzen.

b) Man müsse sich von Leuten bzw. Gruppierungen, für das Kürzel NPD synonym steht, abgrenzen bzw. fernhalten.

Beide Positionen sind meines Erachtens so richtig wie falsch, setzt man sie absolut.

Oberstes Ziel sollte doch sein, insoweit dürfte hier wohl noch Einigkeit zu erzielen sein, die Massenimmigration kurz- bis mittelfristig und endgültig zu beenden. Alles, was diesem Ziel dient, bewerte ich persönlich als positiv. Dazu gehört insbesondere eine Demonstration wie die am vergangenen Wochenende im Kandel (vollständiges Video: https://www.youtube.com/watch?v=ar9YLAOevCo). Jeder, der sich dem Anliegen der Demonstration unterordnet und sich benimmt (danke, @ Monika, genau darauf kommt es an) ist bei einer solchen Demonstration willkommen und ein Gewinn.

Denn, danke @ nom de guerre, besser kann man es nicht auf den Punkt bringen:
„Wichtiger als eine Abgrenzung von wem auch immer (wobei ich mich damit nicht an der hier – wie so oft – geführten Cuck-Diskussion beteiligen will, sie interessiert mich nicht) erscheint mir, diese Betroffenheit zu zeigen und das Feld nicht Leuten zu überlassen, die selbst nach so einem schrecklichen Ereignis meinen, es komme vor allem anderen darauf an, dass Kandel oder irgendeine andere kleine Stadt „bunt bleibt“ – und denen es scheinbar egal ist, wer den Preis für die „Buntheit“ zahlt.“

Uwe Junges Aufruf, nicht an der Demo teilzunehmen, halte ich für einen Fehler, genauso wie seine vor längerer Zeit vertretene Position zu Björn Höcke. Aber muß man diesen im übrigen verdienten Mann (Uwe Junge) deswegen gleich so verbal niederkartätschen, wie es hier teilweise geschehen ist? Der politische Feind steht woanders! (Danke @ Hartwig aus LG8)

@ 0002 hat @ Benedikt Kaiser zitiert:
„Es ist folglich nicht die Zeit, Akteuren der politischen Intervention vorzuwerfen, sie hätten dieses oder jenes nicht hundertprozentig durchdacht oder reflektiert.“,
und darauf mit einem Satz geantwortet:
„Um konsequent zu sein, müßte das dann aber für Vorwürfe aus beiden Richtungen gelten.“
Dies ist ein wichtiger Gedanke und ich füge hinzu:
Es ist meines Erachtens höchste Zeit für einen Friedensschluß, zumindest einen Burgfrieden, nicht nur auf der Straße (da ist das nach meinen persönlichen Erfahrungen sowieso kein ernstliches Problem), sondern auch bei der AFD und dem rechten Umfeld.

Und trotzdem wird es ohne ein Mindestmaß an – wie das hier teilweise genannt wird - „Hygiene“ auch nicht gehen – und sei es auch nur aus taktischen Gründen (sachliche Gründe gibt es auch). Bei entsprechender selbstkritischer Betrachtung werden sicher die meisten hier Schreibenden und Lesenden auch für sich selbst irgendwelche Grenzlinien ziehen, wie eng oder wie weit und zu welcher Richtung auch immer (eine solche Grenzlinie ist auch die vielfach formulierte Ablehnung der sog. "Cucks" - oder nicht?). Das ist nicht nur allgemein menschlich, sondern (zumindest für eine Partei) grundsätzlich auch ein Gebot politischer Klugheit, denn ein Problem wird immer bleiben:

Wenn oberster Maßstab die Sache ist, also die Masseneinwanderung zu stoppen (s.o.), dann muß auch die Überlegung gestattet sein, auf welche Weise bzw. mit welchen Aussagen das Ziel (und das kann ja nur eine fundamentale Änderung der politischen Mehrheiten und Machtverhältnisse sein) in absehbarer Zeit erreicht werden kann und auf welche Weise eher nicht. Jedes Danebenbenehmen ist kontraproduktiv. Und viele, sehr viele, die die Masseneinwanderung gestoppt sehen wollen, werden durch Äußerungen bzw. Positionen, wie sie @Fritz soeben – meines Erachtens zu recht - ablehnend zitiert hat, abgeschreckt, was der Sache nun einmal nicht dienlich ist. Die Mehrheit muß gewonnen, nicht verschreckt werden.

Fazit: Im Interesse des gemeinsamen Ziels sollten alte Dissense zurückgestellt, am besten vergessen oder begraben werden. Dies gilt für alle Seiten. Es geht um die Zukunft, nicht um die Vergangenheit.

@Fredy:
Daß Börn Höcke, wie Sie meinen, nicht in diese Zeit zu passen scheint, könnte sich noch als dessen größtes Pfund erweisen. Er schaut dem Volk vielleicht nicht „aufs Maul“, aber er versteht, sein Publikum auch intellektuell zu fordern und gleichzeitig mitzureißen. Er hat das Zeug, ganz nach oben zu kommen.

Der Feinsinnige
3. Februar 2018 10:52

Ein Nachsatz zu Björn Höcke:
Er hat das Zeug, ganz nach oben zu kommen – diese Erkenntnis ist bei politischen Gegnern und Medien angekommen und der eigentliche Grund dafür, daß er so sehr bekämpft und diffamiert wird.

nom de guerre
3. Februar 2018 12:53

@ cacatum non est pictum
Der von Ihnen formulierten „redlichen Haltung“ kann ich mich weitgehend anschließen (zu Einschränkungen s. den zweiten Teil weiter unten; wichtig aber auch hier eine interne Meinungsbildung anstelle von öffentlichen Distanzierungen - das sehe ich wie Sie), allerdings störe ich mich an dem Punkt der Befestigung der Landesgrenzen. Wenn Sie damit einen Zaun meinen, müssen Sie mir dafür keine Argumente liefern, die sind mir grundsätzlich durchaus bewusst. Trotzdem lehne ich die Idee ab: Wir würden mit so etwas nicht nur die anderen aus-, sondern auch uns selbst einsperren! Außerdem, und das ist für mich tatsächlich ein wichtiger Aspekt, wäre ein Grenzzaun eine zusätzliche, massive Belastung für die Natur. Es gibt Tierarten, zu deren Lebensweise lange Wanderungen gehören. Die werden durch Zäune, die an jeder Ecke, an der Grenze jedes noch so winzigen Landes hochgezogen werden, schlicht unmöglich gemacht. Ich finde, wir Menschen haben, auch metaphysisch betrachtet, nicht das Recht, die Welt ausschließlich nach unseren Bedürfnissen zu gestalten. Wenn wir die Natur kaputtmachen, ist alles andere, sämtliche Errungenschaften unserer Zivilisation (bevor mir das jemand entgegenhält: Davon wird, wenn wir der Masseneinwanderung nicht Einhalt gebieten, bald nicht mehr viel übrig sein, das weiß ich auch selbst), für mich nichts mehr wert.
Davon abgesehen gehe ich jedoch davon aus, dass die Masseneinwanderung auch ohne Zäune effektiv gestoppt werden kann, auch wenn es auf diese Weise etwas länger dauert. Wenn man Neuankömmlinge ausnahmslos bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag in zentralen Lagern unterbrächte, in denen es nur eine Grundversorgung gibt, und sie nach der bei den meisten erwartungsgemäßen Ablehnung des Antrags auch wirklich abschieben würde, wäre ein großer Teil des Anreizes, unbedingt nach Deutschland zu wollen, nicht mehr gegeben. Dass das Problem der illegal ohne Papiere über die Grenze Kommenden, die man wegen des fehlenden Passes nicht abschieben kann, damit nicht gelöst ist, ist mir klar. Aber auch hierfür gäbe es Möglichkeiten, wenn der politische Wille vorhanden wäre. Würde man jeden, der ohne Pass angetroffen wird, exterritorial unterbringen (nach dem australischen Modell, aber auch hier mit einer menschenwürdigen Grundversorgung), ausdrücklich ohne die Option, wieder nach Deutschland zu gelangen, gäbe es für niemanden mehr einen Grund, seinen Pass wegzuwerfen, da er davon nur Nachteile hätte. Das alles wäre zwar teuer (eine lückenlose Grenzsicherung aber auch!) und es würde etwas dauern, bis es sich in den Herkunftsländern herumgesprochen hätte, aber es wäre immer noch besser, als nach und nach ganz Europa in ein Hochsicherheitsgefängnis mit verschiedenen, durch Zäune abgetrennten Zellentrakts zu verwandeln.

@ Der Feinsinnige
>>Jedes Danebenbenehmen ist kontraproduktiv. Und viele, sehr viele, die die Masseneinwanderung gestoppt sehen wollen, werden durch Äußerungen bzw. Positionen, wie sie @Fritz soeben – meines Erachtens zu recht - ablehnend zitiert hat, abgeschreckt, was der Sache nun einmal nicht dienlich ist. Die Mehrheit muß gewonnen, nicht verschreckt werden.<<
Das sehe ich auch so. Begebenheiten wie die mit dem „Halbneger“-Tweet (von denen es ja auch vor der Wahl genügend gegeben hat), haben die AfD Stimmen gekostet, sicher nicht nur meine. Ohne mich dazu jetzt noch einmal ausführlich äußern zu wollen, fände ich es hilfreich, wenn zum einen solche Äußerungen unterbleiben würden (und die dahinterstehende Geisteshaltung möglichst wenig Einfluss bekäme – gar keinen wäre wohl zu viel verlangt), und zum anderen die AfD sich nach außen erkennbar auf eine eindeutige Richtung einigen könnte. Vielleicht kann man ein derart gefestigtes Bild bei einer so jungen Partei gegenwärtig noch nicht erwarten, es braucht sicher alles seine Zeit. Aber mittelfristig wäre es jedenfalls sinnvoll, da die AfD m.E. zumindest als starke Oppositionspartei unverzichtbar ist.

@ Redaktion: Falls der Kommentar zu lang sein sollte, bitte nicht kürzen, sondern lieber gar nicht posten. Danke!

Paul Baum
3. Februar 2018 13:34

Es ist eben nicht nur Junges schäbiger Umgang mit Björn Höcke. Der Feinsinnge beklagt, man solle Uwe Junge nicht so dermaßen niederkatätschen. Aber genau dieses Niederkartätschen macht ein Uwe Junge ständig mit Flügel-Vertretern aus Rheinland-Pfalz. Man muß sich immer wieder vor Augen halten, wieviele Parteiausschlußverfahren Herr Junge und seine Helfer in den letzten zwei Jahren gegen verdiente AfD-Parteimitglieder aus Rheinland-Pfalz angestrengt hat.

Utz
4. Februar 2018 10:19

Deutlich mehr als 50 % lehnen die Masseneinwanderung ab. Aber nur eine Partei im Bundestag steht hinter einem Stop der Massenzuwanderung (die FDP rechne ich da jetzt nicht mit, weil ich ihr nicht zutraue dieses Anliegen konsequent zu vertreten). Das bedeutet: eigentlich wollten viel viel mehr als 13 % die AfD wählen, wollen aber nicht, trauen sich nicht. Ich selbst kenne von der Sorte sehr sehr viele (darunter ein Ehepaar, deren Tochter fast von einem Asylanten vergewaltigt worden wäre, sie entkam nur durch Glück). Für sie alle ist die AfD irgendwie bäh, irgendwie Nazi. Wenn eine Abgrenzung gegen die NPD das leisten könnte, diese vielen Menschen in unser Lager zu holen, wäre das überdenkenswert. Das Problem ist, daß ich denke, daß dieses Manöver die AfD selbst (noch) stärker verändern würde. Das würde anderes Parteipersonal anziehen, weniger konfliktfähiges, etc. und mit dem Argument "besser wir erreichen ein bißchen etwas als gar nichts" würde dann am Ende vermutlich auch bloß so ein Mist wie eine "atmende Obergrenze" rauskommen.

Der Feinsinnige
4. Februar 2018 20:55

@ nom de guerre
Dirk Schümer schrieb in einem bemerkenswerten Kommentar zu einem bemerkenswert frühen Zeitpunkt, nämlich im Mai 2015: „Gelingt es Europa nicht, seine Außengrenzen zu sichern, werden die alten Binnengrenzen von alleine wiederkehren.“ (vgl. https://www.welt.de/debatte/kommentare/article141026268/Europa-ist-eine-Festung-und-muss-das-auch-bleiben.html.

Die von Ihnen skizzierte Verfahrensweise wird wohl nur Teil einer umfassend geänderten Politik sein können. Ich bin skeptisch, ob es ohne Zäune gehen wird. Die für Europa beste Lösung wäre dabei sicher, die Außengrenzen analog der australischen Politik zu einer unüberwindlichen Festung zu machen. Australien hat dabei die komfortable Insellage. Aber der Schutz Europas - ganz ohne Zäune? Angesichts der Zahlen des Bevölkerungswachstums auf den benachbarten Kontinenten verbunden mit den entsprechenden Wanderungsbewegungen, die für die nächsten Jahrzehnte vorhergesagt werden? Derzeit holen Ungarn und die Balkanstaaten (mit Zäunen) und demnächst vielleicht Österreich (mit Brennerschließung) für Deutschland die Kohlen aus dem Feuer. Deutschland baut stattdessen lieber Zäune um das Münchner Oktoberfest und Merkel-Legos um diverse andere Stadtfeste und Weihnachtsmärkte. Sollte die Schaffung eines wirksamen Grenzschutzes für die europäischen Außengrenzen nicht gelingen, und da bin ich (zumindest für die nähere Zukunft) pessimistisch, wird auch Deutschland (jedenfalls eine deutsche Regierung, die ihre Verantwortung wahrnimmt) ohne Bau von Grenzanlagen nicht auskommen können.

Franz Bettinger
4. Februar 2018 21:32

@nom de guerre:

Der Begriff Zaun ist nicht wörtlich zu verstehen. Zäune aus Draht sind eher schwache Mittel der Ausgrenzung. Sie sind noch am leichtesten zu überwinden. Gemeint ist: Wir brauchen, was wir früher auch hatten, die Möglichkeit zwischen Eigen und Fremd zu trennen. Das Mittelmeer ist unser wirksamster physikalischer Zaun. Ansonsten muss es zivilisatorische Zäune bzw. Hindernisse geben: Als erstes mal keine warme Suppe für Grenz-Ver-Brecher, sprich die Abschaffung des pervers gemütlichen, magnetisierenden Konglomerats an sozialer Rundum-Versorgung. Zweitens: eine harte Justiz und harte Strafen. Das wäre's eigentlich schon zu "Zäunen."

Wenn Ihr Gemüt - ganz abgesehen von Ihrem Verstand - durch die Verwendung von bis gestern noch akzeptierten und in sich sachlich vollkommen richtigen Begriffen wie Neger, Zigeuner und 180°-Wendung so sehr revoltiert, dass Sie es unterlassen, nach dem einzigen Strohalm (der AfD) zu greifen, den man Ihnen ins Grab hinab reicht, dann, ja dann - bin ich fassungslos.

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