11. Februar 2018

Sonntagsheld (48) – Für die Jungs.

Till-Lucas Wessels / 53 Kommentare

Manchmal ist es ein richtiger Krampf den richtigen Sonntagshelden zu finden – diesmal nicht.

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

  • Zwischen den ganzen Meldungen und Schlagzeilen, die einem medienaffinen Menschen tagein tagaus über den Bildschirm schwirren, verstecken sich immer mal wieder auch Geschichten, die es wert sind gelesen und weitererzählt zu werden.

    Das können Vorkommnisse sein, die sich direkt vor unserer Haustür abspielen, ohne, daß es uns groß aufgefallen ist; es können aber auch Berichte sein aus einer Welt, die uns Wohlbehüteten noch immer unfaßbar fremd ist.

    So ein Bericht war es, der vor wenigen Tagen meine Aufmerksamkeit auf das Schicksal des russischen Piloten Major Roman Filipov lenkte. Der 34-Jährige flog mit seinem Flügelmann einen Routineflug in der syrischen Provinz Idlib, als sie plötzlich unter Beschuß durch Luft-Boden-Raketen gerieten.

    Nachdem sein Flieger schwer getroffen wurde, befahl Filipov seinem Kameraden Sichtschutz in den Wolken zu suchen und betätigte den Schleudersitz. Noch während seines Fallschirmfluges wurde Filipov unter Beschuß genommen, direkt nach seiner Landung begannen die Angreifer ihn einzukreisen.

    Sein Kamerad hatte den Befehl des Major mißachtet und versuchte, seinem Kameraden Feuerschutz aus der Luft zu geben. Dieser hatte inzwischen zu seiner Pistole gegriffen und befand sich in einem hitzigen Feuergefecht mit den anrückenden islamistischen Milizen. Wie lange Filipov sich verteidigen konnte, ist nicht ganz klar, auf einem Video sieht man, was danach geschah.

    Als die Situation aussichtslos wurde – der Kampfpilot hatte inzwischen mindestens zwei Angreifer niedergeschossen, war inzwischen schwerverwundet und hatte vermutlich auch keine Munition mehr – nahm er eine Handgranate und sprengte sich mit dem beherzten Schlachtruf „Das ist für unsere Jungs!“ in die Luft.

    Durch einen Eilbeschluß ist dem Vater einer vierjährigen Tochter inzwischen der höchste russische Orden „Held der Russischen Föderation“ verliehen worden.

    So ein nüchterner Abriß der Ereignisse, das paßt eigentlich nicht in diese Kolumne. Aber was soll man über so einen Mann noch groß schreiben, wenn er mit seinen letzten Worten alles gesagt hat?

    Es bleibt einem eigentlich bloß, tief Luft zu holen, ernst zu nicken und alles daran zu setzen einer von den Jungs zu werden, für die Roman Filipov sein Leben gegeben hat.

    Kommentare (53)

    Der_Juergen
    11. Februar 2018 18:13

    Wir verneigen uns vor diesem echten Helden.

    Maxx
    11. Februar 2018 18:37

    Danke. Ein würdiger Held. Der Mann ist auch für uns gestorben. Jeder liquidierte Dschihadist kann nicht mehr in Deutschland "Schutz suchen".

    Franz Bettinger
    11. Februar 2018 18:42

    Herr Wessel, ich frage mal ganz vorsichtig und ignorant: Wo stammt diese Geschichte her? Die russischen Piloten tragen Pistolen und Handgranaten (nicht im Cockpit, nein sogar) am Körper? Wozu? Für Fälle wie diesen? Dass sie sich, wenn abgeschossen, am Boden verteidigen können? Echt? Wäre da eine Uzi oder eine ähnliche, leichte, präzise MP nicht wesentlich besser geeignet? Wer hat den letzten Schlachtruf "Das ist für unsere Jungs!" des tapferen Mannes gehört? Und wer hat ihn verstanden, da Major Filipov auf russisch (nehme ich an) rief? Die angreifenden Mudjahedin? Wenn dieser Bericht nicht auf SiN erscheinen würde, würde ich mehr als nur ein Fragezeichen dahinter machen. Gibt es einen Link zu diesem (wessen?) Video?

    Franz Bettinger
    11. Februar 2018 19:07

    Okay. Sorry für meinen Anfangszweifel. Habe das Beweis- Video gerade auf youtube aufgestöbert. Es erklärt einiges:
    https://www.youtube.com/watch?v=Ehh4If56iKE

    Seemann
    11. Februar 2018 21:14

    Was für ein heldenhafter Soldat. Man kann sich nur verneigen vor solch einen Mann. Seine Angehörigen können stolz auf ihn sein und werden ihn sicherlich nie vergessen.

    Westpreusse
    12. Februar 2018 09:24

    Till-Lucas Wessels ist ganz offensichtlich noch ein junger Mensch.
    Ob die anderen Kommentatoren auch jung sind, weiß ich nicht...

    Ich möchte als älterer Mensch, noch nicht uralt, aber zumindest mit einer Erinnerung, die bis in die Nachkriegszeit hineinrecht, doch zum Thema etwas sagen. Ich meine folgendes nicht abwertend, gebe aber zu bedenken:

    Wo kommt diese Lust und das Gefallen am heldenhaften Tod (anderer) eigentlich her?

    Major Roman Filipov hat, wenn es denn so war, eine starke Entscheidung getroffen. Kein Wenn und Aber...

    Andererseits: Als Kampfpilot, der aus relativ sicherer Distanz Gerät und Menschen attackiert, mußte er damit rechnen, daß ihm im Falle eines Abschusses, sofern er überlebte, Übles widerfahren würde...

    Ich glaube nicht, daß er, es klingt ja an (oben), auch meine Freiheit verteidigte. Er kämpfte für russische Interessen. Die Vorkommnisse im Vorderen Orient sind so verworren und unübersichtlich: Wer schaut da wirklich durch? Binnenkloppereien mit Einmischung fremder Mächte, die schier kein Ende nehmen. Und ein "informieren Sie sich mal", zieht bei mir nicht...

    Meine Hauptargumente gegen zumindest fragwürdiges Heldentum, allerdings ohne Schmälerung der Entscheidung des Majors:

    Im Westen aufgewachsen und sozialisiert, sind mir nach dem Kriege viele Soldaten und Offiziere der Wehrmacht, der Waffen SS (Deutsche und Ausländer, z.B. aus dem Baltikum) begegnet. Die waren einfach da. Man konnte mit ihnen reden. Sie wollten auch reden, sofern sie Vertrauen faßten...

    Krieg ist etwas Schreckliches. Es ist etwas anderes, ob man einen bewegten Kommentar von Till-Lucas Wessels und noch bewegtere Subkommentare liest oder aber einen face to face Bericht hört, wie das denn so ist, wenn...

    ---ein Kamerad einen Bauschschuß erhalten hat und man versucht, die Gedärme in den aufgeplatzten Leib zu stopfen...
    ---wie das denn so ist, wenn man mit dem Klappspaten im Nahkampf, das Weiße im Auge des Mitmenschen sehend, der mir zum Feind erklärt wurde, den Klappspaten, scharf geschliffen, seitlich zwischen Kopf und Schulter schlägt. Welch ein Gemetzel und welch ein letzter Blick...
    ---Wenn man, von der Führung verraten, sollten wir Deutsche besonders kennen und nie vergessen, in der letzten Schlacht, den die Wehrmacht und die Waffen SS sozusagen kämpfte, im Tal in Dien Bien Phu (Indochina) sich in den Boden krallt (Frühjahr 1954) und zusammen mit den französischen Kameraden weiß: Niemand wird uns zu Hilfe kommen. Wir werden zu Klump geschossen. Sehr eindrücklich mir erzählt von einem deutschen Fremdenlegionär...
    ---Wenn man, wie mir erzählt wurde, an der Ostfront Verwundete im Winter aus einem Kessel rausfliegt, das Flugzeug total überladen ist, und ausgezehrte Landser, die sich am Flugzeug draußen festkrallen, kraftlos ihre verfrorenen Hände öffnen und loslassen...
    ---Kreta auch: Wenn die Kameraden neben mir beim Absprung abgeknallt werden wie Flugenten.., usw. und so fort. DAS ist Krieg...

    Major Filipov hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder. Und nun?

    Ich kenne die Situation einiger russischer Veteranen aus dem Weltkrieg und aus den Kriegen danach. Allerdings nur aus Oblast Kaliningrad (Königsberg).: Ihr Leben ist erbärmlich. Eine schmale Zusatzrente, Reaktivierung an nationalen Feiertagen. Uniform und viele Orden, das war's...

    Vielleicht sollte man doch mal wieder lesen Ernst JÜNGER: In Stahlgewittern und Erich Maria REMARQUES Im Westen nichts Neues.
    Jünger und Remarque schätzten sich übrigens gegenseitig, unterhielten aber keine weiteren Kontakte...
    Und da gehört unbedingt hinzu, kaum bekannt, aber sehr bewegend: Hermann LÖNS, ja genau der, "Leben ist Sterben Werden Verderben, das verschollene Kriegstagebuch". Kiel 1986, 94 Seiten. Orion-Heimreiter. Ganz aufwendig recherchiert, bebildert. Sicherlich noch antiquarisch erhältlich... Das Tagebuch selbst: Es fängt erwartungsfroh an, geht dann aber in das blanke Entsetzen über. Das Ende: Tapfer, aber eben ein Ende...
    Sehr empfehlenswerte Lektüre!

    Erzähle mir niemand etwas über den Krieg. Kein Gemälde auf Goldgrund bitte. Und nein, Pazifist bin ich nicht. Ich würde einiges für Heimat und Vaterland tun. Das würde aber erst die konkrete Situation zeigen, in die ich hineingestellt wäre. .: Grüße von der Weichsel

    KlausD.
    12. Februar 2018 09:36

    Das hätte ich bei SiN dann so klar und offen nicht erwartet, zeigt sich hiermit doch eine eindeutige Positionierung. Bin positiv überrascht, vielen Dank Herr Wessels!

    Der Gehenkte
    12. Februar 2018 12:15

    @Westpreusse

    Nehmen Sie noch Henri Barbusse: "Das Feuer" hinzu.

    Und Arnold Zweig und Hans Carossa.

    Und Zola: "Der Zusammenbruch", Oscar Maria Graf: "Wir sind Gefangene", Stephen Crane: "The red badge of Courage", um zu begreifen - sofern Literatur das leisten kann - was Krieg ist und wie facettenreich.

    Und natürlich nicht zu vergessen: Hasek: "Schwejk" und ganz wichtig: Jonathan Littell: "Die Wohlgesinnten" ...

    Brettenbacher
    12. Februar 2018 13:01

    @Maxx

    " Ein würdiger Held. Der Mann ist auch für uns gestorben. Jeder liquidierte Dschihadist kann nicht mehr in Deutschland "Schutz suchen". "

    Major Roman Filipov war gewiss "ein würdiger Held".
    Ihr letzter Satz aber mag "würdig" einer fanatischen Killerbande sein. Ganz sicher ist er eine Schande für jeden Soldaten.

    Gruß und Dank an >Westpreusse< .

    Rafael Wedel
    12. Februar 2018 13:49

    Klugscheißer-Alarm:
    Boden-Luft-Raketen, nicht andersherum.

    Seemann
    12. Februar 2018 13:51

    @Westpreusse

    Wo kommt diese Lust und das Gefallen am heldenhaften Tod (anderer) eigentlich her? das hat nichts mit Lust zu tun sondern damit, dass wenn wir hier diese Leute nicht ehren, wer dann?
    Diese Taten dürfen nicht vergessen werden und ich finde es sehr gut, dass Herr Wessels darüber geschrieben hat. Mit Lust hat das wahrlich nichts zu tun.

    Hartwig aus LG8
    12. Februar 2018 14:09

    @ Westpreusse
    Die Welt ist wie sie ist - eine Welt voller Kriege und Kleinkriege. Manche werden mit Waffengewalt gefochten, andere bleiben im Stadium "der begrenzten Mittel"; Frieden ist Krieg unter Einschränkung der Mittel.
    Wenn man das gelten lässt, dann ist der Krieg der Normalfall. Und, natürlich, ist der Waffengang eine Angelegenheit voller Scheußlichkeiten - Sie führen die Beispiele selbst an. Das ist so und wird von uns nicht geändert werden können.
    Wessels ist gewiss ein sehr junger Mann. Er lebt in einem Land ohne Wehrpflicht und ohne schlagkräftige Armee, ohne Alarm und Schutzräume. Er lebt in einem Land, in dem zwar panisch Kernkraftwerke abgeschaltet werden, aber der Gedanke an das Unterschlüpfen unter den US-amerikanischen Atomwaffenschirm verdrängt wird*) - erlaubt dies doch weiterhin das Träumen des Traums von gefahrloser Wehrlosigkeit. In vergangenen Epochen waren Helden in aller Regel Soldaten, mindestens aber wehrhafte Männer voller Kraft und Mut. Wessels lebt in einer Zeit des zivilcouragierten "Helden"tums. Ich begrüße es, dass er wenigstens hin und wieder militärische Helden feiert ... auch wenn es nicht die eigenen sind.
    *) - alle Seiten des aufgezwungenen Vasallentums zu diskutieren, sollte hier nicht der Platz sein.

    Maxx
    12. Februar 2018 15:18

    Unter den beiden Dschihadisten, die Major Filipow mit den Tod genommen hat, hätte der nächste Anis Amri oder der nächste Mörder eurer Söhne, Neffen, Nachbarskinder oder vielleicht der nächste Vergewaltiger eurer Töchter sein können. Gut und gern würden sie vielleicht morgen in D. auf eure Kosten leben, euch verachten und verspotten, während Opa noch vom letzten großen Krieg erzählt und die Foristen ihrer moralischen Abscheu über das Töten der Leute Ausdruck verleihen, die selbst ohne mit der Wimper zu zucken euch Ungläubige bestialisch foltern und ermorden ...
    Ich würde gern etwas Geld für die Angehörigen von Major Roman Nikolajewitsch Filipow spenden ...

    Brettenbacher
    12. Februar 2018 16:11

    @ Maxx

    der "moralischen Abscheu über das Töten der Leute" hat welcher Forist "Ausdruck" verliehen ?
    Mindert es denn das unbestreitbare Heldentum des Majors Filipov, wenn wir seinen gefallenen Gegnern n i c h t
    die allerletzte Ehre abschneiden ?

    nom de guerre
    12. Februar 2018 16:14

    Ach Herr Wessels, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber irgendetwas stört mich an diesem Artikel, vermutlich ist es diese mir etwas naiv erscheinende Begeisterung für den Heldentod. Haben Sie eigentlich mal mit deutschen Kriegsteilnehmern gesprochen oder sind Sie dafür zu jung? Von denen, die mir vom Krieg erzählt oder aber sehr deutlich nicht (nicht nur mir gegenüber, sondern niemals) darüber gesprochen haben, hat sich jedenfalls keiner wie ein Held gefühlt und ich hatte auch bei keinem den Eindruck, dass er nicht froh war, wieder nach Hause gekommen zu sein, selbst wenn es mit einer kaputten Hand oder nur einem Bein war. Bei den anderen haben die hinterbliebenen Familien teuer dafür bezahlt und ich denke, auch bei diesem Major aus Russland hätte die vierjährige Tochter mehr davon gehabt, wenn sie ihren Vater hätte behalten dürfen, als von diesem posthum verliehenen Orden, den sie sich später mal an die Wand hängen kann. Die Tat dieses Mannes will ich keinesfalls schmälern, aber irgendwie hinterlässt es ein Geschmäckle, wenn sie in einer Reihe mit jungen Leuten genannt wird, die (durchaus lobenswert, aber wohl kaum vergleichbar) in nachgemachten NVA-Uniformen einen Hörsaal stürmen, um jemandem einen Heuchlerpreis zu verleihen.
    Außerdem stirbt in diesem Krieg in Syrien sicher niemand, auch wenn manche Kommentatoren das anders sehen, für „uns“. Man stirbt dort für geostrategische Interessen verschiedener Länder, für das Interesse eines Diktators, an der Macht zu bleiben oder aus religiöser Verblendung. Und wenn man Syrer ist, vielleicht auch noch dafür, nicht unter dem islamischen Staat leben zu müssen und den Diktator als das kleinere Übel in Kauf zu nehmen. Wie gesagt, was dieser Mann getan hat oder besser gesagt, wie er gestorben ist, hat sicher menschliche Größe und man kann es von mir aus auch als heldenhaft bezeichnen. An „uns“ wird er dabei aber nicht gedacht haben – warum sollte ein Russe das auch tun? Wenn wir verteidigt werden wollen, müssen wir das schon selber machen, statt nur mehr oder weniger zufällig davon zu profitieren, wie andere sich verhalten.

    PS: Unter den zahlreichen Büchern, die im Kommentarbereich genannt werden, ließe sich Gert Ledigs „Stalinorgel“ ergänzen. Das ist eine Wiederentdeckung aus den 90ern, die nach meiner Erinnerung die Kämpfe an der Ostfront sehr eindrücklich beschreibt.

    eike
    12. Februar 2018 17:36

    Erstaunlich wie einige Foristen meinen, uns über die Grausamkeit des Krieges belehren zu müssen, natürlich Kramer zitierend - der sich "Remarque" französisierte - und mit dem politisch korrekten Seitenhieb

    "von der Führung verraten, sollten wir Deutsche besonders kennen und nie vergessen..."

    Wenn man schon die Augen vor dem Feind verschließt, der im eigenen Lande steht und mordet und vergewaltigt, dann sollte man wenigstens nicht noch den Heldenverächter spielen, denn Figuren wie den Russen Filipov werden wir demnächst dringen brauchen.

    Der_Juergen
    12. Februar 2018 17:51

    @Der Gehenkte

    Ich möchte die Gebote der Höflichkeit ja nicht verletzen, aber dass Sie den frei erfundenen Schwachsinn des Jonathan Littell als "ganz wichtiges Kriegsbuch" preisen, empfinde ich als Zumutung. Mit Verlaub.

    @Westpreusse

    Danke für den Hinweis darauf, dass sich Jünger und Remarque gegenseitig schätzten.

    Obwohl mit Jünger sehr viel näher steht, sowohl als Schriftsteller als auch von seiner Denkart her, respektiere ich auch den linken Pazifisten Remarque in hohem Masse; ich muss ca. 15 gewesen sein, als ich "Im Westen nichts Neues" las, und empfand das Buch wie einen Donnerschlag.

    Bedeutende Persönlichkeiten wie Jünger und Remarque können einander trotz aller ideologischer Lichtjahre, die sie trennen mögen, mit Respekt begegnen.

    sokrates399
    12. Februar 2018 19:24

    @Westpreusse
    Ich möchte gar nicht die Frage berühren, ob Major Filipow ein militärischer Held ist. Gewiß ist er einer in dem Sinne, weil er für etwas Bewahrenswertes sich opferte. Er steht in der Tradition, in der Rußland sich gegen tschetschenische Terroristen verteidigte; das gleiche Rußland, das heute in Syrien als einzige Macht den IS wirklich bekämpft. Aber er ist mehr, und deshalb danke ich für den Hinweis auf die "Stahlgewitter": Filipow tritt in ein neues Heldentum ein, sein Kampf führt zum Kern des Seins hinab. Das Sein wird erlebt als das mannhafte Stehen und ist so – man verzeihe die Terminologie – ontologisch geschieden von den modernen Killern des Krieges, die ihn anonym von ihren digitalen Schaltpulten aus führen. Die Tat Filipows ist das antimoderne, überkommene „innere Erlebnis“, ein Eintreten in die Situation des Todes. Ein weiterer Roman, der das Versinken der Grenzen von Leben und Tod thematisiert, sei hier mit einem Zitat gestreift: „Die Komödie von Charleroi“ des „Faschisten“ Drieu La Rochelle, der sich nach der „Befreiung“ durch die Amerikaner 1945 das Leben nahm: „Dabei wußte ich doch, daß es keinen Unterschied gibt zwischen Leben und Tod, daß dieser, krachend von Gasgeschossen, genau so aktiv ist wie jenes und genauso laut … Alles, was in mir Denken ist, das heißt verdichtetes Leben, rebelliert gegen die Vorstellung des Nichts. Für mich ist der Tod nicht das Nichts, er ist die Fortsetzung des Lebens. Hölle und Paradies werden nie getrennt sein.“ Wer dies erkannt hat wie Major Filipow ist ein metaphysischer Held.

    Immer noch S.J.
    12. Februar 2018 19:57

    @Westpreusse
    Ihr Kommentar ist exzellent. Ich verstehe aber auch die Auswahl von Herrn Wessels. In einer Zeit, in der beinahe alles getan wird, um der Gesellschaft eine absurd anmutende Abscheu gegen jede Form von Aufopferung, Disziplin und Liebe zur Heimat einzuimpfen, während gleichzeitig in kaum zu übersehender Zahl Leute unterwegs sind, die mit den daraus resultierenden schwächlichen Gesellschaften Katz und Maus spielen, ist Orientierung nötig. Ich persönlich kann die Vorgänge in Syrien nicht übersehen und halte es mit Niklaus von Flüe: "Macht den Zaun nicht zu weit!" und der politische Ratschlag "Mischt Euch nicht in fremde Händel!" sind meiner Meinung nach zeitlos gültig. Unsere Jungs, um in der Sprache der Kolumne zu bleiben, sollten nicht für obskure Interessen irgendwo in der Welt verheizt werden, die uns nicht interessieren müssen. Hier in Deutschland sehen die Dinge anders aus, wie sich von selbst versteht.

    Urwinkel
    12. Februar 2018 20:02

    Mag sich ein kundiger Mitleser an eine simultane Übersetzung des Sanges wagen? Hiermit die YT-Vorlage, die mich rein musikalisch und punkiger zurücklässt als ein uniformer Death In Rome-Gesang. Link:

    https://www.youtube.com/watch?v=1ANSAh1Q_NE

    Blue Angel
    12. Februar 2018 21:55

    @Westpreusse und @nom de guerre:

    " Ich glaube nicht, daß er ...auch meine Freiheit verteidigte. Er kämpfte für russische Interessen" (Zitat von Westpreusse, dem sich nom de guerre sinngemäß angeschlossen hat).

    Natürlich verteidigen Soldaten wie der heldenhafte Roman Filipov auch Ihre und unsere Freiheit. - Wer denn sonst?

    Ginge es nach den Globalisten, wäre nicht nur Syrien inzwischen ein Kalifat, alle weiteren Länder, die ihre Kultur verteidigen (wie z. B. die Viségrad-Staaten) durch Repressionen eines EU-Imperiums (das durchzusetzen Frau Merkel nun sogar doch eine Minderheitenregierung zu akzeptieren bereit ist) gleichgeschaltet und das einzige Land, das noch, bzw. wieder stark genug ist, die globalistische NWO zu verhindern, längst in handliche, ausbeutbare Stücke filettiert.

    An Russland haben sie sich nicht nur die Zähne ausgebissen, es schickt sich jetzt auch an, Schutzmacht der wahren, europäischen Werte und Kulturen zu werden. - Die einzig glaubwürdige Schutzmacht, die Ethnopluralisten, NWO-Gegner und Befürworter des Erhalts souveräner Staaten haben.

    Wer der russischen Regierung mißtraut (wie z. B. ich als ich noch links war) sollte sich eventuell intensiver mit Geopolitik, z. B. bezüglich den Vorgängen der letzten Jahre in der Ukraine und in Syrien beschäftigen. - Wer das tut, dessen Respekt und Dankbarkeit gegenüber Russland verdrängen sehr bald die Reste propagandistisch oktryierter, anti-russischer Propaganda.

    Danke Herr Wessels für diese überaus passende Sonntagshelden-Wahl!

    Blue Angel
    12. Februar 2018 22:17

    Als ungebildeter Mensch, der in Erde statt Literaturquellen gräbt, bewundere ich oft die hier vertretenen Bildungshöhen.

    Auf der anderen Seite wundere ich mich oft über die - sogar hier- vertretene Vorstellung einiger Kommentatoren, der Luxus des moralischen Urteilens aus theoretischer Ferne sei ein bleibender: Der Krieg, der u. a. in Syrien geführt wird, ist kein "fremder" und "ferner": Seine Vorboten sind schon lange da, die Verlustzahlen (KIA und WIA) steigen mit jedem Tag weiter an.

    Glaubt tatsächlich noch jemand, Islamisten seien durch literarische Diskussionen aufzuhalten?

    Bücher können im Krieg oder Bürgerkrieg als Heiz- oder Dämmmaterial dienen, mit etwas Glück und guter Treffsicherheit läßt sich mit einem dickeren Kompendium vielleicht sogar ein einzelner Angreifer bewußtlos schlagen. Das wäre dann die letzte, praktische Bedeutung des Werks. Ob sein Verwender dadurch Zeit zur Flucht gewinnen kann, hängt von den Umständen ab.

    Der Krieg entzieht sich moralischer und theoretischer Bewertung durch seine Existenz.
    Wer meint, nichts Verteidigenswertes zu erkennen, nicht mal in Form seiner eigenen Menschenwürde oder der seiner Familie, mag weiter theoretisieren und ansonsten seinen Fatalismus pflegen.

    Alle anderen sollten sich vorbereiten: Z. B. mit Übungen in gezieltem Bücherwerfen oder (z. B. als Gärtner) in geschicktem Umgang mit dem Spaten.

    Eins sollte jeder vermeiden: Illusionen haben. Träumer haben wir hierzulande immer noch zu viele.

    RMH
    12. Februar 2018 22:27

    Ich sehe hier nichts Heldenhaftes, allenfalls etwas Tragisches. Der Mann hat seinen bezahlten job in einem Kleckern- statt- Klotzen- Krieg gemacht und es vorgezogen, den Moment des Exitus selber zu bestimmen, als es anderen zu überlassen, wie und wo und durch welchen Dreck auch immer gezogen der sichere Exitus eintreten wird. Schlimm für ihn und seine Angehörigen, aber er gab den Tod zuvor und hat ihn jetzt bekommen. Das die russische Propaganda aus diesem Verlust jetzt irgendeinen Heldenmythos stricken muss, ist nachvollziehbar, man hat ja noch andere Männer dort unten, die so etwas gut finden könnten und auch die eigenen Leute im eigenen Land können so besser an der Nase herum geführt werden.

    Na gut, ich bin - wie Westpreuße auch - noch mit den Kriegsteilnehmern und Vertriebenen groß geworden und da findet man an solch einem erbärmlichen Verrecken eben nichts, aber auch gar nichts heldenhaftes.

    Btw.: Mit was für Videos vertreiben sich hier manche eigentlich ihre Zeit? In was für einen Wahrnehmungstrichter stecken manche?
    Rege für viele an, einmal das Sehnsuchtsland Russland selber aktiv zu bereisen. Ich seh da wenig "Identitäres" ... aber evtl. gibt es ja auch einmal eine Leserreise nach Russland und da gewinnt man dann einen anderen Zugang, als wie man ihn als schnöder Geschäftsreisender bekommt.

    R.U
    12. Februar 2018 22:47

    Ich verstehe nicht wieso man sich am Interesse der jungen Männer für solche Taten stossen muss. Es ist doch normal, dass der sich für das grössere Ganze opfernde Einzelne als Vorbild dienen muss. Was nicht bedeutet, dass man zur Kriegsgeilheit getrimmt wird. Nur was soll ein deutscher junger Mann bei solchen Beispielen denken? Soll da Irgendwas mit Deeskalation und Stuhlkreis sein? Ja, sicherlich wird man selbst im Zweifel wahrscheinlich so nicht handeln, was aber eher für die russische Erziehung spricht. Diese Aktion mit der Handgranate, oder auch die Durchgabe der eigenen Koordinaten an die eigenen Artilleriestellungen sind Teil der ideologischen Erziehung und tragen halt regelmäßig Früchte.

    Die Alternative wäre sowieso der Tod gewesen, nur mit vorheriger Erniedrigung. Alles richtig gemacht, unabhängig von der Bewertung des konkreten Krieges.

    nom de guerre
    12. Februar 2018 22:51

    @ Blue Angel
    Ich misstraue Russland nicht, sondern vertraue darauf, dass die Russen ihre eigenen Interessen verfolgen. Diese können sich mit unseren überschneiden, müssen es aber nicht. Darin, das zu benennen, kann ich allerdings nichts Beleidigendes und auch kein Hereinfallen auf antirussische Propaganda (die in ihrer Plumpheit inzwischen peinlich ist) erkennen, schließlich ist es ganz normal, wenn Staaten bzw. Nationen primär für ihre eigenen Interessen eintreten. Außer bei uns, die wir seit einiger Zeit vergessen haben, dass es so etwas wie eigene nationale Interessen gibt...

    Der Gehenkte
    12. Februar 2018 23:20

    @ Der_Jürgen @ Jonathan Littell

    Sie haben insofern recht, als Littells Erzählung im Gegenteil zu den anderen sich nicht auf eigene Erfahrung stützt.

    Dennoch: Sein Meisterwerk ist zwar Fiktion aber nicht "frei erfunden", seine Recherchen sind weitgehend akkurat und unglaublich umfänglich; es gelingt ihm die Wiedergabe der institutionellen Verstrickungen bis in die Kapillargefäße und seine psychologische Durchleuchtung ist vollkommen überzeugend . Es gibt meines Wissens keine bessere Exemplifizierung, wie man "da hineingeraten" kann. Es ist eine Lehrstunde für alle Moralisten und eine Demutsübung, die jeder Mann im Leben einmal ausgeführt haben sollte.

    Das historische Pendant und "Beweis" kennen Sie als Experte sicher ebenfalls - auch wenn ich Ihre Meinung ahne: Christopher Browning: "Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen".

    Blue Angel
    13. Februar 2018 08:59

    @nom de guerre:

    "...schließlich ist es ganz normal, wenn Staaten bzw. Nationen primär für ihre eigenen Interessen eintreten. Außer bei uns, die wir seit einiger Zeit vergessen haben, dass es so etwas wie eigene nationale Interessen gibt..."

    Richtig: Weil viele von uns (nicht "wir" alle) vergessen haben, daß es eigene, nationale Interessen gibt, dürfen wir uns doch nicht moralisch über die stellen, die um ihre noch wissen.
    Die russischen Interessen sind nicht und können nicht deckungsgleich mit unseren sein. Es sind aber die, die unseren am nächsten sind, in Europa und global.

    Die russische Regierung und der m. E. größte Teil seiner Bevölkerung stehen auf derselben Seite, wenn es um Erhaltung (bzw. Rückgewinnung) staatlicher Souveränität, Rückkehr zu einem darauf beruhenden Völkerrecht und Erhaltung nationaler Kulturen geht.
    Russland ist der einzige, potentielle Verbündete, der diejenigen in Schach halten kann, die o. g. Prinzipien zugunsten ihrer angestrebten, globalen Allmacht auflösen wollen.
    Darum kämpfen seine Soldaten und Verbündeten auch für *uns*, was in diesem Fall heißt: Für alle, die sich der NWO nicht unterwerfen wollen.
    Daß und wie sie das tun, und dabei eben nicht nur eigene, nationale Interessen verteidigen, gibt nicht nur Anlaß zu Hochachtung und Dankbarkeit, sondern auch ein Vorbild ab, im Großen wie in vielen Einzelbeispielen.

    In einer idealen Welt gibt es keinen Krieg und nur Unbedachte sehnen ihn herbei. Die Wellen des hybriden Weltkriegs, der seit Jahren stattfindet, erreichen unsere verschlafene Insel aber schon. Sie plätschern nicht mehr sondern türmen sich auf und lassen sich nicht wegdiskutieren.

    Man wählt den Krieg nicht aus, er kommt über einen. Dann muß jeder entscheiden, ob er abtaucht oder standhält.
    Vielleicht gelingt es nicht, das eigene Dorf und Haus zu verteidigen. Mir gibt u. a. das Beispiel von Roman Filipov den Mut, es im Ernstfall wenigstens zu versuchen: Lever dod as slav.

    nom de guerre
    13. Februar 2018 11:37

    @ Blue Angel
    Vielleicht schreiben wir etwas aneinander vorbei – jedenfalls liegt es mir fern, mich in diesem Kontext moralisch über die Russen bzw. den toten Major zu stellen. Ich denke nur, dass Russland zwar derzeit (nicht gezielt, aber im Ergebnis) auch unsere Interessen verteidigt, so weit gehe ich mit Ihnen konform, aber dass es mit der gleichen Selbstverständlichkeit auch wieder gegen uns arbeiten würde, wenn dies seinen eigenen Interessen diente. Und deshalb müssen wir (also wir als Nation – das meinte ich mit „wir haben vergessen“) wieder anfangen, unsere eigenen Interessen zu vertreten, statt weiterhin so zu tun, als gäbe es gemeinsame Interessen mit der Außenpolitik der transatlantischen „Freunde und Verbündeten“ (wobei ich hiermit die Regierung Trump nicht bewerten möchte, da ich mir dabei nach wie vor unsicher bin, wohin die Reise geht). Denn Sie haben Recht, der Krieg (oder Vorstufen davon, also bürgerkriegsähnliche Zustände) kommt über einen, man sucht ihn sich nicht aus. Aber was das Verteidigen angeht: Sicher, man muss es wenigstens versuchen, schon aus Gründen der Selbstachtung, nur dazu, wie ich persönlich das machen sollte, bin ich überfragt. Mit dem Littell-Buch, das sich auch in meinem Regal befindet, könnte man gut werfen und vielleicht ein bisschen Kopfweh verursachen, dick genug ist es. Einen Spaten habe ich außerdem, sogar eine Axt und ein paar alte Mistgabeln. Was mir, wie den meisten anderen in diesem Land, fehlt, ist allerdings jegliche Erfahrung, wie man mit im weitesten Sinne unzivilisierten Situationen, die sich nicht dadurch lösen lassen, dass man die Polizei ruft, dauerhaft umgeht. Insofern wäre es vielleicht ganz gut, wenn es gar nicht erst so weit käme, und das kann man durch veränderte gesellschaftliche Weichenstellungen, die sich eben sehr wohl (nicht nur, aber auch) durch theoretische Diskussionen herbeiführen lassen, eventuell jetzt noch erreichen. So weit, dass Bücher nur als Heizmaterial taugen, sind wir m.E. jedenfalls noch nicht, zumal nach jedem Zusammenbruch auch wieder ein Neuanfang kommen muss.

    Blue Angel
    13. Februar 2018 15:27

    "So weit, dass Bücher nur als Heizmaterial taugen, sind wir m.E. jedenfalls noch nicht, "

    - Dahin kommen wir zum Glück auch nicht, nom de guerre. Was nicht heißt, daß man nicht darauf vorbereitet sein sollte, was nicht nur eine organisatorisch-praktische Frage ist sondern auch eine der inneren Einstellung...

    "...Was mir, wie den meisten anderen in diesem Land, fehlt, ist allerdings jegliche Erfahrung, wie man mit im weitesten Sinne unzivilisierten Situationen, die sich nicht dadurch lösen lassen, dass man die Polizei ruft, dauerhaft umgeht."

    - Damit fehlt den allermeisten sicher nicht nur die Erfahrung sondern auch die Bereitschaft. Es wurde und wird ja viel Mühe darauf verwandt, uns auch geistig zu entwaffnen. Da das weitgehend gelungen ist, kommt (zu) vielen schon der Gedanke an Selbstverteidigung wie ein Sakrileg vor. Die Indoktrination geht ja sogar so weit, die reine Idee eines Rechts auf Überleben und auf Schutz des Eigenen im Ansatz zu verunmöglichen bzw. mit Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen zu verknüpfen.

    Das empört mich. Darum äußere ich mich manchmal zu offensiv, wenn ich solchen Haltungen begegne (oder zu begegnen meine), wofür ich um Verzeihung bitte, sollte ein Mißverständnis die Ursache sein.

    Es gehört m. E. mit zum Schlimmsten, was man Menschen antun kann, wenn man sie zu Masochismus und Selbsthass erzieht. Um dieses verkrüppelnde Gift aus den Köpfen zu bekommen (auch aus dem eigenen) braucht es offensive Gegenmittel. Manchmal rhetorisch adäquat zu einer Ohrfeige, die man Ohnmächtigen verabreicht um sie zu Bewußtsein zu bringen. Auch zum Bewußtsein ihrer eigenen Stärke, die zu verkennen sie erzogen wurden.

    Was Russland betrifft sehe ich da eine sehr große Geduld gegenüber Deutschland und mehr Verständnis als zumindest unsere Regierung verdient, die unter vorgeblich verschiedenen Parteien seit Jahrzehnten Russland in´s Gesicht spuckt.

    RMH
    13. Februar 2018 15:45

    "die unter vorgeblich verschiedenen Parteien seit Jahrzehnten Russland in´s Gesicht spuckt."

    Geht´s zur Abwechslung mal `ne Nummer kleiner? Man frägt sich sonst bei solch übertriebenen und daneben liegenden Statements unweigerlich, ob sie Sie Geld für Ihre Schreiberaktivitäten bekommen ... ^^

    Das Relikt
    13. Februar 2018 15:58

    Krieg, insbesondere der auf der anderen Seite des Erdballs, ist im Optimalfall eine Sache für überschüssige, kinderlose Männer. Wenn ein Volk seine Väter für sowas rausschickt, ist das schon pathologisch. Väter sollten ihre Familien nähren und führen, das ist ihr Opfer. Wir Deutschen sollten wissen dass eine väterlose Generation mehr Verheerung anrichtet, als jeder Schlachtensieg ausgleichen könnte und das Demograhphie ein rachsüchtiger Gott ist.

    Ob der Major für unsere Interessen gefallen ist, weiß ich nicht. Wenn, dann war das ein Kollateralnutzen. Für die Interessen der Russen wird er auch kaum gefallen sein, sicherlich aber für die Interessen der "Russen".

    Während russiche Männer, die bereits eine aussterbende Art sind, in Wüsten verheizt werden, machen zuhause tschetschenische und georgische Gangster das Buisness. Manche der russischen Mädchen, die sie versklaven, hatten vielleicht auch einen Heldenvater. Lebend, verantwortungsbewusst und vor allem vor Ort wäre er sinnvoller gewesen.

    Nicht nur die Russen, sondern alle weißen Völker sind von einer absurden Fehlallokation ihres wehrhaften Potentials betroffen. Die besten Männer sterben für fremde Wüstenstämme, während in der Heimat Viertel für Viertel und Dorf für Dorf verloren geht. In der Regel noch nicht mal durch Verdrängung, sondern durch eigenes, eigenverantwortliches Aussterben.

    Wenn wir an den Hebeln sind, könnten wir feststellen, dass die Hebel nichts mehr bewegen, weil sie nirgendwo mehr hinführen.

    christoph michael
    13. Februar 2018 17:53

    ...selbstverständlich wird diese letzten Minuten eines außergewöhnlichen Mannes in all den ach so korrekten Medien so gut wie totgeschwiegen. Es könnte sich ja jemand an den verschollenen Kampf- und Widerstandsgeist des weichgespülten deutschen Mannes erinnern, möglicherweise mit Folgen...

    Weltversteher
    13. Februar 2018 18:29

    Wenn ich jetzt "Gewaltspirale" sage, dann schaltet wahrscheinlich schon der eine oder andere ab. Wer, als Konservativer, nur die Perpetuierung der "ewigen" Naturkonstanten zum Maß seiner Politik macht, wird die Eskalation, von der hier sekundär die Rede ist, auch zwangsläufig finden.

    Es klang ja hier schon mal an, daß wir unser Barbarentum zugunsten neuer Daseinsmöglichkeiten zurückgebildet hätten. Worin wollen wir denn, angesichts der Nivellierung der Alltagsgebräuche, sonst etwas "Identitäres" sehen, wenn nicht in solchen Dingen? Dingen, die uns als Mitteleuropäern, und mehr noch als Deutschen, besonders zu eigen sind!
    Es ist nicht zuletzt ein Anliegen der Globalisierungsgewinner, uns auf das Wesensniveau der Barbaren herunterzudämpfen und die Kulturimpulse, die von uns aus die Welt gestalten und veredeln können, zu vereiteln.

    Natürlich ist es infam, daß uns unsere Erzieher in jeder Form zum Neutrum machen wollen. Es wäre aber nur in ihrem Sinne, daraus allein eine starke Gegenbewegung zu entfalten und unsere eigentlichen Anliegen zu vergessen. Wir sind verantwortlich für unsere Gedanken. Denn sie werden Wirklichkeit.

    Max
    13. Februar 2018 21:59

    @Rellikt "Für die Interessen der Russen wird er auch kaum gefallen sein"

    Doch, ist er. Es ist vielleicht hier in Deutschland nicht so klar, aber die gesamte Förderung des islamischen Terrorismus durch die USA hat ganz konkret auch Russland im Visir.

    Dort gibt es ja eine riesige Menge Moslems, der Islam gehört wirklich zu Russland dazu - und das hat Putin auch mal ganz demonstrativ gesagt, bei der Einweihung einer Moschee in Moskau.

    Und in Syrien gibt es auch massenweise russischsprachige Terroristen. Tschetschenen vor allem, aber auch genug andere.

    Was die Russen in Syrien machen, ist, mit wenigen Flugzeugen und mit syrischen Fußtruppen Terroristen zu beseitigen, die sie sonst ein paar Jahre später in Russland bekämpfen müssten.

    Lotta Vorbeck
    14. Februar 2018 07:41

    @Brettenbacher - 12. Februar 2018 - 04:11 PM

    Mindert es denn das unbestreitbare Heldentum des Majors Filipov, wenn wir seinen gefallenen Gegnern n i c h t
    die allerletzte Ehre abschneiden ?

    _________________________________

    Für wen sollte die vermeintliche Ehre irgendwelcher Al-Nursa-Terroristen von Belang sein?

    Lotta Vorbeck
    14. Februar 2018 07:57

    @RMH - 13. Februar 2018 - 03:45PM
    "die unter vorgeblich verschiedenen Parteien seit Jahrzehnten Russland in´s Gesicht spuckt."

    Geht´s zur Abwechslung mal `ne Nummer kleiner? Man frägt sich sonst bei solch übertriebenen und daneben liegenden Statements unweigerlich, ob sie Sie Geld für Ihre Schreiberaktivitäten bekommen ... ^^

    _____________________________________

    Um das grandiose Schurkenstück ein wenig zu rekapitulieren, welches - erst wenige Jahre zurückliegend - maßgeblich befeuert von der Konrad-Adenauer-Stiftung in der weichen russischen Flanke, gleichsam hinter den Karpaten auf dem Kiewer Majdan inszeniert worden ist, bedarf es lediglich ein paar Mausklicks.

    Bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Wonne den Russen ans Bein pissen, nach Sanktionen kreischen und gleichzeitig von denselben Russen mit Erdgas beliefert werden wollen, tja das ist dann wohl die ganz Hohe Schule in Sachen bundesregierugsamtlich-elitärer BRD-Staatskunst.

    Der_Juergen
    14. Februar 2018 08:56

    @RMH

    Einem prorussischen Kommentator zu unterstellen, er bekomme für seine Beiträge Geld aus Moskau, ist ein Griff in die unterste Schublade und Ihrer, lieber RMH, nicht würdig.

    Da ich 15 Jahre lang in Russland gelebt habe, erachte ich mich als befugt, mich zu diesem Thema zu äussern. Sie haben nicht in allem unrecht; wenn Sie z. B. schreiben, es gebe in Russland "herzlich wenig Identitäres", so hat das schon einen dicken wahren Kern. Beispielsweise sind die Abtreibungsraten, obgleich gesunken, immer noch exorbitant hoch (ganz zu schweigen davon, dass es in einem wirklich identitären Land gar keine Abtreibung gäbe, von den hier früher schon erörterten Ausnahmen abgesehen).

    Der Materialismus treibt auch in Russland üppige Sumpfblüten, und die Korruption grassiert trotz einiger energischen Massnahmen in den letzten Jahren immer noch.

    Das Problem der russischen Führungsspitze ist das Fehlen einer einigenden Ideologie. Die orthodoxe Kirche wird nach Kräften gefördert, aber Tatsache ist, dass nur ein sehr geringer Teil der Russen regelmässig den Gottesdienst besucht. Deshalb wird seit geraumer Zeit versucht, den Sieg im Zweiten Weltkrieg zum ideologischen Fundament des Staates zu machen. Dies erklärt die Heroisierung Stalins (dessen Verbrechen übrigens durchaus nicht verschwiegen werden; zu diesem Thema gibt es immer wieder Fernsehsendungen und Zeitungsberichte); es erklärt auch die Geschichtsfälschung, die begangen wird, indem man der UdSSR die Rolle der "Befreierin" Osteuropas andichtet. Die Rumänen, Ungarn, Balten und vor allem natürlich die Ostdeutschen haben diese "Befreiung" nicht gerade als solche erlebt...

    Dass die Russen stolz auf den Opfermut ihrer Soldaten und ihrer Zivilbevölkerung sind und ihre Toten ehren, ist eine Selbstverständlichkeit, zumindest in einem geistig gesunden Land.

    Doch all dies, wiewohl wichtig, hat eigentlich gar nichts mit der Frage unseres Verhältnisses zu Russland zu tun. Selbst wenn Putin persönlich hinter den Morden an Oppositionellen wie Nemzow stünde (und ich bin absolut überzeugt, dass er nichts damit zu tun hatte; er ist viel zu intelligent, um nicht zu begreifen, wie sehr diese dem Ansehen Russlands schaden), wäre das für mich nicht der geringste Grund, von meiner prorussischen Haltung abzurücken.

    Hier geht es nicht um Sympathie. Es geht um Interessen, und die russischen Interessen stimmen mit den deutschen Interessen (die von Merkel und ihrer Bande nicht VERTRETEN, sondern mit Füssen GETRETEN werden) überein. Russland ist neben China das einzige ernsthafte Hindernis für die One-World-Gangster. Deutschland hat von Russland nichts zu befürchten und viel zu erhoffen.

    Nicht umsonst hat der Globalist George Friedman in einer Rede, die man leicht im Netz findet, die Verhinderung einer deutsch-russischen Annäherung als zentrale Aufgabe der USA bezeichnet. Dasselbe schrieb bekanntlich Brzezinski in seinem atemberaubend offenen Buch "Das Grosse Schachbrett".

    Eine antirussische Position zu beziehen, ist für einen deutschen Patrioten absolut unverantwortlich und stellt seiner Intelligenz ein betrübliches Zeugnis aus. Überlassen wir das Russland- und Putin-Bashing also dem Herrn Richard Herzinger von der "Welt" und den Berufslügnern von der Bildzeitung, die für ihre Schmierereien in der Tat bezahlt werden.

    Allerdings nicht vom Kreml.

    KlausD.
    14. Februar 2018 09:01

    RMH 13. Februar 2018 15:45
    " Geht´s zur Abwechslung mal `ne Nummer kleiner? "
    Nein, geht´s nicht! Was wahr ist, kann zur Verdeutlichung auch mal drastisch ausgedrückt werden. Außerdem spuckt die Bundesregierung nicht nur Rußland ins Gesicht (z.B. Bundeswehr unmittelbar an der russischen Grenze), sondern auch dem deutschen Volk (z.B. Grenzöffnung) sowie der deutschen Wirtschaft (z.B. Rußlandsanktionen).

    RMH
    14. Februar 2018 09:49

    "tja das ist dann wohl die ganz Hohe Schule in Sachen bundesregierugsamtlich-elitärer BRD-Staatskunst."

    Und dazu gehören immerhin noch 2. Den Russen scheint unser Geld für die Rohstoffe nach wie vor gut zu schmecken und die paar Sanktionen sind eher im Bereich der Symbolpolitik einzustufen.

    Was die neue Rechte in Teilen (nicht alle!) ernsthaft unglaubwürdig macht (nicht nur für mich - ich habe ja auch noch ein Leben außerhalb dieses Forums und maße mir daher diese Einschätzung an), ist diese seltsame Empörung darüber, dass der Vasall Deutschland Vasall ist und nicht Russland bei jeder Gelegenheit in den Allerwertesten kriecht. Hinzukommt, dass zu vieles einfach fast eins zu eins von entsprechenden, russischen Propagandakanälen übernommen wird, erkennbar u.a. dann an einem gewissen "cui bono"- Geraune und einem Fingerzeigen auf Kindergartenniveau, "aber die bösen Amis (zum Glück hat man sich auf diesen Seiten den NPD-Neusprech "VSA" weitestgehend abgewöhnt), die fiese Nato, die schreckliche EU haben doch auch ..." etc., als ob man klauen darf, nur weil alle anderen das auch getan haben. Ich will das an dieser Stelle nicht vertiefen. Mein Misstrauen gegenüber Russland hat Ursach, genau so, wie ich nicht blind einen Trump oder anderes aus den USA abfeiere. Beide Länder verfolgen konsequent ihre eigenen, imperialen Interessen, sind beide dabei kaum einen Deut besser als der jeweils andere und beiden ist Deutschland letztlich immer egal und bestenfalls als Figur auf dem Schachbrett tauglich. Aber immer wieder wird fast schon verzweifelt eine deutsch-russische Freundschaft bemüht oder herbeigeredet, die schon nicht ernsthaft existent war, als sie noch Teil der offiziellen Staatsdoktrin eines Teiles unseres Landes war. Deutschland muss sich wie Münchhausen am eigenen Schopf aus seinem Sumpf ziehen oder bleibt darin. Die Russen sind keine weißen Ritter.

    Und wie ich oben schon geschrieben habe: Einfach mal selber konkrete Erfahrungen mit diesem Menschenschlag machen, insbesondere im geschäftlichen Bereich. Nicht umsonst verlangen wir aufgrund leidvoller Erfahrung von diesem Kundenkreis immer mindestens 120% Vorkasse, wenn er - nach all dem versuchten Eingeseife, der seltsamen Art, ständig irgendetwas cash außerhalb der Bücher laufen lassen zu wollen, um so dann wieder Druckmittel im Fall der Fälle haben zu können, dem Erschleichen von Leistungen und der Zahlungsprellerei etc. - überhaupt noch bedient wird.

    RMH
    14. Februar 2018 10:29

    @Der_Juergen,

    ich habe hier keinem Lohnschreiberei unterstellt, lediglich darauf hingewiesen, dass der Eindruck entstehen kann. Aber auf "ins Gesicht spucken" darf es schon mal etwas derber sein, oder?

    Wie auch immer, der erwähnte Punkt, dass es um Interessen geht, ist 100% korrekt. Nur sollte man im Spiel der Interessen nicht denken, dass einem irgendetwas geschenkt wird oder man Vorschuss-Sympathien von irgendeiner Seite bekommt. Ich sehe hier nur die Gefahr von Vorschuss-Sympathien von deutscher, rechter Seite, die nicht einmal ansatzweise das einfahren werden, was sie bezwecken sollen. Eine uneigennützige, selbstlose "Entwicklungshilfe" werden wir von Niemanden bekommen.
    Übrigens: Selbstbewusstes Auftreten wird gerade von den Russen durchaus geschätzt, so meine Erfahrung, solange man dabei nicht überheblich wird (wobei die Karte "überheblicher Deutscher" wiederum nur allzu gerne gespielt, um hier ein Nachgeben oder Ähnliches damit zu erreichen - nicht einfach, das ganze ...).

    KlausD.
    14. Februar 2018 11:15

    @RMH 14. Februar 2018 09:49
    "... konkrete Erfahrungen mit diesem Menschenschlag machen, insbesondere im geschäftlichen Bereich ..."
    Frage: Was hat das mit Roman Filipow zu tun und mit Rußlands Kampf gegen den Terrorismus?
    Andererseits - In einem mir bekannten deutschen Unternehmen hat man sich bei der Anbahnung von US-amerikanischen Geschäftskontakten (Verträge ausarbeiten/prüfen) juristischen Beistand geholt. Der Anwalt meinte nur lapidar: Mit den Amis macht man am besten keine Verträge ...

    Blue Angel
    14. Februar 2018 11:42

    Erstmal Dank an die Kommentatoren, die die Rolle Russlands ähnlich sehen wie ich. - Das Eingehen auf unterstellte "Bezahlung" für´s Kommentieren brauche ich dadurch nicht nochmal ansprechen.

    Aufgrund der Geschichte eines Teils der Familie, der in Westdeutschland üblichen, frühkindlichen Indoktrination vom "bösen Russen" und einigen weiteren Gründen war meine Haltung gegenüber Russland (wie sicher die der misten Deutschen) indifferent bis leicht negativ.

    Das hat sich, wie schon geschrieben und sicher ebenfalls exemplarisch, erst durch die nähere Beschäftigung mit dem Ukraine-Thema und der Frage danach, was in Syrien wirklich los ist, grundlegend geändert.

    Inzwischen beteilige ich mich(im Rahmen der Möglichkeiten, also nur ein bißchen) an einem Projekt auf der Krim und stehe im Austausch mit Russen und Russischstämmigen, die dieselben (idealistischen, nicht-politischen) Interessen haben. Einige davon sind zu Freunden geworden, die auch sehr offen über manche Zustände dort berichten, die noch Verbesserungsbedarf haben.

    Gemeinsam ist allen, die ich bisher kennenlernen konnte, eine selbstverständliche Liebe zu ihrem Land, die mir so zum ersten mal begegnet ist. Das Elend der Jelzin-Jahre und der Herrschaft des IWF stehen den Leuten noch bildhaft vor Augen bzw. wurden den Jüngeren eindringlich vermittelt. Sie wissen genau, wer ihre Feinde sind und halten gegen Versuche der Re-Kolonialisierung zusammen, egal, welche Sanktionen noch folgen oder was sonst passiert.

    Sehr viele Deutsche dagegen wissen immer noch nicht, wer ihr Land zerstören und auflösen will. Es lernen aber täglich mehr von ihnen und diese werden auf keinen Fall noch Parteien wählen oder Bewegungen unterstützen, die, in welcher Form auch immer, Zerstörung und Auflösung vorantreiben helfen.

    Der Entschluß, sich den Neuen Rechten anzuschließen, war (sicher nicht nur) in meinem Fall maßgeblich auch darin begründet, daß es sich dabei (zumindest überwiegend) um Leute handelt, die erkannt haben, von wo die Zerstörung kommt und wo zumindest freundliche Neutralität begründet zu erhoffen ist.

    Ja, wir müssen uns selbst "an den Haaren aus dem Sumpf ziehen". Wer aber den Sumpf nicht mal erkennt, in dem er zu versinken droht, für den besteht keine Hoffnung auf Rettung.
    Wir leben in einer Zeit, in der es m. E. genauso wichtig ist, geopolitische Entwicklungen aufmerksam zu beobachten wie innenpolitische. Um grundlegende Muster zu sehen, ist es oft hilfreich, einen Blickpunkt zu wählen, der nicht nur das Regionale umfasst sondern auch das weiter Entfernte. Zumindest kann ich das nur jedem an´s Herz legen.

    KlausD.
    14. Februar 2018 12:10

    @Blue Angel 13. Februar 2018 08:59

    "Die russische Regierung und der m. E. größte Teil seiner Bevölkerung stehen auf derselben Seite, wenn es um Erhaltung (bzw. Rückgewinnung) staatlicher Souveränität, Rückkehr zu einem darauf beruhenden Völkerrecht und Erhaltung nationaler Kulturen geht.
    Russland ist der einzige, potentielle Verbündete, der diejenigen in Schach halten kann, die o. g. Prinzipien zugunsten ihrer angestrebten, globalen Allmacht auflösen wollen.
    Darum kämpfen seine Soldaten und Verbündeten auch für *uns* ..."

    Genau das ist der Punkt! Und deshalb ehren wir an dieser Stelle Roman Filipow.
    Und erinnern uns dabei mit Stolz und stiller Wehmut auch an deutsche Helden (eine Auswahl siehe hier https://www.compact-online.de/compact-umfrage-wer-ist-ihr-lieblingsheld-in-der-deutschen-geschichte/).

    RMH
    14. Februar 2018 13:12

    "Mit den Amis macht man am besten keine Verträge ..."

    Überraschung: das war früher auch gar nicht nötig, insbesondere, wenn man es mit Leuten aus dem Süden zu tun hatte, da wurden noch per Handschlag verlässlich Geschäfte in einer Größenordnung gemacht, wo in Deutschland schon längst immer die Rechtsabteilung zwingend eingeschaltet wurde und wo die Amis dann schon die Augen rollten ("Germans .."). Mittlerweile natürlich komplett anders geworden - ohne juristische Prüfung geht nichts mehr (eigentlich weltweilt ist das so). Nur um noch ein letztes mal meine Position klar zu stellen: Kritisiere ich Russland und warne ich vor jedweder Naivität im Umgang mit dieser großen Nation, dann bedeutet das im Umkehrschluss noch lange nicht, dass man deswegen alles aus USA etc. bedenkenlos abwinkt - aber genau so laufen die Diskussionen leider viel zu oft. Wagt man es, etwas gegen den großen Europäer Putin zu sagen, dann ist man selbstredend am besten gleich im Lager der Globalisten rund um Soros & Co einzuordnen. Genau hier frage ich dann: "Geht´s auch mal ne Nummer kleiner?"

    Ich plädiere für eine neutrale, kritische Haltung gegen jedes andere Land - Deutschland hat keine Freunde, nicht einmal auf Österreich ist zwingend Verlass. Das sollte die nüchterne Ausgangslage sein. Deutschland könnte hingegen gute Beziehungen zu allen Ländern aufbauen, die ehem. KuK-Gebiet waren, hier sehe ich gute Chancen. Auch das, was heutzutage als Visegrad-Staaten bezeichnet wird (und große Deckungsgleiche mit KuK-Ländern hat), sind natürliche Nachbarländer Deutschlands und all diese Länder haben keinen besonders guten Draht zu Russland. Das gilt es auch zu bedenken, wenn man zu sehr auf Russland setzt. Man sieht es doch bereits jetzt sehr deutlich an Polen: Kaum kommt irgendeine Pipeline mit Russland quer durch die Ostsee zustande, schon klingeln dort die alle Alarmglocken (wenn auch zu Unrecht - Leider scheint PiS hier nicht besser zu sein, als ihre Vorgänger, im Gegenteil, das Polen gut daran tun würde, gerade die Beziehungen zu Weißrussland/ Russland und Deutschland zu verbessern, scheint nicht auf der Agenda zu stehen).

    Wie auch immer, um den Kreis zum Thema zu schließen: Warum sollten wir einen russischen Piloten, der seinen Job gemacht hat und dessen Familie jetzt sicherlich - wie andere Soldatenfamilien weltweit auch - "üppig versorgt" dasteht (Achtung, Ironie), als Helden sehen?

    Kann ich eben bis jetzt nicht einmal ansatzweise nachvollziehen - noch nicht einmal von einem soldatischen Standpunkt aus.

    Maxx
    14. Februar 2018 14:31

    @RMH, aber Major Filipow ist doch weit über das hinausgegangen, was man bei uns gemeinhin als "seinen Job machen" bezeichnet. Er hätte auch ehrenvoll kapitulieren und (vergeblich) auf Gnade hoffen können ... Wofür hätten wir uns entschieden? Bin selbst unschlüssig (habe selbst vier Jahre in NVA gedient), und ich bewundere/respektiere Filipows Entscheidung.
    US-Pilot Eugene Hasenfus, 1986 über Nikaragua abgeschossen, der sich widerstandslos gefangennehmen, (CIA)-Dokumente abnehmen u. sich vor den TV-Kameras der Weltöffentlichkeit vorführen ließ, hat z. B. nur seinen Job gemacht ...
    Danke auch an @Blue Angel, Juergen und alle anderen Kommentatoren ...

    Maxx
    14. Februar 2018 14:40

    Nachtrag: Nach meinem Empfinden sind es Leute wie Filipow, die über sich hinauswachsen und eben den Unterschied machen ... Heißt ja nicht, dass es solche Leute (anderswo) oder bei uns nicht gäbe ... aber im Ernstfall - gebe ich zu - würd' ich mich mit einem Waffenbruder vom Schlage eines Filipow an unserer Seite besser fühlen ...

    KlausD.
    14. Februar 2018 14:43

    @RMH
    "Geht´s auch mal ne Nummer kleiner?"
    Nein. Sie haben die Zeichen der Zeit (noch) nicht erkannt, hier gilt es sich zu positionieren.

    "... dessen Familie jetzt sicherlich ..."üppig versorgt" dasteht (Achtung, Ironie) ..."
    Das ist keine Ironie sondern Zynismus.

    "... den Kreis zum Thema zu schließen ..."
    Sie können den Kreis zum Thema nicht schließen, denn Sie drehen sich selbst im Kreis, guter RMH.

    Cacatum non est pictum
    14. Februar 2018 22:32

    Bei geopolitischen Analysen sollte man sich als Laie Zurückhaltung auferlegen. Niemand von uns blickt auch nur annähernd hinter die Kulissen der Macht und weiß, was dort im einzelnen gespielt wird. Eines ist sicher: Um die Interessen der jeweiligen Völker geht es fast nie. Daher würde ich nicht nur die gänzlich freimaurerisch durchseuchte Außenpolitik Politik Großbritanniens und der USA - ein Tandem seit jeher, das meines Erachtens vor allem die Interessen der angloamerikanischen Hochfinanz bedient - kritisch beäugen, sondern auch die russische. Die Vernetzung der politischen Nomenklatura in Moskau mit dubiosen Oligarchen, Geheimdienstleuten und der organisierten Kriminalität ist legendär. Das stärkt nicht eben mein Vertrauen in außenpolitische Entscheidungen der russischen Regierung.

    Ideal wäre es, Deutschland als souveränen geopolitischen Akteur zu reinstallieren. Dann würde es klugen patriotischen Staatsmännern obliegen, eine ausbalancierte Diplomatie Bismarckscher Prägung zu pflegen, mit der die Beziehungen zu unseren Anrainerstaaten und auch zu Rußland wieder auf ein solides Fundament gestellt werden können. Die unsägliche vasallentreue Westbindung wäre zu lösen, bevor sie uns endgültig ins Verderben reißt.

    Ich weiß: Das ist nur ein kühner Tagtraum. Dem politisch souveränen, einflußreichen Deutschland - das ehedem größte verbliebene Hindernis auf dem Weg zu einer Weltregierung - hat man in zwei Weltkriegen den Stecker gezogen. Von Rachsucht getrieben, hat man es nicht nur militärisch niedergerungen (und fortan zu einem imperialistischen Anhängsel und Werkzeug degradiert), sondern in einem historisch beispiellosen Zerstörungsakt auch noch den größten Teil seiner Innenstädte mitsamt ihrem kulturellen Erbe eingeebnet, und zwar ohne jede militärische Notwendigkeit.

    Die heutigen Deutschen glauben leider mehrheitlich, daß ihre Vorfahren im Wege dieser mephistophelischen Vernichtungsorgie "befreit" worden sind. Dieses Märchen wird ihnen ja auch in der Schule und von den gelenkten Medien ständig eingebleut. Und so setzt man immer noch auf die transatlantischen Verbündeten, die man als Freunde und Partner betrachtet, ohne zu erkennen, daß man von ihnen nur als willfähriges Instrument ihrer Geopolitik benutzt wird. Diese Lageverkennung ist von einem Ausmaß, daß ich nicht weiß, ob es noch jemals eine eigenständige Politik im Interesse des deutschen Volkes geben wird.

    Blue Angel
    15. Februar 2018 00:10

    @cacatum non est pictum:

    "Ideal wäre es, Deutschland als souveränen geopolitischen Akteur zu reinstallieren. Dann würde es klugen patriotischen Staatsmännern obliegen, eine ausbalancierte Diplomatie Bismarckscher Prägung zu pflegen, mit der die Beziehungen zu unseren Anrainerstaaten und auch zu Rußland wieder auf ein solides Fundament gestellt werden können. Die unsägliche vasallentreue Westbindung wäre zu lösen, bevor sie uns endgültig ins Verderben reißt."

    - So soll es sein.

    "Bei geopolitischen Analysen sollte man sich als Laie Zurückhaltung auferlegen"

    - Man kann aber auch als Laie herausfinden, welche Analysen gut (also zutreffend) sind und welche nicht: Vergleicht man über einen längeren Zeitraum die früheren Aussagen verschiedener Analysten mit den später tatsächlich eingetroffenen Ereignissen, Stuationen und Entwicklungen, trennt sich die Spreu vom Weizen bzw. möchte-gern-"Analysten" von echten.

    Einer, den ich seit ca. zwei Jahren regelmäßig lese (Analitik) liegt sehr oft richtig. Von ihm stammt der wichtige Hinweis, u. a. Politiker nicht nach dem zu beurteilen, was sie sagen, sondern an den Auswirkungen ihres Handelns.

    Das ist der Maßstab unter dem ich u. a. die Politik der russischen Regierung beurteile und danach ist sie richtig und vertrauenswürdig: In globalpolitischer, rechtlicher, militärischer und diplomatischer Hinsicht (und insbesondere in der Kombination dieser Aspekte) kann man sie m. E. als eine erfolgreiche Symbiose von "Meta-Schach" mit "Meta-Judo" gegen die NWO bezeichnen.

    Auch ohne die Details näher zu betrachten, reicht für diese Einschätzung doch schon der Vergleich mit der geopolitischen Situation von vor ca. zwei Jahren mit der heutigen. Sogar die deutschen Sedierungsindustrie-Medien kommen inzwischen nicht mehr umhin, den immensen Machtverlust der Globalisten zu konstatieren. Deren Gejammer und Gekreische darüber sollte Musik in unser ALLER Ohren sein.

    Lotta Vorbeck
    15. Februar 2018 00:57

    @Cacatum non est pictum - 14. Februar 2018 - 10:32 PM

    "... Dem politisch souveränen, einflußreichen Deutschland - das ehedem größte verbliebene Hindernis auf dem Weg zu einer Weltregierung - hat man in zwei Weltkriegen den Stecker gezogen. Von Rachsucht getrieben, hat man es nicht nur militärisch niedergerungen (und fortan zu einem imperialistischen Anhängsel und Werkzeug degradiert), sondern in einem historisch beispiellosen Zerstörungsakt auch noch den größten Teil seiner Innenstädte mitsamt ihrem kulturellen Erbe eingeebnet, und zwar ohne jede militärische Notwendigkeit.

    Die heutigen Deutschen glauben leider mehrheitlich, daß ihre Vorfahren im Wege dieser mephistophelischen Vernichtungsorgie "befreit" worden sind. Dieses Märchen wird ihnen ja auch in der Schule und von den gelenkten Medien ständig eingebleut. Und so setzt man immer noch auf die transatlantischen Verbündeten, die man als Freunde und Partner betrachtet, ohne zu erkennen, daß man von ihnen nur als willfähriges Instrument ihrer Geopolitik benutzt wird. Diese Lageverkennung ist von einem Ausmaß, daß ich nicht weiß, ob es noch jemals eine eigenständige Politik im Interesse des deutschen Volkes geben wird."

    ________________________________

    Von Lord Ismay, dem ersten Generalsekretär der NATO, ist eine Sentenz überliefert, die besagt, der Zweck des Nordatlantikpaktes bestünde darin, "die US-Amerikaner drinnen, die Russen draußen und die Deutschen unten zu halten".

    Zlatko Percinic notierte am 24. Mai 2016

    „Es gibt einige spezifische Probleme, die zur Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland beigetragen haben. Allerdings gibt es ein hauptsächliches Hindernis, welches es Russland nach dem Kalten Krieg nicht erlaubt hat, sich wieder vollkommen in den europäischen Raum zu integrieren, wie es vor der bolschewistischen Übernahme von 1917 der Fall war.

    Und das trotz der erfolgsversprechenden Entwicklungen und hohen Erwartungen für eine radikal bessere Welt, als man sie noch Ende der 1980er und in den frühen 1990er Jahren erwartet hatte. Das Scheitern dieser frühen Versprechen nach der Ära des Kalten Krieges, hat weniger mit Europa, der EU oder Russland zu tun, als mit den Vereinigten Staaten von Amerika und der NATO.

    ...

    In seinem kürzlich erschienenen Buch Mission Failure: America and the World in the Post-Cold War Era, schreibt Michael Mandelbaum, dass aufgrund des humanitären Messianismus der Demokraten und neokonservativen Ideologie der Republikaner, Amerikas Aussenpolitik seit George Bush dem Älteren, von einer Pleite zur Nächsten geführt hat. Er beschuldigt Bill Clinton den russischen Bären durch die leichtsinnige Erweiterung der NATO an die russische Grenze geweckt zu haben, George W. Bush für das Chaos im Irak, von wo aus ISIS entsprungen ist, und Barack Obama, weil er sich in den Krieg gegen Libyen hineinziehen lassen hat (insbesondere durch Nicolas Sarcozy), mit desaströsen Konsequenzen. „Die Erweiterung der NATO“, schreibt Mandelbaum, „über ihre Vorbehalte hinweg, hat Russland zu zwei Lehren daraus gezwungen, dass es nicht im Entferntesten im amerikanischen Interesse liegt von ihnen zu lernen: das amerikanischen Versprechen nicht geglaubt werden kann; und dass der Westen die Situation eines schwachen und entgegenkommenden Russland ausnutzen würde.“

    Und er beschuldigt die Clinton Administration „die pro-amerikanische Aussenpolitik Russlands in eine anti-amerikanische Orientierung“ gedreht zu haben. Unabhängig davon ob es mehr an der Trägheit (des Systems) und Nachlässigkeit, oder Absicht gehandelt hat, Russland unten und aussen vor zu halten, Washingtons Politik gegenüber Russland hat auf jeden Fall zu Errichtung einer neuen Mauer in Europa geführt. Solange die Vereinigten Staaten Europa dominieren, gibt es für Russland wenig Raum zu manövrieren, weil Russland zu jener Kategorie Staaten gehört, die es vorzieht lieber aussen vor als unten zu sein.

    Dmitri Tretin schreibt, „dass prinzipiell ein Land auf dem Level der wirtschaftlichen-, sozialen- und politischen Entwicklung wie Russland, in der Lage ist, sich in die heutige westliche Welt zu integrieren, solange eines der Hauptkriterien erfüllt ist: es muss einen Konsent der Elite sowie der Mehrheit der Bevölkerung geben, sich in dem ausgeweiteten Westen unter der Ägis der „Erwachsenen“, d.h. USA, EU, NATO, zu assimilieren, und (gleichzeitig) an der Peripherie dieses Systems zu bleiben“.

    Wer Russland kennt, kommt nicht umher als Dmitri Tretin zuzustimmen, dass wenn solch eine Wahl für Länder Zentral- und Osteuropas möglich und realistisch war, und im Prinzip auch für Georgien, Moldawien und sogar Ukraine, ist „für Russland, unter Berücksichtigung seiner Grösse, imperialen Vergangenheit und übernommener Mentalität der Elite und der Mehrheit der Bevölkerung“, solch eine Integration/Assimilierung nicht realistisch. Die Bedingungen der (russischen) Integration hätten zwischen gleichberechtigten Partnern verhandelt werden müssen, und nicht auf einer „take it or leave it“-Basis aufgezwängt werden.

    (...)

    Hier geht's zum Volltext: http://www.neopresse.com/politik/europa-amerikaner-rein-russen-raus/

    Lotta Vorbeck
    15. Februar 2018 06:40

    @Der_Juergen - 14. Februar 2018 - 08:56 AM

    # "Da ich 15 Jahre lang in Russland gelebt habe, erachte ich mich als befugt, mich zu diesem Thema zu äussern. Sie haben nicht in allem unrecht; wenn Sie z. B. schreiben, es gebe in Russland "herzlich wenig Identitäres", so hat das schon einen dicken wahren Kern. Beispielsweise sind die Abtreibungsraten, obgleich gesunken, immer noch exorbitant hoch (ganz zu schweigen davon, dass es in einem wirklich identitären Land gar keine Abtreibung gäbe, von den hier früher schon erörterten Ausnahmen abgesehen)."

    Nach anderthalb in Russland verbrachten Jahrzehnten dürften Sie mehr als nur passabel Russisch sprechen. Hat es Sie nicht gejuckt, zu versuchen, Ihren Aufenthalt in Russland zu verlängern?
    Ja, viele jüngere Leute, insbesondere diejenigen, die während der Jelzin-Ära erwachsen wurden, sind ziemlich verdorben, gebärden sich als obszöne Hedonisten.

    # "Dass die Russen stolz auf den Opfermut ihrer Soldaten und ihrer Zivilbevölkerung sind und ihre Toten ehren, ist eine Selbstverständlichkeit, zumindest in einem geistig gesunden Land."

    Und darüber hinaus verehrt jeder halbwegs gebildete Russe auch historische Figuren wie beispielsweise Alexander Newski. Das Land steht voller imposanter Denkmäler. Russische Schriftsteller spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle für das russische Selbstverständnis.

    # "Nicht umsonst hat der Globalist George Friedman in einer Rede, die man leicht im Netz findet, die Verhinderung einer deutsch-russischen Annäherung als zentrale Aufgabe der USA bezeichnet. Dasselbe schrieb bekanntlich Brzezinski in seinem atemberaubend offenen Buch "Das Grosse Schachbrett"."

    Der Zweck des Nordatlantikpaktes besteht darin, "die US-Amerikaner drinnen, die Russen draußen und die Deutschen unten zu halten".
    Lord Ismay, erster Generalsekretär der NATO

    Lotta Vorbeck
    15. Februar 2018 07:42

    @RMH - 12. Februar 2018 - 22:27 PM

    Btw.: Mit was für Videos vertreiben sich hier manche eigentlich ihre Zeit? In was für einen Wahrnehmungstrichter stecken manche?
    Rege für viele an, einmal das Sehnsuchtsland Russland selber aktiv zu bereisen. Ich seh da wenig "Identitäres" ... aber evtl. gibt es ja auch einmal eine Leserreise nach Russland und da gewinnt man dann einen anderen Zugang, als wie man ihn als schnöder Geschäftsreisender bekommt.

    @RMH - 14. Februar 2018 - 09:49 AM

    Und dazu gehören immerhin noch 2. Den Russen scheint unser Geld für die Rohstoffe nach wie vor gut zu schmecken und die paar Sanktionen sind eher im Bereich der Symbolpolitik einzustufen.

    Und wie ich oben schon geschrieben habe: Einfach mal selber konkrete Erfahrungen mit diesem Menschenschlag machen, insbesondere im geschäftlichen Bereich. Nicht umsonst verlangen wir aufgrund leidvoller Erfahrung von diesem Kundenkreis immer mindestens 120% Vorkasse, wenn er - nach all dem versuchten Eingeseife, der seltsamen Art, ständig irgendetwas cash außerhalb der Bücher laufen lassen zu wollen, um so dann wieder Druckmittel im Fall der Fälle haben zu können, dem Erschleichen von Leistungen und der Zahlungsprellerei etc. - überhaupt noch bedient wird.

    ______________________

    Re:

    Die "paar Sanktionen im Bereich der Symbolpolitik" (@RHM) brachten nicht nur BRD-Agrarexporteure in Existenznot. Die seitens des "Werte-Westens" mit moraltriefender Attitüde immer wieder ausgespielte Boykottkarte sticht zusehends schlechter. Während die wider Geist und Buchstaben verbindlich geschlossener Verträge agierende EU auf ihren für den Großkunden Russland produzierten Agrarprodukten sitzen bleibt, füllen Lieferanten aus Südamerika freudig diese Lücke.

    Eine Meldung vom 01.06.2016:

    Frankreich übergibt am 2. Juni einst für Russland produzierten Hubschrauberträger Mistral an Ägypten

    Eine Delegation der ägyptischen Marine ist am heutigen Mittwoch nach Paris geflogen, um an der feierlichen Übergabe eines der beiden Mistral-Hubschrauberträger teilzunehmen. Frankreich hatte ursprünglich den Hubschrauberträger im Auftrag Russlands gebaut, musste diesen Deal aber im Zuge der Russland-Sanktionen aufkündigen und verkaufte den Mistral in Folge an Ägypten.
    Der Zeremonie im westfranzösischen Saint-Nazaire werden voraussichtlich die Verteidigungsminister Frankreich und Ägyptens beiwohnen. Auf dem Kriegsschiff, das nach dem legendären Präsidenten Gamal Abdel Nasser benannt ist, soll die ägyptische Flagge gehisst werden. Einige Tage später wird der Hubschrauberträger die Hafenstadt an der Loiremündung verlassen und Kurs auf Nordafrika nehmen. Im September wird ihm das zweite Mistral-Schiff folgen, das den Namen von Anwar as-Sadat trägt.

    Ursprünglich sollte Paris die beiden Hubschrauberträger an Moskau liefern. Nach dem Ausbruch der Ukraine-Krise weigerte sich Frankreich aber, die Kriegsschiffe an Russland zu übergeben. Das Rüstungsgeschäft war 2011 für 1,2 Milliarden Euro vereinbart worden. Nach dem Stopp des Deals hatten sich die Parteien auf eine Rückzahlung geeinigt. Paris erstattete 949,7 Millionen Euro zurück und überwies weitere 56,7 Millionen Euro, um für die Ausbildung des russischen Personals aufzukommen.

    Quelle: https://deutsch.rt.com/international/38672-frankreich-ubergibt-am-2-juni/

    Die beiden Mistral-Schiffe waren gemäß den bei der Russischen Kriegsmarine üblichen Standards ausgestattet worden - wir dürfen schon mal gespannt sein, wann in Frankreich ein russischer Nachfolgeauftrag eingehen wird ...

    Was Sie, werter @RHM über Ihre russischen Geschäftspartner schreiben, klingt ziemlich blasiert und führt auf direktem Wege zu der Frage, wie es wohl um Ihre persönlichen, russischen Sprachkenntnisse bestellt sein mag? Sie müssen selbstverständlich nicht verhandlungssicher Russisch sprechen. Wenn Sie jedoch überhaupt kein Russisch sprechen und mit Ihren Geschäftspartnern nur über Dolmetscher kommunizieren, wird es Ihnen weder gelingen sich einen Zugang zu den Herzen "dieses Menschenschlages" (@RHM) zu erschließen, noch ein gewisses Verständnis für das Besondere der russischen Kultur- respektive Geschäftskultur zu entwickeln. Wer erfolgreich mit Asiaten ins Geschäft kommen / im Geschäft bleiben möchte, tut gut daran, zunächst deren Mentalität zu verstehen und in dieser Hinsicht ein wenig Entgegenkommen und Flexibilität an den Tag zu legen. Warum sollte dies für Geschäfte mit Russen nicht gelten?

    Bei vielen Privatreisen in und durch Russland zeigte sich die russische Seite, egal ob in der Großstadt oder in der ländlichen Provinz jeweils als perfekter, hilfsbereiter Gastgeber. Ehrliches Interesse am flächenmäßig größten Lande dieser Erde und dessen in Jahrhunderten gewachsener Kultur, wird von den gastgebenden Russen erfahrungsgemäß sofort registriert und überreichlich honoriert.

    RMH
    15. Februar 2018 09:40

    Ich möchte dem Beitrag von
    Cacatum non est pictum
    zustimmen. Zudem ist gesunde Skepsis noch lange keine Ablehnung oder Feindschaft, wird aber in Diskussionen, die wie eine Gretchenfrage aufgezogen werden, nur leider allzu oft unterstellt.
    @Lotta Vorbeck,
    es hat nichts mit blasiert zu tun, wenn man aufgrund der eigenen Erfahrung als "gebranntes Kind" einfach Vorsicht walten lässt - das schließt mitnichten ein, dass man etwas gegen die russische Kultur oder russisch- stämmige Menschen hat.

    Und jetzt bitte nicht als fishing for compliments, Klischee-Dreschen oder Plattitüden-Reiten verstehen: Ich trinke gerne mal einen mit meinen russisch-stämmigen, privaten Freunden oder sitze mit ihnen in der Banja, aber da ist es privat und man kommt prima zurecht. Als Deutscher bin ich jedoch deutsch und kann von den deutschen Tugenden nicht lassen und eine davon ist: Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst. Das kulturelle Entgegenkommen hat beidseitig zu erfolgen, wenn man Geschäfte macht.

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