Frank Jordan: Der Fonds, kein Fall für Carl Brun – eine Rezension

von Thomas Veigel -- Nach Die Ministerin ist dies der Folgeband über eine Spezialeinheit des Schweizerischen Geheimdienstes.

 Gastbeitrag

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Ging es im ers­ten Buch vor­nehm­lich um inner­schwei­ze­ri­sche Ereig­nis­se, (kur­ze Zeit spä­ter von der Wirk­lich­keit im Skan­dal um die Per­son des Geheim­dienst­ko­or­di­na­tors Pit­te­l­oud über­trof­fen), greift der neue Band Der Fonds viel wei­ter: Es ist eine scho­nungs­lo­se Ana­ly­se des poli­ti­schen Glo­ba­lis­mus einer Herr­schafts-Cli­que, deren Macht auf der Kon­trol­le eines ein­zi­gen Instru­ments fusst: der Geldschöpfung.

Das Buch ist hin­sicht­lich der Span­nung, die man von einem Thril­ler erwar­ten kann, eine kla­re Stei­ge­rung zum ers­ten Band. Stän­dig wech­seln­de Stand­or­te zwin­gen zum Mit­den­ken. Die Prot­ago­nis­ten sind weit­ge­hend die­sel­ben, aber man kann getrost im zwei­ten Band einsteigen.

Schon die der Sto­ry vor­ge­stell­ten Zita­te deu­ten dar­auf hin, wohin die Rei­se geht: Das Auf­zei­gen einer plu­to­kra­ti­schen Herr­schaft der Weni­gen, die sich hin­ter den Fas­sa­den von Demo­kra­tie und Mit­be­stim­mung ver­steckt. Läßt man sich auf die Hypo­the­se ein, ist es durch­aus plau­si­bel, dass die klei­ne Schweiz als Nukle­us gewal­ti­ger Finanz­strö­me eine wich­ti­ge Rol­le in einem sol­chen Sze­na­rio spielt. Ähn­lich wie die City of Lon­don ist die Bank für Inter­na­tio­na­len Zah­lungs­aus­gleich in Basel extra­ter­ri­to­ria­les Gebiet und kei­ner­lei Kon­trol­le durch gewähl­te Insti­tu­tio­nen unter­wor­fen. Sie gilt auch als Super­bank unter den Zentralbanken.

War­um ist – über den gekonn­ten lite­ra­ri­schen Stil hin­aus; Jor­dan ist ein Meis­ter der Cha­rak­ter­zeich­nung – die­ses Buch aus dem Umfeld der Liber­tä­ren für das patrio­tisch-iden­ti­tä­re Lager so wichtig?

Es ent­hält eine Unzahl von Fak­ten, die für die Anhän­ger des meta­po­li­ti­schen Dia­logs eher Rand­the­men dar­stel­len. Außer­dem stellt es vehe­ment die Fra­ge nach der indi­vi­du­el­len Frei­heit und den sie stets und zuneh­mend bedro­hen­den Gefah­ren. Die Gedan­ken­gän­ge der Glo­ba­lis­ten wer­den wie folgt gekennzeichnet:

Mei­nen Sie etwa, es gehe um Sie oder mich oder um Men­schen als Indi­vi­du­en? Das mag im Innern des in sich geschlos­se­nen Sys­tems mit Namen Schweiz, Euro­pa so erschei­nen. Von außen betrach­tet geht es nur um Mas­sen und um deren Kon­trol­le. (…) Natio­nal­staa­ten, Wäh­run­gen, Eigen­tum, Wer­te, Tra­di­tio­nen und gewach­se­ne Insti­tu­tio­nen wie Ehe und Fami­lie ste­hen dem ent­ge­gen. Sie bedeu­ten Umwe­ge, Wider­stand, Brem­se. Wer Kon­trol­le will, muss erst die Frei­heit minimieren…Was bleibt sind die Ware Geld und das Eigen­tum. Kon­trol­lie­re sie zu hun­dert Pro­zent, dann hast Du auch die Kon­trol­le über die Mehr­heit der Menschen

Ob die Despe­ra­dos um Carl Brun die Welt oder wenigs­tens die Schweiz retten?

Der Fonds von Frank Jor­dan (600 S., 24.90 €) kann hier bestellt wer­den, und den ers­ten Band, Die Minis­te­rin,(404 Sei­ten, 19.90 €) kann man hier bestel­len.

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Kommentare (1)

Franz Bettinger

19. Februar 2018 00:34

Ich kenne Frank Jordan seit Jahren als leidenschaftlichen Kämpfer für die Freiheit vom Globalismus der Herrschafts-Clique. Er betreibt einen Blog, der oft mit verblüffenden Perspektiven aufwartet und manchmal heftige Kritik auf sich zieht. Neulich schrieb Frank Jordan (hier gekürzt und verfranzelt wiedergegeben):

Ich habe mir eingestanden, dass ich Europa eine harte Landung wünsche, und das so rasch wie möglich. Eine von der Sorte, bei der man nicht weiß, ob man gelandet oder abgeschossen worden ist. Ein Crash zu unser aller Bestem. Aus dem einfachen Grund: Ich will dieser trägen Selbstdemontage über Jahre und Jahrzehnte nicht weiter beiwohnen. Es ist der Wunsch nach einer dunklen Stunde.

Grundlage dieses Eingeständnisses ist eine einfache Wahrheit. Jene, dass Regierungen, Parlamente und ihre Verwaltungen regieren wollen, und zwar so lange und so problemlos wie möglich. Und dass alles Staatliche und Politische immer zuerst diesem einen Ziel dient. Egal, worin sich die Regierungschefs und ihre Leute ansonsten unterscheiden, diesen Willen teilen sie. Alle.

Die politische Weltformel jeder Regierung lautet: Um mich an der Macht sein, muss ich das Volk von mir abhängig machen. Politiker müssen sich aus purem Egoismus und Selbsterhaltungs-Trieb heraus gegen das Funktionierende richten. Ihr Streben muss sein, andere schwach, ängstlich und dadurch in Abhängigkeit zu halten.

(FB: Wie die Pharma-Branche: Das Schlimmste für diesen Kraken sind Arzneien, die wirklich helfen. Es gibt solche, es sind nur wenige, 1-2 Dutzend vielleicht. Wenn das Patent einer solchen seltenen Wunderdroge, die keine relevanten Nebenwirkungen hat, abläuft, verdient die Industrie kaum noch etwas daran. Wie löst sie das Problem? Sie macht die Wunderdroge madig, sie redet von Abhängigkeiten usw. und behauptet, man habe mittlerweile etwas Besseres entwickelt, was gelogen ist. Überall das gleiche perfide Spiel. Welch Augen-öffnende Erkenntnis von Jordan!) Er schreibt weiter:

Politik machen bedeutet nichts weiter als: Fehlanreize schaffen. Politik heißt: Alles Funktionierende so lange und flächendeckend herunter regieren, bis alles gleich schwach und abhängig ist, mit Ausnahme natürlich der staatlichen Pfründe und Posten, da geht es immer aufwärts. - Alles staatliche und politische Handeln gibt sich als "Hilfe" für irgendwen aus. Kaum einer erkennt, dass die staatlichen 'Hilfen' in Wahrheit stets in einem Herunter-Wirtschaften bestehen. Es handelt sich um eine systemimmanente (FB: oder gar Demokratie-immanente ? ) Heranzüchtung von Schwachem.

Wenn Herr Macron festlegt, dass Discounter ihre Ware in Frankreich künftig nicht billiger verkaufen dürfen, ist das nicht Wirtschaftshilfe, nicht die Förderung der Besten auf dem Markt, sondern die Stützung von Mittelmaß. Wenn die EU (bis zum Sommer wohl) den sogenannten Einlagen-Schutz EDIS auf den Weg bringt, dann dient dies nicht einer größeren Finanz-Stabilität, nicht denen, die bereits heute freiwillig Verantwortung übernommen haben, nein, es dient den Bankrotteuren und Spielern auf dem Markt. - Oder man nehme den pervertierten Artenschutz namens "Frauenrechte", oder das Bildungs-Dogma der Inklusion, oder den Schwachsinn "Gender-Wissenschaft", oder den Irrsinn "Integration", oder den Euro: alles dasselbe.

Es ist das gezielte Ausschalten von Stärke zugunsten von Schwäche. Es ist Nivellierung, eine Art Gleichmacherei. Es ist nicht Hilfe, sondern bullshit, links! Echte Hilfe belohnt Leistung und schafft Wege in die Freiheit. Falsche Hilfe erfüllt nur Politiker- und Versager-Wünsche.

Nimm einen Heroin-Süchtigen, der dich um Geld anbettelt. Was er bräuchte, wäre ein Weg weg von der Droge. Was er sich wünscht, ist ein Schuss Heroin. Gibst du ihm Geld, so wird er dich lieben, wenn du Politiker bist, bis zur nächsten Wahl. Klar, der von dir Abhängige wird dich wählen. So funktioniert Politik. Es geht stets nur in eine Richtung: nach unten.

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