Sezession
23. Februar 2018

STAAT.NATION.BUCHMESSE. SCHEISSE – ein Aufruf zur Gewalt

Götz Kubitschek / 63 Kommentare

Das folgende Pamphlet dokumentieren wir, damit niemand sagen kann, er habe von nichts gewußt. Und zugleich bitten wir unsere Leser um Mitarbeit:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Wir bitten darum, diese sprachliche, theoretische, hochnäsige, überbrütete Verstopfung auf ein paar simple Sätze zu bringen, kurz: sie zu entschleiern, zu dechiffrieren, und damit uns und den Verfassern die Auseinandersetzung ein wenig zu vereinfachen.

Vermutlich liegt der Kern in diesem Satz, mit dem sich die linken Schläger dem Staat, den sie unverhohlen abschaffen wollen, als Ausputzer andienen, damit der Bogen von der Theorie in die Praxis und wieder zurück eine unbefleckte Sache bleibt:

Wir schlagen vor: Wir verhindern rechte Kundgebungen, Demos und Stände – aber sind uns dabei im Klaren, dass wir dabei vorläufig mit unseren eigenen politsch-normativen Standpunkten brechen.

Die Zusammenfassung kann auch in Gedichtform erfolgen, beispielsweise nach Ringelnatz:

Es waren mal zwei Ameisen,
die wollten zu Lenin reisen.
Doch in Leipzig schon auf der Chaussee
taten ihnen die Socken weh.
Da besuchten sie die Messe
und schlugen allen auf die Fresse.

Gut, ein Versuch. Jetzt deren zwei von Caroline Sommerfeld, zunächst ein praktischer Syllogismus nach Aristoteles:

Obersatz: Im Kommunismus garantiert der Staat Meinungsfreiheit.
Untersatz: Der Kommunismus herrscht noch nicht.
Konklusion: Damit Meinungsfreiheit herrscht, müssen wir den Kommunismus vorwegnehmen und uns das staatliche Gewaltmonopol aneignen. Fresse, Alter!

Und dann: Folgen der Trunksucht, 6. Strophe, nach Robert Gernhard:

Seht sie an die Antifa
trinkt sie wird sie grantiger
Heuer fällt ihr sogar ein
staatliche Gewalt zu sein.

Jetzt Sie! Und hier der Beitrag:

-- -- --

STAAT.NATION.BUCHMESSE.SCHEISSE (Quelle: hier)

Meinungsfreiheit für Nazis? - Theoretische Überlegungen zum praktischen Vorgehen ggen rechte Stände auf der (Leipziger) Buchmesse

von "the future is unwritten" – Leipzig

Die teils handfesten Auseinandersetzungen um die Stände rechter Verlage auf der Frankfurter Buchmesse lassen ahnen, was aller Voraussicht nach auf der Leipziger Buchmesse vom 15. bis zum 18. März 2018 los sein wird. Bereits jetzt ist klar: die Buchmesse hat vor den rassistischen Verlagen »Antaios« und »Junge Freiheit« Stände zu gewähren. Weiterhin gibt es das Potenzial für einen massiven antifaschistischen Widerstand – und wir freuen uns darauf, dass Leipziger Antifaschist_innen ihre Möglichkeiten ausschöpfen werden. Ziel antifaschistischer Praxis muss es sein, Rechten die Bühne zu verwehren und den Veranstalter_innen der Buchmesse praktische Anreize zu geben, die rassistischen Fans patriarchal-autoritärer Zustände beim nächsten Mal nicht mehr einzuladen.

Aus den Erfahrungen um erfolgreiche antifaschistische Interventionen gegen die Normalisierung rechter Positionen in der Öffentlichkeit ziehen wir den Schluss, dass auch rund um die Leipziger Buchmesse eine Debatte um das Thema Meinungsfreiheit für Nazis nicht ausbleiben wird. So war es als unsere Kölner Genoss_innen den Auftritt von Konrad Adam (AfD) beim Birlikte-Festival verhinderten und so war es, nachdem Antifaschist_innen die rechte Show auf der jüngsten Frankfurter Buchmesse erheblich störten. Eine hoffentlich wirksame antifaschistische Intervention auf der Buchmesse in Leipzig würde in der lokalen Öffentlichkeit vermutlich Reaktionen wie die des Autors und ex-Verlegers Ernst Piper hervorrufen. Dieser tat in der »WELT« kund, dass solange rechte Verlage „sich im Rahmen unserer Gesetze bewegen“, der Kampf gegen sie einer sei, „der mit geistigen Waffen auszufechten ist.“ Denn, so Piper:

„Das gesprochene wie das geschriebene Wort, seine Verbreitung und alles, was damit zu tun hat, der herstellende wie der verbreitende Buchhandel, sind untrennbar mit der Freiheit der Meinungsäußerung und dem Kampf für die Verteidigung dieser Freiheit verbunden. Und die Freiheit der Meinungsäußerung gilt eben nicht nur für Meinungen, die uns sympathisch sind.“ – Ernst Piper: Meinungsfreiheit gilt auch für unsympathische Meinungen, am 16.10.2017 in der »WELT«

Positionen wie diesen haben in der letzten Ausgabe des Antifaschistischen Infoblattes Alice Blum, Maximilian Pichl und Tom David Uhlig entgegengehalten, dass die Frage der Störung rechter Stände auf Buchmessen „keine Frage der Meinungsfreiheit“ sei. Öffentliche Debatten, so die Autor_innen, seien ohnehin herrschaftsförmig und würden bestimmte Bevölkerungsgruppen strukturell benachteiligen. Dementsprechend sei es verkehrt zu fordern, dass rechte Positionen – also Positionen, die einem privilegierten Teil der Bevölkerung nutzen – „öffentlich mehr Gehör finden müssten“. Mit Rechten zu diskutieren sei überdies als Strategie von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn:

„Einerlei, ob Akteur*innen der Neuen Rechten sich öffentlich blamieren, indem ihnen die Argumente ausgehen oder sie sachlich widerlegt werden, ihre Propaganda unterbreitet ein affektives Angebot, welches sich um Fragen der logischen Widerspruchsfreiheit etc. gar nicht zu scheren braucht. Eine logische Widerlegung von rechten Akteuren läuft ins Leere, denn ihr Ziel besteht darin, Ressentiments ausbreiten zu können.“ – Alice Blum, Maximilian Pichl und Tom David Uhlig: Rechte reden lassen?, in AIB 117/Winter 2017

Wir stimmen der Analyse der Autor_innen im Ergebnis zu: es ist politisch falsch mit Nazis (und anderen Rechten) zu diskutieren. Wir haben nicht das geringste Mitleid, wenn sie von herrschaftsförmigen Diskursen profitieren und sich dabei noch als Opfer linken Gesinnungsterrors inszenieren. Und dass mit ihnen auf einer rationalen Ebene nicht zu reden ist, könnte nicht offensichtlicher sein. Doch in einem Punkt – und diesen halten wir für essentiell – möchten wir den Genoss_innen entschieden widersprechen: in der Tat ist die Frage von antifaschistischen Interventionen gegen rechte Infostände/Kundgebungen/Aufmärsche eine Frage der Meinungsfreiheit. Wir denken, dass Ernst Piper Recht hat, wenn er sagt, dass Meinungsfreiheit „auch für unsympathische Meinungen“ gilt. Und wir stehen hinter dem Prinzip der Meinungsfreiheit. Eine befreite Gesellschaft ohne Meinungsfreiheit wäre nicht befreit. Überdies wäre eine radikale Selbstorganisation von Institutionen und Ökonomie von unten ohne die freie Debatte nicht zu bewerkstelligen. Und dennoch finden wir es richtig, rechte Infostände abzuräumen. Wie wir diese Auffassung begründen, warum wir sie für wichtig halten und was aus unserer Sicht daraus folgt, wollen wir im Folgenden darstellen.

Ziehen wir noch einmal Blums, Pichls und Uhiligs Argument heran, mit Rechten zu diskutieren sei sinnlos, weil ihre Ideologie ohnehin auf irrationalen Grundannahmen basiere. Wie erwähnt halten wir das für eine absolut richtige inhaltliche Einschätzung. Problematisch ist jedoch, dass sie diesen Schluss auf die Ebene der Meinungsfreiheit übertragen: „Dabei garantiert Meinungsfreiheit nicht, dass jede extrem rechte Propaganda überall und ungestört verbreitet werden darf“. Sehen wir mal davon ab, dass eigentlich noch genauer zu klären wäre, was „ungestört“ an dieser Stelle bedeuten soll. Unser hauptsächliches Problem mit dieser Aussage ist, dass es für die Meinungsfreiheit als formale Bestimmung für die öffentliche Debatte grundsätzlich keine Rolle spielen kann, ob es sich bei einer bestimmten Meinung um „extrem rechte Propaganda“ handelt. Meinungsfreiheit bedeutet gerade, dass grundsätzlich aus dem Inhalt einer Meinung nicht abgeleitet werden darf, ob es erlaubt ist, sie zu äußern oder nicht.

Es gibt zahlreiche gute Gründe dafür, dass dieses Prinzip aufrechterhalten bleibt: zum Beispiel die Frage, wer denn entscheiden solle, welche Meinung geäußert werden darf und welche nicht. Oder die Frage der Abgrenzung: wenn faschistische oder nationalsozialistische Meinungsäußerungen verboten werden würden – auf welcher Grundlage werden dann rechtskonservative erlaubt? Im Zweifelsfall würde eine solche Abgrenzung den nicht-verbotenen Meinungen eine gesellschaftliche Legitimität verleihen, die sie eigentlich nicht haben. Kontinuitäten wie etwa die zwischen Faschismus und Konservatismus, Arbeitsethos und Sozialrassismus, Zinskritik und Antisemitismus würden auf diese Weise in der Debatte schwer erkenntlich.

Die argumentativen Versuche der AIB-Autor_innen eine Form der Meinungsfreiheit zu konstruieren, die es Antifaschist_innen erlaubt rechte Infostände und Versammlungen zu verhindern, müssen scheitern. Wenn sie argumentieren, die „Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht, dass die Bürger*innen vor Eingriffen des Staates schützt und einen Kommunikationsraum etabliert, in dem demokratische Argumente ohne Gewalt ausgetauscht werden sollen“, dann vergessen sie dabei einen entscheidenden Punkt. Meinungsfreiheit ist in einem Staat erst dann gegeben, wenn dieser seine Bürger_innen notfalls auch mit Gewalt davor schützt, dass ihre freie Meinungsäußerung maßgeblich eingeschränkt oder unterbunden wird. Andernfalls ließe sich nur schwer begründen, warum beispielsweise der russische Staat dafür zu kritisieren sei, dass er offen zugibt, Zeitungsredaktionen nicht vor Anschlägen und Übergriffen durch politische oder mafiöse Strukturen zu schützen.

Auch wenn wir denken, dass die benannten Argumente in Bezug auf die Meinungsfreiheit nicht funktionieren, können wir den Antrieb der Autor_innen verstehen. Es geht um die Harmonisierung von zwei einander widersprechenden normativ-politischen Prinzipien: 1. Meinungsfreiheit, 2. einer öffentlichen Debatte ohne Diskriminierung, Hetze und der Forderung nach Ausgrenzung. Wir können verstehen, dass es den Autor_innen (und vielen anderen Genoss_innen) wichtig ist, diese Prinzipien im Hier und Jetzt miteinander zu harmonisieren. Allerdings würde dies zu Lasten einer realistischen Theorie der Meinungsfreiheit gehen – und diesen Anspruch teilen wir ja vermutlich mit den AIB-Autor_innen und den meisten unserer Genoss_innen: Eine logisch widerspruchsfreie Theorie der Realität, die die Verhältnisse verständlich macht, anstatt sie zu verklären.

Wenn wir diesen normativ-politischen Widerspruch auf der Ebene einer realistischen Theorie der Meinungsfreiheit nicht auflösen können, müssen wir auf andere Ebenen gehen. Und zwar auf die unserer politischen Zielstellung: wir stehen für Kommunismus ein. Damit ist eine Bewegung gemeint, die darauf hinstrebt alle menschlichen Verhältnisse der gesellschaftlichen Debatte und Planung zu unterwerfen. In der die Produktion, die Reproduktion, die Verwaltung und die Sicherheit radikal selbst organisiert und von der Basis kontrolliert sind. Also eine Gesellschaft ohne Kapitalverhältnis und auch ohne Nationalstaat. Mit anderen Worten: Wir wollen Konservativen, Rechtspopulist_innen, Nazis, Faschist_innen und wie sie alle heißen ihre Geschäftsgrundlage entziehen. In dem Moment, wo rechte Ideologie keine Entstehungsgrundlage mehr hat, werden auch die politisch-normativen Ziele Meinungsfreiheit und diskriminierungsfreie öffentliche Debatte miteinander harmonisiert.

Da dieser gesellschaftliche Zustand nicht im Ansatz realisiert ist, folgt aus dieser Feststellung ein Blick auf die Ebene der Strategie. Rechte haben das Ziel die Möglichkeit sozialer Befreiung und Selbstbestimmung im Keim zu ersticken. Wenn sie Meinungsfreiheit bekommen, werden sie diese für den Versuch nutzen, ein Regime zu errichten, in dem keine freie Debatte, keine Rationalität und keine allgemeine Teilhabe mehr möglich sein wird. Moralisch und mit Hinblick auf unsere politischen Zielstellungen wäre das dermaßen desaströs, dass jegliche rechte Machtübernahme bereits in den Ansätzen mit allen Mitteln verhindert werden muss. Für uns folgt daraus also, dass wir mit unserem normativ-politischen Bekenntnis zur Meinungsfreiheit aus strategischen Gründen vorläufig und in einem bestimmten Punkt (rechte, sexistische Ideologie) brechen müssen.

Da wir keinen Staat wollen, der anfängt Meinungsäußerungen auf Zulässigkeit zu prüfen und da wir nicht erst sein dem Indymedia-Linksunten-Verbot wissen, dass sich staatliche Zensur jederzeit auch gegen uns richten kann, fordern wir in keinem Fall, dass der Staat diesen Bruch mit der Meinungsfreiheit vollzieht. Wir schlagen vor: Wir verhindern rechte Kundgebungen, Demos und Stände – aber sind uns dabei im Klaren, dass wir dabei vorläufig mit unseren eigenen politsch-normativen Standpunkten brechen. Die Intervention gegen die Stände rechter Verlage auf der Buchmesse begreifen wir folglich auch nicht wie Blum, Pichl und Uhlig als „Bestandteil der Meinungsäußerung und […] Kampf um politische Deutungshoheiten“. Nein, im besten Fall machen Antifaschist_innen den Rechten praktisch klar, dass sie in Zukunft besser auf ihre Meinungsäußerungen verzichten.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (63)

Fredy
23. Februar 2018 17:54

Nicht überraschend, oder? "Entlarven" wozu, für wen? Wir wissen Bescheid. Und die anderen kennen den Inhalt ihrer Werkzeugkiste. Maximal die Offenheit ist besonders. Man wird bald vergleichbare Strukturen benötigen um den einigermaßen Herr zu werden.

quarz
23. Februar 2018 18:16

Wo Ringelnatz am Platz, ist Morgenstern nicht fern:

https://www.youtube.com/watch?v=3oqDgB02hnc

Der Gehenkte
23. Februar 2018 19:06

Man könnte ja sagen: laßt uns drüber reden ... aber dieser verquirlte Quark, diese vollkommen verschraubte Logik und Sprache hat doch letztlich nur eine Botschaft: Selbstimmunisierung. "Kommunistischer" Solipsismus - Dialog objektiv unmöglich.

Was bleibt also? Was kann man tun? Beten? Hoffen? Absichern? Gelassenheit kann kein Fehler sein - und noch mal bei Wilhelm Busch nachlesen:

Bewaffneter Friede

Ganz unverhofft, an einem Hügel,
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.

Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!

Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
Bewaffnet, doch als Friedensheld.

Thorsten B
23. Februar 2018 19:29

Zusammenfassung:
Wir sind Kommunisten.
Leider hat das dumme Volk immer noch nicht verstanden, was gut für es ist.
Manche kommen sogar mit Argumenten. Manche werfen uns die lächerlichen 100 Millionen Toten noch vor.
Alles Nazis.
Wir haben eine Idee: besser als dieses anstrengende Argumentieren sind doch praktische Argumente.
Mit einem gebrochen Kiefer hat bisher noch ein jeder Ruhe gegeben.

Ein gebuertiger Hesse
23. Februar 2018 19:41

Wenn sie's wenigstens aussprechen würden, auch vor sich selbst, daß sie uns einfach nur in jeder Hinsicht plattmachen wollen. Aber nicht mal das bringen sie hin, sie müssen es geschwurbelt verbrämen. Jämmerlich.

Gut, daß dieser dreckige Aufruf zur Gewalt gegen uns - nichts anderes ist dieses "Pamphlet" - nun dokumentiert ist. Gleichzeitig ist er definitiv das Mieseste, was je auf SiN zu lesen stand. Wird hoffentlich nicht wiederholt werden müssen.

Simplicius Teutsch
23. Februar 2018 20:03

„Wir sind für Meinungsfreiheit!
Wenn es unsere Meinung ist.“

Das ist die „realistische Theorie der Meinungsfreiheit“ unserer verlogenen, bundesdeutschen Systemelite. Das grundsätzlich praktizierte, linke Verständnis von Freiheit und Toleranz wird in dem linken Pamphlet „Meinungsfreiheit für Nazis?“ deutlich wie selten ausgesprochen und auf den Punkt gebracht.

Wir hier in diesem SIN-Blog wissen das natürlich schon lange. Darum vermutlich sind viele von uns politisch entschieden rechts, weil die linke Seite so abstoßend ist. Unsere antideutschen Systemlinken (man schalte sich nur in die Öffentlich-Rechtlichen Propagandasendungen ein) erfüllen voll und ganz das negative Nazi-Klischee: Den Gegner eliminieren! Es sind halt Deutsche. Und sie merken es ja selber auch.

Zarathustra
23. Februar 2018 20:08

Der Kern der Argumentation dieser Neujakobiner läßt sich so formulieren:

Da der antifaschistische Bestmensch tiefer als jeder andere durchschaut hat, was die Rechten/Konservativen/Patrioten »im Schilde führen«, nämlich die Errichtung einer »patriarchal-autoritären«, inhumanen Diktatur zum Schaden aller, darf der bunte Khmer im Interesse der Gesamtgesellschaft (oder in universalistischer Manier großkotzig formuliert: im Interesse »der Menschheit«) jede erdenkliche Maßnahme ergreifen, um diesen Albtraum zu verhindern. Der Grund dafür, daß die Meinungsäußerungsfreiheit des Gegners außer Kraft gesetzt, seine bürgerliche Existenz vernichtet und sein Leib und Leben aufs Spiel gesetzt werden (und werden MÜSSEN), ist also rein DEFENSIVER Natur. Wer wie die Roten die Weisheit mit Löffeln gegessen und die »Weltgeschichte« enträtselt hat, MUSS auch logischerweise solche Opfer bringen. Er handelt ja für »die Menschheit«.

Mit Carl Schmitt gesagt:
»Die Führung des Namens ›Menschheit‹, die Berufung auf die Menschheit, die Beschlagnahme dieses Wortes, alles das könnte, weil man nun einmal solche erhabenen Namen nicht ohne gewisse Konsequenzen führen kann, nur den schrecklichen Anspruch manifestieren, daß dem Feind die Qualität des Menschen abgesprochen, daß er hors-la-loi und hors l'humanité erklärt und dadurch der Krieg zur äußersten Unmenschlichkeit getrieben werden soll.« (Der Begriff des Politischen, S. 51)

Noch schlimmer und gefährlicher als der menschheitelnde Opportunismus eines Churchill ist die frappierende Borniertheit jener, die aus ihrer Sicht auch TATSÄCHLICH für »die« Humanität kämpfen. Denn diese Überzeugung verleiht ihnen jene jakobinische Skrupellosigkeit, die Meister Stalin exemplifiziert hat. Wie es aussieht, sind die sich offen Kommunisten nennenden Widerlinge von Antifa und Co. mittlerweile auf bestem Wege zur Perfektion dieser Kunst.

Zarathustra

Hartwig aus LG8
23. Februar 2018 20:19

Es geht um Macht. Das ist ein Pamphlet mit u.a. einem Ziel: Einschüchterung.
Theoretisieren ist gut. Aber bitte nicht jetzt!
Maximale Präsenz! Janker und Tweet-Sakko im Schrank lassen und lieber etwas Praktisches anziehen. Ich werde wohl Mitte März drei Tage Urlaub nehmen ...

antwort kubitschek:
das höre ich gern, sehr gern.

Bran
23. Februar 2018 20:23

Nach x Jahren ist das das erste Mal, dass ich wieder mal so eine linke Rechtfertigung ganz durchgelesen habe. Ich habe schon früher, als ich noch selber dazugehörte, immer wieder über diese seltsam gedrechselte, verworrene Sprache gestaunt, mit der man versucht, klar zu machen, wieso es logisch ist, Vanilleeis zu essen, wenn man Schoko doch viel lieber hat.
Aber daneben:
1. Die Diktion und die verschwurbelte Selbstrechtfertigung zeigen ganz deutlich: Das sind Wahnsinnige im klinischen Sinne.
2. Ihre Argumentation ist diejenige von misshandelnden Eltern oder Ehepartnern: Ich musste zuschlagen, aber eigentlich hat es mir noch mehr weh getan und mir mein Herz zerrissen, weil ich doch sonst so ein herzensguter Mensch wäre.

Vermutlich ist das nicht veröffentlichungsfähig für die Sezession, aber die Briten in den Pubs fassen meine Meinung über solche Leute im Prinzip am besten zusammen:
"What a bunch of cunts..."

RMH
23. Februar 2018 20:28

Praktische Übersetzung:

Macht das Spendenkonto für passive Bewaffnung in Form von Protektoren aller Art, Schienbeinschonern, Suspensorien, stich- und schusssichere Westen etc. auf, baut - falls nicht vorhanden - ne gut verschließbare Garage und lasst während der Messetage eine sehr, sehr gute Hofsicherung auf dem Rittergut als Nachhut zurück.

Helm auf, Ohren steif halten und Glück ab!

Die wollen u.a. die Legende herstellen, dass man Euch zukünftig aus "Sicherheitsgründen" keine Messestände mehr vermieten will.

Simplicius Teutsch
23. Februar 2018 20:42

Ja, klar, man muss es deutlich sagen: Das linke Meinungsfreiheits-Geschwurbel ist ganz "praktisch" die Aufforderung zur Gewalt gegen die Personen von antaios und gegen andere rechte Verlage.

"Die Intervention gegen die Stände rechter Verlage auf der Buchmesse begreifen wir folglich auch nicht wie Blum, Pichl und Uhlig als „Bestandteil der Meinungsäußerung und […] Kampf um politische Deutungshoheiten“. Nein, im besten Fall machen Antifaschist_innen den Rechten praktisch klar, dass sie in Zukunft besser auf ihre Meinungsäußerungen verzichten."

Stil-Bluete
23. Februar 2018 20:44

Mein Leipzig lob' ich mir!
Es ist ein Klein-Paris
Und bildet s e i n e Leute!
- o h n e Meute Antifa
Hahaha! Hahaha!
(frei nach Goethe)

Bran
23. Februar 2018 20:45

Ach ja, da war ja noch die Aufgabe, dieses Pamphlet in wenige, einfach verständliche Sätze zu quetschen. Als ehemaliger Linker Schwurbler fühle ich die besondere Verantwortung, dieser Aufforderung nachzukommen, wobei ich mich für den neuerlichen Niveauabfall entschuldigen möchte, aber so steht das halt da bzw. ist so zu verstehen:

Liebe Einhörnerx und Regenbogenponiesx

An der Frankfurter Buchmesse haben wir ziemlich abgekackt und ein sehr armseliges Bild abgegeben. Wir möchten nicht mehr, dass uns das nochmals passiert, aber leider sind wir völlig hilflose Idioten. Deshalb würde es uns gut gefallen, uns in einer möglichst grossen Gruppe besammeln zu können, um aus dieser heraus gefahrfrei gewalttätig sein zu können, obwohl dabei natürlich immer die Gefahr besteht, dass wir uns selbst verletzen.
Wir behaupten zwar immer, gegen Gewalt zu sein, aber damit meinen wir natürlich, dass es uns traurig macht, wenn man uns haut. Wenn die bösen, alten, weissen Männer und Frauen (ohne X! Bätschi!) gehauen werden, finden wir das aber gut und lachen dann viel. Und dann schreiben wir darüber auf Twitter. Oder im Spiegel. Oder sonst wo im Einhornx-Land.
Das sind Widersprüche, aber wir sind leider zu dumm, um diese sinnvoll erklären oder auflösen zu können.
Daher: Kommt möglichst zahlreich! Ihr müsst euch auch vorher nicht waschen oder kämmen! Und früh aufstehen auch nicht!
Lasst uns die Harten spielen und hoffen wir, dass uns keiner wehtut!
Hasta la Victoria sempre! Nonstop Nonsens, ohne uns kein Konsens!

clivestaples
23. Februar 2018 20:47

ich sag mal so :

„ kommt der Linke nicht zu Wort, besucht er gleich den nächsten Ort.
Was in Frankfurt nicht gelungen, weil zu wenig von den Dummen,
möcht diesmal erzwungen werden, sehr gerne auch mit Blut und Scherben.
Drum auf ihr Roten folgt uns nach, verhindert eine neue Schmach.
Auf auf, zur Messe rufen Sie, steht auf marschiert, bewegt die Knie.
Werft um die Tische, schlagt die Leut, damit wer kam es schnell bereut.
Und sollte das noch nicht genügen, brauchen wir wohl noch mehr der Lügen.
Erzähl‘n dann gerne jedermann, das Rote es viel besser ham,
weil Sie die guten sind und ehrlich, und außerdem ganz ungefährlich.
Verteilen wollen sie das Geld, jedem was geben weil’s gefällt.
Und ist am End nichts mehr im Land, weil keiner mehr noch
Arbeit fand, kein Geld mehr hat um zu bezahlen, dann hungern Sie und leiden Qualen...

Fortsetzung folgt ( vielleicht)

Stil-Bluete
23. Februar 2018 21:02

Besser noch auf phonetischem Säxsch?

Mein Leibzsch, das loob'isch mr.
Es is een Glein-Baries
und bildet seine Leude!
Oohne di Meude
Ann-di-far
Hahaha!

Seemann
23. Februar 2018 21:10

Sie wollen mit uns nicht reden, sie wollen uns vernichten. Das ist das Motto dieser politischen Irrläufer. Ich habe mir die Rede von Cem Özdemir im Bundestag angeschaut, mit hochroten Kopf erwiderte er die Rede des AFD Abgeordneten Curio. Man konnte den puren Hass in seinen Augen erkennen, so wird es auch bei der Messe sein. Man kann nur hoffen, dass ihr euch gut schützt.

Waldgaenger aus Schwaben
23. Februar 2018 21:20

Machte man sich die wirre Denkweise der Autoren dieses Aufrufes zur Gewalt zu eigen, wären von innen heraus folgende Fragen zu stellen:

1) Wie weit gehen wir? Nur Gewalt gegen Sachen oder auch gegen Menschen, auch gegen Angehörige, Kinder der Feinde? Sind wir zu politischen Morden bereit?
Zu Bombenanschlägen, die auch Unbeteiligte treffen können?
Wenn nicht, warum ziehen wir die Grenze der Gewaltanwendung dort wo wir sie ziehen? Und unter welchen Bedingungen verschieben wir diese Grenze?

2) Welche Verbündete akzeptieren wir? Kriminelle, die sich nur bereichern wollen? Perverse, denen es Freude bereitet Menschen zu quälen? Islamisten? Anitsemiten?
Wenn wir nicht jeden als Verbündeten akzeptieren, warum ziehen wir die Grenze dort wo wir sie ziehen? Und unter welchen Bedingungen verschieben wir diese Grenze?

3) Und schliesslich die wichtigste Frage: Können wir überhaupt gewinnen? Hinter dem Feind steckt doch nach unserer Auffassung das Großkapital, das immer nötige Geld haben wird, sich Söldner zu kaufen, die uns letztlich vernichten werden. Auf jede Stufe der Eskalation unsererseits wird eine weitere seitens des Feindes erfolgen.

sokrates399
23. Februar 2018 21:42

Wenn die schreiben: „wir stehen für Kommunismus ein. Damit ist eine Bewegung gemeint, die darauf hinstrebt alle menschlichen Verhältnisse der gesellschaftlichen Debatte und Planung zu unterwerfen“, dann erinnert das doch sehr an eine Aussage des ehemaligen großen Vorsitzenden und Massenmörders: „Alle irrigen Gedanken, alles giftige Unkraut und alle finsteren Mächte müssen kritisiert werden, und wir dürfen unter keinen Umständen zulassen, daß sie sich beliebig ausbreiten.“
Ob nun „Konservativ, Rechtspopulist oder Nazi“: Alles wird für diese Menschheitsbeglücker ein Lager. Wir wissen also, wer wir sind und was uns droht, aber auch, was wir zu tun haben.

Andreas Walter
23. Februar 2018 21:53

Eine reine Kosten/Nutzen Frage und des Prestiges, Herr Kubitschek. Solange keine Menschen dabei zu Schaden kommen. Doch auch Scheinrückzüge können manchmal strategisch das Richtige sein.

...

antwort kubitschek:
danke für Ihre zeilen. habe alles gelesen und vermerkt, ist nichts für die öffentlichkeit, das wissen Sie, nicht?

Caroline Sommerfeld
23. Februar 2018 22:28

Zwei Versuche von mir sind ja im Beitrag, hier ein dritter:

Er kam aus Leipzig links unten
und hat zwei Gedanken verbunden
vom Kommunismus zu träumen
unsern Stand abzuräumen
die Logik hat Lenin erfunden.

Hartwig aus LG8
23. Februar 2018 22:33

""Und schliesslich die wichtigste Frage: Können wir überhaupt gewinnen? ""

@ Waldgänger aus Schwaben

Seit einer halben Stunde versuche ich Ihnen zu antworten. Nun habe ich alles wieder gelöscht. Zuviel Geschwätz. Seien Sie einfach als Mann vor Ort. Ich freue mich auf unseren Handschlag.

Paule
23. Februar 2018 22:59

Mir fällt eine alte Kampagne der radikal ein. Entweder zur Provokation in dem entsprechenden Schriftbild oder in dem aktuellen Antaios Design:

Wahre Worte statt Ware Worte!

Passt nur am Rande - aber da doch sehr schön?! Ich hätte gern einen Abzug vom Plakat. ;-)

Ansonsten wäre ich Fan von Tucholsky:

Rosen auf den Weg gestreut

Ihr müßt sie lieb und nett behandeln,
erschreckt sie nicht – sie sind so zart!
Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln,
getreulich ihrer Eigenart!
Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:
Küßt die Kommunisten, wo ihr sie trefft!

Wenn sie in ihren Sälen hetzen,
sagt: »Ja und Amen – aber gern!
Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!«
Und prügeln sie, so lobt den Herrn.
Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!
Küßt die Kommunisten, wo ihr sie trefft.

Und schießen sie –: du lieber Himmel,
schätzt ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifisten-Fimmel!
Wer möchte nicht gern Opfer sein?
Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,

gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen …
Und verspürt ihr auch
in euerm Bauch
den Marxschen-Dolch, tief, bis zum Heft –:
Küßt die Kommunisten, küßt die Kommunisten,
küßt die Kommunisten, wo ihr sie trefft –!

Martin Heinrich
23. Februar 2018 23:10

Das Ganze reduziert sich auf die Aussage:
" ... und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein!"

Paule
23. Februar 2018 23:36

Einen Nachtrag habe ich noch:

"Rechte haben das Ziel die Möglichkeit sozialer Befreiung und Selbstbestimmung im Keim zu ersticken. Wenn sie Meinungsfreiheit bekommen, werden sie diese für den Versuch nutzen, ein Regime zu errichten, in dem keine freie Debatte, keine Rationalität und keine allgemeine Teilhabe mehr möglich sein wird."

Mag sein, aber ich habe für linke Meinungsfreiheit gekämpft. Jetzt, mittlerweile Christ, ernte ich, was ich gesät habe: Bei Facebook als Abtreibungsgegner, Islamkritiker und "homophober Sektierer" geächtet. Als AfD Sympathisant als Nazi beschimpft etc. pp.

Beim Lesen des Textes oben drängt sich mir noch ein Teil des Liedes "Fickpisse" von Fischmob auf:

Der Spaß ist vorbei – das stimmt um so mehr,
denn Verblendung macht den Linken oft zum Reaktionär.
So absurd es klingen mag, von wegen Widerspruch in sich,
aber linke Aktionen sind mitunter etwas merkwürdig.
Faschos sind gefährlich und oftmals Trottel obendrein,
nur leuchtet mir beim allerbesten Willen nur nicht ein,
warum gerade die Methoden, die die Faschos etablieren,
bei der Planung der Antifa nicht selten dominieren.
Da werden Schriften verbrannt und Leute denunziert
und auf Gewalt wird ganz gerissen mit Gewalt reagiert.
Meistens reicht ganz einfach ein vager Verdacht,
der aus ganz normalen Menschen plötzlich Faschoschweine macht.
Erstmal auf die Fresse – rein prophylaktisch,
fragen kann man später – irrsinnig praktisch!
Das kann doch nicht die Art sein, wie man Leute überzeugt
kein Wunder, daß man sich so die Anhänger verscheucht
denn der Zweck heiligt die Mittel nicht immer...

Andreas Walter
23. Februar 2018 23:52

@RMH

Mann, gut, RMH, dass Sie daran gedacht haben. Eine Gruppe sieht eben mehr als Einzelne und an den Aspekt habe ich gerade auch nicht gedacht. Auch Fahrzeuge sollten darum an und wieder abfahren oder müssen geschützt werden.

Ja, gibt eine Menge zu bedenken, sobald man bedroht wird. Darum ja auch das Netzwerk, in dem es möglichst alles geben muss, Theoretiker und Praktiker, Denker und Handwerker.

Alle 10 Millionen Deutsche müssen darum ab jetzt zusammenhalten, egal, was Andere darüber denken oder für was sie das halten. Weil es sowieso egal ist, sie immer lügen werden, selbst wenn wir Engel wären. Also darauf gesch.... .

Andreas Walter
24. Februar 2018 00:45

Hihihi, ne, wusste ich nicht, aber ist OK.

Doch ich weiß eben was das auch für Menschen waren und wie die ticken, die auf uns geschossen, einen unserer Angestellten, einen Mexikaner, erschossen, seinen Sohn und meinen Onkel schwer verletzt und meinen Vater nur um ein Haar verfehlt haben.

Trotzdem habe ich bis heute gute Ideen und Gedanken, wie man auch solchen Menschen helfen könnte, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Sicher aber nicht durch Mord und Gewalt.

Lotta Vorbeck
24. Februar 2018 01:07

Klingt bedrohlich und das soll es wohl auch.

Dennoch ist's längst noch nicht ausgemachte Sache, daß die Bunten Khmer letztlich obsiegen.

Mit solchen Aktionen verbauen sie sich jede Chance darauf, daß diesen Merkeljakobinern im Falle ihrer Niederlage Pardon gewährt oder ein Gentlemens-Agreement angeboten werden könnte.

eike
24. Februar 2018 04:37

Das Pamphlet ist nur der (vorläufige) Höhepunkt einer Entwicklung, die vor etwa 40 Jahren begann.

Wir haben zugelassen, daß aus unserer Geschichte ein Verbrecheralbum gemacht wird.
Wir haben uns nicht gewehrt, als man verbot, gewisse Aspekte des Zweiten Weltkriegs wissenschaftlich zu untersuchen (§130).
Wir haben mit den Schultern gezuckt, als im "freiesten Staat auf deutschem Boden" Tausende für Jahre ins Gefängnis gingen oder ihre Stellung verloren, weil sie die Geschichte anders sahen. Frei nach Niemöller: "Als sie die Revisionisten abholten, habe ich weggeschaut - ich war ja kein Revisionist".
Wir haben nicht gemuckt, als wir Staatssender und subventionierte Propaganda bezahlen mußten und von unseren Steuergeldern Schlägertruppen finanziert wurde.

Bei alledem haben wir uns noch edel gefühlt, weil wir Schuld auf uns nahmen, ohne schuldig zu sein. Wir glaubten, das sei gratis.

Nun bekommen wir die Rechnung präsentiert: Gewalt gegen uns kann mittlerweile frech und selbstsicher angekündigt werden.

"Und schliesslich die wichtigste Frage: Können wir überhaupt gewinnen? Hinter dem Feind steckt doch nach unserer Auffassung das Großkapital, das immer nötige Geld haben wird, sich Söldner zu kaufen, die uns letztlich vernichten werden."

Habe gerade ein paar Hundert Euro für Sicherheitsmaßnahmen der Familie Kubitschek an IFS gespendet.

Ostelbischer Junker
24. Februar 2018 06:31

Liebe Kommunisten: Der Widerspruch löst sich ganz einfach auf, wenn ihr endlich zugebt, dass ihr nichts von Meinungsfreiheit haltet, es aber aus Gründen des guten Geruchs, der regelmäßigen Einzahlung von Ausputzentgelt und weil der böse Wolf es so offen aussprach für nötig haltet, euch mit diesem Etikett zu schmücken. Quält euch doch nicht selbst mit bürgerlichem Ballast.

Und ihr könnt beruhigt sein: Sollten wir pösen Puben übernehmen, entlassen wir Connewitz sofort in die Reichsunmittelbarkeit. Ihr werdet ungestört alles von unten organisieren können. Auf eigene Rechnung.

John Haase
24. Februar 2018 07:01

Es war eine Gruppe in Leipzig,
die schrieb: „Leipzig ist bunt und so bleibt es!
Hühühü und Trara
Zeckzeckzeck blablabla
Wir gehn randaliern und zwar reichlich“

Oder ein Haiku:

Lang ist‘s zu lesen
Doch schnell zu verstehen schon:
„Wir gehn randaliern“

Noch einer, etwas esoterischer:

Gedanken sind frei
Heilige Vielfalt schlägt zu
Zivilgesellschaft

H. M. Richter
24. Februar 2018 07:41

"Maximale Präsenz! Janker und Tweet-Sakko im Schrank lassen und lieber etwas Praktisches anziehen. Ich werde wohl Mitte März drei Tage Urlaub nehmen ..." [Hartwig aus LG8]
_______________________________________

Wir müssen auf die in Diktaturen gemachten Erfahrungen zurückgreifen.

Neben dem bereits gemachten Vorschlag, daß ehemalige Bürgerrechtler - wie beispielsweise Vera Lengsfeld, Angelika Barbe, die Beleites-Brüder u.a. - den Stand besuchen könnten, sollte es möglich sein, daß Landtags- und möglichst Bundestagsabgeordnete der einzigen vorhandenen Oppositionspartei in Deutschland sich abwechselnd am Stand einfinden.

Dies würde zu folgender Situation führen: Kann sich der Staat, kann sich die Messeleitung es leisten, daß Bilder von - auf einer Buchmesse (!) in Deutschland - verletzten oppositionellen Parlamentariern um die Welt gehen ?!

Will man diesen internationalen Offenbarungseid verhindern, kann dies nach Lage der Dinge nur geschehen, wenn die bedrohten Messestände aktiv geschützt werden. (Nach den Frankfurter Erfahrungen muß hinzugefügt werden: Tag UND Nacht.)

P.S.:
Nicht einmal die SED-Kommunisten wagten, den an der Deutschen Bücherei in Leipzig (heutige Nationalbibliothek Leipzig) zu lesenden Spruch „Freie Statt für freies Wort, freier Forschung sichrer Port, reiner Wahrheit Schutz und Hort“ zu entfernen.

Ich schlage aus gegebenen Anlaß vor, den Antaios-Messestand H601 in Halle 3 dieses Jahr unter dieses auf Schiller zurückgehende Motto zu stellen.

Leipzigs Messeleitung wird sich zu entscheiden haben, ob sie sich auf die Seite von jenen stellt, die freie Menschen und das freie Wort angreifen.

Oder doch auf die Seite jener, welche die Freiheit verteidigen werden.

Durendal
24. Februar 2018 07:55

Eine Absicht der anderen Seite dürfte darin bestehen, Bilder und Szenen zu provozieren, die anschließend als angebliche Belege "rechter Gewalt" etc. verbreitet werden können.
Gleichzeitig sind die Drohungen in dem Schreiben angesichts der Erfahrungen der vergangenen Monate Ernst zu nehmen.
Wer in der Öffentlichkeit als Initiator von Gewalt wahrgenommen wird, verliert den Kampf auf informationeller Ebene, aber auch der, der vor ihr zurückweicht und schwach wirkt.
Man sollte während der Veranstaltung für eigene Videodokumentation linker Aktionen sorgen und auch am Stand entsprechende Vorkehrungen treffen. Ggf. dort vorgenommene Beschädigungen kann man im Konzept berücksichtigen um herauszustellen, dass die Gewalt von der anderen Seite ausgeht.
Es wird Provokationsversuche geben, und man sollte sich überlegen, wie man ihnen souverän und stark begegnet, ohne ihnen nachzugeben.
Die Kunst wird darin bestehen, ein Konzept zu entwickeln, dass eine Fortsetzung der von Störungsversuchen betroffenen Veranstaltungen zu ermöglicht ohne die von der anderen Seite gewünschten Bilder zu produzieren. Ideal wäre es, wenn die andere Seite künftig abgeschreckt wäre (z.B. nach Festnahmen die durch Beweissicherung ermöglicht wurden), bloßgestellt wird (z.B. weil nur sie als Gewaltakteur erkennbar wird) und scheitert (z.B. weil von der Veranstaltung ein selbstbewusstes Zeichen ausgeht, dass sie nicht weicht, etwa in Form eines gemeinsam gesungenen "Die Gedanken sind frei". Das kennt jeder, und es wirkt zugleich stark und nicht gewalttätig.)

Waldgaenger aus Schwaben
24. Februar 2018 08:08

@Hartwig aus LG8

Ich stelle diese Fragen aus der Perspektive des Gegners, der Linken also. Wie kann die Linke überhaupt gewinnen?

Ich kan mir kaum ein Szenario vorstellen, in dem es dem Antaios-Verlag nicht gelingt aus einem Rückzug letztlich mehr Nutzen als Schaden zu ziehen.

Dagegen kann ich mir viele Szenario denken, in denen der Verfasser des Pamphletes erhebliche Nachteile erleidet und der Verlag Vorteile einstreicht.

Die Aufforderung "rechte Infostände abzuräumen" ist an der Grenze zur öffentlichen Aufforderung Straftaten zu begehen und wäre damit als Anstiftung strafbar. Kommt jemand dieser Aufforderung nach, kann der Verlag nach einer allfälligen Verurteilung des Täters Schadensersatz verlangen. Das Abräumen könnte als Raub oder schwerer Landesfriedensbruch gelten und für Täter und Anstifter eine mehrjährige Haftstrafe nach sich ziehen. Der Verfasser könnte auch bestaft und privat in Haftung genommen werden, wenn ein linker Spinner anonym eine Bombendrohung sendet.

Dazu käme in beiden Szenarien die erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit für den Verlag.

All dies nicht bedacht zu haben, spricht nicht für die Intelligenz des Autors des Pamphlets.

Ich überlege tatsächlich nach Leipzig zu kommen auch wenn es weit ist. Meine Holde steht auf Städtereisen, während ich lieber in die Natur gehe. Ich könnte ihr genau an diesem Tag eine Reise vorschlagen und dann auf die Buchmesse gehen.

Rorschach
24. Februar 2018 08:15

Warum tun wir der sog. "Antifa" den Gefallen, sie als solche zu betiteln? "Die Antifa" existiert nicht. Es handelt sich bei den Damen und Herren um einzelne Pöbler, Realitätsferne linke und kriminelle, weiter nichts.
Sobald wir den Begriff des Antifa verwenden, bestimmen diese selbsternannten schon den Diskurs und wir bauen um sie herum eine legitime Organisation im "Kampf gegen das Böse" auf. Unser Gegner weiß das und lacht sich ins Fäustchen.
Also weniger Beachtung schenken und sie nicht zu etwas werden lassen, das sie nicht sind.

Und das schreibe ich nicht, um mich gegen den Faschismus als solches zu wenden. Denn der Umgang mit diesem Begriff bestimmen ja eben auch sie.

Thorsten B
24. Februar 2018 09:16

Da neben der Hoffnung auf Einschüchterung bei dem Geschreibsel auch das Kalkül durchklingt, dass wenn ernsthafte Verletzungen entstehen, die laufenden Veranstaltungen abgebrochen und weitere abgesagt werden, stellt sich mir die Frage ob wir als aktive Unterstützung vor Ort nicht organisierter vorgehen sollten als das bisherige „wer kommt ist da“.
Persönliches Kennen, Austausch, Codes, Aufstellung, Einsatzplanung, Durchsprechen von „was wenn“ wäre meines Erachtens nun die passende Replik.

Zarathustra
24. Februar 2018 10:45

Drei praktische Vorschläge:

1. Zum Gewinnen der kommenden Informationsschlacht ist es wichtig, Lügen des Gegners (sei es in der Behauptung seiner Elemente, unschuldig angegriffen worden zu sein, sei es in ihrer Leugnung von Straftaten) rasch und eindeutig als solche zu entlarven. Dazu könnte eine – auch zeitlich – flächendeckende und multiperspektivische Präsenz hochauflösender Kameras von Nutzen sein (Darüber hinaus sollten Handykameras situationsbedingt aktiviert werden).

2. Diese Kameras werden auch dem gegnerischen Versuch entgegenwirken, die Atmosphäre um den Antaios-Stand mit Hilfe VS-bezahlter Skinheads (vom NPD-Stand gegenüber) falsch darzustellen. Je mehr und je zeitnaher Bilder von den »guten, schönen, gebildeten Rechten« um den Antaios-Stand verbreitet werden, um so besser. Hier ist die Präsenz von Antaios-Lesern gefragt.

3. Last but not least: Es ist nicht auszuschließen, daß der zitierte Text ein Ablenkungsmanöver der Antifanten ist, die eigentlich einen großangelegten Verwüstungsschlag auf das Rittergut vorhaben. Entsprechende Vorkehrungen sollten unbedingt in Schnellroda getroffen werden. Die Zahl und die Ausrüstung des Wachpersonals sollte diesem Szenario entsprechend kalibriert sein.

Scholasticulus Paracelsi
24. Februar 2018 11:18

"wir stehen für Kommunismus ein. Damit ist eine Bewegung gemeint, die darauf hinstrebt alle menschlichen Verhältnisse der gesellschaftlichen Debatte und Planung zu unterwerfen. In der die Produktion, die Reproduktion, die Verwaltung und die Sicherheit radikal selbst organisiert und von der Basis kontrolliert sind. Also eine Gesellschaft ohne Kapitalverhältnis und auch ohne Nationalstaat."

Die Messeleitung kann an diesen Sätzen des Originalartikels genauestens erkennen, dass es sich bei den Autoren um Anhänger der "Diktatur des Proletariats" handelt, die sich bewußt und nahtlos in die Tradition der kommunistischen Diktaturen einreihen und somit der aktuellen freiheitlich-demokratischen Grundordnung - es ist ein anderes Thema, ob dieses Wort bereits "" benötigt, wenn man genau beschreiben will - ablehnend und feindlich gegenüber stehen.
Im anschließenden Satz verschleiern sie dies, indem sie als Gegner die bürgerliche Gesellschaft und Demokratie nicht explizit benennen, sondern nur die vom "mainstream" anerkannten Bösen: "Wir wollen Konservativen, Rechtspopulist_innen, Nazis, Faschist_innen und wie sie alle heißen ihre Geschäftsgrundlage entziehen."

Mit anderen Worten: eine Messeleitung, die nicht eigenaktiv engagiert und konsequent gegen alle vorgeht, die diesen Aufruf unterstützen und in Taten umzusetzen gedenken, schützt NICHT die demokratischen Rechte und Freiheiten in einer offenen Gesellschaft, sondern solidarisiert sich mit dem Kampf für eine erneute kommunistische Diktatur auf deutschem Boden.

Pit
24. Februar 2018 13:06

Es wird m.E. zu wenig konstatiert, daß die sog. "Linke" gegen die Nichtzustimmer Krieg führt, also völlig klar mit Gewalt politische Ziele verfolgt.

Was ich aber thematisieren möchte, ist, warum sie damit durchkommen. Warum gibt es allerorts gleichgültiges Schulterzucken und Zustimmung zu linker Gewalt? Mir scheint: weil es glaubhaft erscheint, daß es VERTEIDIGUNGSgewalt sei.

Warum kann linke Gewalt gegen den politisch Anderswollenden als Verteidigungsgewalt verkauft werden? Ist die "Rechte" gewalttätig? Meine Vermutung: ja. "Rechts" versteht sich ausdrücklich als gewalttätig, möchte mit Gewalt zwingen und unterdrücken. Man lese "rechte" Kommentarstränge. Die Leute nehmen es wahr und suchen Schutz vor dieser Gewalt im linken Bündnis.

M.E. wäre viel oder alles gewonnen, wenn man sich auf das non-aggression principle einigen könnte, und überhaupt auf die Freiwilligkeit aller Interaktionen. Das kann zur Spaltung des Volkes führen, und den Preis muß man zu zahlen bereit sein dafür, daß dann jeder nach seiner Façon selig werden kann: Sezession!, wenn man sich denn nicht einigen kann.

Aber Gewalt muß das ultimative Tabu sein. Es IST eben ein grundlegender Unterschied, ob ich jemand sage, daß mir seine Meinung nicht gefällt, oder ob ich ihm deswegen einen Stein an den Kopf werfe. Das ist nicht eine "ein bißchen andere" Reaktion, sondern eine grundlegend andere Reaktion. Gewalt muß das ultimative Tabu sein.

Solution
24. Februar 2018 13:07

Es ist unabdingbar für den Verlag, sich öffentlich zu präsentieren. Wer kann, sollte hinfahren. Für die meisten anderen gilt: Spenden.

Es mag klingen, wie es will - wenn viel Geld da ist, kann selbst die Antifa unterm Strich nichts erreichen. Mit Geld kann man (fast) alles machen. Die Erfolge der Antifa beruhen neben der Verursachung körperlicher Schäden zum allergrößten Teil auf finanziell-materiellen Schädigungen. Setzen wir unsere vereinte Finanzkraft dagegen, haben sie keine Chance.

Daher rege ich erneut die Einrichtung eines präventiven Solidaritätskontos an, um zu erwartende Schäden auszugleichen und präventive Maßnahmen der Sicherheitstechnik zu unterstützen.

Wenn jeder Abonnent von Sezession ein zusätzliches Buch bestellen würde, wäre das auch schon ein Anfang. Meine Bestellung ist gestern raus.

heinrichbrueck
24. Februar 2018 14:07

Eine bessere Begründung für Machtlosigkeit, von den Genoss_innen in eigener Sprache nachgeplappert, wird in jedem Kindergarten sichtbarer. Wenn eine gute Kindergärtnerin eine Klasse um sich scharrt, ihnen gekonnt ein Märchen erzählt, werden die kleinen Revoluzzer brav wie Kurzschwanz-Zwerghamster. Läßt man sie aber gewähren, kommen die Hamster auf Ideen. Sie schaffen sich eine eigene Märchenwelt, wollen diese sogar in die Tat umsetzen. Es kommt darauf an, schließlich bleiben Hamster immer Hamster, - was wird die Kindergärtnerin tun? Schlußendlich entscheiden die trotzkistischen Hamster niemals über die ewigen Lebensgesetze, wie dieses Unterwerfungsschreiben hinlänglich den Beweis liefert! Die Antifa ist die ewige Kapitulation vor dem Höheren. Ihre aufrührerische Tarnung nützt ihr nichts, sie erleichtert ihr nicht einmal das Zugrundegehen.

Martin Lichtmesz
24. Februar 2018 14:25

Diese Verse ließ mir der bekannte griechische Poet P. aus ****** zukommen.

****

DIE RECHTFERTIGTEN

Wir haben die Weisheit mit Löffeln gefressen
und kotzen vor Glück sie in staunende Mengen.
Wir haben -so satt- den Hunger vergessen
nach geistigem Nährwert in geistigen Engen.

Wir – Heere gerechter Rotweingenießer,
Versteher, Verkünder richtiger Richtung,
Wächter, Verfechter und Ethikbeschließer-
ermahnen die Massen zu neuester Züchtung.

Brüder zur Sonne! Zum Aufgang im Norden!
Die großen Tiegel stehen bereit,
zu schmelzen das Fleisch, das Selbst auszumorden,
zu schaffen die graue Rechteinigkeit.

Stil-Bluete
24. Februar 2018 14:28

@ Rorschach
'Warum tun wir der sog. "Antifa" den Gefallen, sie als solche zu betiteln?'
Stimmt. Wenn schon, dann wenigstens wie bei Ihnen mit Gänsefüßchen zeigen bzw. schreiben.

Immer noch S.J.
24. Februar 2018 16:55

In Halle und Leipzig sowie natürlich in Berlin ist die Antifa in der Tat zahlreich organisiert und mehr als in Frankfurt steht zu erwarten. Der Einschüchterungs- und Rechtfertigungsversuch geht in mehrere Richtungen. Den Verfassern ist bewusst, dass er gelesen wird und sie setzen auch darauf: Dieser und weitere Veranstalter sollen dazu bewogen werden, rechte Verlage aus Sicherheitsgründen jetzt und natürlich zukünftig auszuladen. Antaios und andere Verlage sollen metaphorisch gesprochen den Schwanz einziehen und winselnd ihre Beteiligung in Leipzig absagen. Die Hoffnung der Verfasser ist es, eine große Beteiligung der Zivilgesellschaft zu bewirken (Gewerkschaften, prominente Vertreter aus dem linken Parteienspektrum z.B.), was sich an den Veredelungsversuchen ihrer Argumentation und dem ausführlichen Gebrauch dramatisch klingender Warnvokabeln aus der Mottenkiste der Geschichte ableitet. Und da die Antifa weiß, dass die Behörden mitlesen, ist dies natürlich auch die übliche Verfahrensweise, die Behörden zu provozieren, um ggf. einen Beleg für die Stimmigkeit des antifaschistischen Weltbildes einzusammeln.
Es ist klar, dass möglichst viele vor Ort sein sollten, in bester friedlicher Absicht, aber auch willens, das Recht der Meinungsfreiheit nicht einfach so aufzugeben. Ich finde auch, dass man sich offiziell mit der Bitte an die Behörden wenden soll, die Meinungsfreiheit als Rechtsgut zu schützen. Dies ist eine, aber nicht die entscheidende Nagelprobe. Hat sich eigentlich schon jeder bewusst gemacht (ich hoffe, die Antifa-Anhängerschaft liest hier in Teilen mit), dass laut Emnid in Ostdeutschland die AfD mit 25% und nur einem Prozentpunkt Rückstand die zweitgrößte Volkspartei geworden ist?

Alveradis
24. Februar 2018 18:09

Die Freiheit, die ist unserZiel
im Heute ist sie stets zu viel

Drum lasst uns schubsen, schlagen schrein
dann kann sie immer Zukunft sein

Alveradis
24. Februar 2018 18:33

Kniffelig ist das schon aber, eh ...

... also konkret verprügeln wir ja keine Meinungen sondern bloß Menschen.

Eh... hm ... ach ja!

Also ... so lange nicht jeder einzelne Weltbürger einen Stand auf der Leipziger Buchmesse hat, spielt ein bisschen mehr Ausgrenzung auch keine große Geige.
.... .... .... hmmm ...

Kapitalverhältnis.

Geschafft! Na bitte! Puh.

Wolfsjagd
24. Februar 2018 20:03

„Und zugleich bitten wir unsere Leser um Mitarbeit:“

Nun denn:

Das erste, was mich in der Mitte des Textes überrascht hat, war
ein für mich sehr merkwürdiger Verweis auf einen sehr
merkwürdigen Kommunismus; ein Kommunismus weniger des sozialen
Ausgleichs als der eines Ameisenhaufens, eines Arbeitslagers als
Kindergarten, einer Weltregierung in der verrauchten WG-Küche:

„Damit ist eine Bewegung gemeint, die darauf hinstrebt alle
menschlichen Verhältnisse der gesellschaftlichen Debatte und
Planung zu unterwerfen. … radikal selbst organisiert und von
der Basis kontrolliert … ohne Nationalstaat ….“

Ein Kommunismus, wie er meiner Erinnerung im Sozialismus nie
angedacht war. Die Kommunisten der DDR haben in den ersten
zwanzig Jahren vor allem (neben Bildung und Kultur) vor allem
die Großindustrie, die Infrastruktur und dann, m.E. weniger aus
ideologischen als aus nackten wirtschaftlichen Notwendigkeiten
die Landwirtschaft unter ihre Kontrolle gebracht. [Die
Nacht-und-Nebel-Privatisierung Anfang der 70er war eine
verheerend große Dummheit; man hat in den 80ern minimal
versucht, das wieder geradezuziehen.]

Eher: Wer so denkt wie oben zitiert, träumt weniger von
Kommunismus als von Lockenwicklern auf Bezugsschein (was m.E.
eher ein Hinweis auf ein ungesundes Selbst-Bewusstsein und
Ich-Schwäche ist).

M.E. ist diese „seelisch-geistige Verfasstheit“ gerade junger
Linker nicht ohne die Verwerfungen zu betrachten, die die
jahrzehntelange „Verweib(er)lichung“ des Bildungs- und
Erziehungssystems hervorgerufen hat – bei den jungen Männern
bringt dieses „sanfte“ System der erpressten Wehrlosigkeit m.E.
neben einem verschlagen Opportunismus der Mehrheit eine Zahl
emotional, geistig und sexuell Deklassierter hervor [und das
sind nicht unbedingt die Lauen], junge Männer, die gute Gründe
haben, sich verstoßen zu fühlen und die mit der Illusion einer
idealistischen Kampf-Gemeinschaft allzuleicht einzufangen sind:

O.k., eh das hier zu lang wird, versuche ich mal, aus dem
ellenlangen Text ein paar Dummheiten herauszuextrahieren:

– „Rationalität“: Zum (überaus erfolgreichen)
linken/linksliberalen Geschichtsbild gehört der „Fortschritt“ –
die anderen sind die Älteren, die aus der ungerechten,
unmenschlichen Zeit, früher was alles dümmer, irrational,
ungerecht und ohne Facebook, nur wir sind rational. Die anderen
verbreiten „affektive Angebote“, sind intellektuell betrachtet
quasi Tierreich, müssen sich blamiert haben mit ihrer Meinung,
die gar keine ist, sondern ein Verbrechen. Um diese „Rationalität“
in einem Satz zusammenzufassen: „Rede, Genosse Mauser“.

– „Hamlet-Syndrom“ (man fühlt sich von Auschwitz Geschichte
Kommunismus Menschheit berufen, maßt sich das staatliche
Gewaltmonopol an und „diskutiert“ darüber, ob man den Diskurs
eingreifen „darf“) und beglückt die ganze Welt mit Kopfnoten.
Der Größenwahn von Einzelkindern, die ihre Eltern erziehen
müssen.

„Meinungsfreiheit ist in einem Staat erst dann gegeben, wenn
dieser seine Bürger_innen notfalls auch mit Gewalt davor
schützt, dass ihre freie Meinungsäußerung maßgeblich
eingeschränkt oder unterbunden wird. Andernfalls ließe sich
nur schwer begründen, warum beispielsweise der russische Staat
dafür zu kritisieren sei, dass er offen zugibt,
Zeitungsredaktionen nicht vor Anschlägen und Übergriffen durch
politische oder mafiöse Strukturen zu schützen.“

– Kult der Ohnmacht/„herrschaftsfreier Diskurs“ : Wie gesagt,
verweib(er)lichte Erziehung hinterlässt Angst vor Bindung
(zumindest vor der, die auch mal zupackt) – Erfahrung von echter
realer menschlicher Bindung kommt nicht aus ohne Macht-,
Ohnmachts-, Erziehungserfahrungen.

Das Ideal eines „herrschaftsfreien Diskurses“ – wer „Menschheit“
sagt, darf sprechen, wer Hunger hat, ist nicht „Menschheit“, wer
Hunger hat, sucht Macht und ist Feind.

– VOPO-Allüren und Postmoderne: Für *Gesellschafts*-Wissenschaft
sind diese linken Landeskinder zu dumm, vom Menschen wissen sie
nur, dass er IDEAL resp. „Menschheit“ oder „Nazi!“ ist (der Rest
ist Hygiene), da reicht es dann auch nur zu Meinungs-Bildung und
aufgespießten Schmetterlingen:

„Oder die Frage der Abgrenzung: wenn faschistische oder
nationalsozialistische Meinungsäußerungen verboten werden
würden – auf welcher Grundlage werden dann rechtskonservative
erlaubt? Im Zweifelsfall würde eine solche Abgrenzung den
nicht-verbotenen Meinungen eine gesellschaftliche Legitimität
verleihen, die sie eigentlich nicht haben. Kontinuitäten wie
etwa die zwischen Faschismus und Konservatismus, Arbeitsethos
und Sozialrassismus, Zinskritik und Antisemitismus würden auf
diese Weise in der Debatte schwer erkenntlich.“

– Eskalation durch „Deeskalation“: Das Credo der
„Zivilgesellschaft“ heißt „Weil ich es kann!“; ihre Strategie
will nicht weniger, als dass die anderen gefälligst zuerst
zuschlagen. Nicht nur wegen der Presse. Junge und in
(körperlichen) Auseinandersetzungen Unerfahrene unter Vorgaben
wie „Wir verüben nur Gewalt gegen Sachen“ („Infostände
abräumen“) in Situationen zu schicken, in denen die anderen sich
irgendwann wehren __müssen__, ist die schlaue wie perfide
Eskalationsstrategie derer, die sich links nennen.

Taktische Informationen kann man hier m.E. weniger entnehmen.

Alveradis
24. Februar 2018 20:49

Der Text hört sich angstzerfressen an denn überall lauern Widersprüche und dann noch das Kontinuum und die Angst muss sich, bei jungen Männern zumal, auch mal in Schlägereien und Gebrüll auflösen lassen, wenigstens für den einen Moment. Weil's ja auch vorkam als Kontinuum (ui) und ich den jungen Menschen auch helfen will, hier was für ein Spruchband:

Nazis vertreiben
die Zinsknechtschaft muss bleiben!

Es lässt sich auch gut rufen. Ich hab es ausprobiert. Aber Männer können so was schmissiger.

Andreas Walter
24. Februar 2018 22:32

Ich habe schon als Kind Gewalt gegen mich erlebt

und konnte mich damals nicht wehren,

doch jetzt bin ich gross

und kann endlich selbst autoritär werden.

Antifa bedeutet daher Anti Father (wie Stalin). Gewalt zieht sich darum auch durch ihr ganzes Leben. Worunter sie daher unbewusst, also ohne es selbst zu wissen oder zu verstehen oft leiden ist das, was man in der Psychologie als Projektion bezeichnet. Darum schreibt er ja auch:

"Rechte haben das Ziel die Möglichkeit sozialer Befreiung und Selbstbestimmung im Keim zu ersticken. Wenn sie Meinungsfreiheit bekommen, werden sie diese für den Versuch nutzen, ein Regime zu errichten, in dem keine freie Debatte, keine Rationalität und keine allgemeine Teilhabe mehr möglich sein wird."

Trifft aber alles, zumindest auf mich, nicht zu. Ich hatte selbst mit meinem Vater jahrelang einen Disput, habe selbst jahrzehntelang darum auch mit Autorität und Autoritäten Probleme gehabt, und habe sie teilweise sogar noch heute. Doch in meinem Fall gilt das sogar für Frauen, weil ich auch eine etwas eigenartige Mutter hatte. Meine Freiheitsliebe und Wunsch nach Selbstbestimmung steht daher keinem Antifa in etwas nach. Doch ich glaube zum Einen nicht an Marxismus, und zum Anderen habe ich vor ein paar Jahren erst all diese Zusammenhänge bei mir selbst erkannt, sogar ohne Hilfe eines Psychotherapeuten, aber dank vieler Bücher und Artikel, die ich im Lauf meines Lebens gelesen habe, auch im Netz. Mein Leben ist darum auch alles andere als geradlinig, und ich habe darum auch schon viele verrückte und auch verbotene Dinge getan. Habe darum auch Bekannte in fast allen Kreisen.

Darum kenne ich auch dich, "the future is unwritten", besser als dir lieb ist und du womöglich das verträgst. Doch mehr als einen Kompromiss kann ich dir nicht anbieten, und nur den gilt es zu verhandeln. Willst du mich aber schlagen, schlägst du dich damit selbst, und bist du wieder damit nur ein Verlierer.

Blue Angel
24. Februar 2018 22:58

Schön zu sehen, wie kreativ "bös-dumme" Rechte mit solchen Ungeheuerlichkeiten umgehen!

Die von einem Vorkommentator geäußerte Befürchtung, es könnte sich (auch) um ein Ablenkungsmanöver handeln, ist m. E. nicht von der Hand zu weisen...Frage: Gibt es ein Gästezimmer mit Co-Übernachtungsmöglichkeit für einen (katzenverträglichen) Hund? Evtl. könnten wir uns dann während der Messe-Abwesenheit der Bewohner (beide) ein bißchen nützlich machen.

Wenn man´s richtig angeht, könnte sich diese Kriegserklärung dieser Truppen als fulminantes Eigentor erweisen.

Dazu muß größtmögliche Öffentlichkeit hergestellt werden (Screenshots wurden bereits gemacht, nehme ich an?), also Thematisierung durch die AfD im Bundestag, Einforderung von Stellungnahmen aller (bisher) Merkel-SA-freundlichen Medien und frühzeitige Einbeziehung staatlicher Stellen, die solche Straftaten ahnden sollten/müßten.

Idealerweise alle Schreiben gleich von einem guten Anwalt verschicken zu lassen wäre sicher auch nicht schlecht.

Sie haben sich ganz klar als Verfassungsfeinde und Gewalttäter, wie auch Aufrufer zu Gewalt bloßgestellt, aus der Nummer kommen sie nicht mehr raus.

- Alle Medien und Institutionen, die behaupten, sich für Bürgerrechte, Demokratie, Pluralismus, Meinungsfreiheit u. a. einzusetzen, MÜSSEN sich davon distanzieren, wenn sie nicht selbst den letzten Anschein von Seriosität verlieren wollen.
Daher werden sie m. E. versuchen, diesen Gewaltaufruf zu ignorieren, was m. E. auf o. g. Weise verhindert werden kann.

Was die Messe-Präsenz betrifft, fand ich den Vorschlag sehr gut, möglichst sicherzustellen, daß nur wirklich Vertraute/Bekannte den "engsten Ring" bilden, um agents provocateurs (die ich für die größte Gefahr halte) auszuschließen. Ansonsten sind die wichtigsten Stichworte m. E. "Disziplin" und "Souveränität". Wahscheinlich wäre "Die Gedanken sind frei" (schön üben vorher ;-)) o. ä. diesmal tatsächlich die geeignetere Variante...

Und natürlich dokumentieren, was geht. Auch schon im zeitlichen und räumlichen Vorfeld und Kontext (ideal z. B. auch im Bahnhofsbereich, etc).

In der selbstgestellten Falle sitzen die merkelhörigen Truppen jetzt drin. Jetzt muß sie nur noch souverän, diszipliniert und konstruktiv geschlossen werden. Halali!

H. M. Richter
25. Februar 2018 06:14

Der Kommentator Zarathustra hat weiter oben (24. Februar 2018 10:45) drei Punkte geäußert, die unbedingt berücksichtigenswert sind.
(Dies gilt insbesondere leider auch für Punkt 3.)

In Leipzig schieben die Behörden bekanntlich eine große Anzahl nicht aufgeklärter linksextremistischer Straftaten (Überfälle u.a.) vor sich her.

Selbst Leipzigs Oberbürgermeister sprach kürzlich von "Straßenterror".

"Das ist offener Straßenterror. Diese Gewalt von Anarchisten und sogenannten Autonomen ist schockierend. Hier waren Kriminelle am Werk, die vor nichts zurückschrecken."
(DIE ZEIT v. 13. Dezember 2015)

Wie zu hören ist, fragen sich seit langem in der Messestadt viele: "Gibt es in der linksextremistischen Szene keine V-Leute oder gibt es welche und es wird dennoch nichts unternommen und nichts aufgeklärt?"
Beide möglichen Antworten sind überaus aufschlußreich ...

Gerade weil die diesbezügliche Aufklärunsrate dort gegen Null tendiert, ist die photographische Dokumentation des Geschehens rund um den Antaios-Stand ein nicht zu unterschätzender Schutzfaktor, denn nichts scheuen diese Gewalttäter - neben ihrer Festnahme - so sehr wie ihre zuvorige Identifizierung. Sie meiden das Licht der Öffentlichkeit wie der Teufel das Weihwasser und benötigen ihre Vermummung wie Lungenkranke Sauerstoff.

Es ist also damit zu rechnen, daß die "zweite Reihe" geschickt wird. Kreischerinnen, Provokateure.

Zu überlegen wäre, ob dann diesmal nicht mit "Die ganze Welt haßt ..." zu antworten wäre oder gar mit dem vorgeschlagenen Lied "Die Gedanken sind frei", zu dem wir in der DDR immer Abstand hielten, denn "Ich denke, was ich will, und was mich beglücket, doch alles in der Still, und wie es sich schicket" war uns einfach zu wenig, sondern - in einer großen Tradition - mit dem gemeinsamen Ruf: "Freiheit!, Freiheit!, Freiheit!"

Ob die Mainsteam-Medien es in diesem Falle wagen würden, nach Angriffen auf Bücherstände, Büchermacher und Leser von einem "Mißbrauch des Freiheits-Begriffes" zu schreiben, darüber können jetzt noch Wetten abgeschlossen werden. Der Gewinner kann sein Preisgeld ja anschließend Projekten zur Verteidigug der Freiheit/Gedankenfreiheit in Deutschland zukommen lassen. Das deutsche PEN-Zentrum dürfte nach Lage der Dinge - im Gegensatz zu früherer Zeit - leider nicht mehr dazugehören ...

Tony
25. Februar 2018 08:44

Dieses wirre Pamphlet zu lesen war eine Qual einerseits, aber auch erhellend andererseits. Es bestätigt einen reflektive Grundhaltung, die eine Begegnung mit offenem Ende unmöglich macht. In diesem Text offenbart sich der universalistische, totalitäre und chauvinistische Geist einer Utopie, die im Namen einer Ideologie das Schöpferische verachtet, die Sprache vergiftet, den freien Geist vergewaltigt und den Menschen letzten Endes in Ketten legen wird.

„Ziel antifaschistischer Praxis muss es sein, Rechten die Bühne zu verwehren und den Veranstalter_innen der Buchmesse praktische Anreize zu geben, die rassistischen Fans patriarchal-autoritärer Zustände beim nächsten Mal nicht mehr einzuladen.“

In ihren Augen dürfen Rechte sich weder öffentlich äußern, noch zum Diskurs beitragen. Veranstalter die dies jedoch ermöglichen sind „Kollaborateure“ und müssen unter Druck gesetzt werden. Die Wahl, bei der Mittel der „Anreize“, ist uns wohlbekannt.

„Aus den Erfahrungen um erfolgreiche antifaschistische Interventionen gegen die Normalisierung rechter Positionen in der Öffentlichkeit ziehen wir den Schluss, dass auch rund um die Leipziger Buchmesse eine Debatte um das Thema Meinungsfreiheit für Nazis nicht ausbleiben wird.“

Die „Öffentlichkeit“ ist empfänglich für rechte Positionen, kollaboriert also ebenso. Die Tatsache, daß darüber diskutiert wird, ob Rechte eine recht auf Meinungsfreiheit haben, ist bereits eine Provokation.

„Öffentliche Debatten, so die Autor_innen, seien ohnehin herrschaftsförmig und würden bestimmte Bevölkerungsgruppen strukturell benachteiligen.“

Es ist entlarvend, wie im Namen einer ominösen, nicht näher benannten Bevölkerungsgruppe, öffentliche Debatten, und somit grundlegende Wesenszüge einer demokratischen Gesellschaft, beiseite geschafft werden sollen. Dieser eine Satz offenbart das typisch linke Paradoxon des Endes der „falschen“ Herrschaft durch noch mehr „richtige“ Herrschaft.

„Und dass mit ihnen auf einer rationalen Ebene nicht zu reden ist, könnte nicht offensichtlicher sein.“

Delegitimierung des Gegners durch Aberkennung der Fähigkeit des rationalen Denkens. Was jedoch mehr über sie selbst aussagt (Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetz) als über uns. Wer einer Ideologie verfallen ist, die keiner Evidenz bedarf, muss die Realitäten umkehren, um auf diese Weise integrativ die eigene Glaubwürdigkeit zu konstruieren.

„Doch in einem Punkt – und diesen halten wir für essentiell – möchten wir den Genoss_innen entschieden widersprechen: in der Tat ist die Frage von antifaschistischen Interventionen gegen rechte Infostände/Kundgebungen/Aufmärsche eine Frage der Meinungsfreiheit.“

Rechten die Meinungsfreiheit vorenthalten, da „herrschaftsförmig“, um sie anschließend für sich selber einzufordern, offenbart den Willen zur (richtigen) „Herrschaft“.

„Wir denken, dass Ernst Piper Recht hat, wenn er sagt, dass Meinungsfreiheit „auch für unsympathische Meinungen“ gilt. Und wir stehen hinter dem Prinzip der Meinungsfreiheit. Eine befreite Gesellschaft ohne Meinungsfreiheit wäre nicht befreit.“

Hier stellt sich nur dir Frage, wer beurteilt was „sympathische“ und „unsympathische“ Meinungen sind. Auch wird hier wieder einmal der Strohmann der unterdrückten Gesellschaft herangezogen, die nur noch (durch die richtige Herrschaft) befreit werden müsse. Wahrheit ist Lüge, Krieg ist Frieden.

„Meinungsfreiheit bedeutet gerade, dass grundsätzlich aus dem Inhalt einer Meinung nicht abgeleitet werden darf, ob es erlaubt ist, sie zu äußern oder nicht.“

Mit anderen Worten, darf nur die Meinung geäußert werden, die die „richtige“ (sympathische) Meinung ist. Wer dies bestimmt habe ich oben bereits erläutert.

„Im Zweifelsfall würde eine solche Abgrenzung den nicht-verbotenen Meinungen eine gesellschaftliche Legitimität verleihen, die sie eigentlich nicht haben.“

Abweichende Meinungen haben per se keine Legitimation. Müssten also verboten werden, da illegitim.

„…wir stehen für Kommunismus ein. Damit ist eine Bewegung gemeint, die darauf hinstrebt alle menschlichen Verhältnisse der gesellschaftlichen Debatte und Planung zu unterwerfen. In der die Produktion, die Reproduktion, die Verwaltung und die Sicherheit radikal selbst organisiert und von der Basis kontrolliert sind. Also eine Gesellschaft ohne Kapitalverhältnis und auch ohne Nationalstaat.“

Der totalitäre Charakter, dieser wirren Kreuzung aus Paläo-Kommunismus und globalistischer Utopie. Die aufgrund der Paradoxie, die durch die Zerschlagung sämtlicher Institutionen bei gleichzeitiger Forderung nach allumfassender Unterwerfung zur Planung entstehender Inkonsistenz, muss in einem repressiven Polizeistaat enden.
Zumindest solange bis alle Elemente die diesen „idealen“ Zustand sabotieren (Kollaborateure), eliminiert worden sind und die Gesellschaft endlich „befreit“ werden kann.

„Rechte haben das Ziel die Möglichkeit sozialer Befreiung und Selbstbestimmung im Keim zu ersticken.“

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben.

Viele Grüße

Tony

Waldgaenger aus Schwaben
25. Februar 2018 09:13

Die hier ausführlich diskutierten strategischen Überlegungen möchte ich um ein paar taktische ergänzen.

Ich habe versucht zu helfen, in dem ich Informationen über den Verfasser finde.

Eine Anfrage in
https://www.whois.com/whois/

blieb mit der von G.K verlinkten Quelle erfolglos. Allerdings wurde gestern der Text auf eine andere Seite verschoben:

https://www.unwritten-future.org/index.php/meinungsfreiheit-fuer-nazis/#more-2691

mit www.unwritten-future.org liefert whois dann Daten. Diese scheinen aber nicht echt zu sein.

Seit der Verschiebung kann der Text auch kommentiert werden und eine E-Mail-Adresse angegeben werden.

Die Frage, die sich mir stellt ist, warum stellt jemand so etwas öffentlich, anstatt in privaten Netzwerken zu Aktionen zu organisieren. Soll es Einschüchterung sein, dann ist das ja wohl gründlich daneben gegangen.
Ich vermute aber, dass der öffentliche Aufruf, auch den Zweck hat Nachwuchs zu finden.

Deshalb rufe ich dazu auf, dass möglichst viele Menschen mit rechten Überzeugungen und einer politischen unbelasteten echten oder virtuellen Netz-Identität, so wie ich, sich auf www.unwritten-future.org als Interessenten melden und sobald sie Kenntnis von geplanten Straftaten erhalten, dies den Behörden mitteilen und die Opfer warnen.

Diesen meinen Aufruf bitte ich hier zu veröffentlichen. Ich nehme an,die Kameraden von der anderen Feldpostnummer lesen hier mit. Und wir sollten es ihnen nicht zu leicht machen ihr Personal aufzustocken.

Waldgaenger aus Schwaben
25. Februar 2018 12:13

Hier Auszüge aus den Daten der whois Abfrage

https://www.whois.com/whois/unwritten-future.org

Raw Whois Data

Domain Name: UNWRITTEN-FUTURE.ORG

Registrant Name: Tina Schlaumeyer
Registrant Organization:
Registrant Street: Bornaische Str. 3d
Registrant City: Leipzig
Registrant State/Province:
Registrant Postal Code: 04277
Registrant Country: DE
Registrant Phone: +49.3413081199

Der Name ist wohl nicht echt. Ortskundige können vielleicht mit der Adresse etwas anfangen

Die Seite ist gehostet von hosteuropegroup.com

Ausführliche Daten u.a. wo man sich über Missbrauch, wie Aufrufe zur Gewalt beschwerden kann, findet man ebenfalls hier

https://www.whois.com/whois/unwritten-future.org

Utz
25. Februar 2018 13:09

"Ich vermute aber, dass der öffentliche Aufruf, auch den Zweck hat Nachwuchs zu finden."

Vielleicht in zweiter Linie. In erster Linie geht es wohl darum alles zu tun, möglichst viele Leute zu involvieren, die eigene und die Gegenseite frühzeitig aufzuheizen, damit es dann wenn es so weit ist, Rambazamba gibt, irgendwelche Tumulte, mit Hilfe derer dann die Organisatoren in Zukunft sagen können: Aufgrund des Aufruhrs vergangener Buchmessen kann die Sicherheit der Besucher nicht mehr garantiert werden, weshalb wir leider, leider auf rechte Verlage verzichten müssen, obwohl wir ja eigentlich so sehr für Meinungsfreiheit wären.

Stil-Bluete
25. Februar 2018 13:12

'Wir bitten darum, diese sprachliche, theoretische, hochnäsige, überbrütete Verstopfung auf ein paar simple Sätze zu bringen, kurz: sie zu entschleiern, zu dechiffrieren, und damit uns und den Verfassern die Auseinandersetzung ein wenig zu vereinfachen...'

'...simple Sätze...v e r e i n f a c h e n... ' war .K.'s Appell.
Was passiert? Wir lassen uns auf unterirdischen Umwegen und Gedankengängen über Lichtungen aus! Sollte es sich um 'Irreführung der Behörden', die ich nicht durchschaue, handeln, sei mir verziehen.
Wie sagte mein Lehrer: 'Disziplin, bitte!

Blue Angel
25. Februar 2018 13:37

Auf derselben, oben verlinkten Plattform bieten die Spaßvögel eine Veranstaltung zum Thema "Demokratie" an: https://nationalismusistkeinealternative.net/hamburg-28-03-va-echte-demokratie-jetzt-kritiken-des-parlamentarismus-ein-vergleich/

Ansonsten kann man eine Linie ziehen: Die Rote Flora als Radikalen-Hauptquartier, immer noch toleriert von SPD-Bürgermeister Olaf Scholz, der die neue KleinKo möchte.
M. E. bietet sich da eine Gelegenheit, die von o. G. gerne genutzte "Kontaktschuld"-Mechanik mal umzudrehen und dadurch Disanzierung/en zu erreichen.

Das wertvolle Material, das dieses Pamphlet zur Verfügung stellt, sollte jedenfalls in jeder Hinsicht genutzt werden.

Waldgaenger aus Schwaben
25. Februar 2018 14:01

Nachtrag:
Die angegebene Adresse,Bornaische Straße 3d 04277 Leipzig führt zu linxxnet.de

Im Impressum dort
https://www.linxxnet.de/index.php/impressum/

steht Juliane Nagel, eine Landtagsangeordnete der Linken, gegen die laut wikipedia bereits einmal ermittelt wurde.

Der Antaios-Verlag kann prüfen, ob eine Anzeige Aussicht auf Erfolg hat. Möglicherweise kann Frau Nagel Angaben zum Verfasser des Textes machen.

Der Feinsinnige
25. Februar 2018 15:19

Mir ist nicht bekannt, ob den Ausstellern und Verlagen wie in Frankfurt die Hände gebunden sind bezüglich eigenverantwortlicher Sicherungsmaßnahmen, ob also Aussteller das Recht haben, in Eigenregie zum Beispiel einen professionellen Sicherheitsdienst zu engagieren. Soweit zulässig wäre dies sinnvoll.

Zuvörderst ist es aber Aufgabe der Messeleitung, in Zusammenarbeit mit der Polizei für geordnete und – gerade auch für „normale“ Messebesucher - ungefährliche Verhältnisse zu sorgen. Angesichts der Lage wäre es wünschenswert, ja unabdingbar, daß im Vorfeld, also ab sofort von verbündeter politischer Seite (also von der AFD) der notwendige öffentliche Druck aufgebaut wird. Die AFD ist hier nicht nur allgemeinpolitisch in der Pflicht, sondern auch moralisch, soll heißen, die AFD hat hier Gelegenheit und Verpflichtung, ein Stück positive Revanche für die jahrelange intellektuelle und metapolitische Tätigkeit zu leisten, mit der Herr Kubitschek, Frau Kositza und Co. zum Erstarkten der AFD beigetragen haben und jeden Tag weiter beitragen. Wirklich hilfreich könnten - wie in Frankfurt - angekündigte oder unangekündigte - prominente Besucher am Stand und bei den Veranstaltungen sein.

Die Pläne zum eigenständigen Gegenhalten sind angesichts des oben abgedruckten Pamphletes verständlich und legitim. Notwehr und Nothilfe gehören zu unserer Rechtsordnung. Trotzdem möchte ich bezüglich übereifrigem und unorganisiertem Engagement zur Vorsicht mahnen. Nichts wäre schädlicher für die gemeinsame Sache als direkte körperliche Konfrontationen, um es vorsichtig zu formulieren. Das ist doch genau das, was die Verfasser des Pamphletes und ihre Verbündeten erreichen wollen. Egal, wie es beginnen würde: Wer in der Öffentlichkeit als Schuldiger hingestellt würde, ist doch ohnehin klar, genauso wie unklar ist, ob seitens staatlicher Ermittlungsbehörden bestimmte Verhaltensweisen im Ergebnis als Notwehr der Nothilfe anerkannt würden oder nicht. Die Situation ist schwierig und entspricht einer klassischen Zwickmühle.

Nicht jeder Sympatisant ist körperlich in der Lage, zu einem Bollwerk gegen linke Provokateure oder Schläger beizutragen. Ich halte es für mindestens genauso wichtig, daß so zahlreich wie möglich „normal“ gekleidete Sympatisanten (auch und gerade mit den oben bereits angesprochenen „Janker und Tweed-Sakko“, auch und gerade Leute ohne durchtrainierten Körper) und – fast noch wichtiger – wirklich „normale“, neutrale, einfach interessierte Besucher zu den Veranstaltungen erscheinen – aber das jetzt wohl unvermeidliche öffentliche Aufsehen wird dem entgegenwirken – und das dürfte eines der Ziele des oben veröffentlichten Pamphlets sein.

Falls Antaios finanzielle Unterstützung für was auch immer bezüglich der Messetage benötigt – bitte formulieren Sie einen Spendenaufruf, sehr geehrter Herr Kubitschek, ich würde mich beteiligen, tue mich aber schwer, einfach nur auf Verdacht etwas zu überweisen. Ich hoffe – trotz allem – auf friedliche Tage in Leipzig – und in Schnellroda, jedenfalls darauf, daß die linken Verfasser des Pamphlets ihr Ziel nicht erreichen.

Bei dieser Gelegenheit danke für Ihre großartige Rede gestern in Cottbus, die ich soeben abgehört habe (https://www.youtube.com/watch?v=RGuzxdFqauU). Ich kann jedes einzelne Wort unterschreiben.

Blue Angel
25. Februar 2018 20:05

Dem Dank für die Rede schließe ich mich gerne an und möchte noch einen an Der Feinsinnige für die Verlinkung hinzufügen.

Volle Zustimmung, insbesondere für die Aufforderung, sich nicht mehr zu rechtfertigen:
In allen Ländern der Welt ist es selbstverständliche und angemessene Normalität, Zuwanderung zu regulieren. Auch bei uns ist eine große Mehrheit dafür, wie u. a. verschiedene Umfragen belegt haben.

Rechtfertigen müssen sich also nicht die vielen Normalen, sondern Leute, die ihre nicht mehrheitsfähigen Utopien mit Zensur und Gewalt der Mehrheit oktroyieren wollen.

In diesem Sinne hoffe ich, daß die Website-V.i.d.P, die das Menschen-, Demokratie- und Grundgesetz-feindliche Pamphlet zu verantworten hat, sich bald vor einem Gericht rechtfertigen und verantworten muß.

Dieter Rose
25. Februar 2018 21:34

Morgen früh gehe ich
auf die Polizeiwache
und bekenne,
rechte Gedanken zu haben
und somit eingesperrt zu gehören.
Mein Resumee

Andreas Walter
25. Februar 2018 22:06

Einfach "Bornaische Str. 3d" bei Google eingeben:

Ah ja, in Leipzig Connewitz.

"Willkommen in der Buchhandlung el libro

Wenn Dir die Kraft für die kleinen und großen Kämpfe mal ausgeht, ist es an der Zeit sich mal wieder mit einem Buch zurückzuziehen und neue Kraft zu schöpfen."

Vertretungsberechtigt: Thomas Merten

https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006291

https://de.wikipedia.org/wiki/Juliane_Nagel

Hahaha, dann noch eben "el libro Leipzig" bei der Google Bildersuche eingegeben und siehe da, immer die gleiche internationale Union. Doch die Militanz auch dieser Leute liegt nicht in ihrem Blut, sie liegt im Geist. Dort jedoch meist im Schatten wenn nicht aktiv gelebt, ausgelebt, also verdrängt. Doch wehe wenn dann eine geeignete Projektionsfläche für diesen Schatten auftaucht, dann gibt es oft kein Halten mehr. Da helfen nur Schilder die auch Spiegel sind. Damit sich dein tobendes oder wie auch immer verhaltendes Gegenüber darin dann selbst erkennt. Darum ja auch der Eulenspiegel. Der Spiegel der Selbsterkenntnis. Oder Nachäffen, hat den gleichen Effekt. Verträgt aber nicht jeder, die dunkle Seite von sich selbst zu sehen. Dann muss Diese vernichtet, der Spiegel zerstört werden. Ist seit C.G. Jung (1875- 1961) alles bekannt.

Rosenkranz
26. Februar 2018 09:27

Auf! Auf! Sprach der Antifant zum Hasen. Fahren wir zur Buchmesse, die bösen "Rechten" jagen.
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Gestattet sei auch ein Blick zu den Montagsdemos (MERKEL-MUSS-WEG) nach Hamburg, an denen ich mich beteilige. Wer im Internet auf den Seiten der selbsternannten Antifa liest, der könnte es mit der Angst zu tun bekommen. Von kreativem Protest über Blockaden und unter-die-Demonstranten-mischen bis zu offenen Gewaltaufrufen ist alles dabei.
Vor Ort ergibt sich aber ein ganz anderes Bild. Wer rechtzeitig schon am Platz ist, kommt ohne Probleme zur Demonstration. Sonst ist es so friedlich, man könnte sogar seine Kinder mitnehmen. Einige Leute aus der Hamburger Türsteherszene sorgen für den Schutz der weiblichen Organisatorinnen.

Die eigentliche Gefahr droht oft nicht auf den Demonstrationen oder auf der Buchmesse selbst, sondern betrifft oft den privaten Bereich. In Hamburg wurden Haus und 2 Autos der Organisatorin beschädigt. Der Sachschaden beträgt ca. 50.000€. Daher immer auch das Unerwartete erwarten und auch auf dem Parkplatz mal nach den Autos sehen.

Ich wünsche dem Verlag auf der Buchmesse alles Gute. Ich habe leider nicht arbeitsfrei bekommen und schicke daher eine Spende an das IfS.

starhemberg
26. Februar 2018 20:54

Die meisten Leichen auf dem Gewissen,
und das ganz ohne Gewissensbissen,
haben die Marxisten-Leninisten,
mit Millionen auf ihren Todeslisten,
dazu Weltrekord im "Bourgeoisie ausmisten".
Sie massenmordeten über viele Jahre,
mancher Tschekist bekam darüber graue Haare,
sie schossen recht gerne ins Genick,
dienstbeflissen und mit Geschick.
Dies alles für eine bessere Welt,
zumindest was der Linke dafür hält,
am Ende siegte der Kapitalismus,
und wirklich böse ist nur der Faschismus.

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