Todd Huizinga: Was Europa von Trump lernen kann. Die Krise des alten Kontinents und das neue Amerika

Felix Dirsch rezensiert Todd Huizinga: Was Europa von Trump lernen kann. Die Krise des alten Kontinents und das neue Amerika, Berlin: Vergangenheitsverlag 2017. 147 S., 14.99 €

 Gastbeitrag

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Trump-Bashing ist längst zum Lieb­lings­hob­by der glo­bal ver­netz­ten poli­ti­schen Kor­rekt­heit gewor­den. Aus­ge­wo­ge­ne Kom­men­ta­re zum welt­wei­ten Haß-Objekt Num­mer eins sind sel­ten. Inso­fern ist die schma­le Schrift von Todd Hui­zin­ga eine Aus­nah­me, die erfreu­li­cher­wei­se nicht in das ande­re Extrem fällt, den Gegen­stand der Erör­te­run­gen zu glorifizieren.

Der frü­he­re Diplo­mat zeigt, inwie­weit geis­ti­ge Ent­wick­lun­gen als Hin­ter­grund der Wahl des Immo­bi­li­en­mil­li­ar­därs beach­tet wer­den müs­sen. Der Post­mo­der­nis­mus, ver­tre­ten von lin­ken und links­li­be­ra­len Eli­te­re­prä­sen­tan­ten, höhlt ele­men­ta­re Frei­hei­ten aus und inten­diert auf lei­sen Soh­len eine Dik­ta­tur der Min­der­hei­ten, die mit Hil­fe der Ver­wal­tung immer bizar­re­re For­men annimmt. Dazu zäh­len fort­schrei­ten­de Gen­de­ri­sie­rung, Femi­ni­sie­rung und Homo­se­xua­li­sie­rung der Gesell­schaft, aber auch die ten­den­zi­el­le Destruk­ti­on der Volks­herr­schaft durch inter­na­tio­na­les Recht, etwa mit­tels glo­ba­ler Neu­be­stim­mung der Men­schen­rech­te. Auf­fal­lend ist die Ver­ach­tung, die ein­zel­ne Prot­ago­nis­ten die­ser Herr­schaft den öfters zitier­ten Abge­häng­ten gegen­über an den Tag legen. Vor die­sem Hin­ter­grund ver­wun­dert es nicht, daß Hui­zin­ga die Wahl des amtie­ren­den US-Prä­si­den­ten als Votum zuguns­ten der Frei­heit inter­pre­tiert. Sach­lich bewer­tet der Autor die poli­ti­schen Absich­ten Trumps. So kehrt er unter ande­rem das Ziel des ver­bes­ser­ten Grenz­schut­zes, eine ver­stärk­te Abwä­gung ame­ri­ka­ni­scher Inter­es­sen gegen rein glo­ba­lis­ti­sche, aber auch die Abrech­nung mit dem Markt­fun­da­men­ta­lis­mus her­vor. Wei­ter stellt der evan­ge­li­kal gesinn­te Ver­fas­ser die Bedeu­tung des christ­li­chen Glau­bens in den USA gera­de für die Poli­tik her­aus. Am Ende der Publi­ka­ti­on prä­sen­tiert Hui­zin­ga die Grün­de für die Kri­se des alten Euro­pas, die einer Wie­der­ge­burt des Kon­ser­va­tis­mus in Euro­pa ent­ge­gen­ste­hen: Er nennt vor allem die zuneh­men­de Ent­christ­li­chung des Kon­ti­nents, aber auch die ste­ti­ge Stei­ge­rung supra­na­tio­na­ler Ein­flüs­se. Emp­feh­lens­wert ist Hui­zin­gas Stel­lung­nah­me schon des­halb, weil sie den media­len, par­ti­ell hys­te­ri­schen Alar­mis­mus in sei­ne Schran­ken ver­weist und als Pro­pa­gan­da­in­stru­ment der Lin­ken ent­larvt. Eine sol­che im bes­ten Sinn auf­klä­ren­de Publi­ka­ti­on lohnt ein genaue­res Studium.

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Todd Hui­zin­gas Was Euro­pa von Trump ler­nen kann kann man hier bestel­len.

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