Sezession
1. Dezember 2017

Todd Huizinga: Was Europa von Trump lernen kann. Die Krise des alten Kontinents und das neue Amerika

Gastbeitrag

Felix Dirsch rezensiert Todd Huizinga: Was Europa von Trump lernen kann. Die Krise des alten Kontinents und das neue Amerika, Berlin: Vergangenheitsverlag 2017. 147 S., 14.99 €

Trump-Bashing ist längst zum Lieblingshobby der global vernetzten politischen Korrektheit geworden. Ausgewogene Kommentare zum weltweiten Haß-Objekt Nummer eins sind selten. Insofern ist die schmale Schrift von Todd Huizinga eine Ausnahme, die erfreulicherweise nicht in das andere Extrem fällt, den Gegenstand der Erörterungen zu glorifizieren.

Der frühere Diplomat zeigt, inwieweit geistige Entwicklungen als Hintergrund der Wahl des Immobilienmilliardärs beachtet werden müssen. Der Postmodernismus, vertreten von linken und linksliberalen Eliterepräsentanten, höhlt elementare Freiheiten aus und intendiert auf leisen Sohlen eine Diktatur der Minderheiten, die mit Hilfe der Verwaltung immer bizarrere Formen annimmt. Dazu zählen fortschreitende Genderisierung, Feminisierung und Homosexualisierung der Gesellschaft, aber auch die tendenzielle Destruktion der Volksherrschaft durch internationales Recht, etwa mittels globaler Neubestimmung der Menschenrechte. Auffallend ist die Verachtung, die einzelne Protagonisten dieser Herrschaft den öfters zitierten Abgehängten gegenüber an den Tag legen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, daß Huizinga die Wahl des amtierenden US-Präsidenten als Votum zugunsten der Freiheit interpretiert. Sachlich bewertet der Autor die politischen Absichten Trumps. So kehrt er unter anderem das Ziel des verbesserten Grenzschutzes, eine verstärkte Abwägung amerikanischer Interessen gegen rein globalistische, aber auch die Abrechnung mit dem Marktfundamentalismus hervor. Weiter stellt der evangelikal gesinnte Verfasser die Bedeutung des christlichen Glaubens in den USA gerade für die Politik heraus. Am Ende der Publikation präsentiert Huizinga die Gründe für die Krise des alten Europas, die einer Wiedergeburt des Konservatismus in Europa entgegenstehen: Er nennt vor allem die zunehmende Entchristlichung des Kontinents, aber auch die stetige Steigerung supranationaler Einflüsse. Empfehlenswert ist Huizingas Stellungnahme schon deshalb, weil sie den medialen, partiell hysterischen Alarmismus in seine Schranken verweist und als Propagandainstrument der Linken entlarvt. Eine solche im besten Sinn aufklärende Publikation lohnt ein genaueres Studium.

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