Sezession
20. März 2018

Magdeburg, 14. April – großer IfS-Kongreß: jetzt anmelden!

Götz Kubitschek / 12 Kommentare

Endlich wieder ein IfS-Kongreß, diesmal in Magdeburg, wir versammeln hochkarätige Referenten aus den USA. Aktualisierung: Alle Plätze ausgebucht!

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

In der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts sprechen wir mit Referenten und 250 Teilnehmern einen Tag lang über das Thema »USA unter Trump – wie weiter, Europa?« Hier eine [Kongreß-PDF] zum download.

Daß die Berichterstattung über die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump hierzulande mindestens verzerrt erfolgt, ist Konsens selbst unter jenen grundsätzlich US-skeptischen Konservativen und Rechten, die in Trump keine Hoffnungsfigur erkennen wollen.

Wir werden also diskutieren: Was bringt Trump den USA, was bedeutet sein sukzessiver Politikwechsel, sofern dieser greifbar würde, für Deutschland und Europa? Welche Rolle spielt die Alternative Rechte, die AltRight? Wer sind deren Kernakteure, und was unterscheidet sie grundsätzlich von der europäischen Rechten? Welche Themenfelder sind in den Staaten virulent – und sind sie das ebenso bei uns?

Auch größere Zusammenhänge werden thematisiert: Was ist geopolitisch zu erwarten? Was ist eigentlich von den zirkulierenden Trump-Rußland-Gerüchten zu halten? Kommen wir der multipolaren Welt näher?

Wir haben Gäste aus den USA gewinnen können, die in ihren Sujets erwiesene Experten sind und aufmerksamen Lesern von Sezession und Antaios gewiß bekannt sein dürften. Zwei davon tragen auf Englisch vor, wir werden entweder die vollständigen Vorträge in deutscher Übersetzung verteilen oder wenigstens die zentralen Thesen.

Das Programm:

10.00 Dr. Erik Lehnert – Zur Einführung
10.30 Martin Lichtmesz – Die US-amerikanische Rechte unter Trump: eine Bestandsaufnahme
11.30 Millennial Woes – Was ist die »AltRight« und wie kam sie zum Erfolg? (englisch)
12.15 – 13.00 Pause
13.00 F. Roger Devlin – Die sexuelle Revolution und ihre Folgen
14.15 Jared Taylor – Warum ethnische Bruchlinien in den USA ein Thema sind (englisch)
15.00–15.30 Kaffeepause
15.30 Manuel Ochsenreiter – Rußland, USA, Europa. Von Souveränität und Hegemonie
16.15 Schlußplenum mit Matthias Matussek – Moderation: Ellen Kositza
17.00 Ende

Der Teilnahmebeitrag beträgt 50 €. Studenten erhalten gegen Nachweis einen Preisnachlaß; sie zahlen 25 €. Im Preis sind alle Vorträge enthalten, außerdem Mittagessen, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee.

In Magdeburg sitzt die prozentual bisher stärkste AfD-Fraktion, Grund genug für uns, dort unsere Bildungsarbeit zu verstärken und die Verbindung zwischen Politik und Metapolitik zu festigen. Die Anmeldung erfolgt über die Mail-Adresse anmeldung [at] staatspolitik.de oder über die oben verlinkte Kongreß-PDF (Anmeldebogen abtrennen, scannen usw.). Nur 250 Plätze sind zu vergeben!


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (12)

Nath
5. März 2018 18:49

Es wäre interessant, in Zukunft einmal Richard Spencer einzuladen, der sich selbst als "American Identitarian" bezeichnet. Im gewissen Sinne ist die Altright weiter als die europäische Szene. "Weiter" bezieht sich hier jedoch nicht unbedingt auf das Reflexionsniveau oder die Stringenz der von Spencer und anderen vetretenen Thesen, vielmehr auf ihre größere Unbefangenheit. Sie verdankt sich dem freieren geistigen Klima in den USA, in welchem die allgemein herrschenden und in Deutschland auch unter Rechten noch befolgten Tabus eher in Frage gestellt werden können. Dies bezieht sich natürlich hauptsächlich auf die von Spencer offensiv vertetene "race policy". Wenn er - auf beinahe lakonische Weise provozierend - sein "race matters" in den Mittelpunkt rückt, so mutet im Kontast hierzu etwa der plakativ zur Schau getragene Philosemitismus, wie er sich oftmals in Aussagen von AfD-Funktionären findet, beinahe breitbürgerlich affirmativ an. Zwei Dinge sind hier meines Erachtens unbedingt zu unterscheiden:
1. Der (von mir nicht geteilte) metaphysische Biologismus der Altright, zu dem man stehen kann wie man will.
2. Der von der Altright propagierte freie Diskurs über diese "heißen Eisen", welchem zuzustimmen ist, weil er nicht nur dabei helfen kann, (ggfs. gegen ihre Argumente) das eigene Profil zu schärfen, sondern wieder eine Atmosphäre zu schaffen, in welcher nichts präjudiziert wird.
Dass die Einladung einer des "white suprematism" bezichtigten öffentlichen Person zum jetzigen Zeitpunkt "nicht hilfreich" wäre, ist unschwer einzusehen. Früher oder später aber muss der Punkt kommen, wo man auch hierzulande das Risiko eingehen und zuversichtlich sein kann, die altbekannten hundertfach wiederholten antihäretischen Einschnappmechanismen relativ unbeschädigt zu überstehen.

PS Ich ertappe mich bei folgendem: Meine obige kritische Verwendung des Ausdrucks "Philosemitismus" hätte mich gewohnheitsmäßig beinahe dazu verleitet, zur "allgemeinen Klarstellung" auch noch eine kritische Bemerkung über den Antisemitismus hinzuzufügen. Dieser Reflex, etwas "richtigzustellen", schon im selben Moment, wo man es äußert, ist selbst ein Beispiel, wie sehr die besagte bundesrepublikanische Tabu-Sperrklausel unser Denken verzwungen hat, es von dem voltaireschen Diktum der Diskursfreiheit weggeführt und der intellektuellen Unredlichkeit tausend Türen geöffnet hat. Eben deshalb sind Leute wie Spencer bzw. mit ihnen zu reden so wichtig - und mögen sie hundert mal falsch liegen. Sie sind der Probierstein, was es mit unserer vermeintlichen geistigen westlichen Überlegenheit gegenüber "archaischen Gesellschaften" auf sich hat: Es könnte alles auf tönernen Füßen stehen. Wäre ich ein Anarchist, ich würde mich in Grund und Boden schämen, mich mit Spencer nicht im freien Rededuell messen und ihn besiegen zu können. Dem ruchlosen Heuchler können wir notfalls zumindest ästhetisch noch etwas abgewinnen - dem feigen intellektuellen Schwächling, zu welchem der Antifa-Linke degeneriert ist, kaum.

quarz
6. März 2018 07:02

@Nath

Was genau verstehen Sie unter "metaphysischem Biologismus" und welche maßgeblichen Personen vertreten diesen aktuell?

Apropos:
Ich verfolge die Geschlechterdiskussion ja eher en passant und lückenhaft, weshalb mir vieles entgeht, aber: wurde hier eigentlich schon mal Otto Weininger reflektiert? Der spricht nämlich vom "metaphysischen Weib" (darum fällt er mir gerade ein), an dem Menschen - ungeachtet ihres biologischen Geschlechts und ungeachtet eines sozial konstruierten Geschlechts - in mehr oder weniger hohem Ausmaß partizipieren ( so à la Platon-Methexis).

Nils Wegner
6. März 2018 07:55

Richard Spencer unterliegt einem Einreiseverbot in den gesamten Schengenraum; da braucht man weder viel zu überlegen noch zu planen.

Thomas Martini
6. März 2018 09:36

"Dieser Reflex, etwas "richtigzustellen", schon im selben Moment, wo man es äußert, ist selbst ein Beispiel, wie sehr die besagte bundesrepublikanische Tabu-Sperrklausel unser Denken verzwungen hat, es von dem voltaireschen Diktum der Diskursfreiheit weggeführt und der intellektuellen Unredlichkeit tausend Türen geöffnet hat."

Das voltairesche Diktum der Diskursfreiheit? Wie putzig. Es verblüfft mich immer wieder, wie gebildete Bundesdeutsche mit nur einem Nebensatz unter Beweis stellen, dass sie ihr gesamtes Weltbild ausschließlich aus angloamerikanischen und bundesdeutschen Quellen beziehen. Darin liegt mitunter die Wurzel allen Übels.

Auch wenn ich mich wiederhole, aber bezüglich Voltaire wäre man sehr gut beraten, den Blick nach Frankreich zu richten, und sein Geschichtsverständnis einer Revision zu unterziehen:

Marion Sigaut: "Voltaire zu kritisieren, bedeutet, all das in Frage zu stellen, was uns über unsere Vergangenheit erzählt wird. Das gegenwärtige System läßt uns glauben, daß die Aufklärung eine Erlösungsbewegung für das Volk und die Französische Revolution eine Volkserhebung war, daß Voltaire die Meinungsfreiheit verteidigte, daß die Könige Tyrannen waren und daß die katholische Religion barbarisch war. Die Wirklichkeit ist das genaue Gegenteil. Die Aufklärung war eine elitäre Bewegung voll der Verachtung für das Volk. Die Revolution war eine Reihe von blutrünstigen und barbarischen Staatsstreichen. Voltaire war ein Monster. Unsere Könige waren Beschützer und die katholische Religion war die tragende Säule der schönsten Werte unserer Zivilisation. Voltaire zu kritisieren, bedeutet, die Gedankenfreiheit wiederzuentdecken.[...]

Als sich Voltaire und Rousseau kennenlernten, war letzterer noch jung und wenig bekannt, während Voltaire bereits einige bekannte Werke auf seinem Habenkonto hatte. Der Konflikt begann nach 1750 nach der Veröffentlichung von Rousseaus „Abhandlung über die Wissenschaften und Künste“. Voltaire betrachtete herablassend die Art, mit der der junge Genfer Philosoph jene aristokratische Finesse kritisierte, die ihm hingegen so gut gefiel. Voltaire frequentierte vor allem Adelige und Privilegierte und lehnte die radikale Anklage der sozialen Ungleichheit durch Rousseau ab. Es handelte sich nicht nur um einen intellektuellen Streit. Voltaire ging soweit, Rousseau anzuzeigen. Er wollte ihn im Gefängnis sehen und zögerte nicht, mit aller Härte die Privatsphäre seines Rivalen anzugreifen. Er beschuldigte Rousseau, die fünf Kinder im Stich gelassen zu haben, die er mit Thérèse Levasseur gezeugt hatte. Es war ein ungleicher Kampf, bei dem Rousseau ausgegrenzt und verleumdet wurde."

https://www.katholisches.info/2016/01/voltaire-der-aufgeklaerte-betrueger-im-dienst-der-maechtigen/

Marion Sigaut, die als Studentin der 68er-Bewegung angehörte, hat ihre revisionistischen Hausaufgaben gemacht. Ins Deutsche werden ihre Bücher nicht übersetzt, wobei man sich im Hinblick auf die Religion der OMF-BRD sehr gut ausrechnen kann, warum das so ist.

Caroline Sommerfeld
6. März 2018 09:44

@quarz: ganz ähnlich - aber ohne Weininger-, dagegen mit Methexisbezug - haben Sellner und ich das Geschlechterthema im letzten Video hin- und hergewendet. Sozusagen ...

0002
6. März 2018 12:34

„Voltaire ging soweit, Rousseau anzuzeigen.“

Ohne Rousseau wäre uns vielleicht auch viel erspart geblieben.

Der_Juergen
22. März 2018 08:43

@Nath

Ich stimme Ihnen im grossen ganzen zu. Was Sie unter "metaphysischem Biologismus" verstehen, ist mir allerdings nicht klar. Vielleicht erklären Sie den Begriff kurz.

Ein gebuertiger Hesse
22. März 2018 12:07

Nach der tollen gestrigen IfS-Veranstaltung mit Lichtmesz und Sommerfeld in Berlin - niemand in dem pickepackevollen Saal wollte, daß der Abend ende, auch die Gespräche im Nachgang mäanderten aufs Freiheitlichste - kommt diese Erinnerung an den Magdeburger Kongreß grade recht. Hin mit uns allen!

Andreas Walter
22. März 2018 14:55

Das ist wirklich völlig irre. Wie in der Entwicklungshilfe, dort habe ich ja all die gleichen Probleme unmittelbar selbst mitbekommen. Ich weiß, kann man alles nicht veröffentlichen, doch wenigstens unsere Leute sollten das Alles unbedingt wissen, allein schon als Warnung auf Kommendes auch in unseren Breiten. Denn die Bevölkerung des Nahen Ostens, der Sahara und Subsahara schneiden ja bei solchen Test auch nicht unbedingt viel besser ab und sind auch sehr impulsiv.

http://www.theoccidentalobserver.net/2012/08/22/the-war-on-white-australia-a-case-study-in-the-culture-of-critique-part-5-of-5/

Hesperiolus
22. März 2018 16:21

@ metaphysischer Biologismus

Zu diesem "hölzernen Eisen" fällt mir am ehesten die vor Jahren gelesene "Bauhütte. Grundzüge einer Metaphysik der Gegenwart" E. G. Kolbenheyers ein.

Unke
22. März 2018 20:32

Matussek. Der "ehemalige SPIEGEL Autor". Der Ausgebüchste. Oder so. Sehr schön! Glückwunsch!

Nath
23. März 2018 00:19

@ Der_Jürgen
Auf die Anfrage von Quarz hin schrieb ich zum "metaphysichen Biologismus" einen Kommentar, der aber zu lang geriet und daher von mir gelöscht wurde. Nun stelle ich fest, dass Herrn Kubitscheks Ankündigung wieder nach vorn gerückt wurde, so dass ich die Beantwortung in Kürze nachholen werde. Heute fehlt es mir leider an Zeit.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.