Sezession
23. März 2018

Erklärung 2018 – eine Welle der Bekenntnislust

Götz Kubitschek / 45 Kommentare

Meist gegen Ende des Gesprächs fragte auf der Leipziger Buchmesse fast jeder Journalist nach meiner Prognose für die kommenden Monate.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Diese Frage zielte dabei nicht auf die Entwicklung unseres Verlages, sondern auf die politische Situation und die beunruhigende Existenz einer noch immer schweigenden, und damit unberechenbaren Anzahl von Leuten, die sich auf allen Ebenen alternativen Konzepten zuwenden: als Wähler der AfD, als Leser den oppositionellen Medien und Verlagen.

Vom Vorhandensein einer Opposition von rechts sogar im intellektuellen Establishment zeugt seit einer Woche die "Erklärung 2018". Sie versammelt nicht das letzte Aufgebot, sondern ist die Spitze des Eisbergs. Die Frage lautet nicht: Kommt noch was? Sie lautet: Wer ist der nächste? Und: Warum bloß?

Auf diese letzte Frage habe ich eine Antwort, und sie ist gleichzeitig eine Prognose: aus Bekenntnislust. Wir werden in den kommenden Monaten eine Welle der Bekenntnislust erleben. Zigtausend Leute werden den Finger heben und sich namentlich dazu bekennen, AfD zu wählen, oppositionelle Medien zu lesen, demonstriert zu haben und aus alledem keinen Hehl mehr machen zu wollen.

Auch unter den Publizisten, Schriftstellern, Professoren, Künstlern wird es zu hunderten Fällen von Bekenntnislust kommen, wird das belebende Element des Schocks im sozialen Umfeld als "Thema" entdeckt werden - vielleicht weniger grassierend als beim Durchschnitt, aber jedenfalls mit der Gewißheit, daß der eigene bekannte oder sogar berühmte Name echtes Erschütterungspotential besitzt.

Bekenntnislust also: Die "Erklärung 2018" - eine Art Nachfolger der "Charta 2017" für jedermann - changiert dabei bereits zwischen ihrer Vorhersehbarkeit, einer gewissen ernsthaften Pflichterfüllung und einer Lust, einen entscheidenden, weil positionierenden Schritt zu gehen. Sie ist gewissermaßen die Fortsetzung der Tellkamp-Grünbein-Debatte mit anderen Mitteln und zugleich das Dokument einer rasant voranschreitenden Normalisierung:

Ja, es gibt Konservative, Rechte, Reaktionäre gar, und die Frage, ob es den Sittenwächtern von links gelingen könnte, dies alles weiterhin zu ignorieren, zu diffamieren und letztlich zu marginalisieren, stellt sich gar nicht mehr. Die Frage fällt aus Sicht des Establishments deutlich bescheidener aus: Müssen wir mit allen rechnen oder kann man dieses Milieu spalten?

Wir können an diesem Punkt ein Grundmuster beschreiben, das sich durch die AfD ebenso zieht wie durch die widerständige Verlags- und Medienwelt: Es gibt einen fundamentalen Unterschied in der Auffassung darüber, was unter einem "Vorankommen" zu verstehen sei.

Während die betont bürgerliche Seite provokative und verstörende Aussagen und Handlungen mit Rücksicht auf die Wahlentscheidung des Normalbürgers für kontraproduktiv hält, setzt die an Bewegung und Konsensstörung interessierte Seite auf die Vertiefung des Risses: Nur keine verfrühte Sehnsucht nach Ausgleich, denn er kommt sowieso, und dann sollte es ein Ausgleich zu unseren Bedingungen sein.

Erneut sichtbar geworden sind diese beiden Ansätze und das ihnen innewohnende, je eigene Risiko auf der Leipziger Buchmesse, die am Sonntag endete.

Mein Verlag war präsent, in die Ecke gestellt zwar durch die Organisatoren der Messe, aber doch auch deshalb ein Messemittelpunkt. Wir kommen ja mit fast allem zurecht, mittlerweile, und hatten für diesmal eine deeskalierende Reaktion auf linke Störungen vorbereitet - ein neuer Schachzug, der aufging: Bis auf eine kleine, kurzzeitig undisziplinierte Gruppe blieben alle unsere Leser und Standbesucher ruhig, als die üblichen antideutschen Parolen skandiert wurden.

Wenn vor sechs Monaten in Frankfurt der Schock das Establishment kalt erwischte, hatte es diesmal mit einer gewissen Hilflosigkeit zu kämpfen, und setzte das intellektuelle Deutschland wortreich davon in Kenntnis.

Von dieser Hilflosigkeit nicht profitieren wollten hingegen die Junge Freiheit und das Magazin Cato, denen diese "rechte Ecke", mithin unsere Nachbarschaft, nicht angemessen zu sein schien und die keine Presse einer möglichen schlechten Presse vorzogen, dem Bündnis #verlagegegenrechts dabei einen Triumph gönnend, den wir diesen Leuten gerade nicht gönnen wollten.

Eine solche Entscheidung ist immer auch eine Leseanleitung für die Wachen unter den Gegnern. Sie sollen begreifen,  daß am Horizont neue Bündnisse aufscheinen, deren Zuschnitt Platz für neue und alteingesessene Bewohner der etablierten Strukturen läßt.

In dieser Hinsicht ist die neue, von der JF in Auftrag gegebene INSA-Umfrage ein Wink mit dem Zaunpfahl. Ihr Ergebnis lautet: Die AfD nähme Fahrt auf, wenn sie sich vom "rechten Rand" trennte - und namentlich von Björn Höcke.

Uninformiert und frohlockend zugleich steht das Feuilleton auch vor dem seltsamen Umstand, daß Ellen Kositzas Name zunächst unter den Erstunterzeichnern der "Erklärung 2018" zu finden war, dann nicht mehr. Wer vermutet, daß sie manchem anderen Erstunterzeichner nicht tragbar schien, liegt richtig. Erstaunen bräche aus, wenn bekannt würde, wer intervenierte.

Das Neue: Es muß berechenbar sein; das Establishment: Es möchte sich ergänzt, nicht ersetzt sehen; das Realpolitische - der Name für ein unverzichtbares Bewegungsgesetz, zugleich der Name für den zu kurzen Sprung oder für einen komischen Hygienefimmel.

Schwierig, schwierig, das Ganze. Wir jedenfalls freuen uns auf die Welle der Bekenntnislust. Sie wird Kanäle freispülen.

 

 


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (45)

Maxx
23. März 2018 12:44

Zitat: "Wer vermutet, daß sie manchem anderen Erstunterzeichner nicht tragbar schien, liegt richtig."

Ist ja kaum zu glauben. Ellen Kositza nicht tragbar? Ich glaub, ich spinne. Das ist ja nun wirklich seltsam ...
Zum Themenkomplex "Distanzeritis" ist eh alles gesagt. JF-Anbiederungsstrategie wird scheitern ...
Grüße!

Der_Juergen
23. März 2018 13:06

Man kann gar nicht genug vor Leuten warnen, die der AFD ohne Höcke - der Name steht stellvertretend für den patriotischen Flügel der Partei - goldene Brücken bauen wollen.

Das System hat sich verkalkuliert. Er meinte, von einem winzigen Häufchen sogenannter "Rechtsradikaler" abgesehen werde sich das deutsche Volk widerstandslos mit seiner Abschaffung abfinden. Lange war der Widerstand enttäuschend schwach; im Westen ist er das immer noch, aber das Licht am Ende des Tunnels ist nun nicht mehr zu übersehen.

Da das System die AFD und die oppositionellen Medien nicht mehr ohne die Einführung einer offenen Diktatur wegkriegt, versucht es logischerweise, beiden die Zähne zu ziehen. Es kann dabei auf die Wühlmäuse, Weicheier und Opportunisten zählen, die sich im rechten Lager zu Hauf tummeln.

Was einige Foristen, darunter meine Wenigkeit, schon vor geraumer Zeit vorausgesagt haben, scheint nun einzutreffen: Die Dämme brechen nach und nach; die Grenzen des Sagbaren werden sich stetig erweitern. Die Spurbreite des Grats wird immer weniger schmal werden.

Argumentativ hat die Gegenseite fertig, um es mit Trappatoni zu sagen. Ausser hohlen Phrasen, Beschimpfungen, Drohungen und nackter Gewalt hat sie nichts mehr zu bieten. Der von vielen in unserem Lager erhoffte Dialog mit dem Gegner ist nicht möglich und auch nicht nötig, denn wie will jemand, der Deutschland und Europa retten will, eine gemeinsame Sprache mit Leuten finden, die beides zerstören wollen?

Wie ein Donnerschlag wirkte übrigens die gewaltige Rede, die Viktor Orban vor einer Woche zum ungarischen Nationalfeiertag hielt. Hoffen wir, dass der Frühlingswind aus Ungarn schon bald heftig durch Deutschland wehen und sich von dort aus nach Westen ausbreiten wird.

Harald
23. März 2018 14:07

Ohne den preußischen Sozialisten Björn Höcke, ist die AfD auf dem Weg zu einer wirtschaftsliberalen Systempartei und wird zum Steigbügelhalter einer vom internationalen Finanzkapital regierten One World. Denn sozial geht national.

muotis
23. März 2018 14:52

Es diente sicherlich der Schärfung des kalten und zugleich pathetischen Blicks von rechts auf sogenannte Verbündete, wenn wir hier erführen, wer intervenierte!

antwort kubitschek:
nein, das ist nicht notwendig. es änderte nichts daran, daß die zweite, kräftige welle zugleich eine säuberungswelle ist. und auch das ist kein erstaunlicher vorgang.

Monika
23. März 2018 15:01

Werter Herr Kubitschek,
auch mich beschäftigt intensiv die Frage nach der Prognose für die kommenden Monate. Ob die Kanäle freigespült werden durch eine Zunehmende Bekenntnislust ? Vielleicht. Es gibt aber auch einige Vertracktheiten, Ausbremsungen, Stolperfallen, Wirrnisse..
1. Die Montagsdemos in Hamburg werden durch Linke und Antifa massiv behindert. Uta Oglivie, eine harmlose Hausfrau wurde massiv unter Druck gesetzt und bekämpft. Das schreckt manch einen Bekenntnislustigen ab. Trotzdem: Matthias Matussek, ehemaliger Spiegel-Journalist, traut sich in die Höhle des Löwen und hält eine Rede. Das ist beeindruckend.
2. Da sind diejenigen, die zwar bekenntnislustig sind, sich aber nicht trauen, weil sie fürchten, mit den Falschen in einen Topf geworfen zu werden. Monika Maron hat die Erklärung 2018 nicht unterschrieben, obwohl sie Tellkamp verteidigt hat. Aber sie wagt nicht den letzten Schritt. Dazu kann ich sagen : Natürlich wäre es mir es auch lieber gewesen, Boris Palmer hätte sich der Frauendemo von Leyla Bilge in Berlin angeschlossen anstelle von Lutz Bachmann. War leider aber nicht. Palmer ist noch nicht so weit wie Matussek.
3. Die moralische Integrität der Unterzeichner der Charta 2017 wurde angezweifelt. Etwa von Stephan Locke in der FAZ ( 9.3.18) " Was tut man uns an"? Da wird mal wieder der 'Opferhabitus 'der Unterzeichner angeprangert, die die " Charta 77 verhöhnen, weil sie nicht mit Leib und Leben für ihre Überzeugungen in Diktaturen eingetreten seien" . Ein Unterzeichner der Charta 2017 war Ulrich Schacht. Dessen moralische Integrität steht außer Zweifel ! ( siehe dessen Buch: Gewissen ist Macht). Schacht hat auch die Erklärung 2o18 unterschrieben.
Auf welche dissidente Lichtgestalt warten die bekenntnisunlustigen Intellektuellen überhaupt ? Warum sind sie so feige, sich zu positionieren ? Und selbst zur Lichtgestalt zu werden.
4. Auch Liane Bednarz ist bekenntsisunlustig. In der JF vom 23. 3 . äußert sie Bedenken gegen die Erklärung 2018 . Man wisse nicht, welche Demo man meine und welche nicht. Obwohl da doch steht:
" Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird."
Da gibt es nichts zu deuteln.
Da steht ja nicht: Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die mit Gewalt dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen weiter ausgehebelt wird.
5. Morgen gehen Bekenntnislustige wieder zur Frauendemo nach Kandel. Das ist befreiend, sich zu bekennen.Ja, ein paar Spinner gehen da auch mit. Die kriegt man in den Griff.Aber: 95 Prozent sind nicht die " Hasser und Hetzer", gegen die eine Malu Dreyer mobil macht. Harmlose Demonstranten werden kriminalisiert. Zu einer Demo gegen " Hass und Hetze" werden Sozis aus umliegenden Landesteilen in Bussen nach Kandel gekarrt, um dem OB Rückendeckung zu geben. Man schießt mit Kanonen auf Spatzen. Auch so ein Bunter Kindergarten schreckt einige Bekenntnislustige noch ab...
Also, noch einige Vertracktheiten...
Ein großes Eckdatum ist der 5. Mai...Auf zum Hambacher Schloß. die Intellektuellen und das " Fußvolk" treffen sich....Da wird kräftig durchgespült voller Bekenntnislust.
Und sei es nur mit Pfalzwein...

Gustav Grambauer
23. März 2018 15:56

Bei aller Breite des Bürgerlichen Milieus und des Hintergrunds der Unterzeichner im Besonderen, auf den manche der nachfolgenden Beobachtungen unzutreffend sind:

Viele Bürgerliche fühlen sich nicht wohl, wo nicht unentwegt moralisiert (auschwitzisiert), debattiert, konsensiert und alarmisiert wird (d. h. wo im Dauer-Streß-Modus Gefahren beschworen werden und damit ihre spezifische Unsicherheit angetriggert wird) - und wo dabei auch noch jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Die Frankfurter Schule wirkt nach, auch in deren Milieus und gerade dort.

Bin auch immer wieder verblüfft, wie schnell ein bestimmter Typus Akademiker-Spießer dazu neigt, sich auf massentaugliche Denkschablonen und Feindbilder zu fixieren, und wie schnell er sich darauf mit seinesgleichen zu einigen vermag, wenn sich diese nur irgendwie tagespolitisch verwursten lassen. Bestes Beispiel dafür ist, daß deren Steckenpferd ja die "Meinungsfreiheit" ist - man lasse sich das Wort "Meinung" mal auf der Zunge zergehen, d. h. die wollen das apokalyptisch-sprachverwirrte Babylon in Perfektion. (Wobei ich ja nicht "gegen" Meinungsfreiheit bin, erlaube mir nur, mich nicht in selbstauferlegter Blindheit für größere Zusammenhänge in den Kampf um diese hineinzusteigern.)

Jetzt kommt es für dieses Milieu richtig dicke: es muß sich erstmal mit der Initiatorin, Frau Lengsfeld, (ebenso z. B. mit Frau Hermann) und deren aus Rachsucht gespeister Anheizermentalität justieren, zu der es auf oberflächlicher Ebnene bisher distinktiv "Pfui" sagen konnte - die ihm aber eben doch wesenseigen ist und die jetzt auch zunehmend gebraucht wird. Vor allem Frau Lengsfeld schleppt tagtäglich emsig wie das Eichhörnchen die Kohlen

https://vera-lengsfeld.de

zum Anheizen der "Lauwarmen Revolution" heran - der Gedanke, einfach nur ein bißchen mit der Lunte am sowieso explosiven Pulverfaß zu spielen, ist der Dame sowie den meisten Unterzeichnern ja völlig abhold, Herrn Stein sowieso. Zugleich sind die betriebsblind: diesen Leuten fehlt, abgesehen von Humor und Chuzpe (in fragwürdigem Kontrast zu ihrem oft gegebenen philosemitischen Spleen) der Blick für die Vielschichtigkeit des Prozesses. Allein mit unseren distinktiven Axiomen wie etwa Schmitts "Der Gegner ist nur die eigene Frage in konkreter Gestalt" wären die schon hilflos überfordert. Deren Verlage würden auch niemals Ostrowski ins Portfolio aufnehmen, denn das oben erwähnte - bürgerliche - Konsensieren geht, auch da unterscheiden sie sich nicht von den Ultralinken, einher mit politischem Waschzwang, welcher zugleich der beste Selbstschutz vor dem Eindringen in die Tiefe des Denkens ist. Hier wiederum wirkt vor allem die Totalitarismusdoktrin nach, man kann sagen: eine Gehirnwäsche.

In Folge alldessen sind viele von denen einfach Politniks / "Politoffiziere", nur wollen sie nicht als solche identifiziert werden - lustigerweise ganz anders als wir, die wir uns sogar in aller Offenheit heiter-ernst als Ein-Mann-Kasernen bezeichnen, und wobei wir dort, wo es darauf ankokmmt, viel freilassender sind. (Würde man sie auf ihre Politnik-Mentalität ansprechen, würden sie dies mit ihrem notorisch-bürgerlichen Empörungsfuror gespreizt von sich weisen.)

Je mehr ich darüber nachdenke: dieses Milieu in seiner Breite erwacht jetzt mit 50 Jahren Verspätung aus dem Koma-Schock von 1968 (während die JF sehr wach war, dabei allerdings ein Mauerblümchendasein fristete - und antizyklischerweise gerade jetzt ins Koma fällt). Gestehen wir diesem Milieu zu, daß es sich auf seine Art wieder akklimatisiert, auch wenn wir diese Art wieder verschroben finden. (Die oben erwähnte Notwendigkeit des Neu-Justierens betrifft z. B. auch den neuen Ton à la "Null-Toleranz" wie im "Manifest von Kandel" gefordert, mit dem viele in dieser Szene zunächst ihre inneren Qualen haben werden, nachdem die Ringparabel der Dreh- und Angelpunkt jahrzehntelanger Reeducation war. Nur gut, wenn das jetzt aufbricht!

- G. G.

Stefanie
23. März 2018 19:34

@Grambauer
Sie liefern eine gelungene Interpretation der Protagonisten der Erklärung. Das mit dem "Kohlenschleppen für die lauwarme Revolution" muß ich mir merken.
Mir kam beim durchlesen von Namens- und Berufeliste der Gedanke an elitepartner.de. Wer weiß: vielleicht können wir bald sagen: "Alle 11 Minuten schließt sich ein Intellektueller dem Widerstand an."

Thomas Martini
23. März 2018 20:18

Zitat Monika:

"Natürlich wäre es mir es auch lieber gewesen, Boris Palmer hätte sich der Frauendemo von Leyla Bilge in Berlin angeschlossen anstelle von Lutz Bachmann."

Sicher ist es Ihnen "auch" (für wen sprechen Sie eigentlich noch?) lieber, wenn Heimat-Horst Seehofer behauptet: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland". Dann ist die Aussage inhaltlich gesehen gleich viel weniger "rechtsextrem". Auf die Glaubwürdigkeit kommt es wohl nicht an. Dass der Bekennende einen "seriösen" Ruf in der Demokratenpresse genießt, scheint die Hauptsache zu sein.

Zitat Monika:

"Morgen gehen Bekenntnislustige wieder zur Frauendemo nach Kandel. Das ist befreiend, sich zu bekennen.Ja, ein paar Spinner gehen da auch mit. Die kriegt man in den Griff.Aber: 95 Prozent sind nicht die " Hasser und Hetzer", gegen die eine Malu Dreyer mobil macht. Harmlose Demonstranten werden kriminalisiert."

Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie hierbei konkret werden. Welche "Spinner" meinen Sie, und, wichtiger noch, warum spinnen die und nicht etwa Sie?

Weiterhin stellt sich die Frage, ob der Widerstand in der BRD wirklich in einer so komfortablen Situation ist, dass man sich es leisten kann, auf irgendjemanden zu verzichten. Bezieht man es auf den von Ihnen erwähnten Widerstand in Hamburg, wo ich selbst unlängst an einer Merkel-muss-weg-Demo teilnahm, erscheint mir das recht zweifelhaft. Wenn sich in einer solchen Millionenmetropole 250 Versprengte zusammenfinden, um gegen das Merkel-Regime und die Umvolkung zu protestieren, muss man schon auf einem sehr hohen Ross sitzen, wollte man dort noch jemand aussortieren, weil er "spinnt".

„Jeder, der da hinkommt, muss wissen, dass er mit Rechtsextremen gemeinsame Sache macht“, meinte der Hamburger Innensenator Andy Grote dazu vergangene Woche in einem Interview mit dem Demokratenrundfunk.

Es wäre eine Überlegung wert, was sich hinter solchen Warnungen verbirgt. Was denken Sie, Monika? Denken Sie nicht auch, dass es dem guten Mann nur darum geht, harmlose Menschen wie Sie vor ihrem Unglück zu bewahren? Oder aber könnte es sein, dass der lupenreine Demokrat ganz billig auf das Stigma des Rechtsextremen zurückgreift, um Bürger und Bürgerinnen abzuschrecken, sich dem Widerstand anzuschließen?

„Vielen Dank mal an die Antifa, die Montag für Montag gegen die rechten Merkle-muss-weg-Kundgebung demonstriert. Ohne euch wär´s öde", twitterte Christiane Schneider, Abgeordnete der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft, nachdem am vergangenen Montag ein Demonstrations-Teilnehmer krankenhausreif geprügelt wurde.

Man stelle sich diese Situation mal unter umgekehrten Vorzeichen vor. Weniger die Reaktionen des Hauptstroms, würden mich wütend machen. Viel mehr brächten mich die abzusehenden Distanzierungen derjenigen zum kotzen, die behaupten, sie befänden sich im friedlichen "Widerstand" gegen die herrschende Kaste der BRD.

H. M. Richter
23. März 2018 20:45

"Kritik an der Erklärung kam von der Publizistin Liane Bednarz. Man hätte hier mehr Vorsicht walten lassen können, welche Demos man meine und welche nicht, sagte sie dem Deutschlandfunk. „Es ist sehr nebulös und damit auch sehr weitgehend. Ich persönlich finde das erstaunlich, daß Menschen das so unterschreiben.“ " [JF v. 23.03.2018]

S.:
https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2018/weitere-prominente-unterzeichnen-die-erklaerung-2018/
______________________________________________

Ich dagegen finde es - noch immer ... - erstaunlich, daß die 'Junge Freiheit' inzwischen der Meinung zu sein scheint, jemanden wie eine Liane Bednarz, die wie die meisten wissen dürften, bereits damit überfordert ist, auch nur das Wort Konservatismus auszusprechen,

vgl.
https://www.youtube.com/watch?v=37FyJ2ywzII

- ab 0:04 Min.,

es derart erwähneneswert findet, diese zu zitieren.

Monika
23. März 2018 21:16

@Thomas Martini
Nun, ich fnde Seriosität schon wichtig ( Herrn Seehofer halte ich auch nicht für überzeugend). Lutz Bachmann hat im Falle der getöteten Keira aus Berlin , deren Mörder Edgar hieß, krampfhaft versucht, diesem Edgar einen Migrationshintergrund zu verpassen ( sprich, er hat einen falschen facebook account veröffentlicht). Da war nun wirklich kein afghanischer Flüchtling auszumachen. Das finde ich allerdings nicht sehr geschmackvoll von Herrn Bachmann.
zu dem Spinner. Bei der letzten Kandel Demo stand kurzzeitig ein angetrunkerer Typ neben mir, der unflätige Parolen brüllte ( die ich hier nicht wiedergebe). Ich konnte beruhigend auf den netten Herrn einwirken. Nichts anderes meine ich. Also , keep cool....

Andreas Walter
23. März 2018 21:55

Was ich so super lustig und entlarvend finde, Herr Kubitschek, ist die Tatsache, wie viele Leute und wer alles offensichtlich ganz genau weiß, wo die Grenze verläuft. Wie viele auch intelligente Leute, die es eigentlich besser wissen könnten, trotzdem bereit sind sich dem Dogma der Privilegien wegen bewusst zu unterwerfen (blaue Pillenfresser).

Ich nenne ES darum ab jetzt nur noch der Apfel, der Apfel der Erkenntnis, die einzige Frucht darum im ganzen Garten, von der zu naschen uns die Götter auf Erden untersagt haben.

Von allen Früchten im Garten dürft ihr kosten, doch berührt niemals den Apfel, denn dann werdet ihr sofort aus dem Paradies vertrieben. Denkt darum nicht einmal daran, ihn euch auch nur mal etwas genauer ansehen zu wollen.

Hahaha, und was mach' ich, in meinem grenzenlosen Vertrauen an meinen mich liebenden Gott? Apfelsaft, den ich dann auch noch jedem anbiete, weil er so lecker ist. Hihihi, aus dem Paradies auf Erden bin ich darum tatsächlich geflogen, doch dafür hat sich mir ein noch ganz anderes Reich eröffnet.

Eines von einer anderen Welt, das ich darum hier nicht näher beschreiben kann. Mit Erkennen hat es allerdings tatsächlich etwas zu tun, nur wollen manche eben nicht erkannt werden.

Wir sind daher die Unbeugsamen, und darum ihre einzigen wirklichen Feinde. Wie sind wie Jesus Christus oder Luther, wie Galileo Galilei und Giordano Bruno, wie schon Hunderte vor und noch Abertausende nach uns. Uns wird es darum immer geben, und wir werden jeden Tag mehr. Solange es auch nur einen Apfel noch gibt wird es auch uns gegeben.

Halleluja.

Lotta Vorbeck
24. März 2018 00:58

@Monika
Wen interessiert eigentlich das "Hasser-und-Hetzer"-Lamento einer Malu Dreyer? - Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.

@Monika
"Natürlich wäre es mir es auch lieber gewesen, Boris Palmer hätte sich der Frauendemo von Leyla Bilge in Berlin angeschlossen anstelle von Lutz Bachmann."

Nunja, sollten sich die wackeren Demonstranten wie unlängst in Hamburg mit zahlenmäßig vielfach überlegegenen Fußtruppen des Establishments konfrontiert sehen, wäre manchem, wüßte er Lutz Bachmann oder ein paar der "Spinner" in seiner Nähe gewiß bedeutend wohler in seiner Haut, als mit dem ach so seriösen Boris Palmer an der Seite.

Lotta Vorbeck
24. März 2018 01:11

@Götz Kubitschek
"... setzt die an Bewegung und Konsensstörung interessierte Seite auf die Vertiefung des Risses: Nur keine verfrühte Sehnsucht nach Ausgleich, denn er kommt sowieso, und dann sollte es ein Ausgleich zu unseren Bedingungen sein. ..."

Sobald die jahrzehntelang in Stein gemeißelt scheinenden Verhältnisse tatsächlich in Bewegung geraten, wird eine flächendeckende Absetzbewegung den Sozialismus in den Farben einer kolossal überschätzten, uckermärkischen Pastorentochter in Windeseile in den Orkus der Geschichte befördern. Im Zuge dieser Absetzbewegung - werden "die das sinkende Schiff als erste verlassenden Ratten" (= die skrupellosesten Opportunisten) alles daran setzen, die frischen Früchte eines Feldes abzuernten, zu dessen Bestellung und Hege sie nicht nur nichts beitrugen, sondern dessen Umpflügen sie bis gestern vehement forderten und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln ins Werk zu setzen versuchten.

Thomas Martini
24. März 2018 04:09

Zitat Monika:

"Nun, ich fnde Seriosität schon wichtig..."

Und ich halte keinen Deutschen für seriös, der sich weigert, sich unmissverständlich zu seinem eigenen Volk zu bekennen. Das ist in unseren Tagen der Schlüsselfaktor bezüglich der These: "Deutschland schafft sich ab".

Allen Bundesdeutschen, die ein Problem mit ihrer Volkszugehörigkeit haben, und sich lediglich als Staatsangehörige der BRD verstehen, ist mit einem grundsätzlichen Misstrauen zu begegnen. In Bezug auf diesen Knackpunkt, sind demokratische Politiker à la Boris Palmer so vertrauenswürdig wie Hütchenspieler.

Zitat Monika:

"zu dem Spinner. Bei der letzten Kandel Demo stand kurzzeitig ein angetrunkerer Typ neben mir, der unflätige Parolen brüllte ( die ich hier nicht wiedergebe). Ich konnte beruhigend auf den netten Herrn einwirken."

Da gratuliere ich der Dame aber! Nur eine Sache dazu: Auch der "Spinner" Ludwig van Beethoven "nahm nie ein Blatt vor den Mund; er war schlagfertig und neigte zu Übertreibungen. Natürlich war er immer kritisch bis zum Sarkasmus, vor allem, wenn es um die Regierung, die Justiz, die Polizei und die Amoralität des Adels ging. Bemerkungen wie die, daß der Schurke Franz I. an den Galgen gehöre, kamen ihm leicht über die Lippen.

Freunde ermahnten ihn deshalb immer wieder, sich zumindest in der Öffentlichkeit vorsichtiger und leiser zu äußern... ( Jan Caeyers, "Beethoven - Der einsame Revolutionär", S. 663)."

Der_Juergen
24. März 2018 06:44

@Thomas Martini

Ich fand Ihre Antwort an @Monika im Ton zu ruppig, aber inhaltlich richtig. Der Widerstand kann es sich nicht leisten, auf Kräfte zu verzichten, die radikaler sind als beispielsweise Antaios und das IFS. Wir sollten uns nicht vom Feind vorschreiben lassen, mit wem wir kooperieren dürfen und wen wir gefälligst auszuschliessen haben (Höcke und andere).

Auszuschliessen sind natürlich dümmliche Provokateure wie der von Monika erwähnte sowie Leute, die zu Gewalt (ausser in Notwehr) aufrufen. Hinter diesen Figuren verbergen sich ohnehin oft Systemagenten. Das antideutsche Parteienkartell und seine Medien brauchen nichts dringender als rechten Terror, um dann gegen die patriotischen Kräfte in ihrer Gesamtheit zuschlagen zu können.

@Gustav Grambauer

Wie so oft brillant formuliert! Sie verbinden Klarsicht mit stilistischer Eleganz. Das können nicht allzu viele.

Monika
24. März 2018 08:09

also noch etwas Bekenntnislust
@Lotta und Thomas

also , lasse ich das mit der Seriosität
Und nenne es einen ' Versuch, in der Wahrheit zu leben' ( Havel)
ein Typ, der Geldeintreiber im Rotlichtmilieu war, wirkt auf mich nicht überzeugend in einer Frauendemo.
Oliver Flesch, der über die Hamburger Demos berichtet hat, hat m.E. eine Macke. Man lese seinen Kanal WAHRE MÄNNER, bescheuert....
also , mit jedem Depp gehe ich nicht mit !!!
Hier darf der Riss noch tiefer werden

Monika
24. März 2018 08:13

@Thomas Martini
Beethoven war schwerhörig. Deshalb redete er zu laut. Das kann auch eine Erklärung sein. Ich bin auch nicht immer seriöööös, aber Tacheles rede ich schon gern....

Ernst-Fr. Siebert
24. März 2018 08:30

@Monika: "Lutz Bachmann hat ... versucht, diesem Edgar einen Migrationshintergrund zu verpassen ..."
Edgar ist ein häufiger Vorname der aus der ehem. Sowjetunion Zugewanderten. Man hätte einem falschen Verdacht einfach durch eindeutige Hinweise auf die Identität entgegenwirken können, hat man aber nicht. Ein deutscher Vorname und deutscher Paß haben gereicht. Mich überzeugt das nicht.
@... "...Uta Oglivie, eine harmlose Hausfrau...", da empfehle ich ab Min. 6:30 anzusehen:
https://www.youtube.com/watch?v=9bfapzjeiYY

KlausD.
24. März 2018 09:11

@Monika 23. März 2018 15:01
Gestatten Sie mir eine kleine Anmerkung zu Ihrem umfangreichen Beitrag:
" Die Montagsdemos in Hamburg werden durch Linke und Antifa massiv behindert "
Immerhin scheint sich diesbezüglich in Halle, wo bisher vor dem Haus der IB bei jeder Veranstaltung eine Demo der Antifa stattfand, die Lage zu entspannen bzw. zu normalisieren.
Vorgestern (Lesung Lichtmesz/Sommerfeld) war Ruhe.

quarz
24. März 2018 09:27

@Thomas Martini

Freilich sah sich Beethoven dann auch öfter mal genötigt, sich über sein impulsiv gesteuertes Engagement zu ärgern und z.B. die Widmung der "Eroica" an den zuvor bejubelten Napoleon wütend zu zerreißen.

Monika
24. März 2018 10:03

@Lotta und Thomas
Meyn Ungeduld hat Ursach'

heinrichbrueck
24. März 2018 11:07

Eroberungslust: https://www.pewglobal.org/2018/03/22/at-least-a-million-sub-saharan-africans-moved-to-europe-since-2010/
Wer diese Nummer überleben will, wird noch ganz andere Sachen unterschreiben.

Die ersten Gastarbeiter kamen in den 50ern. Zwei Generationen später fällt den Intellektuellen etwas auf. Und dazu noch die INSA-Umfrage.

"Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird. "

Immerhin.

Andreas Walter
24. März 2018 13:32

Beethoven war auch so ein Schlimmer? Das wusste ich beispielsweise bis eben auch nicht. Wie sympathisch. Von Brecht, Schiller und Goethe weiß ich, dass auch sie nicht immer nur "Sendetaugliches" und "politisch Korrektes" zu Papier gebracht haben. Doch vielleicht verhält sich ja auch die Damenwelt schon immer auch nicht immer so, als dass ihr nichts weiter als Ehre und Respekt gezollt gebührt, sondern eben manchmal auch harsche Kritik. Auch daran sollten die Damen von noch ganz unbescholtenem Ruf mal denken.

Überhaupt aber halte ich das Phänomen was Frau Monika da beschreibt gerade eben auch dem Halbwissen geschuldet, was es darum ja ebenso zu bekämpfen gilt, derzeit jedoch nur unter schwierigsten Umständen zu bewerkstelligen ist. Ein paar Menschen aber, die immer nur Unsinn reden wird es trotzdem immer geben, darüber sollte man sich bei aller Hoffnung nach mehr Aufklärung keinen falschen Illusionen hingeben. Bildung und Wissen sind ja auch keine Dinge, die man Menschen einprügeln kann, und Letzteres halte ich eh für den falschen Weg. Ein bisschen was aushalten sollte man daher auch als Konservativer können, soviel Gelassenheit und Robustheit muss schon sein. Zudem es Frauen geben soll, die einen Rüpel immer einem Langweiler vorziehen würden, solange sie sich zumindest von Ersterem heiss begehrt, geliebt und auch gebraucht fühlen. Doch auch der edelste Ritter muss einmal lernen auch die Keule oder das Schwert gelegentlich ruchlos einzusetzen, will er sich nicht nur die Gunst der holden Weiblichkeit bewahren, sondern eben auch deren Holdigkeit und Unversehrtheit, auch die seiner Töchter. Ganz ohne Donner geht es darum eben auch nicht immer und wäre für die meisten auch langweilig, für die Jugend sowieso.

Raskolnikow
24. März 2018 17:08

"Der Morgen war trueb..."
(Lord Byron)

Liebe Freunde,

ich moechte mich nicht in Theorien und Spekulationen ueber die sittlichen Qualitaeten der Herren Professoren, Intellektuellen, Publizisten und Redakteure verlieren, sonst schilt man mich noch pharisaeischen Hochmuts. Gleichsam bin ich voller Zuversicht, sie alle werden auch eine moegliche politische Wende als Granden und honorige Stuetzen der Gesellschaft ueberdauern, ja einige von ihnen duerften in der Zukunft Gestalten von Wichtigkeit werden.

Originelle Hypothesen bezueglich des Talents fuer den richtigen Augenblick, nebst anderen in diesem Zusammenhang interessanten Materien verkneife ich mir, wie schon gesagt. Trotzdem sei es gestattet, auf die Ehre der Bekanntschaft mit den Erklaerern zu verzichten, so sie denn, was freilich vollkommen absurd ist, auf Bekanntschaften mit mir aus sein sollten...

Andere Kommentare thematisierten ja bereits, die seit Jahrzehnten vorliegenden frappanten Belege fuer die ungesetzliche Tyrannei und das ekelerregende Vernichtungswerk eines boeswilligen staatsartigen Vehikels. Und jetzt wird 2018 erklaert. Jahrelang paktiert und kollaboriert man mit den Raeubern und wenn die Polizeisirene schon ans Ohr dringt, entdeckt man den honorigen Ehrenmann in sich...

Die Entfernung der Frau Kositza von der Liste passt ganz vorzueglich als Schlagobers auf diesen greulichen Cocktail. Darob wird nun niemand ins Moralisieren verfallen, macht sich doch keiner hier Illusionen ueber die Ungewissheit des menschlichen Charakters; aber wuerde der Schreiber dieser Zeilen in Verfolgung seiner strengen Obliegenheiten, siehe oben, nicht dem Spott und Hohn entsagt haben, holte er weit, sehr weit, aus, um am Ende das bescheidene Versprechen abzusondern: Wir lassen uns nicht nasfuehr`n!

...worauf ich wieder in voellig ungetruebter Bequemlichkeit umerwandele.

Bis die Tage,

R.

quarz
24. März 2018 20:54

@Raskolnikow

Wissen Sie, Rodion Romanowitsch, ich versuche immer noch, "Schlagobers" und "Bis die Tage" geographisch zusammenzubringen.

Thomas Martini
24. März 2018 20:57

Zitat von quarz

"Freilich sah sich Beethoven dann auch öfter mal genötigt, sich über sein impulsiv gesteuertes Engagement zu ärgern und z.B. die Widmung der "Eroica" an den zuvor bejubelten Napoleon wütend zu zerreißen."

Das spricht aus meiner Sicht nicht gegen, sondern für Beethoven. Offensichtlich war er ein Mann, der Standpunkte verwerfen konnte, und sich nicht wider besseren Wissen gegen neue Einsichten sträubte. Diesen Charakterzug wünschte ich bei meinen heutigen Zeit- und Volksgenossen viel häufiger anzutreffen!

Zitat Andreas Walter:

"Beethoven war auch so ein Schlimmer?"

Beethoven war vor allem ein Freigeist. Der Nachhall seines extremen Freiheitsdrangs ist m. E. kaum zu überhören. Seine 5. und 7. Sinfonie eignen sich bestens um sich davon zu überzeugen. Da werden Ketten gesprengt und Grundfeste erschüttert. Diese Sinfonien sind vertonter Widerstand gegen Tyrannei und Fremdherrschaft. Der letzte Satz der 7. Sinfonie ist der musikalische Ausdruck einer Befreiung. Das aufbrausende "Allegro con brio" veranlasste Carl Maria von Weber angeblich dazu, Beethoven "reif fürs Irrenhaus" zu erklären. Man hielt ihn also für einen "Spinner".

Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Beethoven mit "Fidelio" eine sogenannte Rettungsoper vertonte, bei der abermals der Kampf gegen Tyrannei und Ungerechtigkeit im Vordergrund stand. Eine durch und durch politische Oper. Beim "Gefangenenchor" muss ich immer an das deutsche Volk denken. Für das Libretto von Beethovens einziger Oper, zeichnete Jean Nicolas Bouilly verantwortlich. Und hier schließt sich der Kreis: Obwohl Bouilly fleißig an der Schreckensherrschaft der radikalen Demokraten um Robespierre beteiligt war, überkam ihn später auch eine "Bekenntnislust".

Das allerdings erst, nachdem man seine politisch-administrative Karriere vorläufig beendet hatte, und er sich unter veränderten Verhältnissen genötigt sah, an seiner Rehabilitation zu arbeiten; sprich Abbitte zu leisten.

Das heutige "Establishment" der BRD in diese Verlegenheit zu bringen, sollte der Mindestanspruch eines jeden deutschen Patrioten sein.

Fabian
24. März 2018 21:15

Die Frage, warum sich bislang so wenige bekannten, treibt das politische Deutschland jetzt schon eine Weile um. Diese in den Feuilletons ausgetragene Debatte finde ich recht vielsagend in ihrer Art, nichts zu sagen bzw. gezielt am Kern vorbeizulaufen. Sie verläuft etwa im folgenden dialektischen Dreischritt:

- Rechts: Man darf ja nichts mehr sagen.
- Links: Klar, ihr publiziert doch allerortens. Ihr verwechselt nur "nichts sagen dürfen" mit "nicht unwidersprochen sagen dürfen" (z.B. Sascha Lobo bei SPON)
- Daraufhin wieder rechts: Klar kann man seine Meinung öffentlich machen, aber dann wird man diffamiert, absichtlich missverstanden und nicht mehr als seriöser Gesprächspartner akzeptiert (z.B. Ulrich Greiner in der aktuellen ZEIT)

Des Pudels Kern ist nun aber doch die Frage - und die wird von Greiner auch aufgeworfen, nur leider mit einer unbefriedigenden Antwort quittiert - WARUM diffamiert wird. Interessant ist hierbei v.a., warum diese Diffamierung den rechten Diskursrand betrifft, aber nicht den linken, obwohl der historisch betrachtet nicht weniger Dreck am Stecken hat?

Greiner sagt, die Ursache ist die spezifisch deutsche Geschichte. Nun haben wir aber, soweit ich mich erinnere, auf deutschem Boden sowohl eine rechte als auch eine linke Diktatur erlebt, wobei letztere im Diskurs-Mainstream nicht wirklich populärer ist. Insofern empfinde ich diesen Ansatz als unbefriedigend.

Könnte die Ursache für die Ungleichbehandlung des rechten und des linken Diskursrandes nicht eher darin liegen, dass den Linken ein "bei euren Toten hattet ihr wenigstens 'gute' Vorsätze" unterstellt, den Rechten hingegen schon das grundsätzliche Motiv "Bewahrung der Nation und ihrer Werte durch Ausgrenzung" vor die Füße geworfen wird? Mithin, ist die selektive diskursive Ausgrenzung vielleicht weniger dumpfen Vorurteilen geschuldet (mit denen man sowohl bei Linken wie Rechten schnell bei der Hand ist), als weniger einer grundlegenden aber letztlich simplen Wertedifferenz?

Wenn dem so ist, und das vermute ich stark, dann ist die logische Konsequenz, den rechten Diskursrand zu tabuisieren, um einen Wertewandel zu verhindern. Das ist ja der Zweck eines Tabus. Leider kann sich die Linke hier nicht ehrlich machen, denn indem man über ein Tabu spricht, bricht man es. Darüber kann man sich von rechts beklagen, es erscheint mir aber ziemlich nutzlos.

Ich persönlich glaube, dass die Gewichte in Sachen Wertedifferenz anders als von Hr. Kubitschek verteilt sind. Die beachtlichen aber letztlich bei weitem nicht majoritiven Wahlgewinne der AfD lassen mich sehr an der These einer schweigenden Mehrheit zweifeln, die aus dem Diskursdunkeln nun an die Öffentlichkeit drängt. Schließlich gehört wenig Mut dazu, im Geheimen die AfD zu wählen. Bei den Kulturschaffenden der Erklärung 2018 mögen noch nicht alle ihren Hut aus dem Gesicht gerückt haben. Dass jetzt aber die große Welle der Bekenntnis ansteht, welche als reinigende Flut den verkrusteten Diskurs hinwegspült, halte ich für unwahrscheinlich.

quarz
24. März 2018 21:25

@Thomas Martini
"Das spricht aus meiner Sicht nicht gegen, sondern für Beethoven. Offensichtlich war er ein Mann, der Standpunkte verwerfen konnte"

Da haben Sie freilich Recht. Sehr eindrücklich zeigt sich Beethovens Persönlichkeit in einer Begebenheit, die sich laut Bettina von Arnim in Teplitz zugetragen habe, wo Beethoven und Goethe zusammen Wellness-Urlaub gemacht haben:

"Indem kam auf dem Spaziergang ihnen entgegen mit dem ganzen Hofstaat die Kaiserin und Herzoge; nun sagte Beethoven: 'Bleibt nur in meinem Arm hängen, sie müssen uns Platz machen, wir nicht.' - Goethe war nicht der Meinung, und ihm wurde die Sache unangenehm; er machte sich aus Beethoven's Arm los, und stellte sich mit abgezogenem Hut an die Seite, während Beethoven mit untergeschlagenen Armen mitten zwischen den Herzogen durchging und nur den Hut ein wenig rückte, während diese sich von beiden Seiten teilten, um ihm Platz zu machen, und ihn alle freundlich grüßten. Jenseits blieb er stehen und wartete auf Goethe, der mit tiefen Verbeugungen sie hatte an sich vorbeigelassen. Nun sagte er: "Auf Euch hab ich gewartet, weil ich Euch ehre und achte, wie Ihr es verdient; aber jenen habt Ihr zu viel Ehre angetan".

Stil-Bluete
25. März 2018 00:36

@ Raskolnikow
Mich freut es immer wieder, zwischen Ihrem vollen Namen am Anfang und und einem mageren R. am Ende einen Text zu finden, der mich nötigt, ihn mehrmals zu lesen. Gleichzeitig ist er ein Ärgernis, weist er mich doch darauf hin, dass ich der hohen Kunst der Textgestaltung entwöhnt bin und damit mit der Zeit der Fähigkeit verlustig gehe, anspruchsvolle typisch deutsche Satzkonstruktionen ohne Umstände zu aufzunehmen.
Daher: Bitteschön, lassen Sie sich zwischen Raskolnikow und R. wieder häufiger nieder.

P.S. Dass Sie auf Grund ihres freiwillgen Exils gezwungen sind, unsere hübschen Umlaute Ä, Ö, Ü zu splitten, tut gar nicht gut.

Waldgaenger aus Schwaben
25. März 2018 06:43

Ist die Neue Rechte manisch-depressiv?
Heute nennt man das wohl eine bipolare Störung, wenn die Stimmung eines Patienten ständig zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tod betrübt schwankt.

Damit meine ich nicht einzelne Personen, sondern die Stimmung in der Neuen Rechten, exemplarisch ausgedrückt hier in diesem blog.

Als die AfD entstand nannte sie jemand hier, ich glaube es war ein ob seiner Sprachgewalt allseits geschätzter R., einen rechtsdrehenden Furz. Das muss ich mir merken, dachte ich mir.
Und nun lese ich:
"Nur keine verfrühte Sehnsucht nach Ausgleich, denn er kommt sowieso, und dann sollte es ein Ausgleich zu unseren Bedingungen sein."

Ich werde hier nun eine Prognose für 2018 und die nächsten Jahre abgeben und hoffe, dass tritt sie ein, es nicht wieder heißen wird:
"Bonjour tristesse droite".

2018:
Die Demonstrationen werden sich verlaufen, oder bestenfalls auf heutigem Niveau stagnieren.

Die Erklärung 2018 wird keine große Außenwirkung erzielen. Positiv ist, dass viele der Unterzeichner sie als moralische Selbstverpflichtung sehen werden, zu ihrer Meinung zu stehen, wenn die frische Wind wieder abflaut.

Die AfD wird in den Umfragen im Korridor zwischen 10% und 15% bleiben.
Die Wahlen in Bayern und Hessen werden auch in diesem Bereich liegen. Liegen sie deutlich unter den Ergebnissen der Bundestagswahl in diesem Ländern wird es heißen: "Das ist der Anfang vom Ende der AfD!"

Nach 2018:
Experten sagen seit 2010 eine heftige wirtschaftliche Depression voraus. Doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass sie tatsächlich 2019 oder Anfang der 2020iger Jahre kommen wird.
Die Arbeitslosigkeit wird steigen, ein Abbau von Sozialleistungen, eventuell sogar Rentenkürzungen, und Steuererhöhungen werden unumgänglich sein. Die Kriminalität im Land wird steigen, und wenn die Krise weltweit ist, auch der Migrationsdruck.
Doch dann ist noch lange gesagt, dass die deutsche Rechte davon profitieren wird. Schaut nach Italien, nach Frankreich, nach Griechenland, nach Spanien.

Teile der CDU werden notfalls bereit sein, sogar mit den Linken zu kooperieren, um "Weimar" zu verhindern. Und dann kann der Marsch in den Linksstaat beginnen.
Wahlrecht für Migranten, Verfolgung der Opposition mit allem was der Rest des Rechtsstaats dann erlaubt. Dazu natürlich forcierte Einwanderung um ausreichend revolutionäre Subjekte für den geplanten Umbau zu haben.

Ob dies gelingt und damit dann das Deutschland, das wir kennen, verschwinden wird, wird entscheidend vom passiven und aktiven Widerstand des hier teilweise gering geschätzten Bürgertums abhängen.

Es kann auch so kommen, wie in Ungarn, Polen, Österreich, Tschechien, den USA.
Ausgemacht ist weder das eine noch das andere.
Entscheidend wird auch sein, dass auf die Euphorie auf Erfolge der Rechten, nicht sofort die Depression folgt, wenn es nicht weiter geht, oder sogar es sogar rückwärts geht.
Disziplin und Durchhaltevermögen sind die Tugenden, die für uns die wichtigsten sein werden.

quarz
25. März 2018 09:07

@Waldgänger
"Teile der CDU werden notfalls bereit sein, sogar mit den Linken zu kooperieren, um "Weimar" zu verhindern. Und dann kann der Marsch in den Linksstaat beginnen."

Vieles deutet darauf hin, dass die Möglichkeiten der Gesinnungskontrolle durch die Verwalter des Irrweges ausgereizt sind. Ich glaube, die Gebietsgewinne in der Diskurslandschaft durch ihre Gegner sind irreversibel. Es kann zwar zu einem aus Verzweiflung über das Scheitern geborenen Götterdämmerungsstarrsinn der Merkelianer kommen, aber wenn erst mal die opportunistischen Medien das sinkende Schiff verlassen, werden sie sehr schnell Geschichte sein.

Die größte Gefahr besteht darin, dass sie das Problem dadurch verschleppen, dass sie das Volk davon überzeugen, dass der Bock der beste Gärtner ist und sich als Verwalter der Probleme durchsetzen, die sie geschaffen haben. Gerade deshalb ist es auch so wichtig, dass von Anfang an keine taktischen Abstriche bei der Problemdiagnose gemacht werden, damit den Leute bewusst wird, dass die kosmetische Maßnahmen nicht ausreichen werden, mit denen man sie von Regierungsseite ruhigstellen will.

Anna-Lena
25. März 2018 09:35

Natürlich muss Höcke weg. Er sagt nämlich die Wahrheit. Bzw. ist er ein Politiker mit Weitblick und dem Mut auch pc-unkorrekte Dinge zu äußern.

Die Sendung von damals mit Günther Jauch ist -gerade im Rückblick- höchst interessant. Wie Recht er doch hatte. Siehe Kölner Silvesternacht. Und der Reschke sieht man die Dummheit schon ins Gesicht geschrieben :)

Und er nannte Heiko Maas damals schon einen Zensurminister. Volltreffer!!!

Ja, wer die Wahrheit sagt...

Abgesehen davon: Herr Höcke war jahrelanger Vertrauenslehrer seiner Schule und damit auch ein sehr beliebter Lehrer. Er hat vor dem Studium seine Wehrpflicht geleistet. Er ist ein vierfacher Familienvater mit Verantwortungsgefühl und ansonsten ein Mann ohne Fehl und Tadel.
Sowas wird von Leuten des Establishment natürlich gehasst, die ja eher so Kaputte wie Beck und Edathy in den Himmel heben.

Politiker wie Björn Höcke im Landtag und auch Herrn Curio im Bundestag sind wohltuende Gegensätze zu Merkel, Ramelow, Maas und Konsorten.

Herr Höcke ist eines der besten Pferde im AFD-Stall.

Vorsicht vor den Spaltpilzen.

Einen schönen Sonntag.

Waldgaenger aus Schwaben
25. März 2018 09:36

OT, Doch irgendwie zum Thema gehörend. In der Vergangenheit dauerte es Monate bis eine gefährliche Körperverletzung zu einer öffentlichen Fahnung führte.
Beim Angriff auf einen "Merkel-muss-weg"-Demonstranten durch einen linken "Aktivisten" dauerte es jetzt nur Tage:

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3899604

Das muss immerhin Staatsanwalt beantragt und ein Richter genehmigt haben. In Berlin bei dem Bulgaren (Zigeuner ?), der eine Frau die Treppe runtertrat, dauerte es mehrere Monate, bis das Bild veröffentlicht wurde.
Jetzt nur noch Tage. Dieser Verbrecher wird bald gefasst werden, und dann hoffentlich den rechten Richter finden.

Das meine ich mit dem Widerstand auf der Ebene der Funktionsträger im Staat. Man tut seine Pflicht. Und manchmal eben besonders schnell. Dank und Lob den zuständigen Beamten.

W. Wagner
25. März 2018 09:39

Um auf Götz Kubitscheks Beitrag zu Buchmesse und “Erklärung2018” zurückzukommen:
Die Entfernung Ellen Kositzas aus “Erklärung2018” wird
1. nicht dazu führen, dass nun all die Furchtsamen, die zustimmen aber doch nicht sich vorwagen, nun unterschrieben (wie vielleicht von einzelnen Initiatoren erhofft?),
2. wird den Zuspruch für Antaios-Sezession-IfS nicht behindern.
Im Gegenteil - wer unterzeichnet, landet wohl auch bei einer Nachbetrachtung der Buchmesse, und pünktlich zu dieser lag mit “Nationalmasochismus” DAS Buch vor, das genau jetzt gefragt ist, verstörend, in seiner knappen Form und durch die Wahl der Autoren, die stets auf ganz eigene und damit unterschiedlichste Weise das Thema angehen, ein gewaltiges geistiges Rüstzeug. Wie einst Kubitscheks Kaplaken-Band “Provokation” müsste man auf Demos das Buch hochhalten, um zu zeigen: “Ich hab’s kapiert, Ihr könnt mich nicht mehr täuschen!”
Die Form, in der Antaios die Buchmesse durchführte, die Gestaltung der Plakate nebst Postkarten, die Präsentation und hoffentlich weiteste Verbreitung von “Mit Linken leben”, die neue Kaplaken-Staffel, das schöne Titelblatt der neuen Sezession nebst Tasche (natürlich auch dem Inhalt) - kurz: Inhalt und Form (d.h. Bildung) werden auch von den Furchtsamen mehr und mehr zu Antaios und den befreundeten Verlagen führen und damit zu froher “Bekenntnislust” (vgl. Kubitscheks Video). Dank!

Michaela Barannski
25. März 2018 11:59

Auch mir fällt die Abgrenzerei und Distanzerists besonders bei Dieter Stein und seiner JF negativ auf. Ist es nicht diese Distanzerists, die einer rechten Querfrontstrategie im Wege steht. Solche Abgrenzerei, wie sie manche "Konservative" üben würde auf der linken Seite des politischen Spektrums nur für Gelächter reichen. Man muss ja nicht jedem Narrensaum nachhängen, aber man sollte schon so ein Integrationspotential haben, um auch z.B. geläuterte Ex-ler anderer RechtsParteien demokratisch zu vereinnahmen. Die AfD ist erst fünf(!!!) Jahre alt, vor ihrer Gründung gab es schon andere Parteien und Gruppierungen, die dasselbe Spektrum ansprachen. Leider ist der VS-Bericht nicht immer ein guter Ratgeber, was die politische Ausrichtung ist. "Extremistismus", "Radikalismus" und nur das einfache "Rechts sein" sind Kampfbegriffe in der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung! Für den politischen Gegner ist die AfD, wie sie sich heute schon aufstellt, "rechtsextrem". Es kommt nur auf den Standort des Beobachters an. Jetzt auf die Erklärung 2018 zu kommen, sie erinnert mich ein wenig an die Gründung des Bundes freier Bürger, auch dort wurde Ende der 90er Jahre versucht, über hochdotierte Persönlichkeiten politischen Einfluss zu gewinnen. Ich möchte jetzt keine Neiddebatte lostreten, aber Personen, die aus welchen Gründen auch immer z.B. keinen akademischen Titel oder eine tolle Berufbezeichnung vorweisen können, werden durch Vera Lengsfeld an den Rande der Gesellschaft gedrängt. Es sollte jeden, der in der unkontrollierten Zuwanderung eine Gefahr für unser Gemeinwesen sieht, die Möglichkeit gegeben werden, zu unterschreiben!
M.B.

Die andere Seite
25. März 2018 12:09

In den Kommentaren wird das neue Titelbild der Sezession gelobt. Ich vergebe auch Höchstnoten für die gelungene graphische Handschrift. Hab das Heft natürlich noch nicht komplett gelesen, aber die Umschlaggestaltung ist grandios. Könnt ich mir auch gut als Stoffbeutel vorstellen. Als Erkennungszeichen für alle Eingeweihten. Scharfes Lob.

Gruß aus Dresden

RMH
25. März 2018 15:31

Ich persönlich kann mit dieser Riss- und Rissvertiefungs- Metaphorik nichts anfangen. Es wir auch zu keiner Verständigung kommen und schon gar nicht zu einer zu "unseren Bedingungen". Übrigens: Wer setzt denn die Bedingungen fest?

Es wird zu einer Übernahme von Themen und Argumenten kommen (das passiert ja bereits), es stellt sich nur die Frage, wie viel übernommen wird. Wenn es so wie einstmals bei den Kulturmarxisten von den Grünen läuft, dann wäre es ein Sieg der Themen auf fast allen Fronten.

Auf jeden Fall funktioniert der Staat, auch wenn er den Schutz der Grenzen (wohl absichtlich!) nicht mehr ernst nimmt. Er ist aber nach wie vor bekanntermaßen das kälteste aller kalten Ungeheuer (Nietzsche) und dennoch wird er von der Rechten idealisiert.

Die Hoffnung für alle, die in Begriffen des Volkes noch zu denken wagen, liegt aber auch in einem Staat wie unserem:

"Wo es noch Volk giebt, da versteht es den Staat nicht und hasst ihn als bösen Blick und Sünde an Sitten und Rechten." (Nietzsche)

Hier zeigt und konstituiert sich das Volk im Misstrauen gegen den Staat (siehe Sachsen, siehe >12% für die AfD in Bayern etc.). Alles andere ist intellektuelle Begleitmusik.

W. Wagner
25. März 2018 16:59

@die andere Seite
Die Käfer gibts als Stoffbeutel.

Monika
26. März 2018 07:50

Der Sezessionistenkäfer hat zwar eine andere Farbe und Richtung, aber er müßte noch ein bißchen ausscheren, damit er mit den entgegenkommenden Käfern nicht so oft anrempelt !
Etwas mehr Freigang....

starhemberg
26. März 2018 10:10

Die "JF" für die rechten Spießer, "Cato" für die bürgerlichen Schöngeister, "Compact" für die rechten Prolos und die "Sezession" für die Rechtsintellektuellen, für den Kern des Widerstands. Warum nicht?

Michael B.
26. März 2018 12:05

> die "Sezession" für die Rechtsintellektuellen, für den Kern des Widerstands.

Geht es eine Nummer kleiner? Wie kann man sein enges Grueppchen nur derart aufblasen. Faellt niemand auf, dass ganze Klassen von sowohl Intelligenz als auch Intellektualitaet (grosser Unterschied uebrigens!) hier doch schwer fehlen?
Hier schreibt gelegentlich ein Arzt - diese Tatsache stellt allerdings eher heraus (nicht ihn persoenlich betreffend, aber als auffallende Singularitaet), dass naturwissenschaftlich-mathematisch-technische definierte Kompetenz unter den hier Stimmungsangebenden generell komplett fehlen. Zeigt sich uebrigens auch in den Programmen nicht nur dieses Antaios-Verlages. Wer die heutige Welt abbilden oder/und irgendwohin drehen will, der muss schon noch ein paar andere Facetten anziehen. Nicht wenige davon - und moeglicherweise erscheinen sie gerade aus diesem Grund nicht hier - enthalten uebrigens ein starkes Element "Dafuer" in ganz verschiedenem Kontext. "Dafuer" heisst hier nicht 'fuer Merkel' oder fuenf Locken hoeher gedrehte Sophismen aehnlicher Guete. "Dafuer" ist das Leben, seine Inhalte, die Gruende die Leute taeglich im "Nichtdagegen" antreiben, es zu absolvieren. Das betrifft Intellektuelle und Nichtintellektuelle. Und man sollte sich als vorgebliche Elite des Widerstands immer sehr bewusst darueber sein, dass das der Hauptstrom ist. Dass er seine eigenen Schwierigkeiten hat und Leute schon deswegen und nicht aus irgendwelchen postulierten Charakterschwaechen heraus sich schwer daraus heraus mit grossartigen Gegenentwuerfen tun, sondern weil dieses ihr stinknormales Leben ihre Kraefte und Aufmerksamkeit bindet - mit vollem Recht!

Leute, ihr seit nicht die Elite der Menschheit. Belesenheit verhilft auch nicht dazu, das ist wie gerade in den Kommentaren hier zu lesen, passives wohlfeiles Wissen und - sorry - oft genug Gelaber. Da ist mir doch jeder kleine GEZ-Verweigerer, der nicht die unterste Schwelle von vorgeblich angemessenen Widerstandstraeumereien erreicht, lieber.

RMH
26. März 2018 12:33

@Michael B.

ein Ordnungsruf zur rechten Zeit. Der Vorwurf, eine Polit-Sekte zu betreiben, wird sicher auch noch kommen, wenn er nicht bereits schon erhoben wurde.
Dennoch: Der Grad ist schmal zwischen mit breiter Brust - die 100% notwendig ist, in diesem beinharten Geschäft der Ideen! - vorangehen und zu dick auftragen, ebenso, wie es man gerade als Konservativer allzu lange in die Falle falscher Bescheidenheit getappt ist und z.T. immer noch tappt.

Es liegt in der Natur der Internet-Blogs, dass sich der ganze Mint-Bereich nicht so häufig dort tummelt. Diese Kreise haben ja zumeist gut bezahlte Jobs und gar nicht die Zeit, sich hier groß mit Beiträgen zu engagieren :)
Das darf aber keine Entschuldigung dafür werden, ins Selbstreferenzielle abzugleiten.

starhemberg
26. März 2018 13:12

Michael B., Ihre etwas unhöfliche Antwort irritiert mich. Ich habe mich kurz gefasst, also lassen Sie mich diesmal präziser formulieren:
Die "Sezession" - die Rechtsintellektuellen - der INTELLEKTUELLE Kern des RECHTEN Widerstands, so würde ich meinen.
Und - nein - das ist keine Wertung! Jeder, der mit seinen Mitteln Widerstand leistet, ist ein Guter unter Guten, so klein oder groß der Beitrag auch sein mag. Doch ist es illusorisch zu glauben, "bildungsferne" aber tüchtige und ehrliche Patrioten würden stundenlang die Texte der "Sezession" lesen. Aber das ist ganz egal, jeder kämpfe an seinem Platze!

Ihre Kritik scheint das System eines erfolgreichen Widerstands nicht zu berücksichtigen: Man braucht immer einen "Kern", eine kleine, verschworene und diskursgewohnte Truppe, die als Impulsgeber und Richtungsweiser fungiert. Und ihr "dafür", bitte sind Sie mir nicht gram deswegen, Ihr "dafür" interessiert mich nicht. So wie Sie es beschreiben, wenn "das stinknormale Leben die Kräfte und Aufmerksamkeit" bindet - ja - was soll dann sein? Ist uns alles egal, lassen wir es weiterlaufen, sind wir gar "dafür", weil unsere Lebensroutine total und komplett "unsere Kräfte und unsere Aufmerksamkeit" bindet? Ja was soll das denn?! Sprechen Sie von lebenden Toten?

Nein, ich sehe das vollkommen anders. Keine Schonzeit mehr, keine Komfortzone, keinen Rückzug, keine Ausrede, keine Bequemlichkleit und schon gar keine Rabulistik. Man bekenne sich, hier und jetzt. Der Spaß ist schon lange vorbei.

Sehrohrtiefe
26. März 2018 13:23

Nochmals zur Erklärung 2018. Manchem Kommentator wünsche ich etwas mehr Tiefenentspannung. Ich finde jedes öffentliche Zeichen willkommen, egal ob dann auch Opportunitisten, falsche Freunde, Spätberufene oder wie mancher sie nennen möge beteiligt sind. Was ist daran falsch, die Erklärung 2018 zu unterzeichnen? Die zwei (!) Sätze sind eine Bagatelle, eine Selbstverständlichkeit, etwas, das in einem gesunden Volk jeder unterzeichnen würde. Wenn man sich diesem Aufruf anschliesst, heisst das doch nicht, dass man nicht gleichzeitig viel tiefergehende Arbeit an der Sache leisten kann.

Ich habe der Organisatorin geschrieben, dass ich unterzeichne, gleichzeitig aber mit Frau Kositza solidarisch bin und ein Ausgrenzen von Personen des rechten Spektrums (das sind wir alle) ablehne. Und was war das Ergebnis? Ich stehe auf der Liste, ohne weitere Nachfrage, ohne weiteren Kommentar. Ich darf also Frau Kositzas Meinung deckungsgleich teilen, aber sie darf nicht auf der Liste stehen, ich schon. Ist das logisch? Nein. Ist das blödsinnig? Ja. Aber warum soll ich nicht unterschreiben, nur weil irgendein Depp im HIntergrund Druck ausübt, damit bestimmte Namen nicht auf der Liste stehen? Jeder Name auf der Liste ärgert das System. Das sollte als Motivation reichen.

Und was die Intellektuellen, die Bürgerlichen, die Opportunisten, die Spiesser betrifft: Wie stellen Sie sich einen neuen deutschen Staat vor ohne all diese? Wollen Sie das deutsche Volk führen mit 20 Männern und Frauen? Dann bleiben Sie unter sich selbst. Wenn nicht, dann werden Sie Koalitionen bilden müssen, auch wenn das Leute an Bord bringt, die Sie (zurecht) ablehnen. Das sind übrigens rhetorische Fragen; ich verstehe Herrn Kubitschek nicht so, dass er Ausgrenzung gegenüber den Unterzeichnern der Liste betreiben möchte, und zudem ist mir der Sinn einer intellektuellen Elite bekannt und einsichtig. Aber damit führen Sie kein Land, keine Verwaltung, keine Armee, keine Betriebe...

Viele, die irgendwann einmal eine Karriere begannen, hatten sich damals nie mit den Fragen auseinandergesetzt, die uns hier und heute bewegen. Nun kommen sie aus den Löchern - und haben nach wie vor sehr viel zu verlieren in ihrem Job, für Ihre Familie. Oh ja. Besser spät als nie. Was soll denn daran bitte falsch oder minderwertig sein?

Michael B.
26. März 2018 14:50

> Michael B., Ihre etwas unhöfliche Antwort irritiert mich.

Das muss sie nicht. Ich bin als auch noch Mathematiker nach dem Test hier:

https://psychology-tools.com/autism-spectrum-quotient/

mit ueber 30 Punkten relativ nah an diagnostizierbarem Asperger mit seinen Eigenheiten. Ich kann damit gut leben, das muss aber nicht fuer Jeden gelten :)

Was ich ausdruecken will ist: Ihre Fuesse sind m.E. viel zu klein fuer die Schuhe, die Sie da im Namen Anderer tragen wollen. Das Wort 'Widerstand' und diese staendige verstaubte Schuetzengrabensprache triggert mich gelegentlich dann doch soweit, dass ich etwas dazu schreibe.

Wenn Sie meinen leicht philosophischen Exkurs zum 'Dafuer' nicht verstehen oder verstehen wollen, kann ich Ihnen nur sagen, dass der mit Ausreden ganz zuletzt zu tun hat. Es ist das, was ein Land oder/und die Identitaet einer Gesellschaft traegt und entwickelt. Wenn Sie kein 'Dafuer' haben, haben Sie nichts. Es ist auch am gegenwaertigen Problem der Migration DAS inhaltliche Abgrenzungskriterium gegenueber der importierten gefaehrlichen versteinerten Sterilitaet mohammedanischen Glaubens.

Es ist eine Schwaeche der sogenannten Rechten, dass sie in dieser Hinsicht wenig locker macht. Es gelingt ihr zwar zunehmend, den diesbezueglichen Bonus der 'Linken' zu entkleiden (die machen es auch leicht). Das ist aber eine Negativkritik, nach der - selbst bei Erfolg - nichts Relevantes stehenbleibt. Das haengt auch damit zusammen, dass man zu oft in zeitlich doch mittlerweile sehr gut abgehangenen Bildern feststeckt.

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