Sezession
25. März 2018

Sonntagsheld (54) – Helden inmitten von Ruinen

Till-Lucas Wessels / 9 Kommentare

Arnaud Beltrame – Présent!

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

  • Sezession

Es war eine archaische Erschütterung, die dieses Wochenende durch die Schlagzeilenlandschaften ging – "Für's Vaterland geopfert und als Held gefallen" titelte beispielsweise die Seite web.de, "Französischer Polizist: Held von Trébes ist tot" heißt es in der Süddeutschen.

Es scheint als ob ihnen am Ende gar nichts anderes übrigblieb, zu tief pocht es in den Adern, wenn man die Geschichte des französischen Polizisten Arnaud Beltrame hört, als dass man sich zusammenreißen könnte. Im Gegenteil: Viele Journalisten, die sich täglich an den erbärmlichsten Banalitäten hochschreiben, werden wohl erstmal eine Blockade gehabt haben. Wer sich sonst über Abgasskandale und nichtgebaute Flughäfen echauffiert, dem müssen die Worte fehlen im Angesicht der Ereignisse vom vergangenen Freitag:

Nachdem er bereits einen Autofahrer verletzt, sowie den Beifahrer getötet und einen Polizisten angeschossen hatte, stürmte der in Marokko geborene Radouane Lakdim zur Mittagszeit in einen Supermarkt in der französischen Stadt Trèbes und erschoss einen Mitarbeiter und einen Kunden. Ein Großteil der im Supermarkt befindlichen Menschen konnte fliehen, der Angreifer blieb mit wenigen Geiseln zurück. In der anschließenden Verhandlungssituation erklärte sich der 44-jährige Polizist Arnaud Beltrame bereit, sich im Austausch für die Geiseln in die Gewalt des Attentäters zu begeben, kurz darauf eröffnete dieser das Feuer, woraufhin Spezialeinheiten den Supermarkt stürmten und Lakdim erschossen. Am folgenden Morgen erlag Beltrame seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Wer einen Blick in Beltrames Lebenslauf wagt, wird verstehen, was seine Mutter meinte, die in einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL sagte: "Er war schon immer so, seit seiner Geburt. Er tat alles für sein Land. Er sagte immer zu mir: 'Ich mache meine Arbeit, Mama, das ist alles.'"

Für die französische Republik, die von dem islamistischen Attentäter Lakdim, wusste, dass er in salafistischen Kreisen verkehrte, die ihn sogar wegen Drogendelikten und unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt hatte, kommt Beltrames Tod wie eine willkommene Erlösung aus der Passion des institutionellen Versagens eines längst Gesetz gewordenen Ausnahmezustandes.

Auch Staatspräsident Macron scheute nicht davor zurück Beltrames Heldenmut und Opferbereitschaft für das Vaterland zu rühmen, ein nationaler Trauerakt ist in Vorbereitung. Gleichzeitig fügte er genügsam hinzu, dass sich der Ursprung der des Terrorismus in Frankreich von einer äußeren Bedrohung aus Syrien, oder dem Irak auf eine innere verlagert habe, der nun entgegengetreten werden müsse. Das Mittel dazu: Genau zu untersuchen, wie der Täter sich radikalisieren konnte. Darüber sollten die Behörden, die Lakdim 2014 auf eine Gefährderliste schrieben, eigentlich bestens Bescheid wissen.

Kaum ist der erste Schreck verdaut, klopft man sich in Frankreich schon vorsichtig auf die Schulter und lobt das routinierte Vorgehen der Einsatzkräfte. Die Tatsache, dass Beltrame erst vor kurzer Zeit an einer Terrorübung teilnahm, die dem Anschlag vom 23. März frappierend ähnelte, ist für sie ein Erfolg – der Polizist starb mit der bestmöglichen Einsatzvorbereitung.

Der Tod von Arnaud Beltrame, das ist die menschgewordene Kathedrale von Saint-Denis inmitten eines umgekippten Banlieus, ein Aufbäumen des Schönen und Wesentlichen unter den leeren Augen der Überwachungskameras und Soldatenpatrouillen im Schatten der mittelalterlichen Ruinen über die sich schon längst der Schmutz gelegt hat; auf dem Totenbett empfing Beltrame zusammen mit der Letzten Ölung das Sakrament der Ehe, die er eigentlich im Sommer eingehen wollte.

Nun hat diese Republik, deren fragmentierte Gesellschaft das triste Substrat ist, in dem die Toten von Trèbes zur letzten Ruhe gelegt werden, nun hat diese Republik, über die der Spiegel gemütlich titelt "Alle sind ruhig geblieben" also ihren Helden. Möge sie an seinem Blut ersticken.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

  • Sezession

Kommentare (9)

Der_Juergen
25. März 2018 17:23

Ich finde Wessels' Kommentare meist gut, aber dieser hat mich besonders beeindruckt. Vor diesem Polizisten kann man sich in der Tat nur verneigen.

Leider werden auf ihn unzählige weitere Opfer folgen. Verantwortlich dafür ist das verbrecherische System Frankreichs, das aufgrund einer wahnsinnigen Ideologie sein eigenes Volk nicht integrierbaren Immigrantenmassen mit einem exorbitant hohen Anteil an Kriminellen und muslimischen Fanatikern zum Frasse vorgeworfen hat und weiter vorwirft.

Renault Camus meinte (ich zitiere aus dem Gedächtnis nach Lichtmesz' "Gott"), das deprimierendste am Tod seines Landes sei, dass es auf eine so furchtbar dumme Weise untergehe. Angesichts seiner überwältigenden militärischen und technischen Ueberlegenheit hätte Frankreich jeden Versuch einer gewaltsamen Invasion ais dem Maghreb mit der linken Hand stoppen können. Doch nein, die Satane, die das Land seit dem Tod des grossen Charles de Gaulle regieren, beschlossen, den Fuchs in den Hühnerstall zu locken.

Nachdem de Gaulles Nachfolger Pompidou die Banken seines Landes der Kontrolle der Rothschilds unterstellt und somit einen grossen ersten Schritt zur Demontage seiner nationalen Souveränität getan hatte, führte der Erzschelm Giscard d'Estaing das "droit du sol" ein, das jedem beliebigen in Frankreich geborenen Ausländerkind automatisch die französische Nationalität gewährt. Die Folgen sind bekannt.

Während Arnaud Beltrame im Grabe liegt, erfreut sich der Totengräber Nummer eins seiner Nation in mittlerweile biblischem Alter weiterhin seines Lebens.

"Nationale Diktatur oder nationaler Tod!" schrieb die nationalbolschewistische Zeitung "Sawtra" während der Jelzin-Ära. In weit höherem Grad als für Russland gilt dies heute für Frankreich. Und auch für etliche sonstige europäische Länder, von denen einige an Frankreich grenzen.

Bran
25. März 2018 17:31

Ich las den Text und dachte mir: Ja, so ist es, und nun? Und dann kam der Schluss. Ja! Mögen sie am Blute ihrer letzten Helden ersticken oder von ihnen dereinst hinweggefegt werden. Die wenigen Männer, die noch verblieben sind, werden ermordet und sie stossen darauf an.
Um den Grund für meine Zustimmung zu diesem letzten Satz zu verstehen, lese man diese recht gelungene Zusammenfassung auf einer Seite, von der ich das nicht erwartet hätte:

https://www.returnofkings.com/160882/pedophilia-is-entrenched-within-the-highest-reaches-of-the-french-elite

Aber vielleicht sind auch diese Leute von einer Exzellenz, die ich einfach nicht verstehen kann.

Andreas Walter
26. März 2018 07:49

An dieser Stelle werde ich immer wieder mit Konservativen und Neuen Rechten wohl aneinander geraten.

Wer sein eigenes Leben bewusst in Gefahr bringt oder für etwas opfert versündigt sich in meinen Augen immer vor Gott.

Ich kann darum mit dem klassischen Heldenbegriff mit viel Tata, Lametta und Trompeten nichts anfangen. Nach meinem Gefühl nach liegt darin immer eine tief verborgene Form des Missbrauchs vor, wenn nicht spontane Beschützerinstinkte für ein solches Verhalten verantwortlich sind, oder der heilige Zorn eines Berserkers.

Ich bin/war oft der Erste, der bei einer Schlägerei dazwischen geht, doch mit institutionalisiertem "Heldenmut" kann ich überhaupt nichts anfangen, geht mir zuwider.

Oder warum hat sich nicht Macron dann zum Austausch angeboten? In Grund und Boden würde ich mich darum an seiner Stelle bei der Ehrenzeremonie vor den Verwandten und Freunden des Polizisten schämen.

Hinzu kommt, dass dadurch die wahre Absicht des Täters verschleiert wird, nämlich möglichst viele Menschen umzubringen. Die tatsächliche Gefahr und Bestialität solcher Attentäter wird dadurch heruntergespielt solange eben nur genug "Helden" (Kanonenfutter) dem "König" zur Verfügung stehen.

Meiner Meinung nach missbrauchen auf die Art aber auch viele Frauen Männer, in dem sie die Männer die gefährlichen Aufgaben übernehmen lassen. Auch darin liegt eine Abgrund tiefe Falschheit verborgen die nur deswegen keinem auffällt, weil sie so unglaublich weit verbreitet ist. Gleichzeitig wollen sie dann aber die gleichen Rechte wie die Männer haben und faseln von Gleichberechtigung.

Klar, bestimmt viele Frauen und Kinder in so einem Supermarkt, doch daran erkennt man vor allem den "mutigen" Dschihadisten, nicht den vom Staat missbrauchten Polizisten und Mann. Gibt es in Frankreich keine Polizistinnen? Frauen können doch eh besser mit aufgebrachten Männern verhandeln. Ich hoffe jemand bemerkt die Wiedersprüche.

Gelddrucker
26. März 2018 11:20

Endzeitlicher Text. Ich kann nicht so ganz nachvollziehen warum Frankreich schon verbal begraben wird, andere Staaten, darunter Deutschland, nicht. Die "fragmentierte" Gesellschaft ist nur etwa nur etwas mehr fragmentiert als unsere, die 3-4 % Mehr Muslime machen den Braten auch nicht fett. Das einzige echte zusätzliche Problem ist, dass alle auf französichem Boden geborenen Kinder Passfranzosen sind. Ich schätze die Chance auf eine friedliche Wende in Frankreich auch schlecht ein, aber unmöglich ist es nicht.

RMH
26. März 2018 11:25

Herr Walter,

ein Stück weit kann ich ihre Störgefühle nachvollziehen. Dennoch: Wenn etwas einer klassischen Heldendefinition am ehesten entspricht, dann doch wohl dass sich zur Geisel und damit zum Opfer machen, damit andere frei kommen. Damit kann auch kein Versündigen vor Gott vorliegen, da Gott selber sich für uns mit Jesus als Unschuldslamm geopfert hat.

Der Mann verdient unseren höchsten und dabei auch stillen Respekt, egal welchem Regime er diente. Natürlich kocht dabei die Wut innerlich hoch, dass Menschen solch hervorragenden Charakters zur Stabilisierung eines Systems und für Leute den Kopf hinhalten, die das Ganze letztlich zu verantworten haben und es wird einem auch physisch schlecht, wenn man dann jetzt das Staatsbrimborium einschließlich aller Heucheleien darum miterlebt (letztlich ist es dem kalten Ungeheuer franz. Staat egal, ob der Polizist drauf ging, denn das war ja sein Job bzw. seine "Pflicht". Den Ausspruch dieser "Ehrlichkeit" in dieser Deutlichkeit darf aber keiner zu keiner Zeit erwarten - schon gar nicht von Leuten wie Macron), mit welchen dieses System und seine Leute wieder vom eigenen Versagen ablenken.

Es ist das Wesen des Krieges, dass gute Leute auch für eine schlechte Regimes sterben.

Durendal
26. März 2018 11:35

@Andreas Walter
Am christlichen Gott versündigt man sich m.E. gemäß der gängigen katholischen Sicht nicht, wenn man sich zum Schutz anderer Menschen Gefahr bringt oder opfert. Schließlich hat Jesus Christus genau dies nicht nur von Menschen gefordert, sonder selbst getan.
Gegenüber den Jüngern verwendet Jesus Christus das Bild von den Wölfen, unter die sich diese in ihrem Dienst begeben müssten. Er selbst vergleicht sich mit einem Hirten, der die Herde nicht im Stich lässt, wenn die Wölfe kommen.
Ein Militärpsychologe, dessen Werk in Militär- und Polizeikreisen recht verbreitet ist, hat an dieses Bild angeknüpft und Soldaten und Polizisten mit Schäferhunden verglichen, die den Hirten bei seiner Arbeit am Wolf unterstützen: https://www.killology.com/sheep-wolves-and-sheepdogs

Der_Juergen
26. März 2018 12:42

@Andreas Walter

Widerspruch, heftiger Widerspruch. "Wer sein Leben bewusst in Gefahr bringt oder für etwas opfert, versündigt sich an Gott", schreiben Sie. Ich stimme Ihnen nur in Fällen zu, wo ein Mensch sein Leben ohne ersichtliche Notwendigkeit in Gefahr bringt. Hier denke ich etwa an jene Leute, die ungesichert auf einem Seil zwischen zwei Wolkenkratzern spazieren oder eine steile Bergwand ohne Sicherung erklimmen. Der kleinste Fehler bedeutet hier den sicheren Tod - wofür? Für die Befriedigung der Ruhmsucht des Wagehalses. Hier kann man meines Erachtens sehr wohl von einer Versündigung sprechen.

Doch wie, bitteschön, steht es mit dem Feuerwehrmann, der unter Lebensgefahr in ein brennendes Haus eindringt, um dort eingeschlossene Kinder zu retten? Und was ist mit dem Soldaten, der im Kampf sein Leben für sein Vaterland aufs Spiel setzt?

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Sie den grundlegenden Unterschied zwischen den Situationen A und den Situationen B nicht erkennen. Wer Kopf und Kragen riskiert, um andere zu retten, ist ein wahrer Held. Wie beispielsweise Arnauld Beltrame.

nom de guerre
26. März 2018 13:55

@ Andreas Walter

Wenn sich in dem vorliegenden Kontext jemand gegen Gott versündigt hat, dann ist es doch wohl der Mörder und nicht derjenige, der sich umbringen ließ, um noch mehr Morde zu verhindern.

Eine Frage am Rande, die Sie mir aber nicht beantworten müssen: Können Sie nicht einziges Mal darauf verzichten, Ihr anscheinend recht tiefsitzendes Ressentiment gegen Frauen zum Besten zu geben? Hier hat ein Polizist auf Kosten seines eigenen Lebens andere gerettet. Müssen Sie das wirklich für Ihre "Frauen nutzen Männer aus"-Agenda instrumentalisieren? Glauben Sie, es ist noch nie eine Frau dabei gestorben, als sie versuchte, andere zu beschützen? Oder zählt das für Sie nur, wenn man es in einem staatlich-institutionalisierten Rahmen tut, sprich als Polizist oder Feuerwehrmann (beides eben nach wie vor klassische Männerberufe)?

Andreas Walter
27. März 2018 02:11

"Der 44-jährige Gendarm wird in Frankreich als Held gefeiert, weil er sich bei der Geiselnahme in einem Supermarkt am Freitag gegen eine Geisel austauschen ließ."

Gefeiert? Da sehe ich jetzt lauter lachende, tanzende Leute die ..., ja, was bitte eigentlich feiern?

Eine(!?) Geisel gegen einen Polizist ausgetauscht zu haben? So steht's zumindest beim FOCUS.

Auch noch schlechte Schachspieler also. Kein Wunder, dass er den Polizisten dann massakriert hat. Im Krieg zählt der nämlich mehr als irgendeine x-beliebige Frau, und wir sind eben schon im Krieg, auch wenn es die Eliten immer noch vehement leugnen, dass sie die Kontrolle bereits verloren haben dank EU und anderen höheren Zielen.

Zum Helden kann man auch in Deutschland aber eh nur Opfer stilisieren, keine Täter. Dann dann kommt in Deutschland auch sofort der Staatsanwalt und droht dir mit Haft und macht deinen Laden zu, oder lässt deinen Netzauftritt als gewaltverherrlichend löschen. Nein nein, gewalttätige und gewaltverherrlichende Marxisten und Muslime dürft ihr nicht massakrieren, dazu sind wir dann doch zu weltoffen und christlich sowieso. Ganz zu schweigen von der Vergangenheit.

"Dem getöteten Polizisten Arnaud Beltram wurde mehreren französischen Medienberichten zufolge die Kehle durchgeschnitten." Ich schätze mal zusätzlich zu den Schüssen, die der Mohammedaner auf ihn abgefeuert hat.

Wenigstens hat er ihm aber nicht auch noch das Gesicht zerschnitten, könnte man da fast schon sagen, so wie hier:

https://www.rosenheim24.de/bayern/ebersberg-drei-jugendliche-haben-einen-16-jaehrigen-einer-glasscherbe-angegriffen-9727367.html

Ne, weiß nicht, was es darum gerade zu feiern geben soll, es sei denn man ist ein Lemming. Oder ein geräucherter Hering.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.