Sezession
25. April 2018

Lauter Dreißigjährige Kriege?

Johannes Poensgen / 14 Kommentare

Der Dreißigjährige Krieg hat wieder Konjunktur.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

  • Sezession

Seitdem sich auch in der letzten Talkshow herumgesprochen hat, daß die nun auch nicht mehr so „neuen Kriege“ keine Panzerschlachten in der Norddeutschen Tiefebene sind, braucht es andere Erklärungsmuster.

Also verfällt man auf den Dreißigjährigen Krieg.

  • Ein Bürgerkrieg, der durch ausländische Interventionen zum Flächenbrand wird? Klar..
  • Ein Kriegsschauplatz, der von Banden statt von regulären Armeen beherrscht wird? Klar.
  • Die überwältigende Mehrheit der Opfer sind Zivilisten? Klar.

Fertig ist das Bild vom Dreißigjährigen Krieg, durch dessen Deutungsmuster man dann das orientalische oder afrikanische Chaos unserer Tage betrachtet.

Diese Deutung bietet immerhin einen Halt. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges stand der Westfälische Frieden. Ein Europa neuzeitlicher Staatlichkeit im Zeichen des Völkerrechts. Die Hoffnung, auch diesen Punkt eines Tages abhaken zu können, mag erklären, warum gerade ausgewiesene Kenner der betreffenden Weltgegenden immer wieder auf das Erklärungsmuster Dreißigjähriger Krieg verfallen.

So Michael Lüders ins seinem Buch „Die den Sturm ernten, Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“: „Syrien durchlebt gegenwärtig, wie weite Teile der arabisch-islamischen Welt insgesamt, einen Dreißigjährigen Krieg. Am Ende, das noch lange nicht in Sicht ist, könnte durchaus ein Westfälischer Friede stehen.

Oder Gérard Prunier, der in „Africa's World War; Congo, the Rwandan Genocide, and the Making of a Continental Catastrophe“ den (nicht von ihm stammenden) Vergleich mit den Weltkriegen verwirft und stattdessen den Dreißigjährigen Krieg heranzieht. Die Kongokriege seien sogar, bei allem Grauen, der Eintritt Afrikas in die Moderne gewesen.

Es handelt sich bei den Genannten nicht um die Atlantikpresse. Die hat solche Komplikationen gar nicht nötig. „Irgendjemand ist Böse und der macht böse Sachen, über die wir uns dann empören.“ Das reicht in diesem Geschäft.

Nein, bei Lüders und Prunier handelt es sich um Vertreter jenes Genres kritischer Sachbuchliteratur, dessen Großvater Peter Scholl-Latour war. Ihre Leserschaft besteht aus jenem Teil des Bürgertums, daß sich politisch zu einem gewissen Grade von den Systemmedien emanzipiert hat. Hier besteht ein Bedürfnis nach politischer Bildung, die den Leser über die Plattitüden der alltäglichen Propaganda erhebt, ihm das Selbstgefühl eines Realisten verleiht, der sich nicht von Humanitätsduselei irre machen läßt, dabei aber den Schock in Grenzen hält.

Die Deutung der neuen Kriege vor der Folie des Dreißigjährigen Krieges ist hierfür ideal. Die Botschaft: „Das wird noch lange eine sehr häßlich Angelegenheit bleiben, wer auf die Phrasen in den Medien hereinfällt ist ein Idiot (anders als ich). Aber am Ende (wenn die ganzen Irren sich ausgetobt haben) kann doch ein Westfälischer Frieden stehen.“

Ein kurzer Blick auf den echten Dreißigjährigen Krieg zeigt sofort, wie schräg diese Vergleiche und wie unbegründet diese Hoffnungen sind. Worum wurde zwischen 1618 und 1648 gekämpft? Mag die Religion für den innerdeutschen Konflikt noch eine wesentliche Rolle gespielt haben, für die gesamteuropäische Lage war etwas ganz anderes entscheidend.

Im Europa des 17. Jahrhunderts setzte sich die neuzeitliche Staatlichkeit unaufhaltsam gegen die letzten Überreste der feudalen Epoche durch. Das war allen wachen Zeitgenossen klar. Für Deutschland, mit seinen starken Landesherrlichkeiten, gab es damit nur zwei Wege. Entweder das Reich würde „absolut“, der Habsburger Kaiser erhielte eine anderen europäischen Monarchen vergleichbarer Stellung und die Reichsstände wären damit faktisch abgeschafft. Oder aber die Staatsbildung vollzöge sich auf der Ebene der Landesfürstentümer, womit diese vollständig souverän würden und das Reich auf den Rang einer symbolischen Erscheinung verwiesen.

Um diese Entscheidung wurde der Krieg geführt. Entstünde im Kern Europas eine starke, alle übrigen Nationen überragende Zentralmacht, oder ein Flickenteppich aus Kleinstaaten, der zum Spielball des restlichen Kontinents herabsänke? Gustav II. Adolf und sein Kanzler Oxenstierna wußten ebenso, warum sie in den Teutschen Krieg eingriffen, wie später Kardinal Richelieu: Um ein staatlich geeintes Deutschland zu verhindern, daß ihren eigenen nationalen Ambitionen enge Grenzen gesetzt hätte.

Europas Weg zur neuzeitlichen Staatlichkeit und der damit verbundenen völkerrechtlichen Ordnung war dabei eine vorausgesetzte Gegebenheit, die schon lange vor dem Dreißigjährigen Krieg eingesetzt hatte. Das Ringen ging einzig und allein um die Frage, in welchem Größenrahmen sich diese Entwicklung im Zentrum Europas verwirklichen sollte. Das Ob stand außer Frage, es ging nur noch um das Wie.

Die an Ort und Zeit gebundenen kulturellen, biologischen, gesellschaftlichen und technologischen Verhältnisse überlassen der Politik lediglich deren Ausgestaltung. Politische Ereignisse können Jahrhunderte prägen. Die Entlassung Wallensteins, auf Druck eigensüchtiger Fürsten, barg alle künftigen Katastrophen der deutschen Geschichte in sich. Aber, gemessen an der gesamten Variationsbreite menschlicher Existenz, ist der politisch beeinflußbare Teil doch eher schmal.

Keine Greuel des Dreißigjährigen Krieges hat Europa von seiner weiteren Entwicklung abhalten können. Es sank trotz eines der entsetzlichsten Kriege der Weltgeschichte nicht in vorkulturelle Barbarei zurück, weil das nur durch die Zerstörung der gesamten abendländischen Kultur qua Ausmordung ihrer Völker überhaupt möglich gewesen wäre.

Aus demselben Grund, aus dem auch ein langer und zerstörerischer Krieg in Europa nicht die feudalen Verhältnisse wiederherstellen konnte, können solche Kriege im Orient und Afrika nicht zur neuzeitlichen Staatlichkeit und einem Völkerrechtssystem westfälischen Vorbilds führen: Die Ebene, auf der solcherlei entschieden wird, wird auch durch große und langanhaltende Kriege kaum angekratzt.

Sehen wir uns also an, worum die „neuen Kriegen“ geführt werden. Ihre Ursache ist nicht in der Staatsbildung zu suchen, sondern im Staatszerfall. Trotz äußerlicher Ähnlichkeiten handelt es sich um das genaue Gegenteil des Dreißigjährigen Krieges.

Staaten, die niemals Staaten waren, scheitern vollends. Meist, weil die Ressourcen nicht mehr ausreichen, ein Land, in dem niemand Loyalität gegenüber einer Abstraktheit wie „dem Staat“ empfindet, mit einer alle europäischen Maßstäbe sprengenden Klientelpolitik ruhig zu stellen.

Der Jugendüberschuß der viel zu Vielen, eruptiert in Gewalt. Das Land sinkt ins Chaos und zieht seine regionale Umwelt mit sich. Für die tieferen Ursachen dieser Kriege ist es dabei gleichgültig, ob solch ein Land von alleine implodiert, oder ob ausländische Interessenten, aus welchen Motiven auch immer, nachgeholfen haben. Ohne die innere Schwäche politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen, welche die durch importierte Medizin ermöglichten Bevölkerungszahlen niemals verarbeiten können, liefen alle Destabilisierungsversuche ausländischer Geheimdienste ins Leere.

Gleichgültig, wer am Ende eines solchen Krieges die Macht an sich gerissen hat. Es wird selbst im besten Falle nichts anderes dabei herauskommen, als ein neues Regime der Art Saddams oder Assads. In Schwarzafrika kann man nicht einmal damit rechnen. Wenn das vergangene halbe Jahrhundert seit der Entkolonialisierung etwas gelehrt hat, dann daß Modernisierung in einem großen Teil der Welt nur gerade soweit möglich ist, traditionelle Strukturen zu beschädigen und einen Bevölkerungszuwachs auszulösen, den die dortigen Gesellschaften nicht verkraften.

Auch die grausigen Kriege, in denen sich die dadurch erzeugten Spannungen beizeiten einmal entladen, ändern an den dahinterstehenden Strukturen nichts. Diese werden uns mit allen Konsequenzen erhalten bleiben.

Ein Westfälischer Frieden kommt dabei nicht zustande, das genaue Gegenteil ist der Fall. In den neuen Kriegen werden jene Teile der Westfälischen Ordnung in Frage gestellt, die diesen Weltgegenden während der Kolonialzeit aufgeprägt wurde: Staaten mit auf der Karte festgelegten Grenzen, abgeschlossene Territorien, die zumindest einigermaßen von einer verantwortlichen Zentralregierung kontrolliert werden und deren Verkehr untereinander auf dem Parkett der internationalen Diplomatie verläuft.

Diese aus der Kolonialzeit hervorgegangenen Staaten haben heute einen schlechten Ruf. Die mit dem Lineal in den Sand gezeichneten Grenzen seien die Ursache, der derzeitigen Instabilität. Es ist ja nicht zu leugnen, daß diesen quer über Stammesgrenzen hinweg verlaufenden Gebilden die Festigkeit homogener Nationalstaaten fehlt.

Trotzdem haben sich diese postkolonialen Staaten als außerordentlich zäh erwiesen. Der Grund dafür ist einfach. Es gab und gibt keine tragfähigen Alternativen. Jeder halbwegs Verantwortliche im Orient oder in Afrika wußte und weiß noch heute, daß die Hölle losbricht, sobald diese Überbleibsel der Kolonialzeit in Frage gestellt werden. Die Organisation für afrikanische Einheit – die heutige Afrikanische Union – schrieb deshalb bereits auf ihrer ersten Sitzung im Jahre 1964 die Unverletzlichkeit der postkolonialen Grenzen fest. Auf welcher Basis hätte man den sonst auch nur ein Minimum an Staatlichkeit erhalten sollen?

Freilich, keine solche Deklaration hat diesen Staaten die Festigkeit der europäischen Vorbilder gegeben. Immer wieder, in letzter Zeit in der Arabellion, wird ihre innere Schwäche offenbar. Dann werden sie von politischen Kräften herausgefordert, die den darin lebenden Völkern natürlicher sind: Stammesallianzen und Familienclans, im Falle des Orients auch religiöse Gemeinschaften und selbstverständlich, wie in jedem Chaos, Milizen und Banden aller Art.

Dadurch wird die Staatlichkeit als solche geschwächt und an die Stelle einer im schmittschen Sinne repräsentativen Staatsgewalt tritt das Wirrwarr der Machthaber unterschiedlichster Größe und Art.

Diese neuen– oder auch alten, vorstaatlichen –politischen Gebilde sind durch das klassische Völkerrecht oft gar nicht faßbar. Mit dem Kriegsrecht europäischer Landkriege hat ihre Kriegsführung nichts zu tun. Ihre Verwaltung ist den Anforderungen des modernen Zeitalters in keinster Weise gewachsen.

Keiner der immer wieder an verschiedenen Stellen der Dritten Welt aufflammenden „neuen Kriege“ hat bisher eine neue Ordnung geschaffen, die diesen Völkern eine angemessene politische Form für das 21. Jahrhundert böte. Alles was dabei geschehen ist, ist die Beschädigung einer aus Europa übernommenen Staatlichkeit, die diesen Völker nicht paßt, welche sie aber ebensowenig ersetzen können. Aus diesem Grund, mehr als aus allen Kriegsgreueln, treiben all diese kleinen und großen Konflikte die Überschüssigen der Dritten Welt nordwärts.


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Kommentare (14)

quarz
25. April 2018 20:08

Angesichts dessen empfinde ich immer ein großes Maß an Komik (die ich wegen des Ernstes der Situation leider nicht genießen kann), wenn Vertreter des Regimes der offenen Grenzen über Details der militärischen Landesverteidigung diskutieren.

Welcher Gedanke könnte unter der Prämisse der Merkelschen Territoriumspolitik anachronistischer sein als der, dass sich ein Invasionsaspirant anschickt, unter Aufbietung militärischer Mittel in Deutschland einzufallen? Wem der Sinn nach Eroberung steht, der schickt seine Leute unbewaffnet über die Grenze und bewaffnet sie hier.

Thomas Martini
25. April 2018 22:16

"Keiner der immer wieder an verschiedenen Stellen der Dritten Welt aufflammenden „neuen Kriege“ hat bisher eine neue Ordnung geschaffen, die diesen Völkern eine angemessene politische Form für das 21. Jahrhundert böte."

Poensgens Überlegungen wirken hier leider mal wieder schlampig. Der entscheidende Faktor wird vernachlässigt: Das Geld. Nur so lassen sich Thesen aufstellen, bei denen der Westen plötzlich wie die Unschuld vom Lande wirkt.

Gewiss, die Fähigkeit zur Ausbildung von funktionierenden (National-)Staaten, ist in Nordafrika, und erst recht weiter südlich, längst nicht so stark ausgeprägt, wie das in Europa oder Asien der Fall ist. Das liegt aber vor allem auch daran, daß diese Länder nicht zur Ruhe kommen. Stattdessen sind sie gezwungen, auf einem Weltmarkt zu konkurrieren, der von übermächtigen Staaten wie den USA, China, Russland, und der EU dominiert wird. Ein Weltmarkt, der von der in Washington ansässigen Weltbank und dem ebenfalls in Washington ansässigen Internationalen Währungsfonds geprägt ist. Es ist nicht gründlich, die "neuen Kriege" im Zeitalter der Globalisierung zu bewerten, ohne dabei die Herrschaft des Geldes zu berücksichtigen.

Wenn wir davon ausgehen, daß Herr Poensgen mit seinen Ausführungen richtig liegt, müsste es in Staaten wie Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, natürlich Saudi-Arabien, aber auch Angola, ähnlich aussehen, wie in jenen Staaten, die - wie Syrien oder Libyen - gezielt vom Westen destabilisiert wurden. Tatsächlich aber genießt man in Dubai oder Riad einen ähnlichen Wohlstand wie in Monaco. Davon kann der fleißige Schlafmichel in der BRD nur träumen. Treudoof wie er nunmal ist, lässt er sich mittlerweile als Tourist nach Dubai locken, um auch einmal die Aussicht vom "Burj Khalifa" genießen zu können.

An diesen Beispielen scheitert auch Poensgens Behauptung hinsichtlich des nicht zu verkraftenden Bevölkerungswachstums. Saudi-Arabien hatte unmittelbar nach der Kolonialzeit nur etwas mehr als drei Millionen Einwohner, heute sind es laut offiziellen Zahlen über 30 Millionen, davon rund 11 Millionen legal im Land lebende Ausländer. Chaos, oder sagen wir "rechtsfreie Räume" á la BRD, sind dort jedoch Fehlanzeige.

An dem Punkt stellt sich die Gretchenfrage: Liegt das nun an besonderen Fähigkeiten der Saudis? Oder lässt sich der staatliche Erfolg letztlich - so profan das klingen mag - auf ihre Geldmacht zurückführen?

Darüber kann es wohl keinen Zweifel geben. Daher teile ich Herrn Poensgens Einschätzungen nur insofern: Vergleiche mit dem Dreißigjährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden sind bei den Kriegen und Konflikten seit 9/11 tatsächlich Unfug. Ein Deutungsmuster, das von den perfiden Einmischungen des Westens ablenkt, ist mir unter dem Strich jedoch zu leichtfertig.

Somit ist auch Poensgens Schlussfolgerung eine Absage zu erteilen. Die angeblich aus Europa übernommene Staatlichkeit zerstört der Westen selbst. Dabei werden die Überschüssigen der Dritten Welt von den Globalen Eliten gezielt nordwärts gelockt und getrieben. Sie sind, wie es Thor von Waldstein präzise formulierte, die "Verschiebemasse" für die Umvolkung Europas. Darüber sollte man sich innerhalb der Neuen Rechten einig sein.

Der_Juergen
25. April 2018 22:17

Hervorragender Artikel; mein Respekt.

Andreas Walter
26. April 2018 01:15

Wusste gar nicht, dass die Analogie derzeit auch noch auf andere Regionen angewendet wird ausser für die Zukunft Westeuropas. Im Netz habe ich zumindest darüber noch nichts mitbekommen. Wenn auch ich diese Analogie gelegentlich verwende sind damit allerdings nur "Zustände wie im Dreißigjährigen Krieg" gemeint, könnte es aber ebenso auch Narco War World oder Warlord Territories oder auch Stammeskriege nennen. Oder Zustände wie in Kolumbien oder Mexiko, doch wer hier in Deutschland soll damit etwas anfangen können. An einen Frieden denke ich in dem Moment noch nicht mal. Der kommt vielleicht dann, wenn bereits 150 Millionen Europäer tot sind, wahrscheinlich aber noch viele mehr, weil eine Industrienation ein viel empfindlicheres System ist als ein Entwicklungsland.

Hier muss man daher in der Tat ganz genau unterscheiden, ob es sich dabei um homegrown und natürlich gewachsene oder um importierte, oktroyierte Strukturen beziehungsweise Substrukturen handelt. Wie auch der Grad der Entwicklung und dadurch auch Komplexität bei Störungen eine wichtige Rolle spielt. Darum hinken natürlich alle diese Vergleiche, je genauer man hinschaut.

Oder um es ganz brutal zu sagen: Ohne Diktatoren wären sowohl Afrika wie auch der Nahe Osten schon längst wieder auf dem Niveau von Stammesgesellschaften wie zum Beispiel in Somalia, und sind es intern, in der Substruktur ja auch. Solche Substrukturen gibt es aber sogar schon in Süditalien.

Die libanesischen Clans als Beispiel machen in Deutschland daher lediglich das, was sie zuhause deswegen nicht könnten, während die zivilisierten Deutschen bereits vollkommen vereinzelte Wesen beziehungsweise Kleinfamilien sind. Rotten sich hier aber ein paar jugendliche Deutsche zu ihrem eigenen Schutz zusammen heisst es gleich NSU, Nazis, Rassisten.

Über kurz oder lang kommt daher auch hier entweder Sharia, Stalin 2.0 oder Hitler 2.0, also eine Diktatur. Oder wir müssen eben auch unsere Grenzen ab sofort so rigoros verteidigen wie die Juden in Israel, wie die VSA vielleicht in Zukunft oder Australien schon jetzt. Bereits die problematischen Zustände in den VSA und Brasilien zeigen nämlich, das echtes Multikulti genauso eine Illusion ist wie Marxismus, Kommunismus oder Sozialismus ohne Diktatur. Es widerspricht eben der menschlichen Natur und auch die Weibchen wollen lieber den Prinz von Zamunda oder den King of Wakanda, oder teilen sich sogar einen Scheich, nicht aber den arbeitslosen Schlosser aus Halle wenn der nicht wie Adonis aussieht oder andere Dinge dafür gut kann.

Aus darwinistischer Sicht kann man daher nur sagen: Der Bessere wird gewinnen, was immer das auch bedeutet und dafür nötig ist, wenn es ums Überleben geht. Genau darum haben ja Warlords Waffen - und tragen Frauen Schminke oder Burka.

eike
26. April 2018 04:13

"aus jenem Teil des Bürgertums, daß sich [...] emanzipiert hat"

Abgesehen davon, daß man in einem Portal von der sprachlichen Qualität der sezession.de "daß" und "das" nicht verwechseln sollte, ein hervorragender Artikel.

Inhaltlich wäre allerdings zu kritisieren, daß - politisch korrekt - "the usual suspects" keine Erwähnung finden.

Syrien, Irak, Libyen sind/waren nicht per se instabil, wie der Autor suggeriert. Sie waren sogar für Drittweltverhältnisse erstaunlich stabil. Sie wurden von außen "instabilisiert", um Israels Feinde zu schwächen.

Aber das dürfen in der derzeitigen BRD wohl nur Rapper mit Migrationshintergrund sagen ...

Der_Juergen
26. April 2018 10:01

@Thomas Martini

Meist bin ich mit Ihren Kommentaren einverstanden, aber diesmal hinkt Ihre Beweisführung auf beiden Füssen. Der Reichtum Saudi-Arabiens und der Golfstaaten geht ja nun wirklich nicht auf das Talent und den Fleiss der einheimischen Bevölkerung zurück, sondern auf den märchenhaften Ölreichtum, mit dem sie gesegnet sind. Dank dieses Reichtums konnten sie es sich leisten, europäische und amerikanische Ingenieure und Techniker ins Land zu holen, die ihnen die nötige Infrastruktur aufbauten.

Für manuelle Arbeiten sind sich die Herren Saudis, Qataris etc. bekanntlich zu fein. Die werden von Gastarbeitern aus den Philippinen, Bangladesh,
Ägypten etc. verrichtet, die im allgemeinen schlecht behandelt werden; dies gilt in erhöhtem Mass bekanntlich für die als Dienstmädchen importierten ausländischen Frauen, deren Leben oft die Hölle auf Erden ist.

Unter solchen Umständen kann selbst das faulste und unbegabteste Volk der Welt zu Wohlstand gelangen.

Und dass ein Riesenland wie Saud-Arabien ohne weiteres 30 Millionen oder mehr Einwohner verkraften kann, ist auch keine sensationelle Nachricht. Es heisst aber noch lange nicht, dass sich auch ein bettelarmes Land wie z. B. der Niger (im Schnitt 6,8 Geburten pro Frau) eine entsprechende Bevölkerungsexplosion leisten kann, ohne dass am Ende ein massenhaftes Hungersterben steht. Dafür kann die "westliche Einmischung", die Sie offenbar als Hauptgrund für die Instabilität und das Elend in Afrika betrachten, nun wirklich nichts - es sei denn, man stufe die Einführung der modernen Medizin durch Kolonialherren und Entwicklungshelfer als "Einmischung" ein.

Alveradis
26. April 2018 11:37

Mir fehlt : A Clean Break: Project for the New American Century (PNAC)

Aber zu Afrika.

"Keiner der immer wieder an verschiedenen Stellen der Dritten Welt aufflammenden „neuen Kriege“ hat bisher eine neue Ordnung geschaffen, die diesen Völkern eine angemessene politische Form für das 21. Jahrhundert böte. "

Das ist doch auch nicht gewünscht. Gerade dort, wo es Bodenschätze gibt will man keine "den Völkern angemessene politische Form" sondern Kontrolle von außen. Botswana war für mich eine Augenöffner. Sofort nach (!) der Unabhängigkeit wurden dort Bodenschätze gefunden, die dem kleinen Land eine echte Chance boten trotz niedrigem IQ ganz gut zu leben. Aber sie dürfen ihre Grenze nicht schützen und von allen Seiten ließ man Armutsflüchtlinge einströmen. Die UNO hat dann den Antirassismus in Botswana eingeführt, denn natürlich gab es Wütende Gegenwehr. Eine untereinander zerstrittene Bevölkerung ist besser, als ein Volk, dass Fragen könnte, wo sein Reichtum hin fließt.

Die Verbindung von Volk/ Stamm und Boden oder Volk und Bodenschätzen aufzubrechen, wie in Botswana durch Masseneinwanderung oder in anderen Ländern durch Krieg und Vertreibung, das ist denke ich ganz zentral.

Aber auch Mexiko kann genannt werden. Der Freihandel zerstörte die Landwirtschaft. Die Leute strömten in die Städte und strömen in die USA um dort ebenfalls Fluchtbewegungen, dann unter den Weißen, auszulösen.

Entwurzelung, Vermischung bis kein Bewusstsein für Identität, Erbe oder Eigentum am Boden mehr übrig ist.
Es ist so als würde ein großer Rechen kreuz und quer über den Globus fahren und das wird so lange wiederholt, bis nur noch die kleinste Einheit übrig ist, das entwurzelte Individuum.

Für Syrien hat John McCain 30 Jahre Krieg angedroht. Ich denke, dass das Ziel ist, eine ganze Generation unter andauernden Unruhen aufwachsen zu lassen. Der Irak darf ja auch nicht zur Ruhe kommen.

Old Linkerhand
26. April 2018 17:34

Der Dreißigjährige Krieg wurde mit dem sicheren Wissen eines gerechten Frieden geführt, so wie alle Kriege in Europa bis 1918. Daß der Krieg dann doch so lange dauerte, löste tiefe Verunsicherung aus. Trotzdem kam die Kunst und Wissenschaft in dieser Zeit nicht zum Erliegen. Die Barocklyrik eines Gryphius (Sonette über die Schrecken des Krieges) oder Opitz erreichte hier ihren Höhepunkt. Wie katastrophal anders verhält sich die Lage im Orient, von Afrika ganz zu schweigen. Volle Zustimmung zu diesem gelungenen Beitrag von Johannes Poensgen.

Alveradis
27. April 2018 11:02

Old Linkerhand
26. April 2018 17:34

"Der Dreißigjährige Krieg wurde mit dem sicheren Wissen eines gerechten Frieden geführt, so wie alle Kriege in Europa bis 1918. Daß der Krieg dann doch so lange dauerte, löste tiefe Verunsicherung aus. Trotzdem kam die Kunst und Wissenschaft in dieser Zeit nicht zum Erliegen. Die Barocklyrik eines Gryphius (Sonette über die Schrecken des Krieges) oder Opitz erreichte hier ihren Höhepunkt."

Einzelne kulturelle Höchstleistungen können den Verlust an Menschen und Volkskultur nicht ausgleichen. Ja, der Dreißigjährige Krieg wird uns heute als erfolgreiches Modernisierungsprojekt verkauft, der unser Land durch Ausmordung großer Bevölkerungsteile "wirtschaftlich offener" machte.
Landwirtschaftliche Flächen lagen brach, Dörfer standen leer, entwurzelte Landlose konzentrierten sich in Städten, die durch Aufnahme von Schulden wieder aufgebaut wurden. Es dauerte mehrere hundert Jahre, bis die Bevölkerungszahl den Vorkriegsstand erreichen konnte aber gewachsene Volkskultur, das ganze bunte Gewebe aus unterschiedlichsten ländlichen Bräuchen und Traditionen lässt sich nicht ersetzen und Kriegstraumata wirken über Generationen hinweg. Ich denke, dass sie auch heute wirken, denn wir sind ja die Nachfahren der Überlebenden.

Anders als beim Ausmorden der Iren durch die Hungerwaffe standen bei uns keine neuen Besitzer parat, die die leergefegten Landstriche übernehmen konnten allerdings wurden die schwachen Randregionen immer wieder das Ziel von Überfällen durch die Nachbarn. Ich bin der Auffassung, dass all das unseren Volkscharakter , abgesehen von den herbeigeführten Verwerfungen des Genpools, prägt. "German Angst", dieser Begriff, der uns lächerlich machen soll, ist das Ergebnis der Traumatisierung unseres Volkes. Weil ich das nun besser verstehe, verstehe ich auch, dass für Afroamerikaner die Sklaverei , für viele Völker die Kolonialzeit tatsächlich eine andauernde Verletzung ist, die zu politischen Zwecken im antiweißen Rassismus als Werkzeug genutzt wird. Es gibt aber diesen Kern, diesen scherzhaften Verlust der Wurzeln wirklich.

Rückblickend lesen wir die Geschichte mit den Augen der Heutigen und meist durch die Brille der Herrschenden und tun das umso williger als man uns einige Jahrzehnte Wohlstand erlaubte, bevor uns all das was wir für unsere Eigentum und unser Recht hielten wieder genommen wird.

Inzwischen versuche ich es mir anzutrainieren die Weltgeschichte und die heutigen Ereignisse zeitlich und räumlich wesentlich verwobener zu betrachten. Die Mechanismen wie Krieg und die Bedingungen des verordneten Friedens, die wirtschaftliche Organisation, die Abhängigkeiten vom jeweiligen Finanzsystem, all das lese ich immer stärker als Prozess der Enteignung und Erringung von Hegemonie.

Wo stünden wir, wo stünde Afrika oder der Nahe Osten, hätte man uns alle einfach mal in Ruhe gelassen und nicht fortwährend durch neue Kriege ( auch wirtschaftliche) umsortiert? Die Vernichtung der kulturellen Wurzeln und die Trennung vom Boden haben nicht nur uns, sondern auch den Afrikanern die Würde geraubt. Die globalisierte Wirtschaft, der freie Fluss von Kapital, Waren und Menschen ist für fast alle Völker der Welt die "Endzeit" , selbst für die, die sich zahlenmäßig unablässig vermehren und dadurch scheinbar über uns siegen. Wir sind zu leeren Gefäßen gemacht worden und um die seelische Leere auszugleichen bietet man uns Glasperlen an. Die Flucht in die angebotenen Religionen wird das nicht ändern, denn weder der Islam noch das Christentum achten die Völker und deren Wurzeln sondern arbeiten wie ein Fleischwolf.

Ich habe keine Sympathie für die einströmenden Massen. Sie sind ja auch eine Negativauswahl der Völker aus denen sie stammen. Sie sind die, die Boden und Herkunft, freilich ohne es zu begreifen, für kurzfristig gesteigerten Konsum und Sex aufgegeben haben. Aber selbst in ihrer Gier sind sie Opfer der Bedingungen, die ihren Völkern übergestülpt wurden.

Andreas Walter
27. April 2018 12:30

Solange es Deutschland wirtschaftlich gut geht wird es allerdings nicht so wie in Mexiko werden:

https://www.n-tv.de/panorama/Brutaler-Studentenmord-erschuettert-Mexiko-article20407673.html

Die Zahl der 30.000 desaparecidos, der (spurlos) Verschwundenen bezieht sich allerdings auf die letzten 10 Jahre zusammen:

https://www.eluniversal.com.mx/articulo/estados/2017/08/10/desaparecen-3-mil-personas-cada-ano

Doch selbst theoretisch 990.000 Getötete in 30 Jahren bei etwa 130 Millionen Einwohnern in Mexiko (0,76%) ist noch harmlos gegenüber dem 30 Jährigen Krieg im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, bei einer Bevölkerung von geschätzt 18 Millionen um 1600, von denen 1650 noch 12 da gewesen sein sollen (33%).

Wobei ohne vollversorgende Kohle- oder Energieinfrastruktur ein massiver Bürgerkrieg Deutschland auch in kurzer Zeit auf sogar vorindustrielles Niveau zurückwerfen könnte. Um 1850 lag die Bevölkerung auf dem Gebiet des Deutschen Zollvereins bei etwa 30 Millionen Menschen, auf einer Fläche die aber fast 2 mal so gross war wie heute. Eine Dezimierung der Bevölkerung um sogar 75-80% wäre in so einem Fall also denkbar, weil das derzeitige Niveau nur durch massive externe Energiezufuhr in Form von Gas und Öl von aussen überhaupt aufrecht erhalten werden kann. 400 Thoriumbrüter, sichere Grenzen und eine Armee auch mit Vergeltungsschlagfähigkeit sind daher in meinen Augen eigentlich eine Normalforderung für ein Land wie das "Unsere".

Carlos Verastegui
27. April 2018 16:20

Jeder Krieg, auch der kürzeste, wird aus mehr als nur EINEM Grund geführt. Wie viele Gründe kann erst für den Dreissigjährigren Krieg angeben! Unzählige!

Die nationalstaatlich-politische-liberale Interpretation ("Einigung Deutschlands zunichte machen") ist ganz unhaltbar. Wallenstein gegen "selbstsüchtige Fürsten" ausspielen ist auch so ein Anachronismus, so als ob Wallenstein selbst sich keine eigene Hausmacht verschaffen wollte! War Wallenstein, der germanisierte Tscheche, der selbstlose, leider zu früh abgesetzte Geschäftsführer eines national-deutschen Staatsgeists? War der italienischstämmige Graf Thurn, der vom "Prager Fenstersturz", tatsächlich der Wortführer des damaligen Tschechentums? Natürlich spielten schon damals nationale Motive mit herein, sie wurden sogar erst durch den Dreissigjährigen Krieg aus der Taufe gehoben! Aber so etwas "Um ein staatlich geeintes Deutschland zu verhindern, daß ihren eigenen nationalen Ambitionen enge Grenzen gesetzt hätte" ist ein Anachronismus. Richelieu dachte nicht an "Frankreich" im Sinne eines Nationalstaats, genausowenig wie Olivares in Spanien. Absolutismus ist kein Nationalismus, wiewohl später der Nationalismus - der liberale wie der konservative - im 19. Jhdt. als sein Erbe und Fortsetzer auftrat.

"Im Europa des 17. Jahrhunderts setzte sich die neuzeitliche Staatlichkeit unaufhaltsam gegen die letzten Überreste der feudalen Epoche durch" - der Prozess setzte schon im vierzehnten, teilweise sogar im dreizehnten Jahrhundert ein (Friedrich II!) und kam erst im 18./19., und selbst da nicht vollständig, zum Abschluss. Dass erinnert mich daran, wie Historiker dem Ersten Weltkrieg politisch viel zu viel Bedeutung zumessen. Mit dem Dreissigjährigen Krieg wird hier das gleiche gemacht.

Der Dreissigjährige Krieg ist eine Episode der abendländischen Geschichte, er ist sogar sehr typisch abdendländisch, setzt nämlich die zerstörte Einheit des Mittelalters mit ihrem Spannungsreichtum voraus. Dazu gibt es, soweit ich weiss, keine wirklich passende Parallele. Deswegen: Es lohnt nicht, auf die "anderen Dreissigjährigen Kriege" einzugehen, weil solche sämtlich ersponnen und an den Haaren herbeigezogen sind.

Old Linkerhand
27. April 2018 16:52

@Alveradis

Hier die ersten Verse eines Sonett über den Dreißigjährigen Krieg von Andreas Gryphius, welche für sich sprechen:

"Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr den ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch’ ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfraun sind geschänd’t, und wo wir hin nur schaun,
Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret."

Also von einen "erfolgreichen Modernisierungsprojekt" ist hier nicht die Rede, eher ist diese 350 Jahre alte Anklage eine düstere Zukunftsvision auf die Zeit von 2015 bis heute in Deutschland.

Alveradis
27. April 2018 19:37

Old Linkerhand,

ja, das sehe ich auch so.

Hier noch ein Kinderreim:

Die Schweden sind gekommen
haben alles mitgenommen
Haben´s Fenster eingeschlagen
Haben´s Blei davon getragen
Haben Kugeln daraus gegossen
Und die Bauem erschossen

Ich sehe, grad weil der Reim so einfach ist,aber so viel darin steckt, die Gesichter der Kinder, die diesen Reim sprechen, vor mir. Zeitreise. Vergangenheit und Zukunft .

Als ich vor ein oder zwei Jahren durch Zufall darüber stolperte, dass dieser furchtbare, endlose Krieg heute unter dem Aspekt der Modernisierung unseres Landes regelrecht zu etwas positivem gemacht wird ( kannte ich von Kommunisten bezüglich der "Elektrifizierung" also zum Thema Massenmord in der SU) war ich absolut schockiert.
Durch jüdische Augen gesehen, so las ich auf einer jüdischen Netzseite, brachte er deren Ansiedlung in den Städten, die Kredit brauchten, und nun jüdische Gemeinschaften, wenn auch notgedrungen, in ihren Stadtmauern zuließen. Das ist also die Gründungsgeschichte vieler jüdischer Gemeinden hier bei uns.

Ich sehe so viele Parallelen zu den heutigen Kriegen. Der Terror und die Migrationswaffe wurden aber sicher nie so bewusst, gezielt und wissenschaftlich berechnet eingesetzt wie heute.

Thomas Martini
28. April 2018 18:12

@Der_Juergen

"Meist bin ich mit Ihren Kommentaren einverstanden, aber diesmal hinkt Ihre Beweisführung auf beiden Füssen. Der Reichtum Saudi-Arabiens und der Golfstaaten geht ja nun wirklich nicht auf das Talent und den Fleiss der einheimischen Bevölkerung zurück, sondern auf den märchenhaften Ölreichtum, mit dem sie gesegnet sind. Dank dieses Reichtums konnten sie es sich leisten, europäische und amerikanische Ingenieure und Techniker ins Land zu holen, die ihnen die nötige Infrastruktur aufbauten."

Offenbar liegt hier ein Missverständnis vor. Jedenfalls haben Sie damit die von Poensgen unberücksichtigt gebliebene These über die Herrschaft des Geldes nur noch einmal bestätigt.

"Und dass ein Riesenland wie Saud-Arabien ohne weiteres 30 Millionen oder mehr Einwohner verkraften kann, ist auch keine sensationelle Nachricht. Es heisst aber noch lange nicht, dass sich auch ein bettelarmes Land wie z. B. der Niger (im Schnitt 6,8 Geburten pro Frau) eine entsprechende Bevölkerungsexplosion leisten kann, ohne dass am Ende ein massenhaftes Hungersterben steht. Dafür kann die "westliche Einmischung", die Sie offenbar als Hauptgrund für die Instabilität und das Elend in Afrika betrachten, nun wirklich nichts - es sei denn, man stufe die Einführung der modernen Medizin durch Kolonialherren und Entwicklungshelfer als "Einmischung" ein."

Richtig, ein Land wie Niger, das kaum zu bewirtschaften ist, kann sich ohne sonstigen Reichtum an Rohstoffen keine Bevölkerungsexplosion leisten.

Wie also kommt sie zustande? Doch wohl nur durch die "Gutmenschen" im Westen, die sich für die armen Menschen solcher Länder verantwortlich fühlen, und durch Geld- und Sachspenden, Brunnenbau, kurz gesagt durch "Entwicklungshilfe", dafür sorgen, daß eine solche Bevölkerungsexplosion möglich wird.

Auch hier liegt selbstverständlich eine Einmischung des Westens vor. Die "Überschüssigen" der Dritten Welt züchten sich die Wohlstandsnationen Europas und Nordamerikas selbst heran. Statt für den eigenen Nachwuchs und das Gedeihen der eigenen Völker zu sorgen, fühlt man sich dank jahrzehnterlanger Umvolkungsproganda eher dem hungernden Afrikaner verpflichtet. Hier kommt eine besonders schmerzhafte Folge der Umerziehung zum Tragen: Die Menschen, die in Afrika mit Geld und Opferbereitschaft Gutes tun, erkennen meistens leider nicht, wie sie sich damit den Ast absägen, auf dem sie selber sitzen.

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