Sonntagsheld (56) – Stänkern gegen Links

Unsere fünfte Kolonne schlägt zu...

 Gastbeitrag

Fremde Federn reichen Beiträge ein. Sind sie gut, bringen wir sie.

Es hät­te so ein schö­ner Tag für die hal­le­schen Links­ex­tre­men um die Grup­pe “Kick Them Out” wer­den kön­nen: Bei strah­len­dem Son­nen­schein hat­ten sich zwi­schen 700 und 750 Demons­tran­ten aus Hal­le und Leip­zig am Rosa-Luxem­burg-Platz zusam­men­ge­fun­den, um mal wie­der gegen unser iden­ti­tä­res Zen­trum zu demonstrieren.

Ganz vor­ne mit dabei dies­mal: Kei­ne ver­mumm­ten Stu­den­ten­lar­rys, son­dern ein sexy Frau­en­block, der sich extra auf­ge­hübscht hat­te, um den bösen Jungs mit den Schlag­fah­nen und der ein­heit­li­chen dunk­len Klei­dung die Show zu stehlen.

Die­se auf­fäl­li­ge Cho­reo­gra­fie-Anwei­sung, wel­che – das soll­te sich noch zei­gen – nicht in der gan­zen Demo auf Gegen­lie­be stieß, lag vor Allem in dem Kern­the­ma der Demons­tra­ti­on begrün­det: Femi­nis­mus. Also Femi­nis­mus gegen Rechts, ver­steht sich.

Nun kann ich die­sen inhalt­li­chen Fokus nur zu gut nach­voll­zie­hen – wäh­rend bei unse­ren Demons­tra­tio­nen die Damen der Schöp­fung in der ers­ten Rei­he nicht nur gna­den­los unter­re­prä­sen­tiert sind, lich­ten unse­re Foto­gra­fen sie auch noch ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te ab und ver­öf­fent­li­chen die Fotos im Inter­net. Auf die Stra­ße gehen, um Gesicht zu zei­genEin zutiefst patri­ar­cha­les und frau­en­ver­ach­ten­des Konzept.

Das gibt es bei “Kick Them Out” zum Glück nicht: Aus Soli­da­ri­tät mit denen vom Schöp­fer bei der ästhe­ti­schen Aus­ta­rie­rung der Ansehn­lich­keit weni­ger Beglück­ten mach­te man auf den offi­zi­el­len Bild­aus­sen­dun­gen gleich alle Gesich­ter unkennt­lich – Für den Feminismus!

Klei­ne Zwi­schen­be­mer­kung: Es gibt, wir wis­sen das seit eini­ger Zeit, in Hal­le eini­ges an Men­schen, die heim­lich und uner­kannt mit unse­rem Han­deln sym­pa­thi­sie­ren. Die­se Sym­pa­thie kann auf ganz unter­schied­li­che Art und Wei­se ihren Aus­druck fin­den: Man­che ste­hen irgend­wann ein­fach vor der Tür, weil der Drang sich unter sei­nes­glei­chen aus­zu­schüt­ten zu groß wur­de, ande­re schi­cken still ihre Spen­den in dem Wis­sen, dass sie gute Anwen­dung fin­den, und wie­der ande­re gehen nachts durchs Vier­tel und säu­bern es – ich erin­ne­re an mei­nen letz­ten Sonn­tags­hel­den – von Feindplakaten.

Nun gibt es da aber auch noch eine vier­te Grup­pe und auf die möch­te ich heu­te zu spre­chen kom­men, weil sie gewis­ser­ma­ßen eine Son­der­rol­le erfüllt.

Es han­delt sich um eine – und hier zitie­re ich aus einer Anti­fa-Aus­sendung über die­se Trup­pe – pro­fes­sio­nell arbei­ten­de Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on und neo­kon­ser­va­ti­ven Pres­su­regroup”, “eine mit dem Voka­bu­lar kri­ti­scher Theo­rie (ins­be­son­de­re der „Frank­fur­ter Schu­le“, Freud und Marx) aus­ge­stat­te­ten Strö­mung der Neu­en Rechten”.

Es sind selt­sa­me Alli­an­zen, die sich die­ser Tage anbie­ten, denn die Rede ist von dem hal­le­schen Able­ger der soge­nann­ten “Anti­deut­schen” – der “AG No Tears For Krauts” (NTFK).

Genau die­se Grup­pe war es näm­lich, die auf der bun­ten Glit­zer­de­mo am ver­gan­ge­nen Sams­tag ein zwei­sei­ti­ges Flug­blatt aus­gab, auf dem unter ande­rem fol­gen­des zu lesen war:

“Wie kommt Ihr über­haupt dar­auf, dass die IB son­der­lich sexis­tisch sei? Deren weib­li­che Prot­ago­nis­ten tre­ten sehr selbst­be­wusst und nun wahr­lich nicht als die »Heim­chen vom Herd« auf. Uns sind auch kei­ne Ver­laut­ba­run­gen der Iden­ti­tä­ren bekannt, die die­se als üble Sexis­ten überführen.

Gewiss, wir sind nicht die Nazi-Exper­ten wie Ihr. Aber so ganz haut Euer Vor­wurf nicht hin. Die Iden­ti­tä­ren haben sicher­lich ein tra­di­tio­nel­les Frau­en­bild. Aber das ist weder dezi­diert sexis­tisch, noch unter­schei­det sich das wesent­lich von ande­ren Milieus wie den Fans vom Hal­le­schen Fuß­ball­club, den Ammen­dor­fer Sport­keg­lern oder dem Frau­en­yo­gakurs im Iris-Regenbogenzentrum.

Mit Begrif­fen scheint Ihr es ohne­hin nicht so genau zu neh­men. Die stän­dig wie­der­hol­te Behaup­tung, dass die Iden­ti­tä­ren durch­weg Nazis sei­en, ist zudem nicht ganz rich­tig. Weder bezie­hen sie sich posi­tiv auf den Natio­nal­so­zia­lis­mus, noch tei­len sie des­sen ideo­lo­gi­schen Kern, den zur Ver­nich­tung drän­gen­den Antisemitismus.

Wir wol­len Euch jetzt an die­ser Stel­le nicht mit Theo­rie behel­li­gen - schließ­lich seid Ihr ja hier, um gegen fie­se Nazi­schwei­ne zu demons­trie­ren. Aber wor­in bit­te­schön äußern sich sol­che Ver­nich­tungs­wün­sche bei der IB? […] Ist es mög­lich, dass es Euch auch beim The­ma Femi­nis­mus gar nicht so sehr um die Iden­ti­tä­ren geht, son­dern eher um Euch selbst? Habt Ihr schon mal dar­über nach­ge­dacht, dass Eure Beiß­re­fle­xe gegen­über dem »Nazizentrum«in ers­ter Linie einer Ver­mei­dung die­nen? Wenn Ihr Euren Lieb­lings­fein­den unbe­irr­bar Sexis­mus und Ras­sis­mus unter­stellt, braucht Ihr Euch gar nicht erst die Fra­ge zu stel­len, ob sie an dem einen oder ande­ren Punkt nicht viel­leicht doch Recht haben.

Gewiss, sie sind Frem­den­fein­de und inter­es­sie­ren sich für sexu­el­le Über­grif­fe nur dann, wenn sich Migran­ten als Täter fin­den. Aber stimmt es viel­leicht nicht sogar, dass das Frau­en­bild auto­chtho­ner Män­ner bei wei­tem nicht das Schlimms­te ist, was der Markt der­zeit her­gibt? Und ist es nicht mög­li­cher­wei­se wahr, dass Über­grif­fe gegen Frau­en schnel­ler baga­tel­li­siert wer­den, wenn sie von Zuge­zo­ge­nen began­gen werden?

Ist es nicht auch in lin­ken Läden so, dass es bei sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen durch einen Nicht-Deut­schen aus Rück­sicht auf sei­nen »kul­tu­rel­len Back­ground« weit­aus län­ger dau­ert, bis er eine Back­pfei­fe bekommt als bei einem deut­schen Proll?[…]

Ihr betreibt nur dümm­li­che Selbst­ver­ge­wis­se­rung, wenn Ihr in Eurem Auf­ruf auch Kon­ser­va­ti­ve für ihr tra­di­tio­na­lis­ti­sches Rol­len­bild anklagt, als wären sie inzwi­schen nicht die­je­ni­gen, die noch am beharr­lichs­ten indi­vi­du­el­le Frei­hei­ten gegenüber dem Islam und sei­nen lin­ken Freun­den verteidigen.

Das sind mar­ki­ge Wor­te mit immensem Unter­hal­tungs­wert, die man so auf einer Anti­fa-Demo wahr­schein­lich nicht erwar­tet hät­te. Ent­spre­chend stin­kig war die Stim­mung also bereits zu Beginn der Demons­tra­ti­on, doch es soll­te noch schlim­mer kom­men: Von einer Zwi­schen­kund­ge­bung am Uni-Cam­pus wuss­ten Besu­cher Unge­heu­er­li­ches zu berichten:

15.42 Kraft­vol­le Demo in Hal­le! Lei­der setz­te gera­de 1 Red­ner in sei­nem Bei­trag radi­ka­len Isla­mis­mus und den Islam gleich. Einer unse­rer geflüch­te­ten Freun­de, des­sen Eltern Mus­li­me sind, ist stink­sauer und fühlt sich ras­sis­tisch belei­digt. #Hal1404 #kickthe­mout”

Doch damit nicht genug: Nach­dem sie meh­re­re Stun­den dem Frau­en­block hin­ter­her­ge­lau­fen waren, der regel­mä­ßig ver­such­te, die übli­chen Demo-Paro­len auf sein Frau­en­the­ma umzu­deu­ten und sich laut­stark beschwer­te, wenn er anschlie­ßend von dem Rest der Demons­tra­ti­on mit den alt­be­kann­ten Paro­len über­tönt wur­de, began­nen offen­bar eini­ge männ­li­che Anti­fa­schis­ten, die Damen der Schöp­fung an ihren ver­meint­li­chen Platz zu verweisen.

Patri­ar­cha­le und islam­feind­li­che Ten­den­zen also, mit­ten unter den zuneh­mend ver­un­si­cher­ten Stu­den­ten, die sich eigent­lich auf ein paar Stun­den unpro­ble­ma­ti­scher Selbst­be­weih­räu­che­rung gefreut hat­ten. Wie ein Quer­schnitt durch die­se dra­ma­ti­sche Gemenge­la­ge erscheint die­se Mel­dung einer Teilnehmerin:

“Als von flti* geäu­ßert wird, dass Aus­sa­gen eines Rede­bei­tra­ges Muslim*innen ras­sis­tisch dis­kri­mi­nie­ren, die wir ken­nen, wer­den wir von Män­nern dar­auf hin­ge­wie­sen, dass wir nicht so emo­tio­nal sein und mit Anek­do­ten kom­men sol­len. Was ist das für 1 Femi­nis­mus? #Hal1404 #KickThe­mOut

Was sagt man dazu? Bei der ers­ten Demons­tra­ti­on hat­ten wir uns noch die Mühe gemacht, vor dem Haus Prä­senz zu zei­gen, um etwai­gen Über­grif­fen zu wider­ste­hen, inzwi­schen freu­en wir uns fast auf den Kar­ne­vals­um­zug dieser Sei­fen­oper, die die hal­le­sche Lin­ke gewor­den zu sein scheint. Wenn dazu noch ein Frau­en­block aus hüb­schen Stu­den­tin­nen kommt, der mit jener ins Nichts gerich­te­ten Reni­tenz, die lin­ken Frau­en so eigen ist, ver­zei­felt gegen die sich in der eige­nen Demons­tra­ti­on bahn­bre­chen­de Geschlech­ter­po­la­ri­tät quäkt – umso schöner.

Den Rest erle­digt dann die AG No Tears For Krauts, deren Mit­glie­der den Urhe­ber ihrer Tex­te nur ver­schweigen, um nicht zuge­ben zu müs­sen, dass sie sie aus der PI-News-Gedächt­nis­vi­tri­ne des Kol­le­gen Ger­lich geklaut haben. 

 Gastbeitrag

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Kommentare (2)

Waldgaenger aus Schwaben

16. April 2018 16:48

In der Welt ist auch ein Artikel über die Neue Rechte bebildert mit einem Fackelmarsch der IB.

https://www.welt.de/politik/ausland/plus175412112/Europas-Neue-Rechte-Gut-vernetzt-im-Kampf-fuer-Rassentrennung.html#cs-Identitarian-movement-demonstrates-at-Kahlenberg-Vienna.jpg

Im Bild in der ersten Reihe fünf attraktive junge Frauen und nur ein Mann - dazu der nächtlichen Marsch im Fackelschein. Ich kann mir gut vorstellen, wie das auf abenteuerlustige junge Männer wirkt - im Vergleich zur Vorstellung von endlosen Diskussionen mit Antifa-Zicken über Rassismus und Sexismus im Kapitalismus und die falschen Prägungen weißer Männer, die zu überwinden sind.

Warum wählt die Welt solch ein Bild und nicht übergewichtige Glatzköpfe, die besoffen Parolen gröhlen?
Oder nicht ältere, ungepflegte Männer, die "Merkel muss weg!" Schilder hoch halten?

Die Antwort steht daneben und heißt: Welt+
Wer den Artikel lesen will, muss dafür bezahlen. Der Autor wird vermutlich zum Teil oder ausschließlich auf Provisionsbasis entlohnt. Und wenn der Kühlschrank leer ist, gilt halt Brechts Wort:
"Zuerst kommt das Fressen und dann kommt die Moral!"

Das Bild, das die meisten Klicks verspricht wird gewählt. Daran sieht man, dass die Propaganda in jetziger Zeit auch zu knacken ist, wenn man die Schwächen des Systems kennt. Und der IB ist auf einem guten Wege.

ALD

18. April 2018 10:49

Ohne meine wöchentliche Wessels-Lektüre würde mir mittlerweile wirklich was fehlen. Danke für Ihre gute Arbeit!
Gruß von Osman: https://youtu.be/-S_gkiK3gPI :)

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