Sezession
15. April 2018

Sonntagsheld (56) – Stänkern gegen Links

Till-Lucas Wessels / 2 Kommentare

Unsere fünfte Kolonne schlägt zu...

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Es hätte so ein schöner Tag für die halleschen Linksextremen um die Gruppe "Kick Them Out" werden können: Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich zwischen 700 und 750 Demonstranten aus Halle und Leipzig am Rosa-Luxemburg-Platz zusammengefunden, um mal wieder gegen unser identitäres Zentrum zu demonstrieren.

Ganz vorne mit dabei diesmal: Keine vermummten Studentenlarrys, sondern ein sexy Frauenblock, der sich extra aufgehübscht hatte, um den bösen Jungs mit den Schlagfahnen und der einheitlichen dunklen Kleidung die Show zu stehlen.

Diese auffällige Choreografie-Anweisung, welche – das sollte sich noch zeigen – nicht in der ganzen Demo auf Gegenliebe stieß, lag vor Allem in dem Kernthema der Demonstration begründet: Feminismus. Also Feminismus gegen Rechts, versteht sich.

Nun kann ich diesen inhaltlichen Fokus nur zu gut nachvollziehen – während bei unseren Demonstrationen die Damen der Schöpfung in der ersten Reihe nicht nur gnadenlos unterrepräsentiert sind, lichten unsere Fotografen sie auch noch ohne Rücksicht auf Verluste ab und veröffentlichen die Fotos im Internet. Auf die Straße gehen, um Gesicht zu zeigen - Ein zutiefst patriarchales und frauenverachtendes Konzept.

Das gibt es bei "Kick Them Out" zum Glück nicht: Aus Solidarität mit denen vom Schöpfer bei der ästhetischen Austarierung der Ansehnlichkeit weniger Beglückten machte man auf den offiziellen Bildaussendungen gleich alle Gesichter unkenntlich – Für den Feminismus!

Kleine Zwischenbemerkung: Es gibt, wir wissen das seit einiger Zeit, in Halle einiges an Menschen, die heimlich und unerkannt mit unserem Handeln sympathisieren. Diese Sympathie kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise ihren Ausdruck finden: Manche stehen irgendwann einfach vor der Tür, weil der Drang sich unter seinesgleichen auszuschütten zu groß wurde, andere schicken still ihre Spenden in dem Wissen, dass sie gute Anwendung finden, und wieder andere gehen nachts durchs Viertel und säubern es – ich erinnere an meinen letzten Sonntagshelden – von Feindplakaten.

Nun gibt es da aber auch noch eine vierte Gruppe und auf die möchte ich heute zu sprechen kommen, weil sie gewissermaßen eine Sonderrolle erfüllt.

Es handelt sich um eine – und hier zitiere ich aus einer Antifa-Aussendung über diese Truppe - " professionell arbeitende Nichtregierungsorganisation und neokonservativen Pressuregroup", "eine mit dem Vokabular kritischer Theorie (insbesondere der „Frankfurter Schule“, Freud und Marx) ausgestatteten Strömung der Neuen Rechten".

Es sind seltsame Allianzen, die sich dieser Tage anbieten, denn die Rede ist von dem halleschen Ableger der sogenannten "Antideutschen" – der "AG No Tears For Krauts" (NTFK).

Genau diese Gruppe war es nämlich, die auf der bunten Glitzerdemo am vergangenen Samstag ein zweiseitiges Flugblatt ausgab, auf dem unter anderem folgendes zu lesen war:

"Wie kommt Ihr überhaupt darauf, dass die IB sonderlich sexistisch sei? Deren weibliche Protagonisten treten sehr selbstbewusst und nun wahrlich nicht als die »Heimchen vom Herd« auf. Uns sind auch keine Verlautbarungen der Identitären bekannt, die diese als üble Sexisten überführen.

Gewiss, wir sind nicht die Nazi-Experten wie Ihr. Aber so ganz haut Euer Vorwurf nicht hin. Die Identitären haben sicherlich ein traditionelles Frauenbild. Aber das ist weder dezidiert sexistisch, noch unterscheidet sich das wesentlich von anderen Milieus wie den Fans vom Halleschen Fußballclub, den Ammendorfer Sportkeglern oder dem Frauenyogakurs im Iris-Regenbogenzentrum.

Mit Begriffen scheint Ihr es ohnehin nicht so genau zu nehmen. Die ständig wiederholte Behauptung, dass die Identitären durchweg Nazis seien, ist zudem nicht ganz richtig. Weder beziehen sie sich positiv auf den Nationalsozialismus, noch teilen sie dessen ideologischen Kern, den zur Vernichtung drängenden Antisemitismus.

Wir wollen Euch jetzt an dieser Stelle nicht mit Theorie behelligen - schließlich seid Ihr ja hier, um gegen fiese Nazischweine zu demonstrieren. Aber worin bitteschön äußern sich solche Vernichtungswünsche bei der IB? [...] Ist es möglich, dass es Euch auch beim Thema Feminismus gar nicht so sehr um die Identitären geht, sondern eher um Euch selbst? Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, dass Eure Beißreflexe gegenüber dem »Nazizentrum«in erster Linie einer Vermeidung dienen? Wenn Ihr Euren Lieblingsfeinden unbeirrbar Sexismus und Rassismus unterstellt, braucht Ihr Euch gar nicht erst die Frage zu stellen, ob sie an dem einen oder anderen Punkt nicht vielleicht doch Recht haben.

Gewiss, sie sind Fremdenfeinde und interessieren sich für sexuelle Übergriffe nur dann, wenn sich Migranten als Täter finden. Aber stimmt es vielleicht nicht sogar, dass das Frauenbild autochthoner Männer bei weitem nicht das Schlimmste ist, was der Markt derzeit hergibt? Und ist es nicht möglicherweise wahr, dass Übergriffe gegen Frauen schneller bagatellisiert werden, wenn sie von Zugezogenen begangen werden?

Ist es nicht auch in linken Läden so, dass es bei sexuellen Belästigungen durch einen Nicht-Deutschen aus Rücksicht auf seinen »kulturellen Background« weitaus länger dauert, bis er eine Backpfeife bekommt als bei einem deutschen Proll?[...]

Ihr betreibt nur dümmliche Selbstvergewisserung, wenn Ihr in Eurem Aufruf auch Konservative für ihr traditionalistisches Rollenbild anklagt, als wären sie inzwischen nicht diejenigen, die noch am beharrlichsten individuelle Freiheiten gegenüber dem Islam und seinen linken Freunden verteidigen.

Das sind markige Worte mit immensem Unterhaltungswert, die man so auf einer Antifa-Demo wahrscheinlich nicht erwartet hätte. Entsprechend stinkig war die Stimmung also bereits zu Beginn der Demonstration, doch es sollte noch schlimmer kommen: Von einer Zwischenkundgebung am Uni-Campus wussten Besucher Ungeheuerliches zu berichten:

"15.42 Kraftvolle Demo in Halle! Leider setzte gerade 1 Redner in seinem Beitrag radikalen Islamismus und den Islam gleich. Einer unserer geflüchteten Freunde, dessen Eltern Muslime sind, ist stinksauer und fühlt sich rassistisch beleidigt. #Hal1404 #kickthemout"

Doch damit nicht genug: Nachdem sie mehrere Stunden dem Frauenblock hinterhergelaufen waren, der regelmäßig versuchte, die üblichen Demo-Parolen auf sein Frauenthema umzudeuten und sich lautstark beschwerte, wenn er anschließend von dem Rest der Demonstration mit den altbekannten Parolen übertönt wurde, begannen offenbar einige männliche Antifaschisten die Damen der Schöpfung an ihren vermeintlichen Platz zu verweisen.

Patriarchale und islamfeindliche Tendenzen also, mitten unter den zunehmend verunsicherten Studenten, die sich eigentlich auf ein paar Stunden unproblematischer Selbstbeweihräucherung gefreut hatten. Wie ein Querschnitt durch diese dramatische Gemengelage erscheint diese Meldung einer Teilnehmerin:

"Als von flti* geäußert wird, dass Aussagen eines Redebeitrages Muslim*innen rassistisch diskriminieren, die wir kennen, werden wir von Männern darauf hingewiesen, dass wir nicht so emotional sein und mit Anekdoten kommen sollen. Was ist das für 1 Feminismus? #Hal1404 #KickThemOut "

Was sagt man dazu? Bei der ersten Demonstration hatten wir uns noch die Mühe gemacht, vor dem Haus Präsenz zu zeigen, um etwaigen Übergriffen zu widerstehen, inzwischen freuen wir uns fast auf den Karnevalsumzug dieser Seifenoper, die die hallesche Linke geworden zu sein scheint. Wenn dazu noch ein Frauenblock aus hübschen Studentinnen kommt, der mit jener ins Nichts gerichteten Renitenz, die linken Frauen so eigen ist, verzeifelt gegen die sich in der eigenen Demonstration bahnbrechende Geschlechterpolarität quäkt – umso schöner.

Den Rest erledigt dann die AG No Tears For Krauts, deren Mitglieder den Urheber ihrer Texte nur verschweigen, um nicht zugeben zu müssen, dass sie sie aus der PI-News-Gedächtnisvitrine des Kollegen Gerlich geklaut haben.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (2)

Waldgaenger aus Schwaben
16. April 2018 16:48

In der Welt ist auch ein Artikel über die Neue Rechte bebildert mit einem Fackelmarsch der IB.

https://www.welt.de/politik/ausland/plus175412112/Europas-Neue-Rechte-Gut-vernetzt-im-Kampf-fuer-Rassentrennung.html#cs-Identitarian-movement-demonstrates-at-Kahlenberg-Vienna.jpg

Im Bild in der ersten Reihe fünf attraktive junge Frauen und nur ein Mann - dazu der nächtlichen Marsch im Fackelschein. Ich kann mir gut vorstellen, wie das auf abenteuerlustige junge Männer wirkt - im Vergleich zur Vorstellung von endlosen Diskussionen mit Antifa-Zicken über Rassismus und Sexismus im Kapitalismus und die falschen Prägungen weißer Männer, die zu überwinden sind.

Warum wählt die Welt solch ein Bild und nicht übergewichtige Glatzköpfe, die besoffen Parolen gröhlen?
Oder nicht ältere, ungepflegte Männer, die "Merkel muss weg!" Schilder hoch halten?

Die Antwort steht daneben und heißt: Welt+
Wer den Artikel lesen will, muss dafür bezahlen. Der Autor wird vermutlich zum Teil oder ausschließlich auf Provisionsbasis entlohnt. Und wenn der Kühlschrank leer ist, gilt halt Brechts Wort:
"Zuerst kommt das Fressen und dann kommt die Moral!"

Das Bild, das die meisten Klicks verspricht wird gewählt. Daran sieht man, dass die Propaganda in jetziger Zeit auch zu knacken ist, wenn man die Schwächen des Systems kennt. Und der IB ist auf einem guten Wege.

ALD
18. April 2018 10:49

Ohne meine wöchentliche Wessels-Lektüre würde mir mittlerweile wirklich was fehlen. Danke für Ihre gute Arbeit!
Gruß von Osman: https://youtu.be/-S_gkiK3gPI :)

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