Sezession
17. April 2018

Ist England verloren? In Haft mit Douglas Murray (Teil 1)

Martin Sellner / 22 Kommentare

In den letzten 5 Jahren, in denen ich für die Identitäre Bewegung aktiv sein durfte, bin ich weit herumgekommen.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Mein Weg führte mich von Norwegen nach Zypern und von Sfax bis nach Berkeley. Ich habe dabei unvergessliche Eindrücke gesammelt. Einen weiteren erlebte ich letztes Wochenende in englischer Abschiebehaft. Wie kam ich dorthin?

Zum zweiten mal wurde mir die Einreise ins vereinigte Königreich verwehrt. Ich wurde bei der Passkontrolle aufgehalten, verhört, inhaftiert und anschließend deportiert. Beide Male wurde ich erst in einer Zelle im Flughafen und dann im „detention center“ Colnbrook verwahrt, bis ein geeigneter Rückflug nach Wien gefunden war.

Die Haft selbst war mir relativ egal. Beim zweiten Mal hatte ich mich sicherheitshalber mit Büchern eingedeckt. (Insgeheim genoß ich die Trennung von meinem sonst so unbarmherzig nach Aufmerksamkeit heischenden Smartphone sogar ein bisschen.)

Für das laufende Einspruchsverfahren gegen die Abweisungen war dieser zweite Präzedenzfall entscheidend, da ich diesmal nicht bei einer öffentlichen Veranstaltung, sondern privat sprechen sollte. Das Ziel war es, eine noch absurdere Begründung für meine Abweisung zu provozieren. Es wurde erreicht. Wieder berichtete die englische Presse und wieder kam es zu Solidarisierungen weit über die engen Unterstützerkreise der IB hinaus.

Für die englische Generation Identity waren meine Inhaftierungen eine perfekte Startvorlage, indem sie das dort sehr sensible Thema der Meinungsfreiheit ins Zentrum rückten. Für mich selbst war das letzte Wochenende eine Art „staatlich erzwungene Lesepause“. Ich war die letzten Monate kaum zum Innehalten gekommen (weswegen auch dieser Beitrag so unverschämt lange auf sich warten ließ).

Um 19:00 Uhr werde ich an der Passkontrolle aufgehalten, abgeführt und verhört. Ich kenne das Prozedere. Da meine Freundin diesmal nicht mit von der Partie ist, lenkt mich keine Sorge ab, und ich werde meines Laptops, Telefons und Gürtels entledigt, so daß ich unbeschwert in den „holding room“ des Flughafens Stansted komme.

Es ist ein kleiner, länglicher, fensterloser Raum, der einem schäbigen Wartezimmer ähnelt. Hinter der gläsernen Wand sitzen Aufpasser, die uns nicht aus den Augen lassen. Ein kleiner Gang führt zu einer noch schäbigeren Toilette.

Schmierige Bücher in verschiedensten Sprachen liegen auf einem kleinen Gestell aus. Dazu Gebetsmatten, eine nagelneue Bibel und ein stark abgegriffener Koran. Auf der Decke des Raums befindet sich ein großer Pfeil, der die Richtung nach Mekka angibt. An der Wand hängen Prospekte, die auf die „LGBTI-officers“ des Abschiebedienstleisters Tascor hinweisen. „You are entering a bully-free zone“ prangt auf einem knallbunten Plakat, auf dem eine fröhlich grinsende multiethnische Clique abgebildet ist. Die Realität ist weniger beschwingt.

Zwei junge schwarze Männer dösen auf den Sesselreihen. Ein junger nahöstlicher Mann in Trainingsklamotten liegt auf einem Sitzsack und langweilt sich. Ein Fernseher läuft auf halber Lautstärke. Es spielt „Britain’s got Talent“, eine beliebte Talentshow.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (22)

EgonS
17. April 2018 22:05

Tja die armen Engländer, wie sie von sich selber sagen: "we suffer in silence".

Für Brexit haben sie gewählt! Denn die abscheuliche EU hat ihnen so viele Ausländer gebracht.
Und nun? Überraschung!!! England ist noch genau so selbst-abschaffend wie vorher.

Sie wollen weg von der EU, aber ein Martin Sellner darf trotzdem noch nicht rein.

Was also tun?
Die lieben braven Engländer brauchen eine Partei, die richtig stark gegen Islamisierung ist.
Denn obwohl die Engländer in der Stille leiden ("suffer in silence"), werden sie es wohl schaffen ein Kreuz bei einer richtig starken kritischen Partei zu setzen; so wie sie es geschafft haben ein Kreuz bei Brexit zu setzen. (Nur leider hat der Brexit nicht das gebracht, was sie erhofft haben. Eine eine richtig starke Partei die unmissverständlich geächtet wäre, wegen einem Anti-Islam Kurs. Die würden sie hoffentlich wählen!).

quarz
17. April 2018 22:15

"Die „Freundlichkeit“ und Liberalität des Inselvolkes hat dazu geführt, das die Vororte tatsächlich wie völlig fremde Zonen aussehen."

Da kommt sogar John Cleese ins Grübeln:

https://www.youtube.com/watch?v=WJheODYpuEI

Der_Juergen
17. April 2018 22:23

Ich war seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr in England. Schon bei meinem letzten Besuch anno 1999 hatte ich das Gefühl, dieses Land sei verloren. Heute muss es allen Berichten zufolge unvergleichlich schlimmer sein, sowohl in Bezug auf die Einwanderungskatastrophe als auch hinsichtlich des Gesinnungsterrors, der (abgesehen davon, dass es in Grossbritannien kein Gesetz gegen "Holocaust-Leugnung" gibt) noch härter als in der BRD oder Frankreich sein dürfte.

Nach menschlichem Ermessen ist Grossbritannien verloren. Der Kampf der schottischen und walisischen Nationalisten um Unabhängigkeit mutet gespenstisch an: Während der weisse Engländer zum "Feind" oder "Kolonialherrn" erklärt wird, stört es diese seltsamen Nationalisten offenbar nicht im geringsten, dass Edinburgh, Glasgow und Cardiff immer schwärzer und immer muslimischer werden.

Deprimierend ist das weitgehende Fehlen einer Widerstandsbewegung. In Deutschland gibt es immerhin die AFD, Pegida und grössere Demonstrationen selbst im Westen der Republik, von einer erstarkenden intellektuellen Rechten ganz zu schweigen. In Frankreich und Italien existieren grosse nationale Parteien. In England fehlen solche gänzlich; Nigel Farages UKIP ist ein Cuck-Club, wie er im Buche steht.

Nur die beschränktesten unter den deutschen Nationalisten werden über den Niedergang des "perfiden Albion" Schadenfreude empfinden. Zugrunde geht mit den Engländern ein Volk, das Europa und der Welt eine geradezu unglaublich grosse Zahl genialer Schriftsteller, Denker, Wissenschaftler und Entdecker geschenkt hat. Die Drahtzieher des Volkstods, des Grossen Austausches, sind im grossen ganzen dieselben wie anderswo in Europa.

Marc_Aurel
17. April 2018 22:33

Lesenswerter Artikel von Martin Sellner, nicht nur wegen des politischen Inhaltes - bei den Schilderungen im Tagebuchstil, handelt es sich ja auch ein Stück weit um Literatur. Ich hoffe die Geschichte nimmt kein böses Ende.

Das die Zustände in England schlimm sind, ist ja allgemein bekannt, dass es aber so trostlos ausschaut, war mir nicht vollumfänglich bewußt.

Was Douglas Murray betrifft - ich finde er irrt, wenn er zu dem Schluß kommt Europa sei müde und ausgebrannt, auch wenn ich verstehen kann, warum er den Eindruck hat. Die Hauptursache für das Phänomen das er beschreibt, kann man in 3 Worten erklären: jahrzehntelange, massive Indoktrination.

Wie Martin Sellner in einem seiner besten Video's ("Die Sekte, die dich regiert") einmal selbst sagte "Ein solches Verhalten findet man nur in Sekten vor, nach intensivster Gehirnwäsche." (aus dem Gedächtnis zitiert, Original kann etwas abweichen^^).

Wenn auf die Europäer anstatt der üblichen Propaganda rund um die Uhr eine realistische Darstellung der Situation, die Ursachen und Verantwortliche klar und schonungslos benennt, eintrommeln würde, dann hätten wir ganz andere Wahlergebnisse und auch auf der Straße einen ganz anderen Druck - das würde selbst in England noch etwas bewegen.

Der Gehenkte
17. April 2018 23:55

Man merkt Ihnen schon am ungewohnt bedächtigen Ton an - lieber Martin Sellner - daß da was passiert ist mit Ihnen. Ein deprimierender Beitrag, aber wir alle wissen, daß Sie so nicht enden werden.

Es ist wahr: der Murray kann einen für einen Moment herunterziehen, gerade weil er so eloquent (und damit die großartige englische Kultur versinnbildlichend) die ganze Wahrheit ausspricht.

https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2017/06/15/europas-ende/

Ich habe viele Jahre in England gelebt, kenne Land und Leute recht gut, und liebe es für seine Kultur und Kultiviertheit und Literatur natürlich. Es ist nicht einfach zu verstehen - das Wesen der Engländer reicht sehr tief in die Geschichte hinein; das ist für Deutsche nur schwer zu begreifen und braucht langen und intensiven Kontakt. Auch der demokratische Gedanke ist in ihnen tief verwurzelt. Und manche der bewußtesten und typischsten Engländer haben "Migrationshintergrund".

Es gibt Luton, Birmingham, Leicester, High Wycombe, Slough und viele solcher Städte, die verloren scheinen, aber es gibt auch Oxford und Cambridge und vor allem eine wunderbare countryside in der das Leben auf den Dörfern noch funktioniert, Traditionen gelebt werden, die Rhythmen langsam blieben. Man muß beide Seiten sehen. England hat sich in den urbanen Zentren verändert - doch selbst in London gibt es ganz unterschiedliche Viertel - aber es ist sehr träge und langsam und das gibt auch Hoffnung.

... Und bisher ist Enochs Powells Rede noch immer eine Prophezeiung, die noch nicht eingetreten ist und vielleicht auch nicht eintreten wird, weil die Prozesse viel schleichender stattfinden, als wir es uns alle vorstellen.

Andreas Walter
18. April 2018 01:37

Ja, und nicht nur England.

England, Frankreich, Schweden, Deutschland. Damit werden auch Norwegen und Dänemark, die Niederlande, Belgien und Luxemburg auf Dauer dem Druck nicht standhalten können. Südafrika auch, ist aber eine andere Geschichte. Alle anderen Staaten, die ich eingangs erwähnt habe, muss man sich darum als riesige Exklave der VSA in Übersee vorstellen, sind der minimale östliche Brückenkopf der Atlantik-Brücke(!), damit sich so etwas wie am 6. Juni 1944 in der Normandie (Operation Overlord(!), D-Day) nie wieder(!) ereignen kann.

Dinge wie Skripal und Syrien (also angebliche Angriffe mit Gas(!)) und ihre Folgen sind dabei reine Loyalitäts-Tests. So einen Fall(!)/Rückschlag wie mit Putin möchte man eben nicht noch mal erleben (vorausgesetzt, Putin ist echte Opposition).

Man erkennt also auch hier relativ schnell, wer und das grosse Architekten(!) am Werk sind. Der Islam dient dabei nur als Lösungsmittel und Tarnung für Staatsterror, durch den die Völker der Exklave auf Linie gebracht werden sollen, von sich aus nach dem totalitären Superstaat Europa zu rufen (aus Furcht). Auch allein darum muss es immer schlimmer werden.

Die Rolle/Rollen der Iberischen Halbinsel, Italien und dem Balkan kann ich derzeit aber noch nicht genau beurteilen. Vielleicht irgendwann auch in einem zweiten Teil.

Zweidrittelmehrheit für Orbán oder auch der Separatismus in Spanien deuten aber auf Kontrollverlust im Süden und Osten Europas hin, hier aber auf den der EU und des Council on Foreign Relations (CFR) und der Atlantik-Brücke.

Ein gebuertiger Hesse
18. April 2018 07:21

Was du für uns leistest, Martin, ist einmal mehr enorm. Selbst die völlige Ernüchterung, die sich beim Lesen dieses Beitrags breitmacht, hat etwas Konstruktives, stellt einen mit sehr geradem Rücken auf die Füße. Danke dafür.

deutscheridentitaerer
18. April 2018 07:23

"... Und bisher ist Enochs Powells Rede noch immer eine Prophezeiung, die noch nicht eingetreten ist und vielleicht auch nicht eintreten wird, weil die Prozesse viel schleichender stattfinden, als wir es uns alle vorstellen."

Lesen Sie keine Nachrichten?

John Haase
18. April 2018 07:47

Ein kleiner, fensterloser, schäbiger Raum, zwei Aufpasser hinter Glas, im Fernsehen läuft BgT und später Rumheulerei über Powell, in einem Sitzsack sitzt ein gelangweilter Moslem und an der Wand hängt multisexukulturelle Werbung dafür, daß der Ablauf auch von Schwulen durchgeführt werden könnte. Dazu gibt es ein diverses Grinseposter mit Grundschulvokabular (bully) und Islamgedöns. Das ist alles so modern britisch wie nur was. G-god save our g-gracious Q-Queen...

Sehr interessanter Artikel. Die britische Variante des Untergangs beschäftigt mich seit Jahren, ist sie doch so anders als unsere eigene. Insbesondere die Kombination aus traditionellem Britentum, Linksliberalismus und jener spezifisch britischen Vulgarität fasziniert. Diese Vulgarität ist etwas, das es auf dem Kontinent jedenfalls in Westeuropa nicht in nennenswertem Ausmaß und in dieser seelentiefen Ausprägung gibt. Ein paar Beispiele aus eigener Anschauung und Film, Funk und Fernsehen um zumindest in Ansätzen klar zu machen, was ich meine: unangeleinte Pitbulls auf Friedhöfen, besonders asoziale Fußballfans, den Tod von Thatcher feiernde Demonstranten, Unterschichtendialekt sprechende Nachrichtensprecher. Kurz: anything goes.

Dann auf der anderen Seite das, was Herr Sellner erleben mußte. Plötzlich maximale Rigidität des Staates und Hemdsärmeligkeit, wenn er sich bedroht fühlt, alles in freiheitlicher (früher) und sozialarbeiterischer Sprache (heute) verkleidet, die aber in unverkennbarer Härte formuliert wird. Dies ist die Freiheit, die der Engländer stets als Engländer fordert und im richtigen Moment beiseitezulegen weiß (Spengler). Jedenfalls wußte er das früher, heute nicht mehr.

Drittens wiederum altimperialistische Tradition. Bei jedem Krieg im nahen Osten fliegen britische Bomber mit und auch in Afrika gibt es immer mal wieder Anlaß für kleinere Militäreinsätze. Man will sich um jeden Preis großmächtig geben. Während es durchaus eine gewisse Opposition gibt, stellt sie nie die Systemfrage, sondern erschöpft sich meist in der traurigen Feststellung, daß die alten Werte tot sind, der letzte Krieg sinnlos war und die derzeit aktuelle Medienhysterie falsch ist. Bekannte Vertreter sind etwa Theodore Dalrymple (eigentlich Anthony Daniels) und Peter Hitchens. In England gibt es nur „Her Majesty’s Most Loyal Opposition“. Die polit-medialen Eliten hingegen, die das Land beherrschen, sind deutlich weniger königstreu. Es ist noch ausgeprägter als bei uns: die, die den Staat beherrschen, verachten ihn eigentlich am meisten und sehen ihn nur als Vehikel zur Durchsetzung ihrer Ideologie.

Na, alles etwas wirr vielleicht. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil.

silberzunge
18. April 2018 08:51

An alle: niemals verzagen! Martin tut das ohnehin nicht

quarz
18. April 2018 08:53

Hier noch zwei Lektüretipps für diejenigen, die sich für die Entwicklung der britschen Zustände interessieren:

Gavin Cooke: "Britain's Great Immigration Desaster" (2012)
Ed West: "The Diversity Illusion" (2013; 2. Aufl. 2014)

Der Gehenkte
18. April 2018 08:55

@ deutscheridentitaerer

"Lesen Sie keine Nachrichten?"

Eben weil ich es tue, komme ich zu meiner Aussage. Die Rede wurde 1968 gehalten. Powell zitiert einen "einfachen Mann mit den Worten: "In this country in 15 or 20 years' time the black man will have the whip hand over the white man." - das müßte demnach 1988 geschehen sein; da war M. Thatcher Prime Minister.

"As I look ahead, I am filled with foreboding. Like the Roman, I seem to see "the River Tiber foaming with much blood". That tragic and intractable phenomenon which we watch with horror on the other side of the Atlantic but which there is interwoven with the history and existence of the States itself, is coming upon us here by our own volition and our own neglect. Indeed, it has all but come. In numerical terms, it will be of American proportions long before the end of the century. "

Powell bezieht sich, wie Sie wissen, auf die Aeneis, also auf ein mythisches "großes Blutvergießen", eine "letzte Schlacht" ... Nichts von dem hat sich bisher materialisiert.

Powells Verdienst liegt in der mutigen Thematisierung des Wandels - er hat damit dem Volk eine Stimme gegeben und dramaturgisch hat er das großartig aufgebaut (wie nur Engländer das können), aber wer die Prophezeiung - ähnlich wie die Bibel - wörtlich und nicht symbolisch liest, kommt schnell in Teufels Küche.

Ich wiederhole mein Mantra: Die Lage ist ernst genug, sie muß nicht dramatisiert werden. Nur eine korrekte Lagebeschreibung, die der Realität entspricht, kann zu erfolgreichen taktischen Überlegungen führen.

Man sollte auch die historische Dialektik nicht vergessen: im Ganzen gesehen war die Rede kontraproduktiv, denn durch ihre ganz unbritische Direktheit verursachte sie einen Schock und eine gewaltige Gegenreaktion des Establishments, die letztlich die Idee der hate speech implementierte. Realpolitisch hätte Powell mit Diplomatie möglicherweise mehr erreicht.

Valjean72
18. April 2018 09:31

Ein interessanter und ungewohnt bedächtiger Artikel.

Die BBC strahlte im Mai 2016 eine selten ehrliche Dokumentation über die sogenannte "White flight" (Flucht der Weißen) im Osten Londons aus.

In der Dokumentation wurden mehrere Bewohner des Stadtteils Newham (2011: 307.000 Einwohner), die sich entschlossen haben wegzuziehen, vorgestellt und über einen längeren Zeitraum begleitet.

Newham:
- Anteil weißer Briten (2001): 34%
- Anteil weißer Briten (2011) : 17%

Mittlerweile wird die Marke wohl die 10% erreicht haben.

>>Wenn man ein Klassenfoto [aus der Nachkriegszeit] betrachtet, dann waren 98% weiße, englische Kinder. Jetzt, wenn man das neueste Klassenfoto ansieht – Oh mein Gott: … ist das eine Schule in Afrika oder Rumänien?<<

Zitat von Usmaan Hussain aus „The Last Whites of the East End“

mehr dazu: https://valjean72.wordpress.com/2016/05/29/last-whites-of-the-east-end-die-letzten-weissen-des-east-end-von-london/

A. Kovacs
18. April 2018 10:50

Ein bei einer Wachfirma arbeitender Freund berichtet mir, dass auch in Deutschland bereits ein Großteil des Wachpersonals muslimisch ist. Was das für die Sicherheit bedeutet, muss wohl nicht erläutert werden. Unter diesem Aspekt erhält die gebetsmühlenartig wiederholte Binse der Politiker, es gebe keine absolute Sicherheit, nochmal einen empirisch verschärften Sinn.

Caroline Sommerfeld
18. April 2018 10:58

Hier noch eine aufschlußreiche mehrteilige Rezension zu Murray, auch als Einstieg geeignet:

https://bundsanktmichael.org/2018/04/18/douglas-murray-der-selbstmord-europas-teil-3-der-unwille-zum-erkennen-der-lage/

Montesquieu
18. April 2018 12:23

Was, wenn die Abwicklung der westlichen Kulturen (die USA sind im Grunde davon genauso betroffen) nicht primär Folge politischer Konstellationen, sondern die politischen Konstellationen Folge anthropologischer Dynamiken wäre?

Wenn die Idee einer Korrektur, eines Kampfes gegen diese Entwicklung auf falschen Prämissen beruht.

Wenn es nachhaltiger wäre, für sich und seine Leute eigene Ressourcen und Minimalfreiräume zu planen und zu sichern?

Wenn die zunehmende muslimische Infiltration westlicher Gesellschaft lediglich der prämortalen Besiedlung eines agonalen Organismus mit Schmeißfliegenmaden entspreche, nicht aber dessen Todesursache?

Aus Sellners Beschreibung geht sehr gut eine irritierende Emotionslosigkeit und Härte derer, die eine Störung dieser Abwicklung verhindern sollen, hervor.
Den totalitären Umgang mit Kritikern der gesellschaftlichen Abwicklung in England fand ich schon immer besonders irritierend, weil scheinbar maßlos in seinen Sanktionen.

Emotionen werden während dieser Abwicklung nur noch ausgelöst, wenn der Vorgang gestört wird.

Das erinnert mich an eine sterbende Patientin, die sich jeden Besuch verbat und im Rahmen ihrer verbliebenen Kräfte äußersten Unwillen äußerte, als sie dennoch Besuch von ihren Kindern bekam.

Hartwig aus LG8
18. April 2018 13:27

""Wenn es nachhaltiger wäre, für sich und seine Leute eigene Ressourcen und Minimalfreiräume zu planen und zu sichern?""

@ Montesquieu
Der von Frau Sommerfeld verlinkte BundSanktMichael hat einen entsprechenden Ansatz. Er ging aus dem ProjektErnstfall hervor, welcher die Bewahrung und Neubildung von kleinen und autarken Solidargemeinschaften einheimischer Prägung anvisierte. Langes Abwägen und strategische Überlegungen führten zum BundSanktMichael (so jedenfalls mein nicht ganz frischer Kenntnisstand).

heinrichbrueck
18. April 2018 14:22

Innerhalb der installierten Strukturen ist eine Rettung nicht möglich.

"The Strange Death of Europe" / Selbstmord?

Es gibt keinen logisch natürlichen Selbstmord, oder wie will die Biologie diesen begründen? Es können Völker beseitigt werden, aber Selbstmord in Massen? Wird die eigene Kultur zum Haßobjekt, können die Probleme einer Lösung zugeführt werden. Es muß nur die Bereitschaft vorhanden sein.

Montesquieu
18. April 2018 17:37

@heinrichbrueck

Erweisen sich Spezies oder Subspezies als evolutionär unfit, gehen sie unter. Als unfit kann sich irgendwann auch mal das erweisen, was eine Zeitlang fit war. Der Evolutionsvorteil von heute, kann der Evolutionsnachteil von morgen sein. Die Natur probiert stetig aus. Die westliche Kultur war weltgeschichtlich kaum wahrnehmbar kurzzeitig präsent, bis sie sich als unfit erwies.

Wer seine Friedfertigkeit und Solidarität ausdehnt, kann dadurch Sicherheit und Effizienz gewinnen. Wer sie überdehnt, ist bald bestenfalls versklavt.

Wem der Drang zur Erweiterung und Entwicklung verloren gegangen ist, ist unfit. Da helfe noch nicht einmal Selbsbehauptungswillen, gebe es ihn denn noch.

Urou
18. April 2018 19:26

Wie meinst Du den letzten Satz: "Das soll sich am nächsten Tag ändern". Wurden sie unfreundlich?

Gustav Grambauer
19. April 2018 03:13

Warum ist Großbritannien (zu) so ein(em) Shithole Place (gemacht) geworden?

Die Weltregierung, die spätestens seit den Zeiten der Pharaonen besteht, nomadisiert. Zuletzt ist sie von Venedig aus über Holland, von dem aus man wegen der Flüsse den Kontinent gut beherrschen kann, das aber wegen der U.-M.-Lage als zu unsicher eingestuft wurde, nach London weitergezogen. Jetzt zieht sie allmählich von dort aus weiter nach Singapur-Hongkong-Macau. Dem kommunistischen China kommt dabei die Rolle der Suppe zu, die die Fettaugen zu tragen hat. Die Geisterstädte stehen, 64 Millionen Appartments sind großteils seit vielen Jahren bezugsfertig, jede rostige Schraube wird sofort ausgewechselt, sogar der Eiffelturm wurde nachgebaut damit sich die Europäer heimisch fühlen mögen, siehe:

https://www.youtube.com/watch?v=V3XfpYxHKCo

Nun überwiegen aber die Trägheitskräfte, die gern in der CoL und drumherum bleiben wollen, (a) aus derer stategischer (atlantischer) Orientierung heraus, deren Prä ja gerade gebrochen werden soll, (b) aus schnöder Bequemlichkeit und (c) aus einem profanen libertär begründeten Standortwettbewerb heraus. Den Heerscharen von Bankstern und Managern wird jetzt aber dadurch der Boden unter den Füßen weggezgogen, daß die Insel, nicht nur die, heruntergeschlissen wird, so daß sie endlich ihren A... in Richtung Asien bewegen mögen, Zuckerbrot und Peitsche. (Ein zentraler Aspekt des Brexit ...) Darum vor allem sieht die Insel inzwischen so aus wie sie aussieht, und der heutige Zustand ist erst der zarte Beginn der Niederschleißung. (Buckingham Palace und Gentry begrüßen übrigens den 'Pivot to Asia', auch wenn sie selbst - in dieser Form - dabei untergehen; die wissen, wer ihre Herren sind und daß sie in Gestalt des Adels nur eine zeitlang als Steuerungselemente zu dienen hatten.)

Sowieso gehört die "Verbrannte Erde" zum oligarchischen Prinzip, die alle können gar keinen Platz sauber wieder verlassen.

Kann die von manchen Teilnehmern geschilderten Beobachtungen nur bestätigen. War nur einmal vor zehn Jahren in London ohne auch nur einen Hauch davon erlebt zu haben, was Sie, lieber Martin Sellner, erlebt oder auch nur einen Fuß außerhalb der zivilisierten (?) Zonen gesetzt zu haben. Selbst Heathrow hatten wir uns erspart. Hab` dennoch Schübe des Kollers gekriegt, werde nie den lieblichen, erlösenden Moment vergessen, von einer Schweizer Flugbegleiterin wieder an Bord einer Swiss-Maschine begrüßt worden zu sein.

- G. G.

Andreas Walter
22. April 2018 09:11

@Gustav Grambauer

Sehr interessanter Film, den Sie da im letzten Kommentar verknüpft haben, Herr Grambauer. Ob diese Häuser und Hochhäuser allerdings für Europäer auf der Flucht reserviert sind, wie Sie es vermuten, daran habe ich noch meine Zweifel. Die Chinesen haben genug eigene und auch kluge Köpfe, sind darum auf uns Langnasen zumindest in diesen Dimensionen nicht angewiesen. (...)

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