Ist England verloren? In Haft mit Douglas Murray (Teil 1)

In den letzten 5 Jahren, in denen ich für die Identitäre Bewegung aktiv sein durfte, bin ich weit herumgekommen.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Mein Weg führ­te mich von Nor­we­gen nach Zypern und von Sfax bis nach Ber­ke­ley. Ich habe dabei unver­gess­li­che Ein­drü­cke gesam­melt. Einen wei­te­ren erleb­te ich letz­tes Wochen­en­de in eng­li­scher Abschie­be­haft. Wie kam ich dorthin?

Zum zwei­ten mal wur­de mir die Ein­rei­se ins ver­ei­nig­te König­reich ver­wehrt. Ich wur­de bei der Pass­kon­trol­le auf­ge­hal­ten, ver­hört, inhaf­tiert und anschlie­ßend depor­tiert. Bei­de Male wur­de ich erst in einer Zel­le im Flug­ha­fen und dann im „detenti­on cen­ter“ Coln­brook ver­wahrt, bis ein geeig­ne­ter Rück­flug nach Wien gefun­den war.

Die Haft selbst war mir rela­tiv egal. Beim zwei­ten Mal hat­te ich mich sicher­heits­hal­ber mit Büchern ein­ge­deckt. (Ins­ge­heim genoß ich die Tren­nung von mei­nem sonst so unbarm­her­zig nach Auf­merk­sam­keit hei­schen­den Smart­pho­ne sogar ein bisschen.)

Für das lau­fen­de Ein­spruchs­ver­fah­ren gegen die Abwei­sun­gen war die­ser zwei­te Prä­ze­denz­fall ent­schei­dend, da ich dies­mal nicht bei einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung, son­dern pri­vat spre­chen soll­te. Das Ziel war es, eine noch absur­de­re Begrün­dung für mei­ne Abwei­sung zu pro­vo­zie­ren. Es wur­de erreicht. Wie­der berich­te­te die eng­li­sche Pres­se und wie­der kam es zu Soli­da­ri­sie­run­gen weit über die engen Unter­stüt­zer­krei­se der IB hinaus.

Für die eng­li­sche Genera­ti­on Iden­ti­ty waren mei­ne Inhaf­tie­run­gen eine per­fek­te Start­vor­la­ge, indem sie das dort sehr sen­si­ble The­ma der Mei­nungs­frei­heit ins Zen­trum rück­ten. Für mich selbst war das letz­te Wochen­en­de eine Art „staat­lich erzwun­ge­ne Lese­pau­se“. Ich war die letz­ten Mona­te kaum zum Inne­hal­ten gekom­men (wes­we­gen auch die­ser Bei­trag so unver­schämt lan­ge auf sich war­ten ließ).

Um 19:00 Uhr wer­de ich an der Pass­kon­trol­le auf­ge­hal­ten, abge­führt und ver­hört. Ich ken­ne das Pro­ze­de­re. Da mei­ne Freun­din dies­mal nicht mit von der Par­tie ist, lenkt mich kei­ne Sor­ge ab, und ich wer­de mei­nes Lap­tops, Tele­fons und Gür­tels ent­le­digt, so daß ich unbe­schwert in den „hol­ding room“ des Flug­ha­fens Stan­s­ted komme.

Es ist ein klei­ner, läng­li­cher, fens­ter­lo­ser Raum, der einem schä­bi­gen War­te­zim­mer ähnelt. Hin­ter der glä­ser­nen Wand sit­zen Auf­pas­ser, die uns nicht aus den Augen las­sen. Ein klei­ner Gang führt zu einer noch schä­bi­ge­ren Toilette.

Schmie­ri­ge Bücher in ver­schie­dens­ten Spra­chen lie­gen auf einem klei­nen Gestell aus. Dazu Gebets­mat­ten, eine nagel­neue Bibel und ein stark abge­grif­fe­ner Koran. Auf der Decke des Raums befin­det sich ein gro­ßer Pfeil, der die Rich­tung nach Mek­ka angibt. An der Wand hän­gen Pro­spek­te, die auf die „LGBTI-offi­cers“ des Abschie­be­dienst­leis­ters Tas­cor hin­wei­sen. „You are ent­e­ring a bul­ly-free zone“ prangt auf einem knall­bun­ten Pla­kat, auf dem eine fröh­lich grin­sen­de mul­ti­eth­ni­sche Cli­que abge­bil­det ist. Die Rea­li­tät ist weni­ger beschwingt.

Zwei jun­ge schwar­ze Män­ner dösen auf den Ses­sel­rei­hen. Ein jun­ger nah­öst­li­cher Mann in Trai­nings­kla­mot­ten liegt auf einem Sitz­sack und lang­weilt sich. Ein Fern­se­her läuft auf hal­ber Laut­stär­ke. Es spielt „Britain’s got Talent“, eine belieb­te Talentshow.

Ich set­ze mich auf einen frei­en Ses­sel und schla­ge ein Buch auf, wel­ches aus­nahms­wei­se mit in die Zel­le durf­te. Kei­nes pass­te bes­ser: Dou­glas Mur­rays Der Selbst­mord Euro­pas.

In den nächs­ten 6 Stun­den, die ich auf mei­nen Trans­port nach Coln­brook war­ten soll­te, lese ich wie in Tran­ce. Nach dem ich es bis auf das Nach­wort aus­le­se, sehe ich so klar und deut­lich wie noch nie: Ausweglosigkeit.

Wäh­rend Dou­glas Mur­ray Kapi­tel für Kapi­tel, wie ein Buch­hal­ter des Unter­gangs, in einer fein säu­ber­li­chen Chro­nik des Ver­falls demo­gra­phi­sche Sta­tis­ti­ken, Abfol­gen an Ein­wan­de­rungs­wel­len und mul­ti­kul­tu­rel­le Pro­pa­gan­da anein­an­der­reiht, kommt in mir eine tie­fe Müdig­keit auf. Dou­glas beschreibt Euro­pa als Ika­rus, der sei­nen Fall über­lebt hat.

Wir Euro­pä­er hat­ten ver­sucht die Son­ne zu errei­chen, kamen ihr zu nahe und stürz­ten zurück auf die Erde. Wir sind geschei­tert und sind noch benom­men, aber irgend­wie haben wir über­lebt, denn wir sind immer noch hier. Um uns her­um lie­gen nur Trüm­mer – meta­pho­risch und real – von all unse­ren Träu­men Reli­gio­nen, poli­ti­schen Ideo­lo­gien und ande­ren Bestre­bun­gen, die sich im Lau­fe der Zeit als falsch erwie­sen haben.

Mur­ray schreibt viel von die­ser Müdig­keit. Immer wie­der klagt er sie an und ver­zwei­felt am Ende dar­an. Sein Fazit ist: die Euro­pä­er sind zu müde und zu schwach, zu aus­ge­brannt und nihi­lis­tisch, um sich gegen den Ein­wan­de­rungs­druck zu weh­ren. Also ratio­na­li­sie­ren sie ihn zur Chan­ce, brin­gen die unbe­que­men Kri­ti­ker zum Schwei­gen und machen aus der „Viel­falt“ einen tota­li­tä­ren Endzeitkult.

Mit bit­te­rer Schär­fe zeigt er, wie alle ange­kün­dig­ten „Ver­schär­fun­gen“, alle vor­ge­ge­be­nen Abschie­bun­gen aus­blei­ben, wie die Ein­wan­de­rungs­zahl dämo­nisch wei­ter steigt und wie am Ende die Ver­ant­wort­li­chen und die Gesell­schaft immer wie­der vor den not­wen­di­gen Maß­nah­men zurück­schreckt: die kon­di­tio­nier­te Angst vor der Wie­der­kehr „dunk­ler“ Zei­ten sitzt zu tief.

Mur­ray erzählt davon, wie vie­le Kri­ti­ker der Ein­wan­de­rung all­mäh­lich müde wer­den und auf­ga­ben. Und man fühl­te sei­ne eige­ne trau­ri­ge Müdig­keit aus jeder Zeile.

Wäh­rend ich lese, geht „Britain’s got Talent“ zu Ende. Eine Nach­rich­ten­sen­dung berich­tet über die „Stop and Search“-Politik von The­re­sa May, mit der sie das sub­jek­ti­ve Sicher­heits­ge­fühl hat­te stär­ken wol­len. Die Akti­on wird als ras­sis­tisch kritisiert.

Die BBC, so der Spre­cher, wür­de mit Kri­tik über­häuft, weil sie die „rivers of blood“-Rede von Enoch Powell im Rah­men einer kri­ti­schen Doku aus­strah­len wol­le. Es ist der Jah­res­tag die­ser his­to­ri­schen Rede, wel­che die Fol­gen des Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus pro­phe­tisch vor­her­sah. Mur­ray bezieht sich auf Enoch und meint, daß des­sen Vor­her­sa­gen über den Bevöl­ke­rungs­aus­tausch weit hin­ter der Rea­li­tät zurückblieben.

„Die­ser Ras­sis­mus passt nicht mehr in unser heu­ti­ges, diver­ses Eng­land“, ver­kün­det der TV-Kom­men­ta­tor, der einer eth­ni­schen Min­der­heit angehört.

Die schwar­zen Mit­ge­fan­ge­nen igno­rie­ren die Sen­dung wei­ter­hin und däm­mern vor sich hin. Wovon sie wohl den­ken? Der Ara­ber ist ein­ge­schla­fen. Hin­ter der Glas­schei­be sit­zen die Wär­ter und trin­ken Tee.

Am nächs­ten Tag zitier­te der „Inde­pen­dent“ einen Ver­tre­ter des Home Offices zu mei­ner Inhaf­tie­rung: „This government upholds free speech but we will not let it be used to excu­se detesta­ble views that direct­ly con­tra­ve­ne our values“. Ist Eng­land verloren?

Kei­ne Nati­on ist der­art bedroht wie die eng­li­sche. Und in kei­nem ande­ren Land kommt das Tota­li­tä­re der Mul­ti­kul­ti-Ideo­lo­gie kla­rer zum Vor­schein. Die „Freund­lich­keit“ und Libe­ra­li­tät des Insel­vol­kes hat dazu geführt, das die Vor­or­te tat­säch­lich wie völ­lig frem­de Zonen aussehen.

Kreuz­berg und Saint Deniz sind nichts dage­gen. Die Lon­do­ner Vor­or­te sind frem­der als alles, was ich bis­her gese­hen habe.

Die sozia­le Gleich­gül­tig­keit und der Indi­vi­dua­lis­mus der eng­li­schen Gesell­schaft wer­den im Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus noch deut­li­cher. Wer hin­ter die „Pay­walls der Viel­falt“ kommt, kann ein ange­neh­mes Leben füh­ren. Die Lon­do­ner Restaurant‑, Mode‑, Musik- und Start-up-Sze­ne ist welt­weit aner­kannt. Wer sich selbst am nächs­ten ist, kann in den Rand­ge­bie­ten des lang­sa­men natio­na­len Sui­zids noch ein erfüll­tes und siche­res Leben füh­ren. Die Wirt­schaft ist unter­neh­mer­freund­lich und wenn man die nöti­gen Zuge­ständ­nis­se an die Poli­ti­cal Cor­rect­ness macht, wird man von ihren Hohe­pries­tern auch in Ruhe gelassen.

Die gan­ze Insel und ihre indi­ge­nen Bewoh­ner sind erfüllt von einer tie­fen Ein­sam­keit. In der U‑Bahn und in den Pubs – die Lon­do­ner wir­ken iso­liert und ver­einsamt und ste­hen in tiefs­tem Kon­trast zu den impor­tier­ten eth­ni­schen Gangs, die Eng­lands Töch­ter missbrauchen.

Es gab in Eng­land weder einen nen­nens­wer­ten Faschis­mus, noch einen poli­tisch wirk­sa­men Kom­mu­nis­mus, es gab kei­ne ech­te sozia­le und kei­ne ech­te natio­na­le Bewe­gung: Es gab eigent­lich gar kei­ne nen­nens­wer­te Bewegung.

Aus Eng­land kamen ein­fluss­rei­che rech­te Sub­kul­tu­ren und Musik­sti­le: die Skin­head­sze­ne, die Fuß­ball- und Casual­kul­tur, der RAC. Aber es gab in Eng­land nie­mals etwas wie die natio­na­le Bewe­gung oder den „Scou­tisme“ in Frank­reich. Eng­land war immer schon das libe­ra­lis­tischs­te Land. Des­we­gen ist es heu­te viel­leicht das totalitärste.

Sogar der deut­sche Staat erscheint mir noch müt­ter­lich und mil­de im Umgang mit sei­nen poli­ti­schen Dis­si­den­ten im Ver­gleich zum Ver­ei­nig­ten König­reich. Die Kam­pa­gnen gegen Hate speech sind unbarm­her­zig. Die Unduld­sam­keit, mit der seit Tho­mas Morus gegen sozia­le Abweich­ler vor­ge­gan­gen wird, rich­tet sich heu­te gegen Ket­zer der Identität.

Die indi­vi­du­el­le Wirt­schafts­frei­heit wird mit poli­ti­scher Gleich­schal­tung erkauft. Es gab, zu der The­se gelangt Speng­ler in „Preu­ßen­tum und Sozia­lis­mus“, eigent­lich nie eine ech­te eng­li­sche Staats­po­li­tik. Es gab viel­mehr nur den Club und den Code.

Wer heu­te gegen den Kodex der Diver­si­ty ver­stößt, lan­det rasch im Gefäng­nis. So etwa der berühm­te „bacon offen­der“ Kevin Crehan. Der leg­te nach einer Sauf­tour mit sei­nen Freun­den ein Schin­ken­sand­wich vor die Türe einer Moschee. Dafür wur­de er zu einem Jahr Haft ver­ur­teilt, und in Haft kam er 35-jäh­rig ums Leben. Die Umstän­de sei­nes Todes sind nach wie vor unge­klärt. Die Behör­den geben die Akte nicht frei.

Tom­my Robin­son, der in der Arbei­ter­ge­gend Lutons auf­wuchs, meint zu wis­sen, wor­an er starb. „If you cri­ti­zi­se Islam, pri­son can mean a death sen­tence“, erzähl­te er mir in einem Gespräch. Wer sei­ner Lebens­ge­schich­te zuhört, erkennt die gan­ze Bru­ta­li­tät des eng­li­schen Systems:

Eine allein­ge­las­se­ne auto­chtho­ne Arbei­ter­klas­se, ohne patrio­ti­scher Bewe­gung, ohne patrio­ti­scher Par­tei und ohne patrio­ti­schen Medi­en, sieht sich auf der Stra­ße bru­ta­len Angrif­fen von frem­den Gangs gegen­über. Wenn sie selbst eine Gang bil­den, wie es die Eng­lish Defence League war, gera­ten sie ins Getrie­be des sanf­ten Totalitarismus.

Nach­dem wir lan­ge schon den Punkt erreicht haben, daß wei­ßen Bri­ten nur noch das Schwei­gen über die Ver­än­de­run­gen in ihrem Land übrig bleibt, scheint man inzwi­schen von ihnen zu erwar­ten, still und zufrie­den sich sel­ber abzu­schaf­fen, indem sie Schlä­ge hin­neh­men und den Ver­lust ihres Lan­des akzep­tie­ren: „Kommt dar­über hin­weg. Es ist nichts Neu­es. Ihr seid ein Nichts.“

Mei­ne Zeit im „hol­ding room“ ist zu Ende. Mir wer­den Hand­schel­len ange­legt und man führt mich an glot­zen­den Zivi­lis­ten vor­bei in einen Trans­port­wa­gen, der mich nach Coln­brook bringt. Eine Stun­de fährt er durch Stra­ßen­wüs­ten. Obwohl wir drau­ßen sind, habe immer noch das Gefühl, in einem engen Raum zu sein. Ob das an der Insel liegt?

Die Unter­su­chungs­an­stalt liegt nahe dem Flug­ha­fen Heathrow in einer trost­lo­sen Gegend. Ein dop­pel­tes Schie­be­tor schirmt den Innen­hof ab, in dem sich zahl­rei­che Objek­te befin­den. Über­all sind Kame­ras und Sta­chel­draht. Ein Gefäng­nis wie man es aus Fil­men kennt.

In Coln­brook befin­den sich vor allem Ille­ga­le und Kri­mi­nel­le, die auf ihre Abschie­bung war­ten. 396 Mann haben in sei­nen Zel­len Platz. Teil­wei­se wird es auch zur „Zwi­schen­la­ge­rung“ bei Trans­por­ten benutzt. Wegen eini­ger Flucht­ver­su­che sind die Sicher­heits­vor­keh­run­gen sehr streng, wie mir ein Wär­ter erzählt. Immer wie­der kommt es zu Über­grif­fen. Im Mai 2017 tötet ein Insas­se sei­nen Zel­len­ge­nos­sen mit blo­ßen Hän­den. Ein bri­ti­scher Jour­na­list nennt das Lager einen „Lim­bus“. Ganz so schlimm ist es nicht.

Ich wer­de gewo­gen, gemes­sen und bekom­me ein rudi­men­tä­res Han­dy für Tele­fon­ge­sprä­che. Auch mei­ne Klei­dung darf ich behal­ten. Bevor ich in mei­ne Zel­le geführt wer­de, will mich der „Faci­li­ty Mana­ger“ spre­chen. Ein dick­li­cher jun­ger Bri­te mit schüt­te­rem Haar stellt sich mir vor und weist mir an, mich zu set­zen. „I saw your wiki­pe­dia page, I think we need to talk.“

Ich erklä­re ihm knapp, daß ich nicht vor­ha­be, für Ärger zu sor­gen und in Haft kei­ner­lei poli­ti­sche Äuße­run­gen täti­gen wer­de. „I’m more con­ce­re­n­ed about your secu­ri­ty not you causing trou­ble. I think trou­ble might come to you.“ Er erzählt mir gedehnt, daß sie eine „con­si­derable mus­lim extre­mist popu­la­ti­on“ im Gefäng­nis haben und es pas­sie­ren könn­te, daß sie von mei­ner Anwe­sen­heit erfah­ren und mich zusam­men­schla­gen würden.

Er meint, daß es grund­sätz­lich mög­lich wäre, mich die gesam­te Zeit mei­nes Auf­ent­hal­tes ein­zu­schlie­ßen. Am Ende ent­schei­det er sich jedoch dage­gen, denn ich „sähe gar nicht so aus wie auf mei­ner Wiki­pe­dia-Sei­te“. Ich soll eine Ein­zel­zel­le bekommen.

Wenig spä­ter befin­de ich mich in einem klei­nen, küh­len Raum mit einem Abort, einem Bett und einem Ses­sel. Neben der Tür befin­det sich ein Alarm­knopf. Fast das gesam­te Wach­per­so­nal in dem Flü­gel ist mus­li­misch und mir gegen­über aus­ge­spro­chen freundlich.

Das soll sich am nächs­ten Tag ändern.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (22)

EgonS

17. April 2018 22:05

Tja die armen Engländer, wie sie von sich selber sagen: "we suffer in silence".

Für Brexit haben sie gewählt! Denn die abscheuliche EU hat ihnen so viele Ausländer gebracht.
Und nun? Überraschung!!! England ist noch genau so selbst-abschaffend wie vorher.

Sie wollen weg von der EU, aber ein Martin Sellner darf trotzdem noch nicht rein.

Was also tun?
Die lieben braven Engländer brauchen eine Partei, die richtig stark gegen Islamisierung ist.
Denn obwohl die Engländer in der Stille leiden ("suffer in silence"), werden sie es wohl schaffen ein Kreuz bei einer richtig starken kritischen Partei zu setzen; so wie sie es geschafft haben ein Kreuz bei Brexit zu setzen. (Nur leider hat der Brexit nicht das gebracht, was sie erhofft haben. Eine eine richtig starke Partei die unmissverständlich geächtet wäre, wegen einem Anti-Islam Kurs. Die würden sie hoffentlich wählen!).

quarz

17. April 2018 22:15

"Die „Freundlichkeit“ und Liberalität des Inselvolkes hat dazu geführt, das die Vororte tatsächlich wie völlig fremde Zonen aussehen."

Da kommt sogar John Cleese ins Grübeln:

https://www.youtube.com/watch?v=WJheODYpuEI

Der_Juergen

17. April 2018 22:23

Ich war seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr in England. Schon bei meinem letzten Besuch anno 1999 hatte ich das Gefühl, dieses Land sei verloren. Heute muss es allen Berichten zufolge unvergleichlich schlimmer sein, sowohl in Bezug auf die Einwanderungskatastrophe als auch hinsichtlich des Gesinnungsterrors, der (abgesehen davon, dass es in Grossbritannien kein Gesetz gegen "Holocaust-Leugnung" gibt) noch härter als in der BRD oder Frankreich sein dürfte.

Nach menschlichem Ermessen ist Grossbritannien verloren. Der Kampf der schottischen und walisischen Nationalisten um Unabhängigkeit mutet gespenstisch an: Während der weisse Engländer zum "Feind" oder "Kolonialherrn" erklärt wird, stört es diese seltsamen Nationalisten offenbar nicht im geringsten, dass Edinburgh, Glasgow und Cardiff immer schwärzer und immer muslimischer werden.

Deprimierend ist das weitgehende Fehlen einer Widerstandsbewegung. In Deutschland gibt es immerhin die AFD, Pegida und grössere Demonstrationen selbst im Westen der Republik, von einer erstarkenden intellektuellen Rechten ganz zu schweigen. In Frankreich und Italien existieren grosse nationale Parteien. In England fehlen solche gänzlich; Nigel Farages UKIP ist ein Cuck-Club, wie er im Buche steht.

Nur die beschränktesten unter den deutschen Nationalisten werden über den Niedergang des "perfiden Albion" Schadenfreude empfinden. Zugrunde geht mit den Engländern ein Volk, das Europa und der Welt eine geradezu unglaublich grosse Zahl genialer Schriftsteller, Denker, Wissenschaftler und Entdecker geschenkt hat. Die Drahtzieher des Volkstods, des Grossen Austausches, sind im grossen ganzen dieselben wie anderswo in Europa.

Marc_Aurel

17. April 2018 22:33

Lesenswerter Artikel von Martin Sellner, nicht nur wegen des politischen Inhaltes - bei den Schilderungen im Tagebuchstil, handelt es sich ja auch ein Stück weit um Literatur. Ich hoffe die Geschichte nimmt kein böses Ende.

Das die Zustände in England schlimm sind, ist ja allgemein bekannt, dass es aber so trostlos ausschaut, war mir nicht vollumfänglich bewußt.

Was Douglas Murray betrifft - ich finde er irrt, wenn er zu dem Schluß kommt Europa sei müde und ausgebrannt, auch wenn ich verstehen kann, warum er den Eindruck hat. Die Hauptursache für das Phänomen das er beschreibt, kann man in 3 Worten erklären: jahrzehntelange, massive Indoktrination.

Wie Martin Sellner in einem seiner besten Video's ("Die Sekte, die dich regiert") einmal selbst sagte "Ein solches Verhalten findet man nur in Sekten vor, nach intensivster Gehirnwäsche." (aus dem Gedächtnis zitiert, Original kann etwas abweichen^^).

Wenn auf die Europäer anstatt der üblichen Propaganda rund um die Uhr eine realistische Darstellung der Situation, die Ursachen und Verantwortliche klar und schonungslos benennt, eintrommeln würde, dann hätten wir ganz andere Wahlergebnisse und auch auf der Straße einen ganz anderen Druck - das würde selbst in England noch etwas bewegen.

Der Gehenkte

17. April 2018 23:55

Man merkt Ihnen schon am ungewohnt bedächtigen Ton an - lieber Martin Sellner - daß da was passiert ist mit Ihnen. Ein deprimierender Beitrag, aber wir alle wissen, daß Sie so nicht enden werden.

Es ist wahr: der Murray kann einen für einen Moment herunterziehen, gerade weil er so eloquent (und damit die großartige englische Kultur versinnbildlichend) die ganze Wahrheit ausspricht.

https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2017/06/15/europas-ende/

Ich habe viele Jahre in England gelebt, kenne Land und Leute recht gut, und liebe es für seine Kultur und Kultiviertheit und Literatur natürlich. Es ist nicht einfach zu verstehen - das Wesen der Engländer reicht sehr tief in die Geschichte hinein; das ist für Deutsche nur schwer zu begreifen und braucht langen und intensiven Kontakt. Auch der demokratische Gedanke ist in ihnen tief verwurzelt. Und manche der bewußtesten und typischsten Engländer haben "Migrationshintergrund".

Es gibt Luton, Birmingham, Leicester, High Wycombe, Slough und viele solcher Städte, die verloren scheinen, aber es gibt auch Oxford und Cambridge und vor allem eine wunderbare countryside in der das Leben auf den Dörfern noch funktioniert, Traditionen gelebt werden, die Rhythmen langsam blieben. Man muß beide Seiten sehen. England hat sich in den urbanen Zentren verändert - doch selbst in London gibt es ganz unterschiedliche Viertel - aber es ist sehr träge und langsam und das gibt auch Hoffnung.

... Und bisher ist Enochs Powells Rede noch immer eine Prophezeiung, die noch nicht eingetreten ist und vielleicht auch nicht eintreten wird, weil die Prozesse viel schleichender stattfinden, als wir es uns alle vorstellen.

Andreas Walter

18. April 2018 01:37

Ja, und nicht nur England.

England, Frankreich, Schweden, Deutschland. Damit werden auch Norwegen und Dänemark, die Niederlande, Belgien und Luxemburg auf Dauer dem Druck nicht standhalten können. Südafrika auch, ist aber eine andere Geschichte. Alle anderen Staaten, die ich eingangs erwähnt habe, muss man sich darum als riesige Exklave der VSA in Übersee vorstellen, sind der minimale östliche Brückenkopf der Atlantik-Brücke(!), damit sich so etwas wie am 6. Juni 1944 in der Normandie (Operation Overlord(!), D-Day) nie wieder(!) ereignen kann.

Dinge wie Skripal und Syrien (also angebliche Angriffe mit Gas(!)) und ihre Folgen sind dabei reine Loyalitäts-Tests. So einen Fall(!)/Rückschlag wie mit Putin möchte man eben nicht noch mal erleben (vorausgesetzt, Putin ist echte Opposition).

Man erkennt also auch hier relativ schnell, wer und das grosse Architekten(!) am Werk sind. Der Islam dient dabei nur als Lösungsmittel und Tarnung für Staatsterror, durch den die Völker der Exklave auf Linie gebracht werden sollen, von sich aus nach dem totalitären Superstaat Europa zu rufen (aus Furcht). Auch allein darum muss es immer schlimmer werden.

Die Rolle/Rollen der Iberischen Halbinsel, Italien und dem Balkan kann ich derzeit aber noch nicht genau beurteilen. Vielleicht irgendwann auch in einem zweiten Teil.

Zweidrittelmehrheit für Orbán oder auch der Separatismus in Spanien deuten aber auf Kontrollverlust im Süden und Osten Europas hin, hier aber auf den der EU und des Council on Foreign Relations (CFR) und der Atlantik-Brücke.

Ein gebuertiger Hesse

18. April 2018 07:21

Was du für uns leistest, Martin, ist einmal mehr enorm. Selbst die völlige Ernüchterung, die sich beim Lesen dieses Beitrags breitmacht, hat etwas Konstruktives, stellt einen mit sehr geradem Rücken auf die Füße. Danke dafür.

deutscheridentitaerer

18. April 2018 07:23

"... Und bisher ist Enochs Powells Rede noch immer eine Prophezeiung, die noch nicht eingetreten ist und vielleicht auch nicht eintreten wird, weil die Prozesse viel schleichender stattfinden, als wir es uns alle vorstellen."

Lesen Sie keine Nachrichten?

John Haase

18. April 2018 07:47

Ein kleiner, fensterloser, schäbiger Raum, zwei Aufpasser hinter Glas, im Fernsehen läuft BgT und später Rumheulerei über Powell, in einem Sitzsack sitzt ein gelangweilter Moslem und an der Wand hängt multisexukulturelle Werbung dafür, daß der Ablauf auch von Schwulen durchgeführt werden könnte. Dazu gibt es ein diverses Grinseposter mit Grundschulvokabular (bully) und Islamgedöns. Das ist alles so modern britisch wie nur was. G-god save our g-gracious Q-Queen...

Sehr interessanter Artikel. Die britische Variante des Untergangs beschäftigt mich seit Jahren, ist sie doch so anders als unsere eigene. Insbesondere die Kombination aus traditionellem Britentum, Linksliberalismus und jener spezifisch britischen Vulgarität fasziniert. Diese Vulgarität ist etwas, das es auf dem Kontinent jedenfalls in Westeuropa nicht in nennenswertem Ausmaß und in dieser seelentiefen Ausprägung gibt. Ein paar Beispiele aus eigener Anschauung und Film, Funk und Fernsehen um zumindest in Ansätzen klar zu machen, was ich meine: unangeleinte Pitbulls auf Friedhöfen, besonders asoziale Fußballfans, den Tod von Thatcher feiernde Demonstranten, Unterschichtendialekt sprechende Nachrichtensprecher. Kurz: anything goes.

Dann auf der anderen Seite das, was Herr Sellner erleben mußte. Plötzlich maximale Rigidität des Staates und Hemdsärmeligkeit, wenn er sich bedroht fühlt, alles in freiheitlicher (früher) und sozialarbeiterischer Sprache (heute) verkleidet, die aber in unverkennbarer Härte formuliert wird. Dies ist die Freiheit, die der Engländer stets als Engländer fordert und im richtigen Moment beiseitezulegen weiß (Spengler). Jedenfalls wußte er das früher, heute nicht mehr.

Drittens wiederum altimperialistische Tradition. Bei jedem Krieg im nahen Osten fliegen britische Bomber mit und auch in Afrika gibt es immer mal wieder Anlaß für kleinere Militäreinsätze. Man will sich um jeden Preis großmächtig geben. Während es durchaus eine gewisse Opposition gibt, stellt sie nie die Systemfrage, sondern erschöpft sich meist in der traurigen Feststellung, daß die alten Werte tot sind, der letzte Krieg sinnlos war und die derzeit aktuelle Medienhysterie falsch ist. Bekannte Vertreter sind etwa Theodore Dalrymple (eigentlich Anthony Daniels) und Peter Hitchens. In England gibt es nur „Her Majesty’s Most Loyal Opposition“. Die polit-medialen Eliten hingegen, die das Land beherrschen, sind deutlich weniger königstreu. Es ist noch ausgeprägter als bei uns: die, die den Staat beherrschen, verachten ihn eigentlich am meisten und sehen ihn nur als Vehikel zur Durchsetzung ihrer Ideologie.

Na, alles etwas wirr vielleicht. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil.

silberzunge

18. April 2018 08:51

An alle: niemals verzagen! Martin tut das ohnehin nicht

quarz

18. April 2018 08:53

Hier noch zwei Lektüretipps für diejenigen, die sich für die Entwicklung der britschen Zustände interessieren:

Gavin Cooke: "Britain's Great Immigration Desaster" (2012)
Ed West: "The Diversity Illusion" (2013; 2. Aufl. 2014)

Der Gehenkte

18. April 2018 08:55

@ deutscheridentitaerer

"Lesen Sie keine Nachrichten?"

Eben weil ich es tue, komme ich zu meiner Aussage. Die Rede wurde 1968 gehalten. Powell zitiert einen "einfachen Mann mit den Worten: "In this country in 15 or 20 years' time the black man will have the whip hand over the white man." - das müßte demnach 1988 geschehen sein; da war M. Thatcher Prime Minister.

"As I look ahead, I am filled with foreboding. Like the Roman, I seem to see "the River Tiber foaming with much blood". That tragic and intractable phenomenon which we watch with horror on the other side of the Atlantic but which there is interwoven with the history and existence of the States itself, is coming upon us here by our own volition and our own neglect. Indeed, it has all but come. In numerical terms, it will be of American proportions long before the end of the century. "

Powell bezieht sich, wie Sie wissen, auf die Aeneis, also auf ein mythisches "großes Blutvergießen", eine "letzte Schlacht" ... Nichts von dem hat sich bisher materialisiert.

Powells Verdienst liegt in der mutigen Thematisierung des Wandels - er hat damit dem Volk eine Stimme gegeben und dramaturgisch hat er das großartig aufgebaut (wie nur Engländer das können), aber wer die Prophezeiung - ähnlich wie die Bibel - wörtlich und nicht symbolisch liest, kommt schnell in Teufels Küche.

Ich wiederhole mein Mantra: Die Lage ist ernst genug, sie muß nicht dramatisiert werden. Nur eine korrekte Lagebeschreibung, die der Realität entspricht, kann zu erfolgreichen taktischen Überlegungen führen.

Man sollte auch die historische Dialektik nicht vergessen: im Ganzen gesehen war die Rede kontraproduktiv, denn durch ihre ganz unbritische Direktheit verursachte sie einen Schock und eine gewaltige Gegenreaktion des Establishments, die letztlich die Idee der hate speech implementierte. Realpolitisch hätte Powell mit Diplomatie möglicherweise mehr erreicht.

Valjean72

18. April 2018 09:31

Ein interessanter und ungewohnt bedächtiger Artikel.

Die BBC strahlte im Mai 2016 eine selten ehrliche Dokumentation über die sogenannte "White flight" (Flucht der Weißen) im Osten Londons aus.

In der Dokumentation wurden mehrere Bewohner des Stadtteils Newham (2011: 307.000 Einwohner), die sich entschlossen haben wegzuziehen, vorgestellt und über einen längeren Zeitraum begleitet.

Newham:
- Anteil weißer Briten (2001): 34%
- Anteil weißer Briten (2011) : 17%

Mittlerweile wird die Marke wohl die 10% erreicht haben.

>>Wenn man ein Klassenfoto [aus der Nachkriegszeit] betrachtet, dann waren 98% weiße, englische Kinder. Jetzt, wenn man das neueste Klassenfoto ansieht – Oh mein Gott: … ist das eine Schule in Afrika oder Rumänien?<<

Zitat von Usmaan Hussain aus „The Last Whites of the East End“

mehr dazu: https://valjean72.wordpress.com/2016/05/29/last-whites-of-the-east-end-die-letzten-weissen-des-east-end-von-london/

A. Kovacs

18. April 2018 10:50

Ein bei einer Wachfirma arbeitender Freund berichtet mir, dass auch in Deutschland bereits ein Großteil des Wachpersonals muslimisch ist. Was das für die Sicherheit bedeutet, muss wohl nicht erläutert werden. Unter diesem Aspekt erhält die gebetsmühlenartig wiederholte Binse der Politiker, es gebe keine absolute Sicherheit, nochmal einen empirisch verschärften Sinn.

Caroline Sommerfeld

18. April 2018 10:58

Hier noch eine aufschlußreiche mehrteilige Rezension zu Murray, auch als Einstieg geeignet:

https://bundsanktmichael.org/2018/04/18/douglas-murray-der-selbstmord-europas-teil-3-der-unwille-zum-erkennen-der-lage/

Montesquieu

18. April 2018 12:23

Was, wenn die Abwicklung der westlichen Kulturen (die USA sind im Grunde davon genauso betroffen) nicht primär Folge politischer Konstellationen, sondern die politischen Konstellationen Folge anthropologischer Dynamiken wäre?

Wenn die Idee einer Korrektur, eines Kampfes gegen diese Entwicklung auf falschen Prämissen beruht.

Wenn es nachhaltiger wäre, für sich und seine Leute eigene Ressourcen und Minimalfreiräume zu planen und zu sichern?

Wenn die zunehmende muslimische Infiltration westlicher Gesellschaft lediglich der prämortalen Besiedlung eines agonalen Organismus mit Schmeißfliegenmaden entspreche, nicht aber dessen Todesursache?

Aus Sellners Beschreibung geht sehr gut eine irritierende Emotionslosigkeit und Härte derer, die eine Störung dieser Abwicklung verhindern sollen, hervor.
Den totalitären Umgang mit Kritikern der gesellschaftlichen Abwicklung in England fand ich schon immer besonders irritierend, weil scheinbar maßlos in seinen Sanktionen.

Emotionen werden während dieser Abwicklung nur noch ausgelöst, wenn der Vorgang gestört wird.

Das erinnert mich an eine sterbende Patientin, die sich jeden Besuch verbat und im Rahmen ihrer verbliebenen Kräfte äußersten Unwillen äußerte, als sie dennoch Besuch von ihren Kindern bekam.

Hartwig aus LG8

18. April 2018 13:27

""Wenn es nachhaltiger wäre, für sich und seine Leute eigene Ressourcen und Minimalfreiräume zu planen und zu sichern?""

@ Montesquieu
Der von Frau Sommerfeld verlinkte BundSanktMichael hat einen entsprechenden Ansatz. Er ging aus dem ProjektErnstfall hervor, welcher die Bewahrung und Neubildung von kleinen und autarken Solidargemeinschaften einheimischer Prägung anvisierte. Langes Abwägen und strategische Überlegungen führten zum BundSanktMichael (so jedenfalls mein nicht ganz frischer Kenntnisstand).

heinrichbrueck

18. April 2018 14:22

Innerhalb der installierten Strukturen ist eine Rettung nicht möglich.

"The Strange Death of Europe" / Selbstmord?

Es gibt keinen logisch natürlichen Selbstmord, oder wie will die Biologie diesen begründen? Es können Völker beseitigt werden, aber Selbstmord in Massen? Wird die eigene Kultur zum Haßobjekt, können die Probleme einer Lösung zugeführt werden. Es muß nur die Bereitschaft vorhanden sein.

Montesquieu

18. April 2018 17:37

@heinrichbrueck

Erweisen sich Spezies oder Subspezies als evolutionär unfit, gehen sie unter. Als unfit kann sich irgendwann auch mal das erweisen, was eine Zeitlang fit war. Der Evolutionsvorteil von heute, kann der Evolutionsnachteil von morgen sein. Die Natur probiert stetig aus. Die westliche Kultur war weltgeschichtlich kaum wahrnehmbar kurzzeitig präsent, bis sie sich als unfit erwies.

Wer seine Friedfertigkeit und Solidarität ausdehnt, kann dadurch Sicherheit und Effizienz gewinnen. Wer sie überdehnt, ist bald bestenfalls versklavt.

Wem der Drang zur Erweiterung und Entwicklung verloren gegangen ist, ist unfit. Da helfe noch nicht einmal Selbsbehauptungswillen, gebe es ihn denn noch.

Urou

18. April 2018 19:26

Wie meinst Du den letzten Satz: "Das soll sich am nächsten Tag ändern". Wurden sie unfreundlich?

Gustav Grambauer

19. April 2018 03:13

Warum ist Großbritannien (zu) so ein(em) Shithole Place (gemacht) geworden?

Die Weltregierung, die spätestens seit den Zeiten der Pharaonen besteht, nomadisiert. Zuletzt ist sie von Venedig aus über Holland, von dem aus man wegen der Flüsse den Kontinent gut beherrschen kann, das aber wegen der U.-M.-Lage als zu unsicher eingestuft wurde, nach London weitergezogen. Jetzt zieht sie allmählich von dort aus weiter nach Singapur-Hongkong-Macau. Dem kommunistischen China kommt dabei die Rolle der Suppe zu, die die Fettaugen zu tragen hat. Die Geisterstädte stehen, 64 Millionen Appartments sind großteils seit vielen Jahren bezugsfertig, jede rostige Schraube wird sofort ausgewechselt, sogar der Eiffelturm wurde nachgebaut damit sich die Europäer heimisch fühlen mögen, siehe:

https://www.youtube.com/watch?v=V3XfpYxHKCo

Nun überwiegen aber die Trägheitskräfte, die gern in der CoL und drumherum bleiben wollen, (a) aus derer stategischer (atlantischer) Orientierung heraus, deren Prä ja gerade gebrochen werden soll, (b) aus schnöder Bequemlichkeit und (c) aus einem profanen libertär begründeten Standortwettbewerb heraus. Den Heerscharen von Bankstern und Managern wird jetzt aber dadurch der Boden unter den Füßen weggezgogen, daß die Insel, nicht nur die, heruntergeschlissen wird, so daß sie endlich ihren A... in Richtung Asien bewegen mögen, Zuckerbrot und Peitsche. (Ein zentraler Aspekt des Brexit ...) Darum vor allem sieht die Insel inzwischen so aus wie sie aussieht, und der heutige Zustand ist erst der zarte Beginn der Niederschleißung. (Buckingham Palace und Gentry begrüßen übrigens den 'Pivot to Asia', auch wenn sie selbst - in dieser Form - dabei untergehen; die wissen, wer ihre Herren sind und daß sie in Gestalt des Adels nur eine zeitlang als Steuerungselemente zu dienen hatten.)

Sowieso gehört die "Verbrannte Erde" zum oligarchischen Prinzip, die alle können gar keinen Platz sauber wieder verlassen.

Kann die von manchen Teilnehmern geschilderten Beobachtungen nur bestätigen. War nur einmal vor zehn Jahren in London ohne auch nur einen Hauch davon erlebt zu haben, was Sie, lieber Martin Sellner, erlebt oder auch nur einen Fuß außerhalb der zivilisierten (?) Zonen gesetzt zu haben. Selbst Heathrow hatten wir uns erspart. Hab` dennoch Schübe des Kollers gekriegt, werde nie den lieblichen, erlösenden Moment vergessen, von einer Schweizer Flugbegleiterin wieder an Bord einer Swiss-Maschine begrüßt worden zu sein.

- G. G.

Andreas Walter

22. April 2018 09:11

@Gustav Grambauer

Sehr interessanter Film, den Sie da im letzten Kommentar verknüpft haben, Herr Grambauer. Ob diese Häuser und Hochhäuser allerdings für Europäer auf der Flucht reserviert sind, wie Sie es vermuten, daran habe ich noch meine Zweifel. Die Chinesen haben genug eigene und auch kluge Köpfe, sind darum auf uns Langnasen zumindest in diesen Dimensionen nicht angewiesen. (...)

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